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00:28Untertitelung des ZDF für funk, 2017
00:59Untertitelung des ZDF für funk, 2017
01:06Bei mir lief in den letzten 30 Jahren zwar auch nicht alles rund, aber die Richtung stimmte immer bergauf
01:19Verdammte Sauerei!
01:22Das trocknet doch sofort an!
01:30Hey, was soll das?
01:40Was soll das?
02:02Wenn meine Mutter sagt, sie macht nur eine Kleinigkeit, dann stell dich auf den Drei-Gängen-Bien ein!
02:06Ach, das heißt so vier Gläser und einen Haufen Besteck!
02:10Arbeite dich einfach von außen nach innen!
02:13Arbeiten? Ich dachte, das wird so eine ganz entspannte Einladung!
02:18Das fühlt sich auch! Deine Eltern sind da total unkompliziert!
02:22Ich erinnere mich da an eine Abi-Feier in so einem Partykeller!
02:26Ja gut, da waren sie nicht ganz so entspannt!
02:28Aber das ist aus dem letzten Jahrtausend!
02:30Ja?
02:30Ja!
02:31Was soll ich denn mitbringen? Blumen und Wein?
02:35Blumen nicht! Nee, Mama ist allergisch gegen die Pollen und Wein, weil Papa hatte da mal ein kleines Problem!
02:40Oh! Ja gut, dann Pralinen und Zigarren!
02:43Altes Diabetes und Nichtraucher!
02:46Dir fällt schon was Passendes ein!
02:48Ja, sicher!
02:53Frau Schwartenbeck!
02:56Ein Toter auf einer Baustelle!
02:59Na, hoffentlich nicht auf ihrer!
03:10Morgen Schwartenbeck!
03:11Morgen!
03:11Der Papa heißt Peter Zar, 55 Jahre alt, Architekt, der wurde vermutlich aus dem zweiten Stock gestoßen, war sofort tot,
03:17Genickbruch!
03:19Gestoßen? Gibt's dafür Zeugen?
03:21Nee, hier in der Nachbarschaft hat niemand was gesehen, aber es gibt klare Indizien!
03:24Moin, Stahlemann!
03:25Moin!
03:26Was macht Sie denn so sicher, dass es kein Unfall oder Selbstmord war?
03:29Die Latte da ist vermutlich die Tatwaffe, mit der er gestoßen wurde!
03:34Also man soll der KTU ja nicht vorgreifen, aber das ist Mörtelmasse, genau wie an seinem Pullover!
03:38Und die Fasern hier, die sehen auch aus wie von seinem Pullover!
03:41Naja, das passt ja zusammen!
03:44Aber wieso gestoßen?
03:46Wenn er sich das Teil selbst auf die Brust gesetzt hätte, wäre das eine völlig neue Variante von Suizid!
03:50Ja, und im zweiten Stock, da steht ein offener Eimer mit dem Zeug, halb eingetrocknet!
03:54Man sieht genau, wo die Latte rausgezogen wurde!
03:57Todeszeitpunkt war übrigens 9 Uhr, 5 Minuten und 20 Sekunden!
04:01Wow, so exakt will ich den Todeszeitpunkt von dir in Zukunft immer!
04:04Träumt weiter!
04:05Brauchst du ihn noch? Er hat einen Organspendeausweis!
04:08Das ist ja sehr vorbildlich!
04:09Noch vorbildlicher wäre es, wenn ich ihn so schnell wie möglich mitnehmen könnte, verderbliche Ware!
04:12Ja, mitnehmen ist ja okay, aber du kennst ja das Prozedere!
04:15Erst muss die Leiche von der Staatsanwaltschaft freigegeben werden!
04:18Ja, dann haltet euch mal ran!
04:20Entschuldigung!
04:21Holger wehrt sich mit Händen und Füßen gegen Fliesen im Wohnzimmer!
04:23Dabei gibt es nichts Besseres hygienisch betrachtet!
04:26Irrtum, Frau Schwartenbeck!
04:28Eichenpaket mit natürlichem Tannin, Gerbsäure, Antibakteriell!
04:31Was Besseres gibt es nicht!
04:32Ja, was kostspieligeres wahrscheinlich auch nicht!
04:36Ist das splittrig!
04:38Darf ich mal?
04:40Rauschbund!
04:40Muss man aufpassen!
04:41Und vernünftige Handschuhe anziehen!
04:44Sprich, die Bauexpertin!
04:46Aber der Täter ist dann wohl auch nicht splitterfreig geblieben!
04:49Außer er hatte vernünftige Handschuhe an!
04:52Gehen wir ja wohl hoffentlich wieder, sonst zieht uns der Schäfti gleich vom Lohn ab!
04:56Was soll denn das eigentlich?
04:57Spurensicherung!
04:58Das heißt, dass wir unseren Job machen!
05:01Sie haben das Opfer gefunden?
05:02Ja!
05:03Sie beide?
05:04Ne, ich war im Bauwagen!
05:06Frisches Pause!
05:07Wo waren Sie?
05:08Da oben im ersten Stock!
05:10Wie kommen wir da hin?
05:12Von der Seite!
05:17Hier lang!
05:21Lärchen!
05:22Für Fassadenverkleidung und Balkongeländer!
05:25Mit dem Aufstapeln habe ich gleich um sieben angefangen!
05:28Dann höre ich es so moin rum, plötzlich knallen!
05:319.05 Uhr, um genau zu sein!
05:34Warum sind Sie eigentlich nicht wie alle Ihre Kollegen in Deutschland zusammen mit den anderen frühstücken gegangen?
05:38Ich mache lieber Pause, wenn ich eine Sache fertig habe!
05:42Ich will es also knallen und laufe da vorne hin und sehe ihn unten liegen!
05:47Sie waren also dabei!
05:48Wieso dabei?
05:50Ich war da reden, als es passierte!
05:52Jetzt beruhigen Sie sich doch, es macht Ihnen doch keinen anderen Vorwurf!
05:54Wir sammeln nur Fakten!
05:56Haben Sie denn hier oben nichts gehört?
05:58Kein Streit, keine Auseinandersetzung oder sowas ähnliches?
06:01Ich habe zahl Reden hören!
06:03Nicht was, nur seine Stimme!
06:05Vielleicht hat er auf seinem Diktiergerät die Mängelliste gesprochen!
06:08Mängel findet er immer!
06:09Vielleicht hat er auch mit dem Täter gesprochen!
06:11Ich habe nur eine Stimme gehört!
06:14Also Sie sind mit Ihrem Holz hier immer rein und raus!
06:16Von Ihrem Fahrzeug, von Ihrem Firmenwagen hin und zurück!
06:19Da müssen Sie doch irgendwas gesehen haben!
06:22Nein!
06:25Seltsam!
06:27Naja, vielleicht ein anderer Kollege!
06:33Ich habe auch niemanden gesehen!
06:36Bauabnahme ist erst um elf!
06:37Nur Zah war schon hier, zur Vorbesichtigung macht er immer so!
06:40Ja, auf Bauabnahmen kann man sich nie gründlich genug vorbereiten!
06:43Da kann ich ein Lied von singen!
06:44Der Zah war ein ziemlich scharfer Hund!
06:46Fitten von Baumängern und Schassen von Handwerkern war quasi sein Lieblingshobby!
06:49Da können wir ein Lied von singen!
06:51Ach, hatten Sie denn vor diesem Auftrag hier schon öfter mit ihm zu tun?
06:56Immer mal wieder in den letzten 30 Jahren!
07:00Na dann muss sie seinen Tod aber getroffen haben!
07:02Ich meine, trotz Problemen!
07:04So eine Zeit verbindet doch!
07:06Wie man es nimmt!
07:08Die liebt haben wir uns nicht gerade!
07:09Echte Freunde von Zah konnten Sie an einer Hand abzählen!
07:12Es war an einer Hand, die in eine Kreissäge geraten ist!
07:14Naja, über Tote nichts Schlechtes!
07:17Da war der Täter wohl anderer Meinung!
07:19Also nochmal, Sie haben nichts gehört und gesehen!
07:22Wie gesagt, nichts gesehen, aber gehört?
07:27Naja, da hinten hat jemand einen Kavaliersstart hingelegt!
07:32Das hier wird mit ganz schön Gummi weggedüst!
07:34Ich muss noch alles aus der Nase ziehen, oder?
07:37Also dieser Wagen, von dem er redet, den müssen Sie doch gesehen haben!
07:41Sie sind doch ständig rein und raus!
07:43Wagen stimmt schon!
07:46Passat Limousine!
07:48Schwarz, neuere Baureihe!
07:50Fahrer, Beifahrer, Kennzeichen?
07:52Klingt zu schnell!
07:53Dann haben Sie ja doch was gesehen!
07:54Etwa so einer?
07:58Ja, so in der Art!
08:01Was ist hier los?
08:02Razzia oder was?
08:04Hier gibt es keinen Schwarzer weiter!
08:06Nee, aber ein Mord!
08:07Also ein Mord!
08:10Kripo Lübeck, Kiesewetter mein Name!
08:12Das ist meine Kollegin Frau Schwartenbeck!
08:13Und Sie sind?
08:15Sackberg!
08:15Sackberg, Hochbau, Tiefbau, Bauunternehmung!
08:18Mord!
08:19Wieso Mord?
08:20Wir haben in fünf Minuten hier Rohbauabnahme!
08:22Nee, die fällt aus!
08:28Gestern Abend haben wir noch gefeiert!
08:30Wer ist wir?
08:32Peter, ich, Gregor, Lydia, also Peter Zar, Bausenator Flemming Paulsen und seine Gattin!
08:39Was gab's denn zu feiern?
08:42Was?
08:42Hier, Zuschlag für einen Großauftrag!
08:44Neubebauung!
08:45Komplettes Karree!
08:46Altstadt!
08:47Wo war die Feierstadt?
08:49Spielbank da!
08:50Traubemünde!
08:52Erst schön essen gehen, dann Spielbank, dann...
08:59Ja, schöner hätten letzter Abend gar nicht sein können, wa?
09:03Waren Sie heute Morgen schon mal hier?
09:06Nee, ich komm direkt aus dem Hotel, das zum Casino gehört.
09:09Fahren konnte ich gestern Abend nicht mehr.
09:12Darf ich mal Ihre Hände sehen?
09:14Wie bitte?
09:15Darf ich mal bitte Ihre Hände sehen?
09:17Reine Routine.
09:19Wieder auch.
09:21Waren Sie grad bei der Maniküre?
09:24Wieso?
09:25Baubranche heißt ja nicht, schwierige Pranken.
09:27Naja, aber richtig zupacken muss man schon, oder?
09:29Ja, als Handwerker vielleicht, aber ich bin Unternehmer.
09:32Ich organisiere die Arbeit anders.
09:34Aber feiern tun Sie noch selber, ja?
09:40Ja, Traubemünde, Casino, Essen, alles hoch und runter, Spielbank.
09:47Das war ja ne lustre Abend.
09:50Ja, ja, Frau Schwartenbeck, ich kümmer mich drum.
09:59Sag mal, seit wann schreibst denn du mit Tinte?
10:03Ach, ernst, ich hab echt ein Problem.
10:07Aha.
10:08Ja.
10:09Beim Skypen hat mir Babsi was von einem Film vorgeschwammt.
10:12Ein Liebesfilm.
10:13Ja, und die Frau bekommt da lauter Liebesbriefe.
10:16So mit Siegel, Lack, mit Duft, schön gefaltet, schöne Worte.
10:21Jetzt will ich Ihnen eine Überraschung machen, aber alles, was ich hier zustande kriege, liest sich wie ein Aktenvernag.
10:27Bloß keine Fakten oder sachdienliche Hinweise oder so, bei einem Liebesbrief, da geht's um Metaphern, um zärtliche Vergleiche.
10:35Wenn Gott dich sehe, würde ja Eva neu erschaffen, ne?
10:39Puh, toll.
10:41Vielleicht ein bisschen übertrieben, ne?
10:42Muss man noch sprachlich dran feilen.
10:45Ich muss ja nach Trave in Mündner, weißt du, und könntest du nicht.
10:53Ja, dann wollen wir mal sehen.
11:15Fichtenholz.
11:17Identisch mit einer Probe von der vermutlichsten Tatwaffe.
11:23Was ist mit den Handschuhen?
11:24In beiden Paaren Lärche, die mit Ä, und in Pribes rechtem Handschuh auch Fichte.
11:31Aber wieso nur im rechten Handschuh, Fichte?
11:35Der muss doch mit beiden Händen zugepackt haben, sonst hätte der auch nie genug Kraft gehabt.
11:39Das ist eine Ermittlungsfrage, würde ich sagen.
11:41Sie wollen ihn jetzt aber nicht wirklich mit Holzwolle ausstopfen, oder?
11:44Das ist die übliche Methode, jemanden wieder in Form zu bringen,
11:47dessen innere Organe gut gekühlt im inner- und außereuropäischen Luftraum unterwegs sein werden.
11:51Ich hab die Leiche noch nicht freigegeben, Herr Strahl.
11:54Ja, keine Wange, Frau Staatsanwältin.
11:57Ist doch noch alles da.
11:59Aber Leberzellen machen auch bei 4 Grad schnell schlapp.
12:01Pankreas ist noch heikler.
12:03Ich erwarte Ihre Entscheidung binnen Stundenfrist.
12:06Kriegen Sie, zu gegebener Zeit.
12:08Danke, Frau Staatsanwältin.
12:12Tante Toni.
12:13Hallo.
12:15Was hat Ria jetzt schon wieder angestellt?
12:16Ach, hör auf.
12:17Aber unser Kontakt beschränkt sich, wie du weißt, nur auf das Nötigste.
12:21Weil sie mich erpresst hat, unseren Teeladen zu verkaufen.
12:24Moment, das war am gegenseitigen Einvernehmen. Ich bin Zeuge.
12:27Zeugen können sich irren. Das muss ich dir doch nicht sagen.
12:30Gut, lassen wir das mal so stehen.
12:33Was kann ich für dich tun?
12:34Du musst mir helfen.
12:36Hier, guck mal.
12:40Ja, das ist doch sehr hübsch.
12:42Ja, das ist eine ganz wunderbare Anlage.
12:44Mit Ein-Personen- und Zwei-Personen-Suites, mit Salons und Salonabenden.
12:49Ja, ist doch wunderbar. Wo ist der Haken?
12:50Nein. Sie haben nur noch ein Zimmer frei. Es gibt aber zwei Mitbewerber. Und für den Endausscheiter sind hier diese
12:59Fragen.
13:01Sechs. Haben Sie langjährige WG-Erfahrung, ja oder nein?
13:06Hab ich ja.
13:08Acht. Können Sie Referenzen eines ehemaligen Mitbewohners beifügen?
13:14Ja, Ria kommt natürlich nicht in Frage.
13:18Ach so, ich verstehe.
13:19Und da dachte ich, du mein Lieber, du kannst doch nur Bestes über unsere gemeinsame Zeit äußern, stimmt's?
13:25Ja, natürlich kann ich sagen, das passt doch perfekt.
13:27Moment.
13:27Was?
13:28Du musst das heute bis spätestens 18 Uhr ausfüllen, mit Unterschrift an diese Adresse in den Briefkasten.
13:35Ja gut, wird erledigt persönlich oder per Kurier.
13:38Ja.
13:39Ja.
13:52Was sitzt du denn hier?
13:56Du bist schwanger?
13:57Nee, ich stoffe mich neuerdings mit Kissen aus.
14:05Komm rein.
14:14Ach, Schröter. Aufbau ist super. Sprachlich ist vielleicht noch ein bisschen Luft nach oben.
14:24Wenn ich ne Frau wäre und noch nicht in dich verliebt, also in mich, dann würde ich mich jetzt in
14:32dich verlieben.
14:34Als Frau.
14:37Also findest du das super oder was?
14:39Ernst, du bist doch völlig überqual...
14:43Das ist echt gut.
14:44Ja, dann sauber abschreiben und ab in die Hauspost.
14:48Also so wie es aussieht, hat der Täter den erstbesten Gegenstand, diese Latte gegriffen, aus dem Eimer mit der Dichtungsmasse.
14:54Weil so einen Effekt hat.
14:55Vermutlich.
14:56Das Opfer hat sich gewehrt, weil wir fanden Splitter in beiden Händen des Opfers.
15:00Allerdings auch in dem rechten Arbeitshandschuh von diesem Priebe.
15:04So perfekt?
15:05Dann ist dieser Typ unser Mann.
15:07Wir haben da schon mal nachgehakt. Priebe sagt, als er den Mann gefunden hat, lag diese Holzlatte so knapp neben
15:13ihm.
15:13Und er hat sich runtergebeugt und instinktiv mit rechts die Holzlatte gegriffen und weiter beiseite gelegt.
15:18Das ist eine große Schutzbehauptung. Dieser Mann gehört in U-Haft.
15:21Moment.
15:22Du hast ja in der Pathologie gesagt, der Täter muss mit beiden Händen zugestoßen haben.
15:27Einhändig kannst du so einen Körper, so einen schweren Körper nicht bewegen.
15:31Einhändig, zweihändig. Aber wenn der gute Finder sagt...
15:37Oh, tut mir leid, Kollegen. Ich bin ein bisschen spät.
15:40Ja, macht ja nichts. Aber Travemünde ist ja auch ganz weit weg am Ende der Welt.
15:44Was haben Sie denn jetzt rausbekommen?
15:49Die vier infrage kommenden Personen haben den infrage kommenden Abend ihren Angaben nach verbracht.
15:55Die Rechner für uns Ganze wurde bezahlt von der Baufirma Sackback.
15:59Jetzt kommt's. Auf dem Weg von der Hotelbar zum Lift hatten Sackback und Zar einen handfesten Streit.
16:05Das ging ziemlich laut zu.
16:06Worum geht's?
16:07Um Geld. Mehr konnte der Concierge nicht hören.
16:11Ein Streit zwischen Sackback und Zar? Das ist doch interessant.
16:22Wir erzählen sowas. Streit.
16:24Eine kleine Kabelei unter Freunden. Ein paar Conjak zu viel.
16:27Kleine Kabelei. War immerhin so groß, dass man sie überall hören konnte.
16:30Ja, wie? Was? Ich war in Hochstimmung.
16:33Jeder Auftrag für das Großprojekt.
16:35Dann hab ich ein paar Chips springen lassen.
16:37Ja, wahrscheinlich nicht die Chips aus der Tüte, sondern die aus der Spielbank.
16:40Ja, natürlich.
16:42So, was passiert? Ich verliere und Peter, der Hund, gewinnt reichlich.
16:49So, darauf, ich ziehe ihm. Komm, hier. Lass uns wenigstens 50-50 machen.
16:52Darauf er, nee, nee, geschenkt ist geschenkt. Und ich dann, alter Raff-Zar. Verstehen? Raff-Zar und Zar.
16:59Ja, so, also nix weiter. Kleines Wortgeplänkel unter Freunden. Völlig harmlos.
17:05Harmlos? Man hat ja nach der Tat ein Passat gesehen.
17:08Genauso einen, wie Sie ihn fahren.
17:11Der ist Mann.
17:14Priebe, stimmt's?
17:16Oh, nee.
17:17Das gibt's denn.
17:17Ja, ich mein, der hat vor 20 Jahren seine Tischlerei in Sand gesetzt. Und das schiebt er uns heute noch
17:21an die Schuhe.
17:22Wer ist uns?
17:24Peter, Zar und mir.
17:25Aber, ich mein, pff, was konnten wir dafür? Der Kunde hat seine Meinung geändert. Es hieß das Parkett und ein
17:30Marmorfußboden.
17:32So, und dann saß Priebe auf seinen 5-Festmeter-Malgoni, die er schon im Städter hatte.
17:36Darauf haben Sie ihn sitzen lassen.
17:40Jeder Unternehmer trägt sein eigenes Risiko, ne?
17:42Nun, jetzt glauben Sie, dass Priebe Ihnen deswegen was anhängen will. Das ist 20 Jahre her.
17:46Ja, was weiß ich. Ich hab Peter Zar nicht umgebracht. Das wär Selbstmord.
17:51Ich war ein besten Kumpel. Sie hat hier alle Aufträge ran geschafft.
17:55So, davon muss ich jetzt retten, was noch zu retten ist.
17:58Ja, Moment mal, stopp. Wer kann denn bezeugen, dass Sie heute Morgen nicht um 9 auf der Baustelle waren?
18:05Ich war mit Paulsenator Flemming Paulsen in der Sauna.
18:09Cognacs vom Vorabend ausschwitzen.
18:12Adresse, Telefonnummer.
18:20Haha, das ist mal echt finnisch. Für echte Männer mit echten Fichtenzweigen.
18:25Saunaclub Friviola. Das ist ja gar nicht finnisch.
18:28Wie viel haben Sie denn gestern so springen lassen? Ganz grob.
18:3110.000 pro Nase.
18:33Das sind ja Peanuts, ne? Im Verhältnis zu dem Auftragsvolumen.
18:37Man wird ja wohl ein paar gute Freunde einladen dürfen, oder?
18:39Den Satz kenne ich. Danach gibt es mitunter ein paar Rücktritte.
18:44So, auf Wiedersehen.
18:46Und wenn Sie noch Fragen haben, werden Sie sich vertrauensvoll an meine Sekretärin.
19:03Und das Ding da hat die Jury überzeugt?
19:06Das heißt, erster Preis, richtig?
19:09Zweiter Preis. Unter rund 30 Einreichungen. Wohlgemerkt.
19:13Der Bausenater hat gestern den Auftrag an uns erteilt.
19:17Ich meine, da spielen natürlich auch finanzielle und organisatorische Kriterien eine Rolle.
19:21Und die gaben den Ausschlag.
19:23Ja, ja, ich verstehe das nicht. Was ist denn mit dem ersten Preis?
19:26Ja, den hat so ein junges Büro gekriegt. Jensen und König.
19:31Kein Auftrag. Aber immerhin ein schöner Achtungserfolg.
19:36Ein Achtungserfolg. Das heißt...
19:37Nichts. Das ist eine Riesenschweinerei.
19:40Möchte da keiner sturm?
19:42Ah, bitte.
19:45Skandal um Bausenator.
19:47Bausenator Flemming Paulsen ignoriert das Juryurteil.
19:51Ja, da kann man mal sehen.
19:52So ein spezieller Saunabesuch und den Bausenator und der erste Preis spielt keine Rolle mehr.
19:56Da kann man auch Vorwucht in die Tischplatte beißen.
19:59Oder zu einer Holzlatte greifen.
20:01Danke, das war's erstmal.
20:03Danke.
20:15So, da ist es.
20:17Ist das nicht das Auto von Priebe?
20:21Na, wer sagt's denn?
20:23Was will der denn hier? Das kann doch kein Zufall sein.
20:26Den schnappen wir uns.
20:27Ne, Moment.
20:29Nein, nein, der muss gar nicht wissen, dass wir ihn gesehen haben.
20:58Wow.
21:00Zito in AK400, Baujahr 76.
21:06Mit so einer Ente habe ich eine Menge Campingurlaube gemacht.
21:09Mücken, Ameisen, unzureichende Waschmöglichkeiten.
21:13Ja, alles eine Frage der Sichtweise.
21:26Frau Jensen, Kripo-Liebe, Kiesewetter mein Name, das ist meine Kollegin Frau Schwartenbeck.
21:31Guten Tag, wollen Sie reinkommen?
21:33Sie haben aber jetzt nicht mit uns gerechnet, oder?
21:36Doch, nur nicht ganz so schnell.
21:40Das ist interessant. Sagen Sie, der Mann, der hier gerade rausging, arbeiten Sie mit ihm zusammen, oder?
21:44Woher kennen Sie ihn?
21:45Das ist mein Vater.
21:52Alex, Kriminalpolizei.
21:54Alexander König. Es geht um Peter Zar, oder?
21:57Mein Vater war gerade hier und hat uns davon erzählt.
22:00Wieso haben Sie damit gerechnet, dass wir gerade zu Ihnen kommen?
22:03Unser Konflikt mit Zar steht ja groß genug in der Presse.
22:08Bei uns wird es einem bedauerlichen Tod nichts nützen.
22:11Herr Sackberg wird Zars Entwurf trotzdem durchsetzen.
22:13Vielleicht ist das letzte Wort ja doch noch nicht gesprochen.
22:17Das ist übrigens mein Entwurf.
22:20Soll das so?
22:21Tja, das soll so.
22:25Also, mir gefällt's.
22:28Der Jury auch.
22:30Ja, aber der Bausenator steht eher so auf Eiswürfel im XXL-Format, nicht wahr?
22:35Wir haben leider nicht die tollen Connections wie Zar.
22:37Und jetzt sieht es so aus, als ob wir auf den Kosten für die Entwürfe sitzen bleiben.
22:41Ja, und das wird uns finanziell den Rest geben.
22:43Was sagt denn Ihr Vater dazu? Er arbeitet doch auf einer von Zars Baustellen.
22:48Ich hab' nicht so'n guten Drahten, mein Vater.
22:51Obwohl er bald Opa wird, macht er sich keine Sorgen um Sie?
22:54Worauf wollen Sie hinaus?
22:56Na ja, wenn Töchter finanzielle Probleme haben, greifen Väter doch gern mal unter die Arme.
23:01Wie gesagt, unser Verhältnis ist nicht so dolle.
23:04Er hat uns vor 20 Jahren verlassen.
23:07Warum? Wegen dem Konkurs.
23:09Ja, auch. Aber das ist ne Familiengeschichte. Das ist das Schnee von gestern.
23:14Haben Sie sonst noch Fragen? Konkrete, mein' ich.
23:16Ja, sehr konkret. Wo waren Sie heute Morgen zwischen acht und zehn?
23:20Wir waren hier. Wir haben gearbeitet.
23:25Ja, das stimmt.
23:27Darf ich mal Ihre Hände sehen?
23:33Ihr auch.
23:36Das müssen wir jetzt nicht verstehen, oder?
23:38Nein, nein, das müssen Sie nicht.
23:40Falls wir noch Fragen haben, Sie werden ja die nächste Zeit nicht verreisen, oder?
23:44Ja, ich bringe Sie noch zur Tür.
23:45Ja, vielen Dank erstmal.
23:46Wiedersehen.
23:48Wiedersehen.
23:57Und, was sagen Sie, Miss Holmes?
24:00Hände glatt wie Babypokos. Keine Splitter.
24:03Schade, schade.
24:04Ich brauche jetzt ein Fischbrötchen.
24:18Warum sagst du, wir waren im Büro?
24:20Uns kommen die noch auf dumme Gedanken.
24:22Falsche Gerüchte sind das Letzte, was wir jetzt brauchen können, wenn der Auftrag wirklich nochmal neu ausgeschrieben wird.
24:26Aber du warst heute Morgen nicht hier.
24:28Du warst mit dem Wagen unterwegs.
24:31Alex, du bist um acht Uhr los und wolltest zur Post.
24:33Das dauert maximal 20 Minuten.
24:35Ja, und dann wollte ich noch Entwürfe auf DIN A2 kopieren.
24:38Und wo sind die Kopien?
24:42Wo warst du zwischen acht und zehn?
24:48Ich war auf der Baustelle.
24:51Ich wollte mit ihm reden, ihn irgendwie bequatschen, ob er uns nicht vielleicht doch eine Chance gibt.
24:56Du hast ihn noch nicht erfahren.
24:57Nein.
24:58Wirklich, als ich hinkam, war er schon tot.
25:00Er lag unten auf der Terrasse.
25:02Ich hatte Schiss, wenn ich die Polizei rufe, die könnten das vielleicht falsch interpretieren.
25:06Jetzt weiß ich, warum mein Vater so komisch war.
25:08Er muss dich gesehen haben.
25:23Was meinst du?
25:26Das ist ja süß.
25:28Und Opa kann beim Schreinern helfen.
25:35Priebe wird Opa und die Firma seiner Tochter geht den Bach runter.
25:39Da hatte er Grund, schnell zu handeln.
25:41Ja, wenn er das heute Morgen schon wusste.
25:45Selbst wenn nicht die Geschichte von dem gewonnenen, wie auch verlorenen Wettbewerb,
25:48die kannte er garantiert.
25:50Der Mann ist vom Bach.
25:51Ja, und arbeitet ausgerechnet auf einer Baustelle von Zar und Kompagnon.
25:54Für Priebe wiederholte ich eine Situation, die er schon mal erlebt hat.
25:58Die Existenz einer Familie wird bedroht.
26:00In dem Fall nicht die der eigenen, wie vor 20 Jahren, sondern die seiner Tochter.
26:04Das muss so gut wie das Gleiche für ihn gewesen sein.
26:07Ja.
26:07Und wieder scheint Peter Zar schuld daran zu tragen.
26:11Vielleicht dachte Priebe, dass eine zweite Insolvenz um jeden Preis verhindert werden muss.
26:15Und wenn der Kerl tot ist, dann haben die noch eine Chance.
26:17Ja, aber König hat doch behauptet, das würde nichts bringen,
26:19wenn der Bausenat erstmal eine Entscheidung getroffen hat.
26:21Schwartenbeck, was wird uns gegenüber alles behauptet, wenn der Tag lang ist?
26:25Das wäre nicht das erste Mal, dass der, der das Opfer findet, auch der Täter ist.
26:51Herr Englern wird sicher sagen, dass er es gleich gewusst hat.
26:54Und deshalb ist er ja auch Kriminaldirektor.
26:56Moin.
26:57Moin.
26:58Moin.
27:04Moin.
27:12Sind Sie von den Zeugen Jehovas?
27:15Sehen wir so aus?
27:17Eher wie Polizei.
27:22Wollen Sie zu Priebe?
27:25Er war schon da, ist aber nochmal weg.
27:28Ermitteln Sie gegen den?
27:31Gefährlich, der Typ, das sage ich Ihnen.
27:32Oh, da kennen Sie ihn schon länger.
27:34Seit ich hier wohne, und das sind immerhin 30 Jahre.
27:39Was ist an dem so gefährlich?
27:41Erst war es nicht.
27:43Im Gegenteil, heile Familie, nette Frau, süße Tochter, Waschmaschine, Fernseher, Auto,
27:51Campingurlaub an der Ostsee.
27:53Und dann, Pleite, Frust, Alkoholschläge, Scheidung.
27:58Die Ingrid musste weg von dem Kerl, schon wegen der Merle.
28:01Moment, wieso musst du die weg von ihm?
28:04Seine Frau, die Ingrid Jensen, wenn die plötzlich Sonnenbrille trägt, dann weiß man doch Bescheid.
28:10Nach der Pleite fing der Herbert an zu saufen.
28:13Ihm rutscht die Hand einmal aus, dann nochmal, und danach hat die kleine Merle plötzlich auch ein blaues Auge.
28:19Da war für die Ingrid das maßvoll, aber endgültig.
28:23Nicht mal seinen Namen hat sie nach der Scheidung behalten.
28:27Sie ist vor zwei Jahren verstorben, die arme Frau.
28:31Oh, doch, Herr Priebe, Besuch für Sie.
28:34Ich hab den Herrschaften schon gesagt, Sie kommen bestimmt gleich wieder.
28:39Also, tschüss dann.
28:41Tag.
28:41Tag.
28:42Ihre Bekanntschaft mit Sackberg und Zah war ja doch eingehender, als Sie uns gesagt haben.
28:46Was war denn da vor 20 Jahren?
28:48Die haben mich in die Insolvenz getrieben. Punkt.
28:51Das ist bitter, das tut mir leid.
28:56Ich bin ja nicht verhungert. Sonst noch was?
29:00Ja, aber was wollten Sie im Architekturbüro Jensen und König?
29:03Meine Tochter besuchen. Ist das verboten?
29:06Nein, nein. Ich wundere mich nur. Ihr Verhältnis ist ja nicht so gut.
29:11Wer sagt das?
29:12Ihre Tochter.
29:14Kommen Sie wieder, wenn Sie was Konkretes in der Hand haben.
29:17Ein Haftbefehl oder so.
29:21Wo er recht hat.
29:23Was?
29:28Priebe ist gewalttätig. Er hat damit seine Familie zerstört. Und plötzlich haben Vater und Tochter wieder Kontakt?
29:32Ja, das sehe ich genauso. Das ist kein Zufall. Das hat eindeutig mit Zahs Tod zu tun.
29:36Naja, vielleicht wollte er die frohe Botschaft persönlich überbringen.
29:39Naja, aber Priebe ist nicht gerade ein Freund großer Worte.
29:42Naja, aber ein Freund handfester Methoden.
29:43Ja, aber wir haben keine handfesten Beweise. Wie sagten Sie doch gleich Schwartenbeck?
29:47Wo er recht hat, hat er recht.
29:49Gott, ich brauche noch ein Geschenk für die Schwiegereltern.
29:51Sie heiraten?
29:54Schwartenbeck. Lebensabschnittsgefährtin in den Eltern war mir einfach zu lang.
30:02Deine Lebensabschnittsgefährtin möchte dich nicht mit privaten Essenseinladungen nerven.
30:07Ich will dir nur sagen, du hast Versuch.
30:09Tante Toni das Referenz schreiben.
30:10Nein, nicht ganz so schlimm. Diesmal ist es die andere.
30:13Bitte schön.
30:16Oh, Fee. Komm mal, ich brauche dich mal eben.
30:18Ja, danke.
30:18Ich muss unbedingt heute noch was abgeben in so einer Hausverwaltung in der Königstraße.
30:23Bis 18 Uhr.
30:25Willst du schon wieder umziehen?
30:27Nein, Freiheit ist ja ganz schön.
30:29Aber Gemeinschaft ist eben auch was Tolles.
30:31Da kann man zusammen Projekte anschieben und aktiv altern.
30:35Ja, da habe ich mir überlegt, in so eine Best-Ager-WG zu ziehen.
30:39Und die haben ein unheimlich tolles Angebot.
30:41Guck mal, das Ambiente.
30:43Nur leider haben die nur noch ein Zimmer frei.
30:46Hast du den vorgebogen schon ausgefüllt?
30:49Wie, woher weißt du das denn?
30:51Na, das ist doch normal.
30:53Also, wegen WG-Tauglichkeit, Referenzen und so, das machen die doch alle so.
30:56Klar habe ich den ausgefüllt und zwar wahrheitsgemäß.
30:59Die sollen gleich wissen, mit wem sie es zu tun haben.
31:01Und Referenzen wollte ich ja erst gar nicht beilegen.
31:04Ich meine, ich bin meine eigene Referenz, aber bei zwei Mitbewerbern...
31:08Und da hast du an mich gedacht.
31:09Ja, ja, muss nur unterschreiben.
31:11Wie?
31:12Ja, wie harmonisch es in unserer WG zugegangen ist, bis auf Toni natürlich.
31:16Mit ihrer Zurückhaltung und ihrem Einfühlungsvermögen einerseits...
31:20...und ihrer Präsenz und Hilfsbereitschaft andererseits...
31:22...ist Frau Kiesewetter die ideale Mitbewohnerin in ihrer Seniorenresidenz Euro.
31:27Und wie geht das dann weiter mit diesem Auswahlverfahren?
31:30Naja, Endausscheidung in Gegenwart aller Bewerber, aber damit mache ich sie platt.
31:34Und, wie sieht es aus im neuesten Ermittlungsstand?
31:36Gleich.
31:37Sofort, wenn ihr Lieber, nahm drücken Sie bitte.
31:40Pass auf, Tante Ria, ich fahre sowieso in die Königstraße.
31:43Da kann ich das doch persönlich einstecken.
31:44Du musst mich nicht so abwetzen.
31:46Das ist ja toll, dann kann ich doch zu Greenpeace.
31:48Danke, tschüss, Königstraße 17.
31:51Tschüss.
31:53Königstraße 17.
31:54Bist du jetzt Briefträger oder was?
31:56Nee, ganz im Gegenteil.
31:57Das hier darf da niemals ankommen und der andere wisch sowieso nicht.
32:00Also normalerweise weißt du ja, was du tust.
32:02Ja, meistens.
32:03Dann weißt du sicherlich auch, was du für ein Gastgeschenk mitbringst heute Abend.
32:07Elkes Eltern legen nämlich Wert darauf.
32:08Das bin ich immer noch im Überlegen.
32:10Und pass mal auf, ich bin noch Experte.
32:12Erinnerst du dich?
32:13Ich bin der Ex-Schwiegersohn.
32:15Also, keine Blumen, aber Bunzlauer Töpferware, die sammelt sie nämlich.
32:19Und für ihn Bordeaux Premier Cru.
32:21Ja, ab sofort bist du wie der eigene Sohn.
32:23Ich denke, der hat ein Alkoholproblem.
32:26Ja.
32:26Eben.
32:35Unser Opfer, der Zar, hat ja Priebe vor 20 Jahren in die Insolvenz getrieben.
32:40Priebe ist auch der Vater von Merle Jensen, die zusammen mit ihrem Freund Alexander König...
32:44Das ist der Vater ihres ungeborenen Kindes.
32:47...wiederholt vor einer Insolvenz stehen.
32:50Und wieder ist Zar der Schuldige.
32:51Die Lazare schwebt ja wie ein Schatten bei der Familie.
32:55Kein schlechtes Motiv für einen Affekt hat, würde ich sagen.
32:58Okay.
32:59Wenn Vater Priebe wirklich der Mörder ist, was hat es dann mit diesem schwarzen, ominösen Passat auf sich?
33:07Den hat Priebe einfach nur erfunden.
33:10Der wollte Sackberg ganz auswischen.
33:11Weil der hat nämlich die Marke des Fahrzeugs erst genannt, als der Sackberg auf die Baustelle fuhr.
33:16Aber der Kollege von Priebe hat doch definitiv ein flüchtendes Auto gehört.
33:21Herr Schröter, checken Sie doch mal, ob auf die Merle Jensen oder den Alexander König ein Auto zugelassen ist.
33:27Entschuldigung.
33:28Frau Schwartenbeck.
33:29Entschuldigung.
33:29Oh nein, ich diskutiere jetzt nicht mehr, ob Parkett oder Fliesen.
33:33Das muss doch alles sauber gehalten werden.
33:34Bei Fliesen erwischt sie einmal feucht durch und gut ist.
33:37Nein, ich kann jetzt nicht.
33:39Merle Jensen, Kraft-Z-Zeichner, LMU 789, Ente 2CV, Typ Camping, Farbe Sahara-Orange, Tag der ersten Zulassung, 16.8.
33:521976.
33:54Das ist genau der Wagen, den wir von Merle Jensens ausgesehen haben.
33:56Kann man eine Sahara-Orange-farbene Ente mit einem schwarzen Passat verwechseln?
34:02Ne, selbst wenn man keine Ahnung von Ottos hat, nicht.
34:04Doch, kann man, wenn man es verwechseln will.
34:07Nehmen wir mal an, Priebe sieht den Wagen, weiß natürlich sofort um wen es sich handelt.
34:10Er will also seine Tochter und ihren Freund decken.
34:12Oder andersrum, sie sehen ihn und er hat Angst, sie wollen ihn nicht decken.
34:15Es ist beides möglich.
34:16Dieser Priebe ist unser Mann, da bin ich mir sicher.
34:20Leute, er hat ein Tatmotiv, er hat die Tatwaffe angefasst, ich bitte euch, Kinder.
34:25Ne, ne, trotzdem, Schröter, lassen Sie den Wagen sicherstellen, den die KTU suchen nach Sandanhaftungen, den ganzen Kram hat.
34:33Okay, dann würde ich sagen, wir warten auf den Bericht der KTU und wir zwei, wir machen jetzt Feierabend.
34:37Nein, das ist unmöglich.
34:39In die Essenseinladung bei meinen Eltern.
34:42Es geht hier um Mord, das müssen wir absagen, das werden die doch wohl verstehen.
34:46Ups, die Ente wurde geblitzt, innerorts, in der Nähe vom Tatort.
34:55Gucken Sie mal, wer da am Steuer sitzt.
34:57Ach nee.
35:09Herr König, ich muss Sie vorläufig festnehmen.
35:12Wieso? Mit welcher Begründung?
35:23Was ist hier los?
35:27Das wird sich alles aufklären.
35:29Mach dir keine Sorgen.
35:32Alex!
35:55Ich hab die Uhr abgemäht.
35:57Die Gefahren an Kilometer passen, Vollbetankung vorausgesetzt, Sandanhaftungen nicht spezifisch.
36:03Scheiße, mal sehen, was Herr König dazu zu sagen hat.
36:05Darf ich Ihnen die geben?
36:12Ich war nicht auf der Baustelle.
36:15Wirklich, ich bin nur so rumgefahren.
36:16Musste den Kopf freikriegen.
36:18Ja, das muss ich auch oft.
36:19Also den Kopf freikriegen.
36:23Bei mir gibt's nur keine Toten.
36:26Warum haben Sie uns belogen, von wegen Sie waren am Morgen im Büro?
36:28Ja, weil ich genau das befürchtet habe, was jetzt eingetreten ist.
36:32Dass Sie mich verdächtigen.
36:33Zu Unrecht verdächtigen.
36:36Als Merles Vater uns die Nachricht von Zars totbrachte, da dachte ich gleich,
36:40Scheiße, du hast kein Alibi.
36:42Aber verdammt gutes Motiv.
36:44Rumgefahren.
36:46Und ganz zufällig in der Nähe des Tatorts.
36:49Wissen Sie, was ich glaube?
36:50Das klingt verdammt nach Schutzbeachtung.
36:53Herr König.
36:54Sie sind doch werdender Vater.
36:56Was Ihr Kind angeht, da kann ich Ihnen aus eigener Erfahrung sagen,
36:59dass es einen riesengroßen Unterschied macht,
37:01ob man nicht nur die Einschulung, sondern auch die Abifeier mit oder ohne Vater verbringt.
37:05Bei dieser Indizienlage, da sollten Sie sich schnell klar werden,
37:08dass sich ein Schuldgeständnis strafmildernd auswirkt.
37:15Also gut, ich war auf der Baustelle.
37:18Um mit Zart zu reden.
37:21Ich wollte ihn letztes Mal bitten, ob er seinen Entwurf nicht doch zurückzieht,
37:25um auch mal einem jüngeren Kollegen eine Chance zu geben.
37:27Das hat er nicht getan, also haben Sie ihn einfach da runtergestoßen.
37:29Nein, als ich hinkam, da muss er gerade runter.
37:33Er war schon tot.
37:36Da bin ich sofort wieder weg.
37:37Die ganze Situation, ich da oben, er da unten, da habe ich einfach Panik gekriegt.
37:42Also wenn ich irgendwo hinkomme und da liegt jemand tot rum,
37:45dann rufe ich erstmal die Polizei.
37:46Das ist doch normal, oder?
37:48Es war ein Fehler, ich weiß.
37:50Nein, mein Freund, der Fehler ist, auf Strafminderung zu verzichten.
38:00Jön, das ganz gut.
38:25Sie haben Alex verhaftet.
38:27Was?
38:31Von mir haben sie keinen Ton.
38:34Du hast ihn also auf der Baustelle gesehen?
38:38Ja, im Auto.
38:42Hat Alex zahm umgebracht?
38:45Wie soll ich das wissen?
38:49Er warst dos.
38:51Hast du ihn ermordet?
38:55Verdammt nochmal, sag mir die Wahrheit.
38:59Wenn du es warst, dann musst du jetzt was machen.
39:02Ich habe jetzt eine eigene Familie, Papa.
39:07Ich pack das nicht nochmal.
39:11Bitte.
39:24Komm mit.
39:37Na, langsam mit die jungen Pferde.
39:39Wo finden wir ein Kiesewetter?
39:40Was wollen Sie von denen?
39:42Bitte, es ist sehr dringend.
39:43Herr Priebe, kann ich Ihnen helfen?
39:46Ich möchte ein Geständnis ablegen.
39:49Ich habe endlich gemacht, was ich schon vor 20 Jahren hätte machen sollen.
39:54Diesen Schweinehund umbringen.
39:57Dann erzählen Sie doch mal haarklein, was da abgelaufen ist.
40:04Zar kommt an mit seinem dicken Karre.
40:06Geht ins Gebäude.
40:08Ruft mich nach der Zeit hoch.
40:09Und fängt ohne Vorwarnung an, mich zusammenzufalten.
40:13Aber was kann ich bitte schön dafür, wenn die Kollegen die Mörtelmasse eintrocknen lassen?
40:17Also, ich sage Ihnen meine Meinung, aber richtig.
40:19Erde rauf.
40:20Sie sind gefeuert.
40:21Ich.
40:21Feuern tut mich nur einer.
40:22Der Chef von Echtholz GmbH.
40:24Und das sind nicht Sie.
40:25Dafür werde ich schon sorgen.
40:27Ich will Sie ja nicht mehr sehen.
40:30Da bin ich ausgerastet.
40:32Ich packe die Dachlatte und stoße ihn runter.
40:36Das war's.
40:38Und wie gesagt, das hätte ich schon vor 20 Jahren machen sollen.
40:41Ja, ja, ja.
40:43Wissen Sie was?
40:45Für mich waren Sie schon immer die Nummer eins.
40:47Aber warum gestehen Sie jetzt?
40:49Schlechtes Gewissen kann es nicht sein, oder?
40:51Doch.
40:52Dass Sie an Unschuldigen verknacken wollen.
40:54Das ist gegen meine Ehre.
40:56So, und jetzt können Sie mich verhaften.
41:04Herr Priebel.
41:07Sie ziehen jetzt ganz vorsichtig den Schuh aus.
41:12Ja.
41:17Ja, identische Blutspritzer.
41:20Typisch für die bei 5 Meter Fallhöhe resultierende kinetische Aufprallenergie.
41:24Jetzt nochmal für Nicht-Pathologen.
41:26Langsam und auf Deutsch.
41:27Wie hieß das Zauberwort?
41:28Medium Velocity?
41:30Beim Aufprall des Opfers spritzte das Blut in einem ganz feinen Fächer aus kleinen Blutstropfen.
41:35Wie hier.
41:36Das heißt, Priebel war zum Zeitpunkt des Aufpralls definitiv unten.
41:40Also kann er die Tat nicht begangen haben.
41:41Dann war sein Geständnis völlig frei erfunden.
41:44Tja, die Frage ist nur, warum?
41:46Naja, wahrscheinlich aus Liebe zu seiner Tochter und dem Enkelkind.
41:50Ja.
41:50So, frei gelöst.
41:51Kann ich wieder ins Bett?
41:52Ja, wenn wir den wahren Täter haben.
41:55Und damit meine ich ein echtes Geständnis.
41:57Es gibt aber beim zwanghaften Wachhalten auch biologische Grenzen.
42:02Kiesewetter hier.
42:03Könnt ihr mal in dieser Oldtimer-Ente im Handschuhfach was für mich nachgucken?
42:06Es geht um ein paar Handschuhe.
42:07Ja, danke.
42:10Dann werden wir dem König nochmal auf den Zahn füllen.
42:14Diese sportiven Teile hier trugen Sie, wie die Aufnahmen der Blitzanlage zeigen, während ihrer fluchtartigen Fahrt vom Tatort weg.
42:22Und in Ihren Handschuhen stecken Fichtenhalssplitter, die identisch sind mit dem Material, aus dem die Tatwaffe besteht.
42:31Hier ist der Bericht dazu.
42:33Sie hatten also die Tatwaffe in der Hand.
42:39Ich stoße an diese, mit dem Fuß an diese Holzlatte.
42:42Hebe sie auf, irgendwie spontan, beuge mich vor.
42:47Sie zahre unten liegen.
42:49Lass das Ding los und es fällt runter.
42:51Manchmal bin ich einfach zu blöd.
42:54Sie hatten die Tatwaffe also in der Hand, ohne sie als solche zu benutzen.
42:57Ja, wollen Sie uns das hier allen Ernstes erzählen?
42:59Ja, das will er.
43:01Das ist eine ausgereife Vorstellung, die Sie hier hinlegen.
43:05Jetzt reicht's aber. Sie lügen doch wie gedruckt, Mann. Es ist bald Mitternacht.
43:09Oh, noch nicht mal Mitternacht?
43:10Da haben wir noch ein paar ungestörte Stunden vor uns.
43:14Haben Sie die Tatwaffe mit rechts oder links angefasst?
43:18Ja, was jetzt? Sind Sie rechts- oder Linkshänder?
43:20Rechts-Rechtshänder.
43:21Also haben Sie die Waffe mit rechts angefasst.
43:23Wie kann es dann sein, dass wir in beiden Handschuhen einen Holzsplitter gefunden haben?
43:26Und zwar von Anzahl und Eindringtiefe so in das Leder, dass nicht nur mal locker angefasst, sondern fest zugepackt wurde.
43:32Mann, König!
43:35Das deutet doch alles auf eine Affekt-Tat hin.
43:37Da können Sie mit Totschlag davon kommen.
43:40Bei guter Führung sind Sie in fünf, sechs Jahren wieder draußen.
43:42Bei Mord gehen Sie lebenslänglich in den Knast.
43:45Denken Sie doch mal an Ihr Kind!
43:53Also gut.
43:56Ich komme auf die Baustelle.
43:59Findet sie am ersten Stock.
44:02Es überrascht mich zu sehen, aber wirkt jede Diskussion über den Wettbewerb gleich ab.
44:09Ich habe ihm klargemacht, wie dringend wir den Auftrag brauchen.
44:15Ich mache einen letzten Versuch, ob er uns nicht wenigstens den Innenausbau übergeben kann.
44:20Aber wer verbittet sich dieses peinliche Betteln?
44:25Ich erinnere ihn an die Insolvenz meines Schwiegervaters.
44:28Sag ihm, dass wir als Familie noch was Gutes hätten bei ihm.
44:33Er würde in dieser Stadt kein Bein mehr auf den Boden kriegen, dafür würde er sorgen.
44:47Dann stolpert er zurück und...
44:51Dann stolpert er zurück und...
45:14Das Protokoll.
45:16Ende Vernehmung Alexander König um 0.07 Uhr.
45:22Herr König, ich atme Ihren Verbleib in der U-Haft an.
45:26Sie werden schnellstmöglich dem Haftrecht hervorgeführt.
45:34Alex!
45:50Es tut mir leid.
45:55Bis du wieder rauskommst, werde ich für Merle und den Jungen da sein.
45:56Es tut mir leid.
45:58Bis du wieder rauskommst, werde ich für Merle und den Jungen da sein.
46:04Ich bin mir leid.
46:12Ich bin mir leid.
46:14Ich bin mir leid.
46:15Ich bin mir leid.
46:40Ich bin mir leid.
46:41Gute Arbeit.
46:42Gute Nacht.
46:42Gute Nacht.
46:43Nacht, Lars.
46:45Tja.
46:46Familienbanden.
46:47Ich musste meinen Eltern absagen.
46:49Was?
46:51Wir haben es verschoben.
46:52Auf morgen.
46:56Beziehungsweise heute.
46:57Du hast also noch ein bisschen Zeit, ein passendes Mitbringsel zu finden.
47:01Super.
47:01Nimm es mit, Humor.
47:04Ähm, vergiss die Post für deine Tanten nicht.
47:12Post?
47:13Was für Post?
47:16Was für Post?
47:19Was für Post?
47:24Was für Post?
47:42Was für Post?
47:45Was für Post?
47:56Was für Post?
47:59Vielen Dank.
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