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Transkript
00:00Musik
00:43Guten Morgen, Frau Margrath.
00:45Guten Morgen.
00:46Warten Sie auf mich?
00:47Nein. Wie kommen Sie denn darauf?
00:48Vielleicht wollen Sie mir auf dem Weg ins BĂŒro gleich wieder eine neue, grandiose Idee unterjubeln.
00:53DafĂŒr gibt es ja wohl die Dienstbesprechungen.
00:55Ja, aber Sie wĂŒrden drei zusĂ€tzliche GesprĂ€chsminuten gewinnen.
00:59Ja, da staunen Sie. Ich mache mir eben auch Gedanken, wie wir unsere Arbeit effizienter gestalten können.
01:03Sehen Sie? Und ich mache mir nicht nur Gedanken.
01:07Nein, ich handle auch.
01:13Kommt da mal ein Nachfolger?
01:14Nein, das ist unser neuer Belegarzt.
01:16Ich hÀtte ja nicht gedacht, dass der Kollege so schnell auf der Matte steht.
01:19Guten Morgen, Herr Herrschaften.
01:20Morgen.
01:21Sind Sie so eine Art Empfangskomitee?
01:22Guten Morgen, Herr Dr. Kaminski. Darf ich Ihnen Professor Simoni vorstellen, unseren Klinikchef?
01:27Guten Morgen.
01:27Ich freue mich.
01:28Ganz meinerseits.
01:30Spare ich mir da vielleicht den Antrittsbesuch bei Ihnen im BĂŒro?
01:33Ach, ich mag diese Förmlichkeiten nicht.
01:35Gut zu wissen.
01:36Dann kann ich Ihnen ja gleich die Ärzte und das Pflegepersonal vorstellen.
01:39Ja, aber bitte nur kurz. In einer halben Stunde kommt mein erster Patient und Zeit ist Geld.
01:43Vor allem bei den horrenden Preisen, die Sie mir fĂŒr meine Belegbetten in Rechnung stellen.
01:47Frau Marquardt rettet die Klinik, kostet es, was es wolle.
01:51Also die Preise bewegen sich im Rahmen des ĂŒblichen Schiffes.
01:54Na ja, also da werden wir...
01:56Oh, bitte sehr.
01:58Da werden wir wohl noch mal nachverhandeln.
02:00Keine Chance.
02:01Solange Sie es sich leisten können, hier mit dem Taxi vorzufahren.
02:04Ach, da wo ich wohne, da ist der öffentliche Nahverkehr noch nicht erfunden worden.
02:08Aha. Und Sie haben kein Auto?
02:10Doch, aber unser Freund und Helfer hat mir eine kleine Auszeit verordnet.
02:14Ich gebe ihm gern Gas.
02:18Das merkt man.
02:19Und nach der Medikamentenausgabe ist Herr Georgi fĂŒr die OP vorzubereiten.
02:23Also, das ĂŒbernehmen Sie.
02:25Guten Morgen.
02:27Guten Morgen.
02:27Ich wĂŒrde Ihnen gerne Dr. Kaminski vorstellen.
02:30Er ist unser neuer Belegarzt und hat heute seinen ersten Tag hier.
02:33Frau Rischke, unsere Oberschwester.
02:35Danke.
02:35Schwester Arsu und Herr Mayer, unser Zivildienstleistender.
02:40In der Klinik, in der ich bisher war, gab es zumindest nicht so hĂŒbsche Schwestern.
02:44Und schon PlÀne, wie es nach dem Zivildienst weitergeht?
02:47Medizin studieren?
02:48Das weiß ich noch nicht. Ich bin doch noch unentschieden.
02:50Also noch mittendrin in der Selbstfindung.
02:53Na ja, solange die Eltern zahlen.
02:56Was ist denn Ihr Fachgebiet, wenn man fragen darf?
02:58Herr Dr. Kaminski ist Urologe.
03:00Danke, dass Sie mich daran erinnern.
03:03Also, falls Sie mal eine BlasenentzĂŒndung haben, können Sie sich vertrauensvoll an mich wenden.
03:07Ansonsten hoffe ich auf gute Zusammenarbeit.
03:09Danke.
03:14Was war das denn?
03:17Also, ich möchte mit dem nicht zusammenarbeiten mĂŒssen.
03:20Das wird sich sicher irgendwann nicht vermeiden lassen.
03:22Ich vergaß noch zu sagen, dass ich nachher jemanden brĂ€uchte, der mir bei meinem Patienten assistiert.
03:28Jetzt können Sie weiter ĂŒber mich lĂ€stern.
03:32Also dann, freiwillige Vor.
03:37Und darum hoffe ich, dass Sie Dr. Kaminski bei uns gut aufnehmen werden.
03:42Herzlich willkommen, Herr Kollege.
03:44Danke sehr.
03:45Danke.
03:49Oh, davon kriegt man ja MagengeschwĂŒre.
03:51Uns schmeckt der Kaffee so, wie er ist.
03:53Worauf wird der gemacht? Aus der Karzinom-Bohne?
03:56Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, wir sind uns schon mal begegnet.
03:59Wenn wir uns schon mal begegnet wÀren, wÀren Sie sich sicher, dass wir uns schon mal begegnet sind.
04:03FĂŒr gewöhnlich hinterlasse ich bei meinen Mitmenschen einen eher nachhaltigen Eindruck.
04:08Verwechslungen sind eigentlich ausgeschlossen.
04:10Ich denke, das war vor zwei Jahren auf einem Kongress in Hamburg.
04:13Ich vergeude meine Zeit nicht mit derartigen VergnĂŒgungsreisen.
04:16Apropos, wenn Sie mich bitte entschuldigen wĂŒrden.
04:20Danke.
04:22Das ist also Frau Marquardts Goldesel.
04:25Also wenn seine medizinischen FĂ€higkeiten nur halb so groß sind wie seine Arroganz,
04:30dann ist er ein echter Gewinn fĂŒr unsere Klinik.
04:32Also wenn er seine Witze auf Kosten anderer macht, da kann man auch ganz amĂŒsiert zuhören.
04:35Wir werden uns schon mit ihm arrangieren.
04:37Ein bisschen frischer Wind tut uns gut.
04:40Das aus deinem Mund.
04:41Ich bin nicht so konservativ, wie du denkst.
04:43So, jetzt nochmal OP-Plan.
04:51Birgit Reichenbach?
04:53Ja, ich dachte, ich schaue mal bei ihr vorbei.
04:55Was versprichst du dir davon?
04:57Der Tod ihres Mannes beschÀftigt mich immer noch.
04:59Du solltest das nicht so nah an dich rankommen lassen.
05:01Solche UnglĂŒcke gehören zu unserem Beruf.
05:04Das stimmt, Katrin.
05:05Du hattest ein sehr intensives VerhÀltnis zu den Reichenbachs, aber...
05:07Ich weiß, was ich tue.
05:09Angenehmen Dienst wĂŒnsche ich noch.
05:21Jetzt könnte dein Doktor aber langsam mal kommen.
05:24Tu mir bitte den Gefallen und verbreite keine schlechte Stimmung mehr.
05:28Du willst einfach nicht verstehen, dass ich mir Sorgen mache.
05:31Und du willst nicht wahrhaben, dass ich Dr. Kaminski vertraue?
05:33Na ja, wenn er wirklich so toll ist, wie du sagst, dann wird er auf mich ĂŒberzeugen.
05:39Ach, willst du dich jetzt auch von ihm operieren lassen?
05:46Guten Tag, Herr Oberst.
05:48Ihnen merkt man wirklich an, dass Sie nie gedient haben.
05:51RĂŒhern, darf ich vorstellen?
05:54Mirjana, meine Tochter.
05:55Schön, dass Sie Ihrem Vater zur Seite stehen.
05:57Er braucht jetzt viel Kraft.
05:59Die Oberschwester wird fĂŒr Ihre Betreuung verantwortlich sein.
06:03Guten Tag.
06:03Guten Tag.
06:04Also, falls das Essen nicht schmeckt oder das Zimmer keinen Meerblick hat, beschweren Sie sich bei ihr.
06:09Ja.
06:12Sie warten bitte draußen.
06:13Ich möchte aber gern bei dem GesprÀch dabei sein.
06:16Ich bin mit Ihrem Vater aber zu keinem GesprÀch verabredet.
06:19Bereiten Sie doch schon mal alles soweit vor.
06:21Ja.
06:22Wir machen nur noch ein paar Untersuchungen, also nichts, wo Sie dabei sein könnten.
06:26Ich wollte mir nur Gewissheit verschaffen.
06:28Dass Ihr Vater in guten HĂ€nden ist.
06:30Ich kann Ihnen versichern, dass das der Fall ist.
06:33Oder haben Sie inzwischen Zweifel daran?
06:35Nein, nein.
06:35Es ist nur so, dass meine Tochter meint, ich sollte mich nicht operieren lassen.
06:40Ach so.
06:42Interessant.
06:44Sind Sie Ärztin?
06:46Nein.
06:48Lieben Sie Ihren Vater?
06:51Ja, natĂŒrlich.
06:52Aber ich verstehe nicht.
06:54Worauf ich hinaus will.
06:56Ganz einfach.
06:58Erstens wissen Sie nicht, wovon Sie reden.
07:00Und zweitens mĂŒssten Sie Ihrem Vater doch vertrauen, wenn Sie ihn wirklich lieben.
07:04Und wenn Sie ihm vertrauen, dann sollten Sie akzeptieren, dass er sich nach intensiver Beratung mit mir fĂŒr den Eingriff
07:11entschieden hat.
07:13Entschuldigen Sie uns.
07:19Ist das so?
07:20Das geht so, danke.
07:21Schön gehalten.
07:22Ihnen auch.
07:22Danke.
07:22TschĂŒss.
07:29Guten Tag.
07:30Guten Tag.
07:34Sie sind sicher nicht hier, um Hustenbonbons zu kaufen.
07:37Nein, ich bin gekommen, um zu sehen, wie es Ihnen geht.
07:40Mir wĂ€chst im Moment alles ĂŒber den Kopf. Das GeschĂ€ft, der Hausbau. Volker fehlt einfach ĂŒberall.
07:47Und ich frage mich immer, warum es ausgerechnet ihn treffen musste. Das ist so ungerecht.
07:53Was macht denn Ihre Schwangerschaft?
07:55Ja, zum GlĂŒck ist da alles so, wie es sein soll.
07:59Guten Tag.
08:00Ich will Sie auch nicht von Ihrer Arbeit abhalten. Ich dachte nur, wenn Sie Hilfe brauchen. Oder jemanden zum Reden.
08:06Danke.
08:07Vielleicht können wir uns mal nach Feierabend treffen.
08:09Ja, sehr gern. Danke.
08:11Alles gut.
08:12TschĂŒss.
08:16Guten Tag.
08:19Abgesehen von Ihrem Prostatakarzinom sind Sie kerngesund.
08:23Ihr Humor ist manchmal schon sehr eigenartig. Was soll das denn jetzt heißen?
08:27Das heißt, dass Sie robust genug sind, um den Angriff durchzustehen.
08:30Jetzt, wo alle Befunde vorliegen, kann ich das guten Gewissen sagen.
08:34Morgen greifen wir an, Herr Oberst.
08:36Wir waren bei der Bundeswehr aber eher defensiv ausgerichtet, danke.
08:40Hat Sie denn nie sowas wie Angriffswut gepackt nach Ihrem Rendezvous mit der Tellermine?
08:45Anti-Fahrzeugmine. Wut bringt einen in solchen Situationen nicht weiter.
08:50Eher ein kĂŒhler Kopf.
08:52Den werden wir bei dem Eingriff morgen auch bewahren.
08:54Und wir werden die HeckenschĂŒtzen in Ihrem Körper besiegen.
08:59Vorausgesetzt, die eigenen Leute fallen uns nicht in den RĂŒcken.
09:02Sie dĂŒrfen das Mariana nicht ĂŒbel nehmen.
09:04Sie hat das damals schwer weggesteckt.
09:07Sie will keine weiteren OPs.
09:09Sie meint, dass ich mich mit Bestrahlungen und Chemotherapien behandeln lassen sollte.
09:13Das kann Sie doch gar nicht beurteilen.
09:15Das hat mir aber auch der Arzt geraten, bei dem ich war, bevor ich zu Ihnen kam.
09:19Sie haben gute Argumente fĂŒr den Eingriff.
09:21Die sollte Ihre Tochter schon zur Kenntnis nehmen.
09:24Ich bin Mariana zu risikofreudig.
09:27Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
09:29Wie war das denn all die Jahre, als Sie fĂŒr Einigkeit und Recht und Freiheit im Auslandseinsatz waren?
09:35Ja, furchtbar. Mutter und Tochter haben sich in ihren Ängsten gegenseitig hochgeschaukelt.
09:39Fast schon hysterisch.
09:40Das kann ich aber gut verstehen.
09:42Die Heimatfront stand leider nie so richtig.
09:45Da wurde die ganze Zeit der Tag meiner Pensionierung herbeigesehnt.
09:49Und kurz darauf, naja, ist meine Frau gestorben.
09:53Und jetzt hat Mariana eben Panik, auch noch mich zu verlieren.
09:57Brauchen Sie mich noch?
09:59Wieso? Langweilen wir Sie?
10:00Nein.
10:01Nein, nein, ich staune, welche Parallelen es zwischen Urologie und MilitÀr doch so gibt.
10:07Ihr Humor gefÀllt mir, Ohr, Schwester.
10:09Aber wir sind ja auch fertig.
10:10Also, gehen wir.
10:12Ich halte Ihnen sogar die TĂŒr auf.
10:16Sie kommen dann bitte zu mir auf die Station, um die AufnahmeformalitÀten zu erledigen.
10:20Aber gern.
10:21Ich möchte, dass Sie jetzt mit mir reden und mich nicht wieder wie ein kleines, dummes MÀdchen behandeln.
10:25Mariana, bitte lass es gut sein.
10:27Wie ich schon sagte, habe ich Ihren Vater ĂŒber alle relevanten Fragen aufgeklĂ€rt.
10:31Wenn Sie etwas wissen wollen, kann er es Ihnen sicher genauso gut erklÀren.
10:34Ich bin leider in Eile. Bis morgen.
10:36Bis morgen, Herr Doktor. Danke.
10:38Das ist der Arzt deines Vertrauens?
10:39Ja, stell dir vor.
10:40Ein arroganter Halbgott in Weiß.
10:44Undank ist der Welt ein Lohn. Bin ich wirklich so schrecklich?
10:47Ihr Umgang bei den Leuten ist schon ziemlich gewinnungsbedĂŒrftig.
10:50Ich mag keine falsche Freundlichkeit. Stellt Sie das?
10:52Selbst wenn, wĂŒrde Sie das beeindrucken?
10:56Nein.
10:57Aber wenn es Sie beruhigt, dĂŒrfen Sie meine Patienten und deren Angehörige ruhig mit Samthandschuhen anfassen.
11:06Ich habe meinen SchlĂŒssel vergessen.
11:12Wir sitzen ja schon wieder beim KaffeekrÀnzchen.
11:15Wird hier gelegentlich auch gearbeitet?
11:17Oh, Entschuldigung.
11:18Es sollte ein Witz sein.
11:19Ich hĂ€tte so gern ein LĂ€cheln auf Ihr hĂŒbsches Gesicht gezaubert, Frau Dr. Globus.
11:24Globisch.
11:24Oh, Entschuldigung.
11:26Was war eigentlich nochmal Ihr Fachgebiet?
11:29OberÀrztin. AnÀsthesie.
11:30Na ja, dann immer schön auf die Dosierung achten.
11:33Sehr witzig.
11:34Bis morgen.
11:36Tja, auf die Skatte.
11:38Bin ich da jetzt aus Versehen in irgendwas reingetreten?
11:42Wir hatten kĂŒrzlich einen Todesfall im OP.
11:49Ich brauche noch einen Chirurgen, der mir morgen bei der OP assistiert.
11:53Bedienen Sie sich.
11:55Ich hÀtte ein Prostatakarzinom bei einem 62-jÀhrigen Patienten im Angebot.
12:00Wie wÀre es?
12:07Wow.
12:08Sechs abdominelle OPs in zwei Jahren.
12:11Was ist denn da vorgefallen?
12:12Er hatte einen Bauchtrauma nach einer Mimenexplosion.
12:14Er war beim MilitÀr.
12:15Ist ja alles vernarbt und verwachsen.
12:17Wieso sehen Sie da nicht konservativ vor?
12:19Ich hatte Sie nicht um ein FachgesprÀch gebeten.
12:21Das hatte ich beinahe vermutet.
12:23Versuchen Sie es doch mal mit meinem Kollegen.
12:26Ich bin unten auf der Station.
12:32Sie sind jetzt natĂŒrlich ein bisschen beleidigt, weil Sie nur zweite Wahl sind.
12:35Aber ich muss Ihnen ja wohl nicht sagen, dass Eitelkeit in unserem Beruf fehl am Platze ist.
12:40Also was ist? Sind Sie mein Mann? Ja oder ja?
12:45Ja.
12:46Schön.
12:47Schön, schön.
12:52Wie bist du eigentlich an diesen Kaminski geraten?
12:54Er wurde mir von einem Freund empfohlen.
12:57Hm. Muss ja ein toller Freund sein.
12:59Wenn du weiter schlechte Stimmung machen willst, wÀre es besser, du gehst.
13:03Hast du Mama eigentlich auch immer so abgebĂŒgelt?
13:05Wenn sie nicht sofort Hurra geschrien hat, wenn du wieder dein Leben aufs Spiel gesetzt hast.
13:08Deine Mutter wusste, was mein Beruf im Ernstfall bedeuten kann.
13:11Hm. Selber schuld sozusagen.
13:13Ich will nichts mehr.
13:15Du hast dich immer ĂŒber unsere Ängste hinweggesetzt.
13:17Und jetzt machst du es schon wieder.
13:19Ja, verdammt nochmal.
13:20Ich will keine Chemo oder Bestrahlungen.
13:24Am Ende sitze ich vielleicht im Rollstuhl.
13:26Begreifst du nicht, was das fĂŒr eine Horrorvorstellung fĂŒr mich ist?
13:29Du weißt ganz genau, dass ich fĂŒr dich sorgen wĂŒrde.
13:31Ich möchte aber nicht, dass du meine Krankenschwester wirst.
13:36Und ich will dich nicht vielleicht schon in den nĂ€chsten Tagen beerdigen mĂŒssen.
13:39Ach.
13:40Du musst doch in deinem Alter nicht mehr den starken Mann markieren.
13:44Was soll denn das heißen?
13:46In deinem Alter.
13:47Ich bin 62.
13:49Willst du mich zum Greis abstempeln oder was?
13:52Schreibe mich nicht an.
13:53Du bist hier nicht bei deinen Soldaten.
13:55Ach.
13:56Lebe du erst mal dein eigenes Leben, anstatt mir immerhin schwer zu machen.
14:00Wie wÀr's denn mal wieder mit einem Freund?
14:02Ist ja nur auch schon wieder zwei Jahre her, dass sich dein Verlobter aus dem Staub gemacht hat.
14:07Oder versuch doch mal im Job voranzukommen.
14:10Du willst doch nicht auf immer und ewig bei dieser Versicherung versauern.
14:13Ich bin zufrieden mit meinem Leben, so wie es ist.
14:16Siehst du?
14:17Ich auch.
14:19So.
14:22Komm, lass uns aufhören zu streiten.
14:35Geht es Ihnen eigentlich auch so?
14:38Man hat einen Eingriff schon hundertmal gemacht und hat trotzdem immer noch Lampenfieber.
14:43Na, hoffentlich vergessen Sie nachher im OP Ihren Text nicht, Ihr Kollege.
14:47Die kĂŒhle Blonde hat ja doch ein bisschen Humor.
14:51Da kommt ĂŒbrigens die Tochter von Herrn Machan.
14:54Und der durfte ich mich gestern schon als arroganter Halbgott in Weiß beschimpfen lassen.
14:58Ist das nicht Ihre Lieblingsrolle?
15:00Schon wieder ein Punkt fĂŒr Sie.
15:01Guten Morgen.
15:02Wenn Sie nicht gleich wieder ĂŒber mich herfallen, könnte es ein guter Morgen werden.
15:05Ich hab nochmal im Internet recherchiert und mich ĂŒber die OP-Risiken informiert.
15:09Das mach ich auch so vor jedem Eingriff.
15:11Könnte es vielleicht sein, dass Sie mit einer Operation mehr Geld verdienen als mit den anderen Behandlungsmöglichkeiten?
15:18Jetzt haben Sie mich erwischt.
15:20Ich gebe zu, die Finanzierung fĂŒr mein Sportwagen steht noch nicht.
15:23Wie wÀre es, wenn Sie einfach mal auf die Frage antworten...
15:25Jetzt tönen Sie mir mal gut zu, Frau Doktor Internet.
15:28Sie können wahrscheinlich noch nicht mal Grippeviren von Computerviren unterscheiden.
15:31Also maßen Sie sich kein Urteil ĂŒber meine Arbeit an.
15:34Sonst werde ich sehr, sehr ungemĂŒtlich.
15:36Weiß die Klinikleitung Bescheid, was Sie hier so treiben?
15:38Wollen Sie sich einfach ĂŒber mich beschweren?
15:41Nur zu?
15:42Aber das wird nichts nĂŒtzen.
15:44Denn als Belegarzt bin ich der Klinikleitung keiner Rechenschaft schuldig.
15:47Wo geht es zur Direktion?
15:49Sie nehmen den Lift und fahren in die dritte Etage.
15:55Der Weg dĂŒrfte ausgeschildert sein.
16:02Patienten und ihre Angehörigen, ein weites Feld.
16:05Aber wem sage ich das?
16:11Guten Morgen, Herr Machan.
16:13Guten Morgen, Herr Doktor.
16:14Guten Morgen.
16:16Guten Morgen.
16:16Wenn ich vorstellen darf, Dr. Brentano wird mir assistieren
16:19und Frau Dr. Globisch wird Ihnen wĂ€hrenddessen sĂŒĂŸe TrĂ€ume verschaffen.
16:24Ja.
16:25Also wenn Sie Fragen zur Narkose haben, dann bin ich dafĂŒr zustĂ€ndig.
16:28Das ist richtig.
16:29Nein, nein.
16:30Aber hat meine Tochter noch mal mit Ihnen gesprochen?
16:33Naja, GesprÀch konnte man das eben nicht nennen.
16:35Sie hat da irgendetwas im Internet gelesen.
16:38Und nun wollen Sie sich nicht mehr operieren lassen?
16:40Nein, nein.
16:41Ich vertraue Ihnen nach wie vor.
16:43Obwohl, naja, so ein bisschen Angst habe ich schon.
16:49Meine Kollegen und ich.
16:55Wir werden in jedem Fall alles tun,
16:58damit Sie in ein paar Stunden ein glĂŒcklicher Mensch sind.
17:01Das wird dann vielleicht auch Ihre Tochter ĂŒberzeugen.
17:06Wir schaffen das.
17:10Frau Dr. Globisch wird sich erklĂ€ren mĂŒssen,
17:13wenn sie denn mal kommt.
17:15Und keine falschen RĂŒcksichten, bitte.
17:17Es wÀre sehr schön, wenn Sie nicht gleich von vornherein
17:19eine schlechte Stimmung verbreiten wĂŒrden, Frau Maglert.
17:24Ja?
17:27Entschuldigen Sie bitte meine VerspÀtung.
17:29Ich wusste nicht, dass...
17:30Ja, ja, ist schon gut.
17:31Nehmen Sie bitte Platz, Frau Globisch.
17:35Ist was passiert?
17:38Der Obduktionsbericht von Volker Reichenbach ist da.
17:41Die Todesursache ist eine Überdosis Narkotika.
17:45Das kann nicht sein.
17:48Wir haben das AnÀsthesieprotokoll mehrfach analysiert.
17:51Deswegen werden wir den Bericht anfechten
17:53und ein neues Gutachten erstellen lassen.
17:55Und bis dahin?
17:57Wie meinen Sie das?
17:59Naja, Sie wollen doch wohl zum jetzigen Zeitpunkt
18:01nicht einfach zur Tagesordnung ĂŒbergehen.
18:03Es gibt ja auch eine Außenwirkung
18:04und einen Ruf der Klinik.
18:06Frau Dr. Globisch muss natĂŒrlich ab sofort beurlaubt werden,
18:08bis die ganze Angelegenheit geklÀrt ist.
18:11Hoffentlich im Sinne der Angeklagten.
18:14Hier ist erst einmal niemand angeklagt, Frau Maglert.
18:18Was meinen Sie, Heimann?
18:20Ganz von der Hand zu weisen,
18:21sind Frau Maglerts Argumente nicht.
18:24Wie misstraust du mir?
18:25Nein, aber das Ganze muss ein ziemlicher Schock fĂŒr dich sein.
18:28Ein paar freie Tage, um Abstand zu gewinnen,
18:31wĂŒrden dir vielleicht guttun.
18:35Also, sagst du bitte auch mal was?
18:38Die Entscheidung, um die es hier geht,
18:39habe ich nicht zu treffen.
18:44Wenn Sie gestatten, wĂŒrde ich gerne gehen.
18:46NatĂŒrlich.
18:57Sie stehen hier am nÀchsten
18:58und können am besten beurteilen,
19:00ob Sie erst einmal weiterarbeiten sollen oder nicht.
19:04Also, wenn Sie das jetzt hier untereinander beschließen,
19:07dann werde ich aber nicht mehr gebraucht.
19:09Stimmt.
19:19Kann ich Ihnen helfen?
19:21Ja, ich wollte gern mit jemandem
19:23von der Klinikleitung sprechen.
19:24Ja, dann können Sie ja gleich mit mir reden.
19:27Ich bin nicht die SekretÀrin.
19:28Ich bin die Verwaltungschefin des Hauses.
19:30Gut.
19:31Ich wĂŒrde mich gern ĂŒber Dr. Kaminski beschweren.
19:34Ja, dann gehen wir doch in mein BĂŒro.
19:40Also, Philipp hat erzÀhlt,
19:41dass er die Frau in seiner arroganten Art
19:43als dumm und anmaßend beschimpft hat.
19:46Das kann er doch nicht machen,
19:48selbst wenn er im Recht sein sollte.
19:50Worum geht es denn da eigentlich?
19:53Mirjana Machern denkt,
19:54dass Dr. Kaminski ihren Vater
19:56zu einer riskanten Operation ĂŒberredet hat
19:59und damit bei ihrem Vater
20:01ein zu großes Risiko eingeht.
20:03Dabei ist sie auch nicht gerade zu infÀllig.
20:05Sie hat Dr. Kaminski auch schon
20:06als arroganten Halbgott
20:08in Weiß tituliert.
20:10Also mit dem Halbgott
20:11sei ihm sicherlich nicht gefallen.
20:14So einer wie der Kaminski,
20:15der sieht sich doch eher als Gott.
20:18Aber Gott ist tot.
20:22Diese Erkenntnis stammt nicht von mir,
20:24sondern von Friedrich Nietzsche.
20:25Schon mal gehört?
20:26Das ist der furchtbare Typ,
20:28der Frauen die Peitsche gibt.
20:29Bravo.
20:30Aber wenn ich Sie ein klein wenig korrigieren darf,
20:32Nietzsche empfiehlt nur die Mitnahme
20:34der Peitsche beim Gang zum Weibe.
20:36Im ĂŒbertragenen Sinne.
20:37Das Praktische lag ihm nicht zu.
20:39Er war ja auch Philosoph.
20:40Falls Sie wirklich nicht wissen,
20:42was Sie studieren sollen,
20:43schreiben Sie sich doch fĂŒr Philosophie ein.
20:45Da wĂŒrden Sie wenigstens diese BildungslĂŒcke schließen
20:47und könnten mich halbwegs fundiert beschimpfen.
20:50Entschuldigung.
20:51Ich habe mich wahrscheinlich im Ton vergriffen.
20:52Ach was.
20:53Sie mĂŒssen mich doch nicht nöden.
20:56Ich wĂŒrde Sie bitten,
20:57den Oberstadie fĂŒr die OP vorzubereiten.
20:59In einer Stunde hÀtte ich ihn gern bei mir auf dem Tisch.
21:01Mach ich.
21:05Eins muss man nicht mehr lassen.
21:07Klasse hat er.
21:13Hier bist du.
21:16Ich konnte mich ja nicht in Luft auflösen.
21:19Leider.
21:20Was ich davorhin zu dir gesagt habe,
21:22verstehe das bitte nicht falsch.
21:24Du bist mir bloß in den RĂŒcken gefallen.
21:26Schöner Freund.
21:27Ich habe dich nicht als Ärztin in Frage gestellt.
21:31Professor Simoni hat mir sein Vertrauen ausgesprochen.
21:33Da lasse ich mich nicht von dir einfach beurlauben.
21:35Oder hast du ihn inzwischen davon ĂŒberzeugt?
21:37Nein, sein Wort gilt noch.
21:39Ich kann nur noch mal an deine Vernunft appellieren.
21:42Dann kannst du dich auch gleich mit Sarah Markwart verbinden.
21:44Ich hatte den Eindruck,
21:45die wĂŒrde mich am liebsten sofort entlassen,
21:46um die Stille zu sparen.
21:49Du willst mich nicht verstehen.
22:01Und?
22:03Bist du auch der Meinung,
22:05ich sollte mal ausspannen?
22:07Was hÀltst du davon,
22:08wenn wir die Unterlagen im Fall Reichenbach
22:10noch mal zusammen durchgehen?
22:12In aller Ruhe.
22:14Wenn wir den Obduktionsbericht anfechten wollen,
22:17dann muss unsere Argumentation
22:18hieb- und stichfest sein.
22:20Warum kommt Roland nicht auf so eine Idee?
22:25Richtig so.
22:26Halten Sie Ihrem Vater schön die Hand.
22:28Nachdem ich nun auch noch mal
22:29von der Verwaltungschefin erfahren musste,
22:31dass Sie auf dem Dienstweg nicht zu stoppen sind,
22:34akzeptiere ich notgedrungen meine Unmacht
22:36und hoffe auf ein Wunder.
22:38Das mit der Ironie mĂŒssen Sie noch ein bisschen ĂŒben.
22:40Was hast du denn mit der Verwaltungschefin zu tun?
22:43Ich habe mich ĂŒber Dr. Kaminski beschwert.
22:46Die scheint es ja nicht zu interessieren,
22:47wie der mit mir umspringt.
22:48Ich versuche doch nur, sie zu ignorieren.
22:49Los geht's.
22:49Du kannst doch so etwas nicht einfach
22:51ĂŒber meinen Kopf hinweg machen.
22:53Ja, das war vielleicht dumm.
22:54Na, na, na, jetzt nicht streiten.
22:56Viel GlĂŒck.
22:59Ich habe ja durchaus VerstĂ€ndnis fĂŒr Ihre Haltung.
23:01Wenn ich einem Typen wie mir begegnen wĂŒrde,
23:03da wÀre ich auch erst mal sehr misstrauisch.
23:07Aber Sie sollten versuchen,
23:08sich in Ihren Vater hineinzuversetzen.
23:11So wie Sie auftreten,
23:12da könnte man denken,
23:14dass Sie ihn entmĂŒndigen wollen.
23:15ErzĂ€hlen Sie mir nichts ĂŒber meinen Vater.
23:17Machen Sie ihn einfach gesund.
23:20Dr. Kaminski?
23:22Sie wĂŒnschen?
23:24Ehrlich gesagt,
23:25ein Belegarzt,
23:26ĂŒber den sich niemand beschweren muss.
23:28Was hat Ihnen Frau Machan denn erzÀhlt?
23:31Dass Sie arrogant sind und chauvinistisch.
23:34Zu viel Menschenkenntnis
23:35hÀtte ich der Kleinen gar nicht zugetraut.
23:37Außerdem hat sie den Verdacht geĂ€ußert,
23:39dass Sie Ihren Vater offenbar ohne Not operieren.
23:42Nur um mehr zu verdienen.
23:46Sie erwarten hoffentlich nicht,
23:47dass ich das ernsthaft kommentiere.
23:49Sie können sich sicherlich vorstellen,
23:50was das fĂŒr eine verheerende Publicity
23:52fĂŒr unsere Klinik ist,
23:53wenn Frau Machan mit diesen VorwĂŒrfen nach außen tritt.
23:55Herr Doktor,
23:56ich kann Sie nur warnen.
23:57Oh, oh, oh.
23:58Sie sollten ganz schnell zu Ihrem Schreibtisch zurĂŒckgehen.
24:00Bevor Sie etwas sagen,
24:01was Sie hinterher bereuen
24:02und was wahrscheinlich auch noch andere Konsequenzen
24:04heraufbeschwören wĂŒrde.
24:05Ich bin nicht gewillt,
24:06mir von wem auch immer
24:06in meine medizinische Kompetenz reinreden zu lassen.
24:13Danke.
24:19Frau Reichenbach,
24:21wollten Sie zu mir?
24:23Versparen Sie mir bitte,
24:24mit Ihnen reden zu mĂŒssen.
24:25Ich verstehe nicht.
24:26Hat man Sie nicht ĂŒber das Ergebnis
24:27der Obduktion unterrichtet?
24:29Doch.
24:30Aber ich weiß,
24:31dass ich mir nichts vorzuwerfen habe.
24:33Damit werden Sie vor Gericht
24:34aber nicht durchkommen.
24:35Sie wollen klagen?
24:37Mein Anwalt sitzt gerade
24:39mit Professor Simoni zusammen.
24:42Sie werden sich wohl
24:43wegen fahrlÀssiger Tötung
24:44verantworten mĂŒssen.
24:47Ich habe es da oben
24:47nicht mehr ausgehalten.
24:50Tut mir leid.
24:57Ja, jetzt wird es spannend.
25:00Danke, dass Sie mich
25:01gleich mit hinzugezogen haben.
25:02Wie schĂŒtzen Sie den Anwalt ein?
25:04Na, der will Köpferrollen sehen.
25:07Mal ehrlich,
25:08wie groß ist Ihr Vertrauen
25:10in Frau Dr. Globisch?
25:11Groß genug.
25:13Warum mĂŒssen Sie
25:14immer wieder sticheln, Sarah?
25:17Wenn Frau Dr. Globisch
25:18einen Fehler gemacht haben sollte,
25:20dann fÀllt das auch
25:20auf Sie zurĂŒck.
25:21Vielen Dank fĂŒr Ihre Umsicht.
25:24Ja.
25:27Ich habe gehört,
25:28Frau Reichenbach
25:29war mit Ihrem Anwalt hier.
25:30Sie werden es wohl
25:31mit einer Klage
25:31wegen fahrlÀssiger Tötung
25:33zu tun bekommen.
25:35Weiß Dr. Globisch schon davon?
25:37Nein, ich glaube nicht.
25:38Wir sollten schnellstmöglich
25:40Klarheit ĂŒber Ihren Status schaffen.
25:42Ich glaube nicht,
25:43dass das Gericht
25:43es gutheißen wird,
25:44wenn wir Sie unter diesen UmstÀnden
25:45weiterarbeiten lassen.
25:46Ich habe vorhin mit ihr gesprochen.
25:48Sie will von einer Auszeit
25:49nichts wissen.
25:50Das kommt,
25:51weil Sie Ihre RĂŒckendeckung geben.
25:52Ich fĂŒrchte jetzt,
25:53wie Sie sich und anderen
25:54etwas beweisen.
25:55Was macht Sie gerade?
25:57Sie steht mit Dr. Kaminski
25:58im OP.
25:59Ich glaube nicht,
26:00dass die Zusammenarbeit
26:00mit diesen nicht ganz
26:02unproblematischen Kollegen
26:03im Moment gut fĂŒr Sie ist.
26:05Was ist...
26:05Ist Dr. Kaminski
26:07schon wieder unangenehm aufgefallen?
26:08Was heißt denn eigentlich
26:09schon wieder?
26:12FĂŒr ein Explosionstrauma
26:13sieht der Bauch
26:14ziemlich gut aus.
26:16Die Vernarbungen
26:17sind gar nicht so ausgeprÀgt,
26:18wie ich vermutet habe.
26:19Hier sehen Sie ganz deutlich
26:21den Tumor.
26:22Was fÀllt Ihnen auf?
26:23Er hat schon auf die Blasenwand
26:24ĂŒbergegriffen.
26:25Gut erkannt.
26:27Saugen.
26:28Blutdruck.
26:32Aufwachen.
26:33Was?
26:34Ich wollte wissen,
26:35wie hoch sein Blutdruck ist.
26:36Ist stabil.
26:37Danach habe ich nicht gefragt,
26:38Frau Kollegin.
26:4090,60.
26:41Das könnte flotter gehen.
26:42Also schneller saugen
26:43kann ich nicht.
26:44Was ist mit seiner Gerinnung?
26:46Die ist, glaube ich, okay.
26:47Glauben Sie es
26:48oder wissen Sie es?
26:51Moment.
26:55Hier steht es.
26:56Quick 96%.
26:57PTT.
27:03Finde ich nicht.
27:07Entschuldigung,
27:07das ist die falsche Akte.
27:09Das fÀllt Ihnen jetzt
27:10nach zwei Stunden
27:11OP auf?
27:13Es tut mir leid.
27:14Es geht mir nicht gut.
27:16Bitte rufen Sie
27:16Dr. Schneider.
27:20Tupfer.
27:33Und?
27:34Wie ist es gelaufen?
27:37Hervorragend.
27:38Stimmt das?
27:40Ja.
27:41Dr. Kaminski
27:42ist ein sehr guter Operateur.
27:45Schön, wie Sie das sagen.
27:47Tut mir leid,
27:48dass ich Ihnen die Peinlichkeit,
27:49sich bei mir bedanken zu mĂŒssen,
27:50nicht ersparen kann.
27:52Sie dĂŒrfen sich
27:53natĂŒrlich auch schweigend freuen.
27:54Wenn Sie noch Fragen haben,
27:55wenden Sie sich bitte
27:56an Dr. Brentano.
27:57Ich muss zur Sprechstunde
27:58in meine Praxis.
28:02Danke.
28:06Zu Hause ist sie auch nicht.
28:08Vielleicht geht sie einfach
28:09nur nicht ran.
28:10Versuch es mal auf dem Handy.
28:11Habe ich schon, Mailbox.
28:13Ich bin ja froh,
28:14dass sie von selber gegangen ist.
28:15Da bleibt es mir erspart,
28:16sie in den Zwangsurlaub zu schicken.
28:19Ob Sie von der Klage weiß?
28:21Also so, wie sie vorhin
28:22hier raus ist,
28:23wĂŒrde ich sagen, ja.
28:27Hallo.
28:28Ach, Àhm,
28:29falls es Sie interessiert,
28:31der Eingriff ist wunderbar gelaufen.
28:33Trotz Ihrer Skepsis,
28:34Herr Kollege.
28:36Tja,
28:36dann muss man Sie
28:37wohl beglĂŒckwĂŒnschen.
28:40Kommen Sie jetzt erst
28:41aus dem OP?
28:43Ja, warum?
28:45Weil Ihre AnÀsthesistin
28:46schon vor einer knappen Stunde
28:48hier war.
28:50Ach, Àh,
28:53Frau Dr. Globisch
28:54war etwas ĂŒberfordert.
28:55Sie hat an einen
28:55Kollegen ĂŒbergeben.
28:57Entschuldigen Sie mich,
28:58ich bin in Eile.
29:09Frau Reichenbach,
29:10ich wĂŒrde gern mit Ihnen reden.
29:19Warum quÀlen Sie mich?
29:20Bitte.
29:21Ich fĂŒhle mit Ihnen,
29:23aber ich bin nicht schuld
29:24am Tod Ihres Mannes.
29:25Daran mĂŒssen Sie natĂŒrlich glauben.
29:27Ich weiß es.
29:29Ihr Mann hat doch
29:29in den letzten Monaten
29:31stÀndig Schmerzmittel genommen,
29:32möglicherweise auch unkontrolliert.
29:34Worauf wollen Sie hinaus?
29:36Vielleicht haben diese Schmerzmittel
29:37in Verbindung mit dem Narkosemittel
29:39eine Reaktion ausgelöst,
29:39Mein Mann war Apotheker
29:40und wusste,
29:41was er einnehmen kann oder nicht.
29:42Er hat sich nicht aus Versehen
29:43vergiftet.
29:44Oder was wollen Sie mir
29:44jetzt weismachen?
29:47Glauben Sie mir,
29:48ich bin mir
29:49keines Fehlers bewusst.
29:50Dann sollten Sie ganz schnell
29:51den Beruf wechseln,
29:52bevor Sie noch mehr Leute
29:53unter die Erde bringen
29:54und nachher nicht mal wissen,
29:55wie das passiert sein könnte.
30:06Tut mir leid,
30:07dass ich so hysterisch war.
30:08Ach,
30:09lass uns das Thema abhaken.
30:11Ich blicke lieber noch vorn.
30:13Und was siehst du da?
30:15Einen Mann
30:16in den besten Jahren,
30:18der sich noch
30:18ein paar TrÀume verwirklichen will.
30:22Komme ich da drin auch vor?
30:23Naja,
30:24jetzt,
30:25wo ich 100 Jahre alt werde,
30:26haben wir noch
30:27genĂŒgend Zeit fĂŒreinander.
30:29Aber als erstes
30:30werde ich auf jeden Fall
30:32einen Flugschein machen.
30:33Das hatte ich ja eigentlich
30:34schon letztes Jahr geplant.
30:36Du musst immer
30:37im Adrenalin schwimmen, ne?
30:39Naja,
30:39du denkst natĂŒrlich wieder,
30:40dass man mit einem Flugzeug
30:41auch abstĂŒrzen kann.
30:43Von mir aus
30:44kannst du dreimal am Tag
30:45mit dem Fallschirm abspringen.
30:47Aber darum geht es nicht.
30:49Sondern?
30:50Es geht um,
30:51es geht um deine Haltung.
30:53Du ziehst immer
30:54knallhart dein Ding durch.
30:56Es ist dir völlig egal,
30:57was das bei anderen auslöst.
30:58Du ignorierst das einfach
30:59und du gehst darĂŒber hinweg.
31:06Papa,
31:08seit ich denken kann,
31:09habe ich immer Angst
31:10um dich gehabt.
31:12Aber du hast nie
31:13irgendwas dafĂŒr getan,
31:15um mir diese Angst
31:16und nur so ein kleines bisschen
31:18zu nehmen.
31:20Hast du dich jemals gefragt,
31:22warum ich diesen Job
31:22gemacht habe?
31:23Auch nach meinem Unfall.
31:35Langsam mache ich mir Sorgen
31:36um sie beide.
31:39Das waren doch eben
31:40bestimmt keine FreudentrÀnen.
31:43dabei hÀtten sie
31:44einen Grund zur Freude,
31:46sie und ihre Tochter.
31:58Katrin,
32:00mach auf,
32:01wir wissen,
32:01dass du da bist.
32:06komm schon,
32:08lass uns reden.
32:11Lass uns reden.
32:13Lass uns reden.
32:42Telefonkling
33:12Telefonkling
33:31Telefonkling
33:33Liebste, wenn du diese Zeilen liest, werde ich schon tot sein. Ich habe keine Kraft mehr zu kÀmpfen. Ich kann
33:42nicht mehr.
33:43Verzeih mir, dass ich einfach so gehe.
34:00Entschuldigung.
34:02Der Kollege scheint ja ganz engagiert zu sein.
34:05Er wird sicherlich nicht ohne Grund wie von der Tarantik gestochen hier reinrennen. Das sieht mir eher nach einem Notfall
34:09aus.
34:09Jetzt malen Sie doch nicht gleich wieder den Teufel an die Wand.
34:13Ich bin nur Realistin.
34:16Ich habe schon befĂŒrchtet, dass ich ohne Sie anfangen muss.
34:19Wann wurde die NachblĂŒtung entdeckt?
34:21Vor etwa einer Stunde.
34:21Narkose steht?
34:23Ja.
34:24Schere?
34:25Haken?
34:26Tupfer?
34:36Ich wollte, dass Sie es zuerst erfahren.
34:40Danke.
34:43Sie hatten recht.
34:46Er hat sich mit seinen Schmerztabletten vergiftet.
34:51Aber ich hatte an ein Versehen gedacht.
34:55Und nicht an Suizid.
35:10Ist seine Tochter gar nicht hier?
35:12Sie ist benachrichtigt worden.
35:14Seien Sie doch froh.
35:16Sie mögen doch diese sentimentalen Momente, die sich hier fĂŒr gewöhnlich abspielen, sowieso nicht.
35:21Ja, da rufe ich nochmal an.
35:22Wo kommen wir denn da hin, wenn die Tochter in so einer Situation dem Vater nicht beisteht?
35:26Was ist denn mit Ihnen los?
35:28Es ist doch absurd, dass wir dem Mann das Leben retten und darĂŒber die Familie zerbricht.
35:34Das Ganze geht Ihnen doch nahe.
35:39Sie dachten also wirklich, ich ĂŒberrede Herrn Machan einfach so zu einem riskanten Eingriff und schau da mal, was passiert?
35:46Naja, anfangs wirkte es schon etwas ĂŒberambitioniert.
35:54Andere Patienten wÀren mit der Aussicht, ein Pflegefall zu werden, irgendwie klargekommen und von mir entsprechend therapiert worden.
36:00Aber nicht dieser Mann.
36:05Übrigens, Sie haben Ihre Sache sehr gut gemacht.
36:07Wenn Sie mir mal wieder assistieren wĂŒrden, wĂ€re ich Ihnen sehr dankbar.
36:10War mir eine Ehre.
36:13Es wĂ€re mir lieb, wenn Sie nicht omerzĂ€hlen wĂŒrden, was wir hier gerade so geredet haben.
36:17Wieso? Haben Sie Angst, doch als Mensch durchzugehen?
36:20Vielleicht. Denn dann fĂŒrchtet sich ja niemand mehr von mir.
36:27Zum Thema Nietzsche schon was in Erfahrung gebracht?
36:30Noch nicht. Aber ich habe mir schon das Vorlesungsverzeichnis der Philosophischen FakultÀt besorgt.
36:35Es könnte sein, dass ich Ihrem Rat folge.
36:37Ich möchte aber nicht schuld sein, wenn Sie spĂ€ter Taxi fahren mĂŒssen.
36:40Obwohl, dann könnten Sie mich chauffieren.
36:45Was heißt also? Es wird keine Klage geben.
36:49Na, da sind wir ja alle nochmal davongekommen.
36:51Sie sollten einmal nicht nur pragmatisch denken, Frau Marquardt.
36:55Frau Dr. Globisch ist zwar rehabilitiert, aber um welchen Preis?
36:59DarĂŒber sollten Sie mal nachdenken.
37:01Sie wissen doch, dass ich nicht sentimental bin.
37:03Ich finde jedenfalls, das ist eine gute Nachricht.
37:08Frau Reichenbach muss damit fertig werden, dass sich ihr Mann das Leben genommen hat.
37:12Und ich muss mich fragen, was ich hÀtte tun können, um das zu verhindern.
37:16Gab es Signale vonseiten des Patienten, die ich vielleicht ĂŒbersehen habe?
37:22Das beschÀftigt mich schon sehr.
37:26Du hattest Recht, mir eine Auszeit zu verordnen.
37:28Die GrĂŒnde dafĂŒr sind ja nun vom Tisch.
37:31Ich weiß nicht, ob ich so einfach wieder im OP stehen kann.
37:38Es wird sich ja inzwischen rumgesprochen haben, dass ich gestern Dr. Kaminskis OP an meine Grenzen gestoßen bin.
37:47Davon ist mir nichts bekannt.
37:49Das spricht fĂŒr Dr. Kaminski, aber ich musste an einen Kollegen ĂŒbergeben.
37:54Das ist ja nur zu verstĂ€ndlich. Du standst unter großem Druck.
37:58So leicht kann ich mir das aber nicht machen.
38:00Ich brauche etwas Zeit zum Nachdenken.
38:04Wie lange soll denn diese Denkpause ungefÀhr dauern?
38:08Ich muss ja hier wohl niemanden unsere angespannte Personalsituation erlÀutern.
38:12Das mĂŒssen Sie wirklich nicht, Frau Marquardt.
38:15Ich denke, wir werden eine Lösung finden.
38:18Wir finden eine Lösung.
38:19Na, da bin ich ja mal gespannt.
38:25Wir werden dir natĂŒrlich so lange wie möglich den RĂŒcken frei halten, aber ewig wird das nicht gehen. Du kennst
38:29Sarah.
38:32Findet ihr es eigentlich richtig, dass ich mich zurĂŒckziehen will?
38:39Das ist deine Entscheidung.
38:42Ich möchte natĂŒrlich, dass du nach einer kurzen Auszeit wieder ins Boot kommst. Du bist eine gute Ärztin.
38:49Daran habe ich keinen Zweifel.
38:55Notaufnahme.
38:59Wenn wir heute Abend was unternehmen, dann können wir noch mal in Ruhe reden.
39:20Und? Wollen Sie mich gleich entlassen?
39:22Ach, ganz im Gegenteil.
39:24Ich finde Ihren Entschluss sehr mutig und ich wĂŒrde Ihnen gerne helfen.
39:28Wenn Sie nicht mehr im OP arbeiten wollen, dann könnte ich Sie mir sehr gut als OP-Managerin bei uns
39:34vorstellen.
39:36Oh, vielen Dank. Aber daran sind schon ganz andere gescheitert, Frau Marquardt.
39:41Ja, es ist allerdings aus meiner Sicht die einzige Möglichkeit fĂŒr den Verbleib hier am Haus.
39:46Also Entschuldigung, wenn ich Ihnen das so unverblĂŒmt sagen muss.
39:49Ich weiß. Aber dann sollte ich vielleicht lieber gehen, als mich auf diesen Schleudersitz zu begeben.
39:56Wenn Sie nicht mehr im OP arbeiten wollen, wird Sie auch kein anderer mit offenen Armen empfangen.
40:01Aber ich möchte mich nicht aufdringen.
40:04Trauen Sie mir denn diesen Job wirklich zu?
40:07Glauben Sie, ich biete Ihnen das aus reiner NĂ€chstenliebe an?
40:10Ich meine, natĂŒrlich. Ich könnte jemanden von außen auf diesen Posten setzen, aber der mĂŒsste sich ja auch erst mal
40:15warm laufen.
40:16Sie sind von den Kollegen akzeptiert und kennen hier die Gegebenheiten bestens.
40:22Das heißt, das sind ideale Voraussetzungen fĂŒr diesen Job.
40:26Ich verstehe. Sie meinen, weil die Kollegen mich kennen, sind sie nicht sauer, wenn ich mit der Stoppuhr hinter ihnen
40:31her bin.
40:34Vielleicht schaffen Sie es ja mit Ihrer einnehmenden Art, die Kollegen zu ĂŒberzeugen, dass Effizienz kein Schimpfwort ist.
40:42Mir gelingt das ja leider nicht.
40:44Ja. Ich werde darĂŒber nachdenken.
40:48Ja. Denken Sie darĂŒber nach. Lassen Sie sich Zeit.
40:56Das sieht schlimmer aus, als es ist. Er dĂŒrfte jetzt ĂŒber den Berg sein.
41:00Wissen Sie, wie oft meine Mutter und ich diesen Satz gehört haben? Er dĂŒrfte jetzt ĂŒber den Berg sein?
41:05Nach jeder dieser beschissenen OPs.
41:08Ich verstehe Ihre Wut nicht. Die OPs haben Ihrem Vater das Leben gerettet.
41:12Ach, die wĂ€ren doch ĂŒberhaupt nicht nötig gewesen, wenn er die Gefahr nicht stĂ€ndig gesucht hĂ€tte. Er wollte immer seine
41:18Grenzen spĂŒren und hat alles dafĂŒr riskiert.
41:21Sie haben doch gar keine Ahnung, wie es meiner Mutter und mir ging, als wir von der Explosion gehört haben.
41:28WĂŒrden Sie eine Entschuldigung fĂŒr die eine oder andere Grobheit meinerseits annehmen?
41:33Warum nicht fĂŒr alle?
41:35Also, dass ich mich jetzt völlig in Frage stelle, können Sie nicht erwarten. Gehen Sie rein zu ihm. Aber bitte
41:41noch keine Grundsatzdebatten fĂŒhren. Dazu ist er noch zu schwach.
41:58Jetzt hÀttest du ja doch fast noch recht behalten.
42:02Mein Haar wÀre schiefgegangen.
42:07Naja, vielleicht ist es ja ein Zeichen, tatsÀchlich mal etwas auf die Bremse zu treten.
42:14Mach lieber keine Versprechungen, die du nicht halten kannst. Du bist, wie du bist. Und anscheinend liebe ich das ja.
42:23Du meinst, in meinem Alter sowieso Hopfen und Malz voll waren.
42:28Kein Kommentar. Dr. Kaminski hat mir Grundsatzdebatten mit dir verboten.
42:32Aber ein Kuss und eine Umarmung sind doch erlaubt, oder?
42:39Na, komm mal eher zu mir.
42:44Rufen Sie mir bitte ein Tag, Sie.
42:47Einen schönen Feierabend wĂŒnsche ich Ihnen.
42:50Gibt es GrĂŒnde fĂŒr Ihre unertrĂ€gliche Heiterkeit?
42:53Ich will nur signalisieren, dass ich Ihnen nicht mehr böse bin.
42:56Jetzt brauchen Sie sich nur noch bei mir zu entschuldigen.
42:58Also, wenn sich hier jemand entschuldigen muss, dann ja wohl eher Sie.
43:02Also, wenn ich Ihre leeren Kassen fĂŒllen soll, dann mĂŒssten Sie schon etwas netter zu mir sein.
43:07In meinem BĂŒro liegen ungefĂ€hr ein Dutzend Bewerbungen potenzieller BelegĂ€rzte, die sehr gerne hier arbeiten wĂŒrden.
43:14Aber ich bin doch der Beste.
43:16Boah, da kommt mein Taxi.
43:17Ich bin doch der Beste.
43:19Ich bin doch der Beste.
43:23Ich bin doch der Beste.
43:29Ich bin doch der Beste.
43:34Ich bin doch der Beste.
43:36Weil ich Dieter und jede Menge es dir singt,
43:38dass ich mir immer so siehe Sekunde aufhören und Clone aber nicht will.
43:39Und ich bin doch der Beste.
43:39Und ich bin doch erinnahmt.
43:40Vielen Dank.
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