- vor 6 Monaten
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00:00Guten Tag, meine Damen und Herren. Sie wissen es sicher aus früheren Sendungen dieser Reihe.
00:04Betrüger gehen mit der Zeit und sie sind meist auch sehr anpassungsfähig.
00:08Das bedeutet in der Praxis, dass sie sich schon oft einen neuen Trick ausgedacht haben,
00:13wenn ein früherer durch die Klagen der Betroffenen gerade erst bekannt geworden ist.
00:18Wir haben uns deshalb entschlossen, mit dieser Sendereihe den Ereignissen noch dichter auf die Fersen zu rücken als bisher.
00:24Wir werden künftig unter der neu eingerichteten Rubrik, sie heißt aktuelle Kurzwarnung,
00:30jeweils auf neue Tricks und Maschen eingehen, sobald sie uns bekannt werden.
00:36Eine solche aktuelle Warnung kann zum Beispiel einmal nur aus einem kurzen Hinweis bestehen
00:40oder aus einer entsprechenden Meldung aus den Polizeiberichten.
00:44Ziel dieser neuen Rubrik ist es, sie noch besser als bisher über die Gefahren zu informieren, die jedermann drohen können.
00:51Neben dieser Vorbeugung in Kürze bleibt es aber natürlich auch bei der bewährten Form,
00:58in der wir einzelne Fälle mit einer filmischen Rekonstruktion etwas genauer ausleuchten,
01:03um Ihnen zu zeigen, wie Nepper, Schlepper und Bauanfänger zu Werke gehen.
01:07Auf diese Weise vermitteln wir, wie unsere Zuschauerpost immer wieder bestätigt,
01:12Grundlagenkenntnisse und eine breite, nachhaltige Immunisierung gegen viele Gelegenheiten Schaden zu nehmen.
01:18In unserem ersten Fall nun geht es um eine Masche,
01:23die in den vergangenen Monaten auf dem Boden einer arbeitsmarkttechnischen Spezialität gewachsen ist.
01:28Sie wissen vielleicht, trotz der großen Zahl von Arbeitslosen gibt es bestimmte Bereiche,
01:34in denen extremer Mangel an Arbeitskräften herrscht.
01:36Und das ist mitunter ein erfolgreiches Betätigungsfeld für Schwindler und Betrüger der unterschiedlichsten Art.
01:43Insbesondere auf dem Dienstleistungssektor sind sie anzutreffend.
01:47Im Reinigungsgewerbe genauso wie bei manchen Heil- und Pflegeberufen.
01:51Unser Beispiel stammt aus einem Hamburger Seniorenheim.
01:55Langsam, langsam, Kinder. Ich muss erst mal verschnaufen.
02:03Ja, Mutter. Lass dir nur Zeit.
02:05Ach, Elsa, seid froh, dass ihr noch jung seid. Die Beine wollen nicht mehr.
02:10Ach, ich finde, dass es noch ganz prima geht, Mutter. Wenigstens hier im Haus.
02:13Ach, okay.
02:14Aber vielleicht sollten wir doch endlich den Rollstuhl für dich kaufen.
02:17Damit wir das gute Wetter besser ausnutzen können. Ein bisschen rauskommen mit dir.
02:21Das finde ich auch. Das wird dir vieles erleichtern. Glaub mir, Mutter.
02:23Maria Frohner lebt seit gut einem Jahr in einem Seniorenheim im Süden von Hamburg.
02:29Ihr Sohn Klaus und die Schwiegertochter Elsa, die beide berufstätig sind, besuchen die alte Dame regelmäßig.
02:35Für das Altenheim hatten sie sich gemeinsam entschlossen, als die Mutter etwas gebrechlich wurde.
02:40Sie sind sehr froh darüber, dass sie sich in dem Heim inzwischen gut eingelebt hat.
02:44Um bei den Besuchen an den Sonntagen nicht ständig ans Haus gefesselt zu sein,
02:49wünschen sich die jungen Frohners seit geraumer Zeit einen Rollstuhl für ihre Mutter.
02:53Ich habe gesehen, da gibt es jetzt so einfache Rollstühle. Die sind gar nicht teuer. Schon ab 700 Mark.
02:58So einer würde ja vollkommen genügen. Wir schieben dich doch sowieso.
03:02Na ja, also das Geld hätte ich ja schon beisammen, aber ich weiß nicht recht.
03:07Wie sieht denn das aus, wenn ihr mich so durch die Gegend schiebt?
03:10Ach Mutter, so darfst du das doch nicht sehen.
03:13Wichtig ist doch vor allen Dingen, dass du öfter in die Luft kommst.
03:15Frau Sperring, die Heimleiterin, führt das Haus mit Umsicht und leichter Hand.
03:21Sie kümmert sich meist auch sonntags um ihre Schützlinge.
03:24Ah, Frau Robertus, da sind Sie ja. Ich habe Sie schon überall gesucht.
03:27Ich habe hier einen Brief für Sie, der war gestern in der Post. Wo waren Sie denn?
03:31Habe ich Ihnen das nicht gesagt? Ich war bei meinen Kindern übers Wochenende.
03:35Sie haben mich gerade zurückgebracht, so vor einer halben Stunde.
03:38Ach ja, richtig, das habe ich ganz vergessen. Na, wie war es denn? Schön?
03:42Ach, sehr schön, sehr schön.
03:43Das freut mich. Guten Tag, Herr Frohner.
03:45Guten Tag, Frau Sperring.
03:45Guten Tag, ich bin leider ziemlich in Eile. Jetzt ist uns auch noch Schwester Elisabeth ausgefallen.
03:49Ach, das tut mir aber leid.
03:51Ist das was Schlimmes?
03:52Nein, nein, nur eine Erkältung, aber man weiß ja nie, wie lange das dauert. Hoffentlich fällt sie uns nicht zu lange aus.
03:57Dem Seniorenheim ist auch ein Altenpflegetrakt angegliedert.
04:01Frau Sperring braucht Energie und Organisationstalent, um mit ihrem täglichen Pensum und mit allen Schwierigkeiten fertig zu werden.
04:11Ja?
04:13Schicken Sie sie ruhig her, ich habe hier sowieso zu tun.
04:18An einem Sonntag im Oktober meldet sich unerwartet eine fremde Besucherin bei der Heimleiterin an.
04:25Herein.
04:33Guten Tag.
04:36Guten Tag.
04:36Die Frau stellt sich als Angelika Brandt vor.
04:38Sie hat ein Anliegen, das bei Frau Sperring gerade an diesem Tag besonderes Interesse findet.
04:45Und, was kann ich für Sie tun?
04:47Ich wollte fragen, ob Sie eine Praktikantin in Ihrem Haus brauchen können.
04:52Wie?
04:52Wissen Sie, das ist so, ich möchte später auch ein Altenheim übernehmen und da fehlt mir noch ein halbes Jahr Praktikum.
05:00Deshalb hat die Stadtverwaltung mich zu Ihnen geschickt.
05:03Die haben gesagt, dass ich das vielleicht bei Ihnen machen könnte.
05:06Ach so ist das.
05:08Wo waren Sie denn vorher?
05:10Auf der Schule in Kiel.
05:11Ja, die kenne ich.
05:13Ähm, und wo wohnen Sie?
05:15Hier.
05:15Hier in Hamburg.
05:16Ein Zimmer brauche ich nicht.
05:17Das ist natürlich besonders gut.
05:19Da hätte ich im Augenblick sowieso Schwierigkeiten.
05:20Ja, wann könnten Sie denn anfangen?
05:25Von mir aus sofort.
05:27Äh, wissen Sie, ich wollte schon im letzten Frühjahr das restliche Praktikum machen,
05:31damit ich endlich mit dieser Ausbildung fertig werde.
05:33Also ehrlich, Sie kommen mir wie gerufen.
05:35Mir ist nämlich gerade wieder eine Schwester ausgefallen.
05:37Die musste ich heute Morgen mit Fieber nach Hause schicken.
05:39Na, sehen Sie.
05:40Also gut.
05:41Dann zeigen Sie mir doch mal Ihre Papiere.
05:44Ach, das ist jetzt zu dumm.
05:46Die habe ich bei meiner Mutter liegen lassen.
05:48Ich habe ihr aber schon geschrieben, dass sie sie mir nachschicken soll.
05:50Na ja, wenn ich sie dann kriege, ja, selbstverständlich kriegen Sie die.
05:55Angelika Brandt beweist in dem Gespräch nicht nur, dass sie auf dem Gebiet der Altenpflege sachkundig ist.
06:01Sie macht auf die Heimleiterin auch einen ausgesprochen guten Eindruck.
06:04Ich möchte gleich alles zusammen.
06:06Ich kenne das gut.
06:08So werden sich die beiden Frauen bald einig, obwohl die Bewerberin fürs Erste keine Papiere vorlegen kann.
06:14Dann hoffe ich also auf gute Zusammenarbeit.
06:16Ich auch.
06:17Also, wieder dann bis morgen.
06:19Bis morgen.
06:19Es wäre nett, wenn Sie kurz vor halb acht da sein könnten.
06:21Ja, ich bin pünktlich.
06:22Wiedersehen, Frau Schwering.
06:23Wiedersehen.
06:23Dankeschön.
06:24Wiedersehen.
06:24Wiedersehen.
06:32Auf Wiedersehen, Kinder.
06:34Nachdem sich ihre Kinder an diesem Sonntagnachmittag verabschiedet haben, überprüft Frau Frohner noch einmal ihre Ersparnisse.
06:47Denn der Plan, einen Rollstuhl zu kaufen, ist nach dem neuerlichen Gespräch mit den Kindern nun in ein ernsthaftes Stadium getreten.
06:54Annähernd 1.000 Mark hat sie in den letzten Jahren von ihrer Rente abgezweigt.
07:084.000 Mark hat sie das Geld gespart, um es den Kindern zu vermachen.
07:21Am Montagmorgen drängen sich bei Frau Sperring die Probleme.
07:36Die Wochenplanung für Küche und Personal muss aufgestellt werden.
07:40Ja, hallo?
07:40Der Ausfall der erkrankten Schwester Elisabeth macht komplizierte Korrekturen notwendig.
07:45Pünktlich um halb acht kommt dann, wie verabredet, die neue Praktikantin, die sich am Vortag mit dem Namen Angelika Brandt vorgestellt hat.
08:14Guten Morgen.
08:15Da bin ich.
08:16Ach, guten Morgen, Frau Brandt.
08:18Sie können ruhig Schwester Angelika zu mir sagen.
08:20Also dann Schwester Angelika.
08:22Dies hier ist Schwester Friedl.
08:24Morgen, morgen.
08:25Wissen Sie, Schwester Friedl, das Beste wird sein, wenn Sie Schwester Angelika gleich mitnehmen und Sie ein bisschen einweisen.
08:30Sie macht nämlich bei uns ihr Praktikum.
08:32Aber Sie kennt sich schon ganz gut aus, oder?
08:33Das ist das erste Mal, dass ich im Altenheim arbeite.
08:36Ihren Mantel und die Handtasche können Sie ja dann im Dienstzimmer lassen.
08:39Sie wohnt nämlich nicht bei uns im Haus.
08:40Also zeigen Sie ihr alles Notwendige und legen Sie dann bitte gleich los, dass wir nicht zu sehr ins Hintertreffen geraten, ja?
08:47Wird gemacht.
08:48Kommen Sie.
08:49Also dann viel Spaß.
08:50Danke.
08:50Sie werden zu tun bekommen.
08:52Das glaube ich.
08:52Ohne viel Umstände fügt sich die neue Praktikantin in den Arbeitsablauf des Altenheimes ein.
09:01Schwester Friedl fällt es nicht schwer, sie anzulernen.
09:05Guten Morgen.
09:06Guten Morgen.
09:06Morgen.
09:08Also zuerst machen wir das Bett.
09:10Vielleicht können Sie vorher etwas lüften.
09:11Sagen Sie mal, wann haben Sie eigentlich mit Frau Spalin gesprochen, dass Sie hier anfangen können?
09:20Erst gestern Nachmittag.
09:21Die Stadtverwaltung hatte mir das empfohlen.
09:24So wie die Heimleiterin hat auch Schwester Friedl keinen Grund, misstrauisch zu sein.
09:28Eine hilfreiche Hand ist in einem Altenheim, in dem praktisch immer Personalmangel herrscht, stets willkommen.
09:33Sie müssen jetzt noch das Waschbecken putzen.
09:38Der Lappen hängt da unten.
09:39Ich gehe dann schon mal in den Zimmer im Platz 12, das reicht nicht mehr an.
09:41Ich komme danach, wenn ich fertig bin.
09:42Ja, gut.
09:49Es dauert nicht lange, bis die angebliche Angelika Brandt unbeaufsichtigt in den Zimmern der Altenheimbewohner tätig wird.
09:58Wiedersehen.
10:00Wiedersehen.
10:03Sobald sie dann in den Zimmern der Altenleute allein ist, offenbart sich der wahre Grund für ihr Aufkreuzen im Seniorenheim.
10:15Na nun, wen haben wir denn da?
10:19Ich bin neu hier.
10:21Ach, Sie vertreten wohl Schwester Elisabeth.
10:24Auch das habe ich mir gleich gedacht, dass das länger dauert, obwohl sie so viele hat.
10:28Ich bin hier Praktikantin.
10:29Ich will später selbst ein Altenheim leiten.
10:31Ach, das ist aber schön.
10:35Na, da will ich Sie jetzt nicht länger stören.
10:37Ich will sowieso noch in den Aufenthaltsraum.
10:41Am Montag, da gibt es immer so viel zu erzählen.
10:44Auch Frau Frohner schöpft keinen Verdacht.
10:47Da sie der neuen Praktikantin nicht im Wege stehen möchte, verlässt sie das Zimmer.
10:52Sie ahnt nicht, dass sie auf diese Weise ungewollt dazu beiträgt,
10:56dass das Geld gestohlen wird, von dem sie einen Rollstuhl kaufen möchte.
11:00Der Fall aus dem Hamburger Seniorenheim, den wir hier nachgezeichnet haben, ist leider kein Einzelfall.
11:23Die falsche Praktikantin, die Frau Frohner ihre Ersparnisse entwendet hat, ist sowohl in Hamburg als auch in anderen Städten, in Altenheimen aufgetreten, in München, Essen und in Solingen.
11:34Neben zum Teil erstaunlich hohen Bargeldbeträgen hat die Frau, die unterschiedliche Falschnamen benutzte, auch Schmuck und andere Wertgegenstände erbeutet.
11:42Es ist natürlich schwer, einen allgemeinen verbindlichen Rat zu erteilen.
11:47Die Verhältnisse in den Seniorenheimen sind sehr unterschiedlich.
11:50In einem Haus kann man Wertgegenstände bei der Heimleitung deponieren, in einem anderen nicht.
11:56Man hat wohl auch zu Recht gewisse Hemmungen, den Bewohnern von Altenheimen,
11:59die sich meistens schon von vielen liebgewonnenen Gegenständen ihres bisherigen Lebens trennen mussten,
12:04zu sagen, dass sie auch noch jedes Schmuckstück in eine meist nur schwer erreichbare Aufbewahrung geben sollen.
12:13Aber ein alter Grundsatz gilt natürlich trotzdem.
12:17Auch für Seniorenheime.
12:19Größere Geldbeträge gehören nicht in den Wäscheschrank, sondern auf die Bank.
12:26Bei unserem nächsten Fall geht es vordergründig um den Verkauf gebrauchter Autos.
12:31Rechtlich gesehen werden die Geschädigten Opfer eines Scheckbetruges.
12:37Die meisten Leute wissen zwar heute, dass im Umgang mit Schecks Vorsicht am Platz ist.
12:41Der Fall zeigt aber, dass Schwindler und Betrüger auf immer neue Ideen kommen,
12:45um das berechtigte Misstrauen ihrer Opfer einzuschläfern.
12:48Pass auf, Jutta, es spritzt.
12:52Hey, spinnst du? Ich bin schon gewaschen.
12:54Entschuldigung, ist doch nur Wasser.
12:56Der Dreck kommt da?
12:57Ja, so dreckig ist er nun auch wieder nicht.
12:59Warum waschen wir ihn denn überhaupt?
13:01Aber wenn du einen guten Preis erzielen willst, muss er schon tip-top sein.
13:04Also gut, wenn du meinst, dass das so viel ausmacht.
13:08Aber wasch mich nicht wieder mit, oder wirst du mich auch verkaufen?
13:10Anton Gruber arbeitet im Konstruktionsbüro eines süddeutschen Automobilwerkes.
13:16Wie viele Arbeiter und Angestellte seiner Firma hat er einmal im Jahr ein Auto zu verkaufen,
13:21das er zu einem Sonderpreis vom Werk bezogen hat.
13:25Da diese Fahrzeuge von Werksangehörigen in aller Regel in sehr gutem Zustand sind,
13:30gehen sie auf dem Gebrauchtwagenmarkt meist recht schnell weg.
13:33Um einen Käufer zu finden, hat Herr Gruber eine Annonce in die Zeitung setzen lassen.
13:52Sie ist unter der Rubrik Verkäufe zwar tatsächlich eine von vielen,
13:56aber sie findet Beachtung.
13:58Sie wird unter anderem von einem Mann gelesen, der den Autohandel professionell betreibt.
14:08Herbert Kastl.
14:09Für ihn sind die Worte Jahreswagen von Werksangehörigen von besonderer Bedeutung,
14:15da er sich auf solche relativ neue Autos spezialisiert hat.
14:22Ich gehe schon, das wird der erste Interessent sein.
14:25Hoffentlich, ich habe sowieso keine Lust mehr.
14:28Robert Kastl, guten Tag.
14:33Ich habe eben Ihre Anzeige gelesen.
14:36Ich würde mich für den Wagen interessieren.
14:38Wie viel ist er denn gelaufen und was wollen Sie dafür haben?
14:4112.000 hat er auf dem Tacho.
14:43Und der Preis?
14:45Ja, darüber müssen wir mal reden.
14:47Könnte ich ihn denn mal sehen?
14:48Ja, selbstverständlich.
14:50Wir wohnen hier im Nordend.
14:52Talbachstraße 24.
14:53Ist gut, dann mache ich mich gleich auf den Weg.
14:56Die Wagenpapiere, die haben Sie doch bereit, oder?
14:58Ja, bis später.
15:00Die Kaufverhandlungen laufen vom ersten Augenblick an überraschend gut
15:07und Herbert Kastl bietet sogar einen überdurchschnittlichen Preis.
15:12Na gut, wollen wir nicht lange feilschen.
15:1618.000.
15:17Ja, ist in Ordnung.
15:19Wissen Sie, das sieht man auf einen Blick, dass der Wagen ausgezeichnet gepflegt ist.
15:23Drum interessiere mich fast nur für solche Fahrzeuge von Werksangehörigen.
15:26Ich habe den Kaufvertrag schon vorbereitet.
15:29Wir können hier reingehen, bitte.
15:30Ja, ist gut.
15:32Käufer und Verkäufer sind sich in wenigen Minuten einig.
15:36Der Kaufvertrag wird unterschrieben.
15:38Danach erhält Anton Gruber sogar 2.000 Mark mehr, als er erwartet hat.
15:42Auch seiner Frau fällt ein Stein vom Herzen.
15:46Also ehrlich, so schnell ist es noch nie gegangen mit unserem Jahreswagen.
15:49Wissen Sie, gnädige Frau, lange rumreden hat noch nie viel gebracht.
15:51Tja, dann Prost.
15:54Prost.
15:54Prost.
15:58Ja, ich werde da nicht mehr gebraucht.
16:00Ich muss mich nämlich nur um das Essen kümmern.
16:02Also, auf Wiedersehen, Herr Kastl. Viel Glück mit dem Wagen.
16:05Dankeschön. Wiedersehen.
16:07Ich werde den Wagen dann heute Abend abholen lassen.
16:09Ich habe jetzt nämlich keinen Fahrer dabei.
16:11Das ist schon recht.
16:12Dann brauche ich eigentlich nur noch zu bezahlen.
16:14Sie sind mit einem Scheck einverstanden?
16:16Sie brauchen keine Angst zu haben. Das geht schon in Ordnung.
16:21Ich kaufe jeden Tag Autos.
16:23Na gut, warum nicht?
16:25Also, Runde 18.000.
16:28Es macht Ihnen noch nichts aus, wenn ich den Scheck auf nächsten Dienstag datiere.
16:33Wissen Sie, der Wagen muss ja am Montag noch überprüft werden.
16:36Ja, das ist bei mir so üblich.
16:38Dienstag.
16:40Also gut.
16:41Aber Fehler werden Sie da eh keine finden.
16:43Das glaube ich Ihnen gern.
16:44Aber wissen Sie, das ist nun mal mein Prinzip.
16:47Das seriöse Auftreten des Käufers lässt Anton Gruber nicht zögern, einen Verrechnungsscheck zu akzeptieren.
16:55Die selbstsichere Routine des Mannes und der gute Preis, den er geboten hat, tun ein Übriges.
17:02Prost.
17:03Prost nochmal.
17:08So ist Anton Gruber auch nicht abgeneigt, auf einen weiteren Vorschlag einzugehen.
17:13Ruhig.
17:14Übrigens, was ich Sie noch fragen wollte, Herr Gruber.
17:17Wir können vielleicht ein bisschen zusammenarbeiten.
17:19Wie meinen Sie denn das?
17:21Na ja, Sie erfahren doch sicher von Ihren Kollegen, wenn Sie Ihre Volkswagen verkaufen wollen.
17:25Ich meine, wenn das Jahr um ist, solange Sie ihn behalten müssen.
17:29Ja, das schon, aber was habe ich damit zu tun?
17:32Na ja, Sie könnten mir vielleicht den einen oder anderen vermitteln.
17:36Ein paar hunderte Provisionen wären da schon drin für Sie.
17:38Da haben Sie ja eigentlich recht.
17:41Gar keine schlechte Idee.
17:43Sie brauchen mich nur anzurufen.
17:44Alles andere mache ich.
17:46Meine Telefonnummer haben Sie ja.
17:47Hab's verstanden, alles klar.
17:49Da wird sich sicher bald etwas tun.
17:51Auf Wiedersehen, Herr Kastl.
17:52Wiedersehen, Herr Gruber.
17:53Das Geschäft hat geklappt.
17:56Anton Gruber hat sein Geld bekommen und in der Konstruktionsabteilung des Automobilwerkes spricht sich schnell herum,
18:03dass er einen guten Kontakt zu einem besonders großzügigen Gebrauchtwagenhändler hat.
18:08Schon nach zwei Wochen hat Herr Gruber eine stattliche Liste von Kollegen zusammen,
18:13die mit seiner Hilfe ihre Jahreswagen verkaufen wollen.
18:16Und er hat auch wirklich 18.000 Mark, wenn er mal angezeigt hat?
18:19Ja, das sind 2.000 Mark mehr, als ich gedacht hatte.
18:22Das ist ja ein super Preis.
18:23Wissen Sie, der verscheuert die Wagen in den Orient und da gelten ganz andere Maßstäbe.
18:28Und er hat auch gleich bar bezahlt?
18:29Nein, per Verrechnungsscheck, aber das war absolut einwandfrei.
18:31Drei Tage später war das Geld auf dem Konto.
18:33Na gut, Herr Gruber, dann sagen Sie ihm doch Bescheid, dass er meinen Wagen auch haben kann.
18:36Erwarten Sie, Herr Salzmann.
18:37Ich schreibe mir mal die Daten auf.
18:39Ich mache das jetzt im Sammelverfahren.
18:40Und wie geht es dann weiter?
18:41Ich nehme Sie hier in die Liste auf und die gebe ich heute Abend an Herrn Kastel weiter.
18:45Und er wird sich dann bei Ihnen melden und alles weitere mit Ihnen absprechen.
18:48Prima, das finde ich klasse.
18:49Günter Salzmann ist der 15. Kollege, den Anton Gruber in seine Liste einträgt.
18:54Alle bekommen Sie in den nächsten Tagen den Anruf des Gebrauchtwagenhändlers.
19:02Bedenkenlos gehen Sie alle, so wie schließlich auch Herr Salzmann, auf das Geschäft mit Herbert Kastel ein.
19:07Der macht sich die Sache inzwischen etwas einfacher und bestellt die Vertragspartner in ein Büro.
19:13Dass er dieses Büro nur kurzfristig gemietet hat, fällt niemandem auf.
19:19Gut, Herr Salzmann, das geht klar.
19:21Sie kriegen denselben Preis.
19:23Schließlich ist der gleiche Typ wie der vom Kollegen Gruber.
19:26Du hast eine andere Farbe.
19:29Halt das gleiche in grün.
19:31Da haben Sie recht.
19:33Dann kriegen Sie jetzt Ihren Scheck, genauso wie Herr Gruber.
19:35Ja, ich habe von den Kollegen schon gehört, dass das in Ordnung geht.
19:40Das will ich meinen.
19:4318.000.
19:45Ich muss den Scheck aber auf kommendem Montag datieren, weil der Wagen noch untersucht werden muss.
19:49Ja, ja, ich weiß.
19:50Herr Gruber hat mir das schon erzählt.
19:52Naja, auf die paar Tage kommt es auch nicht mehr an.
19:56So, Herr Salzmann, das ist Ihr Scheck.
19:59Vielen Dank.
20:00Papier und Schlüssel können Sie hier lassen.
20:02Dann ist ja alles klar.
20:03Auf Wiedersehen, Herr Salzmann.
20:06Auf Wiedersehen.
20:06Herbert Kastl kauft die Fahrzeuge relativ wahllos.
20:15Er macht sich nicht einmal mehr die Mühe einer genaueren Besichtigung.
20:19Er wird die Autos auch nicht lange behalten, sondern sofort an einen anderen Gebrauchtwagenhändler weiterverkaufen,
20:25mit dem er eingespielte Geschäftsbeziehungen unterhält.
20:28Beim Wiederverkauf ist Herbert Kastl im Hinblick auf die Zahlungsweise allerdings erheblich vorsichtiger
20:38als die Werksangehörigen, die die Fahrzeuge an ihn abgegeben haben.
20:42Noch am selben Tag taucht dann der zweite Autohändler mit einem Transporter auf, um die Wagen abzugreifen.
21:12Ihn interessiert nicht, wie Herbert Kastl zu den Fahrzeugen gekommen ist und auf welche Weise er sie bezahlt hat.
21:20Für ihn ist lediglich wichtig, dass er zusammen mit den Wagen auch ordnungsgemäß die Papiere bekommt.
21:25Herbert Kastl hat vor dem letzten Akt des Geschäftes seine Koffer bereits gepackt.
21:31Das sind die Papiere und die Kaufverträge und hier die Autoschlüssel.
21:36Ich habe an jeden die Nummer gemacht.
21:37Okay, du musst dich dann gleich dem Fahrer runterbringen, damit er aufladen kann.
21:41Aber erst erledigen wir das Finanzielle.
21:42Ja, ja. Nur keine Angst.
21:44225.000. Ist genau abgezählt.
21:58Gut, ich verlasse mich drauf.
22:00Herbert Kastl akzeptiert keine Schecks.
22:02Also, auf Wiedersehen.
22:07Auf Wiedersehen.
22:09Er lässt sich die wahre Bar bezahlen.
22:11Günter Salzmann erlebte ein paar Tage später bei seiner Bank dann eine böse Überraschung.
22:28Er hatte den Scheck, den er von dem Aufkäufer bekommen hatte, eingereicht.
22:32Die Gutschrift ist jedoch ausgeblieben.
22:35Ja, tut mir leid, Herr Salzmann.
22:37Die kontoführende Zweigstelle hat gesagt, das Scheck ist nicht gedeckt.
22:39Ich habe extra nochmal angerufen.
22:41Aber mein Kollege hat aus deinem Scheck anstandslos ausbezahlt bekommen.
22:46Ja, das ist schon möglich.
22:47Vor 14 Tagen soll er mal kurzfristig was auf dem Konto gewesen sein.
22:51Das gibt's doch nicht.
22:53Ich glaube, da sind schon mehr Schecks geplatzt, was ich so gehört habe.
22:57Ja, was mache ich denn jetzt?
23:00Jetzt ist das Auto weg und ich kriege kein Geld.
23:03Das Beste ist, Sie gehen mal zur Polizei, Herr Salzmann.
23:05Über 100 Werksangehörigen hat der Betrüger mit diesem Trick ihre Jahreswagen abgeschwindelt, bevor er das Weite suchte.
23:15So, und nun, wie angekündigt, einige kurze, ganz aktuelle Warnungen.
23:22Die erste knüpft in gewisser Weise an den gerade gezeigten Scheckbetrug an.
23:27Da gibt es nämlich eine Sorte von Gaunern, die sich auf eine ganz neue Art Euro-Schecks zunutze machen.
23:34Sie verkaufen preiswert irgendein Gegenstand, nehmen einen Euro-Scheck entgegen und verändern, bevor sie den Scheck einlösen, die Währungsbezeichnung.
23:43Dem Scheck-Inhaber werden dann beispielsweise nicht 70 Mark, sondern 70 englische Pfund ausbezahlt.
23:51Das ist dann rund das Vierfache.
23:54Also, wenn Sie eure Schecks ausstellen, meine Damen und Herren, achten Sie immer darauf, dass Sie auch die Währungsbezeichnung hier an der dafür vorgesehenen Stelle deutlich eintragen.
24:04Das ist insbesondere bei kleineren Beträgen wichtig, weil bis zur 300-Mark-Grenze jeder Scheck eingelöst wird.
24:20Dann hier eine andere Sache.
24:24Die Mannheimer Staatsanwaltschaft ermittelt seit einiger Zeit gegen einen Schweizer Geschäftemacher, der hier in der Bundesrepublik unter anderem sogenannte Lotto-Systeme anbietet.
24:33Solche Systeme sind eigentlich ein uralter Schwindel und die meisten Leute hierzulande wissen, was davon zu halten ist.
24:40Dem setzt der Mann aus der Schweiz in seinen Werbebriefen nun entgegen, dass es jetzt mithilfe von Computern möglich sei, gewinnsichere Lotto-Zahlenkombinationen auszurechnen.
24:51Gegen eine Gebühr von 80 Mark.
24:55Von Lottospielern, die mithilfe der teuer erkauften Tipps Nennenswertes gewonnen haben, hat man bisher allerdings noch nichts gehört.
25:03Dann versucht hier ein amerikanischer Club mit einer österreichischen Postfachadresse wieder einmal das uralte Spiel mit den Kettenbriefen.
25:13Eine Masche, die nach einer geheimnisvollen Wellenbewegung immer wiederkehrt.
25:1830.000 Mark sollen da innerhalb weniger Wochen mit einem Einsatz von 150 Mark zu verdienen sein.
25:23Ich will hier wegen der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit die etwas komplizierte Gegenrechnung nicht aufmachen.
25:30Ich kann Ihnen aber versichern, mit Kettenbriefen ist noch niemand reich geworden.
25:35Verdienen können an solchen Aktionen allenfalls die Initiatoren, die sich zunächst einmal an die ersten Positionen setzen.
25:41Das Mitspielen bei Kettenbriefen erfüllt im Übrigen nach entsprechenden Gerichtsurteilen recht leicht den Tatbestand des Betruges.
25:49So, nun zum nächsten Fall, den wir wieder etwas ausführlicher schildern.
25:57Er bestätigt erneut, dass Betrüger sich mit großer Vorliebe an aktuelle Trends und Zeiterschänungen anhängen.
26:04Da werden zum Beispiel gerade Musikschulen von einer wahren Welle des Interesses überrollt.
26:09Wartezeiten von mehr als einem Jahr sind keine Seltenheit, wenn jemand lernen möchte, Klavier oder Gitarre zu spielen, vielleicht auch Trompete zu blasen.
26:18Kein Wunder also, dass unseriöse Geschäftemacher diese Konjunktur zu nutzen versuchen.
26:24Im wahrsten Sinne des Wortes ein Schwindel nach Noten.
26:27Schauen Sie sich an, wie so etwas aussehen kann.
26:34Und jetzt die Mädchen von Girl School.
26:39Rockkonzert in einer süddeutschen Großstadt.
26:54Ulrike Baumann und ihre Freundin Gabel Lange haben sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen,
26:59eine ihrer Lieblingsgruppen einmal live auf der Bühne zu erleben.
27:03Wie die meisten anderen jungen Leute im Saal sind auch die beiden Schülerinnen von der Vorstellung der Rockmusiker begeistert.
27:09Vermutlich ist es dieses Konzert, das den beiden Mädchen den letzten Anstoß zu einem Entschluss gibt, der ihren Eltern noch teuer zu stehen kommen wird.
27:24Gabi und Ulrike besuchen dieselbe Schule.
27:27Am nächsten Morgen gibt es für die beiden nur ein Gesprächsthema.
27:30Den Erfolg, den die Rockgruppe bei ihrem Auftritt hatte.
27:34Guten Morgen, Herr Lange.
27:35Ach, du bist Ulrike, grüß dich. Na, hat es dir gestern auch so gut gefallen wie der Gabi?
27:40Ich war ja ganz ausgeflickt, dass ich nach Hause kam.
27:42Klar, es war super, es war echt spitze gestern.
27:44Tschüss.
27:45Tschüss.
27:46Tschüss.
27:50Weißt du, mein Vater, der versteht das gar nicht, dass sie so auf Hardrock stehen.
27:54Ja, es ist bei mir genauso, da kannst du nichts machen, weil du nur seit bei Fressel und Biedel zauf.
27:58Ah, die an der E-Gitarre hat ja auch super, echt.
28:00Echt, ey, Mann, ey, sowas möchte ich auch können.
28:04Ja, genau, das habe ich mir auch schon überlegt.
28:05Und dann rocken wir da so rum und bauen eine Show.
28:09Ach, aber weißt du, ey, ohne richtige Ausbildung geht das doch sowieso nicht.
28:12Ja, klar, ich meine, da müssen wir halt einen Kurs machen und dann zoomen wir uns ein paar Typen und dann geht's los.
28:18Hey, boys and girls, welcome Julie and the Rock Sisters, ey, das wird sehr Hammer.
28:22Bei dir hämmert's wohl, aber da, was?
28:25Aber komm, ist doch so.
28:26Check das daheim dann gleich mal ab, ne?
28:28Ja.
28:29Dann solltest du auch machen.
28:30Das ist bei mir kein Problem, weil ich, wenn ich das als Schule und richtige Ausbildung verkaufe, kriege ich meinen Vater für sich so rum.
28:37Das ist eine gute Idee, soweit ich das auch machen.
28:39Oh, das will ich gar nicht machen.
28:42Darf ich mal stören?
28:53Ich müsste euch sprechen.
28:56Trinend.
28:57Na nun, so feierlich.
29:00Was gibt's denn, Tochter?
29:02Na, das ist so, die Gabi und ich, wir wollen halt einen Kursus mitmachen.
29:06Wieso denn das plötzlich?
29:07Na, einen Gitarrekurs, wir wollen so richtig gut spielen, da nicht bloß so rumzupfen.
29:13Ist euch die Idee da gestern beim Konzert gekommen?
29:16Genau, das war ganz toll, da am Mädchen gespielt und wir haben uns gedacht, wenn wir so was richtig lernen können, können wir das auch machen.
29:22Wenn das nicht mal wieder eine von euren Schnapsideen ist.
29:25Zwei Wochen seid ihr begeistert und dann liegt die teure Gitarre in der Ecke.
29:29Nur weil er einen neuen Fimmel hat.
29:30Nein, bestimmt nicht, wir haben uns das ganz genau überlegt.
29:33Na, wenn es Ihnen ernst ist, dann hängen Sie nicht so viel in der Disco rum.
29:36Ein Schreibmaschinenkurs oder Steno, da hättet ihr mehr davon.
29:40Das wäre eine vernünftige Sache.
29:43Nee, Vater, du siehst es falsch.
29:44Mit Musik kann man heute viel mehr Karriere machen als im Büro.
29:47Also gut, warten wir es ab.
29:51Aber hier, wie sieht es in Himmel aus?
29:55Ich meine, Quanto Costa.
29:57Naja, so genau wissen wir das noch nicht.
29:59Also eine Gitarre kostet vielleicht 200 Mark,
30:02aber die könnte ich in der Schule billiger bekommen von einem aus der Parallelklasse.
30:06Aber das ist erst die Gitarre.
30:08Ja, und so ein Kurs kostet vielleicht auch 200 Mark.
30:11Wir haben da unser Musiklehrer gefragt, der hat uns das gesagt.
30:14Würde der denn euch die Stunden geben?
30:16Nee, der hat so eine neue Musikschule aufgemacht.
30:19Ich habe da am Markt ein Plakat gesehen.
30:20Im Prinzip bin ich ja nicht dagegen, wenn es dir wirklich ernst ist damit.
30:24Auch Gitarre lernen geht sicher nicht ohne Fleiß und Ausdauern.
30:27Da habe ich so meine Zweifel.
30:29Ja, wir sind doch echt motiviert.
30:31Hoffentlich, denn schließlich ist der Spaß nicht billig.
30:33Unterm Strich kommen da wahrscheinlich 500 Mark raus.
30:37Ja, aber ich habe ja selber auch noch ein wenig was gespart
30:40und die Oma zahlt bestimmt was dazu.
30:42Also wenn schon, dann können wir das auch alleine.
30:44Ja, okay.
30:45Was hältst du denn von der ganzen Sache?
30:48Naja, ein Instrument zu können ist doch schon was Schönes.
30:52Ihr seid echt spitze.
30:53Die Eltern der beiden Mädchen sind einverstanden.
31:03Und wenige Tage später erscheinen sie im Büro der neuen Musikschule,
31:07um Gabi und Ulrike für einen Gitarrenkurs anzumelden.
31:10Dabei merken sie, dass es gar nicht so leicht ist, einen Platz zu erhalten.
31:14Da haben Sie aber ausgesprochen Glück.
31:16Wenn der Kurs der nächsten Freitag anfängt, sind zufällig zwei Plätze frei geworden,
31:20weil die Leute überraschend wegziehen mussten.
31:22Toll, dass wir dann in der Sicht lange warten müssen.
31:24Ja, ja, wir sind für Monate im Voraus ausgebucht, aber es klappt ja ganz gut.
31:29Ihr könnt also nächste Woche Freitag zur ersten Stunde kommen und von da ab jeden Freitag um fünf.
31:35Und wo findet der Kurs statt?
31:36Wir haben hier oben einen Unterrichtsraum.
31:39Da stören wir niemanden.
31:41Wie sieht es denn mit den Instrumenten aus?
31:43Kann ich Ihnen da noch behilflich sein?
31:45Nein, danke, das ist nicht nötig.
31:46Die Ulrike hat viel Glück gehabt.
31:48Ein Schulkamerad hat seine Gitarre verkauft.
31:50Und unsere Gabi konnte sich auch eine besorgen.
31:52Na, ich frage, weil man natürlich nur auf einer guten Gitarre auch gut spielen kann.
31:58Nicht, dass sie uns später noch Vorwürfe machen.
32:00Wir können sie erst mal mit den Instrumenten versuchen.
32:02Wenn es nicht gehen sollte, können wir immer noch sehen.
32:04Ja, dann ist ja eigentlich alles klar.
32:07Dann brauchen Sie nur noch hier zu unterschreiben.
32:10Und dann bekomme ich 270 Mark von jedem für den Kurs.
32:15Nachdem Sie erfahren haben, wie begehrt die Plätze in den Musikkursen sind, überlegen die Eltern nicht lange.
32:20Ohne das Anmeldeformular genauer zu prüfen, unterschreiben Sie und entrichten die geforderte Kursgebühr von 270 Mark.
32:27Da Sie auch keine Durchschrift des Vertrages erhalten, bemerken Sie nicht,
32:30dass im Text der Anmeldung einige folgenschwere Ungereimtheiten stecken.
32:34Es ist kein Lernziel angegeben.
32:37Anstelle einer Kündigungsfrist enthalten die Texte eine automatische Verlängerungsklausel und auch über die Qualität der Lehrkräfte ist nichts gesagt.
32:45Mein Gott, stell dich nicht so an.
32:46Hast du noch nie gesehen, wie man so ein Instrument in der Hand hält?
32:48Nee.
32:49Der Unterricht in dem Gitarrenkurs wird von einem jungen Mann abgehalten, der alles andere als pädagogisches Geschick besitzt.
33:04Er hat zwar ein abgebrochenes Musikstudium aufzuweisen, in den letzten Jahren sein Brot aber vorwiegend als Aushilfskellner und Taxifahrer verdient.
33:12Oh Gott, danke.
33:17Also ich will jetzt mal was hören.
33:19Wir schlagen die einzelnen Seiten durch, damit ihr mal hört, wie euer Instrument klingt.
33:24Also bitte.
33:25Du lieber Himmel.
33:33Komm, ich mach euch das mal vor.
33:36Also, einzeln.
33:38Im Gegensatz zu seinen Schülern hat er sich im Hinblick auf seine Ausrüstung auch in keinerlei Unkosten gestürzt.
33:44Also, das ist so ein fieser Kerl. Ich würde da am liebsten immer hingehen. Da lernt man echt überhaupt nichts.
33:50Aber Kind, du weißt doch, aller Antwort ist schwer.
33:53Ja, schon, aber der macht einen so richtig runter. Es kommt mir vor, als ob ihm das auch noch Spaß macht.
33:57Nun aber langsam. Nach einer Stunde kannst du dir das doch gar nicht beurteilen.
34:02Der hat ja nicht mal selber eine Gitarre.
34:04Wie? Na, der muss euch doch was vorspielen können.
34:07Ach, ich wo? Der nimmt ein Instrument von einem von uns.
34:10Ich war heute fast die halbe Stunde nur dort gesessen und hab zugeschaut, weil der mal eine Gitarre hatte, der Blödmann.
34:16Das ist aber wirklich komisch.
34:17Die Gabi ist auch total sauer. Die hat er richtig angeschnauzt.
34:21Und sogar rauchen tut er im Unterricht.
34:23Naja, ihr müsst das jetzt durchstehen.
34:26Du weißt ja, was es gekostet hat. Und da kannst du jetzt nicht gleich wieder die Flinte ins Korn werfen.
34:31Schließlich wollte da groß rauskommen auf der Bühne und so.
34:34Naja, wird sich schon einrenken.
34:37Aber ein bisschen Ausdauer gehört halt dazu.
34:40Es renkt sich nicht ein.
34:42Die Qualität des Unterrichts ändert sich nicht.
34:44Im Gegenteil.
34:46Und nach einigen Übungsstunden beginnt sich der Teilnehmerkreis zu lichten.
34:50Aber der Lehrer lässt sich von dieser Entwicklung nicht beeindrucken.
34:53Sie sollten sich wirklich mal ein anständiges Instrument kaufen.
34:56Mit so einem Kinderspielzeug werden Sie es zu nichts bringen.
34:59So, immerhin war es Ihnen ja gut genug, um uns was drauf vorzuspielen, oder?
35:03Moin!
35:03Lieber junger Freund, das hier ist kein Kasperle-Theater und kein Talentschuppen für Spaßvögel.
35:11Ich soll euch ernsthaften Unterricht erteilen.
35:13Gebt mal hier.
35:13Die ist ja total verstimmt.
35:19Wenigstens das müsstest du inzwischen gelernt haben, wenn du schon nicht spielen kannst.
35:23Nach weiteren drei Wochen müssen die Eltern der beiden Mädchen einsehen, dass die Klagen ihrer Töchter wohlberechtigt sind.
35:30Und so tagt eines Abends im Wohnzimmer der Familie Baumann so etwas wie ein kleiner Krisenstab.
35:36Ja, das stimmt. Also der Karl verdirbt mir wirklich die ganze Lust an Gitarre spielen.
35:40Ich hatte zuerst gedacht, das sind nur Anfangsschwierigkeiten, aber inzwischen scheint das ja ein Bauer zum Stand zu werden, nicht?
35:46Ja.
35:46Na, vielleicht sollten wir mal mit dem Chef reden, bei dem wir die Mädchen damals angemeldet haben.
35:50Ich glaube nicht, dass das viel Sinn hat. Der hat sein Geld und damit ist der Fall verinnerlicht.
35:54Ja, ja, aber ich schmeiße nur ungern das Geld zum Fenster raus.
35:58Vielleicht rückt er ein paar Mark wieder raus, wenn wir die Kinder abmelden.
36:02Glaub ich nicht. Wir haben zwar damals keine Durchschrift von der Anmeldung bekommen,
36:07aber ich erinnere mich ziemlich genau, dass es da hieß, wer nicht zum Unterricht kommt, hat keinen Anspruch auf Kostenersatz.
36:12Na, ich finde auch. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
36:16Und ich mache wirklich drei Kreuze, wenn ich den Kerl nicht mehr sehe.
36:20Und wir haben mit unserem Musiklehrer gesprochen. Der würde uns auch helfen. Man kann auch mit Büchern und Kassetten lernen.
36:26Naja. Wenn ihr berühmt werden wollt, dann müsst ihr allerdings jetzt am Ball bleiben.
36:30Später könnt ihr dann erzählen, dass euer erste Gitarrenkurs ein Schlag ins Wasser war und dass der liebe Papa noch jahrelang dem Geld nachgeweint hat.
36:40Herr Baumann hat dann nicht nur den ersten 270 Mark nachgeweint. Das dicke Ende kam erst später.
36:46Nach einem halben Jahr flatterte bei den Familien nämlich eine Mahnung ins Haus für den Anschlusskurs.
36:52Die Anmeldung, die Sie unterschrieben hatten, enthielt eine automatische Verlängerungsklausel.
36:57Das heißt, dass auch ein zweiter Kurs bezahlt werden muss, wenn nicht rechtzeitig gekündigt wird.
37:03Solche Methoden sind zwar nicht nur anrüchig, sie sind nach neuerer Rechtsprechung auch anfechtbar.
37:09Aber wer prozessiert schon gerne wegen 270 Mark?
37:12Eine Überlegung, die von solchen Geschäftemachern immer mit in Rechnung gestellt wird.
37:17Da ist es sicher billiger, gleich von vornherein an einige wichtige Punkte zu denken.
37:23Erstens bestehen Sie bei jeder Anmeldung und bei jedem Vertragsabschluss auf eine Vertrags- bzw. Anmeldekopie.
37:30Dazu sind Ihre Vertragspartner verpflichtet.
37:34Zweitens achten Sie bei Kurs- und Ausbildungsverträgen darauf, dass die Leistungen des Unternehmens, also auch das Lernziel, genau beschrieben sind.
37:42Zweitens fragen Sie nach früheren Teilnehmern des Unterrichts und erkundigen Sie sich dort.
37:48Viertens vereinbaren Sie, wenn möglich, erst einmal eine Einzelstunde gewissermaßen als Probe.
37:55Und fünftens seien Sie misstrauisch gegen vermeintlich gute Gelegenheiten, wie etwa den gerade freigewordenen Platz im Gitarrenkurs.
38:04Solche Zufälle gehören nicht selten zur Geschäftsstrategie.
38:08So, und nun von den Musikkursen zum Fernsehen.
38:13Unser Experiment, mit dem wir die Sendung auch heute beschließen wollen, beschäftigt sich nämlich mit den Rundfunk- und Fernsehgebühren.
38:19Denn seit einiger Zeit haben wir Trüger auch hier eine neue Einnahmequelle entdeckt.
38:24Die Masche hat leider recht oft Erfolg oder Hand aufs Herz.
38:27Wie würden Sie reagieren, wenn jemand an Ihre Tür klingelt und die Anmeldung für Ihre Rundfunk- und Fernsehgeräte sehen möchte?
38:35Unser Mitarbeiter Bernd Schröder und Kameramann Wolfgang Schallong probierten diesen neuen Trick aus.
38:42Sehen Sie, in kurzer und gerafter Form, einige Ergebnisse dieser Besuche.
38:47Ich komme von der GEZ, mein Kollege auch, von der Gebühren-Einzugszentrale, wegen dem Fernsehen.
38:52Wir dürfen mal nach Ihrer Anmeldung schauen, nach der Fernsehanmeldung.
38:55Wenn die entsprechenden Unterlagen nicht gefunden werden, verlangen die falschen Kontrolleure Geld.
39:00Wissen Sie, sonst wird es jetzt nicht finden, dann machen wir folgendes.
39:02Ich schreibe Ihnen eine Quittung aus über ein Quartal und wenn es doppelt bezahlt würde, wird es für nächstes Quartal gut geschrieben.
39:0811,40 Mark genau, für das Autoradio.
39:11Stimmt das auch? Ist das auch? Kann ich mich verlassen, dass es um die Runde geht?
39:15Aber natürlich, sicher, klar, sonst würden wir ja nicht kommen.
39:17Mit frei erfundenen Argumenten kassiert unser Mann bei der alten Dame Gebühren fürs Autoradio der Tochter.
39:22Wir zahlen alle Autodings, die meisten haben ja vielleicht...
39:25Natürlich, die fährt ja mit zum Beruf, dann ist es also anmeldepflichtig.
39:30Das muss bezahlt werden, ja.
39:31Das habe ich noch nicht gehört.
39:32Ja? Dann stimmt es. Gut, ich bedanke mich.
39:36Das Treppensteigen ist zwar lästig, aber es lohnt sich, wie unser nächster Fall zeigt.
39:41Wenn ich das richtig sehe, das ist nur der Rundfunkteil, der hier bezahlt worden ist.
39:45Für das Fernsehen ist da keine Gebühr dabei.
39:48Wenn Sie einverstanden sind, würde ich Ihnen für dieses laufende Quartal eine Quittung ausstellen.
39:51Für die Gebühren.
39:53Und falls es überzahlt ist, bekommen Sie es ja zurück.
39:57Nur ich muss es halt jetzt so machen, nicht?
40:00Ich würde Ihnen die Quittung ausschreiben und dann geht das in Ordnung.
40:05Also, normalerweise wird das von einem Passgigant abgebucht?
40:08Mhm.
40:09Ich bitte Ihnen das gerade und Sie geben mir die 39.
40:11Da die junge Frau nicht ganz sicher ist, ob sie bei der Anmeldung wirklich alles richtig gemacht hat, ist sie schließlich bereit zu zahlen.
40:19Gut, das ist die Quittung jetzt für Sie, nicht für ein Quartal, habe ich aufgeschrieben.
40:23Und falls es überzahlt sein sollte, kriegen Sie es zurück.
40:25Haben Sie es klein, halbwegs?
40:26Nein, nein, nicht.
40:27Danke.
40:29Bitteschön.
40:30Bitteschön.
40:30Im dritten Fall geht es um Unterlagen für ein Fernsehgerät, das in den Geschäftsräumen steht.
40:37Auch hier löst der Besuch in der Wohnung der Inhaberin das große Suchen aus.
40:41Ich weiß jetzt gar nicht, wo ich das finden soll, aber wir zahlen doch unsere Gebühren regelmäßig, die werden abge...
40:48Ich sehe jetzt gerade unter F, also in meinem Privatdienst...
40:52Die Dame hat Verständnis. Ohne Belege muss leider gezahlt werden.
40:56Dann gebe ich Ihnen das als Quittung.
40:57Ich zeichne das ab und Sie gehen, Sie können sich dann unten gleich das auch angucken.
41:03Ja.
41:03Sie gehen damit unten in den Badebetrieb, die gibt Ihnen das Geld dann aus der Kasse.
41:08So, und Sie wollen jetzt die 27.
41:10Das geht, ja.
41:12Sind Sie es klein?
41:13Das wird weniger.
41:14Wie von der Chefin angewiesen, bekommt unser Mitarbeiter tatsächlich das Geld an der Kasse.
41:20Ja, bedanke ich mich.
41:22Die Quittung bleibt bei Ihnen.
41:24Das nächste Beispiel.
41:26Ohne lange Diskussion wird für das Fernsehgerät des Erwachsenen Sohnes kassiert.
41:31Gut.
41:31Jetzt steht drauf TV-Gerät Sohn Wolfgang.
41:33Gebe ich Ihnen die Quittung für und würde Sie bitten, es anzumelden.
41:36Dann kriegen Sie von mir 23.
41:38Schönen Dank.
41:39Wiederschön.
41:39Der letzte Besuch, wieder bei einer älteren Dame.
41:45Wir könnten eines machen als Kompromiss, dass wir in den laufenden Monat jetzt Fernseh und Rundfunk einbehalten, dass wir also 13 Mark.
41:51Sie zahlt erst nach längerem Hin und Her, obwohl sie die Forderung nicht für berechtigt hält.
41:56Dann bezahlen Sie den nächsten Praktik.
41:57Was die mit den Leuten machen.
41:59Also es ist unerhöhlich.
42:01Genau hat es die Frau natürlich auch nicht gewusst.
42:03Deshalb hat sie sich schließlich doch zum Zahlen überreden lassen.
42:07Heute weiß ich es besser.
42:08Genau wie die Zuschauer unserer Sendung, die das Experiment gesehen haben und denen ich nun sagen kann, dass die GZ überhaupt keine Kontrolleure ins Haus schickt.
42:18Lediglich die Rundfunkanstalten selbst unterhalten einen solchen Außendienst.
42:23Die Kontrolleure der Rundfunkanstalten weisen sich aber zunächst einmal mit einem Dienstausweis ihrer Anstalt aus.
42:31Also je nachdem, etwa des norddeutschen oder des westdeutschen, des hessischen oder des süddeutschen Rundfunks.
42:37Und die echten Kontrolleure haben auch immer für anzumeldende Geräte solche Anmeldeformulare dabei.
42:47Und sie unterscheiden sich auch noch in einem anderen Punkt.
42:50Ganz grundlegend von den ominösen, selbsternannten GZ-Kontrolleuren.
42:55Einige von ihnen besitzen zwar ein Inkasso-Recht, sie bestehen aber niemals auf sofortiger Wachzahlung.
43:00Jeder Rundfunk- und Fernsehteilnehmer kann, wenn bei einem solchen Besuch die Verpflichtung zu einer Gebührennachzahlung festgestellt wird,
43:08diese Zahlung bargeldlos per Überweisung leisten.
43:12Und damit guten Empfang und auf Wiedersehen bei unserer nächsten Sendung.
43:17Vorsicht, Falle!