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00:28Untertitelung des ZDF, 2020
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07:42Wegen dir ein paar kleinen Flecken? Bei einem plötzlichen Herzstillstand kann es durchaus auch sein, dass...
07:46Das wissen Sie sicher besser als ich. Mir geht es auch gar nicht um diese Flecken.
07:49War es eine Angewohnheit von Ihrem Mann, nach einer Zigarre Pfefferminz zu lutschen?
07:55Was? Pfefferminz? Nein, Jörg hat überhaupt nie Pfefferminz. Ätherische Öle schaden dem Geruchssinn.
08:02Ich würde mich gerne, wenn es Ihnen nichts ausmacht, mit Ihnen alleine unterhalten.
08:05Ist schon gut. Ich warte nebenan. Ich bin da.
08:19Haben Sie Ihren Mann letzte Nacht nicht vermisst?
08:21Nein, wir schlafen gelegentlich getrennt. Mein Mann hat abends noch einen Termin gehabt und danach habe ich mich von ihm
08:27verabschiedet.
08:28Was für ein Termin? Keine Ahnung. Ich kümmere mich nicht ums Geschäftliche. Mein Mann hat oft abends gearbeitet.
08:35Und Sie?
08:37Ich habe auf Dr. Königs Anraten hin ein Ruhe-EKG gemacht und dann um elf bin ich ins Bett gegangen.
08:45Ich habe gelegentliche Herzrhythmusstörungen, aber nichts Wildes.
08:49Das EKG müssen wir mitnehmen.
08:53Was? Glauben Sie, dass mein Mann ermordet wurde?
08:55Das wissen wir noch nicht.
08:57Was ich mich nur frage ist, wenn Ihr Mann herzkrank war und Parfümeer, wieso hat er dann Zigarre geraucht?
09:03Aber er hat sie nur angeraucht, um sein olfaktorisches Gleichgewicht wiederherzustellen.
09:09Zigarrenrauch stellt den Geruchssinn wieder her? Ich dachte, das Gegenteil sei der Fall.
09:13Ja. Nein, nein. Also immer nur ein, zwei Züge. So wie eine Knabberstange bei der Weinprobe.
09:19Ich verstehe. Meine Kollegin sagte mir, Ihr Mann war ein sehr erfolgreicher Parfümeer.
09:23Das Geschäft läuft sehr gut. Lief sehr gut.
09:29Hatte Ihr Mann Feinde, zum Beispiel im Job?
09:33Nein, absolut nicht. Sie haben das sehr beliebt, sowohl bei den Kollegen als auch bei den Auftraggebern.
09:38Also Herr Spusy ist unterwegs.
09:41Gab es privat irgendwelche Probleme?
09:44Nein. Wissen Sie, wir waren 22 Jahre wirklich glücklich verheiratet.
09:50Und wenn ich wirklich glücklich sage, dann meine ich wirklich glücklich.
09:58Wir müssten uns in seinem Labor unbedingt mal umsehen.
10:07Vera, was ist hier los? Draußen steht die Polizei.
10:11Ja, Polizei Lübeck. Käsewetter mein Name. Wer sind Sie?
10:16Pierre Berger. Ich bin der Geschäftspartner von Jörg. Also, Herrn Heffner.
10:28Ist etwas mit ihm?
10:32Jörg ist...
10:32Herr Heffner ist tot.
10:34Mein Gott.
10:37Vera, was ist passiert?
10:38Das können wir noch nicht sagen. Wann haben Sie Ihren Geschäftspartner das letzte Mal gesehen?
10:43Gestern Nachmittag. Wir hatten eine Besprechung.
10:45Danach bin ich nach Berlin gefahren. Begen eines Vertragsabschlusses.
10:48Wieso war Herr Heffner nicht dabei?
10:51Jörg ist die Nase und ich der Kaufmann.
10:53Also, Sie haben die letzte Nacht in Berlin verbracht?
10:56Ja. Im Hotel Okapi.
10:59Ich wollte eigentlich gestern schon zurück sein, aber die Verhandlungen mit Spirits haben sich in die Länge gezogen.
11:04Eine bekannte Modefirma.
11:07Gehen wir die auch mit?
11:08Ja, ja. Der Rumi Dorr kommt auch ins Labor.
11:12Wer hatte hier alles Zutritt?
11:16Vera, ich...
11:17Natürlich, Jörg. Entschuldigen Sie bitte.
11:21Und... und eingeladene Kunden natürlich.
11:24Ja.
11:26Sie kennen ja den Arbeitsplatz von Herrn Heffner am besten. Fällt Ihnen irgendwas auf?
11:40Bestein Abend waren auf dem Blog noch die Formeln von dem neuen Parfum, an dem mein Mann gearbeitet hat.
11:45Ja, das sieht aus wie durchgedrückt.
11:48M, Y, P.
11:50Sagt Ihnen das irgendwas?
11:52M, Y, P?
11:53M, Y, P?
11:55Nein.
11:57Also, das Labor muss versiegelt werden, bis die Spurensicherung damit durch ist.
12:09Hallo?
12:19Jörg Heffner, sagst du?
12:21Ja, kennst du ihn?
12:22Ja.
12:23Ja, wir waren mal gute Freunde.
12:24Haben uns schon lange Zeit aus den Augen verloren.
12:27Du kennst ihn nicht. Das war vor unserer Hauptzeit, weißt du?
12:30Ja, vielleicht hat ja Schwartenberg recht und er wurde ermordet.
12:32Aber wir müssen jetzt die Autopsie aufwarten.
12:36Dass die Formel verschwunden ist, spricht gegen eine natürliche Todesursache.
12:41Wenn Jörg ermordet wurde, dann muss es was Geschäftliches gewesen sein.
12:47Er war ein guter Mensch.
12:49Das sagst du selten über jemanden?
12:51Er hat sich schon damals immer für alles mögliche engagiert.
12:54Aber nicht so ein Gelaber, sondern richtig.
12:56Hat dem Tierheim ausgeholfen, hat sich um die alten Leutchen gekümmert und als er dann seine Frau kennenlernte...
13:04Vera Heffner.
13:05Vera Jungblut hieß sie, glaube ich, damals.
13:07Als junges Mädchen hatte sie einen schweren Unfall.
13:09Hat in dem Krankenhaus gelegen, in dem er als Zivi gearbeitet hat.
13:13Liebe auf den ersten Blick.
13:15Die Ärzte haben gesagt, sie wird nie wieder laufen können.
13:18Trotzdem hat er sich um sie gekümmert.
13:20Hat sie motiviert.
13:21Mit 24 Stunden am Tag.
13:24Hat sich gelohnt.
13:26Sie konnte hinterher wieder laufen.
13:28Die Ärzte meinten, es wäre sowas wie ein Wunder.
13:31Okay.
13:32Was haben wir?
13:34Verstehen wir?
13:34Wir wissen nur, dass er eine begrenzte Anzahl Zutritt zum Labor hatte.
13:39Also sein Partner Berger, seine Frau natürlich und eine kleine Gruppe von Kunden.
13:44Wir wissen den ungefähren Todeszeitpunkt.
13:48Vermutlich auch die Todesursache.
13:50Eine vergiftete Zigarre.
13:51Schwartenbeck und Schröter checken gerade die Anruflisten von Heffner.
13:55Also Mailbox, Festnetz.
13:57Achso, und wir haben eine Notiz gefunden im Labor.
13:59M-Y-P.
14:01M-Y-P?
14:02Wollt das heißen?
14:03Der Name des neuen Parfums, an dem er gearbeitet hat?
14:07So eine neue Parfumlinie, die sich millionenfach verkauft, das ist doch ein Riesengeschäft.
14:12Aber der Täter muss gewusst haben, dass er diese Zigarre raucht.
14:15Das heißt, er muss die Gewohnheiten gekannt haben, sehr gut gekannt haben.
14:20Die Spuse hat gerade angerufen.
14:21Die Zigarren, die wir bei Heffner sichergestellt haben, sind alle sauber.
14:25Also keine Vergiftung.
14:27Dann Herzinfarkt oder was?
14:29Oder der Täter hat diese spezielle Zigarre vernichtet.
14:31Das würde aber heißen, dass er vielleicht sogar dabei zugesehen hat, wie Jörg gestorben ist.
14:40Ja, möglich.
14:42Gut, ihr seid jetzt informiert.
14:43Wir machen mal weiter.
14:45Na, wollen wir eine Prise Pathologie-Luft schnuppern?
14:48Dein Lieblingsduft.
14:58Schade, dass ich deinen Freund damals nicht kennengelernt habe.
15:05Wie ich hörte, haben Sie heute Morgen versucht, meinen Job zu machen, haben Sie gut hingekriegt.
15:10Jörg Heffner ist tatsächlich an einer natürlichen Dosis Zyanid, also Blausäure, gestorben.
15:14Tja, ohne Frau Schwartenbeck hätte Dr. König, also der Hausarzt, ist tot und das glatt übersehen.
15:19Na ja, also wenn Holger mir nicht die Tatortfibel zu unserem Zwölfjährigen geschenkt hätte, dann wäre ich da nie drauf
15:25gekommen.
15:25Der Kollege konnte aber gar nichts für seine Fehldiagnose.
15:28Bei einer Vergiftung mit so einer hohen Konzentration wie in Heffners Fall kommt es in wenigen Sekunden zu Hyperventilation und
15:35zum Herzstillstand.
15:36Und genau den hat dieser König ja diagnostiziert.
15:39Wie wurde das Gift aufgenommen?
15:41Über die Mundschleimhaut, kurz vor Mitternacht.
15:43Also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit durch eine vergiftete Zigarre.
15:47Wir haben beim toten Pfefferminz gerochen.
15:50Darauf wollte ich gerade kommen.
15:52Ich habe in Heffners Mundraum Partikel eines minzerhaltigen Mundsprays isoliert.
15:57Aber nur in seinem Mundraum.
15:59Das heißt, er hat es nicht eingeatmet. Es wurde ihm erst nach seinem Tod verabreicht.
16:04Genau. Sie sind noch jung genug, um sich nochmal an die Uni zu begeben.
16:08Wie wäre es in ein paar Jährchen mit einem gekachelten Arbeitsplatz, Frau Dr. Schwabenbeck?
16:13Nee, nee. Ich bin ganz gern Polizistin.
16:16Also die Blausäure wurde neutralisiert, damit dem Arzt der Mord nicht auffällt.
16:23Aber wieso hat Heffner nicht bemerkt, dass die Zigarre nach Bittermandel riecht?
16:27Ja genau. Blausäure riecht doch total intensiv.
16:30Ich meine, der Mann erlebte von seinem Geruchssinn.
16:32Das stimmt doch hinten und vorne nicht.
16:33Doch. 30 bis 40 Prozent aller Menschen können Bittermandelgeruch genetisch bedingt nicht wahrnehmen.
16:49Was es nicht alles gibt, beziehungsweise nicht gibt.
16:51Das muss der Täter gewusst haben.
16:53Ja, mit Sicherheit.
16:54Ja, und wer könnte besser über die Riechdefizite von Heffner Bescheid wissen als seine Ehefrau?
17:00Da fürchte ich liegen Sie falsch. Die Ehefrau hat die Nacht geschlagen wie ein Murmeltier.
17:04Sieht man klar im EKG.
17:05Nee. Hätte sie auch nur einen Schritt vors Bett gesetzt, wäre ihr Puls nach oben begangen. Ist aber nicht.
17:10Ja, aber sie könnte doch die vergiftete Zigarre im Humidor platziert haben.
17:14Das Mundspray wurde eindeutig post-mortem verabreicht.
17:17So wenig Ihnen das gefällt, die Ehefrau ist damit aus dem Schneider.
17:20Nicht doch ein klitzekleines Medizinstudium, Frau Schwartenbeck?
17:24Nee.
17:25Dann werden Sie auch kiesewetterlos.
17:26Kommen Sie, Frau Schwartenbeck, dieser Strahl tut Ihnen gar nicht gut.
17:33Sind Sie mit den Anruflisten schon weitergekommen, Schröter?
17:36Und ab. Oder glauben Sie, dass ich hier eine ruhige Kugel schiebe?
17:40Sie?
17:41Ausgeschlossen.
17:43Sehr gut. Ich habe hier die Personendaten der Handyanruferin von heute Morgen.
17:49Der Anschluss ist auf eine Marie von Paulsen angemeldet.
17:52Kennen Sie die?
17:53Nee, aber irgendwas klingelt da bei mir.
17:56Marie von Paulsen. Marie von Paulsen. Marie von Paulsen. Marie von Paulsen.
18:05Hat Ihre Platte einen Sprung?
18:09Nee. Ich habe es.
18:12M-Y-P. Die Initialen.
18:16Klar, Sie haben recht. Das sind die Buchstaben, die sich auf dem Notizblock durchgedrückt haben von Hefner.
18:21Ja, jetzt gucken wir doch mal, wie viel Marie von Paulsen es so in unserer schönen Republik gibt und ob
18:26wir die ans Telefon kriegen.
18:27Wir.
18:28Wir?
18:29Nee.
18:31See.
18:37Maiglöckchen, Sonnenblumen, Herbstlaut und Weihnachtsstern. Ich kann diese Jahreszeiten-Dekoration nicht mehr sehen.
18:43Wir sollten unsere nächste Dekoration an die nächste Lesung anpassen.
18:47Ja, aber das soll eine Krimi-Lesung werden. Und was willst du ins Schaufenster packen? Irgendwelche Bücher und Tee, das
18:54passt nicht.
18:55Ja, aber das müssen richtiger Knaller werden. Irgendwas, was niemand sonst hat. Ich meine, unser Umsatz ist zwar prima, aber
19:00ein bisschen Luft nach oben ist schon noch da.
19:02Erzähl nicht, was es werden soll. Wir müssen jetzt kreativ sein.
19:07Auf jeden Fall muss es was sein, wofür er uns nicht behelfen muss. Wenn er eine Mordermittlung hat, dann kriegen
19:11wir ihn ja überhaupt nicht mehr zu sehen.
19:13Ria, Krimi-Lesung ist gar nicht so schlecht. Ich stelle mir vor, draußen Nebel, hier drinnen sehr gemütlich, warm, Kerzenlicht.
19:24Und du sitzt in einem bequemen Ohrensessel und liest einen spannenden Krimi und wir servieren einen ganz speziellen Tee.
19:30Ja, gut. Also hier Blutschweiß und Tränen, da Entspannung pur mit Tee. Gut.
19:35Sag mal, hat Finn nicht noch irgendwo seine alte Polizeiuniform zu hängen?
19:49Ich habe da noch einiges über Heften als Vermögensverhältnisse herausgefunden.
19:53Er hat in Bioaktien, Windkrafträder und Sonnenenergie investiert.
19:59Er hat sich für Projekte in Afrika stark gemacht und außerdem war er stellvertretender Vorsitzender der Liga gegen Kinderarbeit.
20:07Meine Herren, vermutlich hat ihn jemand umgebrocht, weil er so viel Gutmenschtum nicht ertragen konnte.
20:12Ich habe auch fürs Tierheim in Radekau gespendet.
20:17Ach, das ist doch Quatsch, ich lebe ja noch.
20:19Frau Paulsen wohnt in Berlin. Dort ist auch der Sitz ihres Unternehmens. Die Firma Spirits.
20:25Das sind doch die, mit denen Hefners Kompagnon in Berlin verhandelt hat.
20:29Ja, genau die. Ist eine Modefirma. Ich muss das nochmal genauer checken. Ich habe jetzt erstmal nur die Paulsen...
20:33Ja, kein Thema. Überprüfen Sie das doch mal. Spirits, sind die bei uns aktenkundig?
20:39Jedenfalls, ich habe da gerade angerufen. Ich hatte aber nur den Assistenten von Frau Paulsen dran, weil die gerade für
20:44Besprechungen in Lübeck ist.
20:46Ist im Grand Hotel abgestiegen.
20:47Ja, aber das muss der Berger doch wissen.
20:50Also ich kann ja noch glauben, dass er bei MYP nicht gleich auf die Paulsen kommt, aber dass die hier
20:55ist, das ist interessant.
20:58Was schlagen Sie vor, Frau Dr. Schwartenbeck?
21:01Ich schlage vor, wir gucken uns die Dame mal an.
21:04Das ist eine gute Idee.
21:05Warten Sie, warten Sie, warten Sie.
21:06Die Firma Spirit ist bei uns nicht aktenkundig, aber hier im Netz gibt es zwei, drei Artikel, in denen die
21:13Firma Spirit mit Kinderarbeit in Asien in Zusammenhang gebracht wird.
21:18Angeblich sind Slum-Kinder in Indien.
21:21Kinderarbeit?
21:22Mit solchen Leuten würde er doch helfen, da nie zusammenarbeiten, oder?
21:25Aber der lebt ja auch nicht mehr. Drucken Sie uns das mal alles aus, ja, Schröter?
21:43Zufa-Pausen. Bis zum nächsten Mal.
21:47Dankeschön.
21:50Marivonne Paulsen?
21:54Fynn Kiesewetter, Kripo Lübeck, das ist meine Kollegin Frau Schwartenbeck.
21:59Ist Ihnen ein gewisser Jörg Heffner bekannt?
22:01Ja, wieso?
22:02Wir hätten da ein paar Fragen. Würden Sie uns freundlicherweise aufs Revier begleiten?
22:08Ja, ich habe gehört, was mit Herrn Heffner passiert ist.
22:12Das ist eine Tragödie.
22:12Von wem haben Sie es denn erfahren?
22:15Herr Berger war so freundlich, mich zu informieren.
22:17Ich war nämlich eigentlich heute mit Herrn Heffner zu einer Duftprobe verabredet.
22:22Wir wollten uns noch telefonisch abstimmen, wann und wo wir uns treffen.
22:25Und deshalb haben Sie ihn um 8.47 Uhr angerufen?
22:29Ja.
22:30Sie haben aber gleich wieder aufgelegt?
22:32Ja, weil nicht Herr Heffner, sondern jemand anderer an den Apparat ging.
22:35Ich dachte, ich hätte mich verwehlt.
22:37Ach, und wieso haben Sie dann nicht gleich nochmal angerufen?
22:39Das hätte ich schon noch getan.
22:42Um welche Duftprobe handelt er sich denn?
22:45Herr Heffner hat in unserem Auftrag eine Duftlinie für junge, erfolgreiche Großstädter entwickelt.
22:50Arbeitstitel Urban Man.
22:51Die Werbekampagne steht so weit, es fehlt nur noch der passende Duft dazu.
22:54Jörg wollte noch allerletzte Modifikationen vornehmen.
22:58Modifikationen?
23:00Das heißt, Sie kannten den Duft bereits?
23:02Ja, wir haben ihn gestern Abend getestet.
23:05Ich dachte, das wüssten Sie und deswegen haben Sie mich gebeten, mitzukommen.
23:08Richtig.
23:09Wann genau waren Sie denn bei Herrn Heffner?
23:11Kurz nach 22 Uhr.
23:13Oh, ist aber ganz schön spät für einen geschäftlichen Termin.
23:16Das ist vollkommen normal im kreativen Bereich.
23:19Herr Heffner präsentierte mir den vorläufigen Duft.
23:21Ich fand ihn fantastisch.
23:22Aber er war noch nicht hundertprozentig zufrieden, also habe ich ihn weiterarbeiten lassen.
23:26Das war gegen 22.30 Uhr.
23:29Heute Morgen wollte ich den endgültigen Duft in Empfang nehmen.
23:32Ja, nur haben wir gar keinen Duft gefunden.
23:34Stattdessen ist eine Formel verschwunden mit Ihren Initialen.
23:38Die Formel wurde gestohlen?
23:40Ja, zumindest war der Duft nicht auffindbar.
23:43Und da haben wir uns gefragt, ob Sie nicht vielleicht etwas damit zu tun haben.
23:46Das ist ja eine absurde Unterstellung.
23:48So eine Kampagne, die kann doch locker mal Millionen kosten.
23:51Und dabei dreht es sich nur um den Duft?
23:54Richtig, und?
23:55Ja, da wäre es doch saublöd, wenn der Parfümeur kurz vorher aussteigt.
23:58Wie bitte?
23:59Frau Schwartenbeck.
24:04Spirits fördert Kinderarbeit. Ihre Firma.
24:07Das ist Journalistengeschwätzt. Dafür gibt es nicht die geringsten Beweise.
24:10Bisher nicht. Aber hätte das Gerücht alleine nicht schon Jörg Heffner davon abgehalten, für Sie tätig zu werden?
24:15Das weiß ich doch nicht.
24:16Jörg Heffner ist Mitglied in der Liga gegen Kinderarbeit. Wenn er davon Wind bekommen hat.
24:20Ich muss mir solche Unterstellungen nicht gefallen lassen. Ich möchte jetzt gehen.
24:23Und ihn in den Duft verweigert hat und es deswegen zum Streit kam.
24:27Oder, und vielleicht ist das ja der tatsächliche Grund für Ihr Date.
24:31Heffner droht mit Ausstieg. Sie wollten ihn überreden, im Boot zu bleiben.
24:35Und Sie haben notfalls einen Plan B.
24:37In der Textilbranche ist es nicht schwer, nicht in Mikalien ranzukommen.
24:40Und für Sie sicher kein Problem, Zür nicht zu beschaffen. Oder?
24:43Das ist jetzt wirklich lächerlich.
24:45Sie bieten ihm eine präparierte Zigarre an. Dann tun Sie so, als gehen Sie weg.
24:49Komm aber tatsächlich wieder, sehen ihn beim Sterben zu, nehmen Duft und Formel mit.
24:53Kein Ärger mehr. Kampagne gerettet.
24:57Das ist Bullshit. Und ich werde jetzt auf der Stelle dieses Büro verlassen.
25:01Und ich werde meinen Anwalt über dieses Gespräch informieren. Sie hören von mir.
25:05Ja, zweifelsohne. Wiedersehen.
25:13Das ist eine schöne Theorie. Keinerlei Beweise.
25:24Ich kann mich nicht mehr rühren.
25:27Ja, ja. Ich kann auch kaum noch Piep sagen. Aber du, ich bin gerade mal drei Jahre jünger als du.
25:3538 Monate, 152 Wochen, 1064 Tage und 25.000 habe ich vergessen.
25:43536 Stunden.
25:47Was meinst du, was unsere Kunden zu dem neuen Fenster sagen werden?
25:50Ja, die werden sich freuen.
25:51Und den Scharen zu uns strömen.
25:53Prost.
25:54Na, aber Finn, den hätten wir vorher noch mal fragen sollen.
25:57Du bist immer sowas von ängstlich, Ria.
26:01Na, Schwesterchen, noch ein Schnäpschen?
26:04Ja. Und einen Keks.
26:12Ich meine ja nur, du solltest dir mehr Zeit lassen.
26:15Erzähl mir nicht, was ich soll, Martin.
26:20Entschuldige.
26:21Schau, ich muss doch weitermachen.
26:24Irgendwie.
26:25Und als erstes muss ich mir ein Bild von Jörgs geschäftlichen Angelegenheiten machen.
26:33Wenn du meinst.
26:34Aber übernimm dich nicht.
26:39Ich mach das schon.
26:40Danke.
26:52Haben Sie neue Informationen?
26:54Leider nein.
26:55Wir haben gehofft, Herr Berger sei hier.
26:58Ach, er wollte später kommen und mir helfen, Jörgs Sachen zu ordnen.
27:00M-Y-P.
27:02Die Initialen für Marie von Pausen, eine Geschäftspartnerin ihres Mannes, Sie erinnern sich?
27:08Sein letzter Termin gestern, er hat für ihre Firma einen Duft entwickelt.
27:12Ja, stimmt.
27:13Urban Man.
27:14Richtig?
27:15Hat er Ihnen Näheres zu der Firma Spirits gesagt?
27:18So wie es aussieht, hat die Firma mit Kinderarbeit zu tun.
27:21Ach, das ist unmöglich.
27:22Dann hätte mein Mann nie mit denen gearbeitet.
27:24Aber hätte er sich deswegen so einen lukrativen Auftrag...
27:28Ja, sofort.
27:30Jörg war die Rechtschaffenheit in Person.
27:32Moralisch absolut kompromisslos.
27:36Das mochte für manche vielleicht anstrengend sein, aber für die meisten war Jörg...
27:40Ein Vorbild, ja.
27:42Sie waren ein enger Freund von ihm?
27:43Seit 20 Jahren.
27:44Ich war Assistenzarzt in dem Krankenhaus, in dem Jörg Zivildienst leistete.
27:48War das das Krankenhaus, wo Sie lagen? Wir hörten von dem Autounfall.
27:51Ja, ohne Jörg...
27:54...hätte ich das nicht geschafft.
27:56Woher wissen Sie überhaupt davon?
27:57Keiner Zufall.
27:58Aber toll, dass Sie wieder vollständig genesen sind.
28:03Ach, wir haben festgestellt, dass Ihr Mann nicht in der Lage war, Bittermandel zu riechen.
28:07Ich weiß.
28:09Das war aber kein Problem für ihn.
28:11Bittermandel spielt als Parfumaroma überhaupt keine Rolle.
28:13Es existiert nicht als Duftkomponente.
28:15Jörg hat sich im Freundes- und Kollegenkreis immer lustig gemacht über diesen blinden Fleck
28:19in seiner ansonsten wirklich außergewöhnlichen Geruchswahrnehmung.
28:22Heißt das, viele haben davon gewusst?
28:24Auch von seiner Angewohnheit nach getaner Arbeit eine Zigarre zu rauchen, war das auch bekannt?
28:29Ja, ich fürchte schon.
28:32Der Kompagnon wird natürlich ebenfalls davon gewusst haben.
28:35Aber der war ja nun mal in Berlin.
28:37Haben wir das denn schon überprüft?
28:39Nicht mir, ich.
28:42Pierre Berger hat gestern Nachmittag eingecheckt und heute Morgen wieder ausgecheckt.
28:46Ich habe aber Herrn Schröter gebeten, nochmal mit dem Nachtpferdner zu sprechen.
28:50Nicht, dass er vielleicht doch zwischendurch...
28:51Ich denke mal, der Berger ist nicht so äthipität in moralischen Fragen wie der Heffner.
28:55Wir sollten die Paulsen fragen, ob er bei seinem Besuch in Berlin bei Spirit die Gerüchte
29:00um die Kinderarbeit angesprochen hat.
29:02Wir?
29:02Ach, Sie haben ja so recht.
29:04Sie.
29:05Ich muss das wirklich endlich lernen.
29:08Mal abgesehen vom Alibi.
29:10Würde Berger denn seinen Kreativpartner töten?
29:13Nur damit ihm keine Aufträge entgehen?
29:15Ich meine, ohne Nase kein Duft, oder?
29:18Weiß man's?
29:19Reddite vor Moral.
29:20Ist das nicht die goldene Kaufmannsregel Nummer eins?
29:22Ja, wirklich.
29:24Und was machen Sie jetzt?
29:26Was überprüfen.
29:28Ist nur so eine Idee.
29:29Vielleicht auch Blödsinn.
29:36Was kann ich für Sie tun, Herr?
29:39Diese Wette, ich...
29:40Sagen Sie nichts.
29:41Lassen Sie mich raten.
29:44Haare sind doch reichlich da.
29:46Figur?
29:47Einermaßen schlank.
29:49Straffer Hintern.
29:51Liposuktion nicht nötig.
29:52Fett absaugen.
29:54Ach, das Gesicht vermutlich.
29:57Lidstraffung?
29:58Unterspritzung der Labialfalten?
29:59Nee.
30:00Ich hab's.
30:01Sie wollen sich die Wangen aufpolstern lassen.
30:04Stimmt's?
30:05Alles falsch.
30:06Ich bin hier, weil Sie vor 22 Jahren Oberärztin der chirurgischen Orthopädie dieses Krankenhauses waren.
30:12Die Polizei.
30:13Ja.
30:15Solange die Informationen nicht unter die Schweigepflicht fallen, bitte.
30:19Jörg Heffner.
30:21Vera Jungblut, Martin König.
30:23Sagen Ihnen die Namen irgendwas?
30:25Ja.
30:26Martin König war mal ein Kollege von mir.
30:29Ist aber dann zu den Internisten gewechselt.
30:32Und Jörg war mal Zivi bei uns.
30:35Wie?
30:36Sie erinnern sich an ein Zivi von vor über 20 Jahren?
30:39Ja.
30:39Nur weil er so ein unglaublich korrekter Kerl war.
30:42Und sehr, sehr sozial.
30:44Aber diese Vera...
30:47Jungblut später Heffner.
30:48Sie müsste damals Patientin auf ihrer Station gewesen sein.
30:51Sie hatte einen schweren Unfall und war danach querschnittgelähmt.
30:53Stimmt.
30:54Das Wunder von der Chirurgie 3.
30:57Ich hatte den Namen des Mädchens völlig vergessen.
31:01Ja.
31:02Sie konnte tatsächlich wieder gehen.
31:03Dank Jörg.
31:04Oh Gott, diese beiden.
31:06Also Romeo und Julia waren scheiß dagegen.
31:09Hatten Sie damals vielleicht das Gefühl, dass Martin König auch an Vera interessiert war?
31:13Sie war damals sehr hübsch, denke ich.
31:15Ja, war sie.
31:16Sie war aber auch sehr gelähmt.
31:18Also ich glaube nicht, dass Martin interessiert war.
31:19Außerdem konnte selbst ein Blinder sehen, dass Vera nur Augen für Jörg hatte.
31:25Das Verhältnis zwischen König und Heffner damals?
31:28Ja, gut.
31:29Also, soweit ich weiß, hatten sich die beiden ziemlich angefreundet.
31:34Jörg ist doch bestimmt immer noch mit dieser Vera zusammen, stimmt's?
31:37Jörg Heffner wurde gestern ermordet.
31:40Ach nee.
31:43Aber doch wohl nicht von ihr, oder?
31:45Nein, wohl nicht.
31:47Ich danke Ihnen für Ihre Hilfe.
31:49Ach so, und sollte ich mich jemals nicht mehr am Spiegel ertragen können, komme ich garantiert zu Ihnen. Versprochen.
31:53Das hat wohl noch ein paar Jährchen Zeit.
31:55Diese Vera, wie geht's ihr denn heute? Ich meine, physisch.
31:59Ja, gut, denke ich. Ausgezeichnet.
32:01Erstaunlich.
32:02Ich hätte wetten können, dass die längst wieder im Rollstuhl sitzt.
32:05Ich denke, sie war geheilt.
32:07Ihr Rückgrat war an drei Stellen angebrochen.
32:10So was halt nie ganz.
32:11Also, wenn die tatsächlich wieder läuft, dann muss die extreme Schmerzen haben.
32:15Chronische Schmerzen.
32:29Ja?
32:31Chef?
32:32Okay, mal kurz stören.
32:34Kiesewetter ist nicht erreichbar und Sandra ist auch noch nicht da und ich bin mir nicht so sicher.
32:40Was ist denn, Schröter?
32:41Es geht um den Fall Heffner.
32:44Herr Salles, das ist doch klar.
32:44Kommen Sie her, setzen Sie sich.
32:45Danke.
32:46Ich habe da ein paar Erkundigungen eingeholt.
32:48Dieser Kompagnon von dem Heffner, dieser Pierre Berger, der hat auch in seinem Alibi angegeben, dass er in einem Hotel
32:54in Berlin gewohnt hat.
32:55Und jetzt habe ich endlich den Nachtportier von gestern Nacht erreicht und der hat bis jetzt geschlafen.
33:00Und der hat ausgesagt, der Berger hat abends um zehn das Hotel verlassen und ist frühmorgens um drei wieder zurückgekommen.
33:07Ah ja.
33:08Gut, wenn man ein bisschen Gas gibt, kann man die Strecke Berlin-Lübeck durchaus schaffen in der Zeit.
33:12Das ist doch das, woraus Sie hinaus wollen, oder?
33:15Zumal ich noch etwas anderes rausbekommen habe.
33:18Der Berger ist eine Stunde vor seiner Ankunft geblitzt worden und zwar mit 167 in einer Baustelle auf der Autobahn
33:26Lübeck Richtung Berlin.
33:28Gute Arbeit, Schröter. Bravo. Ich habe ein persönliches Interesse daran, dass der Fall schnellstens aufgeklärt wird.
33:37Aber worauf warten Sie noch? Verhaften Sie ihn.
33:43Alleine?
34:06Nein, nein. Ich komme.
34:25Ich habe schnell den Haftbefehl ausgestellt. Lars und Schröter sind dann zu Höfners Labor und siehe da, da saß Herr
34:31Berger, friedlich mit Frau Höfner.
34:34Der hat noch nicht mal Widerstand geleistet.
34:36Oh, da wird Schröter sicher sehr dankbar für gewesen sein.
34:44Wie ich Ihnen bereits sagte, Sie sind auf einem völlig falschen Dampfer.
34:49Und warum haben Sie uns dann bezüglich Ihres Alibis angelogen?
34:53Ja gut.
34:55Ich bin in der Nacht von Berlin nach Lübeck und zurückgefahren.
35:00Ich musste mit Jörg reden.
35:02Es ging doch um richtig viel Geld.
35:04Wollte er das Projekt Urban Man wegen Kinderarbeit abblasen?
35:08Nein, das war es ja. Er hatte es noch gar nicht mitgekriegt.
35:12Aber es war nur eine Frage der Zeit, wenn er die Artikel lesen würde.
35:16Ich wollte ihn schon darauf vorbereiten, damit er den Auftrag nicht platzen lässt.
35:22Ich hatte den Vertrag ja bereits unterschrieben.
35:28Außerdem, an den Gerüchten ist ja gar nichts dran.
35:30Was er Ihnen wahrscheinlich nicht geglaubt hat, nehme ich an.
35:33Als ich kam, war Jörg bereits tot.
35:36Ich wollte ihm noch helfen, aber seine Haut war eiskalt.
35:42Wie bitte?
35:43Und warum haben Sie denn nichts unternommen?
35:46Die Krankenwagen angerufen, Notarzt.
35:49Sie müssen das verstehen.
35:52Es ist seit fünf Jahren der größte Auftrag.
35:55Jörg hat ständig nur rumgemäkelt, weil ihm dies und das und jenes nicht in sein blödes moralisches Konzept passte.
36:01Ich glaube, er wollte am liebsten nur noch ehrenamtlich Gutes tun.
36:05Tschüss Mutter Teresa, hallo Vater Teresa.
36:08Was ist mit der Zigarre?
36:10Keine Ahnung.
36:11Ich habe nichts angerührt.
36:13Ich habe geglaubt, er hatte einen Herzinfarkt.
36:17Ich habe gemacht, dass ich so schnell wie möglich wieder nach Berlin zurückkomme.
36:21Jörg Käfener war also tot.
36:22Was haben Sie gemacht?
36:24Nichts?
36:25Nichts.
36:27Ich weiß, es war keine besondere Heldentat.
36:31Aber ich bin kein Mörder.
36:37Sie sind nicht zufällig nochmal ins Labor gegangen?
36:41Ins Labor?
36:42Wieso?
36:43Na ja, da war ja die Formel für Urban Man und der Flacon mit dem vorläufigen Duft.
36:49Hefter mag ja tot gewesen sein, aber das lukrative Geschäft mit Spills doch nicht.
36:53Nein, ich habe nichts mitgenommen.
36:55Sie sind sich schon im Klaren darüber, dass wir Ihren Wagen, Ihre Wohnung von rechts auf links drehen werden.
36:59Und wenn wir da nichts finden, dann bei Ihren Freunden, bei Ihren Bekannten.
37:04Ja gut, okay.
37:06Ich habe beides mitgenommen.
37:09Immerhin ist es ja auch mein Eigentum.
37:12Jedenfalls zur Hälfte.
37:13Gut.
37:14Herr Berger, Sie ersparen uns und sich eine Menge Zeit, wenn Sie jetzt endlich geständig sein würden.
37:21Wie sind Sie an das Zyanid gekommen?
37:23Gar nicht.
37:25Ich schwöre Ihnen, ich habe Jörg nichts getan.
37:28Bitte, bitte, bitte, Sie müssen mir das glauben.
37:34Schauen wir mal, wie Sie morgen darüber denken.
37:36Ist ja auch schon spät.
37:37Jetzt werden Sie erst mal eine Nacht bei uns bleiben.
37:39Würdest du bitte?
37:43Ja, kommen Sie.
37:55Tja, wer hätte gedacht, dass deine Ermittlungen so schnell beendet sind?
38:01Tja.
38:02Wenn wir das gewusst hätten, hätten wir natürlich noch einen Tag gewartet.
38:06Womit denn?
38:07Ach, komm, jetzt spann uns nicht so auf die Folter.
38:09Wie findest du unser neues Schaufenster?
38:13Ist das etwa meine alte Uniform, die die Puppe da trägt?
38:16Und wenn?
38:17Die hätte dir doch sowieso nicht mehr gepasst.
38:19Wenn sie es ist, muss ich euch festnehmen.
38:22Polizeiuniformen dürfen ausschließlich von autorisierten Polizeibeamten im Dienst getragen werden.
38:27Alles andere ist Missbrauch und Amtsanmaßung und wird mit Strafen nicht unter...
38:30Ich habe es nicht gleich gesagt.
38:31Wir hätten ihn fragen müssen.
38:32Gar nichts müssen wir.
38:34Ich kenne doch meinen Neffen.
38:37Du bist wie ich, du lügst.
38:41Oder?
38:42Ich lüge nicht, Tante Toni.
38:44Und ich muss jetzt zur Arbeit.
38:50Ganz ehrlich, ich muss jetzt zur Arbeit.
38:52Weil ich finde euer Schaufenster lustig.
38:55Und solange die Puppe sich nicht selbstständig macht und aus dem Schaufenster verschwindet
38:59und sich draußen als Polizeibeamter ausgibt, ist alles in Ordnung.
39:02Tschüss.
39:02Na komm, gib's zu.
39:04Du bist auch einen Moment lang darauf reingefallen.
39:06Ich?
39:07Gar nicht.
39:08Ich?
39:12Guten Morgen, Herr Kiesewetter.
39:14Moin.
39:15Wollen Sie zu mir?
39:16Ja.
39:17Ich wollte mich im Namen von Frau Heffner erkundigen.
39:20Sie war doch bei Bergers Verhaftung dabei und jetzt will sie natürlich wissen...
39:23Dann kommen Sie doch erstmal rein.
39:32Auch ein Kaffee?
39:34Danke, nein, ich bin Tee-Trinker.
39:36Wie sagt man so schön?
39:37Das Leben ist zu kurz, um keinen Tee zu trinken?
39:39Ja, sagt man das?
39:41Das habe ich noch nie gehört.
39:42Sagen Sie, ist Herr Berger denn jetzt...
39:44Ja, ja, der ist seit gestern in Untersuchungshaft.
39:47Und, hat er gestanden?
39:48Tut mir leid, das darf ich natürlich nicht sagen.
39:50Aber wir halten Frau Heffner natürlich auf dem Laufenden.
39:53Morgen.
39:54Moin.
39:54Ich hole mir noch schnell einen Kaffee.
39:55Na klar.
39:57Tja, naja.
40:00Ich werde es Vera sagen.
40:02Ausgerechnet Jörgs Kompagnon.
40:04Aber sie wird natürlich auch froh sein über die rasche Aufklärung.
40:07Wie geht es Ihnen denn jetzt?
40:09Ja, ich habe ihr gestern Nacht ein leichtes Beruhigungsmittel verabreicht.
40:13So konnte sie wenigstens ein bisschen schlafen.
40:15Ich meinte ja so eher körperlich.
40:17Wieso körperlich?
40:19Na, die Herzrhythmusstörung.
40:20Weswegen Sie Ihren EKG verordnet haben.
40:22Ja, natürlich.
40:23Es geht ihr gut.
40:24Also den Umständen entsprechend.
40:27Wiedersehen.
40:28Wiedersehen.
40:32Was war das denn?
40:40Lassen Sie den mal an.
40:43Wir haben noch was zu erledigen.
40:50Wann kann ich meinen Mann denn aus der Gerichtsmedizin holen lassen?
40:54Ich denke heute oder morgen.
41:00Wollten Sie es Ihrem Mann eigentlich irgendwann sagen?
41:06Was denn sagen?
41:07Wie schlecht es Ihnen wirklich geht und dass Sie nur noch unter extremen Schmerzen laufen können.
41:13Das hat Martin Ihnen erzählt?
41:15Stimmt es etwa nicht.
41:16Doch.
41:18Jetzt spielt es ja sowieso keine Rolle mehr.
41:20In ein paar Monaten sitze ich eh wieder im Rollstuhl.
41:23Nur hätte Jörg was davon gewusst, dann hätte er alles aufgegeben, nur um mir zu helfen.
41:27Es hat aber keinen Sinn gemacht.
41:29Ich bin zu krank.
41:31Wie war es Ihnen möglich, diese extremen Schmerzen vor ihm zu verbergen?
41:37Morphio.
41:39Hohe Dosen.
41:41Mittlerweile täglich.
41:43Mehrmals.
41:44Ohne geht gar nichts mehr.
41:48Dr. König, versorgt Sie damit?
41:50Ja, ich denke, das hat er Ihnen gesagt.
41:54Hat er nicht?
41:56Aber von wem?
41:58Wissen Sie denn dann?
41:59Sind Sie sicher, dass Ihr Mann nichts davon wusste?
42:03Absolut.
42:03Er hätte sonst...
42:05Bitte, das sieht jetzt vielleicht so aus, als ob mein Mann sich nicht dafür interessiert hätte, dass ich Schmerzen habe.
42:10Aber so war das nicht.
42:12Er hätte nur niemals geduldet, dass ich süchtig werde.
42:17Das wäre für ihn schlimmer gewesen als alles andere.
42:21Wie hätte Ihr Mann darauf reagiert, wenn er gewusst hätte, dass Dr. König in dieser Sache Ihr Komplize ist?
42:26Das hätte ihn sehr enttäuscht.
42:28Er hätte Martin die Freundschaft gekündigt und ihn vermutlich angezeigt.
42:34Angezeigt?
42:35Ganz sicher sogar.
42:37Ja, aber weshalb? Er hat Ihnen doch eigentlich geholfen.
42:39Na ja, so einfach ist das nicht.
42:41Mal abgesehen von der Sucht.
42:43Diese blöden Herzrhythmusstörungen sind ja auch Folge des Morphiumkonsums.
42:47Außerdem habe ich Martin im Laufe der Jahre ein Vermögen gezahlt.
42:52Für Morphium gibt es strenge Auflagen und...
42:55Na ja, er hat für mich die Rezepte manchmal ein bisschen...
42:58Sind Sie sicher, dass er das nur für Sie getan hat?
43:01Was wollen Sie denn damit sagen?
43:06Nein, bitte.
43:08Das verstehe ich nicht.
43:09Es tut mir leid.
43:10Danke.
43:19Okay, die Spusi soll sämtliche Unterlagen mitnehmen.
43:22Einfach im Hängeschrank lassen und einpacken.
43:24Ja.
43:25Ja, genau.
43:27Hä? Und?
43:28Von wegen guter Freund und Palliativmediziner.
43:31Sie haben gerade im Hinterzimmer seines Labors ein ganzes Lager an Betäubungsmitteln gefunden.
43:36So wie es aussieht, dealt unser lieber Onkel Doktor bundesweit mit Opiaten.
43:43Der muss doch gewusst haben, dass das aufliegt.
43:45Sollte die Praxis jemals überprüft werden.
43:47Genau das wäre auch passiert, wenn Jörg ihn angezeigt hätte.
43:51Ich glaube, er wollte ihn an diesem Tag damit konfrontieren und seine Frau erstmal außen vor lassen.
43:55Das heißt, König lauert Häfner irgendwo im Garten auf, weil der aus langjähriger Erfahrung weiß,
44:01dass Häfner dort irgendwann seine Feierabendzigarre rauchen hat.
44:05Die konnte König problemlos im Labor deponieren. Der geht ja bei den Hefners ein und aus.
44:09Zudem konnte er davon ausgehen, dass man ihn anrufen würde, wenn man die Leiche findet.
44:13Und selbst wenn das nicht passiert wäre, dann hätte irgendein anderer Notarzt den Herzinfarkt diagnostiziert
44:18und wir hätten es mit dem perfekten Mord zu tun gehabt.
44:21Ausgezeichnet. Gute Arbeit. Schnell und sauber.
44:23Bedank dich bei Schwadenbeck bzw. Ihrem Verlobten.
44:26Hä?
44:28Das erkläre ich euch später.
44:31Ich nehme mal an, du willst jetzt Dr. König vorhören.
44:34Du übelst ihn mir?
44:35Aber das ist dein Fall.
44:37Häfner war dein Freund.
44:40Danke.
44:46Jörg Häfner war einer ihrer ältesten Freunde.
44:50Wie um alles in der Welt konnten sie nur...
44:52Freund? Ich habe seiner Frau doch nur geholfen.
44:55Fest steht, dass Sie seine Frau süchtig gemacht haben.
44:59Unter Helfen hat er sicherlich was anderes verstanden.
45:02Wie lange wusste er, dass seine Frau süchtig war?
45:04Erst seit einigen Tagen.
45:06Er hat seine Frau dabei beobachtet, wie sie sich eine Morphionsspritze gesetzt hat.
45:10Da war ihm sofort klar, dass sie die nur von mir haben konnte.
45:14Also hat er sich dazu entschlossen, Sie anzuzeigen?
45:16Nein.
45:17Er war moralisch ein so korrekter Mensch.
45:20Er hat von mir verlangt, dass ich mich selbst anzeige.
45:22Aber damit hätte ich nicht nur meine Zulassung als Arzt verloren.
45:26Nein.
45:27Sie hätten auch Ihren schwunghaften Handel mit den Objaden vergessen können.
45:30Also fällten Sie sein Todesurteil.
45:33Ich habe ihn angefläht, es auf sich beruhen zu lassen.
45:35Auch in Veras Interesse.
45:37Ich habe ihm ausgemalt, was einen Entzug für seine Frau bedeuten würde.
45:41Aber er war der Meinung, dass die Morphiumabhängigkeit seiner Frau schlimmer sei als sein Leben im Rollstuhl.
45:47Er hat mir keine andere Wahl gelassen.
45:49Ich musste mich entscheiden.
45:50Er oder ich.
45:53Wenn du solche Freunde hast, dann brauchst du echt keine Feinde mehr.
46:07Deine Tanten glauben aber nicht, dass sie mit so einer Deko mehr Kundschaft gewinnen, oder?
46:10Nein, das kann ich mir auch nicht vorstellen.
46:12Ich bin gespannt.
46:16Ach so, meine Güte.
46:19Wirst du jetzt auch um eine Tasse Tee trinken, wenn du vor deinen Leichen stehst?
46:22Ich sehe da keine Parallelen.
46:23Außerdem trage ich keine Uniform.
46:25Na, da würden Sie auch nicht mehr reinpassen, oder?
46:27Entschuldigung.
46:28Wenn ich mir was sagen darf.
46:30Das Leben ist zu kurz, um sich hier auf dem Bürgersteig den Arsch abzufrieren.
46:33Na dann.
46:34Ach so, eine Überraschung.
46:35Kommen Sie rein, bitte.
46:37Würde ich gerne.
46:37Ich habe noch so viel zu tun.
46:38Tut mir leid.
46:40Ich muss los.
46:40Bis morgen.
46:44Ja, ich muss zu Holger.
46:47Wer ist Holger?
46:47Mein Verlobter.
46:48Ach ja.
46:49Tschüss.
46:50Ich muss ja so an nichts.
46:51Und?
46:58Ja, Finn.
46:59Komm rein.
47:01Komm.
47:03Ja, ich muss ja so an nichts.
47:05Ja, ich muss ja so an nichts.
47:08Ja, ich muss ja so an nichts.
47:23Ja, ich muss ja so an nichts.
47:23Ja, ich muss ja so an nichts.
47:23Ja, ich muss ja so an nichts.
47:24Ja, ich muss ja so an nichts.
47:27Ja, ich muss ja so an nichts.
47:40Untertitelung des ZDF, 2020
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