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  • vor 4 Stunden

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🎈
Spaß
Transkript
00:00Musik
00:40Du machst dich ja echt zurecht.
00:42Weiß er das auch zu schätzen?
00:45Morgen erzähl ich dir alles.
00:46Versprochen.
00:47Komm, warum?
00:48Machst du so ein Geheimnis um ihn?
00:51Wer sagt denn überhaupt, dass es um einen Jungen geht?
00:54Glaubst du, ich bin du?
00:56Komm, jetzt, bevor meine Eltern nach Hause kommen.
00:58Und wenn irgendwer fragt, wir zwei waren heute Abend im Kino, klar?
01:01Komm, jetzt, bitte.
01:34Linox! Komm hier! Linox!
01:44Ihrer Jakobi.
01:47Gerade mal 16 Jahre alt.
01:51Aus Lübeck?
01:53Schülerin am Goethe-Gumnasium.
01:55Ach so, es gibt einen Zeugen.
01:59Herr Bernecke?
02:00Ja?
02:01Guten Morgen.
02:02Guten Morgen. Wir sind von der Kripo Lübeck. Erzählen Sie doch mal.
02:05Also, Sie waren mit Ihrem Hund Kassi und haben gegen 22 Uhr einen Schrei gehört, richtig?
02:10Ja, aber das hätte ja auch irgendein Tier sein können, als ob er dann dieser Mann rausgerannt kam.
02:16Ich hab mich zu Tode erschrocken.
02:17Ein Mann? Würden Sie den wiedererkennen?
02:20Der hatte so einen Kapuzenpullover an und irgendwelche Papiere in der Hand.
02:25Papiere? Geht das genauer?
02:26Das sah wie ganz normales Druckerpapier aus. Ich konnte nicht sehen, ob da was draufsteht oder was es sonst war.
02:32Ich lag ja am Boden.
02:33Warum haben Sie nicht gleich die Polizei gerufen?
02:35Es tut mir leid. Ich konnte doch nicht wissen, dass so was Fürchterliches passiert ist.
02:40Ich bin dann aber heute früh in den Park gegangen, um nachzugucken.
02:45Und da hab ich sie dann gefunden.
02:50Bringen Sie Herrn Wernicke bitte zu Herrn Schröter, er soll seine Aussage aufnehmen, ja? Danke.
02:56Das sollt ihr euch mal anschauen.
03:01Glückskinder, Ihre private Reproduktionsklinik in Lübeck. Was kann sie denn damit gewollt haben?
03:0713 Anrufe in Abwesenheit. Immer dieselbe Nummer. Wahrscheinlich die Eltern.
03:15Wo ist Ira? Wohin ist sie nach dem Kino gegangen? Du musst es sagen.
03:21Wir waren gar nicht im Kino.
03:23Wie bitte? Wo dann?
03:26Ira hatte ein Date, aber sie hat nicht gesagt, mit wem. Sie wollte mir heute in der Schule alles erzählen.
03:32Hat sie einen Freund? Ist es das? Janne, es ist ernst. Du musst es uns sagen.
03:36Ich weiß es doch auch nicht. Sie trifft sich schon seit Wochen mit jemandem.
03:48Tag, Kripo.
04:17Oh, Gott.
04:31Was glaubst du, wie oft hat sich Ira mit diesem geheimnisvollen Freund schon getroffen?
04:35Vielleicht so drei, vier Mal.
04:38Kennst du auch andere Freunde?
04:40Ira hatte mit Jungs noch nicht so viel am Hut.
04:43Warum hat sie dir von ihm nichts erzählt? Oder ihren Eltern?
04:47Mit denen hatte sie Stress. Vor allem mit ihrem Alten.
04:50Weswegen?
04:51Ja, von zum Beispiel, dass sie zu viel vom Computer hat.
04:54Also war Ira sauer auf ihn?
04:58Manchmal. Ira regte sich immer tierisch schnell auf.
05:02Vor ein paar Wochen gab es nochmal einen riesen Krach.
05:05Wieder wegen des Computers?
05:06Nein, da ging es um was anderes.
05:09Aber sie hat nicht drüber gesprochen.
05:15Hat sie darüber mit dir gesprochen?
05:19Ja, das kenne ich nicht.
05:21Das ist eine Klinik für Paare, die keine Kinder bekommen können.
05:24Was hat Ira damit zu tun?
05:27Die Notärztin hat meiner Frau ein Beruhigungsmittel injiziert.
05:30Sie schläft jetzt.
05:32Gut.
05:37Woher haben Sie das?
05:39Das befand sich in der Tasche Ihrer Tochter.
05:41Aber das ist unmöglich.
05:42Das geht nicht.
05:43Ich bewahre die Unterlagen über unsere damalige Behandlung hier unten auf.
05:46Der Schrank ist immer abgeschlossen.
05:49Aufgebrochen.
05:56Deswegen hat sie uns auch nicht mehr nach dem Namen der Klinik gefragt.
05:59Sie haben sich damals in dieser Klinik behandeln lassen?
06:03Ja.
06:04Unsere Tochter wurde durch eine Samenspende gezeigt.
06:07Wir wollten nicht, dass sie davon erfährt.
06:12Aber dann...
06:13vor ein paar Wochen...
06:19Ira?
06:21Was ist denn los?
06:22Wer ist mein Vater, Mama?
06:27Was soll denn diese bescheuerte Frage?
06:29Halt auf, mich anzulegen.
06:30Ich weiß, dass du nicht mein richtiger Vater bist.
06:32Ira, was ist denn los?
06:35Warum sagst du denn sowas?
06:37Wie kommst du denn auf so eine bescheuerte Frage?
06:39Du hast Blutgruppe 0 und Papa hat Blutgruppe B.
06:42Ich habe an allen Unfallpässen nachgeguckt.
06:47Ja und?
06:48Wir lernen sowas in Bio.
06:49Ich habe Blutgruppe A.
06:50Du kannst überhaupt nicht mein Vater sein.
06:52Vielleicht hast du da was falsch verstanden.
06:54Wer ist mein Vater?
07:01Das wissen wir nicht.
07:05Wir konnten nicht...
07:10Ich konnte nicht.
07:14Wir haben eine Klinik aufgesucht.
07:17Weil wir uns so sehr ein Kind wünschten.
07:19Dich wünschten, Ira.
07:22Was für eine Klinik.
07:26Es war eine anonyme Samenspende, Ira.
07:30Der ist dein Papa.
07:32Er liebt dich doch genauso.
07:33Wie...
07:33Wie konntet ihr das nur von mir verheimlichen?
07:35Wir wollten es dir in deinem 18. Geburtstag erzählen.
07:37Bullshit.
07:38Bitte beruhige dich.
07:38In welcher Klinik wart ihr?
07:40Ich will wissen, wer mein Vater ist.
07:41Ich will wissen, wer ich bin.
07:43Ich habe doch ein Recht darauf.
07:44Beruhige dich.
07:44Ihr sagt mir jetzt sofort...
07:45Nein!
07:46Wir reden später darüber.
07:50Du hast mir rein gar nichts mehr zu sagen.
07:52Ich hasse dich!
07:54Sie haben sich also geweigert,
07:55ihr den Namen der Klinik zu nennen.
07:57Was hätte ihr das denn gebracht?
08:00Es hätte uns alle doch total unglücklich gemacht.
08:03Wir sind ihre Eltern.
08:05Wie hat sich das denn auf das Verhältnis
08:07Vater-Tochter ausgewirkt?
08:09Sie hat mich erst einmal komplett ignoriert.
08:13Ich habe ihre Laune auf die Pubertät geschoben,
08:15aber vielleicht hätte ich sie ernster nehmen müssen.
08:20Machen Sie sich da jetzt keine Vorwürfe?
08:23Um sie zu versöhnen,
08:24da habe ich ihr sogar einen neuen Laptop
08:26mit allen Schikanen gekauft.
08:28Aber sie wollte weiterhin
08:29nach ihrem genetischen Vater suchen.
08:32Wir haben versucht, ihr klarzumachen,
08:33dass sie damit warten müssen,
08:34bis sie volljährig ist.
08:36Was sie nicht davon abgehalten hat, richtig?
08:41Sie glauben doch nicht,
08:43dass diese Sache
08:47was mit dem Tod meiner Tochter zu tun hat?
08:50Wir werden natürlich
08:51in jede Richtung weiter ermitteln.
08:53Wo steht denn der Laptop ihrer Tochter?
08:56Oben in ihrem Zimmer.
08:58Dürfen wir den mal sehen?
09:00Ja, natürlich.
09:01Kommen Sie.
09:03Warum reichst du so auf dieser Klinik herum?
09:05Laut aussage ich auf Rollen,
09:06die deutet alles auf eine Beziehungstatte hin?
09:08Ja, möglich.
09:09Trotzdem fahre ich da mal hin.
09:19Kirsch.
09:21Das ist ja ein richtiger Hochsicherheitstrakt.
09:24Ja.
09:24Man sagte mir oben,
09:25dass Sie für die Dateien
09:26anonymer Spender zuständig sind.
09:31Ja, ich bin der IT-Leiter hier.
09:33Kennen Sie dieses Mädchen?
09:36Warum?
09:37Ich würde gerne wissen,
09:38ob Sie hier war.
09:40Ja.
09:41Wann?
09:42Vor einem Monat vielleicht.
09:43Wieso interessiert Sie das?
09:44Also haben Sie mit ihr gesprochen.
09:46Ja, Sie hat es wirklich geschafft,
09:47sich zu mir durchzufragen.
09:48Ich kriege hier eigentlich
09:49eher selten Besuch.
09:50Ja, Sie wird schon
09:51einen wichtigen Grund gehabt,
09:51haben Sie hier aufzusuchen.
09:53Sie wollte den Namen
09:54Ihres biologischen Vaters erfahren.
09:56Ist natürlich ausgeschlossen.
09:58Wieso?
09:59Hören Sie mal.
10:01Den Spendern wird vertraglich
10:03absolute Anonymität zugesichert.
10:05Aber ich habe doch letztens
10:06in irgendeiner Zeitung gelesen,
10:08dass Spenderkinder
10:09jetzt so eine Art
10:11Auskunftsanspruch haben.
10:14volljährige Spenderkinder, ja.
10:15Aber dem geht ein langwieriger
10:17und komplizierter
10:17gerichtlicher Prozess voraus.
10:19Und sie ist ja nicht mal
10:20volljährig.
10:2116.
10:22Sag ich ja.
10:23Was meinen Sie,
10:24was hier los wäre,
10:25wenn alle Eiskinder...
10:26Eiskinder?
10:27Durch Samenspende
10:28gezeugte Kinder
10:29werden umgangssprachlich
10:30so genannt,
10:31weil ja das
10:33Sperma eingefroren wird.
10:35Und Sie glauben wirklich,
10:36dass eine junge Frau,
10:36die unbedingt wissen will,
10:37woher sie stammt,
10:39Ihre Weigerung
10:39einfach so akzeptiert?
10:40Es blieb ja nichts anderes übrig.
10:42Und jetzt sagen Sie mir mal,
10:43was diese ganze Fragerei soll.
10:45Ira Jacobi
10:46wurde gestern Nacht ermordet.
10:49Was soll denn das heißen?
10:50Die Jungs von der KTU
10:51können Ihras Computer
10:52nicht öffnen.
10:53Ja, der ist nicht nur
10:53passwortgeschützt,
10:54sondern professionell verschlüsselt.
10:56Ihr Vater und Ihre Freundin
10:58haben gesagt,
10:59Ihre hätten eine Menge Zeit
11:00hinterm Computer verbracht.
11:01Na, laut KTU
11:02muss ich ein kleiner Nerd
11:03gewesen sein.
11:04Mist.
11:05In Ihrem Zimmer
11:05konnten wir keine Hinweise
11:06auf diesen dubiosen Freund finden.
11:08Was ist denn mit der Nachbarin,
11:09mit der Sie gesprochen haben?
11:10Vage.
11:11Sehr vage.
11:12Die Nachbarin hat
11:13gegen 21.30 Uhr
11:14einen Mann
11:15vor dem Haus der Jacobis
11:16stehen sehen.
11:17Ende 30, Anfang 40.
11:19Kurze Haare.
11:20Als sie ihn angesprochen,
11:21ist er weggegangen.
11:22Wenn das der Freund war,
11:23dann hat er sie nicht umgebracht.
11:24Der Tatort ist viel zu weit
11:26vom Haus der Jacobis entfernt.
11:27Irgendjemand muss die beiden
11:29noch zusammen gesehen haben.
11:31Na?
11:32War ein Klinikbesuch
11:33erfolgreich?
11:34Ja, Ihre war nämlich
11:35tatsächlich dort.
11:37Und schien ihr sehr ernst damit,
11:38mehr über Ihre Abstammung
11:40zu erfahren.
11:41Wenn Ihr alter Ordner
11:42loswerden wollt,
11:43ich bringe das Zeug
11:44gleich rüber ins Archiv.
11:45Klasse.
11:45Ich habe noch ein paar Akten
11:46aus der Zeit der Kaltschrift.
11:47Wahrscheinlich hat sie noch
11:48ganz andere Wege gesucht,
11:50um Ihren biologischen Vater
11:50zu finden.
11:51Rippelwitzchen,
11:52das ist eine Sackgasse.
11:53Dieses Thema hat für Sie
11:54längst keine Rolle mehr
11:55gespielt.
11:56Ja, ich weiß nicht.
11:56Mein Bruder ist adoptiert,
11:57der hat seine leibliche Mutter
11:5920 Jahre gesucht.
12:00Ja, siehste?
12:00Was heißt, siehste?
12:01Und Sie mischen sich nicht rein,
12:03ja?
12:03Also mal herhören,
12:05die Suche nach Ihras Freund
12:06hat absolute Priorität.
12:08Sie hat nicht umsonst
12:09so ein Geheimnis
12:09um ihn gemacht.
12:10An Ihras Computer
12:11scheinen sogar
12:11unsere IT-Spezialisten
12:12zu scheitern.
12:13Ja, genau diese Heimlichkeit
12:14hat mit Sicherheit
12:15auch was mit Ihrer Suche
12:16zu tun.
12:16Das kann doch gar nicht
12:17wahr sein.
12:18Weiß irgendjemand von Euch,
12:19wo bei dem der Ausknopf ist?
12:20Vielleicht hat sie versucht,
12:21übers Netz rauszubekommen,
12:22wo er steckt.
12:23Und Ihre Eltern
12:23sollten das nicht mitbekommen.
12:25Das ist Blödsinn.
12:26Sie wollte nicht,
12:26dass Ihre Eltern herausfinden,
12:27mit wem sie ein Verhältnis hat.
12:29Vielleicht war es ein älterer Mann,
12:30vielleicht war er verheiratet.
12:31Das ist doch eine Spekulation
12:32und bringt uns auch nicht weiter.
12:33Pass mal auf.
12:34Das klingt aber nicht
12:34nach neuen Erkenntnissen.
12:37Frau Dr. Zobel,
12:38wir beide müssen jetzt
12:39in die Gerichtsmedizin.
12:40Wenn wir wiederkommen,
12:41erstatten wir Ihnen gerne Bericht,
12:43ja?
12:43Komm.
12:52Na komm,
12:52strahle man so ein paar
12:53Informationen,
12:54was Sie noch haben für uns.
12:55Na ja,
12:56sie ist erdrosselt worden.
12:57Hier.
12:58Die kleinen,
13:00punktförmigen Blutungen
13:01in den Augenbinderhäuten,
13:02die sogenannten
13:03Petichien,
13:04Klaas und Dietz.
13:06Todeszeitpunkt?
13:06Wenn euer Zeuge
13:07gegen 22 Uhr
13:08ein Schrei gehört hat,
13:09dann kommt das hin.
13:10Könnte aber auch
13:11eine Stunde früher
13:11oder später gewesen sein.
13:12Höchst unwahrscheinlich,
13:13wenn jemand direkt
13:14nach dem Schrei
13:15aus dem Park
13:15weggelaufen ist.
13:16Sonst irgendwelche
13:17Auffälligkeiten?
13:18Nein.
13:19Ira scheint ein gesundes,
13:21für ihr alter,
13:21normal entwickeltes
13:22Mädchen gewesen zu sein.
13:24Allenfalls leichtes
13:25Untergewicht.
13:26War die Tat
13:26vielleicht sexuell motiviert?
13:28Hinweise auf eine
13:29Schwangerschaft
13:30kannst du auch noch
13:30nicht ausschließen, oder?
13:31Doch.
13:32Kann ich.
13:32Also zu 99 Prozent.
13:34Verheißen?
13:35Iras Hümer
13:36ist noch intakt.
13:37Siehst du,
13:37Jungfrau,
13:38so viel zu deiner
13:38Lava-Theorie.
13:40Danke, Strallemann.
13:54Dass Ira mit ihrem Freund
13:56nicht intim war,
13:56unterstützt meine Hypothese.
13:58Er wollte Sex,
13:59sie nicht.
13:59Da ist er ausgeflippt.
14:00Die alte Nummer.
14:01Wenn Ira Sex
14:01oder noch nicht aktiv war,
14:02dann heißt das wohl er,
14:03dass sie gar keinen Freund hatte.
14:04Und schon sind wir
14:05wieder bei der Klinik.
14:06Wissen Sie,
14:06was schön wäre?
14:07Wenn Sie für Ihre Hypothesen
14:09auch handfeste Indizien hätten.
14:12Genau.
14:13Und da kommen Sie ins Spiel.
14:14Ich möchte,
14:15dass Sie die Aufhebung
14:16der Anonymität
14:17des Samenspenders anordnen.
14:19Ha!
14:19Vergiss es!
14:20Okay.
14:22Okay.
14:23Hm?
14:24Äh, wie okay?
14:25Ich verfüge,
14:26dass die Klinik
14:27die Daten herausgeben muss.
14:28So noch vorhanden.
14:29Das ist jetzt wirklich...
14:30Und Ihnen bewillige ich zusätzlich
14:32einen externen Computerspezialisten,
14:34um Ihres Computer zu öffnen.
14:35Dafür möchte ich,
14:37dass Sie Ihre Hypothesen
14:38so schnell wie möglich überprüfen
14:39und anschließend
14:40eine gemeinsame Strategie entwickeln.
14:42Gemeinsam ist gerade...
14:44Keine Widerworte.
14:44Frau Dr. Zuckl,
14:45aus dem Kindergartenalter
14:46sind wir nun wirklich raus.
14:47Ja.
14:48Echt?
14:53Eine solche Offenlegung
14:54gefährdet die Existenz
14:55unserer Klinik.
14:56Den Spendern
14:57wurde vertraglich
14:58Anonymität zugesichert.
14:59Was ja legale Grauzone ist.
15:01Die Rechtsprechung
15:02tendiert mittlerweile dazu,
15:03den Interessen
15:04von Spenderkindern
15:05mehr Gewicht einzuräumen.
15:06Anonymität
15:07kann nicht mehr garantiert werden.
15:09Also...
15:10Ich bin hier nur Angestellter.
15:11Ich kann das nicht
15:12alleine entscheiden.
15:15Ich muss da Rücksprache halten.
15:17Ich bin sofort wieder zurück.
15:26Ja, hier ist Kirsch.
15:30Also der hat definitiv
15:31ein Problem mit Frauen.
15:32Der hat mich nicht mal angeguckt.
15:33Ja, vielleicht ist der einfach
15:34nur schüchtern
15:34bei so schönen Frauen.
15:46Klinik leitungsbereit zu kooperieren.
15:49Vor allem angesichts
15:50dieses schrecklichen Verbrechens.
15:53Hannes Konrad, geboren 72,
15:55Medizinstudent,
15:55wohnt auf den Lübeck.
15:57Das ist also der biologische Erzeuger
15:59von Ira Jacobi.
16:02Ich hab' ihn.
16:03Er ist mittlerweile in Tarnist.
16:05Er wohnt noch in Lübeck.
16:07Kastanienweg 17a.
16:09Ist das nicht ganz in der Nähe des Tatorts?
16:11Allerdings.
16:12Ira's eingegangene E-Mails
16:13der letzten zwei Monate.
16:15Hier.
16:16Heute Nacht hab ich wieder
16:17von dir geträumt.
16:18Wann sehen wir uns?
16:20Vielleicht gibt's ja doch noch
16:21eine Chance,
16:21dass ich dich glücklich machen kann.
16:23Drei Smileys in Love,
16:25Gizmo 74.
16:26Ich hab's gewusst.
16:27Sie hatte einen Lover.
16:29Komischer Name.
16:30Gizmo 74.
16:33Sie wissen schon,
16:35dass das ein Nickname ist, oder?
16:37Natürlich.
16:38Und?
16:40Sind Sie schon weitergekommen?
16:41Ja, ja.
16:42Hier, sehen Sie.
16:42Ich hatte recht.
16:44Mails von einem unbekannten Mann,
16:45der ganz offensichtlich
16:46etwas mit Ira hatte.
16:48Nennt sich Gizmo 74.
16:50Wenn der nicht in Sie verliebt war,
16:51dann fress ich einen Besen.
16:52Haben Sie schon einen Clean Name?
16:53Ja?
16:54Äh, noch nicht.
16:56Scheint also der Kollege Kieserwetter
16:57auf dem falschen Dampfer
16:58unterwegs zu sein.
16:59Oh ja, sagen wir's mal so.
17:01Die Guten irren manchmal
17:02die Besten nie.
17:05Ja.
17:20Frau Konrad?
17:21Ja?
17:23Kann ich Ihnen helfen?
17:25Ja, Kripo Lübeck.
17:26Kieserwetter, mein Name ist meine Kollegin
17:28Frau Schwartenbeck.
17:29Wir würden gerne mit Ihrem Mann sprechen.
17:32Der macht grad seinen Mittagsschlaf.
17:33Nur kurz, danke.
17:36Ja.
17:53Hey, du schläfst ja gar nicht.
17:55Na?
17:56Nee, ich wollte noch.
17:57Ach, egal.
17:58Die Herrschaft, wir sind von der Polizei.
18:01Kieserwetter, mein Name ist mein Name.
18:02Kieserwetter, mein Name ist mein Name.
18:02Spartenbeck.
18:03Oh, Konrad.
18:06Habe ich was angestellt?
18:07Nichts von dem, wir wüssten.
18:09Haben Sie einen Moment für uns?
18:10Ich hab schon gesagt, dass du eigentlich deine Mittagspause brauchst.
18:14Nee, das ist schon okay, Schatz.
18:17Magst du uns einen Kaffee bringen, bitte?
18:20Mhm.
18:24Wollen Sie Platz nehmen?
18:25Danke.
18:26Ja, was kann ich denn, wie Sie tun?
18:29Sie haben 1998 in der Klinik Glückskinder eine Samenspende abgegeben.
18:36Wo haben Sie denn die Information her?
18:38Aus der Klinik.
18:39Ein Jahr später wurde aus Ihrem Sperma ein Kind gezeugt.
18:43Ja, aber davon weiß ich ja nichts.
18:46Das ist ja auch schon eh wie her.
18:48Ich weiß jetzt gar nicht, was das...
18:48Das Kind, das Mädchen, also mittlerweile eine junge Frau, wurde gestern ermordet.
18:53Circa 300 Meter Luftlinie von hier.
18:56Was?
18:57Sagt Ihnen der Name Ihrer Jakobi etwas?
19:02Papi.
19:04Bitte.
19:06Bitteschön.
19:07Danke.
19:10Ist was passiert?
19:11Ähm, Melanie, kannst du uns ein paar Minuten alleine lassen?
19:18Ähm, du weißt, dass du in zehn Minuten zurück in der Praxis sein musst?
19:21Melanie, bitte.
19:22Das...
19:23Das geht um den Patienten.
19:26Ja?
19:34Ihre Frau soll gar nicht wissen, dass Sie mal Samenspender waren?
19:38Äh, Samenspender?
19:39Ich hab einmal gespendet, da war ich noch Student.
19:42Was ist denn jetzt mit Ihrer Jakobi?
19:43Hat sie vielleicht mal versucht, Kontakt zu Ihnen aufzunehmen?
19:46Nein.
19:47Na, wie denn auch?
19:48Die Klinik wird ihr ja wohl kaum meine Identität preisgegeben haben.
19:51Ja, sicher nicht.
19:53Sie wird andere Möglichkeiten entdeckt haben, sie zu finden.
19:55Sie wollte unbedingt wissen, wer Sie sind.
19:57Nee.
20:00Es tut mir leid, ich kann Ihnen da gar nicht helfen.
20:03Ja gut, dann warst du das erst mal.
20:04Wir sprechen dann noch kurz mit Ihrer Frau.
20:06Nee.
20:09Melanie, das geht nicht.
20:11Warum?
20:12Die ist krank.
20:14Schon länger.
20:17Psychisch.
20:18Ja, die darf sie nicht aufregen.
20:20Warum sollte sie auch, dass Sie vor langer Zeit mal eine Samenspende gemacht haben?
20:24Ist ja nun wirklich nicht schlimm.
20:25Melanie darf auf keinen Fall erfahren, dass ich mal zeugungsfähig war.
20:30Na, ich wollte nie Kinder haben, deshalb habe ich mich sterilisieren lassen.
20:35Und dann habe ich Melanie kennengelernt und die wollte Familie.
20:40Ja, und ich habe mich nie getraut, ihr zu sagen, dass...
20:43Sie haben Sie belogen, bis heute?
20:45Damals hatte ich keine Alternative.
20:47Das ist aber ziemlich mies von Ihnen.
20:49Ich meine, wenn Ihre Frau Kinder wollte...
20:51Da waren Sie mich stolz drauf.
20:53Außerdem mit den psychischen Problemen, die meine Frau hat, da wäre sie ja mit Kindern auch völlig überfordert, ne?
20:58Vielleicht hätte ihr das sogar geholfen, eine Familie zu haben.
21:01Wir beide lieben uns total.
21:03Wir genügen uns völlig.
21:05Ich bin Ihre Familie.
21:06Also, ich finde, dass man durch...
21:07Es ist mir egal, was Sie finden.
21:09Mein Entschluss, Melanie nicht zu belasten, der geht Sie beide ja auch gar nichts an, ne?
21:14Warst du das jetzt?
21:15Nicht ganz.
21:16Wo waren Sie denn gestern zwischen 21 und 23 Uhr?
21:19Dann war ich hier.
21:21Und das kann jemand bestätigen?
21:22Nee.
21:23Ich war ganz alleine.
21:26Ich muss jetzt wirklich in die Praxis, das tut mir leid.
21:30Danke, Wiedersehen.
21:33Tschüss.
21:45Diese E-Mails hier sind der eindeutige Beweis dafür, dass Ira sich mit einem fremden Mann traf, der in sie
21:50verliebt war.
21:51Und Konrad belügt als seine Frau.
21:53So what?
21:55Also, du glaubst wirklich, dass es ein Zufall ist, dass Konrads Haus und der Tatort nur einen Katzensprung von deiner
21:59entfernt sind?
22:00Das ist doch möglich, oder?
22:01Klingt aber unwahrscheinlich.
22:02Ernst, bitte.
22:03Wenn Konrads Frau Melanie, die übrigens psychisch krank ist, erfährt, dass ihr Mann ihr über all die Jahre nur was
22:08vorgemacht hat,
22:09dann ist das mit Sicherheit ein Weltuntergang für sie.
22:12Ich hab seinen Hintergrund gecheckt.
22:14Die Schwiegereltern sind sehr vermögend, zudem sind sie die Vermieter seiner Praxis.
22:18Und Konrads Villa gehört ihnen auch zur Hälfte.
22:21Konrad hat also eine Menge zu verlieren, wenn rauskommt, dass er eine Tochter hat und seine ganze Lügerei aufliegt.
22:26Und ein Alibi hat er übrigens auch nicht.
22:27Vielleicht ist die Frau ja psychisch krank wegen ihres unerfüllten Kinderwunsches.
22:32In Ihrer Familie gibt es sicherlich ein Beispiel, das genauso aussieht, oder?
22:35Lars, Ernst will doch nur helfen.
22:36Schönen guten Tag, Kiesewetter.
22:38Aber ohne den Beweis, dass Ihrer den Namen Ihres leiblichen Vaters wusste, sind das reine Spekulationen.
22:43Danke, Frau Doktor, danke.
22:44Meine Worte.
22:45Was ist, wenn Sie sich in die Datenbank eingehackt hat und den Namen so erfahren hat?
22:49Kann die KTU feststellen, ob Sie ein Hackerprogramm auf Ihrem Laptop hatte?
22:52Natürlich kann die KTU das feststellen, aber die IP-Adresse ist jetzt wichtiger.
22:55Gut, dann fahre ich jetzt in die Klinik.
22:57Die werden mir ja sagen können, ob jemand in Ihr System eingedrungen ist.
22:59Das hätten die doch gemerkt.
23:00Ja, und Sie haben allen Grund nicht drüber zu reden, weil Sie sonst den guten Ruf der Klinik gefährden.
23:05Herr Englern, Sie begleiten Ihren Kollegen.
23:08Ich möchte, dass Sie denen gemeinsam auf den Zahn füllen.
23:11Danke.
23:15Unser IT-Schutz ist auf dem neuesten Stand.
23:17Es ist ausgeschlossen, dass Sie den Namen des Spenders über unsere Datenbank erfahren hat.
23:21Punkt.
23:22Vielleicht hat Sie sie ja...
23:23Dankeschön, Herr Giersch, das war es auch schon.
23:25Vielen Dank, kommst du bitte.
23:34Die hat den Schrank Ihres Vaters aufgebrochen.
23:36Den Namen des Spenders hätte sie frühestens mit 18 erfahren.
23:38Und Jakobi hat betont, wie ungeduldig sie war.
23:41Hallo?
23:42Ich war dabei, erinnerst du dich?
23:44Aber Fakt ist nun mal...
23:45Der Einzige, der aus Ihrer Sicht schnell und unbürokratisch helfen konnte, war Giersch.
23:48Und er hat uns gerade zum wiederholten Male und ausdrücklich versichert...
23:51Vielleicht hat sie ihn als Privatpension kontaktiert, vielleicht sogar mit irgendwas erpresst.
23:55Vielleicht hat sie ihn erpresst, vielleicht hat er...
23:57Mann, Mann, Mann, weißt du, wie das nervt?
23:58Wenn du andauernd dein Vielleicht-Süppchen kochst?
24:00Ja, weil mir dein Süppchen einfach nicht schmeckt.
24:01Nein, nein, nein, weil ich im Gegensatz zu dir Beweise habe.
24:04Was hast du denn? Du hast ein paar Mails.
24:05Und die Aussage ihrer Freundin.
24:08Ihrer und ein uns unbekannter Mann hatten ein Liebesverhältnis.
24:11Wenn auch ein platonisches...
24:12Ich sage dir...
24:12Ich sage dir...
24:13Wir haben den Mörder, wenn wir Giesemow 74 haben.
24:16Aber was bist du eigentlich so fixiert darauf, dass...
24:18Warte mal. Warte doch mal, ja?
24:21Frau Schwartenbeck.
24:22Was?
24:24Er hat die IP-Adresse?
24:27Gibt's doch gar nicht.
24:28Wir hatten beide recht.
24:30Giesemow 74 ist Jens Giersch.
24:38Sie haben uns, was Ihr Verhältnis zu Ihrer angeht, belogen, Herr Giersch.
24:42Ich habe versucht, mich zu schützen.
24:44Laut diesen E-Mails waren Sie in Ihrer verliebt.
24:47Sie hat doch mit den E-Mails angefangen.
24:49Die ganze Sache war völlig harmlos.
24:50Warum haben Sie uns nicht gleich die Wahrheit gesagt, hm?
24:54Sie war minderjährig.
24:55Ich hätte auf Ihre Avance niemals eingehen sollen.
24:57Aber es ist nichts zwischen uns passiert, das schwöre ich.
25:00Das glaube ich.
25:02Haben Sie Ihrer den Namen des Spinders genannt?
25:08Sie gab einfach keine Ruhe.
25:10Wochenlang hat sie mich bearbeitet.
25:15Was hat Sie Ihnen dafür versprochen?
25:18Na komm, Sie Ihrer war ein attraktives Mädchen.
25:21Hat Sie Ihnen vielleicht versprochen,
25:23Sie wolle Ihre Freundin werden, wenn Sie es ihr sagen?
25:27Herr Giersch, wo waren Sie vorgestern zwischen 21 und 23 Uhr?
25:32In der Klinik.
25:33Ich habe eine umfangreiche Systemanalyse durchgeführt.
25:36Das lässt sich problemlos anhand der EDV-Protokolle überprüfen.
25:39Das werden wir überprüfen.
25:40Darauf können Sie sich verlassen.
25:41Das mache ich mal direkt.
25:43Wissen Sie, ob Ihre Ihren biologischen Vater aufgesucht hat,
25:46nachdem sie den Namen erfahren hat?
25:50Sie hat es vor, ja.
25:54Wann haben Sie Ihre das letzte Mal gesehen?
25:58Am Abend des Mordes hat sie mich noch mal in der Klinik besucht.
26:08Ira.
26:09Hey.
26:11Sorry, wenn ich dich so überfalle,
26:12aber ich wollte mich unbedingt persönlich bei dir bedanken.
26:16Ich freue mich so wahnsinnig, dass wir uns morgen treffen.
26:19Ja, darüber wollte ich auch mit dir reden.
26:21Jens, du musst das einfach verstehen.
26:23Du bist erwachsen und ich erst 16.
26:25Aber ich habe dir doch versprochen, zu warten, bis du es auch willst.
26:30Jens.
26:32Ich habe dir zu verdanken, dass ich meinen Vater gefunden habe.
26:35Und das macht mich so froh.
26:36Aber ich möchte dich auch glücklich machen.
26:40Ich finde dich ja auch nett.
26:43Nett.
26:48Nett ist bekanntlich die kleine Schwester von Scheiße, oder?
26:51Können wir nicht einfach nur Freunde sein?
26:52Freunde?
26:53Was sind denn das für neue Töne?
26:56Ist dir klar, dass ich für dich meinen Job riskiere?
26:59Mein Gott, ich bin so blöd.
27:01Du brauchst dir überhaupt keine Sorgen zu machen, dass du Schwierigkeiten bekommst ehrlich nicht.
27:05Alles ist gut.
27:06Außer, dass du mir plötzlich die kalte Schulter zeigst und ich meinen Job verliere.
27:10Es weiß niemand, dass ich die Infos von dir habe.
27:12Und ich werde es auch niemandem erzählen.
27:16Und auch heute Abend interessiert das sowieso keinen mehr.
27:21Wieso?
27:24Was hast du vor?
27:26Ich werde endlich mit meinem leiblichen Vater und seiner Frau reden.
27:29Und morgen mit meinen Eltern.
27:30Nein, tu das nicht.
27:31Du weißt überhaupt nicht, wie die reagieren.
27:33Vielleicht flippen die total aus.
27:34Ich bin mir sicher, dass die Wahrheit das Beste für alle ist.
27:38Ich hätte nicht übel Lust, sie hier zu behalten.
27:40Sie haben durch ihr Schweigen unsere Ermittlungen behindert.
27:43Haben Sie das verstanden?
27:50Ich habe sein Alibi gecheckt.
27:52Er hat tatsächlich eine Systemanalyse durchgeführt.
27:57Gut.
27:59Sie können erst einmal gehen, Herr Giersch.
28:03Aber halten Sie sich zu unserer Verfügung.
28:14Wie es aussieht, hat uns der Herr Doktor eiskalt belogen, was?
28:17Offensichtlich.
28:18Und Sie sprechen jetzt mal ganz fix mit Conrad.
28:31Ira kennt seit einer Woche ihren Namen.
28:33Und Sie wollen immer noch behaupten, dass sie sich nicht bei Ihnen gemeldet hätte.
28:36Ja.
28:38Sie haben angegeben, vorgestern Abend zwischen 21 und 23 Uhr zu Hause gewesen zu sein.
28:46Ja.
28:49Ja, da war ich alleine.
28:51Melanie war rudern.
28:53Nachts.
28:55Nachts haben Sie die Kanäle für sich alleine.
28:59Meine Frau, die hat schon in ihrer Jugend gerudert.
29:03Nach der Tat einen Mann aus dem Park halt wegrennt sehen.
29:05Herr Conrad, wir müssen eine Gegenüberstellung arrangieren.
29:10Ja, dann ist das wohl so.
29:12Wenn Sie uns dann begleiten würden.
29:16Ah, Süße, die Herren, die haben noch ein paar Fragen.
29:18Das ist reine Routine.
29:20Ich bin ganz schnell wieder da, ja?
29:21Kann ich mitkommen?
29:22Bitte, ich kann doch irgendwo auf dich warten.
29:24Überhaupt kein Problem.
29:25Wir müssen eh noch mit Ihnen reden.
29:34Herr Conrad, ich muss Sie vorläufig festnehmen.
29:38Nee, das können Sie nicht machen.
29:40Meine Frau wartet draußen.
29:41Sie werden jetzt einem Untersuchungsrichter vorgeführt.
29:46Hat der Zeuge ausgesagt, dass er mich erkannt hat?
29:49Ja, das stimmt nicht.
29:50Ich war nicht im Park.
29:51Ja, wo waren Sie denn dann?
29:52Zu Hause ganz sicher nicht, richtig?
29:57Bitte, Sie müssen das absolut vertraulich behandeln.
30:00Melanie darf nicht wissen, dass...
30:01Herr Conrad, wir ermitteln hier in einem Mordfall.
30:03Wie stellen Sie sich das vor?
30:09Ich war vor Ihres Haus.
30:13Ich wollte wissen, wo sie wohnt.
30:14Wie sie lebt.
30:16Da war eine Nachbarin.
30:18Er sagt die Wahrheit.
30:19Ja, wir haben mit der Frau gesprochen.
30:23Also kannten Sie Ira doch.
30:27Ira ist vor einer Woche in meiner Praxis aufgetaucht.
30:30Ich bin aus einem Wolken gefallen.
30:32Wie haben Sie reagiert?
30:36Wie das letzte Arschloch.
30:38Ich habe sie rausgeschmissen.
30:40Hat Ira Ihnen denn gesagt,
30:42wie sie ihre Identität herausgefunden hat?
30:44Sie hatte Kopien von den Unterlagen von damals.
30:48Ich habe keine Ahnung, wie sie da rangekommen ist.
30:50Aber es blieb nicht bei einem Treffen.
30:55Nein.
30:56Ich habe es dreimal gesehen.
30:58Ich war so glücklich, dass sie mich gefunden hat.
31:01Aber sie wollte nicht verstehen, dass ich...
31:03Wann war denn das letzte Treffen mit Ira?
31:06Das war vor drei Tagen.
31:09Als sie mich überredet, mit ihr Essen zu gehen.
31:15Und da habe ich mir zum ersten Mal vorgestellt, wie es wäre, wenn...
31:19wenn ich sie tatsächlich in unser Leben lassen würde.
31:23Wie hätten Sie das denn Ihrer Frau erklärt?
31:25Das war ja das Problem.
31:27Ich habe Ira gesagt, dass ich noch ein bisschen Zeit brauche.
31:30Das war meine Bedingung.
31:31Und das passte ihr gar nicht.
31:33Haben Sie ihr gesagt, dass Sie sich haben sterilisieren lassen?
31:35Nein.
31:36Sie wusste nur, dass ich keine anderen Kinder habe.
31:39Haben Sie denn mittlerweile überhaupt mal mit Ihrer Frau geredet?
31:43Nein.
31:43Aber ich mache es heute Abend versprochen.
31:46Bitte, Sie darf es auf keinen Fall von Ihnen erfahren.
31:50Wenn Ira nun doch zu Ihnen nach Hause gefahren ist und...
31:53Ach, Melanie war doch gar nicht zu Hause.
31:55Das habe ich noch erzählt.
31:58Verdächtigen Sie jetzt mal eine Frau, oder was?
31:59Nein, nein.
32:01Unser Zeuge hat einen Mann gesehen.
32:03Der einzige Punkt, in dem er sich hundertprozentig sicher ist.
32:06Herr Engeln wird Ihre Frau kurz befragen, ohne Hintergründe zu nennen.
32:09Aber mehr, Herr Kontrat, können wir Ihnen nicht zusichern.
32:13Darf ich Sie bitten?
32:21Da sind Sie ja.
32:23Ich muss wissen, ob Sie...
32:28Ist er Ihres leiblicher Vater?
32:31Ja.
32:35Er hat aber nicht...
32:37Nein.
32:37Nein, nein.
32:38Er ist lediglich als Zeuge hier.
32:43Hatten Sie meine Tochter?
32:45Ja, aber erst seit kurzem.
32:48Sie war ein tolles Mädchen.
32:53Ja, das war sie.
32:58Herr Jakubi, kommen Sie mit in mein Büro?
33:02Und, äh, bitte.
33:09Ich habe mir überlegt, mit dem Kollegen vom Gerscha haben Sie doch telefoniert, richtig?
33:14Ja.
33:15Er hat das Alibi bestätigt.
33:17Unsere letzte Systemanalyse hatten wir im Mai und mit dem verantwortlichen Kollegen war ich Mittagessen.
33:22Pannfisch.
33:23Hervorragend.
33:24Hä?
33:25Ja.
33:27Ich meine nur, da muss man doch nicht die ganze Zeit dabei sein.
33:31Kann der Computer ja schon alleine, glaube ich.
33:33Ja, das mag schon sein.
33:34Aber so wie es aussieht, ist der Fall eh gelöst.
33:37Ja, aber so wie es aussieht, ist Konrad nicht unser Mann.
33:41Der war zur Tatzeit vor Iras Haus.
33:43Echt?
33:44Ja, wir warten nur noch auf die Bestätigung von Jakobis Nachbarin, dass es auch tatsächlich Konrad war.
33:49Aber das ist eine Formsache.
33:51Womit wir wieder am Anfang werden.
33:53Nicht unbedingt.
33:54Herr Schröter hatte gerade eine ziemlich schlaue Idee.
33:58Naja, also, ich habe nochmal über den Gerscha nachgedacht.
34:01So ein EDV-Protokoll ist so kein Alibi.
34:04Eine IT-Analyse, die läuft ja von selbst.
34:06Da muss man nicht die ganze Zeit vor dem Rechner sitzen.
34:08Da haben Sie recht.
34:09Oder war der Kollege die ganze Zeit mit Gerscha zusammen?
34:12Davon hat er nichts gesagt.
34:14Seltsam ist ja auch, dass Giersch ihre Art gehen lassen, nachdem er erfahren hat, dass sie ihn einfach nur benutzt.
34:19Meinen Sie, hat sie vielleicht verfolgt oder so?
34:22Ja, wusste sowieso, wo sie hinwollte.
34:23Vielleicht wollte er sie zur Rede stellen.
34:24Das Gespräch ist eskaliert.
34:26Ich glaube, Sie sollten nochmal in die Klinik fahren.
34:28Ja, das sollten wir.
34:44Tja, wir müssen nochmal mit Herrn Giersch sprechen.
34:46Er ist gerade eben weg, ging ihm nicht gut.
34:48Was ist gleich los, nachdem Sie eben da waren?
34:51Sagen Sie, ist die Förderloge auch abends besetzt?
34:53Nein, nur bis 18 Uhr hier.
34:57Gibt es von der auch Aufzeichnungen von vorgestern Abend?
34:59Müsste, wir löschen die erst nach 48 Stunden.
35:02Gut, die müssen wir uns mal ansehen.
35:07Warum muss mein Mann draußen warten?
35:11Und warum wollen Sie überhaupt mit mir reden?
35:14Wie Sie vielleicht wissen, wurde vorgestern Abend in einem benachbarten Park eine junge Frau umgebracht.
35:21Ja, das ist bei uns Tagesgespräch.
35:24Das arme Mädchen.
35:26Aber was haben mein Mann oder ich damit zu tun?
35:29Im Moment sind wir damit beschäftigt, noch Zeugen zu finden.
35:33Wo waren Sie also vorgestern Abend?
35:35Das hat Ihnen Hannes doch sicher bereits gesagt.
35:37Ich war rudern.
35:39Und wann sind Sie nach Hause gekommen?
35:42Gegen 10, halb 11, genau weiß ich es nicht mehr.
35:44Auf dem Nachhauseweg.
35:46Ist Ihnen da irgendwas Ungewöhnliches aufgefallen?
35:48Haben Sie etwas gesehen oder gehört?
35:50Nein.
35:52Ich möchte jetzt bitte mit meinem Mann nach Hause gehen.
35:55Sie können uns doch hier nicht einfach festhalten.
35:57Nein.
35:58Natürlich nicht, nein.
36:00Bitte.
36:22Was ist denn das?
36:24Lassen Sie mal weiterlaufen.
36:26Ich will irgendeine Störung.
36:34Moment mal, da stimmt der Timecode nicht mehr.
36:37Es ist plötzlich 22 Uhr 18.
36:39Das heißt, da fehlen über zwei Stunden.
36:41Wer hat Zugriff auf die Bände?
36:42Niemand.
36:43Eine administrative Freigabe ist ausschließlich durch unsere IT-Abteilung möglich.
36:47Der Anleiter Herr Giersch ist.
36:49Ja.
36:50Und?
36:53Für wie blöd halten Sie uns eigentlich?
36:57Dachten Sie, wir merken das nicht mit den gelöschten Überwachungsbildern?
37:00Hm?
37:01Sie haben Ira vor dem Haus der Konrads aufgelauert, richtig?
37:06Ich bin schuld, dass sie tot ist.
37:10Reden Sie weiter, Herr Giersch.
37:12Wir hören Ihnen alle zu.
37:17Muss Sie unbedingt dabei sein?
37:27Also?
37:31Sie müssen das verstehen.
37:33Ich bin eigentlich unsichtbar für Frauen.
37:38Und dann kam Ira.
37:40Und hat mir regelrecht den Kopf verdreht.
37:43Aber sie hat eigentlich etwas ganz anderes von Ihnen gewollt.
37:48Sie hat gesagt, wenn ich Sie wirklich so lieb habe, wie ich immer behaupte, dann...
37:53Dann würde ich ihr die alten Unterlagen geben.
37:57Sie hat sie benutzt, nicht wahr?
37:59Und das hat sie wütend gemacht.
38:01Ja.
38:03Und dann haben Sie sie umgebracht.
38:05Was? Nein, ich habe Sie niemals angerührt.
38:08Herr Giersch, kommen Sie schon.
38:09Wir haben einen Zeugen, der Sie aus dem Park hat, rennen sehen.
38:12Der wird Sie doch wiedererkennen.
38:15Nein, oder ja, vielleicht.
38:17Mann, das war doch alles ganz anders.
38:22Ja?
38:35Äh, Frau Konrad?
38:37Ja?
38:38Ist jemand zu Hause?
38:40Nein.
38:41Ira ist tatsächlich zu den Konrads gegangen.
38:43Nein, nein, das ist die Konrad.
38:45Aber er war nicht da.
38:48Und als sie vorschlug, einen Spaziergang zu machen, dann bin ich den beiden einfach nachgegangen.
39:03Sie sprechen von Konrads Frau und ihrer...
39:07Konrads Frau, die war doch Rudern.
39:08Dann habe ich das überprüft.
39:11Dann habe ich das überprüft.
39:15Und dann habe ich sie gefunden.
39:19Und war tot.
39:20Herr Giersch, kommen Sie.
39:21Das ist doch gelogen.
39:22Der Zeuge, der den Schrei gehört hat, da hat Ira noch gelebt.
39:25Und unmittelbar danach haben Sie den Tatort verlassen.
39:27Nein, sie war tot.
39:29Ich schwöre es Ihnen bitte.
39:30Sie glauben mir doch, oder?
39:31Wir sind bisher davon ausgegangen, dass Ira im Todeskampf geschrien hat.
39:34Und haben natürlich den verdächtigt, der geflüchtet ist.
39:37Ich habe geschrien, als ich begriffen habe, was passiert ist.
39:40Ich war wie von Sinn.
39:41Es war geistesgegenwärtig genug, die Unterlagen des Spenders mitzunehmen, damit Sie nicht verdächtigt werden.
39:46Okay, jetzt nochmal der Reihe nach.
39:49Als Ira und Frau Konrad in den Park gingen, haben Sie davor gewartet.
39:55Ich hatte Angst, Sie würden mich entdecken.
39:59Und dann kam nach ein paar Minuten diese Konrad wieder raus.
40:04Alleine.
40:05Und als Sie außer Sicht waren, gingen Sie nachschauen, wo Ira blieb.
40:12Und dann haben Sie ihn gefunden.
40:15Tod.
40:16Und ich habe geschrien und bin weggerannt.
40:18Ich konnte auch nicht ahnen, dass ich Sie umbringen würde.
40:24Melanie Konrad, die schön stärker, als sie aussieht.
40:26Kein Wunder.
40:27Sie hat seit Ihrer Jugend gerudert.
40:28Sie bleiben hier.
40:29Jetzt kümmert sich gleich jemand um Sie.
40:48Frische Luft, das ist auch gut gegen Kopfschmerzen, ne?
40:52Danke, Liebling.
41:00Ich glaube, ich lege mich lieber hin.
41:03Melanie, ich muss mal mit dir sprechen.
41:05Das hat ja sicher Zeit bis morgen.
41:07Das geht um die junge Frau, nach der uns die Polizei gefragt hat.
41:10Ich will darüber nichts wissen.
41:11Aber...
41:11Da gibt es nichts zu besprechen, Hannes.
41:19Sie kann uns nichts mehr anhaben, Liebling.
41:24Was Rätseln da?
41:31Du warst gar nicht mein Bruder.
41:35Du warst zu Hause.
41:37Ja.
41:39Es ging mir nicht gut.
41:43Und du machst dir immer solche Sorgen, wenn ich mal keine Lust auf Sport habe.
41:51Ira, die war hier.
41:53Bei uns.
41:56Was reden Sie denn da?
41:59Mein Mann und ich haben keine Kinder.
42:02Also...
42:04Also bitte gehen Sie jetzt auf den Fügel singen.
42:06Nein, hören Sie mir zu, es ist wahr.
42:08Hannes traut sich nur nicht, es Ihnen zu sagen.
42:10Aber Sie müssen doch auch die Wahrheit erfahren.
42:11Gehen Sie, zum letzten Mal mein Mann hat keine Kinder.
42:14Ich bin auch sein einziges Kind.
42:15Und ich wünsche mir so sehr, dass wir uns endlich alle kennenlernen.
42:17Wenn Sie nicht sofort verschwinden, dann muss ich leider die Polizei rufen.
42:20Frau Konrad, bitte.
42:21Es ist doch nicht so, dass Ihr Mann Sie betrogen hat.
42:23Es war doch nur eine Samenspende vor 18 Jahren.
42:30Es war nur eine Samenspende.
42:35Ich kann es sogar beweisen.
42:46Da steht schwarz und weiß, dass Hannes mein Vater ist.
43:10Wenn man weiß Bescheid, ja?
43:15Und er hat sich bereits mit Eden getroffen?
43:17Ja, sogar schon ein paar Mal.
43:20Er wünscht sich genauso sehr wie ich, dass wir eine Familie werden.
43:23Wir alle.
43:26Eine Familie, ja.
43:29Ja.
43:31Das war tatsächlich mal mein größter Wunsch.
43:35Dann können Sie sich ja vielleicht für mich und Hannes freuen.
43:39Ja.
43:52Kommen Sie.
43:55Wir gehen in paar Schritte.
44:07Was hast du denn mit ihr gemacht?
44:10Hm?
44:11Also gut, dann reden wir mal Klartext.
44:14Wie können Sie es wagen, einfach bei uns zu Hause aufzutauchen?
44:17Ich weiß doch, dass das erst mal ein Schock für Sie ist.
44:20Meinen Eltern steht das auch noch bevor.
44:21Ich nehme Ihnen diesen Quatsch von der plötzlichen Vaterliebe nicht ab.
44:24Sie wollen ihn mir wegnehmen, ja?
44:25Nein.
44:25Sie wollen meinen Mann dazu bringen, dass er sich von mir abwendet, ja?
44:27Nein.
44:28Sie wollen mein Leben zerstören.
44:29Und seien es gleich mit?
44:31Was?
44:31Nein.
44:32Sie lassen meinen Mann ab sofort in Ruhe.
44:34Und werden uns nie wieder belästigen.
44:37Er ist mein Mann.
44:38Und er braucht auch niemanden.
44:40Außer mir.
44:41Er hat mich doch auch lieb.
44:43Ich habe doch ein Recht auf meinen Vater.
44:44Sie haben kein Recht.
44:46Nein.
44:47Mein Mann ist alles, was ich habe.
44:50Und ich lasse ihn mir nicht wegnehmen.
44:51Ob Sie tun mir weh.
44:52Ob Sie das verstanden haben.
44:53Nein.
44:53Lassen Sie mich los.
44:54Ob Sie das verstanden haben.
44:55Sie sind ja völlig verrückt.
44:59Ich werde alles erzählen.
45:01Gar nichts, wenn Sie.
45:03Gar nichts.
45:04Niemand.
45:06Niemand wird sich zwischen mich und alles stellen.
45:08Niemand.
45:09Und ich lasse es nicht zu.
45:12Ich lasse es nicht zu.
45:26Du hast sie umgebracht.
45:30Du?
45:31Herr Connard, stopp!
45:34Anders!
45:36Lass Ihre Frau los!
45:37Sofort!
45:40Ich fasse mich nicht an.
45:42Ich...
45:44Ich kann...
45:45Ich kann nichts dafür.
45:47Ich bin krank.
45:51Frau Connard, Sie müssen jetzt mit uns kommen.
45:55Bitte.
45:59Hannes.
46:02Hannes, hilf mir.
46:13Du feiges, verlogenes Schwein!
46:16Es ist doch alles deine Schuld.
46:18Dich hätte ich umbringen sollen.
46:20Dich hätte ich umbringen sollen.
46:22Läffer.
46:24Hey!
46:37Laut Gutachten leidet Melanie Konrad unter einer paranoiden Psychose.
46:42Die immer stärker werdende Fixierung auf ihren Ehemann wurde zur wahnhaften Abhängigkeit.
46:46Das heißt, nur das Auftrag von ihrer hat dafür gesorgt, dass sie panische Angst davor hatte, ihren Mann nicht mehr
46:50allein für sich zu haben?
46:51Ja, und in diesem Liebesfahren hat sie die Realität völlig ausgeblendet.
46:56Sie hatte übrigens seit Monaten nicht mehr gerudert und ihre Medikamente hatte sie auch abgesetzt.
47:01Wäre der Mann an dem Abend zu Hause geblieben, dann würde das Mädchen jetzt noch leben.
47:05Irgendwie war dieser Fall sowieso eine Verkettung tragischer Umstände, oder?
47:10Ja, wie auch immer. Sie haben den Fall gelöst. Trotz ihrer nervigen Streitereien.
47:17Nicht trotz der Streitereien, sondern wegen. Ja, außerdem war das überhaupt gar kein richtiger Streit.
47:22Mir ist doch einfach ein höchstprofessioneller Gedankenaustausch mit konstruktiven Ergebnissen.
47:27Eigentlich mögen wir uns ja.
47:28Echt? Darf ich Sie zitieren, wenn Sie das nächste Mal aufeinander losgehen?
47:33Vielen Dank.
48:03Vielen Dank.
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