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00:00Guten Abend, meine Damen und Herren.
00:04Diese Sendereihe, manche von Ihnen werden es vermuten, lebt zu einem nicht unbeträchtlichen Teil von Ihnen, unseren Zuschauern.
00:12Nach jeder Sendung erreicht uns eine große Zahl von Briefen, in denen wir auf neue Tricks und Maschen aufmerksam gemacht
00:20werden.
00:20Zuschauer schildern ihre Erlebnisse, wie sie hereingelegt wurden oder nicht selten dank unserer Warnungen gerade noch davongekommen sind.
00:30Hier schreibt zum Beispiel ein Zuschauer aus Rheinstetten, in ihrer Sendung berichten sie auch über die Praktiken einer Sekte, die
00:39ich sofort erkannte.
00:40Zu diesem Zeitpunkt war ich gerade dabei, einen Bekannten, der dort schon ca. 450 Mark gelassen hatte, rückzubekehren.
00:48Dank meiner Videoaufzeichnung ihres Beitrages und sehr umfangreicher Unterlagen der Aktion Bildungsinformation war es mir dann auch gelungen, diesen jungen
00:57Mann voll zu heilen.
01:00Oder hier ein Brief aus Düsseldorf. Sehr geehrter Herr Zimmermann, auf ein Inserat von mir in der örtlichen Tageszeitung wurde
01:09mir beiliegendes Schreiben zugesandt.
01:13Dank Ihrer aufklärenden Sendungen habe ich natürlich nicht reagiert.
01:17Vielleicht ist dieses Schreiben für Sie von Interesse. Ich möchte es Ihnen zur Verfügung stellen.
01:25Auf diese Weise sind wir immer auf dem Laufenden, was sich auf dem Markt der Nepper, Schlepper und Bauernfänger so
01:31tut.
01:32Es gibt kaum neue Tricks, die uns lange verborgen bleiben.
01:36Auch das folgende Filmbeispiel befasst sich mit einer Masche, die offensichtlich vor nicht allzu langer Zeit erfunden worden ist.
01:42Und die zumindest bei den Zuschauern, die unsere Sendung heute sehen, künftig nicht mehr funktionieren dürfte.
01:50Toller Schlitten.
01:52Ja, 20.000.
01:53Also weiter kann ich nicht runtergehen. Ist ja schließlich ein Lieferaberstück.
01:56Naja, ich sag doch gar nichts. Der Preis ist schon in Ordnung, nicht?
01:59Ja, und gepflegt ist er auch?
02:02Klar, war ja auch mein Hobby. Und ich würde ihn auch gar nicht hergeben, wenn wir nicht Nachwuchs bekämen.
02:07Ähm, tja, verstehe. Da reicht so ein Zweisitz natürlich nicht mehr aus.
02:11Genau, mit Kinderwagen und so.
02:13Meine Frau hat darauf bestanden, dass wir uns ein richtiges Auto zulegen. Nächste Woche kommt es.
02:20Tja, gut. Dann nehme ich ihn.
02:22Für 20.000.
02:24Einverstanden. So viel Geld habe ich natürlich nicht bei mir. Wir müssten die Übergabe vielleicht morgen machen.
02:28Ist mir ganz recht. Ich muss sowieso meine Sachen noch rausräumen.
02:31Den Kaufvertrag können wir schon mal fertig machen. Ich habe alles schon vorbereitet. Gehen wir doch rein.
02:35Moment, der Schlüssel steckt noch.
02:46Ich gehe noch schnell was einkaufen. Möchtest du was Besonderes zum Abendessen?
02:49Auch eigentlich nicht.
02:50Ich schau mal. Tschüss.
02:53Auf Wiedersehen, Frau Neuburger.
02:54Bitte.
02:58Rade aus, weiter.
03:04So, damit gehört er fast schon Ihnen.
03:07Gut. Ich komme dann morgen vorbei. So gegen fünf.
03:11Ja, das geht. Da bin ich zu Hause.
03:13Ach, übrigens, Sie haben noch die Autopapiere und die Schlüssel.
03:15Ach, Entschuldigung.
03:16Die Macht der Gewohnheit.
03:18Hier sind die Papiere und da sind die Schlüssel.
03:22Danke. Okay. Muss ja alles seine Ordnung haben.
03:28Also bis morgen dann, um fünf.
03:29Ja, auf Wiedersehen.
03:30Wiedersehen.
03:42Na, bist du denn sehr traurig, dass der Wagen jetzt weg ist?
03:45Na ja, irgendwie habe ich doch sehr an ihn gehangen.
03:49Ich werde vielleicht heute Abend eine kleine Abschiedsrunde fahren.
03:52Wieso? Ich denke, der hat ihn gleich mitgenommen.
03:55Nein, wie kommt es denn da drauf?
03:57Morgen holt er ihn. Nur gegen fünf.
03:59Na, weil er nicht mehr vor der Tür steht.
04:01Oder hast du ihn in die Garage gefahren?
04:03Nein, wieso?
04:05Er steht doch draußen.
04:06Na, dann habe ich Tomaten auf den Augen.
04:08Ich habe ihn jedenfalls nicht gesehen.
04:12Siehst du, du hast ihn vielleicht doch in die Garage gestimmt.
04:14Bin doch nicht blöd.
04:16Hat der Kerl mir etwa das Auto geklaut?
04:23Mensch, das ist ja ein Ding.
04:25Das sind ja gar nicht meine Papiere.
04:26Und mein Schlüssel auch nicht.
04:28Wie? Wie nicht dein Schlüssel?
04:30Verdammt nochmal.
04:31Der hat das umgetauscht.
04:34Jetzt kapiere ich das.
04:35Das war gar kein Versehen mit dem Einstecken.
04:38Tja, so kann es gehen, meine Damen und Herren.
04:42Solche Austauschtricks wurden bisher vorwiegend beim Verkauf von Schmuck oder Goldmünzen
04:48und gelegentlich auch mit deponierten Wertbriefen praktiziert.
04:53Im Gebrauchtwagenhandel ist der Trick noch relativ neu.
04:57Aber Sie, meine Damen und Herren, sind ja jetzt gewarnt.
05:00Denn Diebe, die sich auf diese Weise in dem Besitz von Kraftfahrzeugen inklusive der dazugehörenden Papiere bringen,
05:06haben es leicht, die Beute zu Geld zu machen.
05:11Also schauen Sie, wenn Sie Ihren Wagen verkaufen wollen, dem Käufer nicht nur auf den Geldbeutel,
05:17sondern auch ein bisschen auf die Finger.
05:22Das nächste Thema.
05:24Opfer sind dabei zuerst Menschen aus dem großen Heer der Hobbyfotografen,
05:28dann aber auch gewissermaßen in einer zweiten Stufe des Tricks Leute,
05:32die für persönliche Schmeicheleien empfänglich sind.
05:35Und mehr ist das nicht.
05:38Die erste Opfergruppe wird mit einem verlockenden Inserat eingefangen.
05:43Verdienen Sie bis zu 500 Mark wöchentlich nebenher mit Ihrem Fotoapparat, heißt es da.
05:57Da habe ich mein neues Makroobjektiv ausprobiert.
06:05Toll, diese Farben.
06:07Und alles so wahnsinnig scharf.
06:09Also, wenn ich da an meine Bilder denke, fast immer verwackelt.
06:13Ja, die Lisa ist schon ein halber Profi.
06:15In der ganze Welt ist es ja nicht.
06:17Machst du bitte das Licht wieder an?
06:21So, das war's.
06:22Kompliment, Lisa. Die Bilder waren wirklich großartig.
06:25Ich hab's ja schon mal gesagt.
06:27Lisa hat einfach ihren Beruf erfehlt.
06:29Du hättest Fotografin werden sollen.
06:31Komm, hör auf. Sie ist im Stand und Sattel rum.
06:34So dumm finde ich das gar nicht.
06:36Ich hab neulich ne Anzeige ausgeschnitten.
06:38Ich wollte sie eigentlich mitbringen.
06:40Hier ist sie.
06:41Da kann man 500 Mark pro Woche verdienen.
06:43Bei so ner Werbeagentur oder sowas.
06:46Firma Promotion Service.
06:48Das wär doch vielleicht tatsächlich was für dich.
06:51Klingt nicht schlecht.
06:53Da ruf ich morgen mal an.
06:55Telefonnummer steht ja dabei.
06:58Lisa Clemens freut sich über die Anerkennung,
07:00die ihre Fotos im Bekanntenkreis finden.
07:02Doch insgeheim wünscht sie sich auch,
07:04ihr Talent einmal einer breiteren Öffentlichkeit vorzuführen.
07:07Dazu fehlten ihr aber bisher die notwendigen Kontakte.
07:14Deshalb setzt sich die junge Frau schon am nächsten Tag
07:17mit der Werbeagentur in Verbindung,
07:19die das vielversprechende Inserat aufgegeben hat.
07:21Freie Mitarbeiter, die für uns Fotos machen.
07:24Ich erklär Ihnen das grad mal.
07:26Wir haben einen Großauftrag über 170.000 verschiedene Fotos.
07:30Und wenn wir das von Profis machen ließen,
07:32das wär ja unerschwinglich.
07:34170.000 Fotos?
07:36Alles einzelne Personen?
07:38Um Gottes Willen, wofür brauchen Sie die denn alle?
07:41Ja, die sind für die Lederindustrie.
07:44Sie haben doch sicher schon mal ein Portemonnaie gekauft
07:45für einen Mann, oder?
07:47Genau.
07:48Und die Portemonnaies mit diesen Plastikfenstern,
07:50die werden vom Hersteller mit Fotos ausgestattet,
07:53aus optischen Gründen.
07:54Und diese Fotos sollen wir jetzt liefern.
07:57Aha.
07:58Und was müsste ich da machen?
07:59Ja, ganz einfach.
08:00Sie liefern uns DIA-Filme.
08:02Und für jeden Film mit 36 verschiedenen Personen
08:04zahlen wir Ihnen 180 Mark.
08:06Wenn Sie jeden Tag einen Film voll kriegen,
08:09können Sie mindestens 500 Mark die Woche verdienen.
08:11Nicht schlecht.
08:12Ich arbeite sowieso nur halbtags.
08:14Da hätte ich nachmittags Zeit.
08:15Die Bilder müssen natürlich qualitativ einwandfrei sein.
08:18Aber das versteht sich bei Ihnen ja von selbst,
08:20wenn Sie schon länger fotografieren.
08:22Ja, wir müssen dann mit Ihnen noch einen kleinen Vertrag machen,
08:25als freie Mitarbeiterin und wegen der Aufnahmegebühr.
08:29Das kostet?
08:29Ja, 150 Mark.
08:31Das ist nur so eine Art Kaution für den Mitarbeiterausweis
08:34und für die Arbeitsanleitung und so weiter.
08:36Wissen Sie was?
08:37Ich schicke Ihnen die Unterlagen mal zu
08:39und dann können Sie sich frei entscheiden.
08:41Geben Sie mir doch mal Ihre Adresse.
08:45Lisa Clemens hat das Angebot angenommen,
08:47die 150 Mark bezahlt
08:49und sich dann nachmittags auf den Weg gemacht,
08:51um Ihre Filme voll zu bekommen.
08:55Darf ich Sie mal fotografieren?
08:56Ja.
08:57Warum nicht?
08:58Und zwar, stellen Sie sich hier vorne hin.
09:02Dankeschön.
09:05Jetzt müssen Sie hier noch unterschreiben,
09:07dass Sie damit einverstanden sind,
09:08dass ich die Filme veröffne.
09:10Bald ergibt sich jedoch die erste Schwierigkeit,
09:13von der im Gespräch mit der Werbeagentur keine Rede war.
09:16So, dann brauche ich jetzt noch Ihre Unterschrift,
09:18dass Sie damit einverstanden sind,
09:20dass Sie das der Öffnern haben.
09:21Danke schön.
09:22Lisa Clemens muss nämlich von den fotografierten Personen
09:25eine schriftliche Zustimmung zur Veröffentlichung der Fotos einholen.
09:28Das hat sie erst nach Zahlung der Aufnahmegebühr erfahren.
09:31Und die Erfahrungen mit dem Publikum
09:33sind in dieser Hinsicht allzu oft recht negativ.
09:36Ich brauche jetzt noch Ihren Namen und Ihre Adresse.
09:39Wozu denn das?
09:40Wegen der Veröffentlichungsrechte.
09:41Dann müssen Sie hier dann noch unterschreiben.
09:42Ne, ne, ich unterschreibe nichts.
09:43Wer weiß, was da noch hinterherkommt.
09:47Das Geschäft erweist sich als sehr viel mühsamer als versprochen.
09:51Aber Lisa Clemens wirft die Flinte nicht gleich ins Korn.
09:58So, dann brauche ich noch Ihre Unterschrift,
10:01dass Sie mit dafür öftern nicht eingesteigen sind.
10:03Meinetwegen.
10:04Name und Adresse bitte.
10:06Weber, Marianne Weber.
10:08Heidenplatz 4.
10:09In Frankfurt?
10:11Ja.
10:14So, hier bitte.
10:17Das zweite Problem.
10:19Der Materialverbrauch ist nicht zuletzt
10:21wegen der vielen verweigerten Zustimmungen unerwartet hoch.
10:26Das sind ja 10 Mal Entwicklung, 75 Mark
10:29und 10 neue Filme, 109.
10:31Das macht dann 184 Mark.
10:33Geht ja ganz schön ins Geld.
10:35Na ja, ganz billig ist das Hobby natürlich nicht.
10:36Sollte eigentlich mehr werden als ein Hobby.
10:38Na ja, dann geht's ja.
10:43Lisa, bist du's?
10:46Na, zurück von der Safari.
10:48Komm, lass mich bloß in Ruhe.
10:49Ich bin fix und fertig.
10:51Du, ich hab schon was Schönes zu essen gemacht.
10:54Das kann ich auch gut gebrauchen.
10:57Also, ich glaub, ich häng die Geschichte wieder an den Nagel.
11:00Da kommt sowieso nichts dabei raus.
11:02180 Mark hab ich die Woche wieder ausgegeben.
11:04Faggelt noch gar nicht mitgerechnet.
11:05Komm, beruhig dich.
11:06Da liegt ein Brief von der Agentur.
11:08Wahrscheinlich die erste Abrechnung.
11:21Das gibt's doch gar nicht.
11:23So eine Schweinerei.
11:24Was ist denn?
11:25Hör dir das an.
11:26Müssen wir Ihnen leider mitteilen,
11:28dass der größte Teil der eingereichten Fotos
11:30die qualitative Voraussetzung für professionelle Werbung nicht erfüllt.
11:34Die waren doch alle ganz gut.
11:35Astrein waren die alle.
11:37Aber beweisen kannst du schlecht.
11:39Eben, das sind ja Dias.
11:41Und die hab ich alle hingeschickt.
11:42Und dann ist es immer noch Geschmackssache,
11:44ob die Bilder brauchbar sind oder nicht.
11:45Also, ich glaub, ich hör auf damit.
11:46Ich ruf da morgen an.
11:47Die müssen mir die 150 Mark Kaution zurückschicken.
11:50Komm, jetzt gieß erst mal was,
11:51damit du wieder auf die Beine kommst.
11:52Ach, ist gut.
11:55Oh, Frau Clemens, das tut mir leid.
11:57Der Chef ist die ganze Woche auf Geschäftsreise.
11:59Kann ich Ihnen vielleicht weiterhelfen?
12:03Tja, da kann ich gar nichts für Sie tun.
12:06Das muss der Chef entscheiden.
12:08Ja, rufen Sie uns doch nächste Woche nochmal an.
12:11Wunderbar, auf Wiederhören.
12:16Promotion Service, guten Tag.
12:18So wie Lisa Clemens ergeht es vielen freien Mitarbeitern
12:22der ominösen Werbeagentur.
12:23Als sie erkennen, dass der angeblich so lukrative Nebenjob
12:26nichts einbringt und sie deshalb ihr Geld zurückfordern wollen,
12:29ist der Geschäftsführer für sie nicht mehr zu sprechen.
12:32Er beschäftigt sich inzwischen mit der zweiten Stufe seines Tricks.
12:36Aus dem Material, das ihm die Fotografen geliefert haben,
12:39sucht er sich die nächsten Opfer aus.
12:41Und zwar vornehmlich attraktiv wirkende junge Damen.
12:45Marianne Weber zum Beispiel.
12:55Drei Wochen, nachdem sie von Lisa Clemens fotografiert worden ist,
12:59erhält sie von der Werbeagentur einen Brief.
13:01Mensch, ist ja irre.
13:02Die wollen dich tatsächlich als Schauspielerin haben.
13:04Ja, machst du am Ende noch groß Karriere.
13:06Hast du schon Autogrammkarten?
13:08Quatsch. Darstellerin steht da, nicht Schauspielerin.
13:11Was ist denn das für ein Unterschied?
13:13Na, jedenfalls fürs Fernsehen. Nicht schlecht.
13:16Ich nehme an, dass sie irgendwelche Leute für den Hintergrund brauchen.
13:18Na, Statisten oder sowas.
13:20Na und? So haben doch viele angefangen.
13:23Das müsste mir mal jemand anbieten.
13:27Ach, einen Termin für die Vorstellung haben sie dir auch schon gegeben.
13:31Gehst du da hin?
13:32Mal sehen.
13:33Na, das würde ich mir nicht entgehen lassen.
13:35Und wenn es nur ist, um sich das mal anzugucken.
13:38Sehen Sie, Ihr Foto ist mir sofort aufgefallen.
13:41Genau Ihr Typ geht am meisten.
13:43Ich weiß nicht.
13:45So gut bin ich doch da gar nicht getroffen.
13:47Ich meine, es ging auch ziemlich schnell da,
13:49mit der Fotografin mitten auf dem Kinderspielplatz.
13:51Ja, seien Sie doch nicht so bescheiden, Frau Weber.
13:54Beim Fernsehen werden gerade die Alltagsmenschen gesucht.
13:56Natürliche und ungekünstelte.
13:58Meinen Sie?
14:00Sie müssen ja nicht eine Hauptrolle übernehmen.
14:02Wir vermitteln nur Statisten.
14:03Aber das ist auch sehr interessant.
14:05Und wie geht das?
14:07Na ja, wenn Sie einverstanden sind,
14:09dann nehmen wir Sie in unsere Kartei auf
14:11und bieten Sie den Fernsehanstalten an.
14:13Natürlich nur in Ihrer Nähe, damit Sie keine Fahrereien haben.
14:16Und wie oft wird man da eingesetzt?
14:18Ich habe ein kleines Kind zu Hause.
14:20Ja, das ist ganz unterschiedlich.
14:21Manchmal dauern die Aufnahmen nur einen halben Tag,
14:23manchmal zwei Tage und länger.
14:26Aber dazwischen können Sie immer wieder nach Hause.
14:28Ja, ja, das muss ich auch.
14:29Da richten wir uns ganz nach Ihnen, wie es Ihnen passt.
14:33Und wie viel verdient man da?
14:35Ja, das geht nach Drehzeit und was für Rollen das sind.
14:38Und Sie wissen ja, beim Fernsehen wird nicht schlecht verdient.
14:41Ja, ja, das schreiben Sie ja immer in den Zeitungen.
14:44Also, interessiert wäre ich schon.
14:46Na schön.
14:47Dann müssen wir erst mal hier den Fragebogen ausfüllen
14:49für die Profilerstellung.
14:50Für was?
14:52Oh, Entschuldigung, das war nur so ein Fachausdruck.
14:53Wir brauchen von Ihnen ein paar Angaben
14:55über Größe, Haarfarbe, Augenfarbe etc.
14:57Ach so, und danach wird man dann ausgesucht.
14:59Genau.
14:59Ja, und dann müssen Sie uns hier noch
15:01den Vermittlungsvertrag unterschreiben.
15:04Und als Aufnahmegebühr bekommen wir von Ihnen 250 Mark.
15:09Was?
15:10Zahlen muss ich da auch was?
15:11Ja, natürlich, Frau Weber.
15:13Wir haben ja eine Menge Unkosten,
15:14wenn wir Sie den Leuten anbieten.
15:17Ja, schon, aber...
15:18Da brauchen Sie keine Angst zu haben.
15:20Das holen Sie schon bei Ihrem ersten Einsatz locker wieder rein.
15:23Ach so.
15:24Ja.
15:26Also, hier, Frau Weber.
15:33Nachdem Marianne Weber unterschrieben hatte
15:35und die sogenannte Aufnahmegebühr bezahlt war,
15:38hat sie von der ominösen Werbeagentur nichts mehr gehört.
15:41Die versprochenen Statistenrollen beim Fernsehen blieben aus.
15:45So wie Frau Weber ist es auch zahlreichen anderen Interessenten ergangen.
15:50Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft
15:52gegen den Inhaber dieser dubiosen Agentur mit dem Zwei-Stufen-Trick.
15:56Nicht weniger als tausend Geschädigte
15:58sind die allein in diesem Fall bekannt geworden.
16:02Der Beschuldigte ist im Übrigen bei Gericht kein Unbekannter.
16:06In der Vergangenheit ist er schon mit diversen anderen Maschen aufgetreten.
16:10Und immer, wenn ein Trick aufflog,
16:13hinterließ er eine große Zahl von Gebrillten,
16:16die nie eine Chance hatten, das verlorene Geld zurückzubekommen.
16:19Denn der Gauner gab sich stets als mittellos aus,
16:24leistete den Offenbarungseid und
16:27tüftelte einen neuen Trick aus.
16:30Um nun Missverständnissen vorzubeugen,
16:33der Name der Werbeagentur in unserem Beispiel
16:36war natürlich wie stets in dieser Sendung geändert.
16:39Eine Namensgleichheit wäre also rein zufällig.
16:42Uns kommt es ja hier nur darauf an,
16:45vor den zweifelhaften Methoden der schwarzen Schafe zu warnen.
16:50Die seriösen Künstleragenturen,
16:52und das ist sicher die Mehrzahl,
16:53verlangen von den Bewerbern,
16:55die sie vermitteln,
16:56keine wie auch immer geachteten Vorausgebühren.
17:00Vorsicht also,
17:01wenn sie einen Nebenjob angeboten bekommen
17:04und vor dem Verdienen erst einmal zahlen sollen.
17:09Und genau dies ist auch bei den folgenden Offerten der Fall,
17:13auf die wir ebenfalls von unseren Zuschauern
17:15aufmerksam gemacht worden sind.
17:19In der ersten,
17:21die zunächst in Zeitungsinseraten
17:23und dann mit einem ausführlichen Schreiben angeboten wird,
17:25werden vor allem rüstige Rentnerinnen und Rentner angesprochen,
17:29und zwar von einer sogenannten Haushüteragentur in Österreich.
17:35Sie gibt vor,
17:37zuverlässige Mitarbeiter zu beschäftigen,
17:39die speziell in der Urlaubszeit
17:41leerstehende Häuser bewohnen,
17:43um Einbrecher fernzuhalten.
17:45Und das nicht nur in der Bundesrepublik,
17:47sondern auch in Österreich, der Schweiz und anderen Ländern.
17:51Dem Haushüter wird dafür ein Taschengeld
17:54von 400 Mark pro Woche versprochen.
17:56Er muss sich dafür lediglich nachts in dem Haus aufhalten
17:59und eventuell auch kleinere Arbeiten verrichten.
18:02Blumengießen, Tiere versorgen, Briefkasten leeren und so weiter.
18:06Man kann diesen Auftrag sogar
18:08gemeinsam mit seinem Ehepartner übernehmen.
18:12Um den Job zu bekommen,
18:15muss man lediglich diesen Fragebogen ausfüllen
18:19und an die Agentur in Österreich schicken.
18:22Zusammen mit einem Lichtbild und 40 Mark in bar
18:25oder per Scheck für die Ausfertigung
18:28des sogenannten Haushüterausweises.
18:31Nun, Sie ahnen es sicher schon, meine Damen und Herren.
18:34Wer die 40 Mark schickt,
18:36hört und sieht von der Agentur nichts mehr.
18:40Nach Auskunft der österreichischen Behörden
18:41existiert sie unter der angegebenen Adresse überhaupt nicht.
18:44Es kommt den Hintermännern nur darauf an, zu kassieren.
18:49Und da sie im Ausland sitzen,
18:51ist es für die Geschädigten so gut wie unmöglich,
18:54ihr Geld zurückzubekommen.
18:58Übrigens, es gibt natürlich solche Haushüteragenturen,
19:01die durchaus seriös arbeiten.
19:03Man kann sie ganz leicht
19:04von den schwarzen Schafen des Gewerbes unterscheiden.
19:07Sie werden nämlich von den Haus- und Wohnungsinhabern bezahlt
19:10und führen einen Teil dieses Geldes an ihre Mitarbeiter ab.
19:13Sie verlangen also mit anderen Worten
19:15von den Leuten, die sie beschäftigen,
19:18nicht im Voraus irgendwelche Gebühren.
19:24Die zweite Offerte kommt ebenfalls zu einem
19:27Expert-Zeitungsinserat und dann,
19:29wenn man sich gemeldet hat,
19:30mit einem ausführlichen Schreiben von einer Firma,
19:33die Mitarbeiter mit Führerschein sucht.
19:36Sie sollen Fabrikneu Autos überführen,
19:39und zwar vom Werk zu den Händlern, zu den Exporteuren
19:41oder auch direkt zu den Kunden.
19:44Verdienst pro Kilometer 55 Pfennig,
19:47bei Fahrten im Ausland 65 Pfennig.
19:51Die Kosten für eine Rückreise sollen
19:53selbstverständlich ersetzt werden.
19:55Und dann heißt das hier wörtlich,
19:58um die nur Neugierigen von den ernsthaft Interessierten
20:01zu trennen und für die Bearbeitung und Überprüfung
20:04Ihres Fragebogens, erheben wir eine Gebühr von D-Mark 20,
20:08die Sie bitte in bar oder als Verrechnungscheck
20:11beifügen wollen.
20:14Sie sehen auch hier der Haken,
20:16Sie sollen erst zahlen, bevor Sie den Job kriegen,
20:18und wenn Sie dann bezahlt haben,
20:20hören Sie natürlich von dem schönen Angebot nichts mehr.
20:26So, und nun zu unserem nächsten Filmbeispiel.
20:29Die Arbeitsweise, die dabei deutlich wird,
20:31gehört kriminalistisch in den Bereich des sogenannten Stoßbetrugs.
20:36Was das ist, nun schauen Sie es sich an.
20:38Den Knopf, die Kassette kommt wieder raus.
20:41Es sollte alles schon möglichst übersichtlich sein,
20:43damit die älteren Leute das auch bedienen können.
20:45Wissen Sie, wir haben nämlich eine Seniorenpension übernommen,
20:47oben im Westerwald.
20:49Und die wollen wir ein bisschen modernisieren.
20:51Da gehören ja heutzutage auch Fahrtfernseher und Video dazu.
20:54Dann wäre das Modell genau das Richtige.
20:56Frontlade, alle Bedienungselemente vorne,
20:5914-Tage-Timer und Zeitlupe.
21:00Also alles, was man heute so braucht.
21:02Kein ohne Zerschnickschnack.
21:03Haben Sie denn davon mehrere auf Lager?
21:05Wie viele brauchen Sie denn?
21:06Erstmal nur eins für das Fernsehzimmer.
21:07Aber später würden wir ganz gerne noch ein paar Zimmer damit ausstatten.
21:10Das wären dann noch mal sieben und außerdem zehn Fernsehgeräte.
21:15Kein Problem.
21:16Innerhalb von zwei Tagen kriegen wir auch größere Mengen von unserem Großhändler.
21:19Wie sieht es denn mit dem Preis aus?
21:21Ich meine, bei der Menge.
21:23Ah ja, ich verstehe schon.
21:24Ich glaube, da kann ich Ihnen schon einen guten Preis machen.
21:27Ja, schön.
21:28Kann ich denn gleich die Bestellung aufnehmen?
21:30Ich meine für alle Geräte, auf Abruf.
21:32Und der Preis, wie sähe der dann aus?
21:36Bei zehn Fernsehgeräten und acht Videos, sagen wir mal 1500 für die Fernseher und 1700 pro Rekorder.
21:44Das wären etwa so zehn Prozent.
21:47Wären Sie damit einverstanden?
21:48Das lässt sich hören.
21:50In Ordnung.
21:51Die ersten fürs Fernsehzimmer, die können Sie gleich liefern?
21:54Ja, natürlich.
21:55Wo ist denn das genau im Westerwald?
21:56Nein, nein, da brauchen Sie die nicht hinzubringen.
21:58Das machen wir dann schon.
21:59Wir haben hier unsere Wohnung in der Tannenbergstraße.
22:02Gut, dann machen wir mal den Liefervertrag.
22:04Bitte schön.
22:14Ja, danke.
22:16Ich zahle dann gleich mal die beiden ersten Geräte.
22:19Könnten Sie die denn morgen bringen?
22:21Das ist gar kein Problem.
22:23Wenn Sie die anderen brauchen, dann rufen Sie uns einfach an oder Sie kommen vorbei.
22:27Okay.
22:36Wenn Sie dann bitte hier noch unterschreiben würden.
22:40Danke.
22:41Der in Aussicht gestellte Großauftrag für die Seniorenpension im Westerwald freut den Geschäftsmann natürlich.
22:47Dennoch bringt er sofort den Scheck zu seiner Bank, um noch vor der Lieferung zu sehen, ob er gedeckt ist.
22:52Danke.
22:55Alles in Ordnung, Herr Lindner.
22:56Wir können den Scheck gut schreiben.
22:57Na schön.
22:58Sie wissen ja, Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.
23:00Na ja.
23:01Bei so einem Scheck ist es immer gut, wenn man sich vorher vergewissert.
23:08Ich schließe Ihnen die Geräte gerne an, wenn Sie wollen.
23:10Danke, das ist sehr nett.
23:11Aber die sind nicht für diese Wohnung hier.
23:13Mein Mann und ich, wir bringen Sie morgen in den Westerwald.
23:15Tja, da ist es schon besser, wenn Sie im Karton bleiben.
23:17Wenn Sie mir hier gerade noch quittieren könnten, dass ich die Sachen ordnungsgemäß abgeliefert habe.
23:21Aber selbstverständlich.
23:23So, bitteschön.
23:25Dankeschön.
23:25Wiedersehen, Frau Steiger.
23:26Auf Wiedersehen, bis zum nächsten Mal.
23:28Wir kriegen nämlich demnächst noch eine größere Lieferung von Ihnen.
23:31Aha.
23:36Guten Tag.
23:38Guten Tag.
23:38Sagen Sie, ist Ihr Chef mal da?
23:40Ja, Moment, bitte, ich hole ihn.
23:41Danke.
23:43Herr Lindner, können Sie bitte mal kommen?
23:45Da möchte Sie ein Herr sprechen.
23:50Guten Tag.
23:51Guten Tag, Herr, bitte.
23:52Ich komme wegen der Lieferung für unsere Seniorenpension.
23:54Sie erinnern sich?
23:55Ja, natürlich.
23:55Sie waren in der letzten Woche mit Ihrer Form da.
23:57Die Geräte sind alle vollständig da.
23:59Na prima.
24:00Es ist nämlich jetzt doch alles schneller gegangen mit der Renovierung.
24:02Jetzt könnte ich Sie brauchen, um die Zimmer damit auszustatten.
24:04Hm, bitteschön.
24:05Wann möchten Sie, dass wir liefern?
24:06Ja, also mir wäre es recht, wenn es morgen noch ginge.
24:09Ich denke schon, dass das geht.
24:17Ja, im Laufe des Vormittags könnten wir liefern.
24:20Wieder an die gleiche Adresse?
24:21Ja, ja, in die Tannenbergstraße.
24:22Ja, gut.
24:23Und wie wollen Sie es mit dem Bezahlen machen?
24:25Ich gebe Ihnen wieder einen Scheck, wie letztes Mal.
24:26In Ordnung.
24:27Wie viel macht es denn dann insgesamt?
24:29Muss ich mir aufschreiben, damit ich den Scheck morgen parat habe, wenn Ihre Leute kommen.
24:32Ja, die ersten beiden, die waren ja schon bezahlt.
24:35Das wären dann noch genau neun Fernseher zu 1.500.
24:40Das macht 13.500.
24:42Und sieben Videos zu 1.700.
24:45Das macht 25.400 zusammen.
24:48Haben Sie vielleicht mal einen Zettel?
24:50Haben wir natürlich.
24:53So, bitte.
24:54Danke.
24:5825.400 in Ordnung.
25:03Gut, dass Sie gerade da sind, Herr Lindner.
25:05Ich wollte Sie heute sowieso schon anrufen.
25:07Warum? Was gibt es denn?
25:08Von den Schecks, die Sie vor ein paar Tagen eingereicht haben, ist einer zurückgekommen.
25:12Den können wir nicht gut schreiben.
25:14Was?
25:15Ja, welcher denn?
25:16Von einem Herrn Steiger.
25:18Über 25.400 Mark.
25:21Sagen Sie bloß, um Gottes Willen, dem habe ich ja fast 20 Geräte geliefert.
25:25Kann das sein, dass der vielleicht nur kurzfristig überzogen hat?
25:29Glaube ich nicht, Herr Lindner.
25:31Ich habe mich nochmal erkundigt und erfahren, dass das Konto aufgelöst worden ist.
25:34Was?
25:35Das gibt es doch nicht.
25:36Tja, und eine neue Punkverbindung ist nicht bekannt.
25:40Ja, da muss ich gleich hinfahren.
25:41Ich weiß ja, wo der wohnt.
25:42Das muss ich klären.
25:45Zu klären gab es für Herrn Lindner leider nicht mehr viel.
25:48Denn das Gaunerpaar hatte nicht nur das Konto aufgelöst, sondern sich auch aus dem Staub gemacht.
25:53Die Wohnung hatten die beiden nur für einen Monat möbliert, gemietet und praktisch als Umschlagplatz für unbezahlte Waren benutzt.
26:00Für die Seniorenpension, die natürlich nicht existierte, waren noch zahlreiche andere teure Sachen bestellt und geliefert worden.
26:08Als die Schecks platzten, blieb für die Gläubiger nur der Gang zur Kriminalpolizei, wo das Paar schon hinlänglich bekannt war.
26:17Stoßbetrug wird diese Masche deshalb genannt, weil die Täter sich zunächst durch kleinere Geschäfte das Vertrauen ihrer späteren Opfer erschleichen,
26:25sie dann zu größeren Lieferungen verführen und die noch nicht bezahlte Ware auf einen Schlag, meist billiger unter Preis, abstoßen.
26:33Das läuft in nahezu allen Geschäftsbereichen.
26:36Mit Textilien, genauso wie mit Lebensmitteln, mit Spiritosen oder wie in unserem Beispiel mit Elektrogeräten.
26:45Nun, das war's für heute, meine Damen und Herren.
26:48Zum Schluss vielleicht noch ein letztes Zitat aus den Briefen, die ich hier mit ins Studio gebracht habe.
26:54Ein Zuschauer aus Dannstadt bei Ludwigshafen schildert, wie er einen Hausierer, der ihm angebliche Blindenware andrehen wollte, abblitzen ließ.
27:04Voller Verärgerung, sagte der Mann daraufhin im Weggehen, wohl wieder diesen Zimmermann gesehen.
27:13Nun, ein besseres Kompliment kann man dieser Sendereihe, glaube ich, gar nicht machen.
27:19Ich hoffe, wir haben auch heute wieder einen Beitrag dazu geleistet, dass einige von Ihnen vor künftigem Schaden bewahrt werden.
27:26Guten Abend.
27:27Vielen Dank.