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Transkript
00:24Love Is Enough
00:37Love Is Enough
00:53Meine sehr verehrten Damen und Herren, bedauerlicherweise wird sich der
00:58Beginn der Vorstellung, um unbestimmte Zeiten zu zögern.
01:02Unser geschÀtzter Kollege, die haben gesagt, Bernau, die sich sicher alle gefreut haben, ganz plötzlich erkranken.
01:08Wir bitten um Ihre Geduld.
01:12Sie stehen im Weg?
01:14Intendanten stehen immer im Weg.
01:17Herr Bernau.
01:18Oh, da kommt ja schon mein Bestatter.
01:21Oh, der kommt erst nach mir. Mein Name ist Dr. Kaminski.
01:24Darf ich? Sie haben Schmerzen?
01:27Ja.
01:28Wo?
01:29Hier. Ah, das zieht da so.
01:32Au!
01:34Ihren König Lier werde ich heute Abend leider nicht sehen.
01:37Was? Was haben Sie denn vor?
01:40Ich lasse Sie ins Krankenhaus bringen.
01:42Ach, aus dem Krankenhaus kommt man kalt heraus.
01:45Die Vorstellung kann auf gar keinen Fall stattfinden.
01:57Wenn ich schon mal ins Theater gehe.
01:59Was ist passiert?
01:59Das ist der Bernau.
02:01Hallo, ich bin Dr. Stein.
02:02Er ist kurz vor der Vorstellung kollabiert.
02:06Was vermuten Sie?
02:08Akuter Bauch, Nierenkulik vielleicht.
02:10Genaueres nach dem Ultraschall.
02:12Schockraum zwei.
02:19Hatten Sie schon mal eine Nierenerkrankung?
02:21Nein.
02:24Haben Sie einen Herzfehler, Herzrhythmusstörungen?
02:27Ein bisschen schnellen Puls.
02:29Manchmal Lampenkleber, klar, aber sonst nein.
02:32Eine Diabetes vielleicht?
02:33Keine Ahnung.
02:34Ich gehe nie zum Arzt.
02:38Da haben wir ja die Ursachen.
02:43Ein Niereninfarkt.
02:44Niereninfarkt?
02:45Ist das sowas wie ein Herzinfarkt?
02:46Ja, der Mechanismus ist der gleiche.
02:48Eben nur an der Niere.
02:50Ein GefĂ€ĂŸverschluss.
02:52Ja, und jetzt?
02:55Sie bekommen ein blutverdĂŒnnendes Medikament.
02:57Damit wollen wir erreichen, dass die Niere wieder durchblutet wird.
03:00Sie haben insofern GlĂŒck gehabt, dass der Verschluss nur unvollstĂ€ndig ist.
03:04WĂ€re er komplett, mĂŒssten wir Sie sofort operieren.
03:06Steinheer, wir brÀuchten einen Perfuso mit 10.000 Einheiten, Herr Bargain.
03:10Schockraum zwei.
03:11Danke.
03:12Darf ich etwas fragen, meine Herren?
03:14Wie lange bin ich denn außer Gefecht gesetzt?
03:17Ich habe nÀmlich Ihrem Morgen Galilei.
03:19Es wird schon eine Weile dauern.
03:21Wir mĂŒssen genau beobachten, ob die Niere wieder durchblutet wird.
03:25Wir nehmen Sie jetzt erstmal stationÀr auf.
03:27Sie kommen in einen Überwachungsraum.
03:29Das klingt nach Vorhölle.
03:35Informieren Sie vielleicht mal ein Theater?
03:38Wenn Sie mich von der Schweigepflicht entbinden.
03:40Ach so, Entschuldigung.
03:42Ja, natĂŒrlich, hiermit getan.
03:43Ja, ich rufe an.
03:45Danke.
03:46Keine Sorge, ich werde alles tun, dass Sie so schnell wie möglich als Leer wieder auf der BĂŒhne stehen.
03:50Ja, da schwingt ja wenigstens ein FĂŒnkchen Hoffnung mit.
03:58Guten Abend.
04:00Götz Neumeyer.
04:01Ich bin ein Kollege von Josef Bernhau.
04:03Der ist doch gerade hier eingeliefert worden.
04:06Was hat er denn?
04:07Tut mir leid.
04:07Ich darf Ihnen leider keine Auskunft geben.
04:09Ich bin nicht nur ein Kollege.
04:11Ich bin auch sein Freund.
04:12Wir hÀtten heute Abend zusammen Königlier gehabt.
04:15Aber dann ist er...
04:16Verstehe.
04:18Trotzdem, ich darf Ihnen leider nichts sagen.
04:22Ist es ernst?
04:23Haben Sie schon gesagt.
04:24Ich muss los.
04:26Ja, ja, ja, natĂŒrlich.
04:27Danke.
04:43Guck dir alle Aufgaben an, dich gleich loslegen, ruhig bleiben und dann erst die lösen, die du sicher kannst.
04:51Papa, wann hast du das letzte Mal eine Matheklausur geschrieben?
04:55Von 39 Jahren.
04:58Nee, 40.
05:00Oder?
05:0139?
05:03Papa, kann ich gleich loslegen?
05:05Ganz ruhig bleiben und dann erst mal die lösen, die du sicher kannst.
05:09Lisa?
05:10Ja?
05:12Dein Pausenbrot.
05:15Papa, du weißt doch, dass ich keine Leberwurst mag.
05:19Oh.
05:20Ist egal.
05:21Ich hol mir was in der Schulkantine.
05:22Ach gut.
05:23Wann ist denn deine Klassenfahrt?
05:25Da, da fahr ich nicht mit.
05:27Was?
05:27Warum denn nicht?
05:28Ähm.
05:30Dieser, wenn das wegen Pia...
05:32Nein, nein, das hat damit nichts zu tun.
05:34Wirklich nicht?
05:35Wirklich nicht.
05:37TschĂŒss.
05:41So ein Niereninfarkt ist allerdings wesentlich seltener als ein Herzinfarkt.
05:46Herzinfarkt, du schöner Tod.
05:48Stellen Sie sich das nicht zu romantisch vor.
05:52Ich habe es oft genug gespielt.
05:54Und ich leider oft genug miterlebt.
05:59Und nun?
06:01Ja, ich werde eine lokale Lysetherapie durchfĂŒhren.
06:04Dabei geht man mit einem Katheter direkt in die Nierenarterie und platziert dort das Medikament, um das Gerinnsel aufzulösen.
06:11Mein Körper wird zum Schlachtfeld.
06:13Oh.
06:14Haben Sie schon mit meinem Intendanten telefoniert?
06:17Ja, habe ich.
06:17Und was meint er?
06:19Eigentlich nichts.
06:20Er wirkt irgendwie ratlos.
06:24Ratlos ist sein zweiter Vorname.
06:27Mein Gott, jetzt bin ich 40 Jahre lang Gaukler, ja?
06:31Aber noch nie ist meinetwegen eine Vorstellung uns gefallen.
06:34Das kann ich leider auch nicht Àndern.
06:37Ich will sein ein Muster aller Langmut.
06:41Ich will nichts sagen.
06:43Shakespeare?
06:45King Lear.
06:50Das kostet Ihr Geld, wenn wir hier rumstehen.
06:53Keine Sorge, wir ruinen Ihnen nur meinen Vater.
06:55Die machen hier drin vielleicht sogar Schönheitsoperationen.
06:59Und, haben Sie schon einen Termin?
07:04Ja.
07:07Stimmt so.
07:09Danke.
07:12Hallo?
07:13Ja.
07:15Kennen Sie sich hier aus?
07:16Ein bisschen.
07:18Wo muss man sich denn melden, wenn man den Laden hier mal etwas voranbringen will?
07:22An welches BetÀtigungswert hatten Sie denn so gedacht?
07:25Erstmal Krankenschwester.
07:28Auszubildende.
07:30Ja und, eine Idee?
07:32Vielleicht sollten Sie mal die Oberschwester suchen.
07:35Und wie heißt die?
07:37Ich bringe Sie hin.
07:39Sehr gut.
07:45König Lear habe ich doch schon letzten Sommer auf der FreilichtbĂŒhne Wunsiedel gespielt.
07:50Mit kurzen Einweisungsproben könnte ich den dann in kurzer Zeit ĂŒbernehmen.
07:53Die Vorstellung in drei Tagen muss dann nicht ausfallen.
07:58Und mit weiteren intensiven Proben könnte ich dann alle Rollen des Kollegen Bernau ĂŒbernehmen.
08:05Die Vorstellungen finden also alle statt, ja?
08:09Sie finden alle statt.
08:17Und dann machen wir das so.
08:21Herzlich willkommen.
08:23Bitte.
08:24Guten Morgen, Miriam.
08:27Bitte.
08:28Danke.
08:34Du bist also, ich meine Sie sind, ja, das was ich eben vor der Klinik gesagt habe und unten im
08:45Flur, das war natĂŒrlich ein Scherz.
08:47Ist schon klar.
08:48Und Sie sind Frau Große?
08:51Ja, Elisabeth, die Elisabeth Große.
08:55Und sie schickt uns also der ThĂŒringer Klinikverbund?
08:59Ja.
08:59Ist ja gerade Ihre bisherigen Noten.
09:02Das sieht ja nicht so toll aus.
09:05Theorie ist nichts in meinem Ding.
09:06Ich bin ja eher praktisch veranlagt.
09:09Hi, gibt's hier noch irgendwo Winnin?
09:13Frau Baumann ist da ein kleines Missgeschickt passiert, also eher ein großes.
09:17Im Schrank.
09:17Ja.
09:21Einen Moment.
09:22Gehen Sie mal gleich mit dem Kollegen Haas.
09:25Er wird Sie einarbeiten.
09:26Aber ich bin da noch gar nicht umgezogen.
09:33Jetzt schon.
09:35Sie haben es doch mit dem Praktischen.
09:52Mann, siehst du gut aus.
09:58Arschloch.
09:59Na bitte, ganz der Alte.
10:05Was ist mit Leer?
10:08Erstmal GrĂŒĂŸe von allen.
10:10Das ist ein Schock.
10:12Du kannst dir gar nicht vorstellen, was gestern Abend in der Kantine los war.
10:14Ich habe mich gefragt, was ist mit Leer am Freitag?
10:17FĂ€llt der aus?
10:21Nur red schon, komm, weiter im Text.
10:24Also, Àh, ja, sag's mir jetzt.
10:27Sie will's wissen.
10:33Also, der Intendant war bei mir.
10:36Und er will, dass wir unbesetzen.
10:45Ich habe Ihnen gleich gesagt.
10:46Ich mach das nicht.
10:48Gehen Sie selber hin, habe ich Ihnen gesagt.
10:50Gehen Sie selber hin und sagen Sie es ihm.
10:52Aber...
10:53Was ĂŒbernimmst du?
10:55Herr Neumeier, sagte er.
10:57Herr Neumeier, keiner steht so nahe zu ihm wie Sie.
11:00ErklÀren Sie es ihm, bitte.
11:02Tun Sie es fĂŒr unser Theater.
11:04Du lĂŒgst.
11:05Das war deine Idee.
11:06Das wird ihn umbringen, habe ich Ihnen gesagt.
11:09Wir können doch die Vorstellung ausfallen lassen.
11:11Die Leute werden das verstehen.
11:12Was ĂŒbernimmst du?
11:18Alles.
11:20Leer, Galilei, Wallenstein.
11:25Josef, ich muss doch machen, was der Intendant verlangt.
11:31HÀttest du dir sparen können, Josef!
11:34Bitte.
11:42Ich habe da auch nur eine Seele.
11:59Was wird das denn jetzt?
12:01Pause?
12:03Windeln wechseln tue ich mir nicht an.
12:05Deshalb werde ich meine praktische Ausbildung woanders machen.
12:08FĂŒr solche Spielchen habe ich ĂŒberhaupt keine Zeit.
12:10Gehen Sie bitte zu Herrn Haas und helfen Sie ihm.
12:12Oder gehen Sie von mir aus woanders hin.
12:17Es wird Sie aber kaum noch jemand nehmen.
12:19Dreimal haben Sie es ja schon durch.
12:21Das stimmt so, aber nicht.
12:23So sind die Fakten.
12:26Sie allein entscheiden ĂŒber Ihre Zukunft.
12:34Dieser idiotische Traum von der Unsterblichkeit.
12:39Dass wir einfach Landschaft werden, das wollen wir alle nicht wahrhaben.
12:43Herr Bernau, noch leben Sie.
12:45Und so schnell werden Sie nicht vergessen.
12:47Das kann ich nicht behaupten.
12:48Ich hatte gerade Besuch.
12:49Dieser Herr mit den Blumen?
12:51Ein Leichenfledderer.
12:53Ein Kollege.
12:54Viel schlimmer noch, ein Freund.
12:57Er ĂŒbernimmt alle meine Rollen.
13:00Der gute Götz war sicher gleich heute frĂŒh beim Chef
13:02und hat sich ganz selbstlos angeboten.
13:05Und das gefÀllt Ihnen nicht?
13:06Ach, ich kann es Ihnen mal nicht mal ĂŒbel nehmen.
13:08Ich hÀtte genauso gehandelt wie er.
13:10Wir Schauspieler sind Kannibalen.
13:13Darf ich Sie was fragen?
13:15Ja.
13:18Leiden Sie an einer Depression?
13:22Ja.
13:24Wird die behandelt?
13:26Ja, von mir.
13:28Ich spiele Theater.
13:33Dieses FrĂ€ulein Große hat dir nichts verloren.
13:36Die passt nicht zu uns.
13:38Aber das ist die Tochter von Professor Große-Wallmann.
13:42Das ist mir völlig egal.
13:44Ich will einfach nicht,
13:45dass mir hier ohne meine Mitsprache Personal reingedrĂŒckt wird.
13:52Und wenn Sie Sie mit Herrn Haas mitlaufen lassen,
13:55der wÀchst mit seiner Aufgabe.
13:57Auf die Idee bin ich auch schon gekommen.
13:58Dachte ich mir es.
13:59Wenn das eine schafft, dann Sie.
14:01Da habe ich keinerlei Ehrgeiz.
14:04Und wenn ich Sie instÀndig darum bitte?
14:09Wer ist dieser Professor Wallmann Große?
14:11Große Wallmann.
14:13Das ist die KapazitÀt bei Lebertransplantationen.
14:16Und ein enger Berater des Ministers.
14:19Tun Sie es fĂŒr unsere Klinik.
14:22Warum weisen Sie es mir nicht einfach an?
14:24Weil ich möchte, dass Sie mit dem Herzen dabei sind.
14:34Und Lisa fÀhrt nicht mit zur Klassenfahrt?
14:37Ja.
14:38Hast du sie nicht gefragt, warum?
14:39Doch, aber sie sagt, es ist nicht wegen Pia.
14:42Und das glaubst du ihr?
14:44Weiß ich nicht.
14:45Roland, MĂ€dchen in dem Alter wollen vielleicht nicht von sich aus reden,
14:48aber sie haben trotzdem Redebedarf.
14:50Sie ist doch so gut in der Schule.
14:51Vielleicht wird sie ja gemobbt.
14:53Auf einmal?
14:55Das glaube ich nicht.
14:59So.
15:01GlĂŒck gehabt.
15:01Sie hÀtten ja auch auf der Intensivstation landen können.
15:03Das ist nicht ganz so gemĂŒtlich.
15:05Ja.
15:06GlĂŒck gehabt.
15:07Ich hatte...
15:09Irgendwoher kenne ich Sie.
15:11Ja.
15:12Ah, aus der Werbung fĂŒr dieses AbfĂŒhrmittel.
15:16Nein, das war ich nicht.
15:18Das war ein Kollege.
15:19Aber Sie sind Schauspieler?
15:21Ja.
15:22Im Fernsehen?
15:24Am Theater.
15:26Ah, da gehe ich nicht hin.
15:29Ja, klar.
15:32Ich will nur sagen, dass ich dir absolut Papier zur VerfĂŒgung stehe.
15:34Egal was es ist, kein Problem.
15:35Die Chefin soll bloß nicht merken, dass sie hinten mir rumspringen kann.
15:39Hey, aus!
15:40Ruhe!
15:41Raus!
15:45Ach, Gott.
15:46Also, was ich dir sage...
15:47Jetzt halt deine Klappe!
15:49Du kannst dich einfach von irgendeinem Patienten ĂŒber Krankenhausinterner quatschen
15:52und du musst mir auch nicht zur VerfĂŒgung stehen.
15:53Mach einfach deinen Job!
16:09Ja, das war nicht so gemeint.
16:14Wenn ich das hier auch noch versÀuren, ist es aus.
16:18Und ich will doch Krankenschwester werden.
16:23Ich sage also, dass du wieder mit mir mitlÀufst, okay?
16:32Lisa trauert.
16:33Und gleichzeitig geht das Leben weiter.
16:36Und was mache ich nun?
16:39MĂ€dchen in dem Alter, reden nicht von sich aus.
16:42Sie möchten aber trotzdem reden.
16:43Also frag sie.
16:44Genau das Gleiche hat Katrin gesagt.
16:46Na, dann bin ich ja mal mit Frau Globisch einer Meinung.
16:48Ich habe versucht, mit Lisa zu reden.
16:52Vielleicht stellst du mal ein paar Theorien in den Raum und siehst, wie Lisa reagiert.
16:56Eine Theorie habe ich schon.
16:57Katrin glaubt, Lisa wird gemobbt.
17:00Oder sie ist unglĂŒcklich verliebt.
17:02Aber deswegen kann sie doch mit auf Klassenfahrt gehen.
17:04Wenn der Junge mitfÀhrt, in den sie verliebt ist und er nicht in sie,
17:07dann fÀhrt sie doch nicht mit.
17:08Das ist doch logisch.
17:16Lieber Josef Bernau, bitte verzeihen Sie mir meinen unangemessenen Auftritt von vorhin.
17:21Hm.
17:22Ich habe Sie nicht sofort erkannt.
17:24Hm?
17:25Na ja.
17:26Sehr gut.
17:27Jetzt sorgen Sie sich nicht, dass Sie alles verziehen.
17:29Danke.
17:35Jetzt brauche ich eine Blutprobe von Ihnen.
17:38Keine Angst.
17:40Wird nicht wehtun.
17:42Nur zu.
17:51Ist was?
17:53Sie haben das noch nie gemacht, oder?
17:57Bestimmt.
17:59Und warum wollen Sie das jetzt ganz allein machen?
18:04Weil ich die OberschĂŒsse davon ĂŒberzeugen muss, dass ich nicht unfĂ€hig bin.
18:08Sie mĂŒssen nichts beweisen.
18:11Sie mĂŒssen etwas können.
18:14Ich lasse es sein.
18:16Ich kann Ihnen kein Blut abnehmen.
18:18Ja, das mĂŒssen Sie ja auch nicht.
18:20Ich mache das selber.
18:22Hm?
18:24Sie assistieren mir und schauen mir einfach zu.
18:28Ja, jetzt keine Sorge.
18:29Ich kann das.
18:29Ich war mal Zivi.
18:32Ich weiß nicht, ob ich das ĂŒberstehe.
18:34Ja, und wenn nicht, sonst fallen Sie ganz einfach in Ohnmacht.
18:38Ich glaube, das sieht bei Ihnen besonders hĂŒbsch aus.
18:42Josef Bernau.
18:43Er ist seit mehr als 20 Jahren der Star hier am Theater.
18:48Das ist an mir vorbeigegangen.
18:49Sie sollten eben nicht nur Fußball gucken.
18:52Und warum ist er jetzt hier?
18:54Wegen seines Nullinfarktes?
18:55Ja.
18:56Aber die lokale LĂŒse wirkt.
18:58Er ist auf dem Weg der Besserung.
19:00Es geht um was anderes.
19:03Ich versuche das mal fĂŒr Sie zu ĂŒbersetzen.
19:06Josef Bernau ist der NationaltorhĂŒter.
19:09Also die absolute Nummer eins.
19:11Manuel Neuer.
19:12So heißt er?
19:14Ja.
19:16Neuer ist also krank und nun kommt der ewige ErsatztorhĂŒter ins Spiel.
19:22Und der könnte besser sein.
19:24Richtig.
19:26Neuer hat Angst, dass er in Zukunft nicht mehr die Nummer eins ist und vielleicht nur noch
19:31auf der Bank sitzt.
19:33Gut, ich gehe mal persönlich begrĂŒĂŸen.
19:35Schließlich habe ich ihn auch aufgenommen.
19:36Gute Idee.
19:38Ach, er spielt ĂŒbrigens den Lier.
19:43Ach, der liegt es außen.
19:47Vermeiden Sie das Thema besser.
19:49Diese Frau Große ist in Ausbildung.
19:52Da kann sie doch nicht einfach alleine Blut abnehmen.
19:55Das wissen Sie doch.
19:56Ja, das sehe ich auch so.
19:57Und ja, warum hat sie es dann bei Herrn Bernau getan?
20:00Bernau?
20:01Josef Bernau, der Schauspieler aus Zimmer 5.
20:04Frau Große taucht hier stolz mit dessen Blut auf und ich falle fast in Ohnmacht.
20:09Oh, ja, dann klÀre ich das mal schnell.
20:12Chris, Sie sind verantwortlich fĂŒr die Kollegin.
20:15Ich weiß.
20:17Sie haben also nichts davon gewusst?
20:20Naja, nicht direkt.
20:22Haben Sie nun von der Blutentnahme gewusst oder nicht?
20:25Ich klÀre das jetzt.
20:29Jedenfalls können Sie das nicht einfach machen.
20:31Frau Große darf noch kein Blut abnehmen und sie steht unter meiner Verantwortung.
20:36Fertig?
20:37Nein, weil ich doch jetzt der Trottel bin.
20:40Das war ja eine richtige Philippika.
20:43Mann, tut mir leid.
20:46Wieso?
20:47Das war völlig in Ordnung.
20:49Ich habe den Fehler gemacht.
20:50Nein, Sie wollten meiner Kollegin ja nur helfen.
20:54Hat dieses FrÀulein Elisabeth Ihrer Chefin wirklich gesagt, dass sie mir alleine das Blut abgenommen hat?
20:59Ja.
21:01Wie schÀtzen Sie Ihre neue Kollegin denn so ein?
21:05Weiß ich nicht.
21:06Ich habe mir da noch keine Gedanken zu gemacht.
21:08Das wĂŒrde ich aber jetzt schnellstens tun.
21:10Sonst reitet sie sie nÀmlich nochmal richtig rein.
21:13Glauben Sie?
21:13Ach, ich urteile nicht.
21:15Ich beobachte nur.
21:17Und was sehen Sie?
21:19Oh ja, ein ziemlich cleveres Persönchen, das allerlei Spiele treibt, um ihre Ziele zu erreichen.
21:26Gut, aber soll ich Sie deswegen verpetzen?
21:29Das mĂŒssen Sie entscheiden.
21:31Nein, das kann ich nicht machen.
21:33Na sehen Sie, FrÀulein Elisabeth hat sich schon in der Hand.
21:36Mann ey, warum muss ich sie auch an der Backe haben?
21:38Damit Sie etwas ĂŒber sich lernen.
22:07Ja, ist okay.
22:10Aber ich wusste doch gar nicht, dass ich kein Blut abnehmen darf.
22:19Im Todesschlaf.
22:22Ah!
22:24Bin ich wach?
22:25Wer ist's?
22:27Wieder zu laut.
22:29Wir sind ja nicht auf einer FreilichtbĂŒhne.
22:31Bitte.
22:32Nochmal.
22:34Ja.
22:41Kennt mich hier jemand?
22:46Nein.
22:48Das ist nicht Lir.
22:50Spricht er?
22:52Nee.
22:55Geht Lir so?
22:59Spricht so?
23:02Wo sind seine Augen?
23:15Haben Sie schon mal ein pochendes Herz berĂŒhrt?
23:20Ja.
23:23Das ist Lir in der Reide.
23:27Quasi seine mentale Nulllinie.
23:32Das verstehe ich.
23:34Das freut mich.
23:39Die menschlichen Themen, das sind immer die gleichen.
23:42Nur die Ausdrucksform, die Àndert sich.
23:46Hi!
23:48Darf ich vorstellen, mein Narr?
23:52Sie wĂŒrden vielleicht sagen, mein Body.
23:55Versuchen Sie es doch einfach mal mit meinem Namen.
23:58Götz Neumeyer.
24:00Ja, wir kennen das.
24:02Martin Stein.
24:03Ah ja.
24:04Du siehst, wie man sich rĂŒhrt und hier um mich kĂŒmmert.
24:06Ich lasse Sie beide jetzt mal.
24:08Allein.
24:09Vielen Dank, dass Sie mich aufgesucht haben, Herr Doktor.
24:12Dankeschön.
24:12Dankeschön.
24:13Danke.
24:16Oh Gott.
24:18Ich schÀme mich so.
24:19Ich habe mich so daneben benommen.
24:22Entschuldigung.
24:23Ich habe dem Chef abgesagt.
24:25Ich blĂŒndere dein Werk nicht.
24:27Sag das nochmal.
24:29Ich habe dem Chef abgesagt.
24:32Ich blĂŒndere dein Werk nicht.
24:37Bist du, Jons.
24:38Komm ja, mein Lieber.
24:40Josef.
24:46Es gibt da zwei Theorien.
24:49Eine von Frau A und eine von Frau B.
24:52Ich habe einfach keine Lust auf Klassenfahrt.
24:55A sagt, du wirst gemobbt.
24:58Frau A liegt schon mal falsch.
25:00Aber?
25:03Die MĂ€dchen in meiner Klasse interessieren mich einfach nicht.
25:07Du hast keine Freundin?
25:08Nein.
25:09Ich möchte nicht Supermodel werden.
25:11Und Superstar möchte ich auch nicht werden.
25:14WorĂŒber soll man denn da reden?
25:16Und die Jungs sind noch viel blöder.
25:18Bist du einsam?
25:19Nein.
25:20Ich habe eine Menge Leute, mit denen ich prima reden kann.
25:24Na, dann ist doch gut.
25:26Und B?
25:28Wie B?
25:29Theorie B.
25:31Nein.
25:33Die besagt, dass du unglĂŒcklich verliebt bist.
25:37Aber das geht mich ja nichts an.
25:40Er ist zehn Jahre Àlter als ich.
25:42Er macht bei uns ja ein Referendariat und wird mein Klasse-Math- und Physiklehrer.
25:48Verstehe.
25:49Du kannst dich entspannen.
25:50Er weiß nichts davon und das wird auch so bleiben.
25:53Du kannst Frau B. gratulieren.
25:55Sie lag richtig.
26:05Ich kann das nicht.
26:07Was können Sie nicht?
26:09Ich kann mich vor der Oberschwester nicht klein machen.
26:11Ich bringe das nicht.
26:13Ich bin so nicht erzogen worden.
26:16Wie sind Sie denn erzogen worden?
26:18Wir sind Sieger.
26:20Und wer ist wir?
26:21Na, meine Familie.
26:22Die große Wollmanns.
26:23Wir sind bis 1586 nachweisbar.
26:26Und jeder von Ihnen war irgendwie was Bedeutendes.
26:30Aha.
26:32Und was wollen Sie mal werden?
26:33Ich werde die Klinik meines Vaters ĂŒbernehmen.
26:35Das ist schon klar, ja?
26:37Ja.
26:38Und warum krebsen Sie dann als SchwesternschĂŒlerin hier herum?
26:44Das ist so eine fixe Idee meines Alten.
26:48Sein Vater hat ihn auch dazu verdonnert, als Pathologie-Pflege anzufangen.
26:52Ja, jedes Leben hat so seine ZwÀnge.
26:57Was mache ich denn nun?
26:59Nichts.
26:59Ich habe schon mit Ihrer Chefin gesprochen.
27:02Und?
27:03Ich habe ihr gesagt, dass ich schuld bin.
27:07Dass ich Sie dazu verleitet habe, Ihre Kompetenzen zu ĂŒberschreiten.
27:14Das stimmt ja auch.
27:19Sie war also bei Ihnen.
27:22Wer soll denn bei mir gewesen sein?
27:24Na, Sie wissen doch alles.
27:27Also, dass Wernau sich selbst das Blut abgenommen hat und so.
27:29Ja, aber das weiß ich von ihm.
27:32Ach so.
27:32Er hat mich heute frĂŒh zu sich gebeten und sich dafĂŒr entschuldigt.
27:35Er meinte, seine mÀnnliche Eitelkeit hÀtte ihm einen Streich gespielt.
27:39Okay.
27:40Also, wer soll bei mir gewesen sein?
27:43Niemand.
27:43Chris, ich weiß genau, wen Sie meinen.
27:47Ich finde es sehr nobel, dass Sie nicht petzen wollen.
27:50Aber manchmal kann AnstÀndigkeit zum Problem werden.
27:53Ja.
27:54Wir sind hier eine Klinik.
27:56Und wir brauchen absolute Ehrlichkeit und Transparenz.
28:02Klar.
28:03Soll ich Sie von Frau Große befreien?
28:06Nein.
28:07Ich pack das.
28:09Aber wenn nicht, kommen Sie in Zukunft sofort zu mir.
28:12Okay.
28:12Gut.
28:15Ich muss Ihnen noch was sagen.
28:19Was denn?
28:24Sie machen das richtig toll.
28:26So als Chefin.
28:29Ich könnte es nicht.
28:42Guten Morgen.
28:46Es gibt keinen guten Morgen.
28:49Da steht es schwarz auf weiß.
28:51Und heute gibt es keinen Lier, sondern einen Musical.
28:54Und das ist jetzt der Fluch der guten Tat.
28:57Wie meinen Sie das?
28:59Mein Freund Neumeyer hatte einmal endlich Arsch in der Hose.
29:06Und hat meinem Intendanten erklĂ€rt, dass er meine Rollen nicht ĂŒbernehmen wird.
29:10So.
29:11Jetzt haben wir den Salat.
29:13Ja, es hilft nichts.
29:14Ich muss raus.
29:15Ich muss dieses Schose retten.
29:16Herr Bernau, Herr Bernau.
29:19Ihre Laborwerte sehen zwar ganz gut aus.
29:22Aber wir brauchen in jedem Fall einen Kontrollultraschein mit Ihnen.
29:26Wir sind immer noch dabei, die Ursachen fĂŒr Ihren Liereninfarkt abzuklĂ€ren.
29:32Und bis alle Befunde da sind, das wird nun mal eine Weile dauern.
29:35Eine Weile?
29:36Was heißt das?
29:37Das kann ich Ihnen nicht sagen, aber mit Sicherheit lÀnger, als Ihnen lieb ist.
29:43Ich habe einen riesen Fehler gemacht.
29:46Wieso?
29:47Weil.
29:49Meine StĂŒcke verschwinden mit mir.
29:51Wenn ich diese Rollen nicht spiele, dann werden diese StĂŒcke vom Spielplan gestrichen.
29:55Und wenn die erst einmal gecancelt sind, dann...
29:57...haben Sie nichts mehr zu tun.
29:59Richtig.
30:00Ja, gibt's da eins.
30:02Mein Meier muss her.
30:04Muss die Sache regeln.
30:08Ist das richtig, dass sich Herr Bernau das Blut selbst abgenommen hat?
30:12Ja.
30:13Und warum haben Sie mir nichts gesagt?
30:14Weil Sie mich nicht gefragt haben.
30:16Es wÀre Ihre Pflicht gewesen, mir das zu sagen.
30:19Sie wollen mich doch sowieso fertig machen.
30:21Dann liefere ich Ihnen nicht auch noch die Munition.
30:23Sie können ĂŒberhaupt kein Blut abnehmen.
30:25Haben es aber bei dem Patienten Bernau machen wollen.
30:27Das hat mir auch keiner verboten.
30:29Frau Große, es reicht jetzt.
30:33Falls Sie mich feuern wollen, dann bekommen Sie nicht durch.
30:37Ich habe gegen keine Regeln verstoßen.
30:39Ich habe einfach nur auf eine Frage, die mir nicht gestellt wurde, nicht geantwortet.
30:43Sie sind unverschÀmt.
30:44Stimmt.
30:45Aber dazu fÀllt Ihnen ja auch nichts ein.
30:47Da frage ich mich natĂŒrlich, ob Sie fĂŒr Ihren Job geeignet sind.
30:51Ach, und an Ihrer Stelle wĂŒrde ich hierĂŒber kein Wort verlieren.
30:56Sonst sehe ich mich zu einer Klage wegen Verleumdung gezwungen.
30:59Dem sehe ich gelassen entgegen.
31:01Ich mahne Sie hiermit ab.
31:03Werde das schriftlich dokumentieren.
31:09Was macht unser Chef jetzt nach deiner Absage?
31:12Der telefoniert in ganz Deutschland rum.
31:15Findet aber niemand, der sich mit dir messen will.
31:19Das war zu befĂŒrchten.
31:21Ja, einiges wird wohl in der Versenkung verschwinden.
31:24Du weißt ja, wie das ist.
31:25Ist erstmal ein StĂŒck abgesetzt, lĂ€uft alles auseinander.
31:28Das ist die Nulllinie unseres Theaters.
31:31Und das darf nicht passieren.
31:33Das darf einfach nicht passieren.
31:34Das muss alles am Leben erhalten werden.
31:36Jede Inszenierung, jedes Detail, da mĂŒssen wir einfach ran.
31:39Und die Lösung ist einfach.
31:41Ist ganz einfach.
31:42Es gibt keine.
31:44Bitte mach dir da nichts vor.
31:46Du.
31:48Du bist die Lösung.
31:52Was?
31:53Ja.
31:54Du bist sozusagen die Herz-Lungen-Maschine fĂŒr alle meine Rollen.
31:58Josef.
31:59Ja, gestern wolltest du nichts Dringender als meine Rollen.
32:02Das war ein Fehler.
32:03Ja, und jetzt sprichst du mit dem Intendanten.
32:05Nein.
32:05Ich kann mir doch keine bessere Zweitbesetzung vorstellen als dich, Josef.
32:10Nein.
32:10Bitte, bitte, verlang das nicht von mir.
32:12Du hast Angst, zu versagen, ja?
32:15Der ewige Zweite hat Angst.
32:18Ich mache das nicht.
32:19Aber das ist doch auch eine Chance fĂŒr dich.
32:22Herr Gott, nochmal, was hast du denn zu verlieren?
32:24Ich werde das nicht tun.
32:25Dann musst du es tun fĂŒr uns, Götz.
32:28Wenn du das nicht tust, dann sind wir im Arsch.
32:30Verstehst du das denn nicht?
32:32Herr Gott, nochmal, diese Angst.
32:35Diese Gottverdammte Angst.
32:37Stopp zum Heulen.
32:39Jetzt kriegst du auf deine alten Tage auch noch alles auf dem Silbertablett serviert und kneifst.
32:43Josef, bitte, bitte, hör auf.
32:49Wir sind doch Freunde.
32:51All die Jahre sind wir immer Freunde gewesen.
32:54Ja, gewesen.
32:59Das ist alles in Ordnung.
33:01Wissen Sie eigentlich, dass das Ihre erste Abmahnung ist, seitdem Sie im Dienst sind?
33:05Ja, wenn Frau Große mit Verleumdungsklage droht.
33:07Dann ist das die einzig adÀquate Antwort.
33:10Das freut mich, dass Sie das so sehen.
33:11Unbedingt.
33:12Außerdem mĂŒssen wir ja unseren Herrn Hasi beschĂŒtzen.
33:15Das mĂŒssen wir.
33:17Herr Neumeyer.
33:18Sie mĂŒssen ihm das ausreden.
33:20Aber das kann ich nicht.
33:22Doch.
33:22Auf Sie hört er.
33:23Aber warum soll ich ihm das ausreden?
33:25Der Vorschlag von Herrn Bernau, der hört sich doch vernĂŒnftig an.
33:28Das ist pure HeimtĂŒcke von ihm.
33:31Ich soll mich blamieren.
33:32Das will er.
33:33Das allein.
33:34Bitte.
33:35Bitte, reden Sie ihm das aus.
33:37Bitte.
33:37Reden Sie ihm das aus.
33:38Bitte.
33:39Bitte.
33:45Ich stand immer nur in der zweiten Reihe.
33:48Und vielleicht gehöre ich doch einfach hin.
33:52Oh, verzeihen Sie bitte.
33:56Auf Wiedersehen.
34:02Auf Wiedersehen.
34:07Der ErsatztorhĂŒter hat Angst zu versagen?
34:10Sieht so aus.
34:13Kaminski.
34:15Ich komme sofort.
34:18Herr Bernau klagt ĂŒber heftige Schmerzen.
34:20Könnten Sie mitkommen?
34:21Ja.
34:34Gut, dass ich dich treffe.
34:36Das mit der Blutabnahme, das ist auf dem Tisch.
34:38Hab schon gehört.
34:39Jetzt muss ich nur noch einen Knicks vor Frau Markwart machen.
34:41Und dann ist alles im Lot.
34:43Und du mĂŒsstest besser auf mich aufpassen,
34:46damit ich keine Fehler mehr mache.
34:48Die Oberschwester will mich loswerden.
34:50Aber du weißt ja, was das bedeutet.
34:51Das wÀre eine Katastrophe.
34:58Also sehr streng zu mir.
35:09Ich brauche einen Arzt!
35:12Hol den Arzt, schnell!
35:14Danke.
35:33Hier sieht man es deutlich.
35:36Die Arterie hat sich komplett verschlossen.
35:38Und das Gewebe dahinter sieht schon leicht ischÀmisch aus.
35:41Aber ich denke, wir haben es noch frĂŒh genug erwischt.
35:43Lange binzitte.
35:46Hatten Sie schon mal ein pochendes Herz berĂŒhrt?
35:51Das wollte er von Ihnen wissen?
35:53Ja.
35:53Und dann hat er noch gesagt, das ist Lir in der Heide.
35:58Das ist mit Abstand die beste Deutung, die ich bisher gehört habe.
36:02Auf sowas kann nur kommen, wer die Rolle spielt.
36:04Sie verstehen das also wirklich?
36:07Overholt?
36:08Das ist eigentlich sogar ganz logisch.
36:12Lir ist auf einmal ohne jede Macht.
36:16Ohne jeden Schutz.
36:18Er ist nur noch Körper.
36:20Er ist wie ein wildes Tier im Sturm.
36:23Wie ein offengelegtes Herz im Neonlicht.
36:27Wie ein...
36:28Ich glaube, ich habe das jetzt verstanden.
36:30NatĂŒrlich.
36:33Ein Infarkt.
36:35Dr. Wernert hat gesagt, es könnte ein Herzinfarkt sein.
36:39Das war auch einer.
36:41Die Symptome.
36:44Plötzlich keine Luft.
36:47Wie...
36:47Wie...
36:48Wie...
36:48Ein eisernen Ring um die Brust.
36:52Und dann...
36:53Der Sturz ins Nichts.
36:55In die vollkommene Leere.
36:58Wie ein Astronaut, der ins unendliche All davon schwebt.
37:06Seine Depression hat er im Griff.
37:08Er spielt Theater.
37:10Der Beruf als Rettungsanker.
37:12Das teilt er dann mit Dr. Hallmann.
37:14Das geht uns doch allen so.
37:17Naht.
37:18Wenn ich mal aufhören muss, dann lege ich mir ein Hobby zu.
37:22Es ist der sichere Weg in die Verblödung.
37:25Oder ich reise viel.
37:27Es ist der todsichere Weg.
37:30Sie bleiben erstmal hier.
37:32Gut.
37:33Soll ich den Herzkatheter anmelden?
37:36Dann komme ich auf die Intensivstation.
37:38Das sehen wir nach der Herzkatheteruntersuchung.
37:42Gut.
37:45Na und dann?
37:46Habe ich sie abgemahnt und mir bei Frau Marquard RĂŒckendeckung geholt.
37:49Und auch sonst habe ich ein paar Sachen klargestellt.
37:52Und was?
37:54Ah, ich darf mich ja in deine Arbeit nicht mehr einwischen.
37:57Echt dich?
37:57Aber loben darf ich dich schon noch.
38:00NatĂŒrlich.
38:00Und ganz viel.
38:02Lob, lob, lob, lob.
38:06Danke.
38:13Herr Doktor.
38:15Ja, wir konnten die Durchblutung der Niere wiederherstellen.
38:19Na prima, dass die Operation so gut verlaufen ist.
38:21Danke.
38:22Ja, ja.
38:25Hör ich da ein Aber?
38:27Nun mĂŒssen wir feststellen, wie es dazu kommen konnte.
38:30So ein Gerinnsel entsteht meistens im Herzen.
38:34Durch eine UnregelmĂ€ĂŸigkeit beim Herzschlag.
38:36Da habe ich nie etwas gehabt.
38:38Da Sie nie beim Arzt waren, können Sie das gar nicht wissen.
38:42Und was Sie als Lampenfieber beschreiben, ist möglicherweise eine Herzrhythmusstörung.
38:47Ja, und was jetzt noch?
38:50Erst mal Ruhe, dann grĂŒndliche Untersuchungen, sobald Sie sich von der OP erholt haben.
38:55Das geht nicht.
38:57Wollen Sie nicht alt werden?
38:59Das ist hier leider nicht die Frage.
39:01Aber wenn ich noch lÀnger ausfÀlle, dann kippen garantiert alle Inszenierungen, in denen ich die Hauptrolle spiele.
39:06Und da stehe ich wahrscheinlich vor dem Aus.
39:08Auch dazu, wo jetzt Neumerjahr noch kneift.
39:15Er hat einfach Angst.
39:18Ah, das wissen Sie?
39:20Ja, er ist bei mir gewesen.
39:22Und hat mich angefleht, Sie zu ĂŒberreden, dass er nicht Ihre Rollen ĂŒbernehmen soll.
39:27Oh, dieser Mensch ist doch wirklich der ewige Knecht.
39:32Wie lange sind Sie eigentlich schon befreundet?
39:35Seit 40 Jahren.
39:36Seit der Schauspielschule.
39:38Dann durfte es ja eigentlich kein Problem fĂŒr Sie sein, mit ihm ein Zimmer zu teilen.
39:42Wie bitte was?
39:43Wieso?
39:45Verdacht auf Herzinfarkt.
39:49Entschuldigung, ich meine, wie geht's ihm?
39:51Er ist soweit stabil, muss aber zur Überwachung hierbleiben.
39:55Naja, wenn Sie ihn irgendwo anders unterbringen können, klar, bitte.
40:03Eigentlich haben Sie beide doch Ihre Rollen gefunden.
40:06Herr und Knecht.
40:08Das sollte man nicht kaputt machen, wenn es die Grundlage einer Freundschaft ist.
40:11Ach, Götz Neumeyer ist einfach nur dumm.
40:15Selbst wenn dem so wÀre.
40:19Dumm sein und Arbeit haben, das ist das GlĂŒck.
40:24Gottfried, Ben.
40:26Gönnen Sie ihm sein GlĂŒck.
40:29Vielleicht finden Sie dadurch das Ihre.
40:36Ich finde, mit einer Abmahnung kommen Sie sehr gut weg.
40:39Aber Frau Ritter hat gesagt...
40:40Hat mir berichtet, dass Sie ihr mit einer Verleumdungsklage gedroht haben.
40:44Wenn Sie das bei mir gemacht hÀtten, dann wÀren Sie schon raus.
40:48Noch Fragen?
40:49Nein.
40:50Gut.
41:00Ach, Àh...
41:00Sollten Sie mit Ihrem Vater sprechen, dann richten Sie ihm doch bitte ganz herzliche GrĂŒĂŸe von mir aus.
41:04Ich freue mich schon sehr auf seinen Vortrag nÀchste Woche.
41:33Du hast nur simuliert,
41:36um mir ein schlechtes Gewissen zu bereiten.
41:39Das habe ich nicht.
41:42Das war ein Pseudo-Infarkt, der aber genauso ablÀuft wie ein richtiger Herzinfarkt.
41:47Pseudo-Infarkt?
41:50Simulant.
41:51Besserwisser.
41:53Ich frage nach einem Einzelzimmer.
41:56Ich auch.
42:10Ich möchte sicher sein, dass keine Kluft mehr ist zwischen uns.
42:22Ich nehme es als ein Befehl, Herr Puntila, dass keine Kluft ist.
42:31Herr Puntila und sein Knecht Matti.
42:35Hm.
42:38Das könnten wir doch mal dem Intendanten vorschlagen.
42:44Du spielst den Matti?
42:46Ja.
42:51Wir pflegen hier einen kollegianen Umgang miteinander und das erwarte ich auch von Ihnen.
42:55Ich schwöre Ihnen, daran halte ich mich.
42:57Gut.
42:58Guten Abend.
43:00Guten Abend, Herr Doktor Brentano.
43:04Was wollte sie denn noch?
43:07Sie hat Frieden mit mir geschlossen.
43:09Hey, ich kriege ja richtig Angst vor dir.
43:11Das musst du nicht.
43:12Du machst ja alles richtig.
43:14Da bin ich ja froh.
43:15Vielleicht wird Elisabeth die Große ja noch meine Freundin?
43:18Oder meine.
43:19Hey.
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