Zum Player springenZum Hauptinhalt springen
  • vor 2 Tagen

Kategorie

đŸ“ș
TV
Transkript
00:20Love is Enough
00:39Ja, die OP hat etwas lÀnger gedauert.
00:42Oh, das kennst du ja.
00:44Hast du schon eingekauft?
00:46Ja, und Marie?
00:48Holst du sie vom Bahnhof ab?
00:50Ja.
00:52Ja, beeil mich.
00:53Gut, tschĂŒss.
00:56Haben sie mich belauscht?
00:58Bevor Sie sich ins Familienleben stĂŒrzen, da sollten Sie...
01:01Ich habe keine Zeit.
01:03Ich hĂ€tte dafĂŒr morgen eine Nephrektomie im Angebot.
01:07So als krönender Abschluss fĂŒr Ihren Facharztkatalog.
01:11Danach können wir Sie zur PrĂŒfung anmelden.
01:14Morgen?
01:17Sehr kurzfristig.
01:18Tut mir leid, dass ich den Patienten nicht schneller ĂŒberzeugen konnte,
01:21sich einer Auszubildenden hinzugeben.
01:24Also, was ist?
01:28Ich fĂŒhle mich nicht richtig vorbereitet.
01:30Sie wissen doch selber, dass ich bei diesem Eingriff einmal schon fast gescheitert bin.
01:34Wenn Sie die Nerven behalten hÀtten, wÀre Ihnen die Legatur nicht weggeflogen.
01:37Die Patientin wÀre fast verblutet, wenn sie nicht gewesen wÀre.
01:40Morgen kriegen Sie Ihre zweite Chance.
01:43Sie wollen doch noch Urologin werden, hm?
01:46Ja, dann sollten Sie langsam mal Gas geben.
01:50Kaminski.
01:53Ja, na, wenn es unbedingt sein muss.
01:59Ja, bis gleich.
02:02Wir sehen uns morgen.
02:03Ich möchte aber noch...
02:04Tut mir leid, ich muss zu unserer ErbsenzÀhlerin.
02:09Ich sollte vielleicht noch mal eins geben.
02:11TschĂŒss.
02:12TschĂŒss.
02:12GeschmÀckt?
02:13Ja, danke.
02:14Sehr lecker, danke.
02:19Und, Mane?
02:21Spiel gesehen gestern?
02:23Ja, ne?
02:25Also, wenn Sie so weitermachen, dann steigen die noch auf.
02:32Das hÀtte ich nie gedacht.
02:35So, so.
02:36Oh, oh, wie?
02:41Ich kann nicht.
02:43Äh, was fĂŒr Verletz?
02:47Ja, was fĂŒr Geist?
02:59Oh, was fĂŒr Geist?
02:59Was fĂŒr Geist?
03:00Ja, ich kann nicht.
03:03Ich kann nicht.
03:21Robert Borger, 65.
03:23Was ist passiert?
03:24Vermutlich ein Schlaganfall.
03:26Blutdruck 160 zu 90.
03:28Er hat schwere Wortfindungsstörungen.
03:30Ich konnte plötzlich dich mir sprechen.
03:34Ist gut, beruhigen Sie sich. Das klÀren wir gleich.
03:36In den Schockraum.
03:42Jedenfalls werde ich das so nicht akzeptieren.
03:45Wenn Sie weiter Belegarzt der Sachsenklinik bleiben möchten,
03:48dann legen Sie mir bitte saubere Rechnungen vor.
03:52Ohne Tricks und Mauscheleien.
03:56Ich habe fĂŒr Sie die Fehler extra rot markiert.
04:00Ich mache keine Fehler.
04:03Warum versuchen Sie eigentlich immer wieder,
04:05Ihre Bilanzen auf meine Kosten zu schönen?
04:08Können wir bitte sachlich bleiben, Kaminski?
04:12Na schön.
04:14Ich kann ja gelegentlich nochmal reinschauen.
04:17Ich wÀre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie das bis morgen erledigen könnten.
04:20Wegen Ihnen komme ich nÀmlich mit der Quartalsabrechnung nicht weiter.
04:23Tut mir leid, aber mein heutiger Abend ist schon verplant.
04:28Schau mir nicht nach.
04:31Du wirst mich sowieso nicht sehen.
04:35Denn ich muss gehen.
04:40Was gibt's?
04:41Der Patient ist mit Verdacht auf einen Schlaganfall eingeliefert worden.
04:46Da aber alle neurologischen Tests normal waren,
04:47habe ich ein CT angeordnet und das ist das Ergebnis.
04:51Ein Meningiom, direkt am Sprachzentrum.
04:54Darf ich mal?
05:00Eine Strahlentherapie dĂŒrfte in diesem Fall wohl eher sinnlos sein, oder?
05:03Was meinen Sie?
05:05Eine neurologische Entfernung des Tumors ist die einzige Lösung.
05:08Habe ich mir gedacht.
05:10Aber leider fehlt mir da die nötige Erfahrung.
05:12Deswegen habe ich Sie hergebeten.
05:14Dann will ich mal was fĂŒr Ihre fachliche Weiterbildung tun,
05:16falls der Patient einverstanden ist.
05:18Gegen eine Chefarztbehandlung wird da wohl nichts einzuwenden haben.
05:21Ich hatte auch schon Patienten,
05:22die vor diesem sehr speziellen Eingriff zurĂŒckgeschreckt sind.
05:27Oberschwester, bringen Sie Ihren Borger bitte in den Behandlungsraum. Danke.
05:32Gabel links, Messer rechts.
05:35Und jetzt du.
05:36Hallo.
05:37Sehr schön.
05:38Hallo.
05:40Hey, Sophie.
05:41Na, Professor?
05:42Tut mir leid, der Zug hatte VerspÀtung.
05:44Macht nichts, das Essen braucht auch noch einen Moment.
05:47Schön, dass du hier bist.
05:49Hallo.
05:49Marie hat die nÀchsten Tage total durchgeplant.
05:52Heute Kino, morgen Museum.
05:53Das ist eine tolle Impressionisten-Ausstellung.
05:56Ja, aber keine Angst, wir gehen das Ganze entspannt an.
05:59Hauptsache, wir verbringen mal wieder Zeit zusammen.
06:01Ich fĂŒrchte, daraus wird nichts.
06:03Weißt du was?
06:03Geh noch weiter den Tisch decken.
06:05Ja?
06:06Ich helfe ihr.
06:10Was heißt das denn?
06:12Kollege Kaminski hat eine Nephrectomie fĂŒr morgen aus dem Hut gezaubert.
06:16Das ist die letzte OP, die ich noch fĂŒr meinen Facharzt brauche.
06:19Sag mal, ertrÀgt er das nicht, wenn andere Leute ein Privatleben haben?
06:22Der Patient wollte sich erst nicht von mir operieren lassen.
06:26Ich habe mich doch auch gefreut, gemeinsam was zu unternehmen.
06:31Klar, ist in Ordnung.
06:33NatĂŒrlich machst du die OP.
06:36Danke.
06:38Wenn ich die Behandlung ablehne, wie viel Zeit hÀtte ich dann noch?
06:44Das lÀsst sich schwer einschÀtzen.
06:47Zwei, drei Monate vielleicht.
06:49Bei immer schlimmer werdenden Kopfschmerzen und fortschreitenden Bewusstseinsverlust.
06:54Also, ich kann mir das nicht vorstellen.
06:58Sie schneiden in meinem Kopf herum und ich bin die ganze Zeit wach.
07:02Die SchÀdelöffnung erfolgt unter Vollnarkose.
07:05Aus der lassen wir Sie dann aufwachen, sodass Sie ansprechbar sind, wÀhrend wir den Tumor entfernen.
07:12Und ich spĂŒre wirklich nichts.
07:14Das Gehirn ist schmerzunempfindlich.
07:17WÀhrend Sie mit uns reden, können wir sicherstellen, dass Ihr Sprachvermögen intakt bleibt.
07:23Wenn Sie wollen, kann eine vertraute Person dabei sein, zu Ihrer Beruhigung.
07:29Ich könnte meine Tochter fragen, aber ich weiß nicht, ob ich Nadine das zumuten soll.
07:36Ansonsten wĂŒrde ein Psychologe Sie wĂ€hrend des Eingriffs betreuen.
07:51Hallo, Papa.
07:52Nadine.
08:02Du bist wirklich bereit, bei dem Eingriff dabei zu sein.
08:06Was genau muss ich da eigentlich machen?
08:08Ach, nur mit mir reden, wenn ich die Ärzte richtig verstanden habe.
08:13Ich glaube, das kriege ich hin. Kann ich sonst noch was fĂŒr dich tun?
08:17Kannst du mir ein bisschen beim AufrÀumen helfen? Ich mache die Bude erstmal dicht.
08:22Ich gebe dir dann spĂ€ter auch die FlĂŒsse. Und falls was schiefgehen sollte, dann kannst du den Laden ja vielleicht
08:28verkaufen.
08:29Papa, jetzt denk doch nicht an sowas, bitte.
08:32Hast du in letzter Zeit mal was von deiner Schwester gehört?
08:35Ich wĂŒrde sie so gerne sehen, weil sich die Operation nicht ĂŒberleben sollte.
08:43Ich habe vorhin mit Jenny telefoniert.
08:46Ja? Und?
08:49Sie wird nicht kommen.
08:50Ach.
08:52Naja, sie ist eben stur. So wie du manchmal.
08:56Aber du und ich, wir haben doch auch wieder zueinander gefunden.
08:58Was Jenny mir auch stĂ€ndig vorwirft. FĂŒr sie bist du der VerrĂ€ter, der die Familie im Stich gelassen hat.
09:04Und eigentlich macht sie dich auch fĂŒr Mamas Tod verantwortlich. Sie sagt, der Kummer hat sie umgebracht.
09:09Eure Mutter war schwer krank.
09:11Umso schlimmer, dass du einfach abgehauen bist.
09:13Ja, aber so war das nicht.
09:15Und wie dann? Papa, du warst weg. Sechs Jahre lang. Jenny und ich haben beide Eltern verloren.
09:22Nadine, ich...
09:23Warum erzÀhlst du mir nicht einfach, wo du warst? Hattest du eine andere Frau oder...
09:27Nein.
09:29Papa, es ist nicht nur fĂŒr Jenny wichtig, das zu wissen.
09:33Kannst du sie nicht nochmal anrufen?
09:41Frag nicht am Morgen, wo ich bin. Frag nicht nach irgendeinem Sinn. Schau mir nicht nach.
09:51Du wirst mich sowieso nicht sehen. Denn ich muss gehen. Denn ich muss gehen.
10:07Ich muss gehen.
10:09Ich muss gehen.
10:12Vielen Dank. Vielen Dank. Das war der letzte Titel fĂŒr heute Abend.
10:17Bravo. Bravo. Bravo. Bravo.
10:29Wollen Sie schon gehen, Miss Törner? Oh, Sie können doch Ihren treuesten Fan nicht so frustrieren.
10:35Was ist denn mit dem zweiten Teil Ihrer Darbietung?
10:37Der ist gestrichen. Ah.
10:38Ich muss morgen nÀmlich fit sein. Ich muss mich da noch mit einem renitenten Belegarzt drum Àrgern.
10:46Nichts lag mir ferner, als Ihren kĂŒnstlerischen Ambitionen im Wege zu stehen.
10:50Na dann, Hauptsache Sie haben einen schönen Abend.
10:52Ohne Sie? Da werde ich mich wohl sinnlos betrinken mĂŒssen.
10:57Stattdessen könnten Sie ja auch nach Hause gehen und nochmal einen Blick auf Ihre Abrechnung werfen.
11:02Ich habe meine Hausaufgaben gemacht, bevor ich hierher gekommen bin.
11:05Ach ja? Und?
11:08Das Ergebnis haben Sie morgen auf Ihrem Schreibtisch.
11:12Schau mir nicht nach. Du wirst mich sowieso nicht sehen. Denn sie muss gehen.
11:28Hast du den AutoschlĂŒssel?
11:30Nee, den habe ich dir gestern Abend gegeben.
11:33Ich kann ihn nicht finden.
11:34Schau doch mal an deine Handtaschen.
11:35Da ist er nicht.
11:39Soll ich dir ein Taxi rufen?
11:40Ich hab ihn.
11:42Tee oder Kaffee?
11:43Ich muss los.
11:45Nee, ohne FrĂŒhstĂŒck gehst du mir nicht aus dem Haus.
11:47Das ist lieb gemeint, aber mir ist schon ganz schlecht vor lauter Aufregung.
11:50Hey Lella, mach dich doch nicht verrĂŒckt. Du schaffst das.
11:53Ja, ja.
11:55Morgen.
11:56Morgen.
11:57Morgen.
11:58Ihr könnt euch ruhig kĂŒssen, das stört mich nicht.
12:01Ich muss los. Macht euch einen schönen Tag, ja?
12:05Soll ich Sophie zur Kita bringen?
12:07Ihr wolltet doch ins Museum?
12:09Ja.
12:10Dann ist hinter Kita wohl besser aufgehoben. Oder ich frag sie nochmal, ja?
12:14Ja, vielleicht kriegt sie ja auch einen Abschiedskuss.
12:16Sag mal, ist alles in Ordnung bei euch?
12:19Ja.
12:20Kakao.
12:21Ja.
12:31Hallo.
12:32Endlich.
12:34Ich dachte schon, du hast sie anders ĂŒberlegt.
12:37Quatsch.
12:38Lass mir doch den Lebensbeicht des Alten nicht hingehen.
12:40Erwarte bitte nicht zu viel, ja?
12:42Wieso?
12:43Du hast doch gesagt, er will endlich reden.
12:45Ich hab nur gesagt, dass ich den Eindruck hatte, dass er vielleicht...
12:47Verarsch mich bitte nicht.
12:49Hör zu.
12:51Papa ist todkrank.
12:52Und weiter?
12:53Naja, du hast doch sicher ein bisschen Mitleid mit ihm, oder?
12:56Er ist schließlich dein Vater.
12:58FĂŒr mich ist er schon lange gestorben.
13:00Hör zu.
13:01Wenn du nicht mal ansatzweise dazu bereit bist, ihm zu verzeihen, hat das Ganze hier keinen Sinn.
13:05Wie soll ich ihm denn verzeihen?
13:06Ich weiß doch nicht mal, was damals passiert ist.
13:09Was soll schon passiert sein?
13:10Er hat Mama und uns verlassen.
13:12Wahrscheinlich wegen einer anderen Frau.
13:14Und du findest das nicht erbÀrmlich?
13:17Ich versuch doch nur, unseren Vater als Menschen zu sehen, der Fehler gemacht hat.
13:20Und ich...
13:23Ich will die Vergangenheit hinter mir lassen.
13:25Nach vorne schauen.
13:25Verstehst du?
13:27Es wĂ€re sicher auch fĂŒr dich gut, dich mit ihm auszusöhnen.
13:30Und jetzt ist vielleicht die letzte Chance dazu.
13:33Du hĂ€ttest Pastorin werden sollen, statt in deinem BĂŒrojob zu versauern.
13:37Ich habe wenigstens einen Job.
13:42Okay.
13:45Bringen wir es hinter uns.
13:49Was ich noch wissen wollte, ist ihre Tochter bei der OP mit dabei?
13:53Sie mĂŒsste auch jeden Moment hier sein.
13:56Dann können Sie ja nochmal in aller Ruhe den Ablauf erklÀren.
14:05Jenny!
14:15Wir sind die Töchter von Herrn Borger.
14:18Nadine Borger.
14:19Hallo.
14:20Meine Schwester Jenny.
14:23Wollen wir sie jetzt mal allein lassen?
14:32Du...
14:33Du...
14:34Du hast dich verÀndert.
14:3612 Jahre so eine lange Zeit.
14:38Ja.
14:39Ich...
14:39Ich...
14:40Ich hatte auch gehofft, dass wir uns unter anderen UmstÀnden wiedersehen.
15:05Oh, guten Morgen.
15:07Morgen.
15:08Ich habe schlecht geschlafen und deshalb verschlafen.
15:10Kann sie ihr LebensabschnittsgefÀhrte an so einem wichtigen Tag nicht etwas besser betreuen?
15:14Den Wecker stellen.
15:16Den Wecker stellen.
15:16Das FrĂŒhstĂŒck ans Bett bringen.
15:20Lampenfieber?
15:23Ich bin die Ruhe selbst.
15:24Ich bin die Ruhe selbst.
15:27Dr. Kaminski?
15:29Guten Morgen, Frau Marqua.
15:30Das ist jetzt nicht ihr Ernst, oder?
15:32NatĂŒrlich.
15:33Bis sie kam, war es ein guter Morgen.
15:35Ich finde, es ist eine bodenlose Frechheit.
15:38Ihre Spitzfindigkeiten und Kommentare, das sind doch keine Korrekturen.
15:41Von Korrekturen war auch nicht die Rede.
15:42Ich habe alles noch einmal geprĂŒft und fĂŒr gut befunden.
15:45So kommen wir aber nicht weiter.
15:46Wie heißt es doch so schön?
15:49Der KlĂŒgere gibt nach.
15:51Und in diesem Fall lasse ich das Privileg ganz allein bei Ihnen.
15:54Gut, dann kommen Sie jetzt sofort mit mir in mein BĂŒro und wir gehen das Ganze noch einmal Punkt fĂŒr
15:59Punkt durch.
16:00Bedauere aber, ich habe gleich ein Rendezvous mit Dr. Eichhorn.
16:03Und danach wĂŒrde ich mir meine wertvolle Zeit auch nur sehr ungern durch Ihre ErbsenzĂ€hlerei stehlen lassen.
16:11Wissen Sie was?
16:12Es steht mir wirklich bis hier, dass Sie meine Arbeit boykottieren.
16:15Ich habe schon Probleme mit Simoni, weil ich meine Termine nicht einhalten kann.
16:19Vielleicht sollte ich ihm ja mal was sagen.
16:21Vorsicht, ich könnte anfangen zu singen.
16:26Guten Morgen.
16:30Ich bin fertig.
16:32Tja, na dann.
16:35Und du lebst jetzt von einer Imbissbude.
16:38Hast nichts besseres gefunden?
16:40Ich meine, du bist doch Koch und dazu auch noch ein sehr bekannter.
16:45Naja, also das GeschÀft geht eigentlich ganz gut.
16:51ErzÀhl doch mal was von dir.
16:54Wurzu?
16:55Nadine hat dich doch sicherlich auf dem Laufenden gehalten.
16:59Schule geschmissen.
17:01Keinen Job.
17:02Beziehungsgestört.
17:07Soll ich dir irgendwie helfen?
17:09Soll das ein Witz sein?
17:11Du fragst mich jetzt, ob du mir helfen kannst?
17:14Das hÀttest du mal vor zwölf Jahren tun sollen.
17:16Jenny, bitte.
17:17Du hast jetzt mal Sendepause.
17:19Hast du dir eigentlich mal Gedanken darĂŒber gemacht, was es fĂŒr ein zehnjĂ€hriges MĂ€dchen bedeutet, wenn der Vater einfach so
17:24abhaut? Ohne ein Wort?
17:26Aber ich, ich konnte nicht. Ich hÀtte euch nur noch mehr verunsichert.
17:32Und als Mama gestorben ist? Du warst ja noch nicht mal auf ihrer Beerdigung. Wir waren dir alle scheißegal.
17:37Jenny, hör auf jetzt, bitte.
17:39Nein, Jenny, das ...
17:41Du schaffst es ja noch nicht mal jetzt ehrlich zu sein.
17:49Jenny!
17:51Bleib Jenny!
17:52Bitte, bitte, bitte, bitte, bitte.
17:54Papa, beruhig dich, bitte.
17:56Bitte, bitte, bitte.
17:57Papa, beruhig dich, bitte.
18:15Ja?
18:16Wo steckst du?
18:18Ich schaue mir gerade unsere Erbe an.
18:20Hör zu, Papa ist zusammengebrochen, kurz nachdem du weg warst.
18:23Und?
18:24Er soll jetzt sofort operiert werden.
18:27Jenny, bitte, komm her. Er wĂŒnscht sich nichts Sehnlicher.
18:29Na und? Er hat mein Leben kaputt gemacht.
18:32Du kannst ihn nicht fĂŒr alles verantwortlich machen. Ich hatte denselben Vater und mein Leben ist nicht kaputt.
18:37Tja, du hast eben den besseren Therapeuten.
18:40Jetzt spring endlich hin.
18:41ĂŒber deinen Schatten.
18:42Jetzt ist vielleicht die letzte Chance dazu.
18:44Es ist vollkommen unklar, ob er durchkommt und wenn ja, wie.
18:48Bist du noch dran?
19:00Warum denn so nervös?
19:03Was kommt als nÀchstes?
19:06Ich legiere die Vena Renales und durchtrenne sie.
19:09Richtig.
19:11Da ist Ihnen beim letzten Mal das kleine Missgeschick passiert.
19:14Danke, dass Sie mich so charmant daran erinnern.
19:21Schere.
19:22Klemme.
19:23An diesem besonderen Tag ĂŒbernehme ich das mal.
19:28Toi, toi, toi.
19:31Ligatur?
19:33Prinzette?
19:37Na bitte.
19:39Geht doch.
19:45Ich fand die Ausstellung wirklich toll. Ohne dich wÀre ich da wahrscheinlich nie hingegangen.
19:50Kunstbanause.
19:51Hast du schon was von Elena gehört?
19:54Nee.
19:55Ich nehme an, sie steht noch in der OP.
19:57Hm.
19:58Sie war ja echt nervös.
19:59Ja, ich weiß auch nicht.
20:00Bisher hat sie ganz wunderbar auf diesen Facharzt hingearbeitet und jetzt plötzlich,
20:04kurz vorm Ziel, liegen die Nerven lang.
20:07Hm.
20:10Ist ja krass.
20:11Die spielen heute Abend.
20:12Können wir da hingehen?
20:15Ist das nicht völlig uncool, mit so einem alten Vater wie mir da hinzugehen?
20:18Sag einfach, wenn du keine Lust hast.
20:22Marie, ich weiß einfach nicht, was Elena heute Abend vorhat.
20:30Okay.
20:32Ich hÀtte gern noch etwas gut gemacht.
20:35Wenn das hier schief geht, kann ich es nicht mehr.
20:39Werd einfach wieder gesund, dann hast du alle Zeit der Welt dafĂŒr.
20:43So, sie werden jetzt einschlafen.
20:44Ich mache mir Sorgen um Jenny.
20:47KĂŒmmere dich um sie.
20:49Bitte.
20:50Ich glaube nicht, dass sie das will.
20:53Entschuldigung.
20:54Ich rede nur von deiner Schwester.
20:59Danke, dass du da bist.
21:02So, Herr Borger, dann können wir ja anfangen.
21:04Er ist gerade eingeschlafen.
21:06Gut.
21:06Also.
21:10Bei Ihnen alles in Ordnung?
21:14Wichtig ist, dass Ihr Vater wÀhrend der OP entspannt ist.
21:17Am besten reden Sie mit ihm ĂŒber profane Dinge, ĂŒber das Wetter, ĂŒber Fußballergebnisse.
21:21Nein, lieber nicht. Ich glaube, die regen ihn zu sehr auf.
21:24Unsere Psychologen stellen bei solchen Eingriffen einfache Fragen.
21:27Welche Farben haben meine Augen?
21:29Können Blumen blĂŒhen?
21:31Wie viel ist acht? Plus drei?
21:34Also, bis gleich.
21:42In puncto NervositĂ€t mĂŒssen Sie aber noch an sich arbeiten.
21:46Machen Sie mir ja keine Schande, wenn Sie zur FacharztprĂŒfung antreten.
21:51Denken Sie wirklich, dass ich schon so weit bin?
21:53Bitte ganz, ganz ehrlich.
21:55Glauben Sie etwa, ich wĂŒrde meinen guten Namen aufs Spiel setzen?
21:59Danke.
22:04StĂŒch!
22:09WĂ€re schön, wenn Sie fĂŒr mich auch mal so viel Zeit hĂ€tten.
22:14Mal sehen.
22:17Klemmchen?
22:24So, wir sind soweit. Die Werte sind in Ordnung?
22:28Gut, dann lassen wir Herrn Borger jetzt aufwachen.
22:33Wie geht's Ihnen?
22:34Na ja, schon gewöhnungsbedĂŒrftig.
22:36Herr Borger, hören Sie mich?
22:39Ja.
22:40Alles gut bei Ihnen?
22:41Ja.
22:43Hallo, Papa.
22:45Nadine.
22:46Mikroskop.
22:59So, wir fangen jetzt an. Reden Sie bitte mit ihm.
23:02Okay, Ă€hm, sag mir mal, wie viel fĂŒnf mal fĂŒnf ist.
23:07FĂŒnf zwanzig.
23:09Sehen Sie hier?
23:11Das ist die Tumorgrenze.
23:12Hm.
23:13Vom CT her hÀtte ich Sie weiter frontal vermutet.
23:17Hm.
23:17Sechs mal sechs?
23:20Sechsunddreißig.
23:22Mal was anderes.
23:23Wie alt bin ich?
23:25Hm, nur bis vierundzwanzig.
23:28Meine Schwester ist zweiundzwanzig.
23:32Hat Jenny sich noch mal gemeldet?
23:34Nein.
23:36Aber darĂŒber denkst du jetzt nicht nach, ja?
23:41Ja, bitte, Herr Rhein.
23:43Guten Tag.
23:45Ja.
23:46Was kann ich fĂŒr Sie tun?
23:47Ich wollte zu meinem Vater, Robert Borger.
23:50Aber er ist nicht mehr in seinem Zimmer.
23:52Oh, soviel ich weiß, ist er schon lange im OP.
23:54Ich muss unbedingt zu ihm.
23:57Wie stellen Sie sich das vor?
23:59Sie können doch nicht so einfach in eine laufende OP rein spazieren.
24:02Aber meine Schwester ist doch auch da.
24:05Ja.
24:05Ja, richtig.
24:06Aber von Anfang an.
24:08Bitte.
24:10Es tut mir leid, Sie kommen zu spÀt.
24:12Jetzt seien Sie doch nicht so stur.
24:17Entschuldigung, wir haben unsere Vorschriften.
24:23Wir sind halt vor einem Streit auseinandergegangen.
24:26Und wenn er jetzt stirbt,
24:29wollen Sie etwas schuld daran sein, wenn wir uns nicht mehr gesehen haben?
24:35Also ich glaube nicht, dass Dr. Heidmann sich darauf einlÀsst.
24:42Passen Sie auf, dass Sie eine ziemlich starken Blutung.
24:44Wie Profil mich.
24:48Sie machen das ĂŒbrigens sehr gut.
24:52Welche Farbe haben meine Haare?
24:54Blond.
24:55Moment bitte.
24:57Wie viel ist dreimal drei?
25:00Nein.
25:01FĂŒr Sie, die Oberschwester.
25:03Ja.
25:04Sagen Sie bitte Frau Borger, dass das nicht mehr geht.
25:07Wir haben schon angefangen.
25:08Ich will hier keine Unruhe.
25:09Ist das Jenny?
25:12Warum darfst du dich zu mir?
25:13Moment bitte.
25:15Weil das hier nicht der Ort fĂŒr ein Familientreffen ist.
25:17Ja, aber das wĂ€re sehr wichtig fĂŒr mich.
25:20Das wĂŒrde mich beruhigen, wenn sie da ist.
25:25Also gut.
25:27Frau Borger kann kommen, ausnahmsweise.
25:29Danke.
25:34Das habe ich dir zu verdanken.
25:37Du hast doch mal mit dir gesprochen.
25:39Ach was.
25:42Und hier unter Punkt 10, das erscheint mir doch sehr kryptisch.
25:46Ich weiß gar nicht, wie Sie auf diese Zahl kommen.
25:48Da hatte ich eine Patientin von Frau Dr. Eichhorn ĂŒbernommen.
25:51Diese Leistung stelle ich natĂŒrlich in Rechnung.
25:54Ich dachte, Sie verstehen sich so gut.
25:57Da könnten Sie doch einen kleinen Freundschaftsrabatt gewÀhren.
26:00Sind wir hier auf dem Bazar?
26:02Verbuchen Sie es als preiswerte Ausbildungsbeihilfe.
26:06Immerhin beschere ich der Klinik eine fÀhige Urologin.
26:10Ja, bitte.
26:15Hallo.
26:17Ich wÀre Ihnen sehr verbunden, wenn ich morgen endlich die Zahlen auf dem Tisch hÀtte.
26:21Unmögliches wird sofort erledigt. Wunder dauern ein bisschen lÀnger.
26:24Sie tun ja gerade so, als mĂŒssten Sie das Rad neu erfinden.
26:28Wo klemmt es denn?
26:31Tut mir leid, wenn Sie sich langweilen, Kraminski.
26:33Also, Entschuldigung.
26:35Kann ich mich darauf verlassen, dass Sie morgen den Termin einhalten?
26:38Ja.
26:46Kraminski.
26:48Wir mĂŒssen jetzt wirklich zu Potte kommen.
26:52Sie brauchen nur meine Abrechnung zu akzeptieren.
26:56Das kommt ĂŒberhaupt nicht in Frage. Sie akzeptieren meine Bedingungen.
27:01Tja, das wird hier wohl noch ein Weitchen dauern.
27:07Ihretwegen kann ich jetzt wieder eine Betreuung fĂŒr meinen Sohn organisieren.
27:11Sagen Sie ihm, ein böser Zauberer hÀlt seine Mutter gefangen.
27:15Sehr witzig.
27:17Bastian bekommt mich ĂŒberhaupt nicht mehr zu sehen.
27:19Sie sollten langsam mal ihr Nachtleben in den Griff bekommen, Sarah.
27:24Hallo Bastian, SchÀtzchen. Mama ist hier.
27:27Ich wollte dich fragen, ob du heute nochmal bei Jonas ĂŒbernachten kannst.
27:30Ja. Nein, ich wĂŒrde dich morgen abholen.
27:34Gut. Also dann. Bis morgen.
27:37Bis morgen.
27:39Also, tschĂŒss. Bis morgen.
27:46Neurotupfer. Nicht den, den Kleinen bitte.
27:50Sauge.
27:53Und Herr Borger, wie fĂŒhlen Sie sich?
27:56Alles in Ordnung.
27:57Danke nochmal, dass meine Töchter bei mir sein dĂŒrfen.
28:03Wir bekommen hier Probleme.
28:04Was ist los?
28:05Ich glaube, die Situation ist zu belastend fĂŒr ihn.
28:08Ist das nicht in Ordnung?
28:09Bitte reden Sie weiter mit Ihrem Vater.
28:12Welche Farbe haben meine Augen?
28:14Blau.
28:17Genau wie die deine Schwester.
28:20Hey, was ist los mit ihm?
28:22Weiß dich jetzt bloß zusammen.
28:24Ich weiß schon gut, Nadine.
28:26Wenn das hier schief geht, dann...
28:27Herr Borger, wir tun alles, damit genau das nicht passiert.
28:30Jede Aufregung gefÀhrdet den Erfolg des Eingriffs.
28:32Und Sie verlassen bitte den Raum.
28:34Warum?
28:35Ich muss meinen Töchtern noch was sagen.
28:41Blutdruck und Puls steigen weiter.
28:42Ich muss ihm ein Beruhigungsmittel geben.
28:44Verlassen Sie bitte den OP.
28:45Nein, ich will bei Ihnen bleiben.
28:47Ich bin da damals nicht so einfach abgehauen.
28:51Ich war im GefÀngnis.
28:57Papa!
28:59Schwester, bringen Sie die beiden raus!
29:01Kommen Sie.
29:02Bitte.
29:08Und jetzt?
29:10Na, Pa?
29:10DafĂŒr ist es zu spĂ€t.
29:11Sonst war alles umsonst.
29:13Seid Sprachvermögen?
29:14Wir haben jetzt keine Kontrolle mehr.
29:15Uns bleibt nichts weiter ĂŒbrig.
29:24Hallo, meine Familie!
29:26Oh!
29:28Oh, hallo!
29:29Ja, nicht so stĂŒrmisch!
29:31Oh, schön!
29:32Das schaue ich mir gleich an, ja?
29:35Hallo!
29:36Hallo!
29:37Hallo!
29:38Einen ganzen Tag versuch dich zu erreichen.
29:42Und, wie ist es gelaufen?
29:44Es gibt was zu feiern.
29:46Muss noch kalt gestellt werden.
29:47Ach komm, trinken wir gleich so.
29:49Wir sind nÀmlich ein bisschen auf dem Sprung.
29:51Aha!
29:52Ja, tut mir leid, meine Schuld.
29:54Aber ich wollte unbedingt auf dieses Konzert.
29:56Ja, und ich wusste nicht, wann du nach Hause kommst.
29:59Ja, kein Problem.
30:00Ihr seht euch sonst ja auch nicht so oft.
30:03Ja, naja, ich könnte ja auch alleine gehen.
30:05Kommt gar nicht in Frage.
30:07Wir trinken jetzt erstmal auf die zukĂŒnftige OberĂ€rztin.
30:10Oh, ich mag kein lauwarmes Champagner.
30:12Ja, ich komme!
30:16Komm, Sie sollten wohl doch lieber hierbleiben.
30:18Nein.
30:19Wir gehen jetzt.
30:24Hier könnte ich Ihnen vielleicht entgegenkommen.
30:27Ja, bravo.
30:28Dann machen wir ja Fortschritte.
30:32Herein.
30:37Was ist denn das?
30:38Ah, hallo, Giovanni.
30:40Sie können hier eindecken.
30:48Drachenfutter.
30:49Ich habe mir vorhin in Ihrer Abwesenheit erlaubt,
30:51bei meinem Lieblingsitaliener ein kleines MenĂŒ zu ordern.
30:54Wir werden ja noch eine Weile hierbleiben mĂŒssen.
30:56Ich hoffe, Sie mögen italienische KĂŒche?
30:59Ich bin auf DiÀt.
31:00Leichte mediterrane Kost schadet nicht.
31:03Also, wenn Sie glauben, mich mit dem Essen bestechen zu können,
31:06dann haben Sie sich geschnitten.
31:08Und mit Alkohol gefĂŒgig machen.
31:10Ein 93er Brunello. Sehr gut, Giovanni.
31:12Nun, zuerst die Arbeit und dann vielleicht...
31:19Das sieht auch sehr gut aus.
31:21Grazie, Giovanni.
31:22Guten Appetit.
31:25Naja, ich kann ja mal ein klein wenig versuchen.
31:35Das dauert ja echt ewig.
31:40Und?
31:41Wir mussten die OP unter Vollnarkose zu Ende bringen.
31:45Also ohne weitere ÜberprĂŒfung der SprachfĂ€higkeit.
31:47Das heißt, Sie wissen noch nicht, ob er irgendwelche SchĂ€den davon getragen hat,
31:50ob er noch sprechen kann.
31:52Ich hĂ€tte gerne bessere Nachrichten fĂŒr Sie.
31:54Jetzt gehen Sie erst mal nach Hause.
31:56Wir rufen Sie an, sobald es etwas Neues gibt.
32:06Glaubst du das?
32:07Glaubst du, er war echt im Knast?
32:10Ja, und Papa dachte, er stirbt.
32:11In so einer Situation lĂŒgt man nicht mehr.
32:14Aber was soll er getan haben?
32:16Ich meine, es muss ja etwas wirklich Schlimmes gewesen sein, wenn er darĂŒber jahrelang nicht redet.
32:21Mord?
32:23Papa ist doch kein Mörder.
32:27Nee, ich denke eher, dass es etwas mit dem Restaurant zu tun haben könnte.
32:34Steuerhinterziehung oder sowas.
32:38Das ist schon bitter, wenn man sich das hier so ansieht und weiß, was fĂŒr ein tolles Restaurant unsere Eltern
32:42mal hatten.
32:43Ich verstehe nicht, wie so ein Restaurant pleite gehen konnte.
32:47Tja, viele Fragen, die Papa uns noch beantworten muss.
32:56Ja, bitte?
32:59Ja?
33:02Ein GlĂŒck.
33:05Ja, dann danke.
33:07Papa ist aufgewacht.
33:09Wir können ihn morgen frĂŒh besuchen.
33:12Also auf dem Klo, da kommen einem ja immer die besten Ideen.
33:16Ich habe mir Folgendes ĂŒberlegt.
33:44Ich bin mal ein bisschen eingenebt, Entschuldigung.
33:50Ja, es ist ja auch schon wirklich spÀt.
33:53Da können Sie jetzt gedroht im heimischen Bett weiter von Frau Doktor Eichhorn trÀumen.
33:58Was ist los?
34:05Was ist los?
34:10Das kann man natĂŒrlich sehr unterschiedlich interpretieren.
34:14Ach ja?
34:16Ich finde, ich könnte das auch mal ins Internet stellen.
34:21Ich habe natĂŒrlich von der OP getrĂ€umt, bei der ich die Kollegin heute betreut habe.
34:28Nur schade, dass Sie mich jetzt nicht mehr so plump erpressen können wie in den letzten Wochen.
34:35Wenn es Ihnen irgendeine Genugtuung verschafft, meinetwegen, dann haben wir ja jetzt wohl einen Putt.
34:44Das stimmt. Vorausgesetzt, ich verliere nicht die Lust an meinem Doppelleben.
35:07Ah, was darf es denn sein? Kaffee?
35:10Ähm, nein, ich, also, ich wollte fragen, ob ich ein paar von diesen Flyern hier auslegen dĂŒrfte.
35:25Sind Sie das?
35:27Ja.
35:29Ho, da tun sich ja AbgrĂŒnde auf. Otto, komm mal.
35:34Ho.
35:36Sie singen am Jazz-Klo?
35:38Ja.
35:39Das wie ich sehe.
35:42Ist das denn auch ein seriöses Etablissement, in dem Sie auftreten?
35:46Kommen Sie doch einfach vorbei, wenn ich heute Abend mein Offenbarungseid leiste.
35:51Offenbarungseid?
35:53Ich hoffe nicht, dass sich das auf die Quartalsabrechnung bezieht.
35:57Keine Sorge, mit der ist alles in Ordnung. Die habe ich vorhin bei Frau Gregolait abgegeben.
36:01Es wĂŒrde mich freuen, wenn Sie heute Abend Zeit hĂ€tten.
36:06Aha. Sarah Turner.
36:09Sarah Turner, alias Sarah Marquardt.
36:12Ich hÀtte nicht gedacht, dass ausgerechnet Sie so ein Geheimnis haben.
36:15Tja, aber das ist mir jetzt zu anstrengend geworden.
36:19Auch auf die Gefahr hin, dass mich in Zukunft niemand mehr ernst nimmt.
36:26Da denkt man nur, man kennt seine Kollegen, hm?
36:29Tja.
36:30Soweit wir das bisher einschĂ€tzen können, wird er sein Sprachvermögen wieder zurĂŒckgewinnen.
36:34Allerdings kann das seine Zeit dauern.
36:37Und der Tumor?
36:38Ist vollstÀndig entfernt. Es gibt auch keine Hinweise auf Metastasen.
36:43Heißt das, er wird wieder völlig gesund?
36:46Das hoffen wir.
36:47Ja.
37:01Hallo, Papa.
37:02Hallo.
37:04Kann doch nicht richtig gut.
37:10Jetzt wisst ihr,
37:14war im Knast.
37:17Das musst du jetzt nicht sprechen, Papa.
37:21Doch.
37:24Zweites Leben.
37:28Zweite...
37:30Chance.
37:32Die Restaurant...
37:35Pleite.
37:37Ich habe eine...
37:40Bank...
37:42Überfallen.
37:44Echt?
37:48Wurde am...
37:50selben Tag geschnappt.
37:54Und hat...
37:56geschÀmt.
38:01Papa.
38:05Eure Mutter.
38:06Eure Mutter hat erst erfahren, als...
38:09als ich verhaftet bin.
38:13Ja.
38:15Sie sollte...
38:16sagen...
38:17sagen...
38:18ich sei...
38:19verreist.
38:22Ihr...
38:23wart ja noch Kinder.
38:26Und...
38:28ich... wollte euch schĂŒtzen.
38:31Also ich glaube, ich hÀtte mit der Wahrheit leben können.
38:34Aber...
38:35schon gut, Papa.
38:37Ich verstehe das...
38:38so einigermaßen jedenfalls.
38:41Einen Rest kannst du uns spÀter erzÀhlen.
38:48Danke.
38:52Ja, du hast richtig gehört.
38:54Sarah Turner.
38:56Das ist doch ein Hammer.
38:57Also ich gehe heute Abend da auf jeden Fall hin.
39:00Möchtest du mich begleiten?
39:02Ja.
39:04Hallo.
39:04Marie kann doch auf Sophie aufpassen.
39:08Gut.
39:09Bis spÀter.
39:09TschĂŒss.
39:12Frau Marquardt hat heute ganz schön fĂŒr Aufsehen gesorgt.
39:16Tja.
39:17Wie man sich an einem Menschen tÀuschen kann.
39:19Keine Ahnung, wovon Sie sprechen.
39:21Ach, das kann Ihnen Frau Marquardt gleich selber erzÀhlen.
39:24Wie?
39:25Haben Sie etwa schon alles ausgeplaudert?
39:28Och.
39:30Ich wĂŒrde mich natĂŒrlich sehr freuen, wenn Sie...
39:33mir heute Abend auch die Ehre geben wĂŒrden.
39:39Ich meine jetzt, wo wir uns zukĂŒnftig so gut verstehen werden.
40:02Sag mal, und ist es wirklich dein Ernst, dass du dich hier rum kĂŒmmern willst?
40:05Wieso nicht? Bis Papa wieder auf dem Bein ist.
40:08Und schließlich habe ich keinen Job und brauche das Geld.
40:11Und Papa auch.
40:14Kommen Sie ruhig ran. Möchten Sie eine Bratwurst?
40:22Hallo.
40:23Hallo.
40:24Bratwurst?
40:25Ja.
40:27Also ich hatte ja mit allem Möglichen gerechnet.
40:32Bist du jetzt enttÀuscht?
40:33Ach, ĂŒberhaupt nicht.
40:35Ein bisschen verwundert.
40:37Wie bist du auf diese Idee gekommen?
40:40Nach meinem Burnout habe ich gedacht, ich muss mich mehr um mich kĂŒmmern.
40:45Ich muss andere Seiten an mir entdecken.
40:48Aber wieso hast du so lange ein Geheimnis darum gemacht?
40:51Ja bitte, die Verwaltungschefin der Klinik.
40:54Meine Position und Auftreten in einem Nachtclub, das passt ja nun wirklich nicht zusammen.
40:59Und warum machst du es dann jetzt öffentlich?
41:01Ich hatte gestern ein Erlebnis mit einem Menschen,
41:04der seine Geheimnisse immer fĂŒr sich behĂ€lt und ewig einsam bleiben wird.
41:09Und so möchte ich nicht enden.
41:15Dein Auftritt?
41:17Ich bin so gespannt.
41:19Toi, toi, toi.
41:34Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde, liebe Kollegen.
41:39Das ist heute wirklich ein ganz besonderer Abend fĂŒr mich und
41:43wie Sie sehen, bin ich auch ĂŒberhaupt nicht aufgeregt.
41:47Sollte ich dennoch in Ohnmacht fallen, dann bitte ich mir das nachzusehen.
41:51Aber es sind ja zum GlĂŒck genĂŒgend Ärzte hier.
42:02Bleib heute Nacht bei mir, geh nicht fort von hier, tanzt bis der Morgen kommt mit mir allein.
42:21Sie ist gut, ne?
42:23Sie hat eine tolle Stimme.
42:27Bist du eigentlich noch sauer wegen gestern?
42:31Und du?
42:33Nein.
42:36Wer hÀtte gedacht, dass ausgerechnet die Marquardt uns in einen Jazzclub einlÀdt?
42:40Von mir aus können wir das gern wiederholen.
42:42Seit wann bist du denn so vergnĂŒgungssĂŒchtig?
42:48Böse Menschen haben keine Lieder.
42:50So gesehen ist sie ja dann doch eine gute.
42:54Also ich habe Frau Marquardt ja einiges zugetraut, aber das, von der Retter, das hÀtte ich nicht erwartet.
43:02Wie heißt es doch so schwul?
43:04Jede Frau hat ein kleines Geheimnis.
43:07Ja.
43:08Auch wenn es jetzt keines mehr ist.
43:10Körnchen.
43:14Jede Frau so schwul.
43:14Ich gehst hierher zurĂŒck.
43:18Körnchen, bis zum nÀchsten Mal.
43:18Das war das.
43:18Ich gehst hierher zurĂŒck.
43:21Körnchen, bis zum nÀchsten Mal.

Empfohlen