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Transkript
00:00Guten Abend, meine Damen und Herren.
00:03Wussten Sie eigentlich, dass viele Gauner sich mit den Gesetzen besser auskennen als der Durchschnittsbürger?
00:08Und dass es deshalb manche zwielichtige Gestalten geradezu darauf anlegen,
00:13die weitverbreitete Unkenntnis im Zusammenhang mit Vorschriften und Paragraphen für ihre Zwecke auszunützen?
00:20Da sind zum Beispiel vor einem Jahr die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes novelliert worden.
00:26Unter anderem wurde dabei die Abgabe von sogenannten harten alkoholischen Getränken an jugendliche Käufer verboten.
00:33Und Sie werden es nicht glauben.
00:35Genau auf dieser von den meisten Menschen sicher sehr begrüßten Neuregelung haben einige Gauner einen einträglichen Trick aufgebaut.
00:43Guten Tag. Was soll es denn sein?
00:46Ich bin ganz durchgefroren. Haben Sie denn einen Schnaps für mich?
00:48Ja, was möchten Sie denn für einen?
00:50Ach, am liebsten einen klaren.
00:55Ich habe hier einen kleinen Flachmann zu 6,80 Mark.
00:57Ach nee, da geben Sie mir lieber eine richtige Flasche. Das ist rationeller.
01:00Du was?
01:01Ja.
01:01Soll ich ein bisschen einpacken?
01:03Nee, nee, das ist nicht nötig. Was macht es denn?
01:0414,50 Mark.
01:06Aber eine Quittung hätte ich gerne.
01:08Eine Quittung? Für Schnaps?
01:10Ja, einen Kassenbank oder irgendetwas.
01:12Wie brauchst du meine Abrechnung?
01:17Was soll ich denn draufschreiben? Eine Flasche Doppelkorn?
01:20Na klar.
01:25Ein alltäglicher Vorgang, so scheint es.
01:27Ein junger Mann kauft an einem Kiosk eine Flasche Schnaps.
01:31Ungewöhnlich daran ist nur, dass er sich dafür extra eine Quittung geben lässt.
01:36Das aber gehört, wie Sie gleich sehen werden, zu einem recht hinterhältigen Trick,
01:40mit dem der junge Mann zusammen mit einem etwas älteren Komplizen durchs Land zieht.
02:12Ja, bitte?
02:14War es doch nicht recht?
02:16Entschuldigung, sind Sie die Inhaberin hier?
02:18Ja, warum denn?
02:19Frau Becker?
02:19Ja.
02:21Ich komme von der Gewerbekontrolle.
02:24Wieso? Ist was nicht in Ordnung?
02:27Das kann man wohl sagen, Frau Becker. Sie haben gegen das Jugendschutzgesetz verstoßen.
02:31Wo gegen?
02:32Tja, Sie haben dem Jungen hier hochprozentigen Alkohol verkauft.
02:35Das ist verboten, das müssen Sie doch wissen.
02:37Tja, aber der junge Mann ist doch schon erwachsen.
02:41Komm, zeig mal deinen Ausweis.
02:4316,5 ist er.
02:45Also das hätte ich wirklich nicht gedacht.
02:47Der sieht doch mindestens wie 18,19 aus.
02:50Nutzt alles nichts, Frau Becker.
02:51Ich muss Sie leider offiziell verwarnen.
02:54Es ist dem Gesetz so vorgeschrieben.
02:56Sie streiten also nicht ab, dem Jungen Alkohol verkauft zu haben?
02:59Nein, natürlich nicht. Ich konnte doch nicht ahnen, dass er...
03:04Und nehmen Sie die Ware zurück und erstatten die Kaufsumme?
03:07Ja, natürlich, wenn er die Flasche nicht angebrochen hat.
03:18So, ist die Sache damit erledigt?
03:20Leider noch nicht ganz, Frau Becker.
03:22Sie müssen hier noch unterschreiben.
03:24Es ist eine Unterlassungserklärung.
03:26Damit versprechen Sie, dass Sie das nicht wieder machen wollen.
03:29Ich habe das doch nicht mit Absicht getan.
03:31Das habe ich Ihnen doch gesagt.
03:38Das sind die Gebühren für unseren Aufwand und die Abmahnung.
03:43Sie sind gut. Wie komme ich denn dazu?
03:46Das hilft nichts, Frau Becker.
03:47Da müssen Sie leider zahlen. Das steht so im Gesetz.
03:49Wir sind ein Verein zum Schutz des lauteren Wettbewerbs
03:52und damit ausdrücklich zu solchen Abmahnungen berechtigt.
03:55Und wenn ich das jetzt nicht unterschreibe?
03:57Tja, Frau Becker, dann gibt es eine Anzeige.
03:59Dann wird es teuer.
04:00Sehen Sie, hier steht es schwarz auf weiß.
04:03Paragrafen 683.004 BGB.
04:06Glauben Sie mir, es ist das Beste, wenn Sie jetzt hier unterschreiben.
04:08Wir machen das auch nicht aus purer Bosheit.
04:11Wir tun auch nur unsere Pflicht.
04:12Soll ich das jetzt gleich bezahlen?
04:14Nein, nein, das hat Zeit.
04:15Da bekommen Sie noch eine offizielle Rechnung.
04:18Sehr schön.
04:20Auf die Rechnung musste Frau Becker nicht lange warten.
04:23Machen Sie mir noch einen Stempel drauf.
04:24Sie kam ein paar Tage später mit der Post.
04:26Und bei den 280 Mark ist es dann auch nicht geblieben.
04:30Es kam noch 39 Mark 20 Mehrwertsteuer dazu.
04:34Frau Becker ist Opfer einer ganz modernen Masche geworden.
04:37In den letzten Jahren haben sich immer mehr sogenannte Abmahnvereine gebildet,
04:42die mit den Möglichkeiten, die das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb bietet,
04:46gute Geschäfte machen.
04:48Dabei werden nicht selten Wettbewerbsverstöße schlicht erfunden oder wie in unserem Beispiel
04:52sogar provoziert.
04:53Die Betroffenen könnten sich zwar streng genommen zur Wehr setzen.
04:57Da sie aber über die in Frage kommenden Vorschriften nicht so genau informiert sind wie die Täter,
05:02geben sie meist klein bei und zahlen.
05:06Die Betrüger, deren Trick wir hier vorgeführt haben,
05:09haben zum Beispiel auf ihre Tour nicht weniger als 200 Lebensmittelhändler und Kioskbesitzer hereingelegt.
05:15Man kann sie sicher ohne Bedenken zu den schwarzen Schafen unter den sogenannten Abmahnvereinen rechnen.
05:21Und allein um diese schwarzen Schafe geht es uns ja wie bekannt in dieser Sendung.
05:27Es empfiehlt sich also, wenn man eine solche Abmahnung bekommt, juristischen Rat einzuholen,
05:32um festzustellen, ob sie berechtigt ist oder nicht.
05:39Und nun in unserem nächsten Beispiel geht es um die dubiosen Praktiken einer Personalberatungsfirma,
05:45die wir hier U.B. Schneider nennen wollen.
05:48Der Name ist natürlich wie immer frei erfunden, denn es kommt uns ja nur darauf an,
05:52vor der Masche zu warnen und nicht etwa vor einer bestimmten Firma.
05:56Noch zumal die gezeigten Tricks nicht selten, manchmal auch mit kleinen Varianten,
06:00von mehreren unseriösen Geschäftemachern angewendet werden.
06:05Renate? Habst du das schon?
06:08Wir haben heute eher Schluss gemacht.
06:11Die letzte Stunde ist ausgefallen.
06:18Tag Mutti!
06:19Na, wie war es heute?
06:21Auch nichts Besonderes. Wie immer heute.
06:24Du, da sind ein paar Briefe für dich eingekommen.
06:26So, was denn?
06:27Alles von Firmen. Wahrscheinlich antworten auf deine Bewerbungen.
06:35Renate Busch ist 17 Jahre alt und steht kurz vor dem Realschulabschluss.
06:40Seit geraumer Zeit ist sie auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz als Bürokaufmann.
06:44Doch auf ihrer zahlreichen Bewerbungen hat sie bisher nur Absagen erhalten.
06:48Wir bedauern und wünschen ihnen für ihre berufliche Zukunft alles Gute.
06:54Das ist doch der blanke, hohen berufliche Zukunft. Immer das gleiche Blabla.
06:58Aber Renate.
06:59Na, ist doch wahr.
07:00Was heißt denn berufliche Zukunft, wenn es nicht mal eine Lehrstelle gibt?
07:03Es sind eben zu viele Bewerber da.
07:06Ich hätte vielleicht doch besser auf dem Gymnasium bleiben sollen.
07:09Dem Abi geht es bestimmt leichter.
07:11Lieber ein gutes Realschulzeugnis als ein schlechtes Abitur.
07:16Da war doch noch so ein kleiner Brief dabei.
07:18Was steht denn da drin?
07:20U.B. Schneider Unternehmensberatung.
07:23Unternehmensberatung? Hast du da auch hingeschrieben?
07:25Ja, das war so ein Inserat. Die haben gleich mehrere Lehrstellen angeboten.
07:32Hey, das klingt gar nicht so schlecht.
07:35Wir treffen für mehrere Firmen die Bewerberauslese und haben sie in die engere Wahl gezogen.
07:39Kannst du dich da vorstellen?
07:42Davon steht dir nichts.
07:43Aber an einem psychologischen Test soll ich teilnehmen.
07:46Naja, das ist heute so üblich. Das habe ich gehört.
07:49Die haben gleich einen Anmeldebogen mitgeschickt.
07:53Hey, das ist ein Hammer.
07:55Der Test soll was kosten.
07:58285 Mark.
07:58Oh.
07:59Aber das mit dem Test ist gar nicht so schlecht.
08:01Hier steht doch, dass Bewerber mit mittlerem Abschluss oft besser abschneiden als die mit Abitur.
08:07Naja, ich weiß nicht.
08:08Doch, das habe ich neulich auch im Radio gehört.
08:09Realschüler sind praktischer veranlagt und schneiden tatsächlich oft besser ab.
08:14Auf jeden Fall ist es doch ne Chance.
08:16War das Geld fast 300 Mark?
08:18Naja, da müssen wir eben mal mit dem Vati reden.
08:23Wenn du dadurch ne Lehrstelle kriegst, soll es doch daran nicht hängen.
08:26Meinst du?
08:26Na klar.
08:28Und soll der Test sein?
08:30Samstag oder Montag in 14 Tagen.
08:32Das kann ich mir aussuchen.
08:35Samstag wäre ganz gut.
08:36Da habe ich schulfrei.
08:40Noch am selben Abend, nachdem sie mit ihrem Vater gesprochen hat, meldet sich Renate Busch zum Test an.
08:46Die Hoffnung, auf diese Weise einen Ausbildungsplatz zu erhalten, hat alle Bedenken zerstreut.
08:51Zumal die Eltern die Testgebühr bezahlen werden.
08:56Nehmen Sie diese Mappe bitte.
08:59Und einen Stift.
09:03Und Sie sind Fräulein...
09:04Busch, Renate Busch.
09:07Ah ja, da haben wir es ja.
09:08Sie gehen noch zur Schule.
09:09Ja, aber im Herbst bin ich fertig.
09:11Ah, ich verstehe.
09:12Wenn Sie sich diese Mappe nehmen bitte.
09:14Und einen Stift.
09:16Danke.
09:17Dann bekomme ich noch die Testgebühr von Ihnen, Fräulein Busch.
09:19Ach so, ja.
09:21Wenn Sie es passend hätten, wäre es mir recht.
09:23Ja.
09:29Dankeschön.
09:29Sie dürfen sich einen Platz suchen.
09:31Es geht gleich los.
09:34Und wie ist Ihr Name bitte?
09:35Hans Rüttel.
09:36Bist du noch frei, oder?
09:38Ah ja.
09:39Dann bekomme ich zwei Ressourcen.
09:43Ich heiße Renate.
09:44So, meine Damen und Herren.
09:45Ich darf mich Ihnen zunächst vorstellen.
09:48Mein Name ist Hans Neumeyer.
09:51Ich freue mich, dass Sie der Einladung zu unserem Lehrstellentest gefolgt sind.
09:55Unsere Auftraggeber sind mehrere namhafte Unternehmer,
09:57für die wir die Personalauswahl treffen.
10:00Ein wesentliches Auswahlkriterium ist das Testergebnis, das Sie jetzt erzielen.
10:05Nein, die Unterlagen haben Sie.
10:07Ja, dann wollen wir keine Zeit mehr mit langen Reden verlieren.
10:10Oder hat noch jemand eine Frage?
10:13Bitte?
10:13Wer werte die Tests eigentlich aus?
10:15Das machen die Psychologen, die den Fragebogen zusammengestellt haben.
10:18Es ist eine Wissenschaft für sich, aber die haben da sehr viel Erfahrung.
10:21Noch eine Frage?
10:22Ja, aber warum ist denn das so teuer?
10:24Mir ist ehrlich gesagt nicht ganz klar, warum wir so viel Geld bezahlen mussten.
10:27Nun, da steckt sehr viel Arbeit dahinter, wissenschaftliche Arbeit,
10:30und das kostet eben alles Geld.
10:32Das können die Firmen nicht alles selber bezahlen.
10:34Dazu müssen die Bewerber leider auch einen kleinen Beitrag leisten.
10:38Noch zumal Sie das Testergebnis später dann auch noch für eigene Zwecke verwenden können.
10:42Bei anderen Bewerbungen vielleicht.
10:45Aber jetzt sollten wir anfangen.
10:47Sie haben zwei Stunden Zeit, die einzelnen Fragen zu beantworten.
10:52Die Einführung in den Tester scheint den meisten Teilnehmern überraschend kurz.
10:56Die Fragen, die sie zu beantworten haben, sind jedoch recht einfach.
11:00Zuweilen wirken sie sogar etwas unsinnig.
11:05Dennoch geben sich alle Teilnehmer große Mühe,
11:08denn sie vermuten hinter mancher Frage natürlich auch einen versteckten, tieferen Sinn.
11:13Also vielleicht haben die doch nicht alle Tassen im Schrank.
11:15Was gehört nicht in diese Reihe?
11:18Hase, Pferd, Enzian, Zebra.
11:21Als bei Familie Busch einige Tage später ein weiteres Schreiben der Unternehmensberatungsschneider eintrifft,
11:27verstärken sich allerdings die Zweifel im Hinblick auf die Seriosität der Bewerberauswahl.
11:32Bedauern wir Ihnen mitteilen zu müssen,
11:34dass wir Sie bei der Vielzahl der Bewerber nicht berücksichtigen konnten.
11:39Ihr Testergebnis senden wir Ihnen beiliegend zur weiteren Verwendung zu.
11:46So eine miese Ratte, das ist doch alles abgekartet.
11:50Nein, nun mal sachte, wie viel war der denn da?
11:53Da werden ein paar andere halt tatsächlich besser gewesen sein.
11:56Ach Quatsch, die Fragen waren so läppisch, da haben doch alle das Gleiche geantwortet.
12:01Ich bin mir ziemlich sicher, dass die alle die gleiche Absage gekriegt haben.
12:04Tja, wenn du meinst, ich könnte mich ja morgen mal beim Arbeitsamt erkundigen.
12:09Das Arbeitsamt ist der Sache nachgegangen und hat festgestellt,
12:13dass von den 400 Jugendlichen, die sich bei der Unternehmensberatung um eine Lehrstelle beworben hatten,
12:18kein einziger vermittelt worden ist.
12:21Der ominösen Firma ging es ganz offensichtlich nur darum, die Testgebühren zu kassieren.
12:26Und sie ist im Übrigen nicht die Einzige, die mit diesem Trick Geld macht.
12:31Einige Geschäftemacher versuchen zurzeit sogar, die Schwindel-Idee selbst zu verkaufen.
12:35Sie werben Interessenten, denen sie vorgaukeln,
12:38mit einer solchen dubiosen Unternehmensberatung in eine Marktlücke stoßen und reich werden zu können.
12:44Zuvor aber verlangen sie dafür natürlich Lizenzgebühren.
12:49All diese Betrügereien wären sicher nicht erfolgreich, wenn allgemein bekannt wäre,
12:54dass beispielsweise bei den Arbeitsämtern kostenlos psychologische Eignungstests durchgeführt werden,
12:59für Berufsanfänger genauso wie für Leute, die sich umschulen lassen wollen.
13:06Meine Damen und Herren, wir haben jetzt Ende April, also die Zeit, in der für den Sommerurlaub Pläne gemacht werden.
13:13Ich möchte Ihnen, wenn Sie in südliche Länder reisen wollen, jetzt zwar nicht die Vorfreude verderben,
13:19aber ich will Sie doch mit einigen speziellen Gefahren bekannt machen,
13:23die Ihnen im Urlaub auch begegnen können.
13:26Und zwar in der Gestalt von professionellen Fallspielern.
13:29Sie warten in großer Zahl auf Ihre Opfer überall, auf Straßen und Plätzen und an Badestränden.
13:36Wir haben einen Mann zu uns ins Studio gebeten, der sich da besonders gut auskennt.
13:42Und Kriminalhauptkommissar Peps Zoller, zuständig für das Glücksspielwesen im Bayerischen Landeskriminalamt.
13:48Er zeigt Ihnen, wie die Urlauber angelockt und dann ausgenommen werden.
13:54Zunächst werden die späteren Opfer neugierig gemacht, sie werden angelockt.
13:58Sie treten an einen Tisch, an dem stehen ein paar Personen, die ein Spiel spielen.
14:02Man versteht sehr schnell, wie das Spiel geht.
14:05Da sind drei Nussschalen, gelegentlich auch Streichelschachteln oder Fingerhüte und eine weiße Kugel.
14:13Der Spieler muss beobachten, unter welcher der Nussschalen die Kugel liegt,
14:17wenn er es richtig sieht, sind 50 oder 100 Mark, je nachdem wie hoch gespielt wird, schnell gewonnen.
14:23Mehrfach erlebt der neugierige Beobachter, dass er gewonnen hätte, wenn er sich beteiligt hätte.
14:33Also riskiert er auch ein Spiel.
14:35Hier, bitteschön.
14:42Bitteschön.
14:42Da.
14:44Danke.
14:44Ey, verdammt nochmal, das gibt es doch nicht.
14:47Ich kann das nicht nochmal haben, bitteschön.
14:48Sie kriegen eine Revage.
14:55Also ganz eindeutig da.
14:57Hier ist es.
14:58Nicht, verdammt.
14:59Tja, also nun geht plötzlich überhaupt nichts mehr.
15:01So oft er es auch versucht, die Kugel liegt immer unter der falschen Nussschale.
15:06Also Herr Zoller, das müssen Sie mir, beziehungsweise natürlich auch vor allem unseren Zuschauern,
15:10jetzt mal erklären.
15:11Ja, eigentlich ist das ganz einfach.
15:14Die Mitspieler hier sind Komplizen.
15:17Das Spiel wird ständig manipuliert.
15:19Das Kügelchen ist ein Schwamm, der sich beim Verschieben der Nussschalen hinten leicht herausnehmen lässt.
15:26Nun hat der Vorführende nur noch zu warten, auf welche Nussschale das Opfer tippt, um es dann unter ein anderes
15:33rein zu praktizieren.
15:35Also meine Damen und Herren, glauben Sie es mir.
15:37Wir haben es hier im Studio x-mal versucht, aber selbst wenn man weiß, wie der Trick läuft, man hat
15:42keine Chance, den Betrug zu erkennen.
15:44Dann gibt es aber noch ein zweites Spiel, mit dem die Leute reihenweise hereingelegt werden.
15:49Ja, das ist berühmt-berüchtige Kümmerblättern.
15:52Man benötigt dazu zwei schwarze und eine rote Spielkarte.
15:57Der Vorführende wirft diese Karten durcheinander und die Mitspieler, das heißt die Opfer, müssen nun aufpassen, wo die rote Karte
16:07zu liegen kommt.
16:07Und angelockt werden die genauso wie vorher bei dem Nussschalen.
16:10Gut, dann will ich doch das auch mal wieder mal riskieren und wie üblich ist hier ein 50er dabei, völlig.
16:15Bitte, hier ist die rote Karte.
16:16Schwarz, schwarz, rot.
16:19Schwarz, rot.
16:23Rot, schwarz, schwarz.
16:25Wo ist die rote Karte?
16:26Na, ganz eindeutig da.
16:28Leider eine schwarze.
16:29Rot liegt hier.
16:29Das gibt es doch nicht.
16:30Wie geht das?
16:31Hören Sie mal.
16:32Nun, das ist gar nicht so einfach.
16:35Es erfordert schon einige Übungen.
16:36Ich halte in der rechten Hand zwei Spielkarten, eine schwarze und eine rote.
16:41Und jetzt ist es eine Sache der Geschicklichkeit, je nach Wunsch, die obere oder die untere Karte abzuwerfen.
16:48Es ist wieder dasselbe.
16:50Man hat keine Chance gegen den Trickbetrüger.
16:52Also lassen Sie sich auf nichts ein, damit es Ihnen nicht so ergeht wie vielen Urlaubern in der Vergangenheit.
16:57Es gibt Fälle, wo Urlauber im Stau gestanden haben und am Rande der Straße in die Hände solcher herumziehender Falschspieler
17:04gefallen sind.
17:05Sie hatten bereits Ihre gesamte Urlaubskasse verspielt, bevor Sie an Ihrem Urlaubsort angekommen waren.
17:12Also, vielen Dank, Herr Zoller.
17:14Bitte schön.
17:14Und übrigens, würden Sie mir mein Geld vielleicht auch mal wiedergeben?
17:18Das wäre schon ganz gut.
17:21Dankeschön.
17:24Die nächste Masche.
17:26Sie hinterlässt bei den Opfern nicht nur beachtlichen materiellen Schaden, sondern auch viel menschliche Enttäuschung.
17:34Nein, das ist mir zu süßlich.
17:36Ich nehme mir das andere, das herbere.
17:38Ja, vielleicht passt das tatsächlich besser zu Ihnen.
17:41Darf sonst noch was sein?
17:42Danke.
17:43Das war schon alles.
17:44Das wird dann an der Kasse eingepackt.
17:48Bitte schön.
17:49Vielen Dank, auf Wiedersehen.
17:50Danke auch.
17:52Kann ich Ihnen behüblich sein?
17:54Natürlich, Inge.
17:55Das gibt's doch nicht, Herr Pitt.
17:57Was machst du denn hier?
17:58Rasierwasser kaufen.
17:59Wie geht's dir?
18:01Na gut.
18:01Und dir?
18:03Mein Gott, wie lange ist das hier?
18:04Eine halbe Ewigkeit, dass ich dich nicht mehr gesehen habe.
18:07Du wolltest doch ins Ausland damals.
18:09War ich auch, aber jetzt bin ich wieder hier.
18:11Oder besser gesagt, oben in Hamburg.
18:14Bin zurzeit gerade auf Geschäftsreise unterwegs.
18:17Und da habe ich mir gedacht, schaust mal rein, ob es die Inge hier noch gibt.
18:20Bei mir hat sich nicht viel geändert.
18:22Inge, würden Sie bitte die Kundin da drüben bedienen?
18:24Ja, ich komme gleich.
18:25Ich will dich nicht länger stören.
18:27Wir können uns ja nach Geschäftsschluss irgendwo treffen.
18:30Da können wir ein bisschen klönen.
18:31Heute ist schlecht, aber morgen habe ich mal einen freien Tag.
18:33Bist du dann noch da?
18:34Na klar, noch die ganze Woche.
18:37Wir können ja Mittagessen gehen.
18:38Wie wär's dann um eins, im Steakhaus neben der Post?
18:41Okay, freu mich drauf.
18:43Und das Rasierwasser kannst du an der Kasse bezahlen.
18:44Ja.
18:46Tschüss dann.
18:46Tschüss, bis morgen.
18:49Inge Kobel, Verkäuferin in einer Parfümerie,
18:51wird an ihrem Arbeitsplatz von einem alten Bekannten aufgesucht.
18:55Beide waren vor ein paar Jahren gut befreundet.
18:58Als Pitt Maschmann dann aber einen Job im Ausland annahm und wegzog,
19:02hatten sie sich aus den Augen verloren.
19:07Natürlich ist Inge Kobel in dem weiteren Werdegang ihres Bekannten interessiert.
19:11Und so nimmt sie seine Einladung zum Mittagessen gern an.
19:15Und seit sechs Monaten fahre ich für diese Computerfirma in der Gegend rum
19:19und versuche, Software an den Mann zu bringen.
19:22Um 17 Uhr habe ich wieder einen Termin bei einer neuen Firma.
19:25Vielleicht springt da ein größerer Auftrag heraus.
19:27Ist dich ganz schön gemausert, wie?
19:28Zum seriösen Geschäftsmann.
19:30Wurde ja auch Zeit, dass ich solide werde.
19:32Aber an eins kann ich mich immer noch nicht gewöhnen.
19:34Das frühe Aufstehen.
19:36Gestern habe ich doch prompt meinen Zug verpasst.
19:38Und was noch viel schlimmer ist,
19:40in der Eile habe ich meinen Führerschein zu Hause liegen lassen.
19:42Danke, nein.
19:43Wozu brauchst du denn einen Führerschein, wenn du ihn mit der Bahn fährst?
19:46Naja, die Firmen sind nicht immer in der Stadt.
19:48Die siedeln sich meistens in der Umgebung an.
19:50Da muss man beweglich sein.
19:51Ach so.
19:52Deshalb miete ich mir immer einen Leihwagen.
19:54Ah, ich verstehe.
19:55Mercedes oder sowas in der Preisklasse.
19:59Bisschen repräsentieren gehört zum Geschäft.
20:01Nach dem Motto, Autos machen Leute, hm?
20:03So ähnlich.
20:03Das Problem ist jetzt nur, dass ich ohne Führerschein keinen Wagen bekomme.
20:10Aber vielleicht könntest du mir dabei helfen.
20:13Willst du mich als Chauffeur engagieren mit meiner Ente?
20:16Das nicht gerade.
20:18Aber mit deinem Führerschein könnte ich vielleicht doch zu einem Wagen kommen.
20:22Wieso?
20:23Das kapiere ich nicht.
20:25Wenn wir beide jetzt zu einem Autoverleih gehen und ich den Wagen auf deinen Namen miete.
20:32Geht denn das?
20:34Ja klar.
20:35Ja klar.
20:37Würdest du mir wirklich sehr helfen.
20:40Ja, wenn du meinst.
20:42Ja, aber ohne Führerschein darfst du gar nicht fahren.
20:44Dann merkt doch kein Mensch.
20:45Ich bin noch nie kontrolliert worden.
20:46Wie lange brauchst du den denn?
20:48Na, höchstens zwei oder drei Tage.
20:52Würdest du mir wirklich großen Gefallen tun.
20:54Tja, wenn du meinst.
20:56Dann kann ich mich gleich für das tolle Essen revanchieren.
21:00Herr Ober, Zahlen bitte.
21:03Nur, wir müssen jetzt gleich hin, sonst wird es mir ein bisschen knapp.
21:05Du weißt ja, um fünf habe ich den Termin.
21:11So.
21:12Wie lange brauchen Sie den Wagen denn?
21:14Ach, zwei oder drei Tage.
21:16Wollen Sie ihn hier zurückgeben oder an einer anderen Station?
21:19Nein, nein, der wird schon hier wieder abgegeben.
21:21Wollen Sie eine Insassenunfallversicherung?
21:23Die kostet 3,40 Mark am Tag.
21:25Nein, nein, das ist nicht nötig.
21:26Ich habe selbst eine gute Unfallversicherung.
21:28Und einen anderen wirst du ja wohl nicht mitnehmen.
21:30Ich denke nicht.
21:31Gut, dann bekomme ich hier noch ein Autogramm von Ihnen.
21:34Und 300 Mark Kaution.
21:35Die Kaution übernehme ich.
21:37No, na, Wetter.
21:38Es gibt doch noch Kavalierle.
21:40Ja.
21:41Okay.
21:43So, jetzt bekommen Sie noch den Durchschlag von mir.
21:46Der ist für Sie.
21:48Und ich komme dann noch kurz mit raus und zeige Ihnen den Wagen.
21:51Na, siehste, war doch ganz einfach.
21:57Ich zeige Ihnen noch, wo alles ist.
21:59Nicht auf Scheibenbeschern zu weiter.
22:00Nicht nötig, ich erkläre das schon.
22:02Ich kenne mich aus mit dem 190er.
22:04Gut.
22:04Lieber Papier.
22:06Und gute Fahrt haben.
22:22Wie machen wir es denn nun mit dem Zurückgeben?
22:24Da brauchst du dich gar nicht drum zu kümmern.
22:26Ich mache das schon.
22:27Ich weiß ja nicht genau, wann ich hier fertig bin.
22:30Sehen wir uns denn da noch?
22:32Ob es diesmal klappt, weiß ich nicht genau.
22:33Wenn nicht, melde ich mich auf alle Fälle bald mal wieder.
22:39So, da wären wir schon.
22:41Fährt sich gar nicht schlecht.
22:43Könnt mich dran gewöhnen.
22:45Was nicht ist, kann ja noch werden.
22:59Dann wünsche ich gute Fahrt, Herr Marschmann.
23:02Du bist ehrlich ein Schatz.
23:06Tschüss dann.
23:06Du lass dich bald mal wieder sehen.
23:08Macht gut.
23:08Tschüss.
23:28Einige Wochen hört Inge Kobel dann von ihrem alten Bekannten nichts mehr, bis sie eines
23:33Abends überraschend Besuch bekommt.
23:36Guten Abend.
23:37Sind Sie Frau Kobel?
23:38Ja, um Gottes Willen ist was passiert.
23:40Nein, nein.
23:41Aber dürfen wir vielleicht mal reinkommen?
23:42Na ja, bitte.
23:46Ich mache mir gerade was zu essen.
23:48Es wird nicht lange dauern.
23:50Wir kommen wegen dem Leihwagen, den Sie vor drei Wochen gemietet haben.
23:53Ja, was ist denn damit?
23:54Die Firma hat Sie wegen Unterschlagung des Fahrzeugs angezeigt.
23:57Wie?
23:57Ja, der muss doch schon lange zurückgegeben sein.
23:59Eben nicht.
24:00Die haben versucht, Sie telefonisch zu erreichen, aber Sie haben sich nicht gemeldet.
24:04Kein Wunder, ich bin ja den ganzen Tag im Geschäft.
24:06Und dann ist eine Nachricht aus Zürich gekommen, wegen einer Verkehrsübertretung.
24:10Da ist die Firma dann nervös geworden und hat die Anzeige losgelassen.
24:13Aus Zürich?
24:14Ja, das gibt's doch nicht.
24:15Der Pit, ich meine ein Bekannter von mir, der wollte doch den Wagen gleich zurückbringen
24:19nach zwei oder drei Tagen.
24:21Wie?
24:21Sie haben das Fahrzeug an eine dritte Person weitergegeben?
24:23Ja, naja, eigentlich ist es so, dass er mich gebeten hat, einen Wagen für ihn zu mieten,
24:28weil er seinen Führerschein zu Hause vergessen hatte.
24:31Also Moment mal, das müssen Sie uns noch mal genauer erklären.
24:35Also das war so, irgendwann kam...
24:37Die hilfsbereite Inge Kobel saß plötzlich in der Patsche.
24:41Ein Strafverfahren gegen sich selbst konnte sie zwar abwenden,
24:44da sie aber den Mercedes entgegen den Bestimmungen im Mietvertrag einem Dritten ausgehändigt hatte,
24:49muss sie für den Schaden einstehen.
24:51In einem Zivilprozess wurde sie dazu verurteilt, den Wert des Wagens in monatlichen Raten zu ersetzen,
24:57also knapp 40.000 Mark.
25:00In einem Brief an mich schreibt die junge Frau,
25:03Sie können sich sicher vorstellen, wie schwer es mir fällt,
25:06den Ansprechen der Firma gerecht zu werden
25:08und wie sehr mir daran liegt, dass der Mann gefasst wird,
25:11nach all dem seelischen und finanziellen Kummer, den er mir bereitet hat.
25:17Bis heute konnte der Betrüger allerdings nicht gefasst werden
25:19und er ist im Übrigen nicht der Einzige, der mit dieser Masche unterwegs ist.
25:26Und damit, meine Damen und Herren, kommen wir am Ende unserer Sendung wieder zu einem Experiment.
25:31Als Opfer hat sich unser Mitarbeiter Bernd Schröder diesmal Abonnenten von Tageszeitungen ausgesucht.
25:38Er konfrontierte sie mit einer Nachricht, an die sich auch Zeitungskunden inzwischen gewöhnt haben.
25:43Das Abonnement sei etwas teurer geworden.
25:51Vor dem Besuch mussten unsere Mitarbeiter allerdings herausfinden,
25:55ob die Hausbewohner eine Zeitung abonniert hatten und wenn ja, welche.
25:59Dann aber konnte das Spiel beginnen.
26:03Wir kommen von einem Kundenservice.
26:06Da gibt es im März wahrscheinlich eine Preiserhöhung, also eine Abonnementsgebührerhöhung.
26:09Und da muss das also alles umgestellt werden.
26:11Für langjährige Leser haben wir so ein Bonusverfahren eingeführt.
26:14Wir können also anbieten, dass wir das von uns aus machen,
26:17durch den Gebühr laufen lassen und die genauen Beträge praktisch dann direkt abbuchen.
26:19Da müssen wir von Ihnen eine Ermächtigung haben.
26:22Wenn Sie das wollen, können Sie auch praktisch Folgendes machen,
26:24und dass wir jetzt für die Umstellungsphase einen Check nehmen von Ihnen.
26:28Wenn Ihnen das lieber ist, können wir das auch machen.
26:30Ja.
26:31Ja, dann ist das was vielleicht gleich ausfüllen.
26:33Ja, danke.
26:34Ein Blankoscheck, so behaupten die angeblichen Kundendienstleute,
26:37wäre zur Regelung das Einfachste,
26:39weil der Computer den korrekten Betrag erst ausrechnen müsse.
26:42Wenn Sie es offen lassen, den Betrag, können wir es mit dem Computer genau ausrechnen.
26:46Da haben Sie keine Probleme, da zahlen Sie nicht zu viel, nicht zu wenig.
26:48Da gebe ich Ihnen nur eine Quittung, dass ich einen Check bekommen habe.
26:50Das schreibe ich dann drauf.
26:57Tatsächlich, ein Check wechselt den Besitzer.
27:05Aber nicht immer ging es so glatt.
27:08Beim nächsten Fall gerieten unsere Leute an einen kritischen Zeitgenossen und seine Frau.
27:17Warum diese beiden so skeptisch auf den Besuch der fremden Männer reagierten,
27:21wird gleich deutlich.
27:23Bernd Schröder hätte sich eigentlich freuen müssen,
27:26aber er durfte sich natürlich nichts anmerken lassen.
27:28Viele Leute hier rum, gell, und wollen da, Gott weiß was, haben, gell,
27:32besuchen alle Familien.
27:36Und da bin ich vorsichtig.
27:38Ja, also wir sehen die Sendungen immer von Timmermann und da kommen sie auf alle Touren.
27:44Das ist richtig, ja, ja.
27:44Und so kann es gehen.
27:48Der Fall zeigt aber, dass unsere Sendereihe offenbar auf fruchtbaren Boden fällt.
27:53Die Menschen werden vorsichtiger und damit bestätigt sich auch,
27:57was vor mehreren Jahren schon eine Umfrage ergeben hat.
28:00Unsere Sendereihe macht Neppern, Schleppern und Bauernfängern das Leben schwerer.
28:05Wir machen ihre Tricks kaputt.
28:07Aber genau das wollen wir ja.
28:09Vielen Dank fürs Zuschauen.
28:11Auf Wiedersehen.

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