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Kurzfilme
Transkript
00:00...schwinden. Was wollen Sie denn noch in Falkenthal?
00:03Es geht Sie nichts an.
00:04Es geht mich sehr wohl was an.
00:06Sie haben einen Mord auf den Gewissen.
00:08Und je weiter Sie vom Tatort entfernt sind, umso besser ist das für Sie.
00:12Das lassen Sie sich einfach von einem erfahrenen Bullen sagen.
00:15Wo ich lebe, ist meine Sache.
00:16Ist nicht Ihre Sache. Ich hänge damit drin.
00:19Ich habe die Bremsen von Helena Bernsteins Wagen manipuliert, in ihrem Auftrag.
00:23Und ich habe keine Lust, ins Gefängnis zu gehen, nur weil Sie mal wieder Ihre sentimentale Ader entdecken.
00:28Ich soll Annabelle weiter vorspielen, dass ich sie wieder in den Familienkreis aufnehme?
00:32Richard, ich weiß, es ist viel verlangt. Aber willst du, dass sie mit dem Mord an Helena einfach so davonkommt?
00:37Natürlich nicht!
00:38Wir haben es gerade gehört. Annabelle vertraut dir wieder.
00:42Schaffst du es, ihr weiterhin etwas vorzuspielen, Richard?
00:46Schaffst du es, ihr vorzuspielen, dass du sie wieder liebst?
00:57Hey!
01:26Ich kann doch nicht der Frau, die ich an meistern bin.
01:28Ich kann den meisten Hasse vorspielen. Ich würde wieder etwas für sie empfinden. Ich bin doch kein Schauspieler.
01:33Richard, du bist ihre schwache Stelle. Außer dir vertraut sie niemandem.
01:38Es kann noch Wochen, vielleicht sogar Monate dauern, bis sie einen Fehler macht und sich verrät.
01:42Ich weiß aber, die Alternative wäre, sie gehen zu lassen.
01:45Hör zu.
01:46Ich habe Annabelle zurück ins Gutshaus geholt, weil ich sie so schnell wie möglich überführen wollte.
01:50Von so einem Theater war nie die Rede.
01:52Du hast Annabelle ins Gutshaus geholt, weil sie sonst abgereist wäre.
01:56Aber sie glaubt, dass du sie zurückgeholt hast, weil du gespürt hast, wie sehr sie dich braucht.
02:01Ja, nachdem sie meine Frau umgebracht hat.
02:05Darauf kann auch nur Annabelle kommen.
02:06Wenn du sie jetzt aus dem Gutshaus wirfst, dann kommt sie mit allem davon. Und Delbrick auch.
02:11Ja, du musst ja auch mit Delbrick nicht unter einem Dach wohnen.
02:14Ich weiß, dass dein Opfer größer ist als meines und ich wünschte, ich könnte es ändern.
02:20So war das nicht gemeint.
02:24Also gut, Annabelle bleibt.
02:27Aber unter einer Voraussetzung.
02:29Ich kann ihr alles Mögliche vorspielen.
02:32Aber nicht, dass ich sie liebe.
02:35Solange sie sich die Hoffnung macht, dass du sie eines Tages wieder lieben könntest.
02:41Reicht das?
02:50Luisa!
02:51Und?
02:51Konntest du die Stiftungsaufsicht überzeugen?
02:54Von unserem Stiftungsziel?
02:55Ja?
02:56Nein.
02:57Oh, das tut mir aber leid.
02:59Als ich angefangen habe, dem Komitee von jungen Wissenschaftlern in Schwellenländern zu erzählen,
03:04wäre der Erste beinahe schlafend vom Stuhl gekippt.
03:06Und nicht nur der.
03:08Sag mal, was war denn das gerade?
03:09Ein Kaffee.
03:10Also ich bin überzeugt davon, dass Luisa ihr Bestes gegeben hat.
03:13Nein.
03:14Theo hat sein Bestes gegeben.
03:15Wer bitte ist Theo?
03:17Das ist der kleine Waisenjunge, der bei den beiden im Atelier übernachtet hat.
03:21Ich halte da drin meinen Vortrag und will umblättern.
03:23Und da sehe ich auf einmal Theos Bild.
03:26Und mir wurde klar, dass es ein viel besseres Stiftungsziel gibt.
03:30Theo?
03:31Ja, Theo und alle anderen Kinder, um die sich niemand kümmert.
03:34Das ist ja wirklich herzereißend.
03:36Und das willst du dir alles in dem Moment ausgedacht haben.
03:38Auch Kinder in einem Waisenhaus haben es verdient, sich auszuprobieren und ihre Talente zu entdecken.
03:42Und das fördert jetzt die Harald-Becker-Stiftung.
03:44Ich finde, das ist eine wunderbare Idee.
03:46Harald wäre sehr stolz auf dich.
03:48Dann müssen wir dem kleinen Rotzlöffel noch dankbar sein, dass er sich hier versteckt hat.
03:51Schlimmstenfalls müsste ich dir dankbar sein.
03:53Denn du hattest die Aufsicht über die Kinder und hast gar nicht gemerkt, dass er sich abgesetzt hat.
03:57Er ist doch wieder aufgetaucht.
03:59Ja, weil Simon und ich ihn gefunden und mit nach Hause genommen haben.
04:02Aber so haben wir Theo wenigstens kennengelernt.
04:05Und festgestellt, dass es auch hier vor Ort Bedarf für unsere Stiftung gibt.
04:11Na, da kann man Simon und dir ja nur gratulieren.
04:17Also wirklich glücklich, scheinen sie nicht zu sein.
04:20Ich glaube, das liegt daran, dass ich es gerade bin.
04:25Und? Was sagen deine Töchter dazu, dass Annabelle wieder bei euch wohnt?
04:29Nora hält sich ganz tapfer.
04:31Obwohl sie ihre Mutter hasst, ist sie dagegen halt mit dem Krieg erklärt,
04:35weil ich Annabelle wieder ans Gutshaus geholt habe.
04:37Hast du mal überlegt, sie in unseren Plan einzuweinen?
04:40Ja, viel zu gefährlich.
04:42Sie könnte sich zu Dummheiten Annabelle gegenüber hinreißen lassen.
04:45Du wirst nicht verhindern können, dass die beiden sich immer wieder über den Weg laufen werden.
04:49Ja, ich muss versuchen, es auf ein Minimum zu reduzieren.
04:52Aber das ist leichter gesagt als getan.
04:54Ja, ich weiß.
04:55Was ist mit der Gedenkfeier für Helena?
04:58Was soll damit sein?
04:59Na ja, wenn du Annabelle das Gefühl geben möchtest, dass sie wieder dazugehört,
05:03dann solltest du sie vielleicht einladen?
05:06Das kann ich nicht.
05:08Das ist unmöglich.
05:09Richard, es wäre ein großes Zeichen ihr gegenüber, dass du ihr wieder vertraust.
05:12Allein der Gedanke daran verursacht mir Übelkeit.
05:15Das ist, als würde ich Helena verraten.
05:17Richard, wenn wir unseren Plan wirklich durchziehen wollen,
05:20dann wirst du immer wieder Dinge tun müssen, die sich falsch anfühlen.
05:22Das ist mir klar.
05:24Aber es gibt Grenzen.
05:27Ich kann das Vermächtnis von Helena nicht so einfach in den Schmutz ziehen.
05:31Versprich mir, dass du wenigstens darüber nachdenkst.
05:35Na gut, ich denke drüber nach.
05:40Ach, äh, apropos Gedenkfeier.
05:42Ich muss noch zu Simon Becker, um zu schauen, wie weit die Restaurierung der Kirchenengel ist.
05:46Ja gut, aber gib mir Bescheid, wenn du dich entschieden hast wegen Annabelle.
05:49Ja, ja.
06:15Du kannst froh sein, dass Luisa die Stiftungsaufsicht überzeugt hat.
06:19Ich wüsste nicht, warum ich das glücklich machen sollte.
06:21Weil du ihr die Aufsicht auf den Hals gehetzt hast.
06:24Beinahe wäre Luisa jetzt arbeitslos und unser ganzer schöner Plan Makulatur.
06:27Ich fürchte, unser ganzer schöner Plan wird nicht mehr funktionieren.
06:30Wieso?
06:31Wir wollten, dass Luisa möglichst viel Zeit im Büro in meiner Nähe verbringt.
06:34Und genau das tut sie jetzt.
06:35Und jetzt ist sie trotzdem enger mit Simon zusammen als je zuvor.
06:38Das wird sich ändern.
06:38Bestimmt nicht, wenn du dich weiter davor drückst, für sie den Helden zu spielen.
06:41Was soll das denn jetzt schon wieder heißen?
06:43Als sie diesen Jungen hier gefunden hat, da hat sie nicht dich, sondern Simon angerufen.
06:46Und sie hat ihn zu Simon mit ins Atelier genommen.
06:48Und Simon hatte die glorreiche Idee, dem Jungen Malunterricht zu geben.
06:51Oder Kartoffeldruck oder was passiert.
06:52Worauf willst du hinaus?
06:53Simon ist der Held der Stunde.
06:56Und das wird sich durch den neuen Zweck der Stiftung auch noch verstärkt haben.
06:59Das kannst du mir ja wohl nicht zum Vorwurf machen.
07:01Ich hatte noch keine Gelegenheit, den Helden zu spielen.
07:03Denn wer schafft dir mal eine Gelegenheit?
07:06Ein echter Held braucht einen Drachen, gegen den er kämpfen kann.
07:09Wirklich süß, Schmiedchen.
07:12Aber Drachen sind in Falkental leider mann im Wagen.
07:16Einen Drachen gibt's hier schon.
07:20Auch wenn der im Rollstuhl sitzt.
07:22Denkst du noch oft an Hagen?
07:24Ich vermisse ihn.
07:26Jeden Tag.
07:29Glaubst du, es war falsch, von ihm wegzugehen?
07:31Nein.
07:32Sonst wäre er nachher, Annabelle, wirklich noch an die Gurgel gesprungen.
07:37Ja, so ein Ortswechsel kann schon was Gutes sein.
07:39Ich hab's ja auch nie bereut, dass ich hier nach Falkental gekommen bin.
07:43Weil der Wald hier so schön ist?
07:46Auch, aber auch, weil die Frauen so schön sind, denen man im Wald begegnet.
07:50Ja, die Frauen, die gehen auch sehr gern mit dir spazieren.
07:55Und nichts über ein bisschen Bewegung an der frischen Luft.
07:58Das müssen wir jetzt übrigens öfter machen.
08:00Gibt's dafür einen speziellen Grund?
08:02Ja, unsere Kinder sollen doch kein Stubenhocker werden, oder?
08:05Na ja, bevor wir zu unseren Kindern kommen,
08:07dann müssen wir deinen Stubenhockern so erst mal ein bisschen auf die Sprünge helfen.
08:12Ja, ich hab mir dieses Informationsmaterial noch mal durchgelesen zur Insemination.
08:16Das klingt sehr abschreckend.
08:18Ja, kneifst du jetzt?
08:19Nein, ich kneif natürlich nicht, aber was da steht, klingt sehr steril.
08:25Steril? Immerhin geht's darum, ein Kind zu zeugen.
08:27Ja, aber nicht gerade auf natürlichem Wege.
08:30Und wenn du dir das Ganze einfach als Trainingslager für die Bundesliga vorstellst?
08:35Was? Wie kommst du denn darauf?
08:37Na ja, wie eine Fußballmannschaft, die sich auf ein Qualifikationsspiel vorbereitet.
08:42Fußballmannschaft?
08:43Das klingt wenigstens etwas sympathischer.
08:46Aber weißt du, was mich dann stört?
08:48Der Schiedsrichter?
08:49Nein, die Zeit bis zum Anpfiff.
08:52Ich hab mal irgendwo gelesen, dass man vor einer Insemination enthaltsam sein sollte.
08:56Wegen der Gruppendynamik.
08:57Sag mal, gehst du mir deswegen die letzten Tage aus dem Weg?
09:02Ich hab schon gedacht, du hast das Interesse an mir verloren.
09:07Und wie lange dauert das jetzt noch?
09:09Bis zum Anpfiff nehme ich an.
09:13Na, dann hoffe ich mal, dass das Spiel bald beginnt.
09:15Man kann's nämlich auch übertreiben mit der Gruppendynamik.
09:46Kommt Richard denn gar nicht zum Essen?
09:48Ich denke, er organisiert die Gedenkfeier für Helena morgen.
09:52Ich wüsste gar nicht, dass es so eine große Sache wird.
09:55Wird es auch nicht.
09:56Nur die engsten Familienangehörigen sind eingeladen.
09:59Du vermutlich nicht.
10:01Ich erwarte auch gar nicht, zur Gedenkfeier eingeladen zu werden.
10:04Ich bin schon froh, hier wohnen zu dürfen.
10:13Spar dir das betonliche Gerede, ja?
10:15Das wäre ja auch der Gipfel der Geschmacklosigkeit, wenn du kämst.
10:18Du hast Helena auf dem Gewissen.
10:21Was ich auf meinem Gewissen habe, ist allein meine Sache.
10:24Ach, sieh doch endlich ein, dass du hier fehl am Platze bist.
10:27Du bist allen nur ein Schlotz am Bein.
10:28Das ist nicht wahr.
10:29Richard hat mich ausdrücklich gebeten zu bleiben.
10:32Er wird dich aber schnell satt haben.
10:35Ach, und was die Manufaktur betrifft.
10:37Da läuft alles jetzt viel besser, seitdem du weg bist.
10:40Woher willst du das denn wissen?
10:42Ich bin jetzt die PR-Chefin.
10:44Seit wann das denn?
10:45Henning hat mich eingestellt.
10:48Die Auftragslage ist hervorragend.
10:50Die Stimmung unter den Angestellten war nie besser.
10:54Ach ja, die Harald-Bäcker-Stiftung macht übrigens auch große Fortschritte.
10:58Dann war es ja richtig, von Henning deine Schwester als Leiterin einzustellen.
11:01Oh ja, sie hat sich mit der Stiftung viel vorgenommen.
11:04Sie hat sogar den Stiftungszweck verändert und gibt das viele Geld lieber für was anderes aus.
11:09Und wofür?
11:11Ich dachte, das sei mit dir abgesprochen.
11:13Als Inhaberin der Manufaktur muss ich über solch tiefgreifende Veränderungen informiert werden.
11:19Wen oder was fördert die Stiftung denn jetzt?
11:21Das weiß ich nicht.
11:23Da musst du schon Henning und Luisa fragen.
11:25Hä?
11:36Konrad, wie findest du denn das Kleid?
11:38Ich meine, ich weiß, ich hatte es lange nicht mehr an, aber...
11:44Machst du Witze?
11:45Willst du mich foltern, oder was?
11:47Also sag mal, so schlimm ist es doch jetzt auch wieder nicht.
11:49Nein, es ist sogar sehr schön, aber du musst dir dringend was anderes anziehen.
11:55Ach, verstehe.
11:56Du meinst, weil du sonst nicht abstinent bleiben kannst?
11:59Ja, ich meine, wenn du in solchen Sachen hier rumrennst, wie soll ich da abstinent bleiben?
12:06Sollte ich mir was Längeres anziehen?
12:07Ja, was Längeres, ohne Ausschnitt und aus etwas dickerem Stoff.
12:11Na, dann gucke ich mal, ob ich irgendwo noch einen Kartoffelsack habe.
12:13Ja, am besten einen, der bis zum Boden runter geht.
12:16Und wenn ich dann auswähre wie ein Monster, was sollen wir denn heute Abend dann machen?
12:20Dann müssen wir uns halt irgendwas einfallen lassen, was uns ablenkt.
12:24Ein Brettspiel?
12:25Nee, ein Brettspiel. Da streiten wir uns und danach versöhnen wir uns.
12:30Und was passiert, wenn wir uns versöhnen? Das weißt du ja.
12:32Die Steuererklärung?
12:35Auch nicht gut. Das ist zu dröge. Das lenkt uns überhaupt nicht ab.
12:39Ich weiß was.
12:40Schuhe putzen.
12:41Viel besser. Ich weiß was, das uns garantiert ablenkt.
12:45Und was?
12:47Wir laden meine Mutter zum Abendessen ein.
12:54Sehen Sie hier diese feine Struktur, die unter der Verwitterung zum Vorschein kommt?
12:58Also wer immer diese Figuren hier geschaffen hat, hat seine Arbeit geliebt.
13:04Mhm.
13:06Das scheint Ihnen ja ganz ehrlich zu gern.
13:09Also als ich angefangen habe, diese Figuren hier zu restaurieren,
13:12da war es für mich einfach nur ein Job, um Geld zu verdienen.
13:14Aber, ja.
13:16Danke.
13:17Mittlerweile hat mich die Leidenschaft gepackt.
13:19Das ist gut.
13:21In Falkenthal warten noch mehr Skulpturen auf Ihre Restaurierung.
13:24Ich würde mich natürlich über weitere Aufträge freuen.
13:28Ja, ich werde sehen, was ich für Sie tun kann.
13:31Also, wenn Sie mich fragen,
13:33dann sieht das hier alles aber nicht danach aus,
13:35dass das bis morgen fertig wird, oder?
13:38Also, ich bin etwas im Verzug.
13:40Aber zur Not werde ich natürlich die ganze Nacht durcharbeiten,
13:42damit ich es schaffe.
13:43Ja, danach waren diese Engel sehr wichtig.
13:45Ich, es wäre sehr traurig, wenn Sie bis zum Gedenkgottesdienst nicht fertig würden.
13:50Das werden Sie.
13:52Es ist mir wirklich sehr wichtig, dass Sie mich da nicht hängen lassen.
13:55Sie können sich auf mich verlassen.
13:57Okay.
14:04Sie haben also eine Stiftung für unsere Heimkinder ins Leben gerufen?
14:08Theo hat mich auf die Idee gebracht.
14:10Er war so traurig, dass er nicht zum Malen in Manufaktur bleiben konnte.
14:14Ja, wir haben, wie gesagt, nicht das Personal, um einzelne Kinder besonders zu betreuen.
14:19Es geht den Kindern uns aber trotzdem gut.
14:21Das bezweifeln wir auch nicht.
14:24Die Stiftung will Begabungen fördern, die vielleicht sonst nicht erkannt werden.
14:29Ja, und wie soll das gehen?
14:30Die Kinder sollen sich ausprobieren.
14:33Sie sollen merken, was ihnen Spaß macht, ob sie künstlerisch oder handwerklich begabt sind.
14:37Dabei werden sie von Fachleuten betreut, die wir bezahlen.
14:41Das klingt ja alles schön und gut, aber was haben Sie denn davon?
14:43Wir erwarten uns einen Imagegewinn für die Manufaktur.
14:46Ja, und wer weiß, vielleicht fördern wir dabei auch unseren eigenen Nachwuchs.
14:52Das wäre ja alles fast zu schön, um wahr zu sein.
14:54Aber wissen Sie denn schon, wo die Kinder betreut werden sollen?
14:57Und von wem?
14:59Also ehrlich gesagt sind wir mit der Planung noch ganz am Anfang.
15:03Aber es könnte so aussehen, dass zum Beispiel der ehemalige Chefdesigner
15:07der Manufakturkurse in seinem Atelier hält.
15:09Ja, aber das kommt doch gar nicht in Frage.
15:12Und warum nicht?
15:14In Simons Atelier ist doch gar nicht genug Platz für so viele Kinder.
15:17Und das wäre eine bessere Idee?
15:19Wir machen die Kurse in der Manufaktur.
15:21Da gibt es genug Platz und Materialien.
15:23Da können die Kinder sich austoben.
15:25Heißt das, die Kinder dürfen dann auch mal in deinem Büro die Wände bemalen?
15:30Warum nicht?
15:31Das wäre doch großartig.
15:33Ich nehme dich beim Wort.
15:34Sie sind meine Zeugin.
15:36Ja, ich glaube, da kann ich nur begeistert von Ihrer Idee sein.
15:41Danke.
15:42Vielen Dank.
15:47Das Essen war sehr gut, Hölzer.
15:51Ach ja, ich werde so selten mal bekocht.
15:54Das freut mich, wenn ich dir heute mal beweisen konnte,
15:56dass ich noch was anderes außer Toast Hawaii kann.
15:59Außerdem bin ich froh, mal aus dem Gutshaus rauszukommen.
16:04Also seitdem Annabelle da wieder eingezogen ist, herrscht da eine Stimmung wie im Tiefkühlfach.
16:09Ja, das können wir uns beide vorstellen.
16:12Und was ist denn nun mit euch?
16:14Wart ihr endlich bei einem Arzt?
16:15Also wir haben uns vorgenommen, uns bald einen Termin geben zu lassen, weil wir nicht mehr so lange warten wollen.
16:20Auf gar keinen Fall.
16:21Ach, du kannst es ja gar nicht abwarten.
16:23Was?
16:24Ich meine, du kannst es gar nicht abwarten, Vater zu sein.
16:28Das ist richtig süß, wie ungeduldig du bist.
16:30Also ich bin auch ungeduldig.
16:32Ja, ich weiß.
16:33Ihr werdet beide sehr gute Eltern sein.
16:37Ach ja, es ist schon spät.
16:40Es wird allmählich Zeit zu gehen.
16:42Nein.
16:43Bleib doch noch.
16:43Ja, bleib doch noch.
16:45Nein.
16:46Also ich bin doch schon so lange hier.
16:48Und ihr beide habt doch bestimmt etwas ganz anderes heute Abend vor.
16:51Ich meine...
16:52Überhaupt nicht.
16:53Außerdem haben wir uns die ganze Zeit auf deinen Nachtisch gefreut.
16:56Den haben wir ja jetzt noch nicht mal probiert.
16:58Ach, den Nachtisch.
16:59Den habe ich ja ganz vergessen.
17:01Ich hole ihn.
17:03Na, läuft doch ganz gut, oder?
17:05Und wie kriegen wir deine Mutter dazu, hier zu bleiben, bis uns die Augen zu fallen?
17:09Soll ich sie fragen, ob sie das Album mit den Babyfotos dabei hat?
17:12Wenn sie hat, dann bist du nackt.
17:18Die Kommission hat sich sofort auf meine neuen Vorschläge eingelassen.
17:21Und auch die Heimleiterin war sehr beeindruckt,
17:23als Henning und ich ihr Freund das Konzept vorgestellt haben.
17:26Henning und du?
17:27Ja, er hat sich sehr für das neue Stiftungsziel eingesetzt.
17:30Ja, so ein Zufall.
17:31Höre ich da schon wieder diesen gewissen Unterton?
17:34Nein, es ist alles in Ordnung.
17:35Wirklich.
17:36Und genau jetzt wäre der richtige Moment, mich in den Arm zu nehmen
17:39und mir zu sagen, wie sehr du dich für mich freust.
17:43Ich freue mich für dich und ich bin sehr stolz auf dich.
17:48Und du hast ja gerade noch mal die Kurve gekriegt.
17:52Ich wünschte, wir könnten einen Erfolg feiern,
17:53aber ich muss die Figuren bis morgen früh fertig haben.
17:56Ich weiß, das ist für Helenas Gedenkfeier.
17:58Das ist Richard bestimmt sehr wichtig.
18:00Sogar so wichtig, dass er für Heng noch mal hier war, um es mir zu sagen.
18:03Hauptsache, du bekommst noch weitere Aufträge,
18:06damit wir so schnell wie möglich unser Hotel zurückkaufen können.
18:12Ja?
18:12Ja?
18:16Hallo, Simon.
18:17Hallo.
18:18Luisa, kann ich kurz mit dir im Gutshaus sprechen?
18:20Mit so einem Gutshaus? Habt ihr etwa Geheimnisse von mir?
18:22Was gibt es denn?
18:24Annabelle hat für morgen früh eine außerordentliche Sitzung einberufen.
18:27Und ist das jetzt ein gutes oder ein schlechtes Zeichen?
18:29Ich fürchte, sie ist nicht mit dem neuen Stiftungszweck einverstanden.
18:33Hast du mit ihr gesprochen?
18:34Nein.
18:35Ich würde gerne mit dir die Argumentation noch einmal durchgehen.
18:38Natürlich nur, wenn das okay ist.
18:40Ja.
18:41Klar ist das okay.
18:43Ich habe ja sowieso noch genug zu tun hier und kann keine Konferenz gebrauchen.
18:47Gut. Bis dann.
18:51Vielen Dank für die Erlaubnis.
18:54Aber das hätte ich auch selbst entscheiden können.
18:55Ach.
18:56Bis gleich.
18:59Bis gleich.
19:01Bis gleich.
19:14Ich werde heute Nacht sowieso kein Auge zukriegen.
19:17Ich glaube, ich schlafe doch zu Hause.
19:18Das haben wir doch schon besprochen.
19:20Du schläfst heute Nacht hier und morgen früh bringe ich dich zur Prüfung.
19:22Hm?
19:23Okay.
19:25Aber ich schaue noch mal nach, ob ich alle Unterlagen habe hier.
19:29Wieso lässt du dich denn davon so fertig machen, dass du nach der Prüfung vielleicht
19:31einen besseren Job bekommst?
19:33Du hast doch gehört, dass Henning Reichenbach hohe Erwartungen an mich hat.
19:36Du hast doch selbst gesagt, dass dein Gesellenstück super ist und dass du die Theorie drauf hast.
19:39Nein.
19:40Wieso jetzt nein?
19:41Ich muss noch mal in die Manufaktur.
19:43Ich habe meine selbstgemachte Goldfarbe dort vergessen.
19:46Die können wir doch morgen in der Früh holen.
19:48Und wenn wir dann zu spät zur Prüfung sind?
19:50Wir stehen einfach eine halbe Stunde früher auf.
19:52Du kannst sowieso nicht länger wie bis fünf schlafen.
19:54Okay.
19:55Wenn du meinst, dass wir es dann noch früh genug schaffen.
19:57Ich verspreche es dir hoch und heilig.
19:59Und jetzt entspann dich ein bisschen.
20:00Komm.
20:03Du hast gut reden.
20:05Ist gar nicht so leicht.
20:08Du kannst mir zum Beispiel zusehen, wie ich koche.
20:12Also mich entspannt es immer, wenn ich anderen Leuten beim Arbeiten zusehe.
20:16Klingt nicht schlecht.
20:18Aber ich würde lieber noch mal gerne in meine Unterlagen schauen.
20:23Wie du meinst.
20:29Wie hat Annabelle eigentlich so schnell von unserem Strategiewechsel erfahren?
20:33Hast du sie erzählt?
20:34Nein.
20:36Es tut mir leid, aber ich fürchte nur, hatte ich sie gesagt.
20:39Und sie gleich gegen mich aufgehetzt.
20:41Das sieht Nora ähnlich.
20:42Wir müssen Annabelle überzeugen, dass das neue Stiftungsziel um Längen besser ist als das alte.
20:47Henning, ich habe wirklich große Lust für die neue Stiftung zu arbeiten.
20:51Aber wenn Annabelle das morgen früh ablehnt,
20:54dann steige ich aus.
20:55So weit kommt es hoffentlich nicht.
20:58Dann gehe ich mal.
21:00Wir sehen uns morgen früh.
21:02Ja, gute Nacht und schlaf gut.
21:05Oh, Luisa.
21:06Habt ihr etwa bis jetzt gearbeitet?
21:07Wie kommt es eigentlich, dass es mit dir als Schwester nie langweilig wird?
21:11Ich tue mein Bestes.
21:14Hast du nicht schon genug Unheil angehüchtet?
21:16Musstest du uns auch noch Annabelle auf den Hals setzen?
21:19Meine Mutter hat ein Recht darauf zu erfahren,
21:20was hinter ihrem Rücken in der Manufaktur geschieht.
21:22Wenn deine Mutter die neue Stiftung ablehnt, will Luisa aussteigen.
21:25Dann musst du eben dafür sorgen, dass das nicht passiert.
21:28Jetzt kannst du mal zeigen, was für ein Held in dir steckt.
21:30Deine Mutter ist nicht irgendeine Gegnerin.
21:32Du wolltest einen Drachen, gegen den du kämpfen kannst.
21:35Jetzt streng dich mal ein bisschen an.
21:36Dann wirst du auch Luisas Herz gewinnen.
21:38Wenn nicht, bin ich mit dir fertig.
21:40Wirklich?
21:41Schläfst du dann auch nicht mehr auf meinem Bettvorleger?
21:43Das wäre ja mal schade.
21:51Es freut mich, dass es euch so schmeckt.
21:54Aber das ist nichts für jeden Tag.
21:56Nein, nein, morgen gibt's Obst und Sport.
21:58Ja, das meine ich nicht.
22:00Ihr werdet schon sehen.
22:01Was werden wir sehen?
22:03Ja, jetzt machst du aber ein ganz schönes Geheimnis um die Mousse au chocolat.
22:06Na, das ist doch kein Geheimnis.
22:08Das Rezept ist übrigens von Herrn Adam.
22:10Ach, guck mal.
22:11Jetzt tauscht du also schon Rezepte mit Herrn Adam, ja?
22:14Ja, wir haben uns arrangiert.
22:15Und solange es nicht um Annabelle Grafenberg geht, verstehen wir uns ganz gut.
22:19Eva, und was ist jetzt das Besondere an deinem Nachtisch?
22:23Die Prise Chili.
22:25Ach, echt?
22:26Darauf wäre ich nie gekommen.
22:28Und warum soll man das nicht jeden Tag essen?
22:29Schmeckt doch super.
22:32Die Nebenwirkungen.
22:33Chili und Kakao zusammen haben aphrodisierende Wirkung.
22:37Aphrodisierende Wirkung.
22:38Ah.
22:41Ich merke gerade, das liegt ganz schön schwer im Magen.
22:50Willst du noch Nachschlag?
22:51Ist noch genug da?
22:52Nein, danke.
22:53Vielleicht noch was zu trinken?
22:58Hey, was soll das?
22:59Du hast jetzt lange genug gelesen.
23:00Jetzt wird Zeit, dass ich dich abfrage.
23:02Dann siehst du, dass du schon alles kannst.
23:03Aber ich habe noch gar nicht alles gelesen.
23:05Dann hast du dich eben anstrengen müssen.
23:07Dafür gibt es für jede richtige Antwort eine Belohnung.
23:09So, was denn?
23:10Ein Kuss.
23:12Na gut.
23:13Versuchen wir es.
23:16Wie viele Brennvorgänge gibt es bei der Porzellanherstellung?
23:19Es kommt ganz drauf an.
23:20Bei Weichporzellan gibt es ein Brennvorgang,
23:23bei Hartporzellan zwei.
23:25Und wenn es sich um Aufglasurdekore handelt,
23:27genau drei Brennvorgänge.
23:29Sehr gut.
23:30Dafür gibt es einen Kuss.
23:34Und wie heißen diese drei Brennvorgänge?
23:36Verglühbrand, Garbrand und Dekorbrand.
23:40Richtig.
23:41Dafür gibt es wieder einen Kuss.
23:48Und um wie viel Prozent schrumpft das Porzellan beim Garbrand?
23:5115 Prozent.
23:53Perfekt.
23:57Das klappt ja richtig gut.
23:59Am besten ich nehme dich mit zur Prüfung.
24:01Das wird vielleicht ein bisschen komisch aussehen,
24:02aber kannst du danach dann für jede richtige Antwort einen Kuss abholen.
24:06Ich werde während der Prüfung eine Strichliste führen.
24:08Du darfst auch großzügig aufrunden.
24:10Das ist ein Angebot.
24:23Was machst du denn hier?
24:25Willst du heute auf dem Sofa schlafen?
24:27Nee, aber du.
24:29Was denn hier will ich nicht?
24:31Konrad, nach dem, was deine Mutter über ihr Nachtisch gesagt hat,
24:33da muss heute Abend jemand auf der Couch schlafen.
24:37Und warum muss ich das sein?
24:39Weil das mein Bett ist.
24:40Elsa, wahrscheinlich ist das mit der Enthaltsamkeit überhaupt keine so gute Idee.
24:43Siehst du, das ist jetzt die Mousse au chocolat, die aus dir spricht.
24:46Ja, Kakao und Chili, das ist genau das, was mir noch gefehlt hat.
24:49Wir haben doch beide gesagt, dass wir bis zur Insemination enthaltsam bleiben.
24:52Aber wenn du so wehleidig bist, dann schlafe ich eben auf der Couch.
24:55Ich bin ja wohl nicht wehleidig.
24:57Ich höre doch dein Gejammer jetzt schon.
24:58Ach so, ein Blödsinn.
25:00Also, ich schlafe auf der Couch.
25:02Konrad, jetzt haben wir gerade gesagt, dass ich auf der Couch schlafe.
25:05Ja, willst du mich jetzt zwingen, in dein Bett zu schlafen?
25:07Es ist mir völlig egal, dann schlaf eben auf dem Fußboden.
25:09Aber ich schlafe jetzt auf der Couch.
25:10Nein, ich schlafe hier auf der Couch und das ist mein letztes Wort.
25:13Was heißt hier, das ist dein letztes Wort?
25:14Das hat...
25:26Und was ist, wenn Annabelle dir morgen die Zustimmung verweigert?
25:30Dann mache ich eben mein eigenes Projekt für die Kinder.
25:33Ohne das Stiftungsgeld?
25:34Ja.
25:35Dann gehe ich von Tür zu Tür und sammle so lange, bis ich das nötige Geld zusammen habe.
25:40Die Kinder müssen es dir ganz schön angetan haben.
25:44Und Henning legt sich für deine Arbeit auch ganz schön ins Zeug.
25:50Es passt ja nicht, dass ich jetzt doch wieder so viel mit ihm zusammenarbeite.
25:54Ach Quatsch, ich war vorhin einfach nur genervt, dass Henning dich wieder in Beschlag genommen hat.
25:58Dann bist du also gar nicht eifersüchtig.
25:59Nein, bin ich nicht. Wirklich.
26:03Also ich gehe jetzt dann bald ins Bett.
26:05Was ist mit dir?
26:06Musst du noch lange arbeiten?
26:07Ich glaube, ich werde leider die ganze Nacht durcharbeiten lassen.
26:12Nee.
26:14Dafür, dass wir bis vor kurzem noch arbeitslos waren, sind wir jetzt ganz schön eingespannt, was?
26:18Das stimmt.
26:20Aber vor allem wissen wir, wofür wir das alles tun.
26:23Ja, um eines Tages die Weltherrschaft an uns zu reißen.
26:26Amour.
26:32Sophie Nowak?
26:33Sophie?
26:34Richard.
26:35Entschuldige dich, späte Störung.
26:37Kein Problem, Richard. Was gibt's denn?
26:40Ich muss endlich zu einer Entscheidung kommen, was Annabelle und die Gedenkfeier betrifft.
26:44Also ich glaube, es ist richtig, sie einzuladen.
26:50Aha.
26:54Ich war vorhin bei Simon Becker.
26:56Die Engel wären rechtzeitig fertig und ich glaube, sie würden Helena sehr, sehr, sehr gut gefallen.
27:03Richard.
27:05Helena würde es verstehen, wenn du Annabelle zu dem Gottesdienst einlädst.
27:09Das hoffe ich.
27:12Denn Wohl ist mir nicht dabei.
27:15Also gut, ich sage Annabelle morgen früh Bescheid, dass sie mitkommen kann.
27:19Sehen wir uns morgen noch vor dem Gottesdienst?
27:23Ja, ja, ich sage dir Bescheid.
27:26Danke.
27:27Gute Nacht.
27:28Gute Nacht.
27:43Gute Nacht.
27:48Ich würde sogar mit dir darüber reden.
27:54Und über so vieles andere.
28:14Ich vermisse dich so sehr.
28:23Hерхvolles.
28:24Gute Nacht.
28:45Guten Morgen.
28:47Guten Morgen.
28:49Guten Morgen.
28:53Hast du die ganze Nacht gearbeitet?
28:58Du ahnst gar nicht, wie gern ich mich zu dir gelegt hätte.
29:02Und bist du fertig geworden?
29:06Noch nicht ganz.
29:08Die Figuren müssen doch poliert werden, aber dazu muss der Furniss noch zwei Stunden trocknen.
29:17Dann leg dich doch ein bisschen hin und schlaf.
29:23Wenn ich mich jetzt hinlege, dann werde ich nie mehr wach.
29:27Das übernehme ich.
29:29Als wir noch zur Schule gegangen sind, musste ich Nora jeden Morgen aus dem Bett schmeißen.
29:33Da habe ich mir den einen oder anderen Trick gemerkt.
29:37Du willst mich wecken?
29:39Ja, aber ich versuche es erst auf die ganz nette Nacht.
29:43Hast du nicht so ein Gespräch mit Annabelle?
29:47Ja, aber ich muss erst in zwei Stunden los.
29:50Na, wenn das so ist.
29:55Die Figuren sind wunderschön geworden.
29:59Danke.
30:01Aber sie sind noch nicht fertig.
30:03Ich weiß.
30:05Du musst sie noch polieren.
30:07Ja, ich muss sie noch polieren.
30:15Da wir gerade beisammen sind, möchte ich etwas sagen.
30:18Ich weiß, es gibt wieder Ärger, aber ich würde euch alle herzlich bitten, erwachsen mit meiner Entscheidung umzugehen.
30:26Ich möchte dich, Annabelle, einladen, mich heute zum Gedenkgottesdienst für Helena zu begleiten.
30:32Möchte sich jemand dazu äußern?
30:37Lissi?
30:41Wenn du meinst, dass das in Helenas Interesse gewesen wäre, bitte.
30:45Ich bin fest davon überzeugt.
30:46Ich bin sehr gerührt und ich nehme die Einladung gerne an.
30:51Und ist es nicht zu kurzfristig?
30:53Nein, nein, ich werde meine Besprechung in der Manufaktur einfach vorverlegen.
30:58Es bedeutet mir sehr viel, dass ihr mich dabei haben wollt.
31:03Danke.
31:10Er sieht ganz schön geschafft aus.
31:12Und ich habe auch so viel zu tun.
31:15Aber das müssen wir wohl in Kauf nehmen, damit wir so schnell wie möglich das Geld zusammenbekommen, um unser Hotel
31:20zurückzukaufen.
31:23Und auch wenn es nicht einfach wird, wir sind zusammen.
31:27Und das ist die Hauptsache.
31:30Luisa, gut, dass du schon aufgehst. Wir müssen sofort los.
31:32Psst.
31:34Wohin denn?
31:35In die Manufaktur.
31:36Annabelle hat die Sitzung vorgezogen.
31:38Was, so kurzfristig?
31:39Aber sie hat nur wenig Zeit.
31:41Das macht es uns nicht gerade leichter, sie zu überzeugen.
31:43Kommst du?
31:44Ich habe versprochen, Simon zu wecken.
31:46Dann weck ihn.
31:47Aber er könnte jetzt noch eine Stunde schlafen. Er hat die ganze Nacht gearbeitet.
31:50Ist das jetzt wirklich unser Problem? Wir müssen los.
31:53Das ist nicht unser Problem, aber er muss in einer Stunde wach sein, weil er die Engel fertig kriegen muss.
32:05Hey.
32:07Ich rufe dich nachher an und weck dich.
32:10Psst.
32:26Das hat ja super geklappt mit unserer Enthaltsamkeit.
32:29Um genau zu sein, nicht mal ein ganzer Tag.
32:32Dabei wissen wir ganz genau, was passiert, wenn wir uns streiten.
32:34Du meinst, wenn wir uns versöhnen.
32:36Wir haben ja nicht mal richtig angefangen, uns zu streiten.
32:38Und dann auch noch so was Blödes.
32:40Wer auf der Couch schläft und wer im Bett.
32:42Und dann haben wir beide auf der Couch geschlafen.
32:46Hoffentlich haben sich unsere Chancen für die Insemination jetzt nicht verschlechtert.
32:50Naja, wahrscheinlich schon, wenn es so im Infomaterial steht.
32:53Naja, so explizit steht es dann nicht drin.
32:56Wie, aber du hast doch gesagt, es gehört mit zur Vorbereitung.
32:59Ja, ich glaube, es ist ganz gut zur Vorbereitung.
33:02Wie, du glaubst? Du bist dir nicht mal sicher?
33:05Wie gesagt, was da drin stand, das klang alles etwas steril.
33:09Und deswegen üben wir uns die ganze Zeit in Enthaltsamkeit?
33:12Haben wir ja gar nicht.
33:13Aber wir haben uns Mühe gegeben, nur weil du das Infomaterial nicht richtig liest.
33:16Ich werde es, wenn wir zu Hause sind, nochmal richtig lesen.
33:18Auf keinen Fall. Dann holen wir uns erstmal ärztliche Hilfe her, Doktor Landmann.
33:23Vertrauen Sie mir etwa nicht?
33:24Nee. Nicht, wenn es um meine Kuschelabende geht.
33:35Das kann doch nicht wahr sein. Ich hatte die ganze Zeit die Farbe hier auf dem Tisch.
33:39Und gestern Abend habe ich sie dir doch noch gezeigt, oder?
33:41Ja, hast du.
33:42Ohne die Farbe bin ich aufgeschmissen. Das ist der Clou an meinem Gesellenstück.
33:46Und wenn du eine andere Farbe nimmst, du wirst doch deshalb nicht durchfallen, oder?
33:49Nein, nicht durchfallen. Aber dann, dann, dann bestehe ich die Prüfung nicht mit Auszeichnungen
33:54und dann kann ich den Job als Chefdesignerin wirklich vergessen.
33:57Die Freundin muss ja hier irgendwo sein. Die kann sich ja nicht in Luft aufgelöst haben.
34:01Morgen!
34:02Habe ich doch richtig gehört, dass ihr schon da seid?
34:05Ja, eigentlich müsste ich schon längst bei meiner Gesellenprüfung sein,
34:07aber die wichtigste Farbe ist spurlos verschwunden.
34:10Die lag die ganze Zeit hier im Büro rum und jetzt ist sie einfach weg.
34:12Was soll das denn für eine Farbe gewesen sein?
34:14Gold.
34:15In so einem kleinen Glasfläschchen?
34:18Ja, hast du die gesehen? Weißt du, wo die ist?
34:19Ja, ich fürchte ja.
34:21Was meinst du damit?
34:22Ihr erinnert euch doch an die Kindergruppe, die gestern da war.
34:26Also eins der Kinder, Theo, hat in den Büros ein paar Sachen mitgenommen.
34:30Also nicht um zu stehen, er wollte einfach etwas basteln.
34:33Ach, deswegen war wahrscheinlich auch einer meiner Pinsel plötzlich weg.
34:36Und unsere Schere?
34:37Ja, die haben nicht ein Bild gemalt. Mit Goldfarbe.
34:41Ich habe die leere Flasche in den Papierkorb geworfen.
34:48Oh nein.
34:49Das tut mir wirklich leid. Ich wusste ja nicht, wie wichtig die Farbe für dich ist.
34:53Luisa, kommst du? Annabelle wartet auf uns.
34:56Ich habe jetzt einen wichtigen Termin mit Annabelle Grafenberg.
34:59Also, wenn ich nachher irgendwas für dich tun kann.
35:01Nein, nein, nein. Danke.
35:07Jetzt kann ich die Prüfung vergessen.
35:11Ja.
35:14Guten Morgen, Frau Grafenberg.
35:15Guten Morgen, Frau Maywald. Bitte.
35:19Zeig mal, was für ein Hild du bist.
35:21Danke, dass wir die Sitzung so kurzfristig verlegen konnten.
35:24Ich komme auch gleich zur Sache.
35:27Warum wurde der Zweck der Harald-Becker-Stiftung geändert, ohne dass ich gefragt wurde?
35:31Ich kann das erklären. Luisa hat mit meiner Zustimmung bei der Stiftungsaufsicht...
35:34Verzeihung, aber sollte Frau Maywald die Frage nicht selbst beantworten?
35:39Aber da ist ja...
35:40Natürlich kann ich die Frage selbst beantworten.
35:42Wie Sie wissen, hatten wir kurzfristig Besuch von der Stiftungsaufsicht.
35:46Und ich sollte nun die bisherigen Ergebnisse der Stiftung offenlegen.
35:50Aber leider gab es keinen.
35:51Wie kann das sein?
35:52Es hat sich nie jemand um die Stiftung gekümmert.
35:55Dabei liegt da eine Menge Geld, das nur darauf wartet, anderen Menschen zu helfen.
35:59Ja, das ist ja schön und gut.
36:00Das erklärt aber immer noch nicht, warum der Zweck geändert wurde.
36:04Wir können einfach nicht garantieren, dass unser Geld im Ausland sinnvolle Verwendung findet.
36:10Und was fördern Sie stattdessen?
36:12Kinder. Hier vor Ort.
36:14Kinder, die sonst nicht die Möglichkeit haben, ihre Talente oder Begabungen zu entdecken.
36:18Kinder?
36:19Ja.
36:20Und damit investieren wir in die Zukunft der Manufaktur.
36:24Wir fördern Talente, die später einmal unser Nachwuchs sein können.
36:27Ganz abgesehen davon, dass damit der Imagegewinn für Falkenthalporzellan viel größer ist als mit dem alten Stiftungsziel.
36:34Wir verfolgen einen guten Zweck und steigern damit das Ansehen der Manufaktur.
36:39Das sollte doch selbst Ihnen ein Anliegen sein.
36:42Und dieser Meinung schließe ich mich ausdrücklich an.
36:44Gut.
36:46Wie meinst du das gut?
36:48Sie haben eine weitsichtige Entscheidung getroffen.
36:51Das imponiert mir.
36:53Ich unterstütze Ihre Arbeit und ich gebe Ihnen freien Handlungsspielraum.
36:57Vielen Dank, Frau Grafenberg.
37:12Lissi!
37:14Hast du mal eine Minute für mich?
37:17Worum geht's denn?
37:19Ich werde nicht mehr schlau aus dir.
37:22Ich hatte erwartet, dass du gegen Annabels Anwesenheit beim Gottesdienst sein würdest.
37:25Ich habe einfach keine Lust, mich mit dir zu streiten.
37:28Das freut mich. Und was hat denn deine Meinung über Annabelle geändert?
37:32Ich habe mit Kommissar Delbrück geredet.
37:36Ah ja.
37:37Und was sagt Delbrück?
37:40Dass Helenas Tod ein Unfall war und dass der Schuldige im Gefängnis sitzt.
37:44Das heißt aber noch lange nicht, dass Annabelle nicht an einer Reihe von anderen Dingen schuld ist.
37:47Das wissen wir nicht, Lissi. Und ich würde dich bitten, auf Kommissar Delbrück zu hören und deinen Kampf gegen Annabelle
37:52sein zu lassen.
37:53Ich finde es einfach schrecklich, dass sie bei uns wohnen muss.
37:57Sie wird nicht für immer bei uns wohnen, das verspreche ich dir.
38:02Ich muss dich wohl nicht verstehen.
38:05Als verspreche ich dir, wenn diese Frau anfängt Ärger zu machen, dann werde ich mich wehren.
38:19Von Weiden.
38:20Wie bitte?
38:22Und dieser Meinung schließe ich mich ausdrücklich an.
38:24Und der heldemhaften Einsatz stelle ich mir wirklich was anderes vor.
38:27Sei lieber froh, dass Luisa weiter für die Stiftung arbeitet.
38:30Sonst hätten wir nichts mehr, womit Bersin und Eifersüchtig machen können.
38:33Dich ist er jedenfalls bestimmt nicht eifersüchtig. Du machst ja gar nichts.
38:36Ich mache nur keine hinlosen Aktionen, so wie du.
38:39Ach, Luisa, wenn das mal kein voller Erfolg wird.
38:42Ja, man könnte fast meinen, Annabelle hätte eine Doppelgängerin in die Sitzung geschickt.
38:46Das müssen wir feiern. Wie wär's mit einem Frühstück im Lanzino?
38:50Wir drei.
38:51Nein, nur wir beide. Noah hat leider einen Termin. Nicht wahr, Liebes?
38:55Ja, da hast du recht. Obwohl ich dich nur ungern alleine lasse, Schatz.
38:59Also ich mache mich lieber gleich an die Arbeit. Die komplette Stiftungssatzung muss geändert werden.
39:03Aber wir müssen noch feiern, dass es die Stiftung überhaupt noch gibt.
39:06Und das ist ganz allein dir zu verdanken.
39:08Jetzt übertreib mal nicht. Und das mit dem Frühstück holen wir nach.
39:12Na, hast du etwa Angst, dass Simon etwas dagegen haben könnte?
39:14Simon hat damit...
39:16Oh nein. Ich hab vergessen, Simon zu wecken.
39:26Kommst du voran?
39:27Sehr gut. Und wie ist's bei dir?
39:31Stell dir vor, das Reservierungsbuch ist voll.
39:34Unser Hotel ist bis zum Ende des Jahres ausgebucht. Wir haben's geschafft.
39:37Das ist ja großartig.
39:43Wir haben uns unseren Traum zusammen aufgebaut.
39:45Du mit der Arbeit in der Stiftung und ich mit den vielen Restaurierungsaufträgen.
39:56Dein Handy klingelt.
39:57Vielleicht ist es Richard van Weiden mit einem neuen Auftrag.
39:59Das kann gar nicht sein. Ich hab mein Handy überhaupt nicht dabei.
40:03Aber ich hör's doch. Es muss irgendwo sein.
40:06Ja, aber wo?
40:34Guten Morgen, Herr Becker.
40:35Hab ich Sie geweckt?
40:36Ach, tja, nein, äh, wie spät ist es denn?
40:39Es ist kurz vor zehn.
40:40Ich hab auch gerade einen Anruf bekommen, dass die Figuren noch nicht geliefert sind.
40:45Es ist so leid. Ich muss eingenickt sein.
40:47Ja, was soll das nun heißen? Können Sie pünktlich liefern oder nicht?
40:51Nein, kann ich nicht.
40:53Geben Sie mir noch eine Stunde.
40:55Das wird doch wohl nicht wahr sein.
40:56Sie haben mir versprochen, dass Sie pünktlich liefern werden.
40:58Sie wussten, wie wichtig mir die Angelegenheit war.
41:00Ja, ich weiß.
41:02Meine Frau hat diese Kirche geliebt, wissen Sie?
41:05Nancy, es tut mir fürchterlich leid.
41:07Aber ich kann Ihnen versichern, dass es nicht in böser Absicht geschehen ist.
41:09Es ist mir völlig egal, in welcher Absicht das geschehen ist.
41:11Das Ergebnis bleibt dasselbe.
41:14Geben Sie mir noch eine Chance.
41:16Sie hatten Ihre Chance, Herr Becker.
41:18Das war der letzte Auftrag, den Sie je von mir erhalten haben.
41:26Ich habe noch nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass Helena und ich uns nicht besonders mochten.
41:31Was machst du denn eigentlich hier?
41:33Lucy, du hattest mir doch etwas versprochen für heute.
41:35Es tut mir leid, Papa, aber solange diese Intrigantin am Tisch sitzt, kann ich das wohl nicht einhalten.
41:39Was ist das für ein Gefühl, mit einem Mann und dessen Frau zu trauern?
41:43Ein Mann, den du zum Witwer gemacht hast.
41:45Du bist also doch sauer auf mich.
41:47Nein, bin ich nicht.
41:47Ich bin arbeitslos.
41:48Woran du mir die Schuld gibst.
41:49Das habe ich nicht gesagt.
41:50Aber gedacht.
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