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Transkript
00:00Guten Abend, meine Damen und Herren.
00:03Drei klassische Grundmotive stehen hinter den herausragenden Fallbeispielen,
00:07die wir Ihnen in den nächsten 30 Minuten zeigen werden.
00:11Das Ausnutzen der menschlichen Hilfsbereitschaft,
00:14die Bereicherung durch falsche Heimarbeitsangebote
00:17und die Überrumpelung ahnungsloser Kunden durch schräge Geschäfte an der Haustür.
00:25Im ersten Fall, beim Ausnutzen der Hilfsbereitschaft,
00:28haben Betrüger immer dann recht leichtes Spiel,
00:30wenn es ihnen gelingt, dort den Hebel anzusetzen,
00:33wo das Helfen nahezu selbstverständlich ist.
00:35Im Bereich der Familie.
00:40So, bitteschön, Frau Abel, 27 mal 80.
00:43Guten Tag.
00:43Ist doch mal wieder mehr geworden, als ich dachte.
00:46Danke.
00:47Oh, die sehen aber gut aus. Da nehme ich mir gleich eine.
00:49Schön. Danke.
00:51Soll ich Sie in einpacken?
00:52Nein, nein, ich nehme Sie gleich so auf die Hand.
00:54Eigentlich habe ich ja nur eine Frage hier.
00:56Er soll irgendwo in der Familie wohnen, den Sohn bei der Bundeswehr hat.
00:58Hier in der Gegend?
01:00Ja, Yorkstraße oder so.
01:03Tut mir leid, aber ich kenne mich hier sowieso nicht so gut aus.
01:06Ich bin auch nicht so lange da.
01:07Aber warten Sie mal.
01:08Frau Abel?
01:09Ja?
01:10Wissen Sie vielleicht, ob hier in der Straße jemand einen Sohn hat bei der Bundeswehr?
01:15Einen Sohn bei der Bundeswehr?
01:20Ja, doch.
01:21Da unten an der Ecke.
01:23Gegenüber vom Kiosk bei der Frau Weißenburg.
01:26Aber das ist nicht Ihr Sohn, das ist Ihr Enkel.
01:28Der Manfred.
01:29Ja, genau Manfred.
01:30So heißt er.
01:32Ist er unbedingt vorbeischauen, wenn ich mal in der Gegend bin, hat er gesagt.
01:35Ich habe ihn aber lange nicht gesehen.
01:37Wiedersehen.
01:38Wiedersehen.
01:39Ich probiere es halt mal, ob er da ist.
01:41Oder sonst kann mir die Oma ja sagen, wann er kommt.
01:55Guten Tag, Frau Weißenburg.
01:57Guten Tag.
01:58Ich bin Leutnant Bachmann.
02:00Bachmann?
02:01Ja, Ihr Enkel, der Manfred, ist in meiner Kompanie.
02:03Ach, der Manfred.
02:04Der war schon ziemlich lange nicht mehr da.
02:06Ich weiß, wir wollten Sie eben gerade besuchen, aber leider, wir haben da einen kleinen Unfall gehabt.
02:11Um Gottes Willen, was ist denn passiert?
02:14Ach, da hat uns einer die Vorfahrt genommen, aber regen Sie sich nicht auf, das ist nicht so schlimm.
02:18Ach, kommen Sie doch erst mal rein.
02:21Dankeschön.
02:23Hier rechts ist das Wohnzimmer.
02:27So ein Pech.
02:29Da will er mich mal besuchen und da passiert sowas.
02:32Ach, das ist aber nicht so schlimm.
02:33Nur eine Schramme im Gesicht und die linke Hand ein bisschen verstaucht.
02:36Man muss halt über Nacht noch zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben, falls es doch eine kleine Gehirnerschütterung ist oder sowas.
02:41Ach Gott, der arme Junge.
02:44Ich habe gerade Kaffee gekocht.
02:46Mögen Sie auch eine Tasse?
02:47Ach ja, danke, Frau Weißenburg.
02:48Da sage ich nicht nein.
02:49Setzen Sie sich doch.
02:52Wissen Sie, dem Auto ist eigentlich mehr passiert als uns.
02:58Dem Auto?
03:00Was ist denn damit?
03:01Scheinwerfer kaputt.
03:03Stoßstange und Motorhaube.
03:05Kommt schon einiges zusammen.
03:07Ich habe es gleich in die Werkstatt gebracht.
03:09Ach du meine Güte.
03:12Er hat den Wagen ja noch gar nicht lange gebraucht gekauft.
03:16Ich habe sogar ein bisschen dabei mitgeholfen.
03:20Ich weiß, Frau Weißenburg, das hat mir der Manfred erzählt, dass Sie eine tolle Großmutter sind.
03:24Und schon mal aushelfen, wenn es eng wird.
03:27Ist ja auch der einzige Enkel.
03:28Versteht sich.
03:29Übrigens knelt die Frau ihr Kaffee.
03:31Erste Klasse.
03:33In welchem Krankenhaus liegt er denn, der Manfred?
03:36Meinen Sie, dass ich ihn da besuchen kann?
03:38Ich könnte sie ja abholen.
03:40Der Wagen soll bestimmt bis morgen fertig sein.
03:42Meinen Sie?
03:44Das wäre aber schön.
03:46Ja, wissen Sie, es ist nur, so Reparaturen müssen bar bezahlt werden.
03:52Da kommen bestimmt tausend Mark zusammen.
03:56Das ist aber eine Menge.
03:58Tja, und so viel habe ich jetzt natürlich nicht in der Tasche.
04:01Na klar, mit sowas rechnet man ja nicht.
04:06Der Manfred meinte, ob Sie ihm vielleicht was leihen könnten.
04:09Es ist ja nur für kurz.
04:11Die Versicherung von dem anderen muss er sowieso bezahlen.
04:14Na, wenn er noch weiß, dass er zur Oma kommen kann,
04:17dann kann wirklich nicht so viel passiert sein.
04:23Aber tausend Mark, so viel habe ich nicht im Haus.
04:28Also ein paar hundert Mark hätte ich schon in der Tasche.
04:30Die, die schieße ich dann erst mal vor.
04:35Fünfhundert könnte ich Ihnen geben.
04:37Mehr habe ich nicht.
04:39Ach, das langt schon.
04:41Und wenn wirklich noch was offen bleibt,
04:43dann kann ich ja mit der Werkstatt reden.
04:45Frau Weisenburg hat das Geld,
04:46das sie dem Fremden anvertraute,
04:48natürlich nicht wiedergesehen.
04:51Und dass die Unfallgeschichte frei erfunden war,
04:54nun, das versteht sich fast schon von selbst.
04:59Nicht nur Frau Weisenburg ist von diesem Täter hereingelegt worden.
05:02Über 40 Fälle konnte die Polizei auf dem Konto dieses Betrügers verbuchen.
05:06Und er ist auch nicht der Einzige,
05:08der mit dieser Masche unterwegs ist.
05:10Die Legenden, mit denen Sie auftreten,
05:13sind natürlich unterschiedlich.
05:15Grußbesteller, Schreckensbotschafter,
05:17unter diesen Bezeichnungen werden Sie bei der Polizei geführt.
05:22Was kann man da machen?
05:24Jeder, der in eine solche Situation kommt,
05:27sollte versuchen,
05:28dem Fremden auf den Zahn zu fühlen
05:30und seine Geschichte zu überprüfen.
05:33In unserem Fall hätte Frau Weisenburg
05:36die Frage nach dem Krankenhaus
05:38nachdrücklicher stellen müssen
05:39und ein Anruf dort hätte
05:41dann den Schwindel auffliegen lassen.
05:46So, und jetzt unser Hauptthema.
05:48Ich habe es schon angekündigt.
05:50Das gehört in die Gruppe der Heimarbeitsangebote.
05:53Ein Thema, das für die Kripo eigentlich immer aktuell gewesen ist.
05:57In Zeiten mit hoher Arbeitslosigkeit
05:59bekommt die Bereicherung durch faule Heimarbeitsangebote
06:02jedoch einen ganz besonders verwerflichen Beigeschmack.
06:05Denn in den Netzen, die die Betrüger auswerfen,
06:09bleiben naturgemäß besonders viele Arbeitslose hängen.
06:13Morgen, Frau Walter.
06:14Morgen.
06:15Na, wieder Geld ausgegeben?
06:17Leider mehr, als ich eigentlich dürfte.
06:20Meine Männer haben halt einen gesunden Appetit.
06:22Das glaube ich Ihnen. Ist ja bei uns genauso.
06:24Ich weiß manchmal kaum, wie ich rumkommen soll.
06:27Aber ich verdiene jetzt ein bisschen was dazu.
06:30Per Heimarbeit.
06:31Mit dem Computer.
06:33Mit dem Computer?
06:34Können Sie denn das?
06:36Bestimmt.
06:36Soll ganz einfach sein.
06:38Da kommt einer und erklärt einem das alles.
06:40Tatsächlich?
06:41Ja, ja, sicher.
06:42Vielleicht wäre das auch was für Sie.
06:44und das ist das alles.
06:44Aber Sie, wie sind Sie?
06:45Kommen Sie doch mal rein.
06:47Meinen Sie?
06:48Ja, nur zu.
06:49Na gut, ein bisschen Zeit habe ich ja noch.
07:06war reiner zufall dass wir das entdeckt haben aber mein mann studiert hat jetzt die zeitungen
07:13genauer er sucht ja immer noch was richtiges ab und zu so eine kleine aushilfe das ist ja
07:17auf die dauer nichts man hat sich letzte woche vorgestellt wird wohl nichts auf jeden fall
07:23haben wir nichts gehört jeder hab ich ja war vor 14 tagen drin eingabe von daten im bildschirmgerät
07:31dreimal wöchentlich nur wenige stunden telefon erforderlich für dienst bis 500 marken monatlich
07:38geringe gerätekaution demak 730 bewerbungen an kommunikations- und datendienst fv siegburg ist
07:46doch toll was nur ein paar stunden arbeit und 500 mark im monat sie haben sich also schon
07:51beworben aber sofort und gestern war schon die antwort da ja gleich ein richtiger arbeitsvertrag
07:59was ohne vorstellen nee einfach so ohne prüfung ich meine die wissen doch gar nicht was sie
08:05können haben ja geschrieben in der anzeige ohne vorkenntnisse schauen sie sich an mein
08:11mann hat das genau durchgeguckt das ist eine saubere sache arbeitsvertrag beschäftigt
08:17als teilzeitarbeitnehmer arbeitszeit zweimal wöchentlich drei bis vier stunden auf die
08:23länge eines datendurchlaufs vergütung spesen ersatz krankheit sicherheitskaution urlaubsregelung ist ja
08:38wirklich alles drin sage ich ihnen doch mein mann hat das genau geprüft toll und die geräte die
08:44stellt die firma auf gucken sie das steht da ja auch drin da kommt dann einer unerklärt anders
08:50alles da kann man ihnen wirklich nur gratulieren ja wir sind auch ganz happy und mit der kaution wie
08:57soll das gehen ja die muss man zahlen hier sehen sie der mitarbeiter versichert die kaution innerhalb von
09:04drei werktagen einzuzahlen und wie viel ist das siebenhundertunddreißig mark haben sie die denn
09:10schon eingezahlt natürlich mein mann ist gleich zur post gegangen damit wir die frist auf keinen fall
09:15verpassen ja ja da muss man schon acht geben aber wenn man aufhört als mitarbeiterin und die die
09:20geräte wieder abholen gibt es das geld zurück ist also praktisch kein risiko was meinen sie noch mehr
09:26leute brauchen weiß nicht aber probieren sie es doch mal nehmen sie die anzeige einfach mit
09:31mache ich danke vielleicht klappt zwar in ja auch noch die chancen für frau walter stehen ausgesprochen
09:40gut der mann der das inserat aufgegeben hat ist nicht wählerisch er bedient ausnahmslos jeden
09:47interessenten der sich meldet mit einem angebot zur mitarbeit und einem arbeitsvertrag
09:53so erhält auch frau walter recht schnell antwort und einen vorgefertigten arbeitsvertrag den sie
09:59ihrerseits genau wie ihre nachbarin sofort unterschrieben zurückschickt
10:15ah guten tag war weiter kommen sie rein
10:17tag frau wettke ich wollte mal was fragen gehen wir ins wohnzimmer
10:25haben sie denn inzwischen noch mal was gehört von der führer nee wieso ich weiß nicht die vier
10:30wochen sind doch noch nicht rum ich habe so ein ungutes gefühl mein mann fragt jeden tag wurde
10:36der computer bleibt haben sie denn die kaution wer geschickt klar genau wie es im vertrag steht
10:40die werden halt ziemlich gut zu tun haben könnte ich mir vorstellen und die computer nur nach und
10:45nach aufstellen wo wollen sie die sachen denn hinstellen ich werde wohl die nähmaschine ins
10:51schlafzimmer nehmen aber erst mal gucken wie viel platz man überhaupt braucht für das ding
10:56wir haben ja einen kleinen hobby raum den würde ich am liebsten dafür nehmen da ist mein mann
11:01natürlich jetzt immer drin mit seinem ganzen kram seitdem er so viel zeit hat 14.000 wir hätten es
11:07keine 5000er 10 500er und der rest ist egal kann auch kleiner sein gut
11:22das unternehmen mit dem namen kommunikations und datendienst der wie üblich für diese sendung
11:28natürlich geändert worden ist war in wirklichkeit ein ein mann betrieb innerhalb weniger wochen hat
11:34der gauner rund 200 familien für die der angebotene nebenverdienst oft eine art strohhalm war um sage und
11:41schreibe 150.000 mark betrogen wie die polizei inzwischen feststellte hat der mann keinerlei
11:47möglichkeiten gehabt die angeworbenen mitarbeiterinnen irgendwie zu beschäftigen es kam ihm ganz eindeutig
11:53nur auf das kassieren der kaution an zweifellos eine besonders übel blüte aus dem bunten strauß der
12:01zwielichtigen heimarbeitsangebote dennoch darf man natürlich nicht alles in einem topf werfen es gibt
12:08schon möglichkeiten durch heimarbeit für seriöse firmen etwas hinzu zu verdienen diese angebote sind
12:14allerdings relativ selten und wie unterscheidet man die seriösen firmen von den schwarzen schafen
12:20werden sie jetzt vielleicht fragen nun vorsicht ist immer am platze wenn man eine firma nicht kennt
12:26und vorleistungen erbracht werden sollen im zweifelsfall rentiert sich da eine anfrage beim
12:33arbeitsamt bei der verbraucherberatung oder auch bei der polizei apropos polizei bei den
12:42dienststellen sind in der letzten zeit wieder ein paar maschen etwas häufiger aufgetaucht eine ist
12:48gerade in diesen wochen besonders aktuell in denen sich das leben weitgehend im freien in
12:52gärten und auf terrassen abspielt in den eigenheim siedlungen sind während der
12:57sommermonate gelegentlich leute unterwegs die sich zunächst besonders für die sonnenseiten der
13:02häuser interessieren so eine sommer idylle hat für sie einen recht ungewöhnlichen reiz noch
13:07zumal wenn sie erkennen dass eine hausfrau sowie in diesem fall von neuber allein zu hause ist
13:20die beiden fremden die frau neuber an diesem tag beobachten sind ein eingespieltes team sie
13:26benötigen keine langen absprachen
13:34die haustür ist bei neubers immer gut verschlossen schließlich gibt es sendungen
13:38wie vorsicht falle im zdf
13:48ich kenne mich hier nicht aus mit dem stadtplan komme ich auch nicht zurecht was suchen sie denn
13:52ich muss in die feilchenstraße die müsste doch hier irgendwo sein feilchenstraße ja schon aber
13:57da sind sie ja ganz verkehrt warten sie mal ich zeig es ihnen moment jetzt muss mich selber erst mal
14:03zurecht finden wo sind wir denn hier ah ja wissen sie dann müssen sie jetzt hier geradeaus entlang gehen
14:10und dann da vorne rechts
14:21ah jetzt sehe ich es auch und wie komme ich da jetzt hin ganz einfach sie gehen runter bis zur
14:27badstraße und dann vorne rechts bis zur kreuzung
14:30die
14:42die
14:43die
15:01Und dann gehen Sie noch mal rechts und dann kommen Sie bis zur Mozartstraße.
15:11Und dann?
15:13Dann gehen Sie einfach weiter geradeaus und dann kommen Sie bis zur Mozartstraße.
15:31Vielen Dank auch.
15:32Gern geschehen.
15:33Wiederschauen.
15:33Wiedersehen.
15:43Du liebe Zeit, was ist denn hier passiert?
15:51Gegenstände im Wert von 40.000 Mark hat einer unserer Zuschauer auf diese Weise verloren.
15:57Und das war sicher nicht die geringste Beute, die das Pärchen gemacht hat.
16:02Dem ersten Schreck folgt dann bei den Geschädigten bald der zweite.
16:07Die Versicherung zahlt keinem Pfennig.
16:11Das liest sich wie im Fall unseres Zuschauers dann so.
16:14Der oder die Einbrecher konnten ohne erschwerende Umstände durch die offenstehende Terrassentür in das Haus gelangen und aus den unverschlossenen
16:23Behältnissen die genannten Gegenstände entwenden.
16:26Deshalb liegt kein Versicherungsfall vor und der Anspruch auf eine Ersatzleistung ist nicht begründet.
16:35Also, Vorsicht, meine Damen und Herren, wenn es vorne klingelt, hinten immer erst gut zumachen.
16:44So, und hier gleich noch eine Masche, die gerade in diesen Wochen besonders aktuell ist.
16:50Stichwort Umweltschutz.
16:52Ein Thema also, wäre das die Menschen heute ein offenes Ohr haben.
16:56Aber dieses offene Ohr wird natürlich auch von dubiosen Geschäftemachern ausgenutzt.
17:01Da kommen zum Beispiel überall in der Bundesrepublik Vertreter an die Haustür und bieten solche Postkarten zum Verkauf an.
17:09Mit allerlei Motiven vom Umweltschutz.
17:13Die Karten bestehen aus recht dünnem Papier und haben einen Materialwert, der sicher nur nach Pfennigen zu berechnen ist.
17:21Verkauft werden sie allerdings 16 Stück zum Preis von 19,80 Mark.
17:26Jeder einzelne also für 1,24 Mark.
17:30Von diesem Geld soll angeblich eine Spende an einen gemeinnützigen Verein abgeführt werden, der sich um die Umwelt kümmert.
17:39Wie hoch diese Spende ist und ob sie letztlich wirklich dem Umweltschutz zugutekommt, bleibt im Dunkeln.
17:46Ähnlich verhält es sich mit anderen Karten, deren Erlös zum Teil der bedrohten Tierwelt, der den hungernden Kindern in Afrika
17:56oder den Behinderten und Schwerbeschädigten zufließen soll.
18:00Das Bundeskriminalamt fühlt sich veranlasst, im Zusammenhang mit dem Verkauf von solchen Bildpostkarten darauf hinzuweisen, dass sie maßlos überteuert sind
18:12und in erster Linie wohl nur dazu dienen, den Verkäufern und den hinter ihnen stehenden Vertriebsfirmen einen möglichst hohen Gewinn
18:21zu verschaffen.
18:23Um nun auch hier nicht das Kind mit dem Bade auszuschütten, möchte ich noch darauf hinweisen, dass es natürlich auch
18:29seriöse Vereinigungen gibt,
18:31die mit Hilfe von Bildpostkarten für ihre Ziele werben.
18:35Sie unterscheiden sich von den schwarzen Schafen in aller Regel aber dadurch, dass sie die Karten kostenlos ins Haus schicken
18:41und es dem Empfänger freigestellt bleibt,
18:44nach ruhiger Überlegung den Preis oder eine Spende auf einer beiliegenden Zahlkarte zu überweisen.
18:53Und hier noch ein Vorgang etwas anderer Natur.
18:56Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg warnt vor Leuten, die in Zeitungen und Zeitschriften per Inserat für die Mitgliedschaft den sogenannten privaten
19:07Partykreisen werben.
19:09Diese Partykreise, in denen angeblich ein großer Damenüberschuss herrscht, würden dann jeweils in Heimatnähe der Mitglieder flotte Partys veranstalten,
19:19auf denen alles erlaubt ist, was Spaß macht.
19:22Das Vergnügen ist natürlich nicht kostenlos. 70 Mark beträgt die Aufnahmegebühr.
19:28Wer das Geld bezahlt hat, wartet dann allerdings vergeblich auf das zweifelhafte Vergnügen.
19:34Er hört nichts mehr von dem Veranstalter, der, wie er selbst angibt, aus Diskretionsgründen mit einer Postfachadresse operiert.
19:43Über 500 Geschädigte sind der Polizei bekannt geworden.
19:49Nach wie vor aktuell ist im Übrigen auch eine Masche, die wir Ihnen jetzt wieder mit einem kurzen Filmbeispiel vorführen
19:56wollen.
19:57Es geht noch einmal um schräge Haustürgeschäfte.
20:03Tag, Frau Kramer.
20:04Guten Tag.
20:04Wie die Zeit vergeht, wir müssen den Feuerlöscher mal wieder kontrollieren. Nach den TÜV-Vorschriften. Sie kennen das ja.
20:09Die Feuerlöscher?
20:10Ja, alle zwei Jahre muss der kontrolliert werden. Und im Herbst 84 waren wir das letzte Mal hier. Sie erinnern
20:14sich wohl nicht mehr. Er ist im Keller, ja?
20:17Ehe Frau Kramer sich versieht, hat ein Forschervertreter sie überrumpelt.
20:25Da ist der Heizungsgeber.
20:26Aha.
20:28Zunächst ist gar nicht zu erkennen, worauf er wirklich hinaus will.
20:33Jawoll. Das ist er. Halten Sie mal bitte.
20:36Aha.
20:38Können Sie mal drauflegen?
20:39Ja.
20:41Ich nehme den mal gerade mit zum Wagen. Da habe ich die Prüfgeräte.
20:44Aha.
20:46Und auch im weiteren Verlauf achtet der Mann darauf, dass die Frau ihm nicht in die Karten gucken kann.
20:52Alles? Ja, danke.
20:57Sie hat keine Chance zu erkennen, was der Mann mit dem Feuerlöscher in seinem Auto wirklich macht.
21:10Nämlich gar nichts.
21:14Tja, liebe Frau. Mit dem Ding können Sie nicht mal mit der Kerze auspusten.
21:19Der ist hin. Totaler Druckabfall.
21:21Wieso denn das?
21:23Altersschwäche, würde ich sagen.
21:25Und was machen wir jetzt? Wir brauchen doch einen Feuerlöscher.
21:28Ja, ja.
21:28Ist doch Vorschrift, oder?
21:29Natürlich. Aber funktionieren muss er auch.
21:32Kann man den denn nicht reparieren oder neu füllen?
21:36Nee. Der gehört auf den Schrottplatz. Ich bring ihn nachher gleich hin. Sonst richtet der noch ohne allein.
21:40Wirklich?
21:41Wenn ich es Ihnen sage.
21:42Wenn Sie sich auf den verlassen, stehen Sie im Ernstfall ganz schön dumm da.
21:45Ja, was machen wir jetzt?
21:46Ich habe noch einen neuen dabei. Der ist zwar bestellt für einen anderen Kunden.
21:52Ich glaube, ich kann Ihnen den da lassen.
21:54Dann fahre ich halt noch mal ins Lager und hole für den Kunden einen anderen.
21:56Wie geht denn das?
21:57Klar, Frau Kramer. Für Sie immer.
21:58Und was kostet das?
22:00Da haben Sie Glück. Das ist eine Sonderproduktion.
22:01Besonders hohe Stückzahl.
22:03Warten Sie. Fertig gefüllt und montiert.
22:05Kostet das Ganze...
22:08Moment...
22:09182,30 Mark.
22:10Da ist sogar die Mehrwertsteuer schon drin.
22:12182 Mark?
22:14Billiger und schneller. Kriegen Sie das für nirgends geregelt.
22:16Und auch noch gleich vom Fachmann.
22:18Vielleicht haben Sie recht.
22:19Ich bringe den alten auch noch gratis weg, he?
22:21Na gut. Dann muss das wohl sein.
22:29Frau Kramer glaubt, dass sie keine andere Wahl hat.
22:32Feuerlöscher muss sein, denkt sie also, nutzt sie die vermeintlich gute Gelegenheit.
22:37Dass sie in jedem einschlägigen Geschäft einen neuen Feuerlöscher erheblich billiger abbekommen hätte, das hat sie erst viel zu spät
22:44gemerkt.
22:44Und außerdem, weder war ihr alter Feuerlöscher defekt, noch war der neue wirklich neu.
22:50Der Vertreter sucht sich im nächsten Stadtteil oder im nächsten Ort dann das nächste Opfer.
22:56Auch hier wird er behaupten, den Feuerlöscher überprüfen zu müssen.
23:00Auch hier wird er feststellen, dass der alte absolut schrottreif ist.
23:04Und auch hier hat er, rein zufällig versteht sich, ein angeblich preiswertes neues Modell dabei.
23:09Nämlich den Feuerlöscher, den er bei Frau Kramer abgehängt und natürlich nicht zum Schrottplatz gefahren hat.
23:17Bleibt vielleicht noch nachzutragen, es liegt natürlich im ureigenen Interesse jedes Einzelnen,
23:22dass die Feuerlöscher im Haus funktionstüchtig sind, in welchen Intervallen sich eine Prüfung empfiehlt.
23:28Das ist von Gerät zu Gerät unterschiedlich.
23:31In aller Regel ist das aber aus den Unterlagen ersichtlich, die man beim Kauf bekommt.
23:36Im Zweifelsfall kann man die Feuerwehr fragen.
23:39So defekt, dass sie weggeworfen werden müssen, sind Feuerlöscher eigentlich selten.
23:46Frau Kramer hätte im Übrigen nach einem neuen, am 1. Mai in Kraft getretenen Verbraucherschutzgesetz
23:54von dem Kauf des Feuerlöschers innerhalb einer Woche zurücktreten können.
23:59Dieses Rücktrittsrecht hat man jetzt bei allen Geschäften an der Haustür und auch bei Kaffeefahrten.
24:05Achten Sie, meine Damen und Herren, bei solchen Geschäften also darauf, dass Sie eine schriftliche Unterlage in Händen behalten,
24:12aus der sich ergibt, bei wem Sie was, wann und zu welchem Preis gekauft haben.
24:19So, nun wieder unser Experiment.
24:23Bernd Schröder hat diesmal eine Masche ausprobiert, die unter einem sehr einleuchtenden, aber dennoch verblüffendem Vorwand
24:30den schnellen Griff in fremde Kassen erlaubt.
24:33Darf ich einen Kaffee haben, bitte?
24:36Tatort und Tatzeit, leere Gaststätten und Kneipen am frühen Vormittag.
24:43Kameramann Michael Kurt war als scheinbar unbeteiligter Gast mit seiner in einem kleinen Koffer versteckten Kamera hautnah dabei.
24:53Und dann geht's los.
24:55Darf ich gerade zahlen, bitte schon?
24:59Was kostet der?
25:001,50.
25:031,50 bitte, ja?
25:05Das frühe Zahlen hat einen besonderen Grund.
25:08So erfährt Bernd Schröder ganz beiläufig, wo sich die Kasse befindet.
25:15Dankeschön.
25:22Und auch das gehört zur Masche.
25:24Der Gast geht zur Toilette.
25:29Für die Wirtin, die derweil in der Küche hantiert, bis jetzt ein ganz normaler, ruhiger Vormittag.
25:34Bis der Gast dann wieder auftaucht und auf das fehlende Toilettenpapier hinweist.
25:39Äh, Entschuldigen Sie?
25:41Kann Sie gar nicht mal kommen, Sekunde.
25:43Tut mir leid, aber das Papier ist alle da hinten an der Toilette.
25:46Ist alle?
25:47Ja.
25:49Kein Problem für die Wirtin, bei der gelegentlich auch der Polizeisportverein zu Gast ist.
25:54Sie ist für solche Fälle gerüstet.
25:56Können Sie das mal reinhängen vielleicht?
25:58Bitte?
25:58Können Sie das gerade mal reinhängen vielleicht?
25:59Ich weiß nicht, wie das funktioniert da mit dem.
26:03Kaum ist die Wirtin auf der Toilette verschwunden, stürmt Bernd Schröder hinter die Theke,
26:08öffnet die Kassenschublade und nimmt die Geldtasche an sich.
26:11Das wär's gewesen.
26:14In der nächsten Geschichte scheinbar Pech.
26:16Der Wirt ist nicht allein.
26:18Doch dann hat Bernd Schröder Glück.
26:20Haben Sie einen Kaffee?
26:21Ah ja, sehe ich ja, reichlich.
26:22Dann müssen wir frische machen.
26:24Nämlich vorab erstmal einen Kölsch.
26:25Lass mich gleich zahlen.
26:272 nach 60, bitte.
26:30Und sie drei, ja.
26:32Aha, da ist also die Kasse.
26:36Auch hier verschwindet unser Mann wenig später auf der Toilette,
26:40um bald mit der frei erfundenen Behauptung in Sachen Papier zurückzukommen.
26:45Entschuldigung, da fährt's Papier auf der Toilette.
26:47Oh, jedenfalls keins gesehen.
26:50Während die Bedienung in der Küche frischen Kaffee kocht und der Wirt Toilettenpapier besorgt,
26:54ist der Weg zur Kasse frei.
26:56Wie man sieht, es hätte sich gelohnt.
27:02Das nächste Lokal, die gleiche Masche.
27:05Entschuldigung, da ist leider kein Papier mehr da.
27:07Bitte?
27:07Leider kein Papier mehr auf der Toilette.
27:09Das ist ganz mit, ja.
27:12Kaum ist die Luft rein, greift Bernd Schröder zu.
27:15Die Beute hier, eine Geldtasche mit über 1000 Mark und ein Sparbuch.
27:20Und auch der nächste Wirt reagiert wie erwartet.
27:23Da fehlt Papier auf der Toilette.
27:24Kein Papier?
27:25Ja, ja, leider.
27:27Im Ernstfall freie Bahn für den Trickdieb.
27:31Wieder einmal wäre er spielend auf seine Kosten gekommen.
27:35Tja, nur der Ordnung halber sei es wieder einmal gesagt.
27:38Natürlich hat Bernd Schröder das Geld sofort zurückgegeben und natürlich mussten wir die Beteiligten fragen, ob wir die Aufnahmen in
27:45unserer Sendung auch zeigen durften.
27:46Dafür, dass alle Ja gesagt haben, ist wohl auch von mir hier ein öffentliches Dankeschön angebracht.
27:53Denn ohne unser Experiment wäre diese Sendung sicher nur die Hälfte wert.
27:58Übrigens, im vorliegenden Fall, vielleicht noch zur Ergänzung, hat Bernd Schröder natürlich dafür gesorgt, dass seine Behauptung, dass Papier sei
28:05alle, auch wirklich zutraf.
28:07Er hat es vorher einfach versteckt.
28:10Tja, und für die Gastwirte empfiehlt sich wohl der offenbar notwendige Ratschlag, schließen Sie Ihre Kasse ab, wenn Sie den
28:17Schankraum verlassen und sei es auch nur für kurze Zeit.
28:22Das war's für heute, meine Damen und Herren. Guten Abend.

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