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00:28Untertitelung des ZDF, 2020
00:59Untertitelung des ZDF, 2020
01:28Untertitelung des ZDF, 2020
01:34Untertitelung des ZDF, 2020
02:08Untertitelung des ZDF, 2020
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03:05Untertitelung des ZDF, 2020
03:49Untertitelung des ZDF, 2020
04:17Untertitelung des ZDF, 2020
04:43Untertitelung des ZDF, 2020
04:48Wir haben uns immer ganz toll am Zaun unterhalten
04:51Ich kann es gar nicht fassen, sowas
04:54Und dann hier
04:56Haben Sie sich gestern auch mit ihr unterhalten?
04:58Nein
05:01Ihr Mann Georg war mit dem Garten, wenn ihr Mann mit dem Garten ist, dann unterhalten sie sich nicht mit
05:07ihr? Warum nicht?
05:09Der Georg ist ein bisschen komisch. Ich glaube, der will mit niemandem so wirklich was zu tun haben. Dabei sind
05:15wir hier eine richtige Gemeinschaft.
05:16Gab es denn zwischen Herrn Kirchner und seiner Frau Konflikte?
05:20Nein, Georg ist menschenscheu. Aber der Isa hat da jeden Wunsch von den Augen abgelesen. Die beiden konnten gut miteinander.
05:28Na ja, jetzt tun wir nicht so. Wer sind Sie?
05:31Mein Mann.
05:33Gestern zum Beispiel, da haben die sich schon ganz schön gefetzt.
05:35Ich wollte rübergehen, die Wasseruhr ablesen. Aber alleine komme ich da ja gar nicht dran.
05:40Der Georg hat sich aufs Star so ein fettes Schloss montiert.
05:42Und wann war das? So ungefähr?
05:44Ich habe nie auf die Uhr geguckt, so am frühen Abend. Erst war es da ein ziemliches Geschrei und dann
05:50ging anscheinend irgendwas zu Bruch.
05:51Ja, wahrscheinlich eine Blumenschale.
05:53Ja.
05:55Kam es häufiger zu solchen Übergriffen. Ich meine, hat der Kirchner seine Frau geschlagen?
06:02Keine Ahnung. Ich stehe ja da nicht hinterm Busch und gucke zu. Ich mische mich grundsätzlich nicht in die Angelegenheiten
06:08mit anderen Leuten an.
06:09Tja, das ist ja ganz was Neues.
06:11Wieso? Dann war es doch vorbei. Ich dachte, die sind nach Hause.
06:14Was sollen die denn da machen, wenn der Kirchner seine Frau wohnt?
06:17Wo wohnen denn die Kirchners?
06:18Äh, Dankfahrtsgrube 5. Da schicke ich zumindest immer die Mahnungen hin. Hier, von dem Monatsbeitrag.
06:24Ja gut, dann danke erst mal.
06:26Ja, vielen Dank. Und halten Sie sich zu unserer Verfügung, bitte.
06:44Gut, das wollte ich wissen. Dankeschön.
06:46Ja, wir hören.
06:47Morgen.
06:50Morgen, Schröter.
06:51Frau Rasmussen. Äh, Frau Rasmussen. Entschuldigung. Sie haben da was.
06:56Was?
06:57Hier.
06:59Ach, Emma.
07:00Ja, danke. Was haben Sie?
07:03Äh, im Moment.
07:05Lübecker Luft in der Tiefasse.
07:07Herr Schröter, bitte.
07:08Äh, Kieselwetter und Englind sind auf dem Weg zum Mann des Opfers.
07:12Äh, und übrigens, Oberstaatsanwalt Dane wartet auf Sie.
07:15Nee, ne?
07:17Ach, das kann ich jetzt gar nicht gebrauchen.
07:19Gut, danke.
07:21Danke.
07:27Alles in Ordnung bei Ihnen?
07:29Ja, danke der Nachfrage.
07:31Das freut mich.
07:32Frau Rasmussen, ich hab mir gestern mal Ihre letzten Fälle angesehen und mir dabei immer wieder eine Frage gestellt.
07:38Wo haben Sie eigentlich Ihr Referendariat gemacht?
07:40Ich war wirklich sprachlos.
07:42Ihre Ermittlungsakten werden sehr unkonventionell geführt.
07:45Es fehlen Unterschriften eines zweiten Vernehmungsbeamten, die Paginierung ist uneinheitlich.
07:50Herr Oberstaatsanwalt, wollen wir uns jetzt über inkorrekte Seitenzahlen unterhalten?
07:53Nein, dann würden wir den ganzen Tag hier sitzen.
07:56Was mir allerdings wirklich Sorgen macht, ist die Tatsache, dass Ihre Ermittlungsbeamten recht lax sind im Umgang mit den Vernehmungsprotokollen.
08:03So was kann ein Prozess platzen lassen, das wissen Sie doch, oder?
08:07Also kriegen Sie Ihre Mannschaft in den Griff.
08:09Das ist als Frau vermutlich etwas schwieriger, aber in Ihrer Position zu erwarten.
08:15Och, Gottchen.
08:17Süß.
08:19Oder hängt Ihre mangelnde Sorgfalt mit Ihrer derzeitigen privaten Situation zusammen?
08:26Kind und Karriere, das geht langfristig nicht.
08:29Doch, geht. Machen Sie sich mal keine Sorgen.
08:31Die mach ich mir aber.
08:32Und das tut man auch, wenn man ein guter Vorgesetzter sein will.
08:35Wussten Sie eigentlich, dass meine Frau auch Juristin ist?
08:39Naja.
08:40Und eine sehr gute sogar.
08:42Und wissen Sie was?
08:43Es ist für Sie ausgesprochen befriedigend, nur für unsere Kinder da sein zu können.
08:51Ich bin auch für meine Tochter da.
08:53Genauso wie Ihr Vater, genauso wie die Tagesmutter.
08:56Kann ich sonst noch was für Sie tun, Herr Dahner?
08:58Liefern Sie mir einen Täter im aktuellen Fall.
09:00Und Beweise, die auch vor Gericht Bestand haben.
09:04Und das bitte ganz schnell.
09:06Oder, Frau Rasmussen, Sie genießen in Zukunft mehr Zeit mit Ihrer Tochter.
09:14Entschuldigung.
09:17Was war das denn?
09:19Ein Motivationskurs der Extraklasse.
09:22So ein Arsch.
09:23Ja, so kann man es auch sagen.
09:42Herr Kierchner!
09:44Herr Kierchner!
09:46Herr Kierchner, machen Sie auf!
09:52Vielleicht wird sich was angetan.
09:54Soll ich?
09:55Moment.
09:56Okay.
10:03Herr Kierchner!
10:05Herr Kierchner!
10:07Lass gut sein, es ist eine gute Familie.
10:08Kommen Sie her.
10:11Wer seid ihr denn?
10:12Kribol Lübeck.
10:15Ja, kommen Sie, stehen Sie auf!
10:19Wie spät haben wir es denn überhaupt?
10:21Ach, wo ist denn eine Frau?
10:23Deswegen sind wir hier.
10:25Wir haben Sie im Schrebergarten gefunden, Herr Kierchner.
10:27Ihre Frau lebt nicht mehr.
10:30Haben Sie zugehört?
10:31Ihre Frau ist tot.
10:33Was?
10:34Was?
10:51Wie geht's wieder, Herr Kierchner?
10:54Was ist in dem Schrebergarten passiert?
10:56Sie haben mehrere Zeugen, dass Sie sich mit Ihrer Frau gestritten haben.
11:00Ich will Sie jetzt sehen.
11:01Jetzt bleiben Sie ganz ruhig.
11:02Wir müssen erst wissen, was gestern Abend passiert ist.
11:07Ich hab's auch nicht anders verdient.
11:11Was meinen Sie damit?
11:13Was soll das heißen?
11:15Das?
11:19Das ist Blut.
11:29Wo liegt der Tatort eigentlich?
11:31In der Mitte der Insel?
11:32Oder an der schönen Trave?
11:36Herr Schröter, interessiert Sie das aus ermittlungstechnischen Gründen oder doch eher privat?
11:40Ich mein, jetzt wo die Frau tot ist, Kirchner will bestimmt nicht zurück in seinen Garten.
11:46Gibt es schon was Neues?
11:47Äh, die Kollegen haben Kirchner in seiner Wohnung aufgegriffen. Sie bringen ihn her.
11:51Hat er schon eine erste Aussage gemacht?
11:52Dazu war er wohl nicht ganz in der Lage. Er muss letzte Nacht ziemlich gesoffen haben.
11:56Aber seine Jacke konnte sichergestellt werden. Darauf befinden sich Blutspuren.
11:59Aha. Schröter, stellen Sie den Amtsarzt ein, bitte.
12:03Der soll die Jacke untersuchen?
12:04Nein, Kirchner. Ich will sicherstellen, dass der keinen Rest Alkohol hat, sonst zerpflücken Sie mir sein Geständnis vor Gericht.
12:10Ach so.
12:11Noch was, was ich wissen sollte?
12:12Die beiden waren erst seit zwei Jahren verheiratet. Sie kam aus Lübeck, war Grundschullehrerin, er stammt ursprünglich aus Hamburg.
12:20Er ist Mediziner, hat seine Praxis allerdings aus gesundheitlichen Gründen vor drei Monaten aufgegeben.
12:25Aha. Finanzielle Situation?
12:27Habe ich angefordert.
12:28Ah, hier, Schröter. Endlich.
12:30Äh, ich brauche einen Amtsarzt.
12:32Na, nicht für mich, für einen Verdächtigen.
12:35Ich warte.
12:36Ja, die beiden waren natürlich auf dem absteigenden Ast. Dadurch, dass er nichts mehr verdient hat, gab es fast nur
12:40Abbuchungen in den letzten Wochen.
12:43Interessant sind diese Buchungen hier.
12:45Patricia Weber. Wer ist das?
12:47Seine Psychotherapeutin. Er war in den letzten Wochen relativ oft bei ihr. Sie hat eine Praxis in der Innenstadt.
12:52Bei dem Honorar hätte ich auch Psychologie studieren sollen.
12:56Na, auf jeden Fall war er schon länger bei ihr in Behandlung.
12:58Gut, danke.
12:59Ja, hallo? Hallo?
13:01Oh, kleinen Moment. Ich, ich verstehe Sie ganz schlecht.
13:03Klar, Moment. Moment, Moment.
13:06Ja, jetzt.
13:08Ja, jetzt kann ich Sie besser hören.
13:10Nein, Sie sollen ihr kein Milchpulver geben, sondern Muttermilch.
13:13Ja, wieso? Das habe ich doch abgepumpt.
13:15Das habe ich doch abgepumpt.
13:18Ja, es steht im Kühlschrank, in einem kleinen Fläschchen.
13:20Hm?
13:22Ja, das finden Sie schon.
13:24Und bitte aufwärmen, ja?
13:26Danke.
13:29Abwärmen.
13:30Ja, ja.
13:32So macht man das ja dann wohl heutzutage.
13:34Früher?
13:35Ja, früher war alles besser. Stimmt, Ernst.
13:38Nur nicht der Rechtschreibunterricht.
13:39Was? Wieso?
13:41Spülmaschine. Schreibt man ohne Haar.
13:44Na, und ihr beide? Habt ihr noch eine Stadtrundfahrt gemacht?
13:47Was?
13:47Das Kirchnersjacke bei der KTO?
13:49Sicher, selbstverständlich. Und anschließend werden wir ihn sofort verhören.
13:52Nein, er muss zuerst zum Amtsarzt.
13:55Ecke, ist alles in Ordnung?
13:56Ja. Aber es ist schön, dass hier jeder um mich Gedanken macht.
14:02Also, können Sie mich fragen?
14:05Clara, frei für den Mutterschutz.
14:06Ah, sind Sie jetzt Gleichstellungsbeauftragte?
14:09Mädchen für alles bin ich ja schon, oder?
14:12Und das machen Sie gut. Das machen Sie sehr gut.
14:18Ist der Kircher schon mal auffällig geworden? Häusliche Gewalt, Körperverletzung?
14:22Ganz im Gegenteil. Er hat keine Vorstrafen, hat aber einen Verein gegründet für Gewaltopfer.
14:27Das Leben danach.
14:28Der Wurf im Schafspelz.
14:30Aber Lars, du warst dabei. Der war ehrlich schockiert, als wir ihm vom Tod seiner Frau erzählt haben.
14:35Wenn du mich fragst, ist das Verdrängung, ja?
14:37Die will es einfach nicht wahrhaben. Außerdem wissen wir gar nicht, wie gut der schon getankt hat.
14:40Der hat den Filmriss, Blackout, hier.
14:42Aber warum hat er sie getötet?
14:44Das ist doch wie im Lehrbuch. Im Job läuft's nicht. Er ist frustriert, greift zur Flasche.
14:49Es kommt zu Streitigkeiten, die eskalieren immer mehr, bis...
14:52Bis am Ende die Frau tot ist.
14:54Ja.
14:55Nur hat der Kirchner versucht, sein Leben in den Griff zu kriegen.
14:58Der hat seit über einem Jahr Therapie gemacht.
15:00Wir kommen und sehen, wo das hinführt, dieser Mumpitz.
15:02Warum?
15:03Warum Mumpitz?
15:04Warum er in Therapie war. Wir sollten seine Therapeutin befragen.
15:08Damit werden sie wenig Erfolg haben. Ich sag nur Schweigepflicht.
15:11Kirchner ist vernehmungsfähig. Und die KTU hat die Blutspuren auf seiner Jacke eindeutig zuordnen können.
15:16Stamm von seiner Frau.
15:17Ja, wusste ich's doch. Hab ich doch recht.
15:20Braucht er eine Extra-Einladung?
15:21Willst du mit in die Vernehmung?
15:22Was dagegen?
15:24Nö.
15:25Na dann los.
15:27Komm.
15:35Ich weiß, wie das aussehen muss.
15:37Aber ich war's nicht.
15:39Ich hätte Isa niemals was antun können.
15:42Worüber haben sie sich gestritten?
15:44Du lässt doch alles mit dir machen.
15:46Ich möchte einmal eine Reaktion von dir.
15:48Einmal!
15:49So absurd das klingt. Sie hat mir vorgeworfen, dass man sich mit mir nicht streiten kann.
15:54Dass ich immer alles bei mir ergehen lasse. Dass ich immer alles tue, was man von mir verlangt.
15:58Wissen Sie, wie wir das sehen?
16:00Ihre Frau hat sie provoziert.
16:02Und dann haben Sie rot gesehen.
16:04Nein.
16:07Nein, Sie verstehen das nicht.
16:09Dann helfen Sie uns, das zu verstehen.
16:11Was ist passiert?
16:16Sie hat die Blumenschale zertrümmert, weil sie eine Reaktion von mir wollte.
16:21Sie wollte mich aufwecken.
16:24Au!
16:25Isa, deine Hand.
16:26Zeig.
16:27Die ist doch jetzt scheißegal!
16:29Mann, Georg!
16:30Ich liebe dich!
16:32Aber manchmal habe ich das Gefühl, dich überhaupt nicht mehr zu kennen.
16:36Ja, und so muss auch das Blut auf meine Erke gekommen sein.
16:39Und das soll ich Ihnen glauben, Herr Kirchner?
16:40Nein!
16:42Ihre Frau hat Sie bis aufs Blut gereizt und Sie sind ausgerastet.
16:44Nein!
16:45Nein, nein, nein, so war das nicht.
16:46Ich bin dann weggelaufen.
16:48Wohin?
16:49Frau Weber.
16:50Das ist meine Psychologin.
16:51Um Ihre Tat zu gestehen.
16:52Nein!
16:53Ich wusste nicht mehr weiter.
16:54Ich brauchte Hilfe.
16:55Ich habe Sie nicht rumgebracht.
16:57Wer soll es denn sonst gewesen sein?
16:58Ihre Frau war beliebt, sie hatte keine Feinde, oder?
17:01Nein.
17:03Natürlich nicht.
17:04Also.
17:06Vielleicht ich.
17:07Wie bitte?
17:09Wollen Sie uns jetzt weismachen, dass Sie das eigentliche Ziel waren?
17:11Der große Unbekannte hat Ihre kleine, zierliche Frau mit Ihnen verwechselt.
17:16Herr Kirchner, reden Sie.
17:18Wenn es irgendwas gibt, was Sie entlastet, dann sollten Sie jetzt reden.
17:21Also mir reicht's.
17:23Was glauben Sie, wie viele Männer mir gegenüber gesessen haben, die Ihre Frau oder Freundin umgebracht haben?
17:27Und es ist immer die gleiche Leier.
17:28Es tut Ihnen leid, Sie wissen nicht wieso.
17:30Es ist einfach so unglücklich über Sie gekommen.
17:32Ich hab die Schnauze voll!
17:33Elke.
17:35Was?
17:40Wir machen eine kleine Unterbrechung.
17:51Elke.
17:52Den hast du mir ja ganz schön zur Brust genommen, also dass Sie dich nicht besser machen können.
17:54Ehrlich.
17:55Lars, jetzt lass doch mal gut sein.
17:57Wieso?
17:57Das ist ein Kompliment.
17:58Eben.
17:59Ich hab einen Kollegen aus Hamburg am Telefon, das sollten Sie sich mal anhören.
18:02Äh, Lars, machst du das mal?
18:03Ich würd gerne mit Elke ein paar Worte reden.
18:04Alles klar.
18:07Hast du Stress?
18:08Nein, wieso?
18:09Wir müssen Druck ausüben.
18:11Ich brauch vor Gericht Beweise, die Bestandraten.
18:13Sagst du das oder Oberstaatsanwalt Dana?
18:16Finn, ich darf mir keinen Fehler erlauben.
18:18Also macht man Fehler.
18:19Du kannst nicht immer perfekt sein, weder als Staatsanwältin noch als Mutter.
18:21Das geht da hinten los.
18:24Dana sitzt mir im...
18:26Dana sitzt mir im Nacken.
18:28Meine Kleine hat mich zu Hause viel zu wenig im Moment.
18:31Das ist alles gerade ein bisschen viel.
18:32Ich weiß, aber das gehört nicht in deine Vernehmung.
18:35Belehr mich nicht, ich bin keine Anfängerin.
18:37Auch wenn alle Indizien gegen Kirchner sprechen, was ist, wenn er unschuldig ist?
18:41Dann leidet er doppelt unter unsere Befragung.
18:43Das Risiko besteht immer.
18:44Kirchner wirkt nicht so, als ob er zu einer Affektat neigt.
18:47Das ist bei den meisten Tätern so.
18:48Ja, da hast du recht.
18:50Aber hier haben wir nur einen Hinweis auf einen Streit.
18:52Und das kommt in den besten Familien vor.
18:54Wir haben gerade von einem Kollegen aus Hamburg erfahren,
18:56dass Kirchner ein gar nicht so ungeschriebenes Blatt ist.
19:00Aha.
19:03Frau Schwartenbeck, dann bringen Sie die Kollegin doch bitte mal auf den neuesten Stand.
19:08Kirchners Name taucht im Zusammenhang mit einem Entführungsverlauf.
19:11Vor sechs Jahren in Hamburg.
19:12Herr Damsky, Vater.
19:13Ja, ich erinnere mich.
19:14Ja, es handelt sich um Julia Adamsky, damals 16 Jahre,
19:18Tochter einer schwerreichen industriellen Familie.
19:20Ja, das ging leider tragisch aus.
19:22Obwohl das Lösegeld gezahlt wurde, wurde das Mädchen getötet.
19:24Ja, sie starb an einer Überdosis Äther.
19:26Äther? Betäubt er nicht nur?
19:28Wusste gar nicht, dass man damit jemanden umbringen kann.
19:30Fakt ist, dass das Lösegeld bis jetzt nie wieder aufgetaucht ist.
19:33Zwei Millionen in 500 Euro Schein, fein säuberlich registriert.
19:37Was hat Kirchner jetzt mit dem Fall zu tun?
19:39Die Ermittler damals hatten den Verdacht,
19:41dass die Entführer aus dem engsten familiären Umkreis stammen.
19:44Kirchner war ein Freund der Damskis.
19:46Wie? Kirchner soll das Mädchen entführt haben?
19:48Jetzt hör doch mal zu.
19:49Sie haben ihn mehrfach vernommen.
19:51Sie konnten ihm aber nie irgendwas nachweisen.
19:53Er ist danach in die USA gegangen, um sein Medizinstudium zu beenden.
19:56Und seit zwei Jahren ist er wieder hier.
19:58Seht ihr? Der ist gar nicht so harmlos, wie er tut.
20:01Isaac Kirchner und Julia Adamsky.
20:03Wenn Kirchner wirklich denn Führer ist und er das Mädchen getötet hat,
20:07dann ist er schon einmal zum Leider geworden.
20:08Ja, wenn. Das sind bisher nur Spekulationen.
20:11Das reicht nicht, den Fall nochmal aufzurollen.
20:12Komm schon, Erke. Keine Beißhemmung, ja?
20:14Nur weil ein alter Bekannter hat uns damals die Ermittlungen geleitet hat.
20:16Ich bin doch nicht Oberstaatsanwalt Dane.
20:18Und wenn es der Bundesstaatsanwalt ist,
20:20ich möchte, dass wir uns auf unseren Fall konzentrieren.
20:22Ich auch. Wir müssen Kirchner weitervernehmen.
20:24Der ist nicht so unschuldig, wie er tut.
20:27Lars, wenn er damals schon nicht überführt werden konnte,
20:29warum sollte er heute reden?
20:30Genau, Erke hat recht.
20:31Wenn wir ihn zum Reden bringen wollen,
20:32dann brauchen wir mehr Indizien.
20:34Also wir sollten so schnell wie möglich die Therapeutin befragen.
20:37Ich übernehme das.
20:37Das war gerade Strahl.
20:39Er ist mit der Obduktion von Isa Kirchner fertig.
20:41Na wunderbar.
20:41Und damit wir keine Zeit verlieren,
20:43fahren wir zwei in die Pathologie.
20:44Wir zwei?
20:45Wir zwei.
21:01Sie wissen schon,
21:02dass das unter die ärztliche Schweigepflicht fällt.
21:04Natürlich weiß ich das.
21:06Aber Ihr Patient steht unter dringendem Mordverdacht.
21:08Und jede Information von Ihnen
21:11kann natürlich auch entlastend wirken.
21:13Kirchner ein Mörder?
21:14Nein, das kann ich mir nicht vorstellen.
21:17Warum nicht?
21:21Frau Dr. Weber, ich verstehe Sie.
21:23Aber ich kann natürlich bei der Staatsanwaltschaft anordnen lassen,
21:26dass Sie von Ihrer Schweigepflicht entbunden werden,
21:28weil eine Gefahr weiterer Personen nicht auszuschließen ist.
21:32Aber wir könnten ja auch den kürzeren Weg gehen.
21:36Herr Kirchner ist hier gestern Abend aufgetaucht.
21:39Er war völlig aufgelöst.
21:40Er hatte mit seiner Frau gestritten und brauchte meinen Rat.
21:44Krisenintervention nennen wir sowas.
21:46Er hat Ihnen aber nicht erzählt, dass er Sie umgebracht hat.
21:48Natürlich nicht.
21:49Er ist zwar labil, aber äußerst konfliktscheu.
21:53Ich würde ihn sogar als eine überangepasste Persönlichkeit bezeichnen.
21:57Wenn er überhaupt Gewalt anwendet, dann nur gegen sich selbst.
22:01Selbstmord?
22:02Nein, so weit würde er nicht gehen.
22:04Dafür hat er seine Frau viel zu sehr geliebt.
22:07Ich glaube, dass er durch ein schreckliches Erlebnis
22:11in seiner Vergangenheit schwer traumatisiert ist.
22:14Leider bin ich seinem Geheimnis nie auf die Spur gekommen.
22:17Er hat nichts davon erzählt.
22:19Ich konnte immer nur die Symptome therapieren.
22:22Ich denke, seiner Frau ging es genauso.
22:23Sie wussten also nicht, dass er vor Jahren Verdächtiger
22:27an einem tödlichen Entführungsfall war?
22:29Was? Nein.
22:31Könnte es sein, dass er deshalb bei Ihnen in Behandlung ist?
22:34Möglich, ja.
22:36Er hat schwere Schuldgefühle.
22:37Er überkompensiert.
22:39Gut, eine Frage noch.
22:40Wann war Georg Kirchner gestern bei Ihnen?
22:43Zwischen 19 und 20 Uhr.
22:45Ich danke Ihnen.
22:46Auch dafür, dass Sie nicht ganz so schweigsam waren.
22:51Als erstes hat Gott, der Allmächtige, den Garten angelegt.
22:54Sir Francis Bainton.
22:56Moin.
22:57Moin.
22:57Moin.
22:58Und dann hat der Teufel den Zimmermannshammer
23:01unter die mörderischen Gärtner gebracht.
23:03Ist das die Tatwaffe?
23:04Leider nein.
23:05Aber ich konnte aufgrund des Wundmusters nachweisen,
23:07dass es sich um so einen Hammer gehandelt haben muss.
23:09Dann ist sie definitiv nicht mit der Volumenschale erschlagen worden.
23:12Nein, aber sie hat sich vermutlich an den Scherben geschnitten.
23:15Das deckt sich ja mit der Aussage von Georg Kirchner.
23:17Na ja, das entlastet Ihnen noch lange nicht.
23:20Entschuldigung.
23:23Ja?
23:24Finn?
23:27Okay, danke.
23:30Kirchner war gestern zwischen 19 und 20 Uhr bei seiner Therapeutin.
23:33Dann ist er jetzt entlastet.
23:34Wieso?
23:35Ich habe den Todeszeitpunkt exakt in diesem Zeitraum errechnet.
23:39Isa Kirchner starb unmittelbar an den subarachnoidalen Blutungen
23:42zwischen 19 und 20 Uhr.
23:43Das gibt es doch gar nicht.
23:45Wir haben nicht mal eine Tatwaffe.
23:47Gibt es keine Hinweise auf eine dritte Person?
23:50Nein, tut mir leid.
23:51Ist das der Rasenmäher, der auf die Leiche getroffen ist?
23:54Ja.
23:55Ich wollte ausschließen, dass er sich am Meer geschnitten hat.
23:58Ich musste mir das Klingenprofil anschauen.
24:01Der geht nachher für die weitere Untersuchung in die KTU.
24:03Und das hier sind die Reste aus dem Meer?
24:05Was machen Sie denn da, Frau Schwartenberg?
24:07Wollen Sie Halme zählen?
24:12Nee, Geld.
24:15Jetzt ist die Namen im Geldschein aus.
24:17Ja.
24:20Genauer gesagt nach einem 500er.
24:23Tatsächlich?
24:24Ja, wir brauchen sofort die Registrierung.
24:26Vielleicht müssen die Kollegen erst mal etwas puzzeln.
24:29Ja.
24:30Ja.
24:31Ja.
24:41Du hast Kirchner laufen lassen?
24:43Laut Strafprozessordnung darf ich nicht länger in U-Haft lassen.
24:46Früher warst du nicht so klingelig.
24:48Ihr habt mir sein Alibi bestätigt.
24:50Damit habe ich keinen Haftgrund mehr.
24:52Und was die Entführung angeht, kann ich ihn bis jetzt nicht belangen.
24:54Er ist de facto unschuldig.
24:56Ach, unschuldig.
24:57Kiesel, da?
25:00Ach, tatsächlich?
25:02Danke.
25:04Die Registrierung konnte identifiziert werden.
25:06Der Schein stammt tatsächlich aus dem Lösegeld.
25:09Wir haben es jetzt auch noch mit MN-Führungsfall zu tun.
25:11Ich will alles, was wir über diesen Fall Adamski haben.
25:13Alles.
25:13Herr Schwartenberg, schreiben Sie Kirchner sofort zur Fahndung aus.
25:16Ich besorge uns die Acken.
25:18Und Schröter, wo ist dieser Schröter?
25:37Herr Siebert?
25:38Ja.
25:40Sie überprüfen die Zählerstände.
25:42Finde ich gut.
25:43Muss man immer korrekt sein.
25:45Darf ich fragen, wer Sie sind?
25:47Schröter.
25:48Ich stehe auf der Warteliste.
25:50Ich habe beruflicherseits mitbekommen, dass hier demnächst etwas frei werden soll.
25:55Beruflicherseits?
25:55Das heißt, Sie sind von der Polizei?
25:57Ja.
25:58Das ist aber im Sinne der Sicherheit.
26:00Ein Polizist hier auf der Insel.
26:02Ja.
26:03Vor all dem, was in letzter Zeit hier so passiert.
26:05Tut mir leid, ich habe der Moment überhaupt gar keinen Nerv zu.
26:09Ich kümmere mich später dran.
26:11Weil ich, äh, muss zum nächsten.
26:15Ich melde mich bei Ihnen.
26:26Entschuldigen Sie bitte.
26:27Ich habe das vorher mitbekommen.
26:30Sie sind von der Polizei?
26:32Ähm, schreckliche Sache mit Frau Kirchner.
26:34Ja, ich muss zurück ins Präsidium.
26:36Bitte, einen Moment noch.
26:37Ich habe mich gefragt, ob Sie mir etwas über Herrn Kirchner sagen könnten.
26:41Und warum sollte ich das?
26:42Nein, nein, nein.
26:42Sie verstehen das völlig falsch.
26:44Ich wollte ihm nur kondolieren.
26:45Und hier ist er nicht.
26:46In seiner Wohnung ist er nicht.
26:48Ist er vielleicht nach Hamburg zu seinen Eltern?
26:50Wissen Sie, Herr, Herr...
26:51Pohl.
26:52Herr Pohl.
26:52Ich kann Ihnen leider keine Auskunft geben, aber das finde ich ja so gut, ja?
26:56Die Gemeinschaft.
26:56Ich finde das nett, wie Sie sich um Ihren Mitschrebergärten ersorgen.
27:02Wiedersehen.
27:02Wiedersehen.
27:03Du Arschloch.
27:15Gibt es schon Fahndungsergebnisse?
27:16Nein.
27:20Also gut, was haben wir bis jetzt?
27:24Wie können wir Kirchner mit dem Entführungsfall in Verbindung bringen?
27:27Tja, also zusammengefasst, vor sechs Jahren wird Julia Adamski in Hamburg entführt.
27:33Georg Kirchner ist ein enger Freund der industriellen Familie Adamski.
27:36Und er war damals Medizinstudent, hatte also Zugriff auf Betäubungsmittel, so auch auf Äther.
27:40Damit tötet er Julia Adamski.
27:43Ich vermute mal nicht mit Vorsatz.
27:45Ein Unfall.
27:46Fakt ist, dass Äther schwer zu dosieren ist, anstatt das Mädchen ruhig zu stellen.
27:49Tötet er sie.
27:50Ja, das würde auch sein Trauma erklären, warum sich Kirchner so für Gewaltopfer einsetzt.
27:54Julia Adamski sollte gar nicht sterben.
27:56Und sechs Jahre später taucht ein Schein aus dem Lösegeld bei Georg Kirchner im Garten auf.
28:02Die Ermittler gingen damals von zwei Entführern aus.
28:06Zwei.
28:07Aber das ist es.
28:09Der zweite Mann.
28:11Damals wurde auch der beste Freund von Kirchner mehrmals verhört.
28:14Der Bruder von Julia Adamski.
28:17Der stand ganz oben auf der Liste.
28:19Hier.
28:21Sven Adamski.
28:22Für alle zum Mitlesen.
28:24Was?
28:25Nur einen Moment.
28:27Du gehst davon aus, dass Sven Adamski seine eigene Schwester entführt hat?
28:31Oh, Herr.
28:32Mit Hilfe seines besten Freundes Kirchner?
28:34Ja, da hätten wir auch das Motiv für den aktuellen Mordfall.
28:37Spinnen wir mal rum.
28:39Zwei Freunde planen eine Entführung.
28:41Ein ganz sicheres Ding.
28:42Denn sie wissen alles über ihr Opfer und die Lebensumstände.
28:44Denn es ist die Schwester eines der Entführer.
28:46Dem Entführungsopfer darf allerdings unter keinen Umständen irgendetwas passieren.
28:51Georg Kirchner verschätzt sich mit dem Äther und tötet sie.
28:54Er nimmt das Lösegeld und verschwindet.
28:56Ja, und zurück bleibt der Bruder.
28:58Und der muss denken, dass ihn Kirchner grausam hintergangen hat.
29:01Kirchner hat ihm seine Schwester genommen.
29:02Die Schwester und das Lösegeld.
29:05Also, wie ist der auf Rache aus?
29:07Er lauert seinen Freund Kirchner auf der Teufelsinsel auf und tötet, ob absichtlich oder nicht.
29:13Tötet seine Frau, Isar Kirchner.
29:21Die Schwester und die Schwester und die Schwester.
29:52Die Schwester und die Schwester und die Schwester.
30:20Die Schwester und die Schwester.
30:24Die Schwester und die Schwester.
30:25Die Schwester und die Schwester.
30:27Die Schwester und die Schwester.
30:27S-K-I.
30:28Adamski.
30:30Nicht.
30:31Danke.
30:33Ich bin vom Erdboden verschluckt.
30:35Wenn das jemand mit meinem Kind machen würde ich...
30:38So darfst du nicht mal denken.
30:41Wo kommen Sie denn her?
30:43Bisschen frische Luft schnappen.
30:45Hier war schon schwummrig.
30:47Dieser Büromief.
30:48Haben wir irgendwas Neues über Sven Adamski?
30:50Er war nach der Entführung immer mal wieder in psychiatrischer Behandlung.
30:53Stationär auf eigenen Wunsch.
30:54Noch einer mit einem Trauma.
30:56Ja, das ist doch klar.
30:57Der muss ja gedacht haben.
30:57Er hat seine kleine Schwester einem Mörder ausgeliefert.
30:59Vor einem Jahr wurde er entlassen.
31:01Danach verliert sich seine Spur.
31:02Ich bleib aber dran.
31:03Was ist mit Georg Kirchner?
31:05In seiner Wohnung ist er nicht.
31:06In seinem Schrebergarten war er auch nicht.
31:09Bitte?
31:10Sie waren auf der Teufelsinsel Luft schnappen mitten im Dienst?
31:14Ja, ja, ja.
31:15Ich wollte da mal einen Blick drauf werfen.
31:16So aus erster Hand sozusagen.
31:19Kirchner war definitiv nicht in seiner Laube.
31:22Uns läuft die Zeit weg.
31:24Was ist, wenn Adamski wieder zuschlägt?
31:26Ist das nicht ein bisschen weit hergeholt?
31:27Wir wissen doch gar nicht, ob Adamski sich hier rumtreibt.
31:30Und, gibt's was Neues?
31:30Nein.
31:31Nee.
31:32Bei mir auch nicht.
31:34Außer, dass ich noch nie so schlampig geführte Ermittlungsakten gesehen habe.
31:37Zu dieser Zeit war Dr. Dahner sicherlich noch kein Zuchtmeister.
31:41Meint ihr, steht irgendwo in einem Wort, dass Kirchner Medizinstudent gewesen ist?
31:44Aber genau das ist der Hinweis für den Äther.
31:47Öckel, du fährst jetzt mal nach Hause zu deiner Familie, okay?
31:52Danke.
31:53Aber ihr ruft mich bitte umgehend an, sobald es was gibt.
31:56Jederzeit, ja?
31:57Ja, ja.
31:57Ist schon klar.
31:58Und Sie beide gehen auch nach Hause.
31:59Ich brauch Sie morgen früh.
32:01Ausgeschlafen und frisch.
32:03Und wir beide, wir gehen jetzt all diese ganzen Akten nochmal schön detailliert durch.
32:09Na, meinetwegen.
32:10Komm rüber, hier ist genug Platz.
32:12Und ruf den Pizza-Service an, ich hab Hunger.
32:36qué ihr wirst?
32:38Ja!
32:44Bis zum nächsten Mal.
32:44Lasst mir mal hier in ihr euche REPRESENCIER!
32:44Ich bin YKKA relevant.
32:54Musik
33:34Lars, Lars, komm, das musst du dir ansehen.
33:48Ich habe ihn mit alten Berichte für die Entführung gefunden.
33:51...die Leiche der 16-jährigen Rederstochter Julia Adamski gefunden.
33:55Das Mädchen war vor fünf Tagen unter bisher ungeklärten Umständen entführt worden.
33:59Die Familie wird in diesen Minuten psychologisch betreut.
34:02Lass endlich meine Familie in Ruhe!
34:04Das ist der Bruder der Toten.
34:06Meine Schwester ist tot!
34:07Lars Adamski.
34:08Hä?
34:09Hau uns an, wir!
34:09Bruder!
34:10Dann verpisst euch!
34:11Hä?
34:12Hör auf, wenn du mir gerade!
34:13Ich kenne den.
34:15Das ist der Typ, der sich uns als Sören Pohl vorgestellt hat.
34:19Der Nachbar aus dem Schrebergarten.
34:20Das ist definitiv kein Zufall.
34:22Ich wette, Kirchen hatte keine Ahnung, wie er da als Nachbarn hatte.
34:33Ein Sören Pohl ist in Lübeck nicht gemeldet.
34:35Kein Wunder, das ist bestimmt ein falscher Name.
34:37Ich schneide das nicht.
34:48Na, aufgewacht?
34:54Offensichtlich kenne ich mich mit Äther besser aus als du.
34:56Sven, du, wie hast du noch nicht gefunden?
35:01Ich habe einfach nur gewartet.
35:04Ich wusste, dass du irgendwann zu deinen Eltern nach Hamburg kommst.
35:07Und siehe da, mein alter Kumpel Georg kommt mit seiner neuen, hübschen Frau zu Besuch.
35:13Und er genießt sein Leben, als wäre nie etwas gewesen.
35:19Ich habe das Geld niemals angerührt, falls du das meinst.
35:21Ich konnte gar nichts.
35:23Das beschissene Geld.
35:25Er geht zu meinem guten Freund Georg,
35:27den ich seit Jahren endlich wiedergefunden habe
35:30und den ich seitdem nicht aus den Augen gelassen habe.
35:33Sind sogar fast Gartennachbarn.
35:36Das hast du nie bemerkt, ne?
35:39Sven, Sven, das mit Julia, das war ein Unfall.
35:43Ich wollte das nicht.
35:46Besser, du warst den Medizinstudent.
35:47Du hast ganz genau gewusst,
35:48dass es bei der Überdosierung von Ethoxybitan
35:50zu einer Erlähmung des Atemzentrums kommt.
35:52Das lernt man im ersten Semester.
35:53So was ist kein Unfall.
35:55Mit einem Sorry tut mir leid, ist es leider nicht getan.
35:57Siehst du doch einen, oder?
35:58Oder?
36:02Ja.
36:03Ich weiß.
36:05Mach mal, was du willst.
36:07Ich bin bereit, für meinen Teil der Stuld gerade zu stehen.
36:10Deinen Teil.
36:11Deinen Teil?
36:12Würdest du damit sagen, ist ich schuld?
36:13Ist ich schuld, wenn ich tot meiner Schwester bin?
36:15Die Idee mit der Entführung, das war deine.
36:17Und das weißt du ganz genau.
36:20Du, du, du allein hast dich umgebracht.
36:23Du, du.
36:24Du hast den Plan gemacht mit der Entführung.
36:26Du hast das Geld gebraucht für dein Geschäftsmodell.
36:29Du hast mich bekniet, dass ich dir helfe.
36:30Du hattest den scheiß Plan.
36:37Aber warum?
36:39Warum hast du meine Frau umgebracht?
36:42Was hatte denn die damit zu tun?
36:59Gut, ganz ruhig.
37:01Alles in Bewegung.
37:02Preis Schwein zu Hause.
37:04Verdammt.
37:05Der ist bestimmt abgehauen.
37:07100%ig mit der Kohle.
37:08Wir lösen Großverhandlungen aus.
37:10Ganz ruhig, gleich ist es vorbei.
37:14Wie viel hast du bei Julia genommen?
37:16Ich glaube, ich nehme lieber noch ein bisschen mehr.
37:20Sophie?
37:22Sophie?
37:23Ich weiß es nicht.
37:25Du bist ja der Arzt.
37:28Weißt du was? Ich glaube, ich gehe lieber mal auf Nummer sicher.
37:33Hier.
37:35Hi.
37:39Hilfe!
37:41Das kam aus Kirchenslaube. Los!
37:43Los!
37:50Polizei! Hände hoch!
37:53Schiff!
38:07Etta!
38:10England, wir brauchen den Krankenwagen. Teufelsinsel. Und einen Notarzt.
38:23Georg Kirchner ist noch im Krankenhaus. Sein Zustand ist aber nicht mehr lebensbedrohlich.
38:29Welches Motiv hatte Sven Adamski, Kirchners Frau umzubringen?
38:33Ja, das löse Geld.
38:35Schritte, haben die Kollegen bei ihm Geld gefunden?
38:37Nein. Wer weiß, wo das versteckt ist.
38:40Es ging ihm nicht ums Geld.
38:42Dann wollte er Gleiches mit Gleichem vergelten.
38:44Kirchner hat ihm die Schwester genommen, also bringt er seine Frau.
38:46Aber Adamski hat diese Rache monatelang geplant. Warum soll der plötzlich am helllichten Tag in den Nachbarskarten marschieren und Isa
38:54Kirchner erschlagen? Der hatte doch viel bessere Gelegenheiten.
38:56Stimmt. Fragen wir ihn.
39:07Ich hab Isa Kirchner vorgebracht.
39:11Wie genau?
39:13Ich hab sie erschlagen.
39:16Sie wollen ein Gestündnis ablegen.
39:18Das erspart uns eine Menge Arbeit.
39:20Aber wir möchten schon noch wissen, wie das genau geschehen ist.
39:22Ich kann mich nicht genau daran erinnern. Ich hab einfach rot gesehen, zugeschlagen.
39:27Und Sie haben gesehen, wie Georg Kirchner den Garten verlassen hat?
39:30Ja, ich hab seine Frau alleine im Garten gesehen.
39:32Und dann haben Sie sich angeschlichen von hinten. Sie hat sie nicht gesehen.
39:36Und Sie haben von hinten mehrmals auf Ihren Hinterkopf eingeschlagen.
39:41Mit einer Gartenhacke.
39:42Ja.
39:43Ich war so wütend. Georg hatte sein Glück gefunden.
39:46Das wollte ich kaputt machen.
39:47Ich kann mich nur daran erinnern, wie ich die Hacke in der Hand hatte und zugeschlagen hab.
39:53Mit der Hacke?
39:54Mit der Hacke.
39:56Was haben Sie mit dem Lösegeld gemacht?
39:58Das Lösegeld, das...
40:00...hab ich verbrannt.
40:01Okay, kommst du mal.
40:10Verdammt nochmal, du hast vollkommen recht. Der Typ verascht uns.
40:14Der weiß doch nicht mal, wie Isaac Kirchner erschlagen worden ist.
40:17Aber wieso nimmt der einen Mord auf sich, den er gar nicht begangen hat?
40:20Um sich selber zu bestrafen.
40:22Du meinst, weil er damals...
40:23Ja, auch wenn Kirchner den tödlichen Fehler begangen hat.
40:26Adamski fühlt sich mitschuldig am Tod seiner Schwester Julia.
40:29Ja, und dafür nimmt er den Mord an Isaac Kirchner auf sich.
40:31Aber wenn Adamski es nicht war und Kirchner auch nicht, wer war's dann?
40:35Ich sehe weit und breit kein Motiv für den Tod von Isaac Kirchner.
40:38Das Lösegeld?
40:39Hm?
40:40Herr Kirchner und Adamski ging's ja nie ums Geld.
40:42Du meinst, es gibt einen dritten Mann?
40:44Den eigentlichen Täter.
40:46Jemand, der das Lösegeld gefunden hat.
40:48Aber das muss im Schrebergarten gewesen sein.
40:50Sonst hätten wir dort die 500 Euro nicht gefunden.
40:52Ist korrekt.
40:53Nur wo versteckt man dort so viel Geld?
40:55In der Laube?
40:57Sicherer?
40:57Also in einer Laube versteckt man etwas in einem Pumpenschacht,
41:00so wie in Kirchners Garten.
41:01Der hatte sogar zwei Vorhängeschlösser davor.
41:04Ein Pumpenschacht?
41:06Dann müssen wir denjenigen finden, der die Schlüssel zu den Schlössern hat.
41:08Oh, Siebert hat die ohne Probleme mit einem Dietrich geknackt.
41:12Siebert, der Gartenvorstand?
41:14Ja.
41:14Woher wissen Sie das?
41:16Habe ich gestern gesehen.
41:19Warum sagen Sie das nicht gleich, Schröter?
41:27Herr Siebert!
41:29Herr Siebert!
41:37Machen Sie den Motor aus!
41:39Los!
41:39Wenn Sie das Ding haben!
41:42So, was ist denn los?
41:44Was haben Sie im Pumpenschacht von Kirchners Garten gefunden?
41:54Eine fester, Kollege!
41:55Fester!
41:58Verdammt noch mal!
42:08Mein Lieber!
42:09Ein bisschen Sprit, warum wir schon?
42:11Lieber!
42:12Wo wollen Sie denn hin?
42:31Da bist du ja!
42:34Wieso muss ich immer der Erste sein, der reinflitzt?
42:37Na ja, du bist halt übermotiviert.
42:38Hey!
42:39Da ist unser super Einsatzkommando.
42:42Aber, du kennst ja die Pornen für den Erfolg.
42:45The body and the brain.
42:47Aha!
42:47Ich hab da noch eine Überraschung für dich.
42:51Was hältst du denn davon?
42:53Wow!
42:53Ja?
42:56Super!
43:02Bevor Sie zur Vernehmung gehen, Siebert hat so lange aufs Konto des Schlebergartenvereins zugegriffen, bis es leer war.
43:08Sören Pohl hat ausgesagt, ihn geschmiert zu haben, aber nur, um an seinen eigenen Garten ranzukommen, wenn ich das gewusst
43:14hätte.
43:15Dann hätten Sie ihn auch geschmiert, oder?
43:16Nein!
43:18Wo denken Sie denn hin?
43:21Sind Sie aus Geldgier zum Mörder geworden?
43:25Nein, nein.
43:27Ich wollte das Geld doch im nächsten Monat immer gleich wieder aufs Konto zurückzahlen.
43:32Das fing doch alles ganz harmlos an.
43:34Mal 50 Euro, mal 100.
43:36Und dann...
43:38Haben Sie mal Online-Poker gespielt?
43:40Ja?
43:42Erst läuft's ganz gut, und dann...
43:44Dann läuft's nicht mehr so gut, und dann läuft's ganz beschissen.
43:48Plötzlich sind 10.000 Euro weg.
43:51Wo sollte ich das Geld denn bitte hernehmen?
43:53Drei Wochen vor der nächsten Kassenprüfung.
43:55Deswegen haben Sie Isaak-Kirchener entschlagen.
43:59Ich hab das nicht gewollt, ich...
44:16Warum?
44:17Das ist nicht so gut.
44:25Gerd?
44:28Was machst du hier?
44:29Guck mal, wo ich es gefunden habe.
44:31Wem gehört denn das?
44:33Keine Ahnung.
44:36Ich ruf die Polizei.
44:37Nee, lass doch mal, bitte.
44:39Wir brauchen doch keine Polizei.
44:40Gerd, jetzt lass das doch.
44:41Ich kümmer mich schon drüber.
44:42Warte!
44:50Ich wollte doch wirklich nur die Wasseruhr ablesen.
44:59Ah, hier steckst du.
45:01In ihrer Entführung fing alles an.
45:04Wenn man mal bedenkt,
45:06wie viel Leben damit zerstört wurden.
45:09Tja, am Anfang war's ne Freundschaft.
45:12Was am Ende daraus wurde, echt krass.
45:14Ja, ich bin ganz froh,
45:15dass wir so ein distanziertes Dienstweil jetzt haben.
45:17Das macht vieles sicherer.
45:18Kommst du mit raus auf den Steg?
45:20Die anderen warten schon.
45:21Ja, ich hol noch ein kaltes Bier.
45:23Worausgesetzt, du kannst so viel freundschaftliche Fürsorge ertragen.
45:26Oh Gott, so.
45:31Schröter?
45:33Feierabend, Bierchen?
45:34Ich glaub, der träumt grad von seinem Schremergarten.
45:36Hey.
45:37Oh.
45:39Vielen Dank, Dr. Daniel.
45:41Ja, das Komponent geb ich doch gerne weiter.
45:43Ja, äh, eins noch.
45:45Wir hätten es wesentlich leichter haben können,
45:47wenn Ihre Hintergrundrecherche zum Adamski-Fall
45:49nicht so schluderig gewesen wär.
45:54Was ich damit meine, erklär ich Ihnen gerne mal ein anderes Mal.
45:57Jaha, Wiederhören, Herr Oberstaatsanwalt.
46:01Na, hast du dir jetzt endgültig einen Feind gemacht?
46:04Na, ist doch egal.
46:05Der hat mich doch eh auf den Kieker.
46:07Ja.
46:08Sag mal.
46:09Elke.
46:10Sag mal, wie bist du denn unterwegs?
46:11Du kannst doch dein Baby nicht allein am Empfang stehen lassen.
46:14Äh, Lars, das ist wirklich reizend von dir.
46:16Aber das ist gar nicht mein Baby.
46:19Ja, das ist gar nicht.
46:33Ja, das ist gar nicht.
47:04Untertitelung des ZDF, 2020
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