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Spaß
Transkript
00:29Untertitelung. BR 2018
00:58Untertitelung. BR 2018
01:14Untertitelung. BR 2018
01:16Schäffern hat schon Leute wegen weniger gefeuert. Das gibt's ja überhaupt nicht.
01:19Kapier dir das nicht, oder was?
01:27Ich glaube, die feuert niemanden mehr.
01:58Hey, Moment. Moment mal, Moment mal. Ähm, hast du was vergessen?
02:01Willst du mich jetzt verarschen?
02:03Hey, hey, hey. Meinst du, setzst du mich abends hin und machst diese Fahrtenbücher nach?
02:06Sag mal, das interessiert keinen Menschen.
02:08Nee, die Menschen nicht, aber das Innenministerium.
02:09Komm mal, was um Qualitätsmanagement gehört. Schließlich wollen wir für unsere Kunden effektiver arbeiten.
02:13Ja, wer sind denn unsere Kunden? Die Leichen oder die Mörder? Los, rein jetzt.
02:15Ach.
02:32Oh mein Gott.
02:36Erspart mir bitte alle Wortspiele zum Thema Gold. Habe ich alle schon von meinen Spusi-Leuten gehört.
02:40Das ist hier weder goldig, noch alles Gold, was glänzt.
02:46Das ist Alexander Grimme.
02:49Die Unternehmerin des Jahres.
02:51Aber das wird man doch nur, wenn man jede Menge Mitarbeiter freistellt.
02:55Du bist wieder ein viel Sozialromantiker. Weißt du, wie viele Arbeitsplätze die geschaffen hat?
02:58Die Stadt sollte dir ein Denkmal setzen. So sieht's aus.
03:01Das hat dir der Täter offenbar schon getan.
03:04Was will er uns mit dieser Goldlackierung sagen?
03:07Erinnert mich an James Bond.
03:09Goldfinger.
03:10Sollen wir, die ist doch ersticken, oder?
03:13In der Tat.
03:15Die punktförmigen Einblutungen im Auge deuten auf einen Erstickungstod hin.
03:18Aber, mein verehrter Kollege, und das solltest du ja eigentlich wissen,
03:22die Hautoberfläche eines Menschen nimmt nur 0,4 Prozent des benötigten Sauerstoffs auf.
03:27Nein, die Lackierung war nicht letal.
03:29Sondern?
03:30Spuren von Gewaltanwendung?
03:32Es ist aufgrund der Lackschichten nicht leicht zu erkennen, aber der Täter muss ziemlich brutal vorgegangen sein.
03:38Ein Schlag gegen die Schnefe.
03:40Wahrscheinlich wurde sie mit der Faust niedergeschlagen und war bewusstlos.
03:43Außerdem gibt es Schwellungen an den Lippen.
03:46Zwei Vorderzähne sind abgebrochen und der gesamte Mundraum ist voller Lack.
03:50Was?
03:51Vermutlich wurde ihr dann diese Lackierpistole in den Rachen bestoßen.
03:57Gerunggütiger Gott.
03:59Todeszeitpunkt?
04:00Zwischen 23 Uhr und 3 Uhr morgens.
04:02Was hat die so spät in der Firma gemacht?
04:10Wer sind Sie?
04:12Rainer Grimmer, ich bin Ihr Onkel.
04:14Ja, kommen Sie, kommen Sie.
04:33Nehmen Sie doch Platz.
04:35Ja, vielen Dank.
04:37Zuerst einmal unser aufrichtiges Beileid.
04:41Ja, wir müssen Ihnen natürlich ein paar Fragen stellen.
04:44Wann haben Sie Ihre Nichte zuletzt lebend gesehen?
04:48Gestern Abend, so gegen halb zehn.
04:50Wir hatten noch ein wichtiges Gespräch.
04:53Halb zehn.
04:54Aber in Sie immer so lange?
04:56Nein, aber wenn die Chefin, also Alexandra, mich zu einem Termin bestellt,
05:01sie hat ja quasi oben in ihrem Büro gewohnt.
05:05Wie war Ihr Verhältnis zu Ihrer Nichte?
05:08Gut.
05:09Siehsten.
05:11Sie war mein Patenkind.
05:15Mein Gott.
05:17Sie wollte in zwei Wochen heiraten.
05:19Hatte sie Feinde?
05:22Mit Ihrer Art der Geschäftsführung hat sie sich nicht nur Freunde gemacht.
05:26Entschuldigen Sie, was meinen Sie damit konkret?
05:28Ach, ich will jetzt nicht noch schlecht über Sie reden.
05:33Alexandra hatte einen sehr starken Willen und den hat sie gegen jeden Widerstand durchgesetzt.
05:37Auch gegen Ihren?
05:42Herr Grimmel, die Leiche Ihrer Nichte war ja sehr auffällig trapiert.
05:46Haben Sie eine Ahnung warum?
05:47Woher denn?
05:49Woher denn?
05:50Ich kann mich nicht in den kranken Geist eines Mörders hineinversetzen.
05:53Ist das nicht Ihr Job?
05:55Wann haben Sie die Firma gestern verlassen?
05:58So gegen zehn.
05:59Kann das jemand bezeugen?
06:01Ja, bestimmt der Kruse.
06:03Unser Wachmann.
06:05Ach, Sie haben hier einen Wachmann?
06:06Ja, der hatte die Nachtschicht.
06:09Aber er war vorhin noch da.
06:10Und, äh, wo können wir den finden?
06:13Sein Büro ist unten am Eingang.
06:16Gut, ich glaube, das war's.
06:17Vielen Dank und halten Sie sich zu unserer Verfügung.
06:30Frau Jonen, können Sie bitte meinen Umzug ins Chefbüro veranlassen?
06:35Ja, sofort.
06:42Mit Ihrer Art der Geschäftsführung hat sie sich nicht nur Freunde gemacht.
06:48Das heißt doch nichts anderes, als dass die so beliebt war wie der nordkoreanische Diktator.
06:52Als Chef muss man nicht unbedingt beliebt sein.
06:54Ach, spricht da der Kriminaldirektor.
06:56Meine Mitarbeiter würden mich jedenfalls nicht vergolden lassen, oder?
06:58Ja, natürlich nicht.
06:59Frau Schwartenbeck vielleicht.
07:05Auf jeden Fall glaube ich, dass der Tod der Frau Grimmer und die Art und Weise
07:09irgendwas mit ihrer Geschäftspolitik zu tun hat.
07:12Ach Gott, ich muss mal telefonieren, Lars.
07:16Guten Tag.
07:17Sag, moin Frau Schönemann, Kiesewetter hier.
07:19Dr. Händel, ich bin ja Betriebsarzt.
07:21Es geht um die Wohnungsbesichtigung.
07:23Was ist denn los?
07:24Lars Ingen, äh, Kripo Lübeck.
07:26Nein, ich hab nicht verschlafen.
07:28Frau Grimmel.
07:29Aber der mordet.
07:30Nein.
07:32Um Gottes Willen.
07:34Weiß man denn schon, wer es war?
07:35Leider nein.
07:36Wir haben mit unserer Ermittlung gerade erst begonnen.
07:38Aber es kann durchaus sein, dass wir auch mit Ihnen reden müssen.
07:41Selbstverständlich.
07:43Sie finden mich in meiner Praxis im ersten Stock.
07:46Vielen Dank.
07:46Danke sehr.
07:47Gut, 14 Uhr bin ich bei der Wohnungsbesichtigung.
07:50Versprochen.
07:51Wieso Wohnungsbesichtigung?
07:52Denkluz ist bei mir ein.
07:54Wie, und du klopfst denn immer an, wenn dir der Zucker ausgeht, oder wie?
07:57Wer war denn das?
07:59Der Betriebsarzt.
08:00Ich meine, wenn die Grimmel einen Betriebsarzt eingestellt hat, muss sie sich wenigstens
08:03um das Wohl ihrer Mitarbeiter gekümmert haben, oder?
08:05Ja, das sagt ja gar nichts.
08:06Aber in einer bestimmten Betriebsgröße ist ein Betriebsarzt vorgeschrieben.
08:09Komm, der Wachmann wartet.
08:24Herr Kruse.
08:27Sie sind von der Polizei.
08:29Ich weiß Bescheid, ich hab Sie kaum sehen.
08:32Na, Ihnen entgeht ja auch gar nichts, ne?
08:34Naja, nach so vielen Jahren, da hat man einen ganz guten Blick.
08:38Haben Sie denn heute Nacht irgendetwas Verdächtiges beobachtet?
08:41Äh, nein, es war alles ganz normal.
08:45Ganz normal?
08:45Ja.
08:46Ach, dann ist das typisch für die Firma, dass die Chefin ermordet und lackiert wird?
08:50Natürlich nicht.
08:51Sagen Sie mal, Sie machen doch bestimmt auch Hundgänge, oder?
08:53Ja, alle zwei Stunden.
08:57Hier, ich muss Sie immer hier ganz genau eintragen.
09:01Der letzte war um vier Uhr.
09:04Ja.
09:05Dann müssen Sie doch durch die Halle durch, oder?
09:07Ja.
09:08Da haben Sie nichts bemerkt?
09:09Ich sag doch, nein.
09:11Was soll das überhaupt?
09:13Sagen Sie mal, die Bilder von den Überwachungskameras hier, werden die irgendwo aufgezeichnet?
09:17Ja, hier auf der Festplatte.
09:20Ja, den müssen wir dann beschlagnahmen.
09:21Nein, das muss ich jetzt mal mit Frau, ich...
09:24Nee, nee, nee, nee, das brauchen Sie nicht.
09:25Die Quittung dafür, die können Sie sich heute Nachmittag auf dem Präsidium abholen.
09:29Auf dem Präsidium?
09:30Warum denn?
09:31Na ja, weil wir zwei Sie zum Gespräch aufs Revier einladen, ganz einfach.
09:34Und dann können wir auch mal ganz präzise über Ihre Rundgänge reden.
09:48Also, irgendwas stimmt ja nicht.
09:51Der muss doch was gesehen haben.
09:52Der Wachmann war alles andere.
09:54Nur nicht wach.
09:55Er hat gepennt.
09:56Oder seine Chefin umgebracht.
09:58Warum?
09:59Weil sie ihm keine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen hat?
10:01Na ja, bei so einer harten Lady wie Sie, da war ein Nickerchen im Dienst bestimmten Kündigungsgrund.
10:05Aber warum lässt er dann die Leiche nicht verschwinden?
10:07Warum sprüht er die mit Goldlack ein?
10:27Moin.
10:36Ernst, haben Sie Herrn Petersen schon gesehen?
10:38Den Herrn Oberstaatsanwalt und werdenden Papa?
10:40Ah, da ist er.
10:43Ach, nicht schon wieder.
10:45Hey, wo willst du denn hin?
10:47Vorsorgetermin.
10:48Allein?
10:49Ach, hat nicht der feine Herr Petersen wieder versetzt?
10:51Das macht er ja nicht absichtlich.
10:53Der kommt halt nicht aus dem Gericht raus, kennst du doch.
10:55Und ihr habt ihr was Neues?
10:56Ja.
10:57Ah, nicht, das machen wir später.
10:58Ich muss ja los, Mensch.
10:59Bis nachher.
11:01Oh, danke fürs Gespräch.
11:02Via Torres non Tardes.
11:05Was?
11:05Die Reisenden sollen man nicht aufhalten.
11:07Ja, klar.
11:07Und schweigere Ex-Freundinnen schon gar nicht.
11:09Ach, übrigens.
11:10Ich hätte da wahrscheinlich bald eine Wohnung, die frei wird.
11:12Also falls die Räumungsklage gegen die sechs Thailänderinnen durchgeht.
11:15Nein, nein, nein, nein.
11:16Ich hab da schon was in Aussicht.
11:20Man macht's hier nur gut.
11:25Ja.
11:27Mr. James Bond links, rechts.
11:33Wissen Sie, woran mich das erinnert, Frau Schwabenmeng?
11:36An meine Jugend.
11:41Man nannte mich Goldfinger.
11:45Der Mann mit dem goldenen Gold.
11:47Was ist denn hier los?
11:48Die Wartverfügung?
11:49Wie wäre es mit ein bisschen Polizeiarbeit?
11:51Gibt es Hintergrundinformationen zu Alexandra Grimme?
11:54Und wir müssen uns den Film ansehen.
11:56Goldfinger, wir wollen prüfen, ob der Täter sich vom Film hat inspirieren lassen wegen der Mordmethode.
12:00Aber das ist doch Zeitverschwendung.
12:02Wir wissen doch, dass die menschliche Haut nur 0,4 Prozent des Sauerstoffbedarfs aufnimmt.
12:05Was hat denn Ihre Recherche jetzt ergeben?
12:07Ach, dass der Täter ein Superverbrecher sein müsste, der sämtliche Goldvorräte Lübecks mit einer Atombombe verseuchen will.
12:13Alles klar, okay. Aber ein Versuch war es wert.
12:15Ach, ich habe hier noch einen Attentat auf sich vor.
12:17Ach, was heißt denn Attentat? Das ist doch jetzt Quatsch.
12:20Jetzt kann Frau Schwabenmeng wenigstens mal etwas ermittlungstechnisch Relevantes sehen.
12:23Auf diesem Rekorder da sind die Überwachungsbilder der Lackfabrik von der letzten Nacht.
12:27Wir erwarten Ihren Bericht, sagen wir, in einer Stunde.
12:29Können wir mal kurz unter vier Augen reden?
12:31Frau Schwabenmeng, können wir das nicht kurz hier erledigen?
12:32Ich glaube nicht, dass die Kollegen das hören wollen. Wir gehen ins Archiv.
12:38Lassen. Lassen.
12:40Kannst du gleich mitnehmen?
12:42Ja.
12:42Viel Spaß.
12:53Oh.
12:55Wie hat sich aber einiges getan, hä?
12:59Alles ordentlich. Ah, B.
13:02Herr Englen.
13:03Ja?
13:04Traumschwabenmeng.
13:05Hab ich in letzter Zeit irgendwas falsch gemacht?
13:09Nein.
13:10War ich unpünktlich?
13:11Schlampig?
13:13Nein, ich hab nichts dergleichen gehört.
13:16Also sind Sie mit meiner Arbeit zufrieden?
13:18Ja, zufrieden.
13:19Rundum zufrieden.
13:21Dann versteh ich nicht, warum Sie mich vor versammelter Mannschaft immer wie eine Praktikantin behandeln.
13:25Was tue ich?
13:27Frau Schwabenmeng, da verstehen Sie aber etwas ganz, ganz, ganz falsch.
13:30Also wissen Sie, ich bin, ich bin als Chef, da hab ich ein Prinzip.
13:33Fördern und fordern.
13:34Und da ich glaube, dass Sie mal eine ganz Große werden, wenn, also ich meine jetzt Große im Sinne von,
13:40nicht Kleine, nicht von Große, also von...
13:42Ja, ich hoffe mal, dass ich Sie richtig verstanden habe.
13:45Ja.
13:45Wissen Sie, ich will nicht viel.
13:47Ich möchte nur, dass Sie mir den gleichen Respekt entgegenbringen wie den anderen Kollegen auch.
13:52Natürlich, absolut, das verstehe ich, natürlich tue ich, das ist mein Ehrenwort, das mache ich, ja.
13:56Aber jetzt lassen Sie uns wieder rübergehen, sonst glauben die noch, wir hätten was miteinander.
14:01Oh Gott.
14:04Frau Schwabenmeng, bitte, das war doch jetzt nur ein Scherz.
14:07Wegen des Betriebsklimas.
14:08Diebsklimasen.
14:11Herr Schröter, seien Sie doch so überaus freundlich und klären Sie uns über Alexander Grimme auf.
14:19Gerne.
14:20Herr Englen.
14:21Also das Opfer leitete die Firma seit dem Tod Ihres Vaters vor zwei Jahren.
14:24Aber das Interessante ist, dass Ihr Onkel Heiner Grimme, also der eigentliche Kopf der Firma, der Geschäftsführer, einfach übergangen wurde.
14:31Quasi von ihr kaltgestellt wurde.
14:34Ja, das erklärt auch, ob er in so einem provisorischen Büro arbeitet.
14:38Ja, und er stellt das freundliche Verhältnis zu seiner Nichte zumindest in Frage.
14:43Alexandra Grimme war bestens politisch vernetzt.
14:45Sie war Kunstmäzenin, eine ehrgeizige Geschäftsfrau.
14:48Sie leistete sich kaum ein Privatleben.
14:50Erst vor drei Monaten hat sie sich verlobt mit einem Maximilian Busse, ein Investmentbanker aus London.
14:56Der ist nachweislich noch bei einem Meeting in Hongkong.
15:00Das heißt, da bleibt nur ein frustrierter Onkel, der nach dem Tod seiner Nichte das Geschäft übernehmen kann.
15:05Und ein Wachmann, der mehr schläft als Wacht.
15:11Gruse!
15:13Mein Gott, wie komme ich? Sie haben mich vielleicht erschreckt.
15:16Was machen Sie denn noch hier?
15:18Ich muss noch zu Doc.
15:19Ja, das hat uns alle sehr mitgenommen. Schrecklich.
15:25Und Sie waren hier und haben wahrscheinlich auch das zwischen meiner Nichte und mir gestern Abend...
15:33Ich habe gar nichts gehört, wirklich.
15:36Gut.
15:38Das sollte auch in unserer kleinen Firmenfamilie bleiben, oder?
15:42Ja.
15:45So, dann lassen Sie sich mal von unserem Händler durchchecken.
15:48Danke.
15:54Ja, haben Sie meiner Frau die Tabletten gegeben?
15:58Ich weiß eben, aber gegen die Nebenwirkung hatte ich ihr dann noch...
16:02Nein, ich will Ihnen nicht Ihren Job erklären, um Gottes willen. Ich bin ja froh.
16:08Ich muss Schluss machen. Ich löse Sie gleich ab, Schwester.
16:14Grüße.
16:16Ich bin durch. Ich bin völlig im Arsch.
16:20Sie müssen mich krankschreien, bitte.
16:21Ja, beruhigen Sie sich erst mal. Was ist denn los?
16:24Was weiß ich?
16:26Ich muss zur Vernehmung, aber ich schaffe das nicht.
16:30Ich brauche einen Attest von Ihnen.
16:35Grüße.
16:39Wovor haben Sie denn Angst?
16:41Ich Angst?
16:43Da draußen läuft ein Verrückter rum, der Leute mit Gold lackiert.
16:46Wer macht denn so einen Scheiß?
16:50Gehen Sie nach Hause.
16:51Und das Attest?
16:53Ich kümmere mich drum.
17:07Seien Sie unbesorgt.
17:09Mein Team und ich werden den Mord an Frau Grimme aufklären und werden wir rund um die Uhr arbeiten, ja.
17:13Ich halte Sie auf den Laufenden. Dankeschön.
17:38Weißt du, wer das war?
17:44Nein, so verrückt ist nicht mehr die Gewerkschaft.
17:50Ich habe was entdeckt.
17:51Was denn?
17:53Nichts.
18:01So, und ab 23.40 Uhr zeigen die Kameras nur noch das.
18:08Ein technischer Defekt?
18:09Das ist möglich.
18:11Es kann aber auch sein, dass jemand das Übertragungssignal der Kameras manipuliert hat.
18:15Der Wachmann.
18:16Ja, wer denn sonst?
18:17Der ist krank.
18:18Was, der Kruse auf einmal?
18:21Fragen Sie einen Betriebsarzt.
18:22Der steht mit Kruses Attest am Empfang.
18:25Das ist nämlich's für alles.
18:42Herr Kruse leidet nach dem Schock an einem Erschöpfungssyndrom.
18:46Das ist Attest.
18:48Ist das sowas ein psychosomatisches?
18:51Ja, die Symptome sind aber genau so, als wäre die Ursache organisch.
18:56Ich behandle Herrn Kruse seit 20 Jahren.
18:58Der ist so einem Stress nicht gewachsen.
19:01Also bei allem Respekt, wir ermitteln hier in einem Mordfall.
19:03Und Herr Kruse ist ein wichtiger Zeuge.
19:06Aber leider im Moment absolut nicht vernehmungsfähig.
19:09Ich habe ihm streckte Bettruhe verschrieben.
19:11Es tut mir leid.
19:12Herr Dr. Hennel, Sie erscheinen hier persönlich.
19:15Das heißt für mich, dass Sie sich für Ihre Patienten sehr engagieren.
19:19Was ist denn daran so schlimm?
19:21Nichts.
19:22Ich kümmere mich wirklich ernsthaft um unsere Mitarbeiter.
19:26Das ist ja leider nicht die Regel.
19:29Na, spielen Sie doch auch Frau Grimme an.
19:34Also nur weil Frau Grimme ein paar Mitarbeiter betriebsbedingt entlassen musste,
19:37heißt das für mich noch lange nicht, dass ihr deren Gesundheit egal war.
19:41Ja, vielleicht hat die Entlassung den Mitarbeitern ja sogar ihre Gesundheit gerettet.
19:55Na prima, Erschöpfungssyndrom.
19:57Einen Arzt hätte wohl jeder gerne.
19:59Ja, der macht auf jeden Fall mehr als andere.
20:02Aber seine Andeutung, was die man an die Gesundheitsfürsorge betrifft, was meinte er genau damit?
20:07Haben Sie denn nicht mal recherchiert in Sachen Grimme, Betriebsunfälle und sowas?
20:10Ja.
20:10Im Privatleben.
20:11Ja, dann klemmen Sie sich halt nochmal dahinter.
20:13Moment, wir haben uns die Bilder nochmal angeschaut bis zum Ausfall der Anlage.
20:17Sehr interessant.
20:18Kommen Sie.
20:23Hier, das ist kurz bevor die Aufzeichnung abbricht.
20:31Wo ist denn diese Kamera 5?
20:33Über dem Tor vom Hinterhengang.
20:51Wie muss der gehalten haben?
20:57Da muss ich doch mal selten benutzt.
20:59Ja, ja, hier sind noch Reifenspuren im Gras.
21:05Da liegen Glasscherben.
21:07Da muss der andere beim Rückwärtsfahren den Pfosten touchiert haben.
21:10Ob sich unser Wachmann Kruse selber reingelassen hat?
21:14Kruse?
21:15Kruse ist einfach gestrickt.
21:16Eine goldnackierte Leiche passt nicht zu dem.
21:19Mach mal Räuberleiter.
21:21Willst du mit da rein?
21:22Ja, was ich kann sowas nicht.
21:23Sicher?
21:23Ja, sicher.
21:24Okay.
21:24Alles?
21:26Okay.
21:36Super.
21:37Gib mir Handschuhe.
21:51Ja, die kommen gleich zur Spose.
21:53Die können hoffentlich den Fahrzeugtyp bestimmen.
21:56Sehr gut.
21:58Und wie komme ich jetzt wieder rüber?
21:59Ja, das hättest du dir auch vorher überlegen können, bevor du über so ein Tor springst.
22:06So, mach doch Räuberleiter.
22:10Jetzt warte doch mal.
22:11Warte mal.
22:16Ich warte ja.
22:19Dann gehe ich hinten rum.
22:42Sagen Sie mal, Kruse.
22:45Ich war irretwegen gerade bei der Polizei.
22:48Was machen Sie denn hier, Doktor?
22:51Die Polizei denkt, Sie liegen beim Schock im Bett.
22:54Das mache ich im Prinzip auch.
23:00Aber was wollen Sie denn von mir?
23:03Was haben Sie denn genau gesagt?
23:05Sie sollen wichtiger Zeuge sein.
23:07Haben Sie denn in der Nacht überhaupt irgendwen gesehen?
23:12Nein.
23:15Der Mörder muss sich an mir vorbeigeschlichen haben.
23:18Ja, dann haben Sie ja auch nichts zu befürchten.
23:22Ja.
23:23So gesehen nicht.
23:25Machen Sie mal, dass Sie wieder reinkommen.
23:27Mensch.
23:29Mach ich.
23:30Mach ich, ja.
23:32Ja.
24:00Was du von Ihrem Geschäftsgeborenen
24:02Das weiß ich ja jetzt, aber das...
24:04Ja, das hat keiner verdient.
24:05Wir haben die Ergebnisse der KTU.
24:07Die Splitter der Rückleuchte stammen von einem japanischen Modell.
24:10Ein japanisches Modell? Oh, davon dürfte es bei uns in Lübeck ja nicht auch zu viele geben, oder?
24:16Wahrscheinlich mehr als nette Chefs bei der Polizei.
24:18Es handelt sich aller Wahrscheinlichkeit nach um ein Mikann-Pickup.
24:21Mikann? Na, davon gibt es garantiert nicht so viel.
24:24Schreit, dann checken Sie das doch gleich mal.
24:25Äh, kann ich nicht?
24:27Ja, auf so einen Pickup darfst du eine Menge drauf.
24:34So, jetzt sind wir fünf Stück gemeldet in Lübeck.
24:38Und einer davon gehört einem gewissen Peter Kruse.
24:43Unser Wachmann? Sein Attest ist offiziell aufgehoben.
24:47Der kann sich meinetwegen im Haftkrankenhaus von seinem Schock erholen.
24:58Da ist sein Pickup.
25:14Ach, wie schön, das Tor ist auf.
25:16Schade, kannst du gar nicht klettern, was?
25:18Aha. Rücklicht kaputt.
25:22Dingo.
25:24Lackfässer.
25:30Ach du Scheiße.
25:32Himmler, bleib stehen.
25:33Komm, komm, komm.
26:01Na.
26:03Na!
26:03Fertig mit Joggen?
26:05Na, komm.
26:08Ich geb ihm einen guten Rat.
26:10Laufen Sie nie der Polizei davon.
26:12Erst recht nicht mit Erschöpfungshindor.
26:16Na, lass kommen Sie.
26:18Na, erschöpft.
26:34Na, du strahlst ja so.
26:36Ja, ich hab auch guten Grund.
26:38Guck mal.
26:38Oh, nee.
26:39Ist alles dran.
26:41Öhrchen, Ärmchen.
26:43Sogar die Fingerchen.
26:44Jeden Einzelnen kannst du darauf sehen.
26:46Ist das nicht unglaublich?
26:47Die Natur ist schon ein Hammer.
26:49Immer wieder.
26:50Auch wenn es nicht der richtige Vater...
26:53Ich meine natürlich richtig, richtig im Sinne von falsch.
26:56Ich meine, es hätte sich auch der Richtige freuen können.
26:59Der Richtige freut sich gleich über ein Fax mit diesen Bildern.
27:02Schambolzen.
27:03Ja, aber beeil dich bitte.
27:04Wir fangen schon mal mit dem Verhör an, ja?
27:07Blöden Mann.
27:13Also, warum sind Sie abgehauen?
27:14Das bin ich doch gar nicht.
27:17Ich dachte nur, da stehen ein paar Gangster in meiner Garage.
27:21Hab ich mich erschrocken und bin weg.
27:23Das war reine Reflexreaktion.
27:27Herr Kruse, die Lackfässer auf Ihrem Pickup
27:30stammen zweifelsfrei von der Schiffslackiererei.
27:33Genau.
27:34Alexandra Grimmel hat Sie beim Klauen erwischt.
27:36Nein.
27:36Natürlich.
27:37Sie wollte sie rausschmeißen.
27:38Sie wollte sie ruinieren, fertig machen.
27:40Da hatten Sie nur noch einen einzigen Gedanken im Kopf.
27:42Die Grimmel muss sterben.
27:42Nein, niemals.
27:44Warum diese Goldlackierung?
27:46Hat Frau Grimmel Sie so dermaßen gedemütigt,
27:48dass Sie sich auf diese bestialische Weise umbringen mussten?
27:50Oder wollten Sie einfach nur von sich selbst ablenken?
27:53Ich habe mit dem Mord überhaupt nichts zu tun.
27:57Wirklich nicht.
27:58Das müssen Sie mir glauben.
27:59Wissen Sie was?
28:00Wir halten uns lieber an Fakten, Herr Kruse.
28:02Was haben wir hier sitzen?
28:03Ein Wachmann, der angeblich einen Mord übersieht,
28:05der die ganze Garage voller Diebesgut hat
28:07und dann auch voller Polizei abhaut.
28:09Was glauben Sie, wie das für uns aussieht?
28:11Was denken Sie, was ich überhaupt verdiene im Monat?
28:15Nicht mal 1200 Euro.
28:20Die ein paar Fässer sind denen doch gar nicht aufgefallen.
28:24Ich habe mir nur ein bisschen dazu verdient.
28:27Nur zum Überleben.
28:30Wer hat Ihnen geholfen?
28:31Niemand.
28:33Ah, niemand?
28:34Das müssen Sie mir erklären.
28:35Wie haben Sie es geschafft,
28:36gleichzeitig den Pickup zum Hintereingang zu fahren
28:39und vorne die Kameras auszuschalten?
28:41Hat Ihr Komplize die Grimmel umgebracht?
28:43Sind Sie verrückt?
28:44Meine Frau fährt nur den Wagen.
28:49Ich habe die Kameras so um halb zwölf rum ausgeschaltet
28:53und bin da hinten.
28:56Danach bin ich wieder nach vorne
28:58und habe ein Nickelchen gemacht.
29:00Ein Nickelchen?
29:01Und das kann natürlich niemand bezeugen, stimmt's?
29:04Ich habe geklaut, okay.
29:06Das ist nicht okay.
29:08Aber ich lasse mir hier keinen Mord anhängen.
29:10Nein.
29:12Wenn einer einen Grund hätte.
29:18Ja?
29:19Ja.
29:21Wenn wer Grund hätte?
29:27Die Grimme und ihr Onkel.
29:32Eigentlich sollte ich ja gar nicht darüber reden.
29:35Weiter.
29:36Na, weiter!
29:38Die haben sich an den Armen dermaßen in die Haare gekriegt.
29:42Ja, und haben Sie verstanden, worum es ging?
29:45Das war nicht zu überhören.
29:47Die wollte ihn endgültig rausschmeißen.
29:54Gut.
29:55Wir werden das überprüfen.
29:57Und Sie, Herr Kruse, bleibt so lange in Urhaft.
30:03Sich was dazu verdienen.
30:04Ist ja lächerlich.
30:05Der Kruse will der Bus von sich ablenken.
30:07Der Haftbefehl ist in jedem Fall gerechtfertigt.
30:09100 pro.
30:10Was ist denn mit dem Grimme?
30:11Der hatte allen Grund, seine Nichte zu hassen.
30:13Der hat die Firma schließlich selber aufgebaut.
30:14Auf den Überwachungsbändern war zu sehen,
30:16wie er um 22 Uhr das Gebäude verlassen hat.
30:19Ja, vielleicht ist er noch mal zurückgekommen.
30:22Wenn ich mir mit dem Lack, den Kruse geklaut hat,
30:24mein Auto lackieren würde,
30:25dann wäre das gleich doppelt so teuer.
30:26Was? Ist der so wertvoll?
30:28Ja.
30:29Das ist ein Speziallack für den Außenanstrich von Schiffen.
30:33Erklärt, warum Kruse seinen Job riskiert hat.
30:35Die Herstellung in Deutschland ist eigentlich verboten
30:38wegen irgendwelcher umweltschädlicher Inhaltsstoffe.
30:43Ja, dann fragt sich, ob er den Lack in seiner Firma nur gelagert hat
30:47oder auch hergestellt hat.
30:49Und genau das und einiges mehr werden wir den Grimme Senior
30:52jetzt mal selber fragen.
30:54Wunderbar.
31:24Herr Grimme?
31:27Ich habe Ihrem Vater versprochen, auf Sie aufzupassen.
31:31Wir wissen, dass Ihr Wachmann den Streit zwischen Ihnen und Ihrer Nichte mitbekommen hat.
31:35Wir wissen auch, dass es ziemlich heftig zuging, also leugnen macht gar keinen Sinn.
31:40Kruse. Meine gute Seele, aber wohl nicht sehr zuverlässig.
31:47Sie war so ein liebenswertes Mädchen.
31:51Und dann habe ich Sie irgendwann nicht mehr erreicht.
31:56Musste Sie deshalb sterben?
32:01Sie glauben, ich...
32:03Sie spielen bloß die Möglichkeiten durch. Ermittler-Routine.
32:06Herr Grimme, wo waren Sie gestern zwischen 23 und 3 Uhr?
32:09Zu Hause, im Bett und zwar allein.
32:13Und wie man hier sieht, haben Sie sich ziemlich eilig in das Chefbüro Ihrer Nichte zu ziehen.
32:18Das ist eine Frechheit. Was Sie mir hier unterstellen?
32:20Wir unterstellen Ihnen gar nichts. Warum hat Ihre Nichte Ihnen gekündigt?
32:24Haben Sie sich wegen der umweltschädlichen Lacke gestritten?
32:30Ich habe etwas Interessantes gefunden.
32:32Die Firma Grimme musste sich vor zwei Monaten vor dem Arbeitsgericht verantworten.
32:37Also doch ein Arbeitsunfall?
32:38Nein. Eine Abteilungsleiterin aus der Produktion ist während ihrer Krebserkrankung von Alexandra Grimme gefeuert worden.
32:44Das ist ein Unding.
32:46Krebs? Hatte das irgendwas mit dem Betrieb zu tun?
32:48Sie hatte das erwähnt, aber das war nicht Gegenstand des Verfahrens.
32:52Arbeitsschutz, das wird immer viel zu klein geschrieben.
32:54Zum Beispiel der Monitor. Man weiß ja gar nicht, was die Strahlung mit dem Gehirn anrichtet.
33:00Wenn man den ganzen Tag davor sitzt.
33:03Wollen Sie deshalb jetzt Feierabend?
33:05Anderthalb Überstunden.
33:08Bis morgen, meine Damen.
33:09Tschüss.
33:10Bis morgen, Herr Schüter.
33:14Also, wenn Ihnen in der Produktion gearbeitet hat, kann vielleicht dieser Lack an Ihrer Erkrankung schuld sein?
33:22Gab es da noch mehr Fälle?
33:24Aktenkundig ist nichts.
33:25Wir können ja nochmal gucken.
33:26Ja, vielleicht kann uns da der Betriebsarzt helfen. Ich fahre da auf dem Heimlich mal vorbei.
33:34Der Lack wurde also nicht nur hier gelagert, sondern auch hergestellt.
33:37Ich war immer gegen die Produktion von diesem Lack.
33:41Denkt an die Gesundheit unserer Mitarbeiter, habe ich gesagt.
33:44Das ist ja sehr nobel von Ihnen.
33:46Ach, ich bin nur meinem Gewissen gefolgt.
33:49Deshalb habe ich meine Nichte immer wieder angefläht.
33:52Aber dieser Lack ist in der Herstellung extrem billig und im Verkauf.
33:56Wie hat Ihre Nichte darauf reagiert?
33:58Gar nicht.
33:59Sie hat doch geglaubt, alles, was sie anfasst, wird zu Gold.
34:02Da lässt sie sich doch von seinem alten Sack wie mir nichts mehr sagen.
34:06Sie war so unverschämt.
34:10Sie hat das Erbe Ihres Vaters mit Füßen getreten.
34:14Da habe ich ihr eine Ohrfeige verpasst.
34:18Und darauf hat sie ihn gekündigt.
34:22Können Sie sich das vorstellen?
34:24Ja.
34:26Ich habe Ihnen das Schwimmen beigebracht.
34:30Und Sie.
34:34Aber deswegen bringt man doch niemanden um.
34:39Gut, Herr Grimmel, wir sehen uns morgen bei der Vernehmung im Präsidium.
34:46Der Chef mit seinem sozialen Gewissen, das war schon überzeugend.
34:49Na ja, er kann trotzdem seine Nichte umgebracht haben.
34:52Hat von seinem Motiv hier auf dem Silbertablett serviert.
34:55Mein Gott, was für eine Demütigung.
35:03Was ist denn los?
35:04Ist das ein Stromausfall?
35:07Alles, was sie anfasst, wird zu Gold.
35:13Gleich rein.
35:41Hallo, mein Schatz.
35:47Ich habe was für dich.
35:50Wollen wir mal probieren?
35:54Wir versuchen mal.
35:57Nein, geht's nicht.
36:05Keine Angst.
36:07Ich bleibe bei dir.
36:12Ich verlasse dich nicht mehr.
36:15Nie mehr.
36:21Da kommt jemand.
36:23Ich bin gleich wieder da.
36:33Hallo, Krepo Lübeck, Spatenbeck.
36:35Ich kann jetzt nicht weg.
36:36Nee, das müssen Sie auch gar nicht.
36:38Ich habe nur eine Frage.
36:38Wir sind da auf eine Gerichtsverhandlung gestoßen.
36:41Es geht um eine Kündigung nach einer Krebserkrankung.
36:44Ja.
36:45Gab es im Betrieb noch mehr Krebserkrankungen von Mitarbeitern?
36:51Iris, ich komme gleich.
36:52Dann kommen Sie doch kurz rein.
36:54Danke.
36:58Ich habe da was für Sie.
36:59Kleinen Moment.
37:10Es gab in den letzten zwei Jahren insgesamt sechs Fälle, alle in der Produktion.
37:14Ich habe das hier dokumentiert.
37:16Danke.
37:18Verstoßen Sie damit nicht gegen die ärztliche Schweigepflicht?
37:21Nein, die Unterlagen sind alle anonymisiert.
37:24Das ging so auch an die Geschäftsleitung.
37:27An Frau Grimme.
37:30Entschuldigen Sie, ich kann jetzt nicht mehr.
37:33Natürlich.
37:34Vielen Dank.
37:39Ich komme, mein Schatz.
37:42Ich bin zu spät oder sind Sie zu früh?
38:00Guten Morgen.
38:01Guten Morgen.
38:03Was machen Sie denn da?
38:04Ich gehe die Unterlagen durch, die mir Dr. Hennel gestern überlassen hat.
38:07Morgen.
38:09Morgen.
38:09Morgen.
38:10Frau Schwadenbeck, hat die Alleingang gestern irgendwas gebracht?
38:12Ich bin keine Medizinerin, aber ich finde es sehr offensichtlich, dass alle sechs Mitarbeiter im fast selben Zeitraum an der
38:18gleichen Krebsart erkrankt sind.
38:19Und die hatten alle Kontakt mit den Lackfarben.
38:22Moin.
38:23Moin.
38:24Moin.
38:25Was lief denn da?
38:27Ein Buch über König Midas.
38:30Midas?
38:32Sicher.
38:32Alles, was er anfasste, wurde zu Gold.
38:35Genau.
38:37Hat das nicht der alte Grimme auch über seine Nichte gesagt?
38:39Ja, eben.
38:40Darf ich?
38:41Na ja, das sagt man ja generell, liebe erfolgreiche Leute.
38:45Aber war das nicht auch ein Fluch?
38:47Die Midas wurde für seine grenzenlose Gier bestraft?
38:50So eine Strafe hätte ich auch gerne.
38:53Nein, das glaube ich nicht.
38:54Denn alles, was er berührte, auch Essen und Trinken wurde zu Gold.
38:56Der drohte zu verdursten und zu verhungern.
38:58Oder an seiner Gier zu ersticken.
39:00Bei Alexander Grimme war der komplette Rachen mit Goldlack verstofft.
39:04Grimme hat seine Nichte für ihre Gier bestraft.
39:07Ja, oder einer der Betroffenen.
39:09Ah, apropos.
39:10Was ist eigentlich mit dieser Iris Lambert, die gegen die Firma geklagt hat?
39:13Ja, das sollten wir sowieso mal hinfahren.
39:15Ja, die wohnt in Kuhkoppel 23.
39:21Was?
39:21Da wohnt doch Dr. Händel, da war ich gestern.
39:24Ja, natürlich.
39:25Und der hat auch mit seiner kranken Frau gesprochen.
39:26Die heißt Iris.
39:27Moment.
39:32Iris Lambert.
39:34Laut Einwohner Meldeamt verheiratet mit Dr. Händel.
39:37Na dann.
39:39Danke.
39:42Wir haben die ganze Zeit jemanden gesucht, der in der Fabrik rein und wieder raus ist.
39:46Er spazierte uns einfach entgegen.
39:48Er kam nicht zur Arbeit.
39:49Er war gar nicht weg.
39:51Hat er seine Chefin aus Rache getötet?
39:53Die musste dann sehen, wie seine Frau rausgeschmissen wurde, weil er Arbeitsplätze krank gemacht hat.
39:57Der konnte sie nicht beschützen.
39:59Dafür hat er sich bei Kuhs als Beschützer aufgespielt.
40:01Dabei hat er nur Angst, dass der uns was erzählt, was ihm schaden könnte.
40:27Moin.
40:28Moin, Kripo Löweck.
40:29Was ist hier passiert?
40:29Also, ihr legt kein Verbrechen vor.
40:32Die Dame starbe eines natürlichen Todes.
40:34Iris Lambert?
40:35Ja.
40:43Der Dr. Händel?
40:58Wissen Sie, wo wir den Ehemann finden?
41:00Dr. Händel?
41:01Der ist völlig verwirrt mit seinem Fahrrad los.
41:03Ich glaube, er hat was von Fabrik gesagt.
41:05Danke.
41:06Danke.
41:07Danke.
41:09Danke.
41:10Danke.
41:11Danke.
41:12Danke.
41:13Danke.
41:36Herr Händel.
41:38Was machen Sie da?
41:41Meine Iris ist tot.
41:44Oh, das tut mir sehr leid.
41:46Aber hören Sie auf damit.
41:49Das ist höchst gefährlich.
41:51Weg, bleiben Sie weg.
41:53Alle sollen das Gebäude verlassen, ganz schnell.
41:57Was haben Sie denn vor?
41:59Sind Sie verrückt?
42:09Sie haben Alexander getötet?
42:15Wenn ich mich jetzt umbringe, dann wird das ja ein für alle Mal aufhören.
42:22Wegen dieser Giftspritze hier wird nie wieder ein Mensch sterben.
42:26Bleiben Sie weg.
42:28Sie müssen das nicht tun, bitte.
42:30Hier wird nie wieder irgendetwas Giftiges ehrgestellt.
42:33Dr. Händel, seien Sie vernünftig.
42:37Bleiben Sie weg.
42:38Ich bitte Sie.
42:38Wir haben die Unterlagen.
42:40Es wird eine offizielle Untersuchung geben.
42:42Das ist für meine Iris zu spät.
42:45Vorliegen!
42:55Oh, Schnell!
43:02Fandst du das nicht ein bisschen übertrieben?
43:06Du hast sie dein Leben zu retten.
43:08Ja, ich meine, den ersten Wasserschwall habe ich ja noch verstanden.
43:10Aber den zweiten, den hast du extra gemacht.
43:12Nur für deinen Spaß.
43:14Entschuldige bitte, ich bin Polizist.
43:15Es ging mir nur um deine Sicherheit.
43:17Um meine Sicherheit.
43:18Du hattest Spaß dran.
43:19Ich habe es in deinen Augen gesehen.
43:20Sagst du vielleicht mal vielen Dank, Kollege, dass du mir das Leben gerettet hast?
43:23Ja, vielen Dank, Kollege.
43:24Aber ich merke mich, dass du das nächste Mal wirst auch mal in so eine Situation kommen.
43:26Also mal, du schwimmst durch das ganze Hafen weg.
43:28Nein, das schwammt überhaupt nicht.
43:34Die Grümel hat fast immer länger gearbeitet.
43:40Ich habe einfach gewartet.
43:43Die hat mich doch die letzten zwei Jahre konsequent abgewimmelt.
43:49Ich musste die doch zur Arena stellen.
44:02Das gute Gewissen der Firma.
44:04Was wollen Sie denn noch hier?
44:05Meine Frau ist heute aus dem Krankenhaus entlassen worden.
44:10Zum Sterben.
44:12Sie stirbt jetzt.
44:16Und das ist Ihre Schuld.
44:18Ich bin schuld?
44:20Ist für den Arbeitsschutz nicht der Betriebsarzt zuständig?
44:23Wie oft habe ich Sie auf die Gefahren hingewiesen?
44:25Ja, als Ihre eigene Frau krank wurde.
44:28Was wollen Sie damit sagen?
44:29Jetzt kommen Sie doch mal von Ihrem hohen Rost runter, Händel.
44:31Sie haben mir doch jahrelang nur eine ruhige Kugel geschoben.
44:35Sie sind so abgrundtief schlecht.
44:37Ja.
44:41Kruse!
44:41Wenn Sie weiter so aus Kugeln rausverfahren,
44:44dann werden ja noch mehr Mitmenschen sterben.
44:46Kruse!
44:46Jetzt hören Sie mir doch beinig zu!
44:48Was wollen Sie eigentlich von mir?
44:50Vielleicht geht Ihre Frau ja auch in Ihrem langweiligen Gutmenschentum ein.
44:54Ich hatte auch Fakten gesammelt.
44:59Die habe ich übrigens Ihrer Kollegin gegeben.
45:02Warum erst jetzt?
45:04Warum sind Sie nicht viel früher in die Öffentlichkeit gegangen?
45:09Meine Untersuchungen zeigen doch nur, dass in der Firma überdurchschnittlich viele Menschen in der Produktion an Krebs erkrankt sind.
45:20Die beweisen doch nicht den ursinnlichen Zusammenhang mit den Giften.
45:25Wem hätte man denn mehr geglaubt?
45:28Ausgebrannten Betriebsarzt?
45:31Der Unternehmerin ist ja aus.
45:34Gegen diese Frau bin ich nicht angekommen.
45:37Aber in dieser Nacht schon.
45:39Die hat keinen Charakter.
45:41Es gibt Ihnen lange noch nicht das Recht, Sie umzubringen.
45:44Die hat Ihre Gier umgebracht.
45:49Die König Midas.
45:59Ja, aber König Midas wurde von seinem Fluch befreit.
46:03Diese Gelegenheit haben es Frau Grimme nicht gegeben.
46:18Wir sind fertig.
46:19Okay.
46:26Händel wollte die ganze Zeit nur helfen.
46:28Und ist aus Verzweiflung zum Mörder geworden.
46:31Er hat sich zum Richter und zum Henker aufgeschwungen.
46:33Der eigentliche Mordgescham-Affekt.
46:35Die Vergoldung.
46:37Aber ich denke mal, das wird auf Totschlag hinauslaufen.
46:39Sag mal, du riechst so muffig.
46:41Was ist denn los?
46:45Das erklärst du jetzt, Elke, mal ganz in Ruhe, mein Freund.
46:48Ich will einen Moment durchgehen.
46:52Also, ich riech nix.
47:00Und, et voilà.
47:01Gliffliger Fall, aber super gemacht.
47:03Danke, danke.
47:04Ich habe ja nur die Birne gewechselt.
47:07Ähm, für Sie hat eine Maklerin angerufen.
47:09Die klang ziemlich sauer.
47:10Och.
47:12Der Besichtigungstermin.
47:14Sie hat gesagt, die Wohnung geht jetzt an einen zuverlässigeren Mieter.
47:17Ja, war ja klar.
47:18Stehst du jetzt auf der Straße?
47:19Hm, für den Fall hätte ich da was für Sie.
47:24Was ist das denn?
47:26Der Schlüssel der Ausnüchterungszeile.
47:31Das ist das.
47:31Ja, das ist das.
48:02Untertitelung des ZDF, 2020
48:06Untertitelung des ZDF, 2020
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