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00:00sieben flüchtige Personen gesucht werden.
00:02In drei Fällen, alle drei besonders skrupellose Kapitalverbrechen,
00:06sind die Täter zurzeit noch unbekannt.
00:08Und hier im Studio haben wir wieder einmal wertvolles, beschlagnahmtes Diebesgut,
00:13dessen rechtmäßige Eigentümer gesucht werden.
00:16Zuerst aber wie immer ein kurzer Rückblick, diesmal auf unsere letzte Sendung vom 12. Dezember.
00:22In fast allen Fällen sind noch Ermittlungen in Gang.
00:25Ein Fall konnte abgeschlossen werden.
00:27Am 9. Januar wurde auf einem Landfahrerplatz in Dortmund Helga Roswitha Pol festgenommen.
00:34Sie war mehrere Jahre zuletzt von 20 Staatsanwaltschaften gesucht worden.
00:39Sie wird beschuldigt, als sogenannte Grußbestellerin unzählige alte Leute, um ihre Ersparnisse betrogen zu haben.
00:47Und noch zwei Namen konnten aus dem Fahndungsbuch gestrichen werden.
00:51Zuerst der Name eines Mannes, mit dem wir uns in früheren Sendungen insgesamt dreimal beschäftigt hatten
00:57und dessen Foto auch durch mehrere Zeitungen gegangen ist.
01:00Wolfgang Schiller.
01:02Er war vor zwei Jahren aus dem Gefängnis geflohen und hatte danach als internationaler Scheckbetrüger
01:07in ganz Europa, von Stockholm bis Luzern, eine gewisse Berühmtheit erlangt.
01:12Nicht weniger als 150 Falschnamen haben sich in seiner Akte im Bundeskriminalamt angesammelt.
01:17Am 14. Dezember schließlich wurde er im deutsch-dänischen Grenzübergang bei Flensburg von einem Grenzschutzbeamten erkannt und festgenommen.
01:26An der deutsch-schweizerischen Grenze stellte sich vor wenigen Tagen ein Mann den Schweizer Behörden,
01:31der in unserer April-Sendung gesucht worden war.
01:34Milan Fahner.
01:36Es werden ihm mehrere Raubüberfälle im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet vorgeworfen.
01:40Seit der Sendung hat sich Milan Fahner ständig verborgen gehalten.
01:44Jetzt, nach acht Monaten, hat er sich entschlossen, diesen Zustand zu beenden.
01:50In der heutigen Sendung, meine Damen und Herren, geht es jetzt zuerst um zwei Männer,
01:55die in den vergangenen Wochen hier in der Bundesrepublik immer wieder von sich reden gemacht haben.
02:00Nach den neuesten Erkenntnissen der Kriminalpolizei besteht jedoch die Möglichkeit,
02:05dass sie heute Nachmittag nach Österreich oder in die Schweiz übergewechselt sind.
02:10Deshalb zuerst die Telefonnummern der Aufnahmestudios in Wien und Zürich.
02:16Wien, 82 36 21.
02:2282 36 21.
02:26Zürich, 23 56 50.
02:31Hier in München erreichen Sie uns wie immer unter der Nummer 48 49 41.
02:38Und nun zu der bereits angesprochenen ersten Fahndung.
02:42Es geht um Alfred Lecki und Helmut Derks.
02:47Beide müssen als besonders gefährliche Gewaltverbrecher gelten.
02:50Alfred Lecki wird unter anderem beschuldigt, im Sommer vergangenen Jahres einen Polizeibeamten ermordet zu haben.
02:57Beide saßen in Est in Untersuchungshaft.
02:59Helmut Derks wegen mehrerer bewaffneter Raubüberfälle.
03:03Vor vier Wochen, am 25. Dezember, gelangt Ihnen während des Weihnachtsgottesdienstes die Flucht aus dem Gefängnis.
03:10Inzwischen sind Sie wieder schwer bewaffnet, wahrscheinlich sogar mit Maschinenpistolen.
03:14Bei einer Verkehrskontrolle in der letzten Woche in Frankfurt bewiesen Sie, dass Sie rücksichtslos von der Schusswaffe Gebrauch machen.
03:21Und heute Mittag wurde in Düsseldorf ein Überfall auf eine Bankfiliale verübt,
03:25der ebenfalls Lecki und Derks zugeschrieben wird.
03:28Beute 110.000 Mark.
03:31Beide Männer verwandeln mit großem Geschick auch ständig ihr Aussehen.
03:36So weiß man, dass Alfred Lecki mitunter ein Haarteil trägt und dann so aussieht.
03:44Auch Helmut Derks verändert sein Gesicht ständig durch andere Frisuren.
03:49Mit beachtlichem Erfolg, wie diese erst in der vorigen Woche sichergestellten Fotos zeigen.
03:56Gelegentlich trägt er auch eine dunkle Brille.
04:00In der Unterwelt haben die beiden verlauten lassen, dass sie jetzt in Österreich oder in der Schweiz Urlaub machen
04:05und braungebrannt zurückkommen wollen.
04:09Alfred Lecki ist 31 Jahre alt und 1,82 groß.
04:13Er hat von Natur dunkelblonde Haare und graublaue Augen.
04:17Helmut Derks ist 33 Jahre alt und 1,78 groß.
04:22Er hat mittelblondes Haar und blaue Augen.
04:25Besonders auffällig sind zwei Wachzen oder Muttermahle unter dem linken Auge an der linken Kinnseite.
04:32Möglicherweise sind sie unterwegs mit einem hellen Mercedes 280 oder einem Chevrolet Corvette rot mit weißem Lenkstreifen.
04:41Wenn Sie etwas über den Aufenthalt der beiden Männer wissen, meine Damen und Herren,
04:45bitte unternehmen Sie nicht selbst, sondern verständigen Sie die nächste Polizeidienststelle.
04:50Beide Männer werden bei einem eventuellen Festnahmeversuch mit großer Wahrscheinlichkeit schießen.
04:56Für Hinweise, die zur Festnahme der Gesuchten führen, sind hohe Belohnungen ausgesetzt.
05:00Bei Alfred Lecki insgesamt 9.000, bei Helmut Derks insgesamt 3.000 Mark.
05:07Für die Klärung des heutigen Raubüberfalls in Düsseldorf sind weitere 12.000 Mark ausgesetzt.
05:14In unserem nächsten Fall, meine Damen und Herren, haben wir das polizeiliche Ermittlungsergebnis in einem Film zusammengefasst.
05:22Es geht um einen Raubüberfall in München, bei dem das Opfer zunächst schwer verletzt wurde,
05:27dann aber nach wochenlangem Ringen der Ärzte doch gestorben ist.
05:32Es ist einer jener Fälle, die die Polizei erfahrungsgemäß nur schwer klären kann,
05:38weil sie bis heute nicht weiß, wo die Verbindungsfäden zwischen den Tätern und dem Opfer zu suchen sind.
05:44Der Fall zeigt auch, dass in der Kriminalistik oft komplizierte Umwege die einzige Chance sind, um ans Ziel zu kommen.
05:58Montag, 7. Juli 1969.
06:02Der Münchner Diplomkaufmann Otto Hamberger, Inhaber mehrerer sogenannter Großhandelsmärkte,
06:08will gegen 21.30 Uhr in seinem Zweigbetrieb in der Friedensstraße die Einnahmen des Nachmittags abholen,
06:14um sie zu Hause im Tresor aufzubewahren.
06:23Im Büro der Filiale ist der Geschäftsführer mit den Abrechnungen der einzelnen Kassen an diesem Tag aber noch nicht fertig
06:28geworden.
06:32Na, wie schaut's denn aus, Kinder? Wie viel gibt's denn heute?
06:37So ungefähr 70.000 werden es sein.
06:40Aber wir sind noch nicht fertig.
06:41Wir haben einen Fehler drin und den haben wir noch nicht gefunden.
06:45Hm.
06:46Ja, wie lang wird denn das dauern?
06:48Weiß ich nicht.
06:49Wir müssen halt beide Katzen nochmal durchrechnen.
06:52Ja, wissen Sie was, Herr Weyland?
06:54Äh, das dauert nicht zu lang.
06:55Äh, sind so nett und bringen Sie es mir daheim vorbei.
06:58Sie fahren ja doch über Grünwald, ne?
07:00Ist schon recht, Herr Hamberger.
07:01Also, bis nachher, Herr Weyland.
07:03Ja.
07:04Guten Nacht, meine Damen.
07:04Guten Nacht, Herr Weyland.
07:05Kommen Sie her, Frau Joksch.
07:08Ich weiß nicht...
07:09Niemand außer den zurückbleibenden Angestellten weiß,
07:13dass der Kaufmann an diesem Abend seinen Heimweg ohne Geld antritt.
07:21Otto Hambergers Frau hat vor der Tür der Filiale im Wagen gewartet.
07:27Sie begrüßt den Entschluss ihres Mannes,
07:29sich das Geld vom Geschäftsführer nach Hause bringen zu lassen.
07:55Zwölf Minuten später, um 21.53 Uhr,
07:58trifft das Ehepaar vor seinem Haus in der Robert-Koch-Straße in Grünwald ein.
08:05Noch bevor sie aussteigen können,
08:07reißen zwei unbekannte Männer die Türen des Wagens auf.
08:17Otto Hamberger lässt sich von den Verbrechern nicht einschüchtern.
08:22Entschlossen setzt er sich zur Wehr und kommt auch seiner Frau zu Hilfe.
08:32Bei dem Handgemenge verliert einer der Täter eine Armbanduhr.
08:41Als die Täter merken, dass sie das Ehepaar nicht überwältigen können,
08:45schießen sie.
08:53Otto Hamberger wird schwer verletzt.
08:58Die Männer entkommen unerkannt.
09:07Die späteren Ermittlungen der Polizei ergeben,
09:10dass sie sich in unmittelbarer Nähe des Tatortes ihrer Schusswaffen entledigen.
09:17Gleichzeitig schleudert einer der Männer seinen blutbefleckten Pullover weg.
09:23100 Meter weiter werfen sie eine angebrochene Packung
09:26mit 17 Schuss Pistolenmunition in einen Garten.
09:34Das überfallene Ehepaar kann keine Täterbeschreibung abgeben.
09:37So kann die Polizei nur auf dem Umweg über die gefundenen Gegenstände
09:41die Spur zu den Tätern aufnehmen.
09:45Frau Schneider?
09:46Ja, bitte kommen Sie doch mal.
09:48Ja, den Bericht in der Raubsache Hamberger.
09:51Ja.
09:51Danke.
09:54Wenige Tage nach dem Überfall sind die kriminaltechnischen Untersuchungen abgeschlossen.
09:59Das Resultat ist aber fürs Erste nicht sehr ermutigend.
10:06An Landpolizeidirektion Oberbayern, Abteilung KA2A4.
10:11Betrifft versuchter schwerer Raub und Mordversuch zum Nachteil Hamberger.
10:19Erstens.
10:21Die fünf Schüsse auf Otto Hamberger wurden aus der aufgefundenen tschechischen Selbstladepistole
10:30Kaliber 7,65 Fabrikat Czeska Modell 27 abgefeuert.
10:37Beim Bundeskriminalamt bestehen keine Erkennung darüber, dass die Waffe schon bei anderen Straftaten
10:46benutzt wurde.
10:48Die zweite sichergestellte Waffe, ein Gastromelrevolver, war mit drei Gas- und drei Platzpatronen geladen.
10:58Die Waffe ist nicht durchgebohrt, mit ihr wurde nicht geschossen.
11:04Zweitens.
11:06In der gefundenen Patronenschachtel fehlen acht Schuss, genauso viel wie Magazin der Czeska-Pistole
11:18Platz haben.
11:20Auf der Innenseite der Packung ist mit blauem Filzstift von Hand die Bezeichnung A27 vermerkt.
11:29Die Bezeichnung stammt nicht vom Hersteller, sie ist auch beim Großhandel nicht üblich.
11:39Drittens.
11:42Die Blutspurenuntersuchung hat ergeben, dass es sich bei den Anhaftungen am Pullover um Menschenblut
11:51der Blutgirbe B, RH-positiv handelt.
11:57Da das Opfer auch an der Hand verletzt wurde und ebenfalls dieser Blutgirbe angehört, darf
12:05angenommen werden, dass das Blut von Herrn Hamberger stammt und bei dem Kampf übertragen wurde.
12:15Bei der von den Tätern verlorenen Uhr handelt es sich um ein relativ wertvolles Schweizer Fabrikat.
12:26Die Uhr trägt eine Nummer.
12:29Wir würden deshalb empfehlen, bei der Herstellerfirma IBC Schaffhausen weitere Ermittlungen anzustellen.
12:44Mithilfe der Herstellerfirma gelingt es der Polizei tatsächlich festzustellen,
12:49dass die Uhr vor sechs Jahren im Frühjahr 1963 an ein Münchner Uhrengeschäft geliefert worden ist.
12:57Die Kripo hat daraufhin den Inhaber gebeten, in seinen alten Unterlagen nach dem Käufer zu forschen.
13:03Vier Tage später wird diese Spur zum ersten Mal interessant.
13:07Ach, die Herren von der Kriminalpolizei. Grüß Gott.
13:10Grüß Gott, Herr Obermüller.
13:12Sagen Sie, haben Sie nachschauen können in Ihren Belegen?
13:14Ja, und Sie haben Glück. Wir haben tatsächlich was gefunden. Ich staune selber.
13:20Sehr schön.
13:26Also, die Uhr ist am 4. September 1963 für 475 Mark an Herrn Werner Ried, München 23, Neusser Straße 29
13:39verkauft worden.
13:42Ried, Neusser Straße. Ist das vielleicht der Autoried? Der mit den Minikas und der Citroenvertretung?
13:49Ja, ja, aber das sind zwei Brüder. Und ich glaube, der Werner Ried, der die Uhr gekauft hat,
13:55der ist jetzt nicht mehr in dem Geschäft. Das macht sein Bruder jetzt allein.
13:59Ach so. Na ja, wir werden ihn schon auftreiben. Jedenfalls vielen Dank, Herr Obermüller.
14:04Bitteschön, Herr Ried. Danke.
14:06Noch am Abend dieses Tages treffen sich die beiden Kriminalbeamten mit Werner Ried,
14:10dem Käufer der Uhr in einem Münchner Speiselokal.
14:13Wohl, meine Herren.
14:14Danke. Also, meine Herren.
14:16Zu Ihrer Überraschung erfahren Sie, dass Herrn Ried die fragliche Uhr vor etwa drei Jahren gestohlen worden ist.
14:22Herr Ried, Sie sind sicher, dass das Ihre Uhr ist?
14:26Ja, ich glaube schon.
14:29Und wenn Sie sagen, dass die Nummer stimmt, dann wird das wohl wichtig sein.
14:32Aber ich würde nie so ein Armband tragen.
14:36Ich hatte ein schwarzes Lederarmband dran.
14:39Und wie Sie abhanden gekommen ist, das können Sie nicht mehr genau sagen.
14:43Tja, das ist ja nun schon mindestens drei Jahre her.
14:47Ich habe es Ihnen ja erzählt.
14:49Ich habe damals bei meinem Bruder in der Neusser Straße gewohnt.
14:52Und ich hatte damals gerade eine etwas unruhige Zeit.
14:55Es sind viele Menschen bei mir aus und eingegangen.
14:58Und ich war nicht immer sehr wählerisch in der Auswahl meiner Gäste.
15:02Ich habe mir schließlich nicht von jedem ein Pläumenszeugnis vorlegen lassen.
15:06Sie kennen die Leute nicht mehr, die damals bei Ihnen waren.
15:09Ja.
15:10Zum Teil natürlich schon, aber nicht mehr alle.
15:13Da ging es ziemlich turbulent zu.
15:15Sie verstehen schon?
15:16Ja, ich verstehe.
15:18Jetzt sagen Sie mal, Sie haben doch vorhin was erzählt, da sind ja noch mehr Sachen vermutlich auch von den
15:22damaligen Gästen gestohlen worden sind.
15:25Tja, an ein paar Puttenköpfe erinnere ich mich.
15:28Das war 1966.
15:31Wir hatten gefeiert in irgendeiner Bar und als sie dann zugemacht hat, da sind wir noch ein bisschen zu mir
15:36gegangen.
15:38Tja, und am nächsten Morgen waren die zwei Engel, also die beiden Puttenköpfe, waren weg.
15:44Tja, und mit der Uhr, da war es ungefähr genauso.
15:46Eines Tages habe ich halt gemerkt, dass sie weg ist.
15:49Und ich weiß bis heute noch nicht, wann und wo sie weggekommen ist.
15:52Ich habe auch nichts unternommen, weil ich ja nichts Konkretes sagen konnte.
15:55Die Kripo bemüht sich nach diesem Gespräch, den Diebstahl der Uhr aus Rietz Wohnung zu klären.
16:00Ohne Erfolg.
16:01Bis heute konnte nicht festgestellt werden, auf welchem Weg die Uhr in die Hand des Mannes gekommen ist,
16:06der sich drei Jahre später, am 7. Juli 1969, am Überfall auf das Ehepaar Hamberger beteiligt hat.
16:19Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf die zweite wichtige Spur, auf die Herkunft der tschechischen Pistole.
16:26Wieder kommt die Kripo zunächst zügig voran.
16:28Es gelingt, ein Augsburger Waffengeschäft ausfindig zu machen, das die Waffe vor anderthalb Jahren verkauft hat.
16:34Der Käufer ist ordnungsgemäß im Waffenhandelsbuch eingetragen.
16:40Ja, ja, schauen Sie her.
16:42Am 15. Februar voriges Jahr, da habe ich sechs Pistolen verkauft.
16:46An einen gewissen Ernst Botdamer in Stettenhofen.
16:51Was? Sechs auf einmal?
16:53Ja, er hat einen Jagdschein vorgelegt und da kann er ja dann so viel kaufen, wie er will.
16:59Und hat der vielleicht auch einen Gasrevolver gekauft?
17:02Ja, ich glaube nicht, aber ich schaue gerne mal nach.
17:05Bitte schön.
17:13Am 15. Februar 68.
17:15Ja.
17:18Da ist nichts gegangen.
17:21Da habe ich überhaupt kein Gasrevolver verkauft.
17:24Na, dann schauen wir uns ihn halt mal an, den Herrn Botdamer in Stettenhofen.
17:28Sei so gut.
17:28Schreibt die Adressen, die Nummern der Waffen genau auf.
17:32Die Kripo stellt fest, dass der fragliche Käufer die tschechische Pistole nicht mehr besitzt.
17:37Aber es gelingt, den weiteren Weg der Waffe zu verfolgen.
17:40Sie hat viermal den Besitzer gewechselt.
17:48Schließlich ist sie bei dem Gastwirt Walter Bohrmüller in Haag in Oberbayern gelandet.
17:56Vier Wochen nach dem Überfall in Grünwald bei München erhält der Gastwirt Besuch von der Kriminalpolizei.
18:04Und Sie sagen, die Pistole ist Ihnen gestohlen worden?
18:07Ja, bei dem Einbruch damals.
18:08Das müssten Sie doch eigentlich wissen.
18:11Meine Frau hat doch die Anzeige gemacht.
18:13Und dann waren doch eine, zwei Kriminaler da und haben nachgeschaut, ob es keine Fingerabdrücke gibt.
18:18Na ja, wir kommen ja aus München.
18:20Das waren sicher die Kollegen hier von der Nebenstelle.
18:22Aber wir werden uns den Akt bestimmt anschauen.
18:25500 Mark haben sie stohlen, die Schlawiner.
18:28Zuerst haben sie die Tür zur Wohnung umgebrochen und keiner hat was gehört.
18:32Das war ein Durcheinander, sage ich Ihnen.
18:35Wissen Sie denn noch, wann das war?
18:37Ja, warten Sie mal.
18:39Du, Fini, wie lange ist es jetzt her mit dem Einbruch?
18:43Ja, im Januar war es, wie es so kalt war.
18:47Damals um am 20. rumwärts gewesen sein.
18:51Und da ist Ihnen nur Geld gestohlen worden, außer der Pistole.
18:53Ja, 500 Mark.
18:55Und haben Sie damals irgendeinen Verdacht gehabt, wer das gewesen sein könnte?
19:00Na, das nicht.
19:01Und die Kollegen hier sind auch nicht weitergekommen in der Geschichte?
19:05So viel ich weiß nicht.
19:07Auch die zweite wichtige Spur bricht ab.
19:10Der Diebstahl der Pistole konnte bis heute nicht geklärt werden.
19:16Otto Hamberger ist, wie schon gesagt, inzwischen an den Folgen seiner schweren Verletzungen gestorben.
19:23Oberinspektor Heinrich Weber von der Bayerischen Landpolizei in München sucht seitdem also nicht nur zwei Räuber, sondern einen der Männer
19:29als Mörder.
19:30Ja.
19:30Und wir haben, wie wir im Film gesehen haben, drei Spuren, die zu diesen Mördern führen können.
19:35Die Uhr, die Pistole und die Patronenschachtel mit der Aufschrift A27.
19:41Diese Spuren sind wahrscheinlich vollkommen voneinander unabhängig, meine Damen und Herren.
19:46So ist sich die Polizei zum Beispiel ziemlich darüber klar, dass der Einbrecher, der in der Gastwirtschaft die Pistole gestohlen
19:51hat, nichts mit dem Diebstahl der Uhr bei Werner Ried zu tun hat.
19:55Die Spuren müssen von verschiedenen Seiten zu den beiden Männern führen, die das Ehepaar Hamberger überfallen haben.
20:01Wahrscheinlich haben sowohl die Uhr als auch die Pistole mehrfach den Besitzer gewechselt.
20:07Wenn wir diese Zwischenbesitzer finden, müssten wir eigentlich am Ende der Kette auf die Täter stoßen.
20:13Es sind in diesem Fall im Übrigen sehr hohe Belohnungen ausgesetzt.
20:17Insgesamt 12.000 Mark.
20:19Die konkreten Fragen, meine Damen und Herren, lauten also nun erstens, wer weiß etwas über die gestohlene Uhr?
20:27In diesem Haus, im Haus der Firma Ried in München in der Neusser Straße 21, ist sie vor etwa drei
20:34Jahren vermutlich von Besuchern mitgenommen worden.
20:37Es ist nicht ausgeschlossen, dass sie in der Zwischenzeit auch einmal in einem Pfandhaus gewesen ist.
20:42Es handelt sich um eine Schweizer Automatikuhr aus Edelstahl, der Marke IWC mit Datumsanzeiger.
20:49Zum Zeitpunkt des Diebstahls war noch nicht dieses Fixoflex-Armband, sondern ein schwarzes Lederarmband an der Uhr befestigt.
20:57Die zweite Frage, wer weiß etwas über den Weg der Pistole?
21:01Sie ist im Jahre 1969, und zwar im Januar, in diesem Haus im Gasthof Brauerei Kern in Haag im Landkreis
21:10Wasserburg entwendet worden.
21:12Es handelt sich um eine tschechische Selbstladepistole, CESCA Modell 27, Kaliber 7,65.
21:20Und nun die dritte wichtige Spur, meine Damen und Herren, die von den Tätern weggeworfene Patronenschachtel.
21:26Es ist, wie Sie im Film gesehen haben, eine handelsübliche Kleinpackung mit 25 Schuss.
21:32Auf der Innenseite der Schachtel ist mit blauem Filzstift die Bezeichnung A27 eingetragen.
21:39Wer weiß etwas über die Herkunft der Patronenschachtel mit diesem Zeichen?
21:44Hinweise bitte an die Landpolizeidirektion Oberbayern in München.
21:48Telefon 0811 52 02 20 an jede andere Polizeidienststelle oder eines der Aufnahmestudios.
21:59Vielen Dank, Herr Weber.
22:01Meine Damen und Herren, es gibt eine Sparte der Kriminalität, die nur von wenigen Spezialisten beherrscht wird.
22:09Dennoch fügen diese Leute uns allen schwere Schäden zu.
22:13Ich meine die Hersteller und Verbreiter von Falschgeld.
22:17Irgendwo in Europa werden seit einiger Zeit in einer versteckten Werkstatt falsche 50 Mark Scheine gedruckt.
22:24Die Polizei weiß nicht, wo die illegale Notenpresse steht.
22:28Aber sie kennt seit ein paar Wochen einen Mann, der Scheine aus dieser Werkstatt mit Umsicht und Behutsamkeit absetzt.
22:36Der Mann ist Österreicher und heißt Friedrich Brugger.
22:40Er ist 30 Jahre alt, 1,75 groß und auffallend schlank.
22:47Er hat hellbraune Haare und graubraune Augen.
22:50Friedrich Brugger spricht Deutsch mit österreichischem Tonfall, Griechisch und Englisch.
22:56Brugger wird auf seinen Reisen in der Regel von diesem Mann begleitet, von Johann Datzer.
23:02Er gilt als internationaler Rechtsbrecher und wird von den österreichischen Behörden unter anderem zur Verbüßung einer fünfjährigen Kerkerstrafe gesucht.
23:10Datzer ist 42 Jahre alt, 1,73 groß und von kräftiger und ersetzter Gestalt.
23:16Er hat braune Haare und braune Augen.
23:21Brugger und Datzer sind in den letzten Wochen in fast allen europäischen Ländern aufgetreten.
23:27In Österreich, Italien, in Deutschland, Holland und Belgien und zuletzt in der Schweiz.
23:33Vor zwei Wochen noch benutzten sie einen schwarzen Mercedes älterer Bauart mit einem Münchner Kennzeichen.
23:42Für Hinweise, die zur Festnahme der Gesuchten führen, sind Belohnungen von jeweils 1000 Mark ausgesetzt.
23:50Hinweise bitte an jede Polizeidienststelle oder eines unserer Aufnahmestudios.
23:57Im nächsten Fall, meine Damen und Herren, geht es um eine Frau.
24:02Sie beschäftigt die Kriminalpolizei seit vielen Jahren immer wieder.
24:05In den letzten Monaten aber nun hat sie Aktivitäten entwickelt, die selbst ihre alten Betreuer bei der Kripo und den
24:12Staatsanwaltschaften in Erstaunen setzen.
24:14In früheren Jahren ist sie gewöhnlich als Trickdieben und Betrügerin aufgetreten.
24:20Jetzt werden ihre gefährliche Raubdelikte vorgeworfen.
24:23Die Frau heißt Mathilde Kaspschak und ist 45 Jahre alt.
24:29Sie ist zwar belgische Staatsangehörige, hält sich seit ihrer Kindheit jedoch fast nur in Deutschland mit Vorliebe im Ruhrgebiet auf.
24:38Die Frau benutzt zahlreiche Falschnamen.
24:41Sie tritt mit bemerkenswerter Sicherheit auf und versteht es immer wieder, sich insbesondere das Vertrauen von älteren Leuten zu erschleichen.
24:57Freitag, 25. Juli 1969.
25:04Gegen 17.30 Uhr betritt eine Frau, die später als Mathilde Kaspschak identifiziert wird, eine Gaststätte in der Innenstadt von
25:11Essen.
25:17Das Lokal ist um diese Zeit fast leer.
25:20An der Theke sitzen zwei Männer und an einem der Tische der 65-jährige Rentner Otto Kohlmann.
25:30Er merkt nicht gleich, dass sich die Frau für ihn interessiert.
25:58Na, was darf es denn sein heute?
26:00Kirsch mit Whisky.
26:01Zeig.
26:14Sagen Sie mal, kennen wir uns nicht?
26:17Habe ich Sie nicht schon mal gesehen?
26:20Im Krankenhaus vielleicht.
26:23Waren Sie nicht mal im Krankenhaus?
26:25Ja, mit meinem Magen.
26:28Ist operiert worden im Krupschen Krankenhaus.
26:31Vor einem Jahr.
26:32Dachte ich mir es doch gleich, als ich reingekommen bin.
26:36Da waren Sie doch auf meiner Station.
26:38Erinnern Sie sich nicht?
26:40Schwester Hilde.
26:42Ach, Schwester Hilde.
26:44So, ja, wie Sie so genau waren.
26:48Ach, das geht mir oft so, dass mich die Leute nicht gleich wiedererkennen.
26:51Wie geht's Ihnen denn jetzt?
26:53Ach, ganz gut.
26:54Kommen Sie doch mal her.
26:56Ja, also, wenn Sie meinen, dann bin ich also so frei.
27:01Ja, danke, gerne.
27:04Mathilde Kaspschak war nie in der Krupschen Krankenanstalt beschäftigt.
27:08Zur Gesundheit.
27:09Aber sie versteht es geschickt, bei Otto Kohlmann den Eindruck zu erwecken, dass sie ihn tatsächlich während seiner Krankheit gepflegt
27:15habe.
27:16Schnell gewinnt sie so das Vertrauen des Mannes.
27:18Und Otto Kohlmann merkt auch nicht, dass es die angebliche Krankenschwester geschickt darauf anlegt, von ihm nach Hause eingeladen zu
27:25werden.
27:26Ja.
27:27Ach ja, Ihr Sohn.
27:29Wie heißt er doch gleich?
27:30Karl Heinz.
27:31Richtig.
27:32Jetzt erinnere ich mich wieder.
27:34Netter junger Mann ist das gewesen.
27:36Wie geht's ihm denn jetzt?
27:38Och, ganz gut.
27:40Der arbeitet ja immer noch im Stahlwerk.
27:42So.
27:43Aber er hat jetzt auch bald Feierabend.
27:45Ach, eigentlich würde ich ihn ganz gern mal wieder sehen.
27:49Und Ihrer Frau müsste ich ja auch mal wieder guten Tag sagen.
27:51Ja.
27:52Oder kommen Sie doch mit.
27:53Ich will ja sowieso nach Hause gehen.
27:58Meinen Sie?
28:00Geht das?
28:02Natürlich.
28:03Meine Frau freut sich bestimmt.
28:06Wolle ein.
28:07Ich zahle dann.
28:11So, das waren dann vier Bier.
28:13Den Likör auch?
28:14Ja, selbstverständlich.
28:15Drei Mark dreißig.
28:20Zwanzig Minuten später kommen Otto Kohlmann und seine Begleiterin mit der Straßenbahn in der Nähe seiner Wohnung an.
28:25Mathilde Kaspschak weiß aus Erfahrung, dass geselliges Beisammensein ein wenig vorbereitet sein will.
28:32Haben wir denn was zum Anstoßen zu Hause?
28:35Ja, eine Flasche Eierlikör muss noch da sein.
28:38Ach nee, das ist nichts für mich.
28:39Den vertrage ich nicht.
28:40Nehmen wir doch lieber hier eine Flasche Kirsch mit Whisky mit.
28:42Ja, können wir ja machen.
28:44Geben Sie doch hier eine kleine Flasche von dem Whisky mit Kirsch.
28:48Na?
28:48Von dem hier?
28:49Ja, ja, ja.
28:50Die nehmen wir.
28:504,30.
28:51Ja, 4,30.
28:54Ralf, ja.
28:56Drei, so, 4,30.
28:58Stimmt's?
29:00Ja, danke schön.
29:01In der Wohnung des Rentners drängt Mathilde Kaspschak Otto Kohlmann und seine Frau von dem Likör zu trinken.
29:07Das Ehepaar merkt nicht, dass die angebliche Krankenschwester eines der Gläser bereits in einem Augenblick gefüllt hat,
29:12in dem die beiden alten Leute abgelenkt waren.
29:15Nein, nehmen Sie bitte das da.
29:17Da ist ein bisschen mehr drin.
29:18Ich selbst trinke ja nicht so viel.
29:21Ja, wenn Sie meinen.
29:22Na dann Prost, Schwester Hilde.
29:24Es ist wirklich nett, dass Sie uns mal besucht haben.
29:36Ich weiß nicht.
29:37Das Zeug schmeckt komisch.
29:40Ich glaube, ich bleibe bei meinem Bier.
29:42Aber Otto, das passt doch nicht zusammen.
29:45Ich mache uns mal einen schönen Kaffee.
29:48Ich glaube, das wird Karl-Heinz sein.
29:50Guten Abend, allerseits.
29:51Guten Abend, Karl-Heinz.
29:52Mein Luftbesuch?
29:53Ja, das ist Schwester Hilde aus dem Krankenhaus, da wo Vater gelegen hat.
29:57Ich weiß nicht, weil ich finde es so komisch.
29:59Tag, Schwester.
30:00Kennen Sie mich denn nicht mehr?
30:01Sie haben doch Ihren Vater immer besucht im Krankenhaus.
30:03Na ja, wissen Sie, das ist schon so lange her.
30:06Ich muss mich jetzt umziehen.
30:08Ich will heute Abend mit Ingrid ins Kielloch.
30:10Ich bin gleich wieder da.
30:15Komisch.
30:16Was hat er denn plötzlich?
30:18Na ja, ich mache mal erst den Kaffee.
30:42Was ist denn, Frau Kohlmann, Ihr Mann?
30:48Otto, was hast du denn?
30:49Komm, wir legen ihn ins Bett hier.
30:52Oh Gott, schau an Sie.
30:54Packen Sie die Beine, ja?
30:56Los, los.
31:05Was hat er denn bloß?
31:07Was kann denn das sein?
31:08Vielleicht hat er ein bisschen viel getrunken.
31:10Wahrscheinlich verträgt er das nicht.
31:13Frau Kohlmann ist so um ihren Mann bemüht, dass sie nicht merkt,
31:16wie zielbewusst die vermeintliche Schwester die Situation nützt.
31:22Was ist denn los?
31:23Was hat er denn?
31:25Es ist ihm ein bisschen schlecht geworden.
31:27Wird gleich wieder vorbei sein.
31:28Na, hoffentlich.
31:30Soll ich nicht lieber dem Arzt Bescheid sagen?
31:32Nein, nein, ich kenne das.
31:33Er muss jetzt bloß eine halbe Stunde schlafen.
31:35Dann ist alles wieder in Ordnung.
31:38Hm, na ja, dann ist ja alles in Ordnung.
31:42Dann kann ich ja jetzt gehen.
31:43Ach, warten Sie, ich komme dann gleich mit bis zur Straßenbahn.
31:46Der Herr Kohlmann muss ja jetzt sowieso seine Ruhe haben.
31:49Ich gucke dann morgen wieder rein, wie es ihm geht, ja?
31:52Also bis morgen.
31:53Gute Besserung.
31:54Na ja, wiedersehen.
31:57Komm, wir nehmen noch einen auf den Weg.
31:59Ach ja, das kann auf den Schreck nicht schaden.
32:06Ich glaube, das können Sie jetzt ausmachen.
32:08Ah ja.
32:09Wieder versteht es die angebliche Krankenschwester unbemerkt,
32:12ein starkes Betäubungsmittel in das nun für Karl-Heinz Kohlmann bestimmte Glas zu mischen.
32:20Wohlbekomms.
32:20Prost.
32:31So, kommen Sie.
32:40Kommen Sie.
32:45Arbeiten Sie eigentlich gern in diesem Stallwerk?
32:47Ich muss ja Geld verdienen.
32:48Wollen Sie das auch bleiben?
32:50Ja.
32:52Auch Karl-Heinz Kohlmann wird ein Opfer des Betäubungsmittels.
33:17Wieder erreicht die angebliche Krankenschwester mit erstaunlicher Kaltblütigkeit ihr Ziel.
33:26Otto, komm doch zu dir.
33:32Karl-Heinz.
33:35Was ist denn los?
33:39Ach, Sie sind's.
33:41Was ist denn los?
33:42Schauen Sie mich doch an, wie ich aussehe.
33:44Ihr Sohn.
33:45Feiner Kerl ist das.
33:46Ja, ja.
33:47Wieso denn?
33:48Angefallen hat er mich.
33:50Zur Polizei müsste man gehen.
33:52Anzeigen könnte ich ihn.
33:54Oh mein Gott.
33:55Der Karl-Heinz, das ist doch ein guter Junge.
33:59So was macht er doch nicht.
34:03Er ist Otto und schützt das.
34:09Na ja, ich gehe ja nicht zur Polizei.
34:12Mal beruhigen Sie sich mal.
34:14Hier, nehmen Sie eine Tablette.
34:17Die wird Ihnen gut tun.
34:18Lieber nicht, ich nehme doch nie solches Zeug.
34:20Aber jetzt nach der Aufregung wird Ihnen das gut tun.
34:23Hier, sehen Sie mal.
34:25So.
34:25Nun stecken Sie sie in den Mund.
34:27Ja.
34:28Und jetzt trinken.
34:30So.
34:39So.
34:41Und jetzt legen Sie sich hier auf die Couch, damit Sie wieder auf die Beine kommen.
34:50Wenige Sekunden später ist auch Frau Kohlmann bewusstlos.
35:05Ungerührt führt die mysteriöse Besucherin nun ihr Werk zu Ende.
35:18Nach kurzem Suchen findet sie instinktsicher die Ersparnisse der alten Leute.
35:32Welche Folgen das verabreichte Betäubungsmittel für die Opfer haben kann, kümmert sie nicht.
35:48Die Familie Kohlmann ist erst am nächsten Morgen aus seiner tiefen Ohrmacht erwacht.
35:53Der falschen Krankenschwester waren insgesamt etwa 1500 Macht in die Hände gefallen.
35:58Bei Staatsanwalt Hans-Georg Dürrfeld aus Essen, der das Sammelverfahren gegen Mathilde Kaschbsack bearbeitet,
36:06füllt dieser Fall allerdings nur ein paar Blatt in einer dicken Akte.
36:10Ja, wir haben auf dem Konto dieser Frau bisher mehr als 50 Straftaten aller Deliktsgruppen registriert.
36:20Vermutlich ist diese Liste aber keineswegs komplett.
36:24Es gibt noch eine ganze Anzahl gleichgelagerter Fälle, die wir der Frau noch nicht mit Sicherheit zuordnen können.
36:30Die gesuchte Frau ist 45 Jahre alt und 1,61 groß.
36:36Sie hat dunkle Haare und graue Augen.
36:40Mathilde Kaschbsack lässt sich mitunter die Haare färben.
36:44Sie trägt auch Perücken mit verschiedenen Haarfarben.
36:48Auffällig ist eine Zahnlücke, die man auf diesem Foto erkennen kann.
36:54Außerdem am Hals eine 17 cm lange, waagerechte Narbe.
36:59Mathilde Kaschbsack benutzt zahlreiche Falschnamen.
37:04Bisher nannte sie sich Hannelore Bobb, Hilde Zurawski, Gisela Schlüter,
37:11Hilde Gommers, Hannelore Schmidt, Gisela Kluge, Hildegard Samaitat, Gisela Schäfer, Gisela Schäfers und Gisela Schulze.
37:24Die Gesuchte hat ganz offensichtlich eine gewisse Vorliebe für den Vornamen Gisela.
37:28Für die Polizei ist übrigens noch folgende Frage besonders wichtig.
37:32In welchen Apotheken hat diese Frau Medikamente gekauft und gegebenenfalls welche?
37:37Für Hinweise, die zur Festnahme der Gesuchten führen, sind Belohnungen von insgesamt 2000 Mark ausgesetzt.
37:45Hinweise bitte an die Kriminalpolizei Essen, Telefon 02141 772021,
37:57an jede andere Polizeidienststelle oder eines der Aufnahmestudios.
38:01Vielen Dank, Herr Tuchfeld.
38:04Meine Damen und Herren, was gut und teuer ist, erfreute sich seit jeher gesteigerter Wertschätzung von Einbrechern und Dieben.
38:12Das gilt besonders für jene Kostbarkeiten, die leicht zu transportieren und auch gut wieder abzusetzen sind.
38:18Es scheint, dass im Zeichen des allgemeinen Wohlstandes neben Schmuck und Juwelen vor allem Pelze und Rohfälle diese Voraussetzungen erfüllen.
38:27In den letzten zwei Jahren sind in der Bundesrepublik bei Einbrüchen in Pelzgeschäfte und Gürschenereien Waren im Werte von 15
38:36Millionen Mark gestohlen worden.
38:38Und allein in den wenigen Tagen des neuen Jahres 1970 verschwanden bereits wieder Pelze im Wert von 2 Millionen Mark.
38:45Es sieht so aus, als ob hier international tätige Einbrecher und Heelergruppen am Werk sind.
38:52Die Beute wird meist sofort ins Ausland verschoben und die Polizei tut sich deshalb besonders schwer, diesen Tätern beizukommen.
39:00Vielleicht gelingt es dem Bundeskriminalamt heute Abend mit ihrer Hilfe, meine Damen und Herren, in einen solchen internationalen Pelzring einzubrechen.
39:08Wir haben hier im Studio vier wertvolle Pelzmäntel.
39:12Sie sind zusammen mit 45 anderen Pelzen vor ein paar Wochen vom schwedischen Zoll in Göteborg beschlagnahmt worden.
39:20Nach Lage der Dinge dürften sie hier in der Bundesrepublik gestohlen sein.
39:24Die Polizei konnte bisher aber noch nicht feststellen, wo.
39:27Alle vier Pelze haben besondere Merkmale, an denen die rechtmäßigen Eigentümer sie heute Abend wiedererkennen können.
39:36Da ist zuerst dieser dunkle Standardnaz ganz fällig verarbeitet mit modischen Knöpfen und mehreren handschriftlichen Vermerken des Kirschners.
39:46Hier zunächst einer der Knöpfe.
39:49Ein brauner Zierknopf mit rotbraunen Glassteinen.
39:53Im Kragen steht innen dreimal die Nummer 47.
39:59Im unteren Teil des Mantels ist mit blauem Fettstift auf der Innenseite eines Felles folgende Zahlengruppe vermerkt.
40:081547, darunter ein Strich und darunter die Zahl 38.
40:17Auf dem Pikierstoff ist ein gelbes Z eingezeichnet.
40:21Z wie Zeppelin.
40:24Und hier als zweites ein schwarzer Breitschwanzmantel.
40:29Der Kragen, der unter und über tritt, ist aus Nerz.
40:33Das schwarze Seidenfutter hat in der unteren Hälfte eine auffällig rote Musterung.
40:42Die Bezeichnungen für Rücken- und Vorderteil sind auf den Fällen mit rotem Fettstift vermerkt.
40:51Dann ein relativ dunkler Saphirnerz mit breitem Kragen.
40:57Auch hier weist das Futter eine besondere Zeichnung auf.
41:01Und zwar drei aufgenähte hellgraue Rosen hier auf der rechten Seite.
41:09Das Firmenschild war hier links, aber ist offensichtlich nach dem Diebstahl herausgetrennt worden.
41:18Und schließlich diesen beigefarbenen indischen Breitschwanzmantel mit Schalkragen, Nerzmanschetten.
41:32Er ist handgenäht.
41:34Der Mantel ist nicht gefüttert.
41:36Er war also offensichtlich noch nicht verkaufsfertig, als er gestohlen wurde.
41:42Die Felleinteilung wurde mit blauem Fettstift vorgenommen.
41:46Der schwarze Pikierstoff, Sie sehen es hier sehr deutlich, wurde mit braunem Faden verarbeitet.
41:53Wenn Sie wissen, meine Damen und Herren, wo einer dieser Mäntel herstammt,
41:56oder wenn Sie Angaben zu den Futterstoffen oder zu den Knopf machen können,
42:01wenden Sie sich bitte an das Bundeskriminalamt in Wiesbaden.
42:05Telefon Vorwahl 06121, Rufnummer 3831.
42:15An jede andere Polizeidienststelle oder an eines unserer Aufnahmestudios.
42:22Und nun, meine Damen und Herren, geht es noch einmal um eine Frau, um eine Schweizerin.
42:28Sie heißt Margarete Rehm und wird von Interpol Bern seit fünf Jahren gesucht.
42:33Auch in Österreich, Deutschland und Belgien laufen mehrere Strafverfahren gegen Sie.
42:39Es geht meist um sogenannte Darlehensbetrügereien, bei denen sie sich gewöhnlich als vermögende Geschäftsfrau ausgibt,
42:45die vorübergehend etwas Kapital benötigt.
42:48Allein in der Schweiz beträgt der festgestellte Schaden mehr als 100.000 Franken.
42:54Margarete Rehm ist 54 Jahre alt und 1,63 groß.
42:59Sie hat mittelblondes Haar und blaue Augen.
43:02Die Frau, die etwas lispelt, spricht Deutsch mit Schweizer Tonfall und Französisch.
43:07Mitunter benutzt sie Falschnamen.
43:09So nannte sie sich zum Beispiel Christel Schmitz und Ingelore Eilers.
43:14Für Hinweise, die zur Festnahme der Gesuchten führen, ist eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt.
43:20Hinweise bitte an jede Polizeidienststelle oder eines der Aufnahmestudios.
43:26Meine Damen und Herren, Sie wissen, es gibt Menschen, die sind schon von Berufswegen besonders in Gefahr,
43:32mit dem Verbrechen in Berührung zu kommen.
43:34Ich denke beispielsweise an Bankbeamte, Juweliere oder auch an Polizisten.
43:38All diese Menschen wissen von der Gefahr und stellen sich gewöhnlich auch auf sie ein.
43:44Aber es gibt eine spezielle Situation, der vor allem junge Leute mitunter in großer Gefahr sind, ohne es zu wissen.
43:51Liebespaare, für die das Auto heute die Rolle der alten Parkbank übernommen hat.
43:56Der folgende Bericht, bei dem es um zwei verschiedene Verbrechen geht,
44:00soll deshalb auch all jenen jungen Menschen, die es angeht, die Gefahr deutlich machen.
44:04Denn mancher von ihnen hat in den vergangenen Jahren seine Artlosigkeit mit dem Leben bezahlt.
44:20Sonntag, 7. September 1969.
44:24Die kleine Gemeinde Gräven-Wiesbach im Taunus hat an diesem Wochenende ihre Kirmes oder Kerb gefeiert,
44:30wie das Fest hier volkstümlich genannt wird.
44:41Es ist drei Uhr nachts.
44:44Die Lichter an den Karussells und Buden sind seit Stunden erloschen.
44:54Nur im großen Festzelt halten einige unentwegte Gäste noch die Stellung.
45:03Vor allem junge Leute aus dem Dorf und den Nachbargemeinden sitzen an der Theke noch beisammen.
45:09Dabei wird auch eine alte Freundschaft wieder aufgefrischt.
45:12Bettina Strohmeier aus Gräven-Wiesbach und der 21-jährige Richard Buche aus dem Nachbarort
45:17haben sich seit einem halben Jahr nicht mehr gesehen.
45:21Du sollst mir nicht lieber gehen? Die machen hier sowieso bei Schluss.
45:23Gut, aber du bringst mich doch nach Hause, nicht?
45:25Du meinst gleich. Sofort. Direkt nach Hause.
45:29Was denkst du denn?
45:31Na gut.
45:33Macht's gut, Leute.
45:34Nein, nein, noch ein Bier, noch ein Bier.
45:35Noch viel Vergnügen.
45:36Nein, nein, noch ein Bier.
45:48Die können wir uns doch noch leisten, oder?
45:49Aber wirklich nur ein ganz kleiner.
45:51Aber ganz klar.
45:57Richard Buche möchte den Abend nicht so abrupt beenden.
46:00Die beiden jungen Leute starten noch zu einer kleinen Spazierfahrt.
46:13Habe ich dir eigentlich schon gesagt, dass du noch viel hübscher geworden bist,
46:16seit wir uns das letzte Mal gesehen haben?
46:18Guck du lieber auf die Straße.
46:20Guck.
46:35Du, anhalten war aber nicht erlaubt, bei dem Umweg.
46:39Wenn ich dich schon beim Warnig anschauen darf,
46:41ja, dann muss ich ja mal ein bisschen anhalten.
46:53Ich glaube, vor dir muss man sich ganz schön in Acht nehmen.
46:57Mach Quatsch.
46:59Ist doch nur, weil ich dich nett finde.
47:06Richard und Bettina ahnen nicht, dass sie beobachtet werden.
47:24Wenn ich dich schon beim Warnig,
47:36wenn ich dich eigentlich schon mal in Loewel habe,
47:46Du, da ist ja die Tür auf. Warst du das?
47:49Nein, aber ich kann sie ja zumachen.
47:52Du, das geht nicht.
47:53Wart mal.
47:55Seid still, du, ich schieße.
47:57Oh, oh.
48:01Zieh nicht aus.
48:02Nein, nein. Hilfe, Hilfe.
48:06Zieh dich aus oder ich mach dich kaputt.
48:10Das Mädchen wehrt sich verzweifelt.
48:15Plötzlich beginnt der Wagen rückwärts zu rollen.
48:30Bettina versucht den Motor zu starten, um so vielleicht den Angreifer abzuschütteln.
48:35Aber der Mann reagiert schnell.
48:40Der rollende Wagen wird schließlich von einer niedrigen Böschung aufgefangen.
48:44Durch den Ruck erwacht Richard aus seiner Bewusstlosigkeit und greift den Mann sofort wieder an.
48:50Die beherzte Gegenwehr der Überfallenen bringt den Täter aus dem Konzept.
48:54Er zieht sich zurück.
48:57Die beiden jungen Leute können ihn später nicht beschreiben.
49:00Aber er hat beim Kampf ein kleines, goldenes Medaillon verloren, das zu einer wichtigen Spur wird.
49:14Der Überfall auf die beiden jungen Leute im Taunus steht nicht allein.
49:26Seitdem das Auto zu einem üblichen Aufenthaltsort für Liebespaare geworden ist,
49:31halten auch abartige Sittlichkeitsverbrecher und Träuber in zunehmendem Maße nach solchen einsam stehenden Fahrzeugen ausschau.
49:43Meist versuchen sie die Insassen damit zu überraschen, dass sie plötzlich die Türen aufreißen.
49:48Wenn der Wagen von innen verriegelt ist, haben die Überfallenen eine gute Chance, solche Täter abzuschütteln.
49:56Die Türen dieses Wagens sind nicht verriegelt.
49:59Er steht am 12. Januar 1967 auf einem abgelegenen Parkplatz in Hannover-Ricklingen.
50:05Der junge Mann am Steuer heißt Ralf Pockrand.
50:07Er ist 21 Jahre alt.
50:09Das Mädchen ist 18.
50:12Draußen regnet es in Strömen.
50:15Gegen 22.15 Uhr nähern sich zwei Männer dem Wagen.
50:22Raus!
50:27Dem Mädchen gelingt es, die Tür wieder zu schließen und zu verriegeln.
50:30Auch Ralf Pockrand versucht, den Angreifer auf seiner Seite abzuschütteln.
50:38Plötzlich blitzt ein Messer auf.
50:42Wenige Minuten später ist Ralf Pockrand tot.
50:45Die Beute des Mörders?
50:47Eine Geldbörse mit ungefähr 300 Mark.
50:52Wir haben aus einer langen Liste ähnlicher Straftaten zwei Fälle herausgegriffen, meine Damen und Herren.
50:59Sie wurden ganz zweifellos von verschiedenen Tätern verübt.
51:01Aber bei beiden Verbrechen besteht die Chance, dass sie mit ihrer Hilfe geklärt werden können.
51:06Zunächst der Überfall auf das Liebespark in Gräfen-Wisbach im Taunus.
51:11Der Fall wird bearbeitet von Kriminalbezirkskommissar Hans Beuxen.
51:15Wie der Film zeigte, meine Damen und Herren, gibt es in diesem Falle eine recht interessante Spur.
51:21Und zwar handelt es sich hier um das Medaillon, das der Täter bei dem Kampf im Wagen zurückließ.
51:28Hier sehen Sie eine sehr starke Vergrößerung.
51:31In Wirklichkeit ist es nur so groß wie ein Pfennig und aus 333er Gold.
51:38Auf der Vorderseite trägt es das Bild eines Steinbocks, womit zweifellos das Tierkreiszeichen gemeint ist.
51:45Besonders interessant an diesem Medaillon ist aber die Rückseite.
51:49Dort ist der Vorname Rosi eingraviert.
51:52Die Herstellerfirma ist ermittelt.
51:54Sie liefert dieses Medaillon ohne Gravur aus.
51:56Man darf also annehmen, dass der unbekannte Mann dieses Medaillon von einem Mädchen namens Rosi geschenkt bekommen hat.
52:05Wir stellen deshalb die Frage, wer verschenkte ein solches Medaillon mit dem Tierkreiszeichen eines Steinbocks und dem eingravierten Namen Rosi?
52:16Welcher Juwelier kann sich an diese Gravur erinnern?
52:19Wir möchten diesen Juwelier auch dann bitten, sich zu melden, wenn er den Namen des damaligen Kunden nicht mehr weiß.
52:25Für die Polizei wäre es auch schon sehr wichtig zu wissen, in welcher Stadt das Medaillon gekauft worden ist.
52:33Mit dem Medaillon haben wir das abgerissene Stück einer goldenen Kette sichergestellt.
52:39Aus diesem Teil können wir nicht mehr erkennen, wie lang ursprünglich diese Kette gewesen ist.
52:46Deshalb sind auch keine Schlüsse möglich, wie der Täter dieses Medaillon getragen hat.
52:52Es könnte sein, dass er es am Halse oder am Handgelenk trug.
52:56Wenn es sichtbar getragen wurde, dann besteht durchaus die Möglichkeit, dass das Fehlen des Anhängers nach dem 08.09.1969
53:07entdeckt wurde.
53:09Meine Damen und Herren, wir wissen natürlich, dass es viele Mädchen mit dem Vornamen Rosi gibt.
53:14Die Polizei möchte deshalb in erster Linie bitten um Hinweise, die sich ganz konkret auf das Medaillon beziehen.
53:22Für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens führen, ist eine Belohnung von 1.000 D-Mark ausgesetzt.
53:29Hinweise zu diesem Fall bitte an das staatliche Kriminalkommissariat Bad Homburg.
53:33Telefon Vorwahl 061 72, Nummer 22075 an jede andere Polizeidienststelle oder eines der Aufnahmestudios.
53:46Vielen Dank, Herr Beutzen.
53:49Der zweite Überfall, meine Damen und Herren, den Sie im Film gesehen haben, bei dem der junge Mann ermordet worden
53:53ist, liegt schon etwas länger zurück.
53:56Das Verbrechen ereignete sich am 12. Januar 1967 in Hannover-Ricklingen.
54:02Diesen Fall bearbeitet Oberkommissar Gerhard Witkowski aus Hannover.
54:06Der Täter hat seinem Opfer das Portemonnaie geraubt.
54:12Es handelt sich dabei um eine Geldbörse aus bräunlichem Elefantenleder.
54:19Solche Geldbörsen werden in Italien gefertigt und verkauft.
54:23Wir haben für die heutige Sendung ein Doppelstück beschafft.
54:27Da das Portemonnaie damals ganz neu war, besteht die Möglichkeit, dass der Täter es behalten hat und vielleicht heute noch
54:34besitzt.
54:36Vielleicht hat er es aber auch weggeworfen und jemand von Ihnen, meine Damen und Herren, hat es gefunden.
54:41Besonders auffällig vielleicht die zwei Klasichttaschen in der Mitte des Portemonnaies.
54:47Der Täter wird zur Tatzeit, also vor etwa drei Jahren, folgendermaßen beschrieben.
54:53Etwa 25 Jahre alt, circa 1,75 groß, mit blondem, zurückgekämmten Haar, mit grobem Gesicht und spitzen Kinn, sportliche Figur.
55:07Meine Damen und Herren, Sie haben es im Film gesehen.
55:11Es war ein zweiter Mann beteiligt, bei dem Überfall, aber nicht bei dem Mord.
55:17Vielleicht darf man unterstellen, dass der zweite Mann mit dem Mord nicht einverstanden war.
55:22Dann besteht heute, nach drei Jahren, vielleicht die Chance, dieses Verbrechen mit seiner Hilfe zu klären.
55:29Für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens führen, sind Belohnungen von insgesamt 6.000 D-Mark ausgesetzt worden.
55:36Hinweise bitte an die Kriminalpolizei Hannover, Vorwahl 0511, Rufnummer 16771, an jede andere Polizeidienststelle oder an eines unserer Aufnahmestudios.
55:56Vielen Dank, Herr Witkowski.
55:57Und nun, meine Damen und Herren, ist es, glaube ich, Zeit, in unseren Aufstudios nachzufragen, was dort an ersten Neuigkeiten
56:04eingegangen ist.
56:04Vielleicht zuerst in Wien.
56:06Teddy Potkorski, wie sieht es aus? Was können Sie uns sagen?
56:09Ja, ich muss Sie enttäuschen, Herr Zimmermann, wir haben heute relativ wenig brauchbare Hinweise bekommen.
56:15Das liegt, glaube ich, an den Fällen, die zum größten Teil woanders sich abgespielt haben.
56:21Es gibt einen eher guten Hinweis, und zwar soll der Geldfälscher Friedrich Brugger erst gestern in der Maria-Hilfer-Straße
56:31in einem Geschäft versucht haben,
56:32einen 50-Mark-Schein in österreichische Schilling umzuwechseln, was ihm aber nicht gelungen ist.
56:38Draußen vor dem Geschäft soll er sich dann mit seinem Komplizen, oder zumindest mit einem Mann, der seinem Komplizen Tazza
56:44ähnlich sah, getroffen haben.
56:46Dieser Hinweis wird zurzeit überprüft, aber ansonsten gibt es nichts Konkretes.
56:50Nun, aber ich sehe bei Ihnen die Beamten im Hintergrund telefonieren.
56:54Vielleicht können wir ja im Laufe des Abends, wird sicher, vielleicht noch einiges tun.
56:57Vielen Dank, Teddy Potkorski.
56:59Und bei Ihnen in Zürich, in Zürich, Herr Vetterli, wie sieht es da aus? Was können Sie unseren Zuschauern sagen?
57:05Enttäuschung auch in Zürich, auch bei uns nicht viel los.
57:07Viele Hinweise oder etliche Hinweise für Alfred Lecky und Helmut Derks, aber nichts Genaues.
57:13Vielleicht haben wir mehr in der Spätsendung.
57:15Vielen Dank, Werner Vetterli.
57:17Sie hören, meine Damen und Herren, Enttäuschung. Wie sieht es bei uns aus? Gibt es bei uns auch Enttäuschung?
57:21Ja, es scheint, dass es zum Ausgleich sich bei uns etwas konzentriert.
57:25Bei uns sind recht viele Hinweise zu den verschiedensten Fällen.
57:28Und das ist im Augenblick so, dass ich noch nicht in der Lage bin, wirklich herauszusortieren, was zutreffen könnte.
57:34Es sind zum Teil Übereinstimmungen da.
57:37Das Interessanteste ist wohl im Augenblick ein Hinweis auf die Uhr im ersten Fall, dem Überfall in Grünwald.
57:43Da ist eine solche Uhr aufgetaucht in der faglichen Zeit.
57:47Ob es die richtige ist, wird sich zeigen.
57:49Zumindest ist es die richtige Marge und das richtige Modell.
57:51Sie ist im Augenblick nicht mehr da.
57:52Es könnte also zutreffen, aber das muss natürlich noch überprüft werden.
57:56Vielen Dank, Peter Hohl.
57:58Sie wissen, meine Damen und Herren, der Abend ist noch lang und oft hat sich im Laufe des Abends noch
58:02einiges an Nachrichten eingestellt.
58:05Jetzt aber noch zu einem anderen Fall.
58:07Sie erinnern sich vielleicht an den Überfall auf einen Geldtransport bei Darmstadt.
58:11Anfang Dezember hatten dort drei maskierte Männer etwa eine halbe Million Macht erbeutet.
58:17Zwei Verdächtige sind inzwischen in Haft.
58:20Ein dritter ist flüchtig, vermutlich mit der Beute.
58:23Der Mann heißt Hans-Peter Krug.
58:26Erst in den letzten Tagen konnte die Polizei neue Einzelheiten über den Flüchtigen ermitteln.
58:32So erklärt es sich möglicherweise, warum die intensiven Fahndungsmaßnahmen bisher ohne Erfolg geblieben sind.
58:38Hans-Peter Krug benutzt zur Tarnung nicht nur Haarteile in seiner natürlichen dunkelbraunen Haarfarbe.
58:44In seinem Gepäck befinden sich auch zwei sogenannte Gansperücken.
58:48Eine rote und eine blonde.
58:52Möglicherweise hat er sich in den letzten drei Wochen auch wieder einen Bart wachsen lassen, so wie er ihn schon
58:57früher getragen hat.
58:59Für die Kriminalpolizei wäre es auch interessant zu wissen, ob und wo dieser Mann in den letzten Wochen ein Auto
59:05gekauft hat.
59:07Hans-Peter Krug ist 30 Jahre alt und circa 1,70 groß.
59:11Er besitzt vermutlich verfälschte Ausweise auf folgende Namen.
59:15Peter Kollek und Thomas Peter Burger.