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Transkript
00:00Trotz des politischen Anstrichs, den sie teilweise haben, bleiben diese Taten niedere Verbrechen,
00:05denen ausschließlich unbeteiligte und unschuldige Menschen zum Opfer gefallen sind.
00:10Einer auf dem Flughafen München-Rien, 7 in einem israelitischen Altenheim ebenfalls in München,
00:1747 bei dem Anschlag auf die Swissair-Maschine in Zürich.
00:22In das österreichische Flugzeug, auf das in Frankfurt ein Sprengstoffattentat verübt wurde,
00:27in diesem Flugzeug kamen 38 Menschen nur durch einen unwahrscheinlich glücklichen Zufall mit dem Leben davon.
00:35Sie wissen aus den Zeitungen, wie intensiv die Polizei an der Aufklärung dieser Verbrechen arbeitet.
00:41Selbstverständlich wird dabei auch laufend geprüft, ob mit Hilfe dieser Sendung und der Fernsehzuschauer die Ermittlungen weitergebracht werden können.
00:49Wir stehen mit den jeweiligen Sonderkommissionen in engen Kontakt.
00:53Im Augenblick aber gibt es trotz vieler interner Ermittlungen praktisch keine Ansatzpunkte für neue, konkrete Fragen an die Öffentlichkeit.
01:02Die Herkunft dieses Kanisters allerdings ist immer noch ungeklärt.
01:08Er wurde, wie Sie vielleicht wissen, bei dem Anschlag auf das israelitische Altenheim in München von den Brandstiftern zurückgelassen.
01:15Es ist im Übrigen kein Benzinkanister, wie verschiedentlich zu lesen war, sondern ein 20 Liter Ölbehälter der Firma Aral, in
01:23dem Benzin verschiedener Marken eingefüllt worden war.
01:26Der Kanister war nicht, wie man zuerst glaubte, in braunes Packpapier eingewickelt, sondern mit grauer Wellpappe verpackt.
01:34Er dürfte kurz vor der Brandstiftung etwa so ausgesehen haben.
01:40Auch in der Schweiz, meine Damen und Herren, gibt es bei der Untersuchung des Attentats auf die Swissair-Maschine noch
01:47eine offene Frage.
01:48Bitte, Werner Vetterli.
01:49Ja, eigentlich hätten wir zwei Fragen an unsere Zuschauer.
01:53Bis heute konnte immer noch nicht abgeklärt werden, woher der Höhenmesser stammt, der mit großer Wahrscheinlichkeit die Explosion in das
02:01Swissair-Coronado ausgelöst hat.
02:04So sehen die Überreste des Instrumentes aus, wie sie vor einigen Tagen geborgen worden sind.
02:10Die Untersuchung ergab einwandfrei, dass es sich um ein japanisches Gerät handelte, und zwar mit der Marke Altimeter.
02:20So sah das Instrument ursprünglich aus.
02:24Es wird in der Schweiz zum Preis von 40 bis 50 Franken, wird es verkauft, und zwar vor allem in
02:32Optikergeschäften, Warenhäusern, Sport- und Autozubehörgeschäften.
02:37Für die Polizei wäre es sehr wichtig zu erfahren, wann, wo solche Geräte vor dem 21. Februar verkauft worden sind.
02:47Eine zweite Frage ist für die Untersuchung ebenfalls sehr wichtig.
02:53Das Swissair-Bruckzeug beförderte am 21. Februar Luftpost aus dem Raume München.
03:00Wir bitten alle jene Leute, die dort am 19. oder 20. Februar Luftpost-Luftpakete nach Israel aufgegeben haben, sich doch
03:10bitte bei der Polizei zu melden.
03:12Vielen Dank, Werner Fetterli.
03:14Die Frage nach den Käufern der Höhenmesser, meine Damen und Herren, ist im Übrigen auch deshalb besonders wichtig,
03:21weil dieser Höhenmesser auch hier in der Bundesrepublik verkauft wird,
03:25und weil, wie Sie gehört haben, das Paket möglicherweise auch in einer Sendung war, die aus München kam.
03:31Wenn sich im Laufe der Ermittlungen gegen die Attentäter der letzten Woche nur noch weitere Fragen ergeben sollten,
03:38werden wir selbstverständlich darauf zurückkommen.
03:41Jetzt aber zuerst, wie gewohnt, ein kurzer Rückblick auf die Ergebnisse der letzten Sendung vom 23. Januar.
03:49Vier in der Sendung gesuchte Personen konnten inzwischen festgenommen werden.
03:54Mathilde Kaspchak, noch am selben Abend, wenige Minuten nach Ende der Sendung.
04:00Von der Staatsanwaltschaft werden ihr über 50 skrupellose Betrügereien und Diebstähle meist begangen an Rentnern vorgeworfen.
04:11In einigen Fällen hat sie nach den Ermittlungen der Polizei ihre Opfer vorher mit vergiftetem Likör betäubt.
04:20Hans-Peter Krug, der dritte Mann beim Überfall auf den Darmstädter Geldtransport,
04:26wurde eine Woche nach der Sendung in Hamburg festgenommen.
04:31Mehrere Zuschauerhinweise hatten dort auf seine Spur geführt.
04:34Es gelang der Polizei in diesem Fall sogar, noch über 80.000 Mark von dem geraubten Geld sicherzustellen.
04:41Die beiden Männer, die in Düsseldorf einen Millionär auf Bestellung ermorden sollten, wurden in der Nähe von Frankfurt festgenommen.
04:47Auch in den Ermittlungen gegen einen internationalen Pelzschieberring ist die Kripo ein erhebliches Stück weiter gekommen.
04:54Die Herkunft von zwei in Schweden sichergestellten Mänteln, die wir in der letzten Sendung gezeigt haben, ist geklärt.
05:01Einer stammt aus einem Pelzgeschäft in Nürnberg, der zweite von einem Kirschner in Frankfurt.
05:08So, und nun, meine Damen und Herren, zu den neuen Fällen.
05:11Es geht zuerst um einen Mann, der mit den zu den gefährlichsten Gewaltverbrechern zu zählen ist,
05:17mit denen es die Polizei in den letzten Jahren zu tun hatte.
05:21Sein Name ist bisher noch unbekannt.
05:24Drei Menschen mussten in den letzten Monaten nacheinander ihr Leben lassen.
05:27Ein vierter wurde schwer verletzt.
05:30Und die Beamten der Sonderkommission, die an der Aufklärung dieser Verbrechen arbeiten,
05:35müssen jeden Tag befürchten, dass der unheimliche Mordschütze sein nächstes Opfer findet.
05:41Zum ersten Mal fiel der Mann der Polizei bei einem Vorfall auf,
05:46der die Gefährlichkeit dieses Verbrechers noch nicht ahnen ließ.
05:56Frankfurt, 7. April 1969, 0.30 Uhr.
06:01Es ist die Nacht vom Ostersonntag zum Ostermontag.
06:05In der Gallusanlage, einem kleinen Park am Rand des Bahnhofsviertels,
06:09warten fünf junge Männer, sogenannte Rocker, auf eine passende Gelegenheit, ihre Stärke zu beweisen.
06:16Ein etwa 30-jähriger Mann mit einer karierten Jacke erscheint Ihnen als geeignetes Objekt.
06:32Feuer.
06:34Ex.
07:03Ein Passant am Rande des Parks
07:05ist auf den Vorgang aufmerksam geworden.
07:22Ihr Überfall, Kommando.
07:23Kommen Sie schnell hierher in die Gallusanlage.
07:25Hier hat einer geschossen.
07:26Der ist gerade weggerannt.
07:27Ist jemand verletzt?
07:29Ich glaube ja, da hat einer geschrien.
07:31Wie heißen Sie denn?
07:33Horst Mehle.
07:34Warten Sie dort an der Rufsäule.
07:36Wir sind gleich da.
07:37Ja, danke.
07:43Nächtliche Zwischenfälle wie die Schießerei in der Gallusanlage
07:46sind in einer Großstadt wie Frankfurt bald wieder vergessen.
07:51Fünf Monate später aber wird der Pistolenschütze,
07:54der hier möglicherweise in Notwehr geschossen hat,
07:57zur Schlüsselfigur in einer aufsehenerregenden Serie von Verbrechen.
08:06Am Donnerstag, dem 4. September 1969,
08:10verlässt der 56-jährige Gelegenheitsarbeiter Stefan Markli
08:14am späten Nachmittag seinen Stammtisch.
08:17Stefan Markli wohnt am Rande von Neu-Isenburg,
08:20einer Stadt im Raum Frankfurt.
08:30Stefan Markli ist mit seiner Frau 1948 in die Bundesrepublik gekommen.
08:34Er stammt aus Ungarn.
08:37In den nächsten Tagen will er eine Reise in seiner Heimat antreten,
08:40um dort Unterlagen für den Lastenausgleich zu besorgen.
08:48Mit großer Wahrscheinlichkeit trägt er an diesem Tag mehrere hundert Mark Reisegeld bei sich
08:53und vermutlich hat er in der Gastwirtschaft auch von diesem Geld erzählt.
09:00Denn auch in seinem übrigen Bekanntenkreis ist es kein Geheimnis,
09:03dass das Ehepaar Markli über beachtliche Ersparnisse verfügt,
09:07die Frau Markli zu Hause in einem Strumpf versteckt hält.
09:19Die Eheleute Markli wohnen in einer abgelegenen, primitiven Behelfswohnung.
09:24Das Gebäude gehört zu den Überresten einer Flackstellung aus dem letzten Krieg.
09:33Auf dem gepachteten Grundstück rund um das Haus
09:36hält Stefan Markli einige Schafe, ein paar Kühe und Hühner.
09:41Er ist gelernter Metzger und schlachtet meist selbst.
09:57In der folgenden Nacht nähert sich ein Mann der Behausung,
10:00der offensichtlich weiß, dass hier Geld zu holen ist.
10:05Das war er bei Schafe, ein Mann der Be Empressung.
10:10Das war er bei Schafe, ein paar Kühe und Hühner.
10:12Und dem ein paar Kühe, ein Mann der Beweisung.
10:26Es gibt noch ein paar Kühe und Hühner.
10:34Trotz des Klirrens der zerbrechenden Scheibe erwachen die Eheleute Markley nicht.
11:31Untertitelung des ZDF, 2020
12:00Untertitelung des ZDF, 2020
12:21Stefan und Maria Markley sind tot.
12:25Das Reisegeld und auch der Sparstrumpf der Frau sind am nächsten Morgen verschwunden.
12:46Der Täter hinterlässt nur wenige Spuren.
12:49Unter anderem verliert er eines der Lastenausgleichsformulare, die sich Stefan Markley wahrscheinlich zusammen mit dem Geld für die Ungarnreise zurechtgelegt
12:58hatte.
13:04Sieben Wochen später, am 25. Oktober, zehn Kilometer von Neu-Isenburg entfernt.
13:10An der Shell-Tankstelle in Walldorf bereitet sich der 51-jährige Tankwart Fritz Kordes auf den Feierabend vor.
13:25Vermutlich wird er zu diesem Zeitpunkt bereits aufmerksam beobachtet, ohne etwas davon zu merken.
13:48Wenige Minuten vor Geschäftsschluss betritt dann ein Mann als später Kunde den Verkaufsraum.
14:00Der Mann verlangt Motorenöl einer wenig gehandelten Sorte.
14:04Dieses Öl ist im Verkaufsraum nicht vorrätig.
14:07Fritz Kordes muss deshalb in den Lagerraum im Keller.
14:20Fritz Kordes muss deshalb in den Lagerraum im Keller.
14:54Das verlangte Öl kostet 6,90 Mark.
14:59Der Mann legt einen größeren Geldschein auf den Tisch.
15:10Und noch während der ahnungslose Tankwart mit dem Wechseln beschäftigt ist, wird er mit fast aufgesetzter Waffe getötet.
15:17Genau wie das Ehepaar Markley.
15:23Fritz Kordes hinterlässt Frau und zwei Kinder.
15:28Der Mörder erbeutet 2045 Mark.
15:32Die Polizei findet später Spuren, die den Schluss zulassen, dass der Mörder des Ehepaares Markley auch dieses Verbrechen begangen hat.
15:46Für die zurückgelassenen Öldosen gibt es zunächst keine Erklärung.
15:50Aber das Rätsel löst sich bereits acht Tage später.
15:56Am 3. November in einer nur wenige Kilometer entfernten FINA-Tankstelle in Sprendlingen.
16:03Auch hier sitzt der Tankwart kurz vor Feierabend über seiner Abrechnung.
16:18Guten Abend. Sie wünschen?
16:21Ich möchte einen Liter Motoröl.
16:23Welches?
16:24Haben Sie Shellöl?
16:26Nein.
16:27Haben Sie BP?
16:28Nein, dann müssen Sie nach drüben zur BP-Tankstelle gehen.
16:31Was haben Sie dann für Öl?
16:33FINA-Öl.
16:34Ist das gut?
16:35Natürlich. Das ist HD-Öl. Sehr gut.
16:38Dann geben Sie mir einen Liter.
16:54Es macht 4,30 Meter, bitte.
17:19Es macht 4,30 Meter.
17:45Der Tankwart hat Glück gehabt.
17:48Sekundenbruchteile vor dem Schuss hat er die Pistole gesehen und sich instinktiv zu Boden geworfen.
17:53Sein Angstschrei muss den Täter getäuscht haben.
17:56Zum ersten Mal bekommt die Polizei jetzt eine brauchbare Personenbeschreibung des unheimlichen Mordschützen.
18:05Diese Personenbeschreibung allein, meine Damen und Herren, konnte bisher nicht auf die Spur des Täters führen.
18:10Aber es gibt heute eine Reihe anderer Fragen.
18:13Wenn es mit Ihrer Hilfe gelingt, auf diese Fragen die richtigen Antworten zu finden, dann wird Bezirkskommissar Scheib aus Groß
18:20-Gerau, der die Ermittlungen in diesem Fall leitet, den Mörder vielleicht finden und auch überführen können.
18:26Ja, beginnen wir mit der Schießerei in der Frankfurter Gallus-Anlage.
18:31Damals hatte der Mann, den wir suchen, wahrscheinlich noch keinen Mord begangen.
18:37In der Gallus-Anlage hat er möglicherweise in Notwehr geschossen.
18:40Wir könnten uns daher gut vorstellen, dass er irgendwo anderen etwas über den Zusammenstoß mit den Rockern erzählt oder sogar
18:51damit angegeben hat.
18:53Wenn jemand von Ihnen, meine Damen und Herren, etwas von diesem Zwischenfall weiß und sich bisher nicht gemeldet hat, dann
19:00sollte er daran denken, dass derselbe Mann inzwischen mit großer Wahrscheinlichkeit drei Menschen erschossen hat.
19:07Und möglicherweise auch vor weiteren Verbrechen dieser Art nicht zurückschrecken wird.
19:13Die nächsten Fragen ergeben sich in der Mordsache Mark Lee.
19:16Wir sind ziemlich sicher, dass zwischen dem ermordeten Ehepaar und dem Mörder irgendeine Verbindung, und mag sie nur weitläufig gewesen
19:27sein, bestanden haben muss.
19:30Stefan Mark Lee hat überall freimütig von seinem Geld im Hause erzählt.
19:36Wir möchten daher alle Personen bitten, sich zu melden, die mit Stefan Mark Lee in der letzten Zeit, in den
19:45letzten Monaten und Wochen Kontakt gehabt haben.
19:49Vielleicht kann uns einer von Ihnen helfen, ohne es selbst zu wissen.
19:54So sah Stefan Mark Lee zu Lebzeiten aus, meine Damen und Herren.
20:00Er hat gelegentlich auch außerhalb seiner Wohnung übernachtet.
20:04Er hatte einen sehr großen Bekanntenkreis.
20:06Bisher konnte nicht ermittelt werden, wo sich Stefan Mark Lee in diesen Nächten jeweils aufgehalten hat.
20:13In der Wohnung des ermordeten Ehepaars wurde dieses Foto gefunden.
20:17Es zeigt einen unbekleideten jungen Mann.
20:20Die Polizei konnte bisher nicht feststellen, wer der junge Mann ist.
20:24Man weiß auch nicht, wie alt dieses Foto ist.
20:27Vermutlich handelt es sich um einen Bekannten oder Freund von Stefan Mark Lee.
20:31Falls er heute Abend zuschauen sollte, wird er natürlich gebeten, sich selbst zu melden.
20:36Dem Übrigen, meine Damen und Herren, braucht niemand zu befürchten, in dieser Sache unberechtigt für den Mörder gehalten zu werden.
20:44Die Polizei besitzt vom Täter einen Fingerabdruck und kann deshalb unverdächtige Personen einwandfrei als solche erkennen.
20:52Nach den Angaben verschiedener Zeugen, die den Mordschützen bei allen seinen Auftritten gesehen haben, sind diese beiden Zeichnungen angefertigt worden.
21:02Der Täter trug bei seinem letzten Tankstellenüberfall im November 1969 einen Sporthut und einen schmalen Oberliebenbart.
21:15Der Mann ist etwa 28 bis 30 Jahre alt.
21:19Ein 60 bis ein 70 groß, schlank und hat schwarze Haare.
21:23Er machte auf die Zeugen einen südländischen Eindruck.
21:27Unterhalb der Augen soll die Haut auffallend faltig sein.
21:30Am linken Ringfinger trug er einen goldfarbenen Siegelring.
21:36Für Hinweise, die zur Erklärung der Verbrechen und zur Festnahme des Täters führen, sind mehrere hohe Belohnungen ausgesetzt.
21:45Insgesamt 17.000 D-Mark.
21:48Hinweise bitte an die Kriminalpolizei Neu-Isenburg, Telefon 061-02-4044, an jede andere Polizeidienststelle oder eines der Aufnahmestudios.
22:04Vielen Dank, Herr Scheib.
22:05Noch einmal die Telefonnummern unserer Aufnahmestudios, meine Damen und Herren.
22:09Zuerst die Nummer von Zürich.
22:12Sie erreichen uns dort unter 23 56 50.
22:17Die Vorwahl, die Sie dort sehen, gilt nur innerhalb der Schweiz.
22:21Und in Wien erreichen Sie uns unter der Nummer 82 36 21.
22:28Hier in München, wie immer, unter der 48 49 41.
22:34Bitte achten Sie aber auf die richtige Vorwahl für München innerhalb der Bundesrepublik 0811.
22:44Meine Damen und Herren, auch heute, in einer Zeit des Wohlstands und relativ hoher sozialer Sicherheit, gibt es in manchen
22:51Bereichen unserer Gesellschaft Not und auch soziales Elend.
22:56Gibt es Hunderttausende, denen die Schulden über den Kopf wachsen.
23:00Und man möchte es nicht glauben, gerade auf Sie, die Ärmsten der Armen, hat sich eine besonders skrupellose Clique von
23:07Betrügern spezialisiert, die sogenannten Umschulder.
23:11Sie gaukeln ihren Opfern vor, sie mithilfe einer Schuldenzusammenfassung aus ihren Schwierigkeiten herauszuführen.
23:18In Wirklichkeit kassieren sie nur hohe Gebühren und stürzen ihre Kunden dann in noch tieferes Elend.
23:26Um die Machenschaften einer solchen Umschuldungsfirma geht es in einem Prozess, der in wenigen Tagen in Hannover beginnen soll.
23:33Der Hauptbeschuldigte in diesem Verfahren ist jedoch flüchtig.
23:37Er heißt Siegfried Anke und stammt aus Hannover.
23:43Mindestens 300 Menschen sollen nach der Anklage der Staatsanwaltschaft von Ankes Firma geschädigt worden sein.
23:49Siegfried Anke ist 27 Jahre alt, 1,62 groß und schlank.
23:55Er hat mittelblonde Haare und blaue Augen.
23:59Der Gesuchte soll sich zuletzt im Frankfurter Raum aufgehalten haben.
24:03Möglicherweise hat er sich inzwischen aber auch ins angrenzende deutschsprachige Ausland begeben.
24:07Für Hinweise, die zur Festnahme des Gesuchten führen, ist eine Belohnung von 1000 Macht ausgesetzt.
24:14Hinweise bitte an die Kriminalpolizei Hannover.
24:18Telefon Vorwahl 0511 und dann die Rufnummer 16771 an jeder andere Polizeidienststelle oder eines unserer Aufnahmestudios.
24:33Der nächste Fall, meine Damen und Herren, kommt aus Österreich.
24:36Er beschäftigt die Schlande Gendarmerie in Linz seit mehreren Jahren.
24:41Es geht um eine mysteriöse Gruppe von Trezoreinbrechern, die nicht nur durch ihre Kaltblütigkeit,
24:48sondern auch durch ungewöhnliche Arbeitsweise von sich reden gemacht hat.
25:02Mittwoch, 21. Juni 1967.
25:05In Hinsenbach, einem kleinen Ort in der Nähe von Linz,
25:08beschäftigt sich kurz nach Mitternacht ein unbekannter Mann mit einer Leiter.
25:12Er hat sie von der Außenwand einer Scheune abgehängt.
25:15Aber sie ist für seine Zwecke zu lang.
25:28Die nächste Etappe für den Mann ist der Telefonmast in der Nähe eines Gebäudes.
25:32Der Mast hat fest montierte Steigeisen.
25:50Gelassen sorgt der Unbekannte erst einmal dafür,
25:52dass in Hinsenbach kein Telefon mehr funktioniert.
26:05Auch der weitere Verlauf des nächtlichen Unternehmens ist sorgfältig geplant.
26:14Auf der anderen Straßenseite hat sich der Mann ein Gewehr mit Schalldämpfer bereitgelegt.
26:48Zielsicher schießt er ein kreisrundes Loch in die doppelt verglaste Fensterscheibe einer Bank.
27:01Die Schüsse waren kaum vernehmbar.
27:04Niemand hat etwas gehört.
27:06Alles bleibt still.
27:35Untertitelung des ZDF hrupinen
27:43Vermutlich ist der unbekannte Einbrecher mit einem Auto gekommen, das er in der Nähe abgestellt hat.
27:49Über die kleine Leiter schleppt er eine komplette Schweißausrüstung in die Bank.
28:21Alles geht fast völlig geräuschlos vor sich.
28:24Auch in der Wohnung direkt über der Reifeisenkasse bemerkt niemand etwas von dem nächtlichen Besuch im Erdgeschoss.
28:44Der Mann ist kein Anfänger.
28:46Wie die Gendarmerie später feststellt, gehört er zu einer Gruppe unbekannter Täter,
28:50die in der Gegend von Linz zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Einbrüche begangen hat.
28:57Die Gasflaschen wurden aus einem Lieferwagen gestohlen, Schweißbrenner und Schläuche stammen aus einer Landmaschinenwerkstatt.
29:26Niemand stört den Mann bei seiner Arbeit.
29:33Am frühen Morgen ist er am Ziel.
29:35Durch ein faustgroßes Loch im Panzerschrank holt er rund 200.000 Schilling.
29:48Außerdem findet er ein paar Goldmünzen und einen Maria Theresienthaler.
29:53Das ist ein paar Goldmünzen.
29:58Das ist ein paar Goldmünzen.
30:01Das ist ein paar Goldmünzen und einen Millionen Schilling.
30:08Das ist ein paar Goldmünzen und eine ausgezüglicher, die in der Kreisler.
30:08Wenn es ein Goldmünzen ist, besuchte es комнаte, viele Geräusche reinzun.
30:10Ich bin ein paar Goldmünzen und eine Goldmünzen.
30:11Ich bin ein paar Goldmünzen.
30:19Viele Gasflaschen sind hierzu von dem 27.000 Schilling.
30:23Unbehelligt verlässt er mit seiner Beute den Tatort. Seine gesamte Ausrüstung nimmt er wieder mit.
30:35Ein Dreivierteljahr später ist die Einbrechergruppe wieder unterwegs. Diesmal in dem Ort Everding und in großer Besetzung.
30:46An diesem Tag am 7. März 1968 arbeiten sie nicht mit dem Schweißbrenner.
30:52Sie nehmen aus einem Lagerhaus den ganzen Tresor mit. Einen Panzerschrank mit einem Gewicht von 12 Zentern.
31:07Diesmal arbeiten die Männer aber nicht leise genug.
31:12Alois Eder, der Leiter des Lagerhauses, wacht auf.
31:23Er traut zunächst seinen Augen nicht. Es dauert einige Augenblicke, bis er begriffen hat, was auf der Rampe vor sich
31:29geht.
31:32Dann aber handelt er schnell.
31:39Noch wissen die Einbrecher nicht, dass sie bereits beobachtet werden.
31:50Kurz bevor sie abfahren, bringt einer der Männer aus dem Büro des Lagerhauses noch eine Rechenmaschine mit.
32:07Um keine Zeit zu verlieren, nimmt Alois Eder selbst die Verfolgung auf.
32:22Es gelingt dem Lagerhausleiter, den Fritschenwagen der Einbrecher noch geraume Zeit im Auge zu behalten.
32:27Er holt sogar etwas auf.
32:29Dann aber merken die Täter, dass sie verfolgt werden.
32:43Der Fritschenwagen biegt nach einer Kurve in einen Waldweg ab.
32:47Gleichzeitig verlöschen die Scheinwerfer.
32:58Alois Eder verliert die Spur der Täter.
33:06Der Fritschenwagen, den die Täter benutzt haben, ist in derselben Nacht in Everding gestohlen worden.
33:11Wenige Minuten nachdem Alois Eder sie aus den Augen verloren hat,
33:15haben die flüchtigen Einbrecher den Wagen acht Kilometer entfernt im Wald abgestellt
33:18und den schweren Panzerschrank auf ein anderes Fahrzeug umgeladen.
33:24Danach entledigen sie sich des gestohlenen VW-Transporters auf recht ungewöhnliche Weise.
34:01Die Spur der Täter
34:06Um diese Zeit sind in Hintzenbach die Spuren des Einbruchs vom 21. Juni 1967 längst wieder beseitigt.
34:14In der Raiffeisenkasse steht ein neuer Panzerschrank.
34:19Das Fenster zur Straße hat eine neue Scheibe.
34:23Die Telefonleitungen sind repariert.
34:27Nur die Leiter auf dem in der Nähe gelegenen Bauernhof ist immer noch ein Stück kürzer als vor dem Einbruch.
34:34In der Nacht zum 11. März 1968 aber, vier Tage nach dem Diebstahl des schweren Panzerschrankes, wird von derselben Leiter
34:42erneut ein Stück von etwa zwei Metern abgesägt.
34:52Wieder wird das Telefonnetz von Hintzenbach lahmgelegt.
35:02Und auch aus der Fensterscheibe wird erneut in Höhe des Griffes ein kreisrundes Loch herausgeschossen.
35:25Wieder bringt der Einbrecher eine komplette Schweißausrüstung mit an den Tatorten.
35:29Er findet alles so vor, wie beim ersten Einbruch.
35:56Eine wichtige Veränderung ist ihm jedoch entgangen.
35:59In den Räumen im ersten Stock wohnt seit einigen Wochen ein junger Gendarmeriebeamter.
36:04Und er hat einen leichten Schlaf.
36:21Der Beamte kann vom Fenster aus nichts Verdächtiges sehen.
36:26In diesem Augenblick kommen jedoch zwei junge Burschen an dem Haus vorbei, die er kennt.
36:31Hey Fischebohrm, seid ihr das?
36:33Ja, aber was ist denn los?
36:35Geh schaut doch mal auf, da unten alles in Ordnung ist. Ich hab grad was gehört.
36:41Ui, da ist in der Bank ein Fenster offen. Ich glaub, da ist sogar wer drin.
36:50Da ist er!
36:51Sekunden später ist der Mann in der Dunkelheit verschwunden.
36:54Sein Werkzeug und seine Ausrüstung aber lässt er zurück.
36:59Diese Ausrüstung, meine Damen und Herren, kann den Täter heute möglicherweise verraten.
37:04Bevor wir jetzt in Einzelheiten gehen, jedoch bitte eine kurze Berechtigung.
37:09Siegfried Anke, der Mann, der wegen seines bevorstehenden Prozesses, der in wenigen Tagen in Hannover beginnen soll,
37:16gesucht wird, ist nicht, wie ich irrtümlich angegeben habe, 1,62, sondern 1,82 groß, also 20 Zentimeter größer.
37:25So, und nun zurück zu dem Werkzeug, der Tresoreinbrecher aus Linz.
37:30Dieses Werkzeug steht heute, die zurückgelassene Ausrüstung, in unserem Wiener Studio bei Teddy Bobdorski.
37:36Mitgebracht hat die Gegenstände Rittmeister Scherleitner, der den Fall bearbeitet.
37:42Ja, wir haben die wesentlichsten Gegenstände hier, und zwar eine Sauerstoffflasche und eine Gasflasche mit den dazugehörigen Armaturen und Schläuchen.
37:53Die Flaschen und Schläuche sind bei zwei verschiedenen früheren Einbrüchen gestohlen worden.
38:00Besonders interessant ist dabei, dass damals mit einem Schlag drei Flaschen gestohlen worden sind, während wir nur zwei sicherstellen konnten.
38:12Das könnte also bedeuten, dass die dritte Flasche noch im Besitz der Täter ist, nicht?
38:18Und interessant ist noch zu vermerken, dass die Flaschen nach dem Diebstahl blau lackiert wurden.
38:25Es ist also mit Sicherheit anzunehmen, dass die ausständige und gesuchte Flasche ebenfalls blau lackiert ist.
38:32Ursprünglich hatten die Flaschen eine metallene Farbe, waren also metallblank und die Inschrift der Firma Herbsthofer.
38:41Wir haben auch die gesuchte, die Nummer der gesuchten Flasche, und zwar lautet sie 72 457.
38:49Die gestohlenen Flaschen besitzen noch alte, sogenannte Wehrmachtsventile.
38:56Diese Anschlüsse haben einen größeren Durchmesser als die handelsüblichen Schläuche.
39:03Um den Unterschied zu überbrücken, haben sich die Täter sogenannte Überlaufmuttern besorgt.
39:12Hier die Originalgröße.
39:14Ja, und es ist vielleicht interessant auch festzustellen, dass diese Überlaufmuttern bereits nicht mehr im Handel sind.
39:23Das heißt, ihre Verwendung ist so gut wie verboten.
39:27Die Frage lautet also jetzt ganz eindeutig.
39:31Wo wurden an wen solche Überlaufmuttern verkauft oder verschenkt, oder wo sind solche Überlaufmuttern abhandengekommen?
39:42Das Gewehr, mit dem die Scheibe eingeschossen worden ist, wurde nicht gefunden.
39:50Aber aufgrund der gesicherten Spuren kann mit hoher Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass es sich um eine Kleinkaliberwaffe 6 mm handelt.
40:02Das Besondere an dem Gewehr ist, dass es einen Schalldämpfer und ein Zielfernrohr hat.
40:11Ja, meine Damen und Herren, es ist, und es klingt vor allem wirklich kurios, aber der Panzerschrank mit einem Gewicht
40:20von 12 Zentnern ist ebenfalls spurlos verschwunden.
40:28Die Rechenmaschine, die die Täter in Everding mitgenommen haben, ist ein relativ altes und heute nicht mehr sehr verbreitetes Exemplar.
40:38Eine Maschine, Marke ADO-X, Modell 21 aus dem Jahre 1938 mit der Nummer B35-326.
40:52B 35-326.
40:56Sie hat eine grüne Tastaturplatte mit weißen und roten Tassen.
41:02Das schwarze Kunststoffgehäuse hat auf der linken Seite einen bogenförmigen Sprung.
41:09Die Originalmaschine hat an der rechten Seite außerdem eine Handkurbel.
41:16Frage, wer hat diese Maschine gesehen und oder wem wurde sie angeboten?
41:23Bei einem früheren Einbruchsversuch, ebenfalls in der Gegend von Linz, der auch dieser Einbrechergruppe oder Bande zugeschrieben wird,
41:33fand die Gendarmerie Spuren von Steigeisen auf Telegrafenmasten.
41:41Und zwar handelt es sich hier um Steigeisen aus dem ehemaligen Militär- und Armeebesitz der amerikanischen Armee.
41:48Für sachdienliche Hinweise, die zur Aufklärung dieser Einbruchsserie führen können,
41:57sind Belohnungen von insgesamt 15.000 österreichische Schilling ausgeschrieben.
42:05Hinweise bitte an das Landeschannemarie-Kommando für Oberösterreich in Linz,
42:14Sekt-Telefon 26 171, an jede andere Polizeidienststelle oder an eines der Aufnahmestudios.
42:26Vielen Dank, meine Herren in Wien.
42:28Vor 14 Tagen, meine Damen und Herren, ist einer der größten Wirtschaftsprozesse der letzten Zeit geplatzt,
42:35und zwar in München.
42:37Es ging um eine umfangreiche Betrügerei mit Baugelände mit einem Schaden von mehr als 2 Millionen Mark.
42:45Das Gericht musste die Verhandlung, zu der bereits 400 Zeugen geladen waren, aussetzen,
42:50weil einer der Hauptbeschuldigten geflohen war.
42:53Er heißt Johann Turnhuber und ist 47 Jahre alt und 1,81 groß.
43:01Er hat ein volles Gesicht, eine kräftige Figur, dunkelblonde Haare und braune Augen
43:07und am Kinn ein auffälliges Grübchen.
43:12Dieses Foto von Johann Turnhuber fiel der Polizei erst vor wenigen Tagen in die Hände.
43:17Demnach hat der Gesuchte sein Äußeres mit Hilfe einer neuen Frisur, einer Brille und eine Schnurrbarz recht stark verändert.
43:25In der letzten Zeit hat er vermutlich den Falschnamen Heinz-Peter Otto benutzt.
43:31Der Gesuchte wird von der Staatsanwaltschaft beschuldigt, zusammen mit seinen Helfern mehrere hundert Menschen,
43:37um ihre Ersparnisse gebracht zu haben.
43:39Der Gesamtschaden beträgt, wie gesagt, mehr als 2 Millionen Mark.
43:43Für Hinweise, die zur Festnahme des Gesuchten führen, ist eine Belohnung von 3.000 Mark ausgesetzt.
43:51Hinweise bitte an das Polizeipräsidium München, Telefonvorwahl 0811 und an die Rufnummer 2141,
44:02an jeder anderen Polizeidienststelle oder an eines unserer Aufnahmestudios.
44:07Im nächsten Fall, meine Damen und Herren, geht es noch einmal um Mord, genauer gesagt um Raubmord.
44:14Die Tat geschah vor etwas mehr als vier Monaten in Holland.
44:18Opfer und Täter aber kamen aus Deutschland.
44:21Und vermutlich liegt auch der Schlüssel zur Lösung dieses Verbrechens hier bei uns in der Bundesrepublik.
44:27Das Opfer, der Sparkastenbeamte Ernst Dalkan aus Iserlohn in Sauerland,
44:33hat tragischerweise selbst Kontakt zu seinem Mörder gesucht.
44:37Er hat ihn nur wenige Stunden gekannt.
44:40Der Täter hat in den wenigen Stunden dieser Bekanntschaft aber mehrere wichtige Spuren hinterlassen,
44:45die ihn heute vielleicht entlarven können.
44:55Donnerstag, 23. Oktober 1969, 15.30 Uhr.
45:01Auf dem Zentralbahnhof in Amsterdam kommt der 55-jährige Sparkassenangestellte Ernst Dalkan in der Stadt an.
45:08Er ist in Amsterdam kein Fremder.
45:12Seit 18 Jahren verlebt Dalkan seinen Jahresurlaub in Holland
45:16und wohnt stets bei einer befreundeten Familie in Zahndamm, 7 Kilometer von Amsterdam entfernt.
45:24Und Ausflüge in die nahegelegene Metropole gehören zu seinen festen Gepflogenheiten.
45:34Auch für den Nachmittag des 23. Oktober hat er sich einen ausgedehnten Spaziergang
45:39in die immer wieder interessante Stadt vorgenommen.
45:44Vor einem halben Jahr hat sich Ernst Dalkan bei einem Verkehrsunfall den rechten Oberschenkel gebrochen
45:50und ist deshalb noch etwas gehbehindert.
45:53Er lässt sich also Zeit.
46:00Wie die Polizei später feststellt, schreibt Ernst Dalkan in einem Straßencafé
46:05zwei Ansichtskarten nach Iserlohn.
46:23Drei Stunden nach seiner Ankunft in Amsterdam, gegen 18.30 Uhr bestellt er in einer kleinen Tagesbar
46:29in der Bahnhofsgegend ein Bier.
46:40Seit einer Dreiviertelstunde beschäftigt sich hier ein junger Mann mit einem sogenannten Flipperautomaten
46:45und der Musicbox.
46:58Der junge Mann zeigt dabei eine besondere Vorliebe für eine bestimmte Platte.
47:26Als der junge Mann kurz darauf zahlen will, merkt Ernst Dalkan, dass der zweite Gast
47:31ein Landsmann ist.
47:33Bezahlen bitte.
47:34Was kostet hier ein Bier?
47:36Ich bin eben erst angekommen.
47:3780 Cent.
47:39Das waren vier Bier.
47:41Das ist drei Gold und 20.
47:43Ja.
47:46Danke schön.
47:51Willst du noch was trinken?
47:55Ich muss noch was essen.
47:57Na?
48:00Was isst du denn gerne?
48:01Toast mit Filet.
48:03Steaks.
48:04Er wird ein Toast mit Steak.
48:07Die ersten Worte, die die beiden Deutschen miteinander gewechselt haben, sind vom Inhaber
48:11des Lokals überliefert.
48:13Ein Champion mit Toast.
48:16Auf das weitere Gespräch der Männer achtet der Wirt nicht.
48:22Er weiß später nur zu berichten, dass sich die Gäste angeregt unterhalten haben und
48:27der Jüngere dabei seinem Gesprächspartner verstohlen ein dünnes, grünes Büchlein, vielleicht
48:32seinen deutschen Reisepass gezeigt hat.
48:36Vielen Dank.
48:41Hin und wieder ging der junge Mann auch zur Musicbox, um seine Lieblingsplatte aufzulegen.
49:00Gut eine Stunde später, um 19.45 Uhr, verlässt Ernst Dahlkern mit seinem Begleiter schließlich
49:07das Lokal.
49:08Beide Männer sind zu diesem Zeitpunkt leicht angetrunken.
49:25Kurz darauf fahren die beiden Männer mit dem Zug von Amsterdam nach Zahndamm, dem Urlaubsort
49:30des Bankangestellten.
49:34Eine Mitreisende aus Altmar berichtet der Polizei später über die Begegnung.
49:41Das wird dir da sehr gut gefallen.
49:42Ja, ja.
49:43Also ich muss jetzt mal auf die Toilette.
49:45Aber mach schnell, wir sind gleich in Zahndamm, der Zug fährt nur zehn Minuten.
49:54Verstehen Sie Deutsch?
49:57Ja, recht gut.
49:59Ich komme aus Dortmund, der Bierstadt.
50:02Der andere, der kommt aus Düsseldorf.
50:05Ja, so sind eben die Männer, wenn sie zu viel getrunken haben.
50:13Die Frau kümmert sich nach diesem kurzen Gespräch nicht weiter um die beiden Mitreisenden.
50:24Sie wundert sich deshalb, dass der Jüngere sie auch noch anspricht.
50:28Bis heute konnte die Polizei keine Erklärung für seine etwas eigenartige Frage finden.
50:56Es fällt der Frau auf, dass der junge Mann die Adresse in seiner Handfläche schreibt
51:00und sie seinem Begleiter zeigt.
51:03Tja, dann rollen wir mal.
51:08Auf Wiedersehen.
51:12Zahndamm.
51:15Stadion Zahndamm.
51:26Stadion Zahndamm.
51:36Ernst Dahlkain verkehrt seit Jahren in allen drei Lokalen.
51:40Über seinen Begleiter werden in dieser Zeit nur bruchstückhafte und zusammenhanglose Einzelheiten bekannt.
51:46So wird er zum Beispiel von Ernst Dahlkain als Freund vorgestellt.
51:50Übrigens, Pete, das ist mein Freund Johnny, den ich in Amsterdam getroffen habe.
51:54Hey, Johnny.
51:55Wie gefällt es Amsterdam?
51:57Hey, zum Urlaub.
51:59Zum Urlaub.
52:02Hey, Johnny.
52:03Do you speak English?
52:06Nein, nein, nichts Englisch.
52:13In der zweiten Gastwirtschaft erinnert sich die Wirtin später unter anderem daran, dass
52:18die beiden die Stadt Wuppertal gepriesen haben.
52:21Also Prost, Wuppertal.
52:23Prost.
52:31Auch die Vorliebe für die Schallplatte, The Whiter Shade of Pale, fällt wieder auf.
52:38Nichts drinnen da.
52:41Was liegt denn da für eine Platte?
52:44Das ist sie ja.
52:46Hören Sie mal, können Sie die nicht in die Box da reintun?
52:50Nein, das geht nicht.
52:51Das Apparat ist heute Mittag gemacht.
52:55Ist abgeschlossen.
52:57Na dann nicht.
52:59Mach ich noch drei Bulls, ne?
53:01Sehr gerne.
53:01Ja, klar.
53:04Ich bitte mal, ich muss hin.
53:05Ja, danke.
53:09Und noch einmal wird deutlich, dass der junge Mann mit großer Wahrscheinlichkeit erst an
53:14diesem 23. Oktober nach Holland gekommen ist.
53:21Es ist zu weh.
53:22Noch 15.
53:23Ich habe nichts mehr.
53:26Hier.
53:27Es gibt noch 10 Pfennig.
53:30Das ist noch nicht genug.
53:32Das ist nur 6 oder 7 Cent.
53:34Ja, stimmt nicht.
53:35Der Kurs steht heute bei 90,2.
53:39Wie die Polizei später feststellt, stimmte der von dem jungen Mann angegebene Wechselkurs
53:43an diesem Tag genau.
53:48Kurze Zeit darauf werden die beiden Deutschen in der dritten Gaststätte beobachtet.
53:52Wieder trinken sie ein paar Glas Bier, ehe Dalkin zum Aufbruch drängt.
53:56Da wäre da ja sowieso nichts mehr zu trinken.
54:00Das ist die Welt, meine Herr.
54:01Ich habe noch kärz genug.
54:02Nein, das ist ganz egal.
54:04Wir gehen jetzt...
54:04Gegen 22.30 Uhr verlassen die beiden Männer schließlich auch dieses Lokal.
54:09Insbesondere Ernst Dalkin ist zu diesem Zeitpunkt stark angehalten.
54:13Auf Wiedersehen, auf Wiedersehen, auf Wiedersehen.
54:17So ziehen Sie, Herr.
54:20Wenige Minuten später ist Ernst Dalkin in der Wohnung seiner holländischen Gastgeber eingetroffen.
54:24Er weiß, dass die Wohnungsinhaber erst nach Mitternacht von einer Geselligkeit zurückkommen werden.
54:29Er hat deshalb seinen jungen Freund in die fremde Wohnung mitgenommen.
54:33Er ahnt nicht, dass der Landsmann die angebahnte Männerfreundschaft für einen brutalen Überfall missbrauchen will.
54:50Der Täter wirkt den zusammengeschlagenen Mann mit einem Schal, bis er keinen Laut mehr von sich gibt.
54:59Mit beispielloser Brutalität sticht er danach mit einer Schere noch mehrmals auf sein Opfer ein.
55:09Ernst Dalkin ist tot.
55:11Der Mörder raubt ihm die Brieftasche und die Armbanduhr.
55:19Danach durchwühlt er die Wohnung nach Wertgegenständen.
55:27Wahllos rafft er einige Gegenstände zusammen
55:29und nimmt schließlich auch noch eine Jacke des Hausherrn.
55:42Eine halbe Stunde später wird Ernst Dalkin von der heimkehrenden holländischen Familie gefunden.
55:48Die Polizei erscheint sofort am Tatort.
55:51Die Fahndung nach dem Mörder beginnt.
55:53Aber der Mann hat bereits einen entscheidenden Vorsprung.
55:5915 Minuten nach Mitternacht erkundigt er sich auf dem Bahnhof in Zahndamm nach dem nächsten Zug in Richtung Amsterdam.
56:06Sagen Sie mal, wann fährt der nächste Zug nach Amsterdam?
56:08Heute nicht mehr. Morgen früh um 5.27 Uhr.
56:10Gibt es noch einen Autobus?
56:13Nichts mehr. Nur Taxi. Oder laufen.
56:15Laufen?
56:16Ja.
56:17Eine halbe Stunde. Rechts und dann immer geradeaus.
56:24Der Mörder geht nicht zu Fuß nach Amsterdam.
56:27Er treibt sich noch 5 Stunden in der Nähe des Bahnhofs herum.
56:31Dort findet die Polizei am nächsten Morgen auch einige der geraubten Gegenstände.
56:40In einem Aufenthaltsraum für Rangierarbeiter wäscht er sich das Blut aus dem Gesicht.
56:52Die Arbeiter glauben, der junge Deutsche sei in eine Schlägerei verwickelt gewesen.
56:57Freundschaftlich unterhalten sie sich mit ihm und bieten ihm auch von ihrem Kaffee an.
57:12Auf die Frage, woher er komme, antwortet er...
57:15Aus Bahnen.
57:17Aus Bahnen.
57:21Um 5.27 Uhr fährt der Mörder unerkannt mit dem Zug nach Amsterdam.
57:56Der ermordete Bankbeamte, meine Damen und Herren, stammt, wie Sie wissen, aus Deutschland, aus Iserlohn.
58:02Aus dieser Stadt im Sauerland kommt deshalb auch der zuständige Beamte, Kriminalhauptmeister Herzbruch.
58:08Sie haben es im Film gesehen.
58:11Die Polizei kennt mittlerweile relativ viele Einzelheiten über den Täter.
58:15Herr Herzbruch hofft nun allerdings, dass er heute dieses Mosaik, denn er weiß noch nicht, wie die Einzelheiten zusammengehören,
58:23dass er dieses Mosaik ordnen und vervollständigen kann.
58:26Meine Damen und Herren, wie Sie vielleicht gemerkt haben, ist der Täter mit großer Wahrscheinlichkeit ein sogenannter Strichjunge,
58:34der in homosexuellen Kreisen verkehrt.
58:37Nach übereinstimmenden Aussagen vieler Zeugen soll er etwa so ausgesehen haben.
58:44Er ist 18 bis 25 Jahre alt, etwa 1,80 Meter groß und schlank, aber breitschultrig.
58:52Er hat sehr dunkles, welliges Haar, braune Augen und ein blasses Gesicht.
58:59Bis zur Tat trug er diese dunkelbraune Kunstlederjacke, die aus einer Filiale der Firma Kaufhalle stammt.
59:08Auffallend an der Jacke ist eine schräg angesetzte Tasche mit Reißverschluss auf dem rechten Ärmel.
59:14Da ist es gut.
59:14Da sind die Hoffnung.
59:14Dann die Hoffnung.
59:14Dann können wir zum Beispiel noch auch wissen.
59:14Und dann können wir ganz gut.
59:14Vielen Dank.

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