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Spaß
Transkript
00:28Untertitelung. BR 2018
00:58Untertitelung. BR 2018
01:12Untertitelung. BR 2018
01:22Untertitelung. BR 2018
02:07Hey!
02:27Finn?
02:37Finn?
02:38Finn?
02:40Aber!
02:41Was du dafür machst, du da drinnen?
02:42Wie ist du ehre?
02:42Findest du sie weg?
02:51Findest du sie weg?
02:54Ach!
03:08Wieso finden die die nicht? Die ist doch da reingesprungen.
03:18Okay.
03:20Und der Grace Kelly haben die Taucher rausgeholt. Erkennst du die wieder?
03:23Ja, die hatte sie auf.
03:31Okay. Die haben Leichenpund, bitte grünen. Komm her.
03:41Was ist sie?
03:45Bettina Karlström aus Lübeck. Geschätztes Vermögen 50 Millionen.
03:49Steht sowas jetzt schon im Ausweis?
03:51Die Karlström AG. Feinmechanik auf Weltniveau.
03:54Familienstiftung. Ohne deren Kohle läuft in der Stadt so gut wie rein gar nichts.
03:59Die Dame hat ein gutes Herz und noch mehr Geld.
04:02Die sponsern doch auch das Kinderhospiz in St. Jürgen.
04:05Ja, und die Babyklappe und das Waisenhaus und und und und.
04:10Ich hätte sie besser festhalten müssen. Verdammter Rotwein.
04:15Ach, waren die Herren eins auch?
04:16Der Blödsinn.
04:18Wenn jemand sterben will, dann kann man dem eh nicht helfen.
04:21Die stimmt doch, oder? Die hat sie mit Händen und Füßen gewehrt.
04:24Was sollst du machen?
04:26Es war nicht deine Schuld.
04:51Sieben, acht, neun. Wer von euch hat fünf Gläser getrunken?
04:55Das letzte haben wir uns geteilt.
04:57Ach, das ist ja rührend. Und dann seid ihr zusammen auf die Straße getorkelt.
04:59Wir sind nicht getorkelt.
05:01Ich hatte heute Morgen bereits diverse Anrufe von der Dienstaufsicht.
05:04Wie es sein kann, dass eine stadtbekannte Persönlichkeit vor den Augen der Kripo absäuft.
05:09Ob es da eventuell ein mittleres oder größeres Alkoholproblem gibt.
05:13Wir hatten was Intos, aber den schuze ich mir nicht an.
05:16Was machst du denn überhaupt für'n Wind?
05:18Hier steht überhaupt nicht so ein Vorwurf der Pflichtverletzung.
05:20Auch Polizisten haben ein Recht auf Feierabend.
05:22Das Gute ist, es gibt keine internen Ermittlungen.
05:24Das Schlechte für dich, Finn Kiesewetter, ist, dass sich unsere Polizei-Psychologin Frau Dr. Siebert sich deiner annehmen wird.
05:31Da sind einige Sitzungen völlig.
05:32Ne, das kannst du vergessen. Für so'n Quatsch hab' ich keine Zeit.
05:34Ich warne dich. Sei kooperativ.
05:36Da hat sie leider recht. Ein so'n kritischer Psychologen-Bericht, und du kriegst ihn nie mehr aus der Besonderlakte
05:40raus.
05:41Das reicht von eventuellem Karrierestopp.
05:43Bis zur Suspendierung vom Dienst.
05:44Und ich brauch' dich hier.
05:48Ich glaub' ich krieg' gleich Frühweh hin.
05:51Zuwählst?
05:53Man hat doch als Polizist ein Recht auf einen geregelten Feierabend.
05:56Den hat man eben nicht in bestimmten Berufsgruppen.
06:00Ähm, Notärzte, Pfarrer, Polizisten, Hausmeister.
06:07Ja.
06:08Jeder verlässt sich darauf, dass wir zur Stelle sind, wenn Not an Mann ist.
06:12Lassen Sie sich nicht runterziehen. Sie haben getan, was Sie konnten.
06:14Wenn das Magel noch war.
06:16Äh, Dr. Strahl hat angerufen, Chef.
06:18Aus der Pathologie.
06:19Der Ehemann unserer Selbstmörderin kommt zur Identifizierung.
06:25Äh, das kann ich übernehmen.
06:30Denkst du, ich kneife, oder wie?
06:39Kriminalhauptkommissar Kiesewetter, Kriminaldirektor Engel.
06:42Tag.
06:54Sind Sie bereit?
07:06Können Sie diese Person zweifelsfrei identifizieren?
07:11Ja, das ist meine Frau.
07:15Warten Sie, kann ich bitte kurz mit mir alleine sein?
07:19Selbstverständlich.
07:22Selbstverständlich.
07:38Ich bin...
07:39... Herr Kiesewetter.
07:39...
07:51Ich bin...
07:51Herr Kiesewetter, ich weiß.
07:53Ich bin sofort hinterhergesprungen, aber ich...
07:55Sie haben sich nichts vorzuwerfen. Danke, dass Sie es trotzdem versucht haben.
08:00Seit der Operation im letzten Jahr hatte sie schwere Depressionen.
08:03Sie hat es wieder versucht.
08:06Sollen Sie nach Hause fahren?
08:08Danke, das wird nicht nötig sein. Mein Fahrer wird hier draußen.
08:16Danke, Herr Karlström.
08:21Äh, Operation?
08:23Ja, eine Gebärmutter-Totalresektion wegen eines Tumors.
08:27Aber die OP war erfolgreich. Tumormarkerwerte waren negativ.
08:31Insofern war sie körperlich eigentlich gesund.
08:33Steht hier auch alles in der Akte von der Universitätsklinik.
08:36Aber so eine Operation kann Depressionen zur Folge haben.
08:40Das habe ich irgendwo mal gelesen.
08:41Ja.
08:43Übrigens, nur der Vollständigkeit halber.
08:46Leichte Druckstellen an den Schultern, als habe sie jemand fester angefasst.
08:49Wie jetzt fest angefasst?
08:52Rangelei im Wasser?
08:53Es gab keine Rangelei.
08:55Ich bin reingesprungen, bekam einen Tritt und dann war sie weg.
08:58Naja.
09:00Jedenfalls keine Medikamente, keine Drogen, kein Alkohol.
09:04Ganz klar tot durch ihr Trinken.
09:06Ja, was denn sonst?
09:07Ich war ja dabei.
09:13Zeuge eines Todes zu sein, das ist eine sehr traumatische Belastung.
09:20Ich war ja nicht Zeuge des Todes, sondern des Sprunges.
09:24Macht das so einen Unterschied?
09:26Ermittlungstechnisch, natürlich.
09:28Aber es gibt ja keine Ermittlungen.
09:30Es gibt nur ihre traumatische Erfahrung.
09:34Wollen Sie was dazu sagen?
09:37Ich wäre gerne reaktionsschneller gewesen.
09:39Sie meinen ohne vorherigen Alkoholkonsum?
09:43Soweit ich weiß, haben Sie sofort reagiert.
09:45Diese Frau, die hat sich mit Tritten gewehrt.
09:47Mit einem Tritt.
09:49Zu wenig?
09:50Für einen ganzen Kerl wie Sie?
09:53Sie machen sich Selbstvorwürfe, resultierend aus Ihrem Rollenverständnis als starker Mann und Beschützer?
10:01Sie kommen mir jetzt hier nicht mit so einer Feministen-Nummer, oder?
10:04Nein, nein, mir geht es ganz allein um ihre mentale Ausgleichenheit.
10:07Entschuldigung, wenn ich kurz störe.
10:08Ich muss nur an die Akte.
10:09Lassen Sie sich nicht stören.
10:14Gut, wir sind dann fertig für heute.
10:22Ach ja.
10:24Vielen Dank, dass wir Ihr Büro benutzen durften, Herr...
10:27Engel, Lars Engel.
10:28Engel.
10:28Nicht dafür.
10:30Gut.
10:32Ähm...
10:33Bis zum nächsten Mal, Herr Kiesewetter.
10:38Wollen Sie was trinken?
10:46Unser Chef.
10:48Fräulein Anna Karlström, die Tochter.
10:51Und sag, Kiesewetter, mein Name.
10:53Hallo.
10:54Ich möchte den Polizisten sprechen, der dann selbst mit meiner Mutter beobachtet hat.
10:58Das bin ich.
11:03Hören Sie, ich habe vor zwei Tagen mit meiner Mutter telefoniert.
11:06Sie meinte, es ging ja schon viel besser.
11:10Wie ist das passiert?
11:13Ich habe draußen auf meinen Kollegen gewartet.
11:16Dann habe ich sie gesehen, so 20, 30 Meter entfernt.
11:20Dann ist sie gesprungen.
11:23Und wann war das?
11:25Ich meine, wie spät war es?
11:28So viertel nach zwei.
11:30Aber wo war mein Stiefvater?
11:32Warum war Bendix nicht bei ihr?
11:34Sie war allein.
11:37Aber warum ist sie dann ins Wasser gesprungen?
11:40Sie hat Wasser immer gehasst.
11:41Wieso hat sie Wasser gehasst?
11:44Als Kind ist sie ja immer fast ertrunken.
11:47Seitdem ist sie nie wieder schwimmen gegangen.
11:51Anna, ich darf doch Anna sagen.
11:54Ich verstehe Ihre Fragen total.
11:57Aber soweit wir wissen, war Ihre Mutter in einer sehr verzweifelten Situation.
12:03Wie hat Bendix das aufgenommen?
12:06Ihr Stiefvater war sehr gefasst.
12:09Das wundert mich nicht.
12:12Er war nie wirklich der Gefühlsmensch.
12:14Wir haben uns nicht besonders gut verstanden.
12:17Er und meine Mutter sind erst vor drei Jahren zusammengekommen.
12:20Kurz bevor ich ins Internat ging.
12:23Wir haben uns ewig um drei Tage gezauft.
12:25Kraftbrühe, aus unserem neuen Kaffee und Dummere.
12:27Wir kommen gleich wieder.
12:36Bettina Kallström, die bekannte Unternehmerin,
12:38hat aus noch nicht geklärten Gründen den Weg in den Freitod gewählt.
12:42Das ist ein unersetzbarer Verlust für Lübeck und Schleswig-Holstein.
12:46Als Vorsitzende der Kallström-Stiftung förderte sie zahlreiche soziale Projekte,
12:50wie Krankenhäuser, Hospize und Kinderheime.
12:53Lübecks erste Babyklappe geht auf ihr Engagement zurück.
12:57Auch bei ihrem letzten Auftritt in der...
12:59Das ist so eine Lesebrille.
13:00Bettina Kallström, ihr großes Herz für die Kinder.
13:04Und warum?
13:05Weil sie die auch beim Sprung getragen hat.
13:11Ja.
13:12Eine reine Lesebrille.
13:14Geeignet für den Nahbereich zwischen 10 bis 50 Zentimetern.
13:17Und wozu trägt man eine Lesebrille, wenn man in den Tod springt?
13:21Vielleicht hat sie nur mal in den Portemonnaie geschaut.
13:22Ob die 50 Millionen noch drin sind?
13:24Unsinn. Ein letzter Blick auf das Foto ihrer Liebsten vielleicht, was man so dabei hat.
13:28Sie hatte kein Foto dabei. Ihr Personalausweis wäre die Leselektüre gewesen.
13:32Sie hat definitiv nichts gelesen. Sie ist direkt zum Geländer und sprang rein.
13:42Ich verstehe das alles nicht. Sie hat noch nicht meinen Abschiedsbrief hinterlassen.
13:47Tja, tut mir leid. Wir haben nichts bei ihr gefunden.
13:50Scheiße nochmal.
13:53Was hat sie denn gar nicht an mich gedacht?
13:58Sollen wir sie nach Hause bringen?
13:59Ich kümmere mich dran.
14:01Ohne Erklärung.
14:03Vielleicht ist ja auch was faul an der ganzen Sache.
14:06Anna, wenn irgendwas nicht stimmen sollte, dann kriegen wir das raus.
14:09Okay?
14:10Versprochen.
14:18Wiedersehen.
14:23Was kriegen wir raus?
14:25Es gibt doch gar keine Ermittlungen.
14:26Ja, aber offene Fragen.
14:28Allerdings, ja.
14:29Ah ja? Traust du jetzt deinen eigenen Augen nicht mehr für ein Kiesewetter?
14:32Du hast sie selber springen sehen.
14:33Und ohne Anzeichen von Fremdverschulden.
14:35Keine Ermittlungen. Punkt.
14:37Schönen Abend, Kollegen.
14:39Tschüss.
14:41Oh.
14:43Ihr Mr. Wright wartet.
14:45Oberstaatsanwalt Ansgar Pedersen gibt sich die Ehre zum gemeinsamen Ein- und Ausatmen beim Geburtsvorbereitungskurs.
14:51Wenn er nicht wieder kurz vorher abgesagt hat.
14:52Und zwar per SMS.
15:06Danke.
15:22Das habe ich noch nie verstanden.
15:27Und dann viertens die Bestandswissen.
15:31Anna.
15:39Hey.
15:52Warum hast du nicht besser auf Mama aufgepasst?
15:56Das frage ich mich auch jede Minute. Das kannst du mir glauben.
16:00Komm mal her.
16:02Ja.
16:02Ja.
16:11Ja.
16:41Untertitelung. BR 2018
16:43Ich war eben nochmal an der Sprungstelle. Und?
16:46Ja, da gibt es überhaupt keine Strömung. Das Wasser dümpelt einfach nur vor sich hin.
16:51Deshalb haben die Taucher Brille und Schuhe sofort gefunden. Das Opfer. Moment, Opfer?
16:57Gut, die Tote. Die Tote hätte vor ihrem Tod noch eine gehörige Strecke schwimmen und tauchen müssen,
17:03um dort angetrieben zu werden, wo wir sie gefunden haben.
17:07Obwohl die Frau gar nicht schwimmen konnte und sogar Angst vorm Wasser hatte?
17:12Sollten wir da nicht nochmal einen genauen Blick drauf werfen? Schon aus Gründen der Sorgfalt?
17:18Sie haben unseren Termin vergessen, oder?
17:19Nein. Nein, hat er nicht.
17:23Herr Kiesewetter weiß, Ihre psychologische Unterstützung durchaus zu schätzen.
17:26Es ist nur so, in unserem neuen Fall sind Hinweise aufgetaucht, die uns...
17:29Es dauert auch nicht lange.
17:31Gut, auf jeden Fall sollten wir diesem Ansatz mal nachgehen.
17:36Ja, ja, ja.
17:37Okay, Sie fangen jetzt also doch an zu ermitteln.
17:41Widersprüchen nachgehen? Das ist mein Job.
17:43Darf ich ehrlich zu Ihnen sein?
17:45Ich glaube, dass Sie sich da was konstruieren, weil Sie sich schuldig fühlen.
17:49Das werden ja dann die Ermittlungen zeigen.
17:52Hm.
17:56Was notieren Sie sich da eigentlich? Nur weil ich meine Arbeit mache?
18:00In der Situation, in der Sie im Moment sind, da kann man manchmal zwischen Arbeit und Beginn der Fixierung nicht
18:05unterscheiden.
18:07Ist es nicht so, dass Sie emotional und privat auch gerade eher überfordert sind?
18:11Die Trennung, Geldsorgen.
18:16Bei mir ist alles palettif, Frau Doktor.
18:19Und jetzt habe ich zu tun.
18:21Das könnte ich auch gerne notieren.
18:27Cool bleiben. Biet ihr keine Angriffslöcher.
18:30Ja, ja, ja.
18:32Frau Reismussen, ich möchte mit Ihnen über Herrn Kiesewetter sprechen.
18:37Was ist Ihre Beobachtung nach monatelanger Zusammenarbeit?
18:41Die ist bestens.
18:43Sie kennen ihn ja auch privat besser.
18:46Ich finde es richtig, dass Sie aus Ihrer intimen Beziehung zu ihm nie ein Geheimnis gemacht haben.
18:50Diese Beziehung ist ja auch seit mehr als zehn Monaten beendet.
18:54Muss sicher an seinem Selbstbewusstsein gekratzt haben, dass Sie nach der Trennung mit einem neuen Partner sofort schwanger wurden.
19:01Frau Doktor Siebert, Finn Kiesewetter ist sowohl ein Solo- als auch ein Teamplayer.
19:05Je nach erforderlicher Situation.
19:08Kurz, er ist ein exzellenter Kriminalist, ein wunderbarer Mensch und Freund.
19:12Und wenn Sie mich jetzt entschuldigen, ich muss pinkeln.
19:28Und was soll uns dieses Wasserballett jetzt sagen?
19:31Die Tote offenbar sportlicher war als ich.
19:34Wieso?
19:36Wer auch immer da hinten reingesprungen ist, der kann nicht einfach hier so landen, weil hier ist gar keine Strömung.
19:40Der muss da extrem gut schwimmen können.
19:43Moment mal.
19:44Du willst mir sagen, wer immer da hinten reingesprungen ist, war nicht Bettina Karlström, sondern irgendeine andere Frau?
19:48Ein Fake?
19:49Ach komm, das ist ja noch ganz schön Seepferdchen.
19:51Wieso denn eigentlich nicht?
19:52Wieso können wir das einfach so ausschließen?
19:54Das wäre nicht der erste Mord, der erst selbstmord inszeniert war.
19:57Sag mal, Partner, bist du zu lange unter Wasser gewesen?
19:59Wenn das die Psychotante hört, dann weißt du dich sofort ein.
20:03Was machst du denn da jetzt noch?
20:08Eine Wasserprobe.
20:10Jetzt kannst du mich abrubbeln.
20:13Na, dann komm.
20:15Rettung, schön mal.
20:21Routinemäßig habe ich eine Probe von Bettina Karlströms Lungeninhalt sichergestellt.
20:26Beide Wasserproben sind Lübecker Süßwasser.
20:29Allerdings, Probe B mit schmutzigen Schwebstoffen, Probe A Trinkwasserqualität, bis auf den Badezusatz mit Lavendel-Extrakt.
20:39Das heißt, Bettina Karlström ist nicht in der Trabe ertruben.
20:43Ich tippe eher auf eine Badewanne.
20:46Das erklärt auch die Druckstellen auf der Schulter.
20:49Jetzt bin ich abauf.
20:51Ein fingierter Selbstmord will einen Polizisten als Zeugen.
20:55Happy Birthday to you, Happy Birthday to you, Happy Birthday to you, Happy Birthday, lieber Maggie.
21:06Happy Birthday.
21:07Tschüss, wir lieben dich auch.
21:10Tschüss.
21:10Wir lieben dich auch.
21:11Ich werde besuchen.
21:11Oh, komm, wir besuchen.
21:12Ja, komm, wir besuchen.
21:14Ist vielleicht besser, du guckst dir sowas jetzt nicht an.
21:21Das ist vielleicht jetzt schwer, aber wir sollen uns mal über die Beerdigung unterhalten.
21:28Sie kommt in der Kiste, die kommt in einem Loch.
21:34Wünschst du dir irgendwas?
21:37Besondere Blumen, irgendeine Musik?
21:38Du weißt nicht mal, welche Lieblingsblumen sie hatte?
21:42Das weiß man doch, wenn man eine Frau geliebt hat.
21:46Ich wollte nur wissen, ob du dir irgendwas Besonderes wünschst.
21:54Warum hat Mama mich im Stich gelassen?
21:57Deine Mama hatte schwere Depressionen.
22:00Und depressive Menschen können sehr unberechenbar sein.
22:05Am Telefon klang sie ganz anders.
22:08Sie meinte, sie hätte den Krebs besiegt.
22:12Und könnte nach vorne schauen.
22:14Siehst du, mir hat sie genau das Gegenteil gesagt.
22:18Dass sie totkrank ist und nur noch ein paar Wochen zu leben hat.
22:22Daran merkt man doch, wie verwirrt sie war am Ende.
22:24Aber hast du denn gar nicht die ganzen Krankenberichte und Arztbriefe gelesen?
22:27Doch.
22:30Zeig sie mir.
22:31Am besten die ganze Krankenakte.
22:33Ich hab das ganze Zeug verbrannt.
22:34Was?
22:37Warum das denn?
22:37Ich konnte das alles einfach nicht mehr sehen.
22:40Martina haben die schlechten Diagnosen jedes Mal völlig aus der Bahn geworfen.
22:43Und immer wenn sie sich gerade ein bisschen wieder gefangen hatte, dann gab es eine neue Untersuchung.
22:48Und dann hatte sie wieder diese Angstattacken.
22:50Aber war sie denn jetzt gesund?
22:52Oder war sie krank?
22:53Anna.
22:55Entscheidend für deine Mama war immer, wie sie sich fühlte.
22:57Und danach war sie todkrank.
22:59Wir müssen einfach lernen, das zu akzeptieren.
23:04Und du musst in Zukunft lernen, deine Gefühle ein bisschen besser unter Kontrolle zu haben.
23:10Hey.
23:11Du bist eine Karlström.
23:13Und du wirst in Zukunft sehr viel Verantwortung tragen müssen.
23:19Beide Wasserproben sind eindeutig.
23:21Wir haben es also mit einem ausgeklügelten Mordplan zu tun.
23:24Das perfekte Verbrechen.
23:25Bis auf den Badezusatz.
23:27Gut.
23:28Also wer hätte ein Motiv, Bettina Karlström umzubringen?
23:30Sie war reich.
23:31Steinreich.
23:32Also wer profitiert als erstes?
23:34Natürlich die Erben.
23:35Bendix und Anna Karlström.
23:37Anna?
23:38Nein.
23:39Schröter, bleiben Sie objektiv und überprüfen Sie das.
23:41Darauf können Sie sich verlassen, Chef.
23:43Ich überprüfe den Ehemann.
23:46Vermögenssituationen, Vorleben.
23:47Wunderbar.
23:48Und ich arbeite mich in die Karlström AG ein.
23:50Okay, und wir machen einen kleinen Hausbesuch.
23:51Ja.
23:52Viel Spaß.
23:53Erfolgreichen Tag.
23:56Sie wollen weg?
23:57Sie haben ja nicht etwa unseren Termin schon wieder vergessen?
24:00Wie kommen Sie denn auf sowas?
24:10Wie kommen Sie denn auf?
24:13Komm rein.
24:17Sorry nochmal.
24:18Wegen gestern Abend.
24:21Ich finde es echt toll, wie du dich in dieser Situation so zusammenreißen kannst.
24:26Und ich habe mir gesagt, ich versuche es einfach auch.
24:30Finde ich gut.
24:32Gottmund, du bist noch jung.
24:34Du hast es bald wieder nach vorne gucken können.
24:37Ja, ich weiß.
24:40In einem Jahr bin ich volljährig.
24:42Dann trage ich eine Menge Verantwortung.
24:45Nicht nur für mich, sondern auch für das ganze Firmenerbe.
24:51Übermorgen ist Testamentseröffnung.
24:54Weißt du, was im Testament drinsteht?
24:57So in etwa.
24:59Im Verwaltungsrat der Stiftung übernehme ich erst mal Bettinas Position.
25:02Bis zu deinem 21. Geburtstag.
25:07Ich möchte nicht stören.
25:09Du störst nicht.
25:10Ich wollte eh gerade gehen.
25:14Du musst das einmal unterschreiben, dann kann ich das gleich rausschicken.
25:19Das ist okay.
25:22Hilf!
25:23Grusel, erkältet?
25:28Ich musste im Zuge der Ermittlungen einen Schwimmtest machen.
25:31Es gibt Hinweise auf Fremdverschulden.
25:33Hm.
25:35Dass in Ihrem Privatleben, wie Sie sagten, alles paletti sei, das ist ja auch eher so eine Verzerrung der Realität,
25:41nicht?
25:41Ja, das können Sie nur gar nicht beurteilen.
25:43Sie kennen mich gar nicht.
25:44Ich weiß eine ganze Menge über Sie.
25:47Unfalltote Eltern, aufgewachsen bei den Tanten.
25:51Polizeidienst, ausgestiegen.
25:52Existenzgründung als Biobauer, gescheitert.
25:55Beziehung zur Frau Staatsanwältin R, gescheitert.
25:59Obwohl Sie und Frau R länger liiert waren, wird diese sofort nach der Trennung von einem anderen Mann schwanger.
26:04Dr. P, Oberstaatsanwalt in Hamburg, hohes Tier.
26:10Das müssen gewaltige Frustrationen sein.
26:15Erstens war Frau Rasmussen nicht sofort schwanger.
26:18Zweitens gehört es zum Leben, dass Beziehungen am Arbeitsplatz scheitern.
26:21Und auch, dass man danach professionell zusammenarbeitet.
26:25Sie sind doch kein Übermensch.
26:28Das glaube ich Ihnen nicht.
26:31So.
26:33Therapiegespräche mit Frau S. ebenfalls gescheitert.
26:36Hauptkommissar K. beendet die Kooperation.
26:39Aus die Maus.
26:40Und jetzt schreiben Sie in Ihren Abschlussbericht, was Sie wollen.
26:51Und?
26:52Was?
26:52Ja, was sagte Sie was?
26:53Ja, alles super. Sie schreibt gerade Ihren Abschlussbericht.
26:56Sag mal, hat die Psychotante das alles von dir?
26:58Herzlichen Dank auch.
27:00Äh, was habe ich falsch gemacht?
27:02Keine Ahnung.
27:04Warte mal, Faden.
27:08Mädchen oder Junge?
27:09Wie?
27:10Äh, Mädchen.
27:12Süß.
27:13Und, gibt es schon einen Namen?
27:16Nee, wir überlegen noch.
27:17Alles außer Jutta.
27:21Entschuldigung.
27:22Sie heißen ja so.
27:23Oh Gott.
27:25Nee, nee.
27:25Der war gut.
27:27Nichts für ungut.
27:34Fremdverschulden?
27:37Das war also gar kein Selbstmord.
27:39Das ist im Moment nur ein Hauch dünner Anfangsverdacht.
27:41Aber wir hätten gerne gewusst, wo Sie gewesen sind in der Nacht, als Ihre Mutter gestorben ist.
27:45Ich?
27:47Ihr wollt ein Alibi?
27:48Von mir?
27:49Das müssen wir fragen.
27:50Das ist einfach Routine.
27:52Also?
27:53Ich war im Internat.
27:55Name, Adresse und Telefonnummer mit einer Zimmerkollegin.
27:58Das habe ich alle schon Herrn Schröter am Telefon verklickert.
28:01Der hat sein Anliegen, aber entschieden netter verpackt als Sie beide.
28:04Das tut uns leid.
28:05Entschuldigung, ich muss an die frische Luft.
28:11Routineüberprüfung verstehe ich vorkommen.
28:13Da.
28:14Telefonkonferenz mit Shanghai.
28:16Nachts um zwei.
28:18Zeitverschiebung.
28:19Bei billigen Arbeitskräften lohnt sich das?
28:21Ich würde sagen, kostengünstig, fleißig und genau.
28:24Wie lange dauerte denn diese Telefonkonferenz mit Shanghai?
28:28Bis drei Uhr fünfundvierzig ungefähr.
28:31Arbeiten Sie öfter nachts hier?
28:32Haben Sie ein eigenes Bett zu stehen?
28:34Na ja, Bett, Notliege würde ich sagen.
28:36Für mich reicht's.
28:39Uns reicht's denn auch erstmal.
28:41Ja.
28:43Ach so, Ihre Frau ist gar nicht in der Trabe ertrunken.
28:49Wie bitte?
28:50Na ja, ein Abgleich von Bettinas Lungeninhalt mit einer Probe Trabewasser hat das eindeutig ergeben.
28:55Und in der Trabe schwimmt ja alles Mögliche, nur kein lavendelhaltiger Badezusatz.
29:00Wollen Sie damit irgendwas andeuten?
29:02Na ja, wir überlegen, ob Ihre Frau vielleicht in einer öffentlichen Badeanstalt einen Bad genommen hat und von dem Bademeister
29:08an den Schultern runtergedrückt wurde, bis sie...
29:10Oder ob das Ganze hier im Haus passiert ist.
29:12Oder so.
29:13Ja.
29:14Sind Sie verrückt geworden?
29:16Ja, das wird sich noch zeigen.
29:18Allerdings, Sie sind der einzig finanziell Begünstigte, denn Anna hatte noch gar keinen Zugriff auf das Erbe.
29:25Na ja, wenn das so ist, dann farfen Sie mich doch bitte. Oder fehlt da jetzt noch ne Kleinigkeit?
29:30Ja, wir würden gerne das Badezimmer Ihrer Frau sehen.
29:33Vorher würde ich gerne Ihn Durchsuchungsbefehl sehen.
29:35Ja.
29:37Hm?
29:41Da ist er.
29:52Hallo.
29:53Hallo.
29:56Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für mich nehmen.
29:58Die anderen Kollegen im Dezernat, die geben sich ja sehr beschäftigt.
30:01Die geben sich nicht so, die sind es.
30:04Sehr schön.
30:05Loyalität, das sind beste Voraussetzungen für ein gutes Betriebsklima.
30:08Wollen Sie mich nicht einfach direkt fragen, was Sie über Herrn Kiesewetter wissen wollen?
30:12Sie arbeiten doch eng zusammen.
30:14Hm, und in der Zeit habe ich mehr gelernt als auf der Polizeischule.
30:18Und wenn Sie jetzt so hautnah mit dem Kollegen Kiesewetter...
30:21Hautnah, was soll das denn bedeuten?
30:24Warum?
30:24Haben Sie ein Problem mit menschlicher Nähe?
30:26Nein.
30:27Aber Herr Kiesewetter und mich verbindet eine rein professionelle Zusammenarbeit.
30:30Er ist ein guter Kollege.
30:32Ehrlich, zuverlässig und ein verdammt guter Polizist.
30:35Ist ja perfekt.
30:38Ist superfekt.
30:40Aber wir sind doch alle nur Menschen, oder?
30:41Auch der Kollege Kiesewetter.
30:43Was soll ich denn tun?
30:44Ihn schlechter machen, als er ist?
30:45Nein, natürlich nicht.
30:47Aber wir haben doch alle unsere Laster, unsere kleinen Schwächen...
30:51Fischbrötchen, vormittags.
30:53Mein Ding ist es nicht, er steht drauf.
30:55Fischbrötchen.
30:56Das liegt schwer im Magen.
30:57Ist eigentlich nur verdaulich mit ein, zwei Schnäpsen hinterher.
31:00Hören Sie mal, ich habe Herrn Kiesewetter noch nie während der Arbeit trinken sehen.
31:04So was gibt es hier nicht.
31:05Hier schüttet sich niemand irgendwas in den Tee, außer vielleicht Kollege Schröter.
31:08Und auch das sind dann natürlich nur Vitamine für die körperliche und geistige Fitness.
31:12Noch Fragen?
31:15Eine absolute Frechheit.
31:18Telefonkonferenz mit Shanghai.
31:19Dass ich nicht lache.
31:21Die haben was miteinander, da fette ich meinen Hintern drauf.
31:24Notliege.
31:25Wohl eher Notlüge.
31:26Geht es um das Alibi von Bendix Karlström und seiner Sekretärin?
31:29Ja, das ist mehr als dünn.
31:30Dafür ist das Alibi von Anna Karlström über alle Zweifel erhaben.
31:33Das ist absolut wasserdicht.
31:35Ich habe mit Luisenthal telefoniert.
31:36Das ist dieses Nobelinternat an der Schlei.
31:38Apropos Schlei.
31:39Bendix Karlström hatte dort ein ehrgeiziges Immobilienprojekt.
31:42Schwimmende Häuser und Bootsliegeplätze.
31:44Hat aber Pleite gemacht.
31:45Wie bitte?
31:46Kann man mit so viel Geld im Rücken Pleite machen?
31:48Ja, sicher.
31:49Ich meine, das war vor der Heirat mit Bettina.
31:51Da hieß er übrigens auch noch ganz schlecht Meier.
31:53Meier.
31:53Er hat den Namen seiner Frau angenommen?
31:55Oh, was für ein Unding.
31:56Das könnte dir nicht passieren, ne?
31:57Aber es gibt ja so ein paar moderne Männer, die haben damit kein Ego-Problem.
32:01Ach, du meinst diese modernen Männer, die ihren hochschwangeren Frauen ständig bei SMS absagen?
32:06Die sich alleine zu Arztterminen und Schwangerschaftsvorbereitungskursen schicken?
32:09Hallo, können wir mal bei den Fakten bleiben?
32:11Aua!
32:12Hey!
32:16Bendix Meier ging es wahrscheinlich um was ganz anderes.
32:19Da wollte wirklich gar nicht Bettina, sondern ihr Vermögen und einen klangvollen Namen.
32:23Ja, aber auch so ein großer Name hilft nichts, wenn du bei den Banken als Plattier gehst.
32:28Da hilft dann nur noch eine Bürgschaft.
32:30Selbst bei einem Kleinstkredit.
32:32Hat deine Bankenanfrage was gebracht?
32:35Ja.
32:35Bendix liebäugelt mit einem Luxusgrundstück auf Trinidad.
32:38Da läuft ein Kredit für eine Anzahlung für einen Privatstatt.
32:42Ach ja.
32:44Einer träumt vom Schrebergarten, der andere vom Privatstatt.
32:47Wut auch.
32:48Gebirgt hat aber nicht seine Frau mit dem großen Namen, sondern Conny Neumann.
32:52Ach nee.
32:53Seine Sekretärin?
32:55Ja, vielleicht wollte seine Frau nicht bürgen.
32:58Oder die wussten gar nicht so den Kredit.
33:01Warum macht der Ehemann hinter dem Rücken seiner Frau Geschäfte mit der Sekretärin?
33:05Die übrigens weder BWL studiert noch Buchhaltung gelernt hat.
33:09Was?
33:10Ja.
33:11Geglänzt hat Conny Neumann nur bei den Olympischen Spielen in Seoul.
33:15Und zwar als Synchronschwimmerin.
33:17Olympische Spiele?
33:19Moment mal.
33:21Da musst du eine 1A-Kondition haben und schwimmen können wie ein Profi.
33:33Es ist im Dunkeln, würde die glatt durchgehen.
33:36Absolut.
33:39Okay.
33:41Bettina Karlström war depressiv.
33:43Nehmen wir mal an, ihr Mann hat sie nur wegen ihres Geldes geheiratet.
33:47Er nimmt sich eine besser gelaunter Geliebte.
33:49Sie schmieden Zukunftspläne.
33:51Träume, Ferienparadies, Karibik.
33:54Sie machen eine Anzahlung auf ein Grundstück.
33:56Was fehlt?
33:57Das große Geld für die Luxusbebauung.
34:00Also bringen die beiden heimtückisch die Mutter der Arm Anna um.
34:04Sie wartet, bis einer kommt und springt.
34:08Und lässt es wie Selbstmord aussehen.
34:10Zu blöd, dass wir den Badezusatz nicht gefunden haben.
34:13Also wenn wir richtig liegen, dann ist die Sekretärin die Schwachstelle, die ist niemals so ausgebufft wie er.
34:19Vorladen.
34:24Bettina Karlström ist nicht in der Travertung.
34:27Ich habe nicht Frau Karlström springen sehen, sondern jemand, der schwimmen konnte, wie ein Profi.
34:33Zum Beispiel eine Synchronschwimmerin mit Olympia-Erfahrung.
34:37Warum sollte ich das tun?
34:39Gegenfrage.
34:40Warum haben Sie für einen Kredit gebürgt?
34:42Luxusgrundstück auf Trinidad.
34:44Haben Sie denn nicht gewusst, dass Herr Karlström respektive Herr Mayer schon mal pleite gegangen ist?
34:49Das würde ich nämlich auch nicht erzählen, wenn ich eine Bürgschaft haben will.
34:52Nee, nee.
34:52Wie viel verdienen Sie im Monat?
34:54Genug.
34:56Ich werde großzügig entlohnt.
34:58Auch merkwürdig.
35:00Eine Synchronschwimmerin qualifiziert nicht unbedingt zur Chefsekretärin.
35:05Worauf wollen Sie eigentlich hinaus?
35:06Worauf wir hinaus wollen?
35:08Ach, kommen Sie.
35:1024 Stunden Dienst, ein Bett in der Villa des Hausherrn, eine Bürgschaft.
35:15Eine hübsche Frau wie Sie, ein attraktiver Mann wie er und...
35:19Das hat Zoom gemacht.
35:22Wie fühlt sich das an, so eine intime Beziehung zum Ehemann einer Schwerkranken?
35:28Das können wir schnell nachweisen per Routine-Test.
35:31Soll ich die Amtsärztin rufen lassen?
35:33Immer schon.
35:34Nein.
35:41Ja, wir haben eine Beziehung.
35:43Ich liebe ihn.
35:44Ob Sie es glauben oder nicht.
35:46Und Sie werden ihm bis nach Trinidad gefolgt?
35:50Wir wollen da eine Schwimm- und Tauchschule eröffnen.
35:53Mit Hotel.
35:54Das ist unser großer Traum.
35:56Wann hatten Sie eigentlich vor, Bettina Karlström bezüglich Ihres großen Traums die Wahrheit zu sagen?
36:03Ich glaube gar nicht.
36:05Ihre Option war Mord plus Erbschaft, die bei einer Scheidung flöten gegangen wäre.
36:08Das ist nicht wahr.
36:09Sondern?
36:13Ich hatte immer ein furchtbar schlechtes Gewissen wegen Frau Karlströms Krebserkrankung.
36:19Aber Bendix hat mich beruhigt.
36:23Sie würde es gar nicht mehr erfahren, weil sie ihr nicht mehr lange zu leben hat.
36:27Ja, das stimmt ja leider.
36:29Nein, nicht so.
36:31Sie war unheilbar krank.
36:33Krebs im Endstadium.
36:34Wir haben da einen ganz anderen Befund.
36:38Unser Pathologe hat festgestellt, dass Frau Karlström ihren Krebs mit der letzten OP gesiegt hat.
36:45Hier ist der Uni-Befund.
36:47Präsidium nachlesen.
36:50Lassen Sie Zeit.
36:59Woher wussten Sie eigentlich von dem angeblich hoffnungslosen Krankheitszustand von Bettina Karlström?
37:06Bettina hat Bendix natürlich über die Arztberichte aus der Uniklinik informiert.
37:13Bendix Karlström hat Ihnen nicht die Wahrheit gesagt.
37:18Bettina Karlström war nicht mehr krank.
37:20Sie war gesund.
37:22Er hat Sie brutal belogen.
37:23Oder wussten Sie Bescheid?
37:27Die Frage Ihrer Mitwisserschaft ist für die Bewertung Ihrer Mittäterschaft bei diesem Mord entscheidend, Frau Neumann.
37:40Verdammt, ich...
37:43Ja...
37:45Ja, ich habe Bettina an dem Abend gespielt und bin gesprungen.
37:51Aber nur, um Bendix aus einem falschen Verdacht zu helfen, ich...
37:56Das war kein Mord.
37:58Wirklich nicht.
38:00Der ist doch kein Mörder.
38:02Was für ein falscher Verdacht?
38:06Ohne einen Anwalt sage ich jetzt gar nichts mehr.
38:09Das ist Ihr gutes Recht.
38:13Ja...
38:14Ja...
38:14Ja, ich habe Bettina an dem Abend gespielt und bin gesprungen.
38:21Ja, das klingt wie Mord, aber das war es nicht.
38:26Ja, ich habe Bettina getötet.
38:29Aber es war Tötung auf Verlangen, Sterbehilfe.
38:32Verstehen Sie?
38:35Meine Frau war sehr, sehr krank.
38:38Sie wollte sterben.
38:39Sie bat mich da um.
38:42Herr Karström...
38:45Ihre Frau war vollständig geheilt.
38:49Und das wollen Sie als Ehemann nicht gewusst haben.
39:01Nein, das wusste ich nicht.
39:05Sie hat mir von dieser letzten Untersuchung erzählt.
39:08Sie war völlig verzweifelt.
39:10Sie hat die ganze Zeit geweint.
39:11Wollen Sie uns wirklich weismachen,
39:13dass Sie weder Arztgespräche geführt
39:15noch Arztbriefe gelesen haben?
39:18In letzter Zeit nicht mehr.
39:22Man ist irgendwann erschöpft
39:24von diesen ganzen Diagnosen,
39:26von diesem Arztgequatsche,
39:27von diesen angeblichen Möglichkeiten,
39:28die Krankheit zu beherrschen.
39:32Warum lügt sie mich an?
39:35Das muss irgendwas mit ihrer Depression zu tun haben.
39:40Also, einen Augenblick mal.
39:42Ihre Frau war depressiv und wollte sterben.
39:46Und damit Sie ihr dabei helfen,
39:48gaukelt sie Ihnen
39:49Krebs im Endstadium vor.
39:51Ist das richtig?
39:55Anders kann ich mir das nicht erklären.
39:59Herr Karström,
40:01wenn ich für einen geliebten Menschen
40:02Sterbehilfe leisten will,
40:04dann gibt es mit Sicherheit
40:05sanftere Methoden als Ertränken.
40:10Tabletten kam für Sie nicht in Frage.
40:12Da war sie wie besessen.
40:14Sie, die Sekunden vor dem eigenen Tod
40:17wegticken zu sehen,
40:18das wollte sie auf keinen Fall.
40:21Sie wollte einen überraschenden Tod
40:23in einem schönen Moment.
40:28Das können Sie vielleicht nicht verstehen.
40:30Ich habe meine Frau sehr geliebt.
40:32Ich habe diesen letzten Wunsch akzeptiert.
40:35Ich dachte erst,
40:36ich hatte keine Kraft dafür.
40:37Es wurde von Minute zu Minute schwerer,
40:39ihr diesen fürchterlichen Wunsch zu erfüllen.
40:45Aber dann an diesem Abend
40:46wusste ich,
40:47jetzt oder nie.
41:06Aber sofort danach
41:07wurde mir klar,
41:09in was für eine Situation
41:10ich mich damit gebracht habe.
41:12Um nicht wegen Mordes angeklagt zu werden,
41:14habe ich Conny eingeweiht.
41:16Wir sind zusammen auf die Idee gekommen,
41:18es wie Selbstmord aussehen zu lassen.
41:20Zur Sicherheit
41:21vor den Augen eines Zeugen.
41:24Der Plan ging auf.
41:26Es hat alles perfekt funktioniert.
41:29Dass der Zeuge dann aber ausgerechnet
41:32ein Polizist ist...
41:38Das könnte vor Gericht sogar funktionieren.
41:40Indubio pro reo.
41:42Der geht vielleicht zwei Jahre
41:43wegen unerlaubter Sterbehilfe in den Knast,
41:45aber nicht lebenslänglich wegen Mordes.
41:46Und da gehört er hin,
41:47da bin ich mir sicher.
41:48Außer man könnte ihm beweisen,
41:50dass er von der Heilung seiner Frau gewusst hat.
41:53Jemand einen Vorschlag?
41:54Ja, wie?
41:55Wir brauchen die Original-Arztbriefe.
41:56Wenn da seine Fingerabdrücke drauf sind,
41:58dann hat er sie gelesen
41:59und er wusste Bescheid.
42:13Haben Sie den Code?
42:141 7 4 6 3 1
42:27Nichts.
42:28Ist doch Blödsinn, was wir hier machen.
42:30Der Typ hat den Brief längst vernichtet, verbrannt oder so.
42:32Der ist doch nicht blöd.
42:33Ja, das hat er mir auch selbst gesagt.
42:35Er meinte aus Verzweiflung.
42:37Nein, nicht aus Verzweiflung, aus eiskalter Berechnung.
42:41Aber wir haben keinen Beweis.
42:42Aber Sie können ihn doch nicht einfach so davon kommen lassen.
42:45Das können Sie doch nicht zulassen.
42:50Das verstehe ich natürlich. Verhandlungen gehen vor.
42:52Ja.
42:53Ach, weißt du, es wäre einfach nur schön, wenn du dabei wärst.
42:58Ja.
43:00Ja, dann sehen wir uns heute Abend. Bis dann. Tschüss.
43:05Musst du irgendwo hin? Arzttermin? Richtig fahren.
43:09Nein, danke. Sei lieb von dir, aber geht schon.
43:12Ich finde das nicht korrekt.
43:14Ich würde weder Ihnen noch die Neumann aus der U-Haft entlassen.
43:17Tja, ohne Haftgrund.
43:20Die Neumann ist ja schon nach freiem Fuß.
43:22Und Bendix kommt jetzt auch. Bis Prozessbeginn.
43:25Um die Kaution kein Problem.
43:27Die Neumann hat angerufen.
43:29Sie sagt, sie hätte so ein komisches Gefühl.
43:32Hanna ist los.
43:33Sie will Bendix von der U-Haft abholen.
43:35Komm.
43:48Wir lassen.
44:08Was willst du denn hier?
44:12Was soll das sein?
44:15Das ist das Anschreiben des letzten Arztbriefes.
44:17Du hast die Diagnose zwar verbrannt, aber deine Sekretärin hat alles ordentlich weggeheftet.
44:22Was kannst du denn da?
44:24Bleib mal sitzen.
44:27Bendix, wenn man Beweise vernichtet, sollte man es ordentlich machen.
44:32Conny hat mir versichert, dass man darauf deine Fingerabdrücke findet.
44:36Beblüffst.
44:37Da sind garantiert keine Fingerabdrücke von mir drauf.
44:40Ich lese nur das, was mir Conny in die Mappe legt.
44:41Willst du es darauf ankommen lassen?
44:48Also wenn es dir um dein Erbe geht, ich könnte dafür sorgen, dass du nicht bis zu deinem 21. warten
44:53musst.
44:54Muss ja keiner erfahren, wenn wir uns hier arrangieren, oder?
44:56Du leugnest es also gar nicht.
44:59Du hast sie kaltblütig ertränkt.
45:02Und jetzt willst du auch noch, dass ich dein Mord in meiner Mutter decke?
45:06Denk mal für eine Sekunde lang nach.
45:07Wenn du jetzt zur Polizei gehst, dann steht deine Aussage gegen meine.
45:11Dein Wischstabe weist gar nichts.
45:12Die Teufel, er ist dir umgebracht!
45:14Es hat mir keinen Spaß gemacht, das kannst du mir glauben.
45:16Jetzt gibt es her.
45:18Was her?
45:21Scheiße.
45:22Sie sind noch angestellt.
45:24Kassel!
45:30Hey, Kassel!
45:35Jetzt langsam zu alt für den Job, was?
45:37Vielleicht soll ich mir einen neuen Partner suchen.
45:39Wie wärst du euch da?
45:40Ah, meine Stärken liegen schon eher im Innendienst.
45:42Ich weiß gar nicht, was du hast.
45:43Wir haben noch ein 1a-Geständnis.
45:45Das hier Abziehen ist völlig illegal.
45:47Ja, mein Freund, wir waren einfach zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort.
45:52Anna, das hätte sie ans Auge gehen können.
45:58So.
46:02Ohne Annas Bluff hätte sich Kassel schön rauswinden können.
46:05Denn laut Untersuchungsbericht der KTU war auf dem Anschreiben nicht ein einziger Fingerabdruck auf von dem Kerl.
46:12Fakt ist aber auch, dass du dich mal wieder auf dein Instinkt verlassen konntest.
46:15Glückwunsch.
46:16Mal sehen, was unsere Frau Dr. Psychoseibert dazu sagt.
46:23Die Psychoseibert, die würde sagen, dass Herr Kiesewetter uneingeschränkt diensttauglich ist.
46:28Er hat auf meine Provokationen mit normalen Handlungsstrategien reagiert.
46:31Sein Konfliktbewältigungsverhalten ist völlig normal und ein Abweichen in Suchtverhalten nicht zu beobachten.
46:37Steht auch alles in meinem Bericht.
46:39Schönen Tag noch.
46:41Frau Dr. Siebert, trinken Sie ein Glas mit?
46:45Ja.
46:46Schön.
46:47Gut, dann können wir ja jetzt anstoßen.
46:50Auf einen gelösten Fall, einen diensttauglichen Kollegen.
46:54Oh ja.
46:55Und schwuppdiwupp, da ist er.
46:57Mein letzten Arbeitstag.
47:00Das ist schön.
47:01Ich hoffe, ihr kommt klar während meines Mutterschaftsurlaubs.
47:05Ach, Jan.
47:07Ich werde euch vermissen und ich hoffe, ihr...
47:09Im Namen der Kollegen alles Gute für die Geburt.
47:12Ihr seid so süß.
47:15Vielen, vielen Dank.
47:17Ich werde euch vermissen.
47:19Ich hoffe, ihr mich auch ein bisschen.
47:21Jetzt genieß erstmal deine mörderfreie Zeit.
47:23Du bist schneller wieder da, als du denken kannst.
47:25Also Ehe und Kinder haben schon so manchen zum Mörder gemacht.
47:29Stimmt.
47:31Und deshalb machen wir es jetzt einfach kurz und bündig.
47:35Pass auf, auf euch zwei.
47:37Ja?
47:38Ja.
47:40Jetzt kommt ja nur ein dickes Ding.
47:43Alles gut.
47:44Tschüss.
47:44Gut.
47:45Alles gut.
47:47Alles gut.
47:48Tschüss.
47:49Toi, toi, toi.
47:50Geht's da.
47:50Bei dir.
47:54Pass auf euch auf.
47:55Ja.
47:58Wo geht sie hin?
48:01Danke, Frau Schwartenbeck, dass du an die Blumen gedacht hast.
48:03Das habe ich nicht.
48:06Was?
48:06Vielleicht auch nicht du.
48:09Was ist denn das für eine Karte, wenn ich fragen darf?
48:15Das geht sie gar nichts an.
48:17Wird heute Abend wieder später.
48:19Tausend Küsse.
48:20Wanns gar.
48:22Je größer der Strauß, umso schlechter das Gewissen.
48:27Alles klar.
48:30Alles klar.
48:30Wanns gar nicht.
48:33Wanns gar nicht?
48:34Bis zum nächsten Mal.
49:05Bis zum nächsten Mal.
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