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SpaßTranskript
00:01Das war's für heute.
00:43Das war's für heute.
01:01Ja, bitte?
01:02Buongiorno, Ihre Pizza ist da.
01:03Achten Sie bitte auf die Absperrung.
01:05Jo, wird gemacht, Chef. Danke.
01:35Das war's für heute.
02:21Das war's für heute.
02:28Das war's für heute.
02:29Die hat sich auf ihrer Baustelle mit dem Tacker in den Fuß getackert.
02:32Autsch, das ist ein Durchschluss.
02:34Natürlich leid.
02:35Ja, mir auch.
02:37Aber etwas Gutes hat die Sache doch.
02:40Das hier ist jetzt unser Fall, Partner.
02:48Pizzeria Ätna. Ist der hier ausgebrochen, oder was?
02:52Eigentlich war das eine Panzermine aus dem Zweiten Weltkrieg.
02:54Die Gärtner haben sie heute Morgen entdeckt beim Roden einer Hecke.
02:57Leider ist der Pizzabote mit seinem Motorroller direkt auf die Mine gefahren und rumpst.
03:02Der Junge hat sich dabei schwer verletzt.
03:04Das sieht doch aus wie ein Unfall. Was machen wir dann hier?
03:07Das erklärt dir der Typ vom Kampfmittelräumdienst am besten selber. Komm mit.
03:11Herr Schindler? Moin.
03:12Das ist mein Kollege. Moin.
03:14Das ist ein Kiesewetter.
03:16Ja, du musst irgendwo die Absperrung versetzt haben.
03:19Die war rechts vom Weg und jetzt ist sie auf dem Weg.
03:22Also ist der Pizzabote um die falsche Absperrung rum und auf die offene Mine gefahren?
03:26Ja. Und Sie sind sicher, dass Sie da keinen Fehler gemacht haben?
03:29Ja klar. Ich bin Sprengmeister. Ich kann mir keine Fehler erlauben.
03:32Warum haben Sie die Mine nicht gleich entschärft?
03:34Ich musste in die Stadt. Am Marienkrankenhaus war eine 10-Zettner-Bombe. Das ging natürlich vor.
03:38Aber ich habe auf dem Jagdgut Bescheid gesagt, vorgewarnt und das war jetzt 100% sicher.
03:43Ja, das sieht das Opfer mit Sicherheit anders.
03:46Was wollen Sie denn damit sagen?
03:47Schon okay, Herr Schindler. Alles klar. Vielen Dank für die Information und einen schönen Tag noch.
03:51Ja.
03:55Ich bin schön nervös für jemanden, der Bomben entschärft, was?
03:58Ja.
04:01Würdest du mich mal an deinen Gedanken teilhaben lassen, Partner?
04:07Also gehen wir mal davon aus, der hat keinen Fehler gemacht, dann war die Absperrung hier.
04:11Dann war es ein Mordanschlag. Aber auf wen? Auf den Pizzaboten?
04:15Das glaube ich nicht. Der Junge war 21 Jahre alt, wollte sich ein bisschen was dazu verdienen.
04:20Aber dieses Jagdgut hier gehört Gerhard Andersson.
04:22Dem Andersson?
04:24Genau dem. Ich glaube, der Anschlag galt ihm. Als Waffenfabrikant macht man sich auch mal ein paar Feinde.
04:31Vielleicht waren das ein paar extremistische Pazifisten, die ihn einfach in die Luft jagen wollten.
04:36Extremisten, ja. Pazifisten, nein.
04:41Was ist los? Ich will nach Hause.
04:44Aber da können wir ihn auch gleich selber befragen.
04:46Das ist mein Grund und Boden. Meine Familie erwartet mich.
04:51Wer ist denn der Boss hier?
04:52Ich?
04:53Ah, ey. Der Tumpelspitze.
04:58Die Pizza hat doch weiterbestellt.
05:00Ja, ja. Seine Aussage werden wir auf jeden Fall auch noch aufnehmen.
05:05Das ist unser Frachter für die humanitären Hilfsgüter. Liegt gerade in Traubemünde.
05:11Ach, gelten für Sie Waffenexporte auch als humanitäre Hilfsleistung?
05:17Spüre ich da einen Hauch von Ironie?
05:21Herr Andersson, mein Kollege und ich gehen davon aus, dass das da draußen ein Anschlag gewesen ist.
05:26Das Ziel soll vermutlich Sie gewesen sein.
05:30Ich?
05:30Quatsch.
05:31Wussten Sie von dem Fund der Miene?
05:33Der Springmeister hat mich angerufen.
05:35Herr Schindler.
05:36So heißt er wohl.
05:38Der Zweiten Weltkrieg verlief hier eine Hauptkampflinie. Das ist nicht der erste, wir werden hier der letzte Fund sein.
05:45Haben Sie Feinde?
05:46Weil ich Waffen produziere. Ich behandle meine Partner fair. Und ich wickle alle Geschäfte sauber und ordentlich ab.
05:55Wer wusste denn alles von der heutigen Ankunft auf dem Gut?
05:58Meine ganze Familie. Ich habe die extra hier antanzen lassen, weil ich in drei Tagen die Gründung der Andersson Stiftung
06:06bekannt geben werde.
06:08Eine Stiftung, die sich mit Entwicklungshilfe beschäftigen wird.
06:11Das ist sowas wie Brot statt Böller.
06:16Witzig. Mein Privatvermögen steht ausschließlich der Stiftung zur Verfügung.
06:21Ich finde das ja sehr, sehr edel. Aber Ihre Familie muss ja da schon auf ein beträchtliches Erbe verzichten.
06:27Sie beiden, jemand aus der Familie wollte mich über die Miene schicken?
06:31Glaube ich nicht.
06:32Die sind alle mehr als ausreichend versorgt. Außerdem sind Sie mit der Stiftung vollkommen einverstanden.
06:37Das stellt hier auch niemand in Frage.
06:39Ja, dann ist es auch kein Problem, die Familie mal ganz persönlich zu befragen, wenn die doch alle so schön
06:44versammelt sind.
06:45Ist das möglich?
06:46Na, sicher. Wenn ich Sie mal alle zusammentrommeln im Kaminzimmer.
06:51Danke. Das ist sehr freundlich.
06:55Warum gehst du den Mann so an?
06:57Manche Leute muss man aus der Reserve locken. Über wie viel Geld reden wir hier eigentlich?
07:01Na ja, so zwei, dreihundert. Million.
07:04Das ist doch mal ein hübsches Sümmchen. Jetzt bin ich ja erst recht gespannt auf diese Samariterfamilie.
07:09Ach, äh, Finn, eine Bitte. Darf ich die Befragung machen?
07:17Ja, kommen Sie rein.
07:20Tag.
07:21Tim Kieser wird aber Name Kripo Lübeck. Aber der Leiter der Vernährung ist Kriminaldirektor Lars Engel.
07:28Meine Tochter Christine. Mein Schwiegersohn Björn Leibniz. Geschäftsführer von Anderson Defense Technology.
07:37Guten Tag.
07:39Ist doch eine Schwester noch nicht da.
07:40Doch, schon seit heute Morgen. Aber wahrscheinlich braucht sie mal wieder einen großen Auftritt.
07:43Außerdem haben wir, glaube ich, gerade andere Sorgen.
07:45Und Sie, äh, sind sich sicher, dass es ein Anschlag war?
07:48Vielleicht war der Pizzabote einfach nur zu schnell? Ist durch die Absperrung gefahren.
07:51Nein.
07:51Erinnerst du dich an Rom? Die Italiener fahren doch wie die Verrückten, äh, auf ihren Rollern.
07:54Ja, wir sind aber ja nicht in Rom. Wir sind in Lübeck und deshalb...
08:01Also, was uns natürlich am meisten interessiert ist, äh, wo waren Sie heute Morgen zwischen 8 und 13 Uhr?
08:07Hier. Ich hab, äh, spät gefrühstückt. Dann war ich im Fitnessraum, anschließend in der Sauna.
08:13Das können Sie doch sicher bezeugen.
08:17Naja, wir haben zusammen gefrühstückt und dann war ich bis zu dem Knall auf unserem Zimmer.
08:21Ich hab dort über den Stiftungsverträgen gesessen. Übrigens, Gerd, ich glaube, da müssen wir nochmal ran.
08:25Sonst konnten Sie also nichts Verdächtiges beobachten.
08:28Nein, vom Haus aus kann man den Teil der Zufahrt nicht einsehen.
08:31Entschuldigung.
08:35Papa.
08:36Clara, na endlich.
08:40Danke, dass du gekommen bist.
08:42Jemand wollte dich umbringen? Geht sie gut?
08:44Prima.
08:45Wirklich?
08:46Mach dir keine Sorgen.
08:47Auf einmal interessierst du dich wieder für die Familie.
08:50Ja, schön, dass du dich mal wieder blicken lässt.
08:51Und kaum ist sie da, gibt es eine Katastrophe.
08:53Christine.
08:55Was denn?
08:56Ich ziehe unseren guten Namen jedenfalls nicht öffentlich in den Dreck.
08:59Zack, die politisch interessierte Hausfrau.
09:01Hört auf.
09:03Es reicht.
09:04Ja, Papa, du hast recht, es reicht.
09:06Schon nach zwei Minuten.
09:10Vielen Dank.
09:11Vielen Dank.
09:12Vor allem für den ersten Eindruck.
09:18Schröter, ich habe da was für Sie.
09:21Ja, seine Familie kann man sich eben nicht aussuchen, was?
09:26Nee, aber seine Freunde zum Glück schon.
09:29Wo waren Sie eigentlich heute Morgen?
09:31Ich habe nichts gesehen und nichts gehört.
09:33Ich war im Wald spazieren, um meiner Schwester und ihrem Mann aus dem Weg zu gehen.
09:37Sie haben es ja gerade selber gesehen, wenn wir aufeinandertreffen, dann knallt es.
09:41Das war jetzt ein blöder Vergleich, oder?
09:45Wieso behauptet Ihre Schwester eigentlich, dass Sie den Namen Anderson beschmutzen würden?
09:50Weil ich im Gegensatz zu Ihren Gewissen habe.
09:52Soll heißen?
09:53Jeden Tag sterben Menschen durch Waffen, auf denen auch mein Familienname steht.
09:56Dann sollten Sie sich eigentlich freuen, dass Ihr Vater dabei ist, eine humanitäre Stiftung ins Leben zu rufen.
10:01Ja, das sollte ich vielleicht.
10:05Ich glaube, Ihr Kollege verlangt nach Ihnen.
10:13Sie sehen überhaupt nicht aus wie eine...
10:14Wie was?
10:16Wie eine Millionenerbe?
10:18Sie sehen auch nicht aus wie ein Polizist.
10:20Danke.
10:20Eher wie so ein Filialleiter von einer Bank oder so.
10:25Oh.
10:26Der sieht aus wie ein richtiger Bulle.
10:30Aber ich stehe nicht auf Klischees.
10:35Haben Sie noch irgendeine Frage, oder?
10:38Nein.
10:39Nein, nein.
10:40Alles gut.
10:57Eine neue Nachricht.
11:01Nachricht 1.
11:03Game over.
11:20Was hast du, Papa, jetzt wieder eingeflüstert?
11:23Dass die Firma statt Panzer Kinderwagen herstellen soll?
11:25Was wäre daran so schlimm?
11:27Und außerdem trifft er seine eigenen Entscheidungen.
11:29Dazu braucht er mich nicht.
11:30Weißt du, was du Papa damit antust?
11:32Er ruiniert seine Firma für dich.
11:33Mann, komm doch mal runter von deinem Hohn raus.
11:35Glaubst du wirklich, die Welt wäre besser ohne unsere Waffen?
11:38Das, was Björn und Papa machen, das ist aktive Friedenssicherung.
11:41Das glaubst du doch nicht wirklich.
11:43Doch.
11:43Das glaube ich.
11:45Aber ich würde nicht so weit gehen und für meine Überzeugung töten.
11:48Was willst du jetzt damit sagen?
11:50Soll ich jetzt auch noch für den Anschlag auf Papa verantwortlich sein?
11:52Was weiß ich denn?
11:53Und verblende du und deine Friedensaktivisten seid.
11:58Typisch Familie, hä?
12:00Ja, jeder liegt mit jedem im Clinch.
12:02Ja, dann nützen auch die vier Millionen nichts.
12:04Nee, die befeuern die ganze Sache noch.
12:07Gerade weil die Millionen aus dem Waffenhandel stammen.
12:10Ich glaube, Clara Anderson hat damit ein echtes Problem.
12:13Ja, die erinnert mich irgendwie an deine Ex-Frau.
12:14Was?
12:15Echt?
12:16Aha.
12:17Nicht so viel netter.
12:18Deine Ex-Frau?
12:18Nein, jetzt hör doch mal auf.
12:21Die hat mir richtig leid getan.
12:22Ja, aber dafür konnte sie sich ganz gut behaupten.
12:25Ja, ne?
12:26Fand ich auch.
12:27Kommt nicht selbstbewusst rüber.
12:29Ja.
12:29Ich glaube, mit der könnte man fair gestehen.
12:31Na, jetzt vergaloppier dich mal nicht.
12:33Wieso?
12:37Na, übrigens sind davon nur 70 Frauen.
12:39Oh ja.
12:40Die Schwartenbecher nicht so'n Bleifuß wie ich, was?
12:43Dafür hat die jetzt'n...
12:44Bleifuß?
12:46Ja, ausbezüglich unserer Zusammenarbeit sollten wir mal ein paar klare Absprachen treffen.
12:50Unsere Zusammenarbeit ist großartig.
12:52Aha.
12:53Der Bankdirektor der Superbulle.
12:56The Body and the Brain.
12:57The Body and the Brain.
12:58Was?
12:59Ich meine, wir könnten Dream Team sein.
13:01Du müsstest bloß ein bisschen zurückhaltender werden und...
13:03Genau da ist der Punkt.
13:04Darüber sollten wir uns mal unterhalten.
13:08Unterbrochen?
13:09Wann hab ich dich denn unterbrochen?
13:11Ich bin nur dazwischen gegangen, weil du dabei warst, die Leute zu verprellen.
13:14Brot statt Böller.
13:15Ja, aber ich will doch nicht einfach nur provozieren.
13:17Ich versuche aus den Leuten was rauszukitzeln.
13:19Das ist auch nur eine Art der Befragung.
13:21Eben meine Art.
13:22Ja, das ist eine feine Art.
13:23Darf ich dich doch aufmerksam machen, wie sensibel die Angelegenheit ist.
13:26Andersson hat Verbindung bis hoch in die Bundesregierung.
13:28Sag mal, bist du jetzt Polizist oder Politiker?
13:30Ihr seid beide ganz wunderbare Polizisten.
13:33Jeder aus seiner sehr speziellen Art.
13:34Und deshalb muss man sich keine Sorgen machen, werte Frau Staatsanwältin,
13:37dass ich bei unseren Waffenhändlern mit schweren Geschützen auffahre.
13:45Warum habt ihr Stress?
13:46Naja, was heißt Stress?
13:47Er muss sich erstmal daran gewöhnen, dass er jetzt einen erfahrenen Partner neben sich hat
13:51und nicht so ein Mäuschen wie die Schwartenbeck.
13:56Frau Schwartenbeck.
13:59Was macht die denn hier?
14:01Ich denke, die ist krankgeschrieben.
14:03Dienstbeflissen wie sie ist, hat sie sich zum Innendienst gemeldet.
14:10Frau Schwartenbeck.
14:11Frau Schwartenbeck.
14:16Unser Herr Englern ist ja ein richtiger Künstler in Sachen Mitarbeitermotivation.
14:21Ungemein sensibel.
14:22Sie sind jetzt schon genug motiviert, wieder in die Arbeit zu gehen, nicht wahr, Herr Ernst?
14:25Ja, unbedingt.
14:30Sieht aber gar nicht gut aus.
14:31Ich bin selbst schuld. Man sollte nicht mit Turnschuhen tackern.
14:34Danke, das ist wirklich nicht nötig.
14:36So viel Zeit muss sein, Frau Schwartenbeck.
14:38Es geht.
14:40Geht schon.
14:41Ja.
14:42Ich bin froh, dass Sie trotzdem da sind.
14:45Schwarte, haben Sie schon Nachrichten aus dem Krankenhaus?
14:47Der Pizzabritte liegt noch im Koma, sieht gar nicht gut aus.
14:50Die Spusi hat zwei verschiedene Stiefelabdrücke gefunden.
14:54Die müssten wir noch zuordnen.
14:55Wir haben jetzt die Aussage des Gutsverwalters, also der, der die Pizza für die Waldarbeiter bestellt hat.
15:00Die haben nach Auffindentermine in einem anderen Teil des Forsts gearbeitet.
15:02Und der Gutsverwalter hat Sie die ganze Zeit beaufsichtigt.
15:06Bleiben noch die Familienangehörigen.
15:08Sie waren die Einzigen, die noch vom Fundtermine wussten.
15:11Also vom zufälligen Fundtermine bis zur Explosion sind gerade mal fünf Stunden vergangen.
15:15In der Zeit kann man das doch nicht planen.
15:17Da hat jemand die Gelegenheit beim Schopf gepackt, um den anderen aus dem Weg zu räumen.
15:20Johann Leibniz, der Schwiegersohn und seine Frau Christine haben keine Zeugen für ihre Alibis.
15:25Was wäre das Motiv? Diese Umwandlung des Erbes in eine Stiftung?
15:29Geldgier.
15:30Also finanzielle Sorgen kennen die nicht.
15:32Leibniz bezieht ein komfortables Einkommen als Geschäftsführer der Firma.
15:36Und Christine Andersson hat bereits einen Teil ihres Erbes bekommen.
15:39Wir dürfen aber nicht die Clara Andersson vergessen.
15:41Die ist mit ihrer pazifistischen Haltung logischerweise das schwarze Schaf in der Familie.
15:45Und das ist nur untertrieben.
15:46Vor drei Jahren hat sie mit einer Gruppe von Demonstranten das Firmengelände ihres Vaters gestirmt.
15:51Dafür gab es Anzeigen wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung.
15:55Aber jemand, der demonstriert, würde der im zweiten Schritt gleich Menschen in die Luft jagen?
15:59Dazu noch den eigenen Vater?
16:00Deswegen bin ich hier.
16:02Geben Sie doch mal bitte diese Adresse ein.
16:04Ich habe im Internet einen Blog gefunden, wo ordentlich gegen Andersson und seine Firma gewettert wird.
16:09Im Impressum steht leider nur im Pseudonym.
16:11Also ich glaube nicht, dass unser Schreiberling wirklich Peacemaker heißt.
16:14Warum haben Sie es nicht gleich gesagt, Frau Schwartenbeck?
16:22Illegaler Waffenschieber.
16:24Lübecker Saubermann mit Blut an den Händen.
16:26Man sollte ihn gleich mit seiner Firma zusammen in die Luft jagen.
16:31Versuchen Sie mal rauszufinden, wer hinter diesem Block steckt.
16:35Frau Schwartenbeck, bitte.
16:36Sie sind die Einzige, das kann.
16:39Der Vertrag soll übermorgen von Andersson unterschrieben werden, wenn das jemand verhindern wollte.
16:43Er hat ja noch genau zwei Tage dazu Zeit.
16:45Dann ist Andersson immer noch in Gefahr. Wir brauchen einen Mann da draußen.
16:48Schröter, wir brauchen Personenschutz für Gerd Andersson.
16:51Stümmer mich drum.
16:52Nein, Sie fahren da selber aufs Land gut. Sie haben da Erfahrung als Leibwächter.
16:55Aber ich habe doch nicht mal einen Schlafanzug dabei.
16:57Sie sollen ja da auch nicht schlafen.
16:59Eben.
17:06Sie ist frustrierend.
17:08Wir haben noch nicht eine einzige heiße Spur.
17:10Wir sollten uns morgen noch mal die Familie vornehmen.
17:12Und vor dem Hintergrund interessiert mich besonders diese klare Andersson.
17:16So sensibel, wie du manchmal vorgehst, werde ich sie am besten vernehmen.
17:20Außerdem kann ich ganz gut mit ihr.
17:22Ja, das habe ich schon bemerkt.
17:24Ich weiß noch nicht, ob das so professionell ist.
17:27Sag mal, was willst du denn jetzt von mir?
17:28Das war keine Bitte.
17:30Ich bin immer noch Leiter der Ermittlungen, ja?
17:31Ach, jetzt spielt er die Chefkarte.
17:33Heute Morgen war ich noch dein Partner.
17:35Hey, es reicht.
17:36Oh ja, es reicht.
17:38Ich habe noch Chefsachen zu tun.
17:44Was?
17:58Da wären wir, Herr Schröder.
18:00Schröder.
18:01Wie auch immer.
18:01Auf dem Zimmer bitte nicht rauchen.
18:03Sagen Sie, und das ganze Haus wird nur während der Jagdsaison benutzt?
18:06Ja, wie der Name Jagdgub schon sagt.
18:08In den nächsten Tagen plant mein Vater auf die Pirsch zu gehen.
18:11Ich weiß gar nicht, ob ich das richtige Schuhwerk dabei habe.
18:14Wenn Ihnen etwas fehlt, dann wenden Sie sich an den Gutsverwalter.
18:17Sagen Sie, können Sie mir sagen, wo die Toiletten sind?
18:19Ich muss mir mal zu einer Nacht.
18:22Ja, Frau Leibniz?
18:29Und ich habe das Gefühl, ich bin eure Kindergärtnerin.
18:32Ja, Moment mal.
18:33Lars hat damit angefangen, dass ich...
18:34Stopp!
18:35Genau das meine ich.
18:37Rauft euch zusammen.
18:39Zu zweit seid ihr stärker als alleine.
18:41Und soll ich dir was sagen?
18:43Lars hat sich wirklich darauf gefreut, mit dir zusammenzuarbeiten.
18:45Das ist jetzt komisch, das merkt man gar nicht.
18:48Ja, ich kläre das mit ihm.
18:51Gerhard, du bist dabei, einen Riesenfehler zu machen.
18:54Lass uns um Himmel zu mir bitte nochmal in Ruhe über alles nachdenken.
18:57Und denk an die Verantwortung, die du schaffst.
18:58Chef!
18:59Rüter!
19:00Das könnte sich interessieren.
19:02Andersen und sein Schwiegersohn, die haben ja einen handfesten Streit.
19:05Es geht anscheinend um die Stiftung.
19:07Hören Sie mal hin.
19:09Schluss!
19:10Ich will es!
19:11Und klar, kommt in den Stiftungsrat!
19:13Basta!
19:14Wenn du dein Lebenswerk unbedingt zerstören willst!
19:17Eben!
19:18Mein Lebenswerk!
19:20Die Stiftung ist mein Lebenswerk!
19:27Na nu!
19:28Herr Schröder!
19:30Sollen Sie was?
19:30Ich hab hier einen besseren Empfang.
19:34Du, ich muss jetzt Schluss machen.
19:36Ja, Schatzi Bussi.
19:40Was?
19:41Wir sollten morgens erstes mit Leibniz reden.
19:44Und dann knüpfe ich mir Schröder vor.
19:46Äh, wieso?
19:47Der hat mich Schatzi genannt.
19:49Nee.
20:03Moin.
20:04Ach, äh, wann ist denn das die Vernehmung von Leibniz?
20:08Langsam hab ich die Schnauze voll.
20:09Dem sind offenbar tausend andere Termine wichtiger als seine Vernehmung.
20:12Schwartenbeck kümmert sich gerade drum.
20:13Sag mir Bescheid, wenn er da ist.
20:15Er, Lars.
20:17Wen gestern?
20:18Tut mir leid, ich bin da wahrscheinlich ein bisschen übers Ziel hinausgeschossen.
20:22Ja, wir müssen uns ja auch erstmal einspielen.
20:24Ich bin das einfach nicht gewohnt.
20:26Du bist es nicht gewohnt, mit jemandem auf Augenhöhe zu arbeiten.
20:29Stimmt's?
20:30Wie meinst du das denn jetzt?
20:33Leibniz ist auf dem Weg.
20:37Tatsächlich, wie haben Sie das denn geschafft?
20:39Ich hab ihm angedroht, dass ich ihn mit einem Streifenwagen aus der Firma Zentrale abholen lasse.
20:44Tatsächlich?
20:451 zu 0 für Sie, Frau Schwartenbeck.
20:47Gute Arbeit.
20:48Ja.
20:49Kriegen Sie sich mal wieder ein.
20:53Das war sehr, sehr gute Arbeit.
20:55Oh Mann.
20:57Das hab ich nicht gewollt.
21:00Aber im Runtermachen von Frau Schwartenbeck, da sind wir ja wohl beide große Klasse, oder?
21:03Hier?
21:04Du.
21:04Ich hab oft genug gehört.
21:06Ja, wieder das falsche Motivationsseminar gebucht, was?
21:09Und jetzt naht das schlechte Gewissen.
21:12Hacken Sie nur weiter auf mir rum.
21:13Ja, ja, ja, die arme Frau Schwartenbeck.
21:16Vielleicht hab ich ja was für Sie.
21:18So als Wiedergutmachung.
21:19Nicht, falls sich das überhaupt wiedergutmachen lässt.
21:21Ein Geschenk.
21:22Das ist doch eine super Idee.
21:24Ja, warum nicht?
21:25Dann kommen Sie mal mit in mein Lager.
21:27Sehr viel Blumenstraße.
21:28Ach, schnachte Pralinen, oder?
21:29Nee, nee.
21:30Was ist denn?
21:32Vergiss es.
21:34Mein Vorgänger in der Staatsanwaltschaft hat schon vor drei Jahren Andersens-Firma durchleuchten lassen.
21:38Ach, sieh mal einer an.
21:40Verdacht auf illegale Waffenlieferung.
21:42Mhm.
21:43Sturmgewehre der Firma Andersen sind wohl bei afrikanischen Bürgerkriegsparteien gelandet.
21:48Mhm.
21:48Ich blieb aber beim Verdacht.
21:50Sie haben nichts gefunden.
21:52War zu dem Zeitpunkt Leibniz schon Geschäftsführer?
21:54Ja.
21:55Weißt du, was ich nicht verstehe?
21:57Auf der einen Seite gibt er Andersen so den Wohltäter.
21:59Auf der anderen Seite steht seine Firma unter Verdacht, Waffen an afrikanische Warlords zu liefern.
22:04Das stinkt zum Himmel.
22:05Fynn's raus, Fynn.
22:06Fynn's raus.
22:09Sie wollten mich mit dem Streifenwagen abholen lassen?
22:11Was sind denn das für Methoden?
22:12Und wer ist denn diese Schwarzenbeck überhaupt?
22:15Schwarzenbeck.
22:16Eine unserer durchsetzungsfähigsten Beamtinnen.
22:18Seien Sie froh, dass sie nicht persönlich vorbeigekommen ist.
22:21Herr Leibniz, da Sie ja so wenig Zeit haben.
22:23Kommen wir doch gleich auf den Punkt.
22:24Vor drei Jahren hat die Staatsanwaltschaft gegen Ihre Firma ermittelt.
22:27Erzähl doch auf mit den alten Geschichten.
22:29Ihre Kollegen haben schon damals nichts gefunden.
22:30Das heißt ja nicht, dass es keinen illegalen Waffenhandel gab.
22:33Das muss ich mir nicht anhören.
22:35Wie kommen Sie überhaupt darauf?
22:37Hat meine Schwägerin Sie aufgehetzt?
22:39Warum unterstellen Sie ihr das?
22:41Ich will Ihnen mal was sagen.
22:42Dieses ständige Rechtfertigen, das steht mir bis hier.
22:45Ja, wir produzieren Waffen.
22:46Und wir achten sehr genau darauf, wer sie in die Finger bekommt.
22:50Nur friedliebende Menschen.
22:52Verantwortungsvolle Menschen.
22:54Das Exportgesetz für Rüstungsgüter lässt überhaupt nichts anderes zu.
22:57Das ist eines der strengsten, die wir haben.
22:58Außerdem, wir haben auch eine Verantwortung als Unternehmen.
23:02Wissen Sie, wie viele Menschen in Deutschland in der Rüstungsindustrie arbeiten?
23:0680.000.
23:07Das ist eine Acht mit vier Nullen.
23:09Warum haben Sie...
23:12Kann es sein...
23:15Jungs.
23:16Wacht nur.
23:19Kann es sein, dass Ihnen die Idee mit der Stiftung doch nicht so passt?
23:22Sie haben sich gestern mit Ihrem Schwiegervater gestritten.
23:25Wer erzählt denn so einen Quatsch?
23:27Es war doch kein Streit.
23:29Mein Schwiegervater geht die ganze Sache etwas überstürzt an der...
23:32Da ging es nur um Formalien.
23:33Was würde sich durch diese Stiftung denn für Sie persönlich ändern?
23:37Ich meine, mein Formal?
23:40Gar nichts.
23:42Ich bleibe weiter Geschäftsführer.
23:43Ich würde entlastet werden.
23:45Der Stiftungsbeirat wird dann unsere humanitären Lieferungen organisieren.
23:47Das mache ich bis jetzt noch nebenbei.
23:49Das ist auch ein Fulltime-Job.
23:51Haben Sie die Absperrung manipuliert mit dem Ziel, Gerhard Anlasson zu töten?
23:54Was?
23:56Wie kommen Sie mir denn jetzt?
23:57Nennen Sie mir einen vernünftigen Grund, warum ich das hätte tun sollen.
24:01Ich werde mir Ihre unsinnigen Unterstellungen nicht weiter anhören.
24:03Hat eine Marzipankartoffel mehr Ermittler gespürt, als Sie beide zusammen?
24:10Sie haben die Frage noch nicht beantwortet.
24:12Sie haben es anscheinend noch nicht kapiert.
24:14Alle weiteren Fragen können Sie an meinen Anwalt richten.
24:23Zumindest hast du es mit deiner Vernehmungstaktik geschafft, ihm ganz schön auf den Schlips zu treten.
24:27Ja, der ist ordentlich aus seinem Maßabzug gesprungen.
24:30Fragt sich nur, warum? Weil er dünnhäutig ist oder was zu verbergen hat?
24:33Sag mal, ist Marzipankartoffel eigentlich schon Beamtenbeleidigung?
24:36Nicht hier in Lübeck, aber Leipzig hat recht. Warum sollte er seinen Schwiegervater töten?
24:40Warum lachst du?
24:41Ja, wir stecken fest und normalerweise ist das ja der Zeitpunkt, wo der Herr Kriminaldirektor Englind zu uns ins Büro
24:46kommt und Druck macht.
24:47Halt!
24:48Halt!
24:49Ich weiß jetzt, wer hinter diesem Anti-Anderson-Block steckt.
24:53Der mysteriöse Peacemaker ist niemand anderes als Jan Schindler.
24:57Ach nee, unser Experte vom Kampfmittel-Räumdienst.
25:00Wie haben Sie das rausbekommen? IP-Adresse?
25:01Die wechselt doch bei jeder Anmeldung.
25:04Also erstmal habe ich eine Who-is-Anfrage gestellt.
25:08Darüber bin ich an den Domain-Hoster gekommen.
25:13Warum erzähle ich Ihnen das überhaupt?
25:15Es war auf jeden Fall nicht leicht.
25:17Das glaube ich Ihnen, Frau Schwartenbeck. Das glaube ich Ihnen. Das haben Sie gut gemacht.
25:21Vielen Dank.
25:24Tja, dann starten wir uns bei diesem Schindler, was?
25:26Ja.
25:28Hallo, Schatze. Ich war gerade bei der Polizei.
25:32Nein, nein. Alles in Ordnung.
25:33Ich fahre jetzt noch am Hafen vorbei. Mach dir keine Sorgen.
25:48Das war eine 8-5er-Panzergranate.
25:51Das ist der Peacemaker.
25:53Der Mann, der davon träumt, Leute wie Anderson und seine Waffenfabrik einfach so in die Luft zu jagen.
26:01Ja. Ich weiß, wie das jetzt aussieht.
26:03Ja, wie sieht es denn aus?
26:04Na, der Block, das ist mein privates Engagement.
26:08Andersrum war ich beruflich. Man hat mich gerufen.
26:11Das ist alles ein reiner Zufall.
26:13Ja, aber genau dieser Zufall hat Ihnen doch gut in die Karten gespielt.
26:15Sie wussten doch von Anderson, welchen Weg er nimmt.
26:17Und für Sie war es doch kein Problem, die Absperrung um ein paar Meter zu verschieben.
26:21Das ist doch perfekt.
26:22Jetzt konnten Sie endlich das, von dem Sie bis jetzt nur fantasiert haben, endlich mal in die Tat umsetzen.
26:26Und wer verdächtigt schon den Sprengmeister?
26:28Ein Handgriff da, zwei Handgriffe da und schon ist die Welt von einem blutrünstigen Waffenfabrikanten erlöst.
26:33Nein! Nein, das ist alles ganz anders.
26:37Ich war in Afghanistan.
26:40Ich habe Munition und Blindgänger unschädlich gemacht.
26:45Und von dem Zeug liegt da noch eine Menge rum.
26:47Was kann ich Ihnen sagen?
26:51Ja, weil eine Entschärfung da ist.
26:56Das ist was gewaltig schiefgegangen.
26:58Ich müsste also mit ansehen, wie zwei Kameraden von einer Mine zerrissen wurden.
27:04Ja, das tut uns wirklich sehr, sehr leid.
27:06Aber das erklärt noch lange nicht Ihren Hass auf Anderson.
27:08Ja, es hat sich um eine Antifahrzeugmine aus Anderson's Fabrik gehandelt.
27:12Die wurde von den Taliban verlegt.
27:14Stammte die vielleicht aus einem Überfall auf ein Bundeswehrdepot in Afghanistan?
27:18Ja, das habe ich auch erst gedacht.
27:20Aber dem ist nur ein Haken.
27:21Dieser Minentyp, ja, der wurde nie an die Bundeswehr ausgeliefert.
27:25Sie meinen also, diese Minen wurde direkt aus Anderson's Fabrik an die Taliban geliefert?
27:30Eine illegale Waffenlieferung.
27:32Ja, Minen, etliche Wehre.
27:34Wir haben einige dieser Qualitätsprodukte in Lübeck gefunden.
27:38Das können Sie mir glauben.
27:39Also, die sind besser ausgestattet als unsere Jungs.
27:43War das ungefähr vor drei Jahren?
27:44Ja.
27:46Genau zu diesem Zeitpunkt liefen die Ermittlungen gegen Anderson's Firma.
27:50Also, wir nicht.
27:52Kommt ihr beide mal.
27:54Entschuldigung.
27:59Und, was ist so wichtig?
28:01Einen der Stiefelabdrücke vom Tatort können wir zuordnen.
28:05Dieser hier gehört Jan Schindler.
28:06Bei dem?
28:08Sag mal, ja.
28:10Das sind Abdrücke von Wanderstiefeln der Marke Fox.
28:12Der hier, kann man am Logo erkennen.
28:15Klage anders und trägt euch die Stiefel.
28:16Bitte?
28:18Ja, hey, komm schon.
28:20Sie hat doch zugegeben, dass sie da spazieren gegangen ist.
28:22Sie hat aber nicht gesagt, dass sie am Tatort war.
28:25Na ja, weil ich sie nicht gefragt habe.
28:26Warum nicht?
28:27Wieso eigentlich nicht?
28:28Weil, weil sie nichts damit zu tun hat.
28:31Lars, das kann sein.
28:32Es ist aber auch möglich, dass sie gemeinsam mit Jan Schindler die Absperrung versetzt hat.
28:36Der traumatisierte Afghanistan-Veteran und die von der Familie enttäuschte Friedensaktivistin, das passt doch.
28:41Was, was passt denn da?
28:42Warum sollte sie ihren Vater ermorden, wenn er zwei Tage später sein gesamtes Privatvermögen eine Stiftung weitergeben will?
28:48Das ist genau das, was Karl Andersson gewollt hat.
28:50Ja, wer weiß.
28:51Trotzdem sollten wir sie ganz regulär hier im Präsidium verhören.
29:00Frau Andersson, haben Sie zufälligerweise ein passendes Ladegerät?
29:03Mein Akku ist fast leer.
29:05Äh, nee, tut mir leid, Herr Schröder.
29:07Schröder.
29:08Schon gut.
29:09Wo soll es dann hingehen?
29:10In den Wald?
29:11Wie bitte?
29:12Ja, wegen der Sachen.
29:14Ich dachte, Sie wollen jagen.
29:15Ach so, nee, jagen ist nicht meins.
29:16Ich gehe ein bisschen Seeluft schnuppern.
29:18Ja, ja, Waldmannsheil.
29:22Petriheil, falls Sie angeln.
29:29Schröder?
29:30Ja, die ist gerade raus.
29:32Soll ich hinterher gehen?
29:33Lars.
29:34Was?
29:35Hast du dich verguckt?
29:36Dort spinnst du?
29:37Du schallst mir ein bisschen benebelt.
29:39Das ist nicht sehr professionell.
29:42Schröder weiß nicht genau, wo Clara Andersson steckt.
29:45Sie ist entweder bei der Jagd oder beim Angeln.
29:46tschüss, passt überhaupt nicht zu ihr.
29:50Wie lange kennst du Frau Andersson, dass du über ihre Hobbys Bescheid weißt?
29:55Okay, ihr habt recht.
29:58Also, ein Vorschlag zur Güte.
30:00Ihr geht ja jetzt wieder rein und macht mit dem Verhör weiter und ich setze mich hinter
30:04die Scheibe und spiele Mäuschen.
30:06Ich gucke euch zu.
30:14Kennen Sie Clara Andersson?
30:17Ja?
30:18Woher?
30:20Wir haben uns ein paar Mal getroffen.
30:22Und sie hat noch den einen oder anderen Artikel von meinem Blog geschrieben.
30:25Ah, dann sind Sie auf einer Wellenlänge.
30:27Haben Clara und sie den Anschlag auf Gerd Andersson geplant?
30:30Nein, damit habe ich nichts zu tun.
30:33Und Clara auch nicht.
30:35Wann haben Sie sie denn zum letzten Mal gesehen?
30:38Letzte Woche.
30:39Nicht zufällig gestern Vormittag?
30:41Wir haben ihre Schuhabdrücke am Tatort gefunden.
30:44Der ganze Wald ist voll damit.
30:46Clara geht da gern spazieren.
30:47Auf der Intensivstation, da ringt immer noch ein junger Mann mit dem Tod.
30:50Herr Schillner, wir reden hier von einem Mordversuch.
30:52Es wird Zeit, dass Sie mal mit der Wahrheit rausrücken.
30:55Also gut.
30:59Clara hat im Internet meinen Blog entdeckt und hat Kontakt zu mir aufgenommen.
31:03Erst nachdem, es wäre ein Trick.
31:04Ihr meint es ja eine Andersson.
31:06Aber dann?
31:10Also, mit Ihrer Art hat er mich total überzeugt.
31:14Was heißt das denn konkret?
31:16Dass Sie war nicht nur mitfühlend.
31:18Sie hat mir auch versprochen, dass Sie mir Beweise liefert für illegale Waffenlieferungen.
31:23Deshalb haben wir uns getroffen.
31:24In der Stadt und nicht am Tatort.
31:25Ich hatte sie mit Unterlagen übergeben.
31:27Was für Unterlagen?
31:29Frachtbriefe.
31:31Aber ich bin aus denen nicht schlau geworden.
31:33Warum ist sie damit nicht zu uns gekommen?
31:35Clara hat sich das nicht leicht gemacht.
31:37Es ist ja schon mal eine Untersuchung im Sande verlaufen.
31:40Und Clara dachte, dass damals ihr Vater seine Finger mit dem Spiel hatte.
31:44Verstehen Sie die?
31:46Clara traut gerade niemanden.
31:48Wo sind die Unterlagen?
31:49Bei mir zu Hause.
31:55Gibt es was Neues von der Clara Andersson?
31:57Nee, die ist bisher nicht mehr auf dem Jagdgut aufgetaucht.
32:00Aber die Fahndung läuft?
32:01Ja, na klar.
32:02Volles Programm.
32:03Flughäfen, Bahnhöfe und Fähren werden kontrolliert.
32:06Ich wollte mich jetzt mal um die Taxiunternehmen kümmern.
32:08Wir müssen die finden.
32:09Ja, ich sage zu Hause Bescheid, dass es später wird.
32:12Nee, Frau Schwadenbeck.
32:13Sie fahren jetzt mal nach Hause, machen Feierabend.
32:15Ich übernehme das.
32:17Danke.
32:17Das ist immer nett.
32:24Soll ich halten?
32:32Dankeschön.
32:35Haben Sie die Frachtbriefe für mich?
32:37Ja, liegen wir auf dem Schreibtisch.
32:39Willst du dich da alleine durchwüllen?
32:41Ja, du weißt doch, trockene Schreibtischarbeit ist meine große Leidenschaft.
32:45Vielleicht finde ich sogar einen Hinweis, wo Clara Andersson steckt.
32:47Was machst du?
32:50Lesen.
32:50Stiftungssatzung.
32:52Gute Idee.
32:53Gute Idee.
32:55Gute Idee.
33:06Musik
33:37Musik
33:58Musik
34:52Ich habe Neuigkeiten.
34:56Ich auch, ich auch. Ich muss die sofort loswerden, sonst vergesst ich es wieder.
34:58Ja, okay, nur zuerst.
35:00Das war eine ganz schön harte Nuss, aber ich glaube, ich habe sie geknackt.
35:03Mit Zucker?
35:05Ja, großartig, was?
35:07Pass auf, zur Einführung.
35:09Diese Unterlagen, die geben Auskunft über die humanitären Lieferungen der Firma Anderson in den letzten Jahren.
35:15Meistens waren es Lebensmittel, Medikamente und so.
35:17Sie alle wurden mit dem Frachtschiff Clara versandt.
35:19Ah, was Clara betrifft.
35:20Moment, sonst verliere ich den Faden.
35:22Die Lieferungen gingen in die ganze Welt.
35:25Afghanistan, Somalia.
35:26Und, fällt dir nichts auf?
35:28Das sind alles Krisengebiete.
35:31Egal, mit den Frachtbriefen hier ist soweit alles in Ordnung, bis mir eine Kleinigkeit aufgefallen ist.
35:37Pass auf, hier.
35:39Neh ich mal dieses Zuckertütchen da in die Waagschale.
35:41Na, komm.
35:45So, dieses Tütchen dürfte jetzt ungefähr 10 Gramm wiegen.
35:48Ja, das worauf willst du denn aus?
35:49Stell dir vor, diese Waagschale wäre ein Container.
35:51Und der wird jetzt vollgeladen mit Milchpulver, mit Medikamenten, mit Reis und zwar bis oben hin.
35:57Man will ja so viel lebenswichtige Güter wie möglich verschicken, oder?
36:00Ja, natürlich.
36:01Die Firma Andersson benutzt für ihre Lieferung 40 Fuß Standardcontainer.
36:05Die können beladen bis zu 33 Tonnen wiegen.
36:08Und wie du siehst, schau her, wiegen die auch in etwa alle so viel.
36:12Und?
36:12Das Gewicht wurde immer wieder markiert.
36:15Und zwar von Clara Andersson.
36:17Was Clara betrifft.
36:18Moment, Moment.
36:20Ja, ich bin nicht gleich drauf gekommen, ja?
36:22Aber dann habe ich die Sache einfach mal durchgerechnet.
36:24Der Punkt ist, wenn du so einen Container belädst, mit Milchpulver und Reis und Medikamenten,
36:29dann kannst du niemals auf so ein Gewicht kommen.
36:32Der Platz reicht einfach nicht aus.
36:34Gebirg?
36:35Ja, langsam. Das ist wie mit dem Kilo Blei und dem Kilo Federn.
36:37Richtig. Wie mit diesem Zucker hier.
36:40Mehr als drei oder vier Tütchen passen einfach nicht rein.
36:42Das Gewicht bleibt immer dasselbe.
36:44Aber jetzt nimmst du einfach mal was Schwereres.
36:49Und?
36:50Zack.
36:51Schon bist du auf 30, 40 Gramm oder mehr.
36:54Weißt du, was das heißt?
36:55Die Firma Andersson hat wesentlich schwerere Fracht in die Krisenregion verschifft.
37:00Waffen.
37:01Ja, eine wunderbare Idee.
37:02Ein weltunspannendes Netzwerk, das niemand kontrolliert.
37:06Wer vermutet schon Waffen in einer Lebensmittellieferung?
37:09Was für eine perfide Methode.
37:11Ab zum Hafen.
37:12Die Clara wartet auf uns.
37:13Ja, und Ihre Namensvetterin auch.
37:14Ich habe nämlich gerade erfahren, dass sie gestern Abend mit einem privaten Taxiunternehmen zum Hafen gefahren ist.
37:18Was?
37:19Warum hast du das nicht gleich gesagt?
37:22Herr Kommen!
37:23Ich habe es doch versucht.
37:31Clara muss genau wie wir vermutet haben, dass mit diesem Kahn in Wirklichkeit Waffen geschmuggelt werden sollen.
37:35Ja, aber nur so lange, bis Andersson die Stiftungsurgen unterschrieben hat.
37:38Ich habe mir die Unterlagen nochmal angeguckt.
37:40Sobald die Unterzeichnung stattgefunden hat, entscheidet der neue Stiftungsbeirat über die humanitären Hilfslieferungen.
37:46Was bis jetzt dieser Leibniz organisiert hat, sozusagen als Nebenjob.
37:49Ja, und nach der Unterschrift wäre damit schlagartig Schluss. Leibniz wäre seinen kleinen Nebenjob los.
37:52Das heißt also, Leibniz will seinen Schwiegervater ermorden, damit er eben nicht auf die Schliche kommt.
37:57Wir brauchen Beweise für den Waffenhandel. Wir haben sonst nichts in der Hand.
38:00Ich rufe Schröter an. Der soll Leibniz im Auge behalten.
38:05Herr Leibniz ist hier.
38:08Äh, alles in Ordnung, Chef.
38:10Ja, ja.
38:13Alles im Griff.
38:15Ich kümmere mich drum.
38:18Ah.
38:19Ah, das ist der Akku ganz leicht, ja.
38:24Laut Unterlagen soll die Clara am Nordlandkei liegen.
38:27Wenn das wirklich Waffen sind, dann ist Clara andersrum in Gefahr.
38:30Ja.
38:31Die wollen bestimmt keine Hobbydetektiven als Zeugen.
38:35Wartest du übrigens recht?
38:37Womit?
38:38Was unsere Zusammenarbeit angeht.
38:40Also, ich wäre da nie drauf gekommen, dass das Gewicht der Container nicht stimmen kann.
38:44Tja.
38:45Solche Kleinarbeit liegt mir eben.
38:46Das meine ich ja. Wir ergänzen uns da ganz gut.
38:49Also, ich der Praktiker, aber den Blick für die großen Zusammenhänge und du...
38:51Und ich der Fachmann für den kleinen Scheiß, schon klar.
38:53Nein, der Brain.
38:55Nein.
39:13Hallo?
39:17Hallo?
39:18Hallo? Polizei aufmachen!
39:44Warte, warte, warte, warte, warte.
39:45Was denn? Brauchst du extra einladen?
39:46Nein. Wir warten jetzt auf die Verstärkung. Die Kisten darf eh nur das Zoll aufmachen.
39:55Willst du immer noch warten?
39:57Hey, was...
39:58Hey!
40:04Weg von der Tür! Weg von der Tür!
40:10Stopp!
40:11Hände hoch! Langsam umdrehen!
40:15Zurück!
40:18Was?
40:24Ich glaube, der Tür hat mir die Nase gebrochen.
40:27Ich gehe.
40:29Okay.
40:39Das würde ich nicht tun. Fallen lassen.
40:43Fallen lassen!
40:53Alles okay, Lars?
40:54Ja.
40:55Ging mir nicht besser.
40:59Das war ganz schön knapp.
41:02Danke, Partner.
41:05War auch anders.
41:07Gott sei Dank.
41:08Warten Sie.
41:09Ich helfe Ihnen schnell.
41:14Danke.
41:18Ich dachte schon, jetzt ist es vorbei.
41:21Bravo.
41:31Ah, das zum Thema Milchpulver.
41:33Ich habe es gewusst, mein Vater.
41:35Nein, nein. Ich glaube, Sie tun Ihrem Vater in diesem Falle Unrecht.
41:38Wir gehen davon aus, dass Ihr Schwager Björn Leibniz dafür die Verantwortung trägt.
41:42Björn?
41:43Ja.
41:46Björn wollte mit meinem Vater zusammen auf die Jagd.
41:50Keine Sorge, wir haben einen Mann vor Ort.
41:54Oh.
41:57Oh.
42:00Oh.
42:02Oh.
42:03Oh.
42:04Oh.
42:04Oh.
42:05Oh.
42:05Oh.
42:05Oh.
42:06Oh.
42:06Oh.
42:07Oh.
42:08Oh.
42:09Oh.
42:09Oh.
42:10Oh.
42:11Oh.
42:16Oh.
42:16Kollegen, kümmern euch um die beiden und achten auf den Container, gefährlich
42:19gefragt.
42:21Ich kann Schröter nicht erreichen.
42:22Dann müssen wir los.
42:23Komm.
42:23Ich weiss, wo das Jagdgebiet ist.
42:24Es ist ein bisschen außerhalb im Wald.
42:26Ich schicke Schwartenberg und verstärke uns Jagdgut zu Schröter.
42:35Wo ist denn Herr Schröder eigentlich abgeblieben?
42:39Ach der? Der wollte nachkommen.
42:44Hast du Angst mit mir allein im Wald?
42:46Weil du so ein guter Schütze bist.
42:49Wir sind uns doch in wesentlichen Dingen einig.
42:52Soweit die Stiftung unter Dach und Fach ist, kannst du dich voll und ganz darum kümmern,
42:56und dass wir den Wechsel ins Zivile hinkriegen.
43:00Dazu wird es nicht kommen.
43:04Wie bitte?
43:05Deine Stiftung wird es nicht geben.
43:08Schmeiß das Gewehr weg.
43:11Schmeiß weg.
43:14So und jetzt, dreh dich um.
43:16Dreh dich um und geh in den Wald.
43:20Warum?
43:21Damit es wie ein Jagdunfall aussieht.
43:24Na los, geh schon.
43:27Geh dich um.
43:30Los, lass es geh.
43:57Ich komme da.
44:10Du hast keine Ahnung,
44:11wenn wir mich hier eingelassen haben.
44:14Wenn ich das hier nicht zu Ende bringe,
44:18dann bin ich dran.
44:20Du mit deiner senilen Altersmilde.
44:23Clara hat dir doch mit ihrer Friedensscheiße
44:25das Hirn vernebelt.
44:27Waffen runter!
44:33Waffen weg!
44:36Clara, weg, da weg!
44:40Nehmen Sie das Gewehr runter, los!
44:43Leibniz, zum letzten Mal,
44:45legen Sie die Waffe runter.
44:48Mal schauen.
45:12Wir brauchen den Krankenwagen.
45:14Ja, gut, an der Sonne.
45:16Schuss war nicht so.
45:22Sauer, Tochter.
45:24Was ein Glück,
45:25dass Björn mit Waffen nur handeln hat.
45:30Und überhaupt nicht schießen kann.
45:39Es ist doch immer noch ein Stück,
45:39Sie danken sich bei meinem Partner.
45:41Er hat die ganzen Zusammenhänge erfasst.
45:44Ja, das ist bei uns mehr oder weniger Team.
45:47Teamarbeit.
45:48Trotz der einen oder anderen Einzelbegabung.
45:51Apropos, was ist denn mit Schröter?
45:55Schröter?
46:00Schröter!
46:10Schröter!
46:11Danke, danke, danke!
46:14Nicht, nein!
46:16Runde, ganz schnell, abstecken bitte.
46:19Ganz schnell.
46:24Na ja, das sieht jetzt schlimmer aus, als es ist. Sie sollten mal den anderen sehen.
46:27Der liegt jetzt wahrscheinlich im Krankenhaus an Schläuchen und kämpft um sein Leben.
46:31Oh, da möchte man doch glatt sagen, der Nächste bitte.
46:34Das sieht ja aus wie eine Notaufnahme.
46:35Tja, das zeigt doch nur, dass unser Team mit vorm Körpereinsatz dabei ist, oder?
46:39Ja, kann man wohl sagen. Also wie Frau Schwartenbeck mir das Leben gerettet hat.
46:43Ja, alle mal herhören. Ich möchte die Gelegenheit nutzen und mich ganz offiziell bei der Kollegin Schwartenbeck entschuldigen.
46:49Sie wissen schon, für das eine oder andere.
46:52Ich habe den Kollegen ernst gebeten, ein Geschenk für Sie zu besorgen.
46:55Das ist für Sie, Frau Schwartenbeck.
47:02Arbeitsschuhe?
47:03Das ist ja nett.
47:04Mit Stahlkappe, da können Sie tackern, wie Sie wollen, da geht nichts durch.
47:06Ja, oder Ihren Chefs in den Hintern treten, besonders ihm, wenn er mal wieder Blödsinn über sich erzählt.
47:11Danke.
47:13Zwei Linke.
47:14Ja.
47:16Oh.
47:24Ja, Insolvenzmasse?
47:29Da weiß man nie.
47:30Aufwandte.опwanditi
48:07Untertitelung des ZDF, 2020
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