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  • vor 2 Tagen

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Kurzfilme
Transkript
00:06Geständnis, hiermit erkläre ich nicht meine Schwester Luisa Maiwald, sondern ich saß am Steuer des Unfallbadens.
00:18Das Radarfoto befindet sich im Besitz von Kommissar Delbrück, der es im Auftrag meiner Mutter unterschlug.
00:28Mama, möchtest du doch aussagen, mich der Polizei ausliefern?
00:32Schau mal da.
00:37Ich habe mein Baby gesehen, das kann ich doch nicht einfach aufgeben.
00:41Was heißt das?
00:43Sag das nochmal.
00:44Ich habe die Tabletten nicht genommen, nicht nachdem ich das gesehen habe.
00:48Das heißt, dem Kind geht es gut.
00:53Oh mein Gott.
00:53Oh Gott, ich habe mein Baby gesehen.
00:57Oh Gott, ich habe mein Baby gesehen.
01:05Hey, what you looking for?
01:10No one has the answer.
01:13They just want more.
01:18Hey, who's gonna make it right?
01:24This will be the first day of my life.
01:38Ist das nicht toll?
01:40Ja.
01:44Ich, ähm, ich sehe überhaupt nichts.
01:47Na komm, da wo die zwei Kreuze sind.
01:50Ja, hier steht es auch.
01:51Länge 6 Millimeter.
01:53Aber es hat schon einen Kopf und ein Herz.
01:55Das ist unglaublich.
01:58Warum wurde überhaupt eine Ultraschalluntersuchung gemacht?
02:02Ich hatte sowas wie einen rettenden Engel bei mir.
02:15Was sind wir denn hier?
02:16Ich will es gar nicht sehen.
02:18Glauben Sie mir, Sie wollen.
02:22Bitte stillhalten.
02:23Ich suche hier eine Stecknadel im Heuerhofen.
02:27Vielleicht bin ich auch gar nicht schwanger.
02:29Ach, hier ist er ja, der Embryo.
02:31Sehen Sie?
02:36Oh, ich sehe nur Rauschen.
02:39Also hier ist das Köpfchen.
02:44Und hier werden sich die Beinchen entwickeln.
02:496 Millimeter.
02:50Nicht schlecht für die fünfte Woche.
02:53Oh mein Gott.
02:54Und jetzt sagen Sie mir, dass das nichts ist.
02:57Das ist ein verdammtes kleines Wunder.
02:59Ja, und nächste Woche können wir die Herztöne ableiten.
03:03Hört man das Herz ja wirklich schon.
03:06Natürlich, Ihr Kind lebt doch.
03:09Es tut mir leid, dass ich unser Kind füßt.
03:12Du hast dich richtig entschieden.
03:14Das ist die Hauptsache.
03:15Versprich mir bitte, dass du nie wieder so eine Dummheit machst, ja?
03:18Ich verspreche es ehrlich.
03:19Um Gottes Willen, was ist denn passiert?
03:21Nora hat ihre erste Ultraschalluntersuchung.
03:23Warst du früh?
03:24Gerade rechtzeitig, könnte man sagen.
03:26Darf ich es mal sehen?
03:27Ja, natürlich, klar. Hier, da.
03:29Es ist immer wieder ein Wunder, wie aus so einem klitzekleinen Körnchen ein Mensch entsteht.
03:34Stimmt.
03:36Oh, ich kann es gar nicht erwarten, es wachsend zu sehen.
03:39Sein Herzschlag zu hören.
03:42Wann ist denn die nächste Untersuchung?
03:44Ab jetzt alle vier Wochen.
03:47Hast du, Simon, hast du vielleicht Lust, das nächste Mal mitzukommen?
03:50Als Vater, nicht als mein Partner.
03:54Ja, sehr gerne.
03:56Aber nur, wenn es in die Kamera lächelt und Papa sagt.
03:58Oh Gott.
04:04Meine Mutter zwang mich, den Schwerverletzten auf der Straße liegen zu lassen und Fahrerflucht zu begehen.
04:10Sie hat zugegeben, den Beckeritvertrag aus der Tasche von Harald Becker gestohlen zu haben.
04:16Nora, warum tust du uns das an?
04:20Des Weiteren hat sie zugegeben, Kommissar Jan Delbrück mit dem Mord an Helena Bernstein verauftragt zu haben.
04:26Sie zwang mich, dies unter Androhung meines eigenen Todes zu verschweigen.
04:32Ich wollte dich schützen und du fällst mir so in den Rücken.
04:44Keine Unterschrift.
04:46Wer weiß alles von diesem Geständnis.
04:49Der Lappen ist da.
04:52Wo bleiben Sie denn?
04:54Ist das alles völlig durchnässt?
04:55Sie hätten ja auch hier längst mal Hand anlegen können.
05:09Wo kommst du denn jetzt her?
05:13Aus der Stadt.
05:15Theo kommt doch heute vorbei und wir gehen zusammen in den Wald und dann dachte ich, ich kaufe ihm mal
05:20ein Geschenk.
05:22Ein Geschenk?
05:23Ja, ich könnte mich nicht so richtig entscheiden.
05:25Habe ich ihm mal ein Paar zur Auswahl mitgebracht.
05:27Ah, und was machen wir dann mit den restlichen Sachen?
05:32Na, behalten.
05:33Guck mal hier.
05:35Ein Jagdmesser.
05:36Damit kannst du alles machen.
05:38Schnitzen, schneiden.
05:40Einfach alles.
05:40Und was fangen wir dann mit diesem fernsteuerbaren Geländewagen an?
05:47Findest du das blöd, dass ich so viel gekauft habe?
05:49Nein.
05:49Pass auf, wir stellen ihn dann einfach in dein Kinderzimmer, weißt du, nehmen die elektrische Eisenbahn gleich unter dem Fußballposter.
05:54Findest du das doch blöd?
05:56Schenk ihm doch das Fernglas.
05:58Ich meine, dann könnt ihr auf dem Hochschutz zusammen Tiere beobachten.
06:00Elsa.
06:00Ja, dieses Fernglas, ja, ist kein Fernglas, sondern ein Feldstecher.
06:06Und zwar 10 mal 50.
06:07Das heißt, 10-fache Vergrößerung bei einem Frontlinsendurchmesser von 50 Millimetern.
06:12Wenn du jetzt da vorne, in zwei Kilometern Entfernung, sagen wir mal...
06:16Konrad.
06:18Ich bin mir sicher, Theo wird es mögen, egal wie es heißt. Fernglas, Feldstecher, Opernglas.
06:24Oder meinst du, ich sollte ihm lieber einen Feldstecher im Leder-Itty schenken?
06:27Ist vielleicht ein bisschen männlicher, hm?
06:31Gehst du hin?
06:33Zum Arzt.
06:35Wenn wir irgendwann unseren eigenen kleinen Theo haben wollen, dann müssen wir doch der Natur ein bisschen auf die Sprünge
06:39helfen.
06:42Ich würde aber nachher vorbeikommen und euch was zu essen mitbringen.
06:45Oh ja.
06:46Und wehe, der kleine Theo und der kleine Konrad machen da viel Unfug im Wald.
07:02Es kam mir alles so hoffnungslos vor.
07:06Die Vorstellung, ich mit so einem schreienden Kind im All.
07:10Mit so einem Brei und Fläschchen, Windeln.
07:16Ich dachte, wenn es nicht mehr da ist, dann könnte ich dich vielleicht vergessen und noch mal ganz von vorne
07:22anfangen.
07:26Ich habe doch gesagt, dass ich mich um das Kind kümmere.
07:29Du bist nicht allein.
07:32Dann wirst du mich dann nicht hassen.
07:34Du wirst durch das Kind für immer an mich gekettet sein.
07:37Wie kommst du denn darauf? Ich freue mich auf das Kind und Luisa genauso.
07:42Wir müssen jetzt zusammenhalten.
07:44Du sollst nie wieder denken, dass wir dich oder das Kind nicht haben wollen.
07:48Das Kind braucht uns.
07:50Glaubst du mir ernst? Ich möchte darauf verzichten, wie es aufwächst, Zähne bekommt, die ersten Worte brabbelt und den Führerschein
07:56macht.
08:01Ich schäme mich so.
08:07Wir müssen jetzt zusammen in die Zukunft ziehen.
08:11Wir drei.
08:15Weißt du, was echt gemein ist?
08:18Du bleibst jetzt so schön schlank und ich gehe auseinander wie so ein Hefeklopse.
08:21Ich mag Hefeklopse.
08:24Ich lege mich jetzt mal hin, ja.
08:26Willst du das Ultraschäubelt haben?
08:28Willst du es nicht haben?
08:29Ich habe noch einen Ausdruck.
08:30Gerne, danke.
08:32Oh je, so ein Schmort, aber hat aber jemand Hunger.
08:36Ob nicht, ist immer genug Essen im Haus, sonst kann ich ganz schön ungemütlich werden.
08:50Hallo Eva, möchtest du einen Kaffee?
08:53Ah, ja, danke.
08:55Und, wächst das Unkraut wieder schneller als der Salat?
08:58Ja, dann wird es einfach nicht los.
09:01Irgendwie erinnert das einen immer an Annabelle.
09:04Hast du dich wieder über sie geärgert?
09:05Nach ihrer bloßen Existenz, es sei nach ein Ärgernis.
09:10Ja, mir wird auch schon ganz schlecht, wenn ich darüber nachdenke, dass ich mir die Großmutterrolle mit ihr teilen soll.
09:15Halt dich mal ran. Sie war schon groß einkaufen.
09:18Ja, in dieser Rolle scheint sie ja aufzublenen.
09:21Ja, sie tut so, als hätte sie in ihrem Leben nie etwas Schlechtes getan.
09:25So viel Dreistigkeit muss man erst mal haben.
09:27Ich hoffe nur, dass ihre Negativenergie sich nicht auf das Kind auswirkt.
09:31Wer weiß, vielleicht kommt sie ja ihren Großmutterpflichten gar nicht mehr nach.
09:38Ach, du meinst, dass sie vorher im Gefängnis landet?
09:41Ich gebe die Hoffnung nicht auf.
09:43Irgendwann wird sie schon ihre gerechte Strafe bekommen.
09:45Ich frage mich nur, wie das passieren soll, wenn Nora nicht mehr aussagen will.
09:49Also, so wie ich Annabelle kenne, hat die garantiert noch einige Leichen verbuddelt,
09:55die ihr das Genick brechen könnten. Wir müssen sie bloß finden.
09:58Tja, dann schlage ich vor, fang doch schon mal an, deinen Garten umzugraben.
10:01Wir haben nur noch acht Monate Zeit, bis das Kind da ist.
10:06Hm.
10:06Hm.
10:19Elsa, hallo.
10:20Na?
10:22Hey.
10:22Au, das sieht aber lecker aus. Was ist das denn?
10:24Naja, Nudelsalat, ein paar Centwilz, ein bisschen Obst, was zu trinken.
10:27Für Konrad?
10:28Für Konrad und Theo.
10:29Ach, Theo ist wieder bei euch.
10:31Ja, und Konrad ist ganz aus dem Häuschen.
10:33Aber du siehst auch glücklich aus.
10:34Weil ich gerade beim Arzt war, Konrad und ich. Wir können nämlich in zwei Wochen unseren neuen Versuch starten.
10:38Ach, diesmal klappt es bestimmt.
10:40Ja, wir dürfen uns nicht unter Druck setzen. Wir müssen geduldig bleiben bei einer künstlichen Befruchtung.
10:44Ihr schafft das schon. Da bin ich mir sicher.
10:48Ja.
10:53Ist das schön hier?
10:55Mhm.
10:56Ja.
10:59Kannst du die Tiere sehen?
11:00Ich sehe nichts.
11:02Na, guck mal da vorne. Das Loch da.
11:04Das ist ein Fuchsbau.
11:05Mhm.
11:07Oh, und da ist ein Ameisenhaufen. Siehst du?
11:09Wie es wimmelt.
11:11Da.
11:15Oh, und da oben, guck mal.
11:17Das ist ein Vogelnest. Siehst du?
11:20Ich kann nichts erkennen.
11:23Naja, da bräuchte man halt jetzt ein Fernglas.
11:27Ja, das wäre gut.
11:29Du, und wie es der Zufall will?
11:35Habe ich eins dabei.
11:37Wow.
11:38Guck mal hier.
11:39Für dich.
11:40Super. Das ist ja irre.
11:44Und, kannst du sie erzählen, die Vögel?
11:45Ja.
11:46Da sind sogar Küchen drin.
11:48Ja, das sind Rotkehlchen.
11:50Wenn wir ein bisschen warten, dann kriegen wir vielleicht mit, wie die Mutter kommt und die Kleinen füttert.
11:54Und wie lange dauert das?
11:56Na ja, du, ein bisschen Geduld braucht man schon bei der Vogelbeobachtung.
12:02Ich kann die Käfer im Gras sehen.
12:06Gut, das ist noch gar nichts.
12:08Wenn wir erst mal morgens hier sind, wenn das Rotwild aktiv ist, da kriegst du was zu sehen.
12:12Ich sag dir, wer den Wald nur bei Tag kennt, der hat echt was verpasst.
12:16Hier.
12:17Was soll ich denn damit? Das gehört dir.
12:19Danke.
12:22Ach, ich freue mich schon auf unsere nächste Entdeckungstour.
12:24Jetzt mit dem Feldstecher.
12:25Mhm.
12:26Du wirst richtig viel zu sehen kriegen.
12:28Weißt du was?
12:29Ich rufe heute noch im Heim an und frage Frau Weidner, ob wir jetzt jede Woche auf die Pirsch gehen
12:33dürfen.
12:33Was hältst du davon?
12:34Ja, das wäre echt schön.
12:37Wir werden Spaß haben, wir beide.
12:48Ich kann es kaum glauben, dass es lebt.
12:50Als Sie vorhin im Krankenhaus gesagt haben, dass Nora schon weg ist, dachte ich auch, es ist zu spät.
12:56Bis gestern wusste ich noch nicht mal, ob ich das Kind überhaupt haben will.
13:01Und jetzt?
13:03Im Krankenhaus hat es mir fast den Boden unter den Füßen weckerissen.
13:06Ich hatte plötzlich so eine Angst, dass ich das Kind niemals sehen würde.
13:12Du freust dich.
13:13Das ist gut so.
13:17In der ganzen Aufregung habe ich nicht mal gefragt, wie es dir geht.
13:22Ich gewöhne mich langsam an den Gedanken, dass wir bald zu fett sind.
13:26Ich weiß, dass es nicht leicht für dich ist.
13:29Was soll ich machen?
13:31Ich liebe dich.
13:32In guten wie in schlechten Zeiten.
13:35Die schlechten Zeiten kennen wir mittlerweile gut genug.
13:38Ich verspreche dir, die guten kommen und sie werden phänomenal.
13:41Es reicht schon, wenn sie gut sind.
13:42Nein, du hast was Besseres verdient.
13:44Ich sollte zum Mond fliegen und die Sterne für dich vom Himmel holen.
13:46Bloß nicht.
13:48Weißt du, wie viele Wochen so eine Astronautengartin allein zu Hause warten muss?
13:52Also gut.
13:53Wenn ich nicht zu den Sternen darf, dann müssen eben die Sterne zu uns kommen.
13:59Wieso habe ich gerade das Gefühl, dass du eine Idee hast?
14:03Ich?
14:04Eine Idee?
14:06Niemals.
14:08Und wenn du jetzt glaubst, dass du mich mit einem Kussen schweigend bringst, dann hast du recht.
14:23Hi.
14:24Puh.
14:27Na gut, dass du kommst. Wir sind schon halb verhungert.
14:29Ja, das habe ich mir gedacht.
14:34Was hast du denn Leckeres mitgebracht?
14:36Haha.
14:38Nudelsalat.
14:40Obst.
14:42Orangensaft.
14:44Mh.
14:45Ja.
14:48Kekse.
14:50Lecker, lecker, lecker.
14:54Boah, Brot, lecker.
14:56Was willst denn du, Käse oder Wurst?
14:57Egal.
14:59Ja, du musst dich schon entscheiden, sonst isst dir Konrad das Beste weg.
15:04Oder hast du gar keinen Hunger?
15:05Nicht so richtig.
15:07Du, pass mal auf.
15:09Wenn du die Wurst nicht isst, dann isst die Wurst gleich dich.
15:13Mit Essen spielt man nicht.
15:14Das ist kein Spiel, das ist bitterer Ernst.
15:16Ich bin nämlich ein Chrisli-Bär und ich esse am liebsten kleine Theos.
15:19Geht gar nicht.
15:21Das ist ein Panda-Bär, das ist ein Pflanzenfresser.
15:28Wie hat dir denn Konrads Geschenk gefallen?
15:30Gut.
15:32Er hat gleich ein Vogelnest entdeckt.
15:33Du hast das entdeckt?
15:35Na ja, du wirst schon auch noch was entdecken.
15:37Ich zeig dir alles, worauf es im Wald ankommt.
15:39Und wenn wir erstmal morgens hier sind, wenn die Tiere aufwachen...
15:41Kann ich aufstehen?
15:42Ich würde gerne auf den Hochsitz.
15:45Ja klar.
15:46Geh ruhig, ja?
15:48Hier, nimm deinen Feldstecher mit.
15:54Umhängen!
16:01Vielleicht hätte ich doch das Auto nehmen sollen.
16:03Quatsch!
16:09Habt ihr euch gestritten?
16:12Nicht, dass ich wüsste, ne?
16:14Aber irgendwas ist doch mit ihm.
16:16Ich meine, Hunger hat er auch nicht.
16:18Vielleicht ist er ja krank.
16:21Hat er was gesagt?
16:23Na ja, aber ich meine, wenn man krank ist, dann marschiert man doch nicht stundenlang durch den Wald.
16:27Oder hattest du den Eindruck, dass es ihm heute schwerer gefallen ist?
16:30Na ja.
16:44Ja.
16:48Mutter, ich schlafe.
16:51Entschuldige bitte, aber ich wollte nur sehen, wie dir die Sachen gefallen, die ich dem Baby gekauft habe.
16:58Ach, die Sachen sind von dir. Ich hab mich schon gewundert.
17:01Danke.
17:02Aber kann ich jetzt weiterschlafen?
17:04Meine erste Schwangerschaft, Woche für Woche, das ist sehr lehrreich.
17:08Du wirst ja jetzt viel Zeit haben, es zu lesen, da wo du hingehst.
17:14Da wo ich hingehe?
17:16Offenbar willst du dein Kind doch im Gefängnis zur Welt bringen.
17:20Fast, nein.
17:21Und du hast auch nicht vor, deine Schuld an Harald Beckers Unfall zu gestehen?
17:25Wozu sollte ich?
17:26Und du willst mir auch nicht die Schuld an Helena Bernsteins Tod geben?
17:30Nein, das hab ich dir doch schon längst gesagt.
17:31Und warum legst du denn ein Geständnis ab, in dem dieser Unsinn drinsteht?
17:43Vielleicht hat er ja Liebeskummer.
17:45Mit zehn?
17:47Ich hatte mit acht meinen ersten Liebeskummer, wegen dem Jungen, der in der Bank vor mir saß, Arndt.
17:52Arndt?
17:54Und wie ging's aus?
17:56Ach, Arndt weiß gar nicht, dass ich existiere.
17:59Ich glaub dir kein Wort.
18:00Ich konnte tagelang nichts essen.
18:03Ja, aber Theo ist ein Junge.
18:05Ach, und die verlieben sich nicht.
18:06Na, jedenfalls nicht so früh.
18:09Weißt du, warum's mit mir und Arndt nicht geklappt hat?
18:12Was hätte denn da klappen sollen mit acht?
18:14Na, Händchen halten.
18:16Aber Arndt wollte lieber mit meiner besten Freundin Steffi Händchen halten.
18:23Meinst du, wir sollen ihn mal drauf ansprechen?
18:26Also ich glaub nicht, dass Theo Lust hat, mit uns über so'n Thema zu sprechen.
18:31Warum denn nicht?
18:32Ich meine, er hat nun mal keine Eltern.
18:33Warum sollen wir das nicht machen?
18:34Na klar, so wie du mit deiner Mutter über dein Liebeskummer diskutiert hast.
18:41Okay, nächste Idee.
18:47Wo hast du das her?
18:49Das Geständnis lag offen in deinem Zimmer herum.
18:52Warum hast du es geschrieben?
19:01Ich wollte die Aussage bei einem Notar hinterlegen.
19:04In einem versiegelten Umschlag.
19:05Und es dir dann erzählen.
19:06So als Art Rückversicherung.
19:08Als Rückversicherung?
19:09Für was?
19:10Für den Fall, dass du mich vielleicht zum Schweigen bringen könntest.
19:15Was traust du mir zu?
19:16Du hast mich immerhin in den Wagen einsteigen lassen, in dem Helena umgekommen ist.
19:20Ich habe dich gewarnt.
19:21Aber zu spät.
19:23Du hättest meinen Tod in Kauf genommen.
19:26Ich dachte, das hätten wir alles längst hinter uns.
19:28Ich dachte, wir vertrauen uns.
19:30Wie könnte ich dir vertrauen?
19:31Du hast mir erzählt, dass die Polizei das Radarfoto gefunden hat.
19:34Gut, das war gelogen, weil ich dich aus der Stadt haben wollte.
19:37Ist das jetzt eine Rache dafür?
19:43Ich habe das geschrieben, bevor ich wusste, dass ich schwanger bin.
19:48Hat dir jemand dabei geholfen?
19:50Nein, niemand.
19:52Weiß irgendjemand von diesem Geständen?
19:55Nein, keiner weiß davon.
19:56Ich schwöre es dir.
19:59Ja?
20:01Hier.
20:06Bist du zu gehen?
20:09Gibt es zu gehen?
20:11Nein, ehrlich nicht.
20:12Und im Computer?
20:13Alles gelöscht.
20:15Alles gelöscht.
20:15Alles gelöscht.
20:20Ach, ich kann dir das zeigen.
20:25Schau mal, das ist das erste Foto von deinem Enkelkind.
20:29Ja.
20:32Oh mein Gott.
20:34Was ich gesagt habe, dass ich dich nicht in der Familie haben will.
20:37Nein, das tut mir leid.
20:40Was sagst du mir?
20:50Jetzt sitzt er da schon seit einer Stunde oben.
20:54Ich gehe jetzt gleich mal hoch und frage ihn, was los ist.
20:57Na warte, da kommt er ja.
21:06Können wir bitte zurückfahren?
21:08Was, jetzt schon?
21:09Ich habe heute einfach keine Lust.
21:12Bist du krank?
21:13Nein.
21:15Kann mir bitte gehen?
21:16Theo, komm mal her.
21:19Irgendwas bedrückt dich doch.
21:21Willst du uns nicht sagen, was?
21:23Ich habe heute einfach keine Lust auf Wald.
21:27Theo.
21:31Sag mal.
21:32Hat es vielleicht irgendwas mit Mädchen zu tun?
21:35Was?
21:38War nur so eine Idee, vergiss es.
21:41Meinst du nicht, es ist besser, wenn du offen zu uns bist?
21:45Kannst du dich noch an den Tag erinnern, als du zu uns gekommen bist?
21:48Als du mit Konrad Drachen steigen lassen hast?
21:51Da hast du doch dem Heim auch nicht gesagt, dass du uns besuchen willst.
21:54Und deswegen hat die Polizei dich gesucht.
21:57Also eigentlich ist es schon besser, wenn du uns sagst, was los ist.
22:00Wollt ihr jetzt die Polizei holen?
22:02Nein, natürlich nicht.
22:04Wir denken nur, dass wir dir besser helfen können, wenn wir wissen, was du hast.
22:08Na ja, meine Noten sind zur Zeit nicht so gut.
22:12Na Gott sei Dank.
22:14Was heißt denn Gott sei Dank?
22:15Das heißt, dass wir ihm dann doch helfen können.
22:17Dann geht ihr eben nicht so oft in den Wald, sondern übt mehr.
22:21Was ist denn dein Problemfach?
22:23Mathe.
22:23Das ist doch gut.
22:24Konrad kann dir helfen.
22:25Ja, Konrad.
22:27Na ja, was du nicht weißt, kannst du ja wieder lernen.
22:30Das kriegen wir schon hin.
22:43Das ist also mein erstes Enkelkind.
22:45Na ja, so viel erkennt man ja noch nicht.
22:48Was verledest du denn für einen Unsinn?
22:50Das ist das schönste Schneegestöber, was ich je gesehen habe.
22:53Schön, dass du das auch so siehst.
22:56Wie sollte ich es denn sonst sehen?
22:58Helmene ist Noah, die Mutter.
22:59Und ohne sie würde Vater noch leben.
23:02Aber dieses kleine Kind kann doch nichts für das, was seine Mutter getan hat.
23:07Ich hoffe nur, dass ihr damit zurechtkommt.
23:10Nora gibt sich jetzt sehr viel Mühe.
23:12Ach ja?
23:14Und woher kommt dieser plötzliche Sinneswandel?
23:16Ich glaube, sie entwickelt Muttergefühle.
23:20Aha.
23:22Na dann warten wir mal ab, bis diese Muttergefühle auf die erste Zerreißprobe gestellt werden.
23:29Sag mal, wie kommt denn Luisa damit zurecht, dass Nora ein Kind von dir bekommt?
23:33Sie schaut einfach nur nach vorn.
23:35Und dafür bewundere ich sie.
23:38Ja, dafür bewundere ich sie auch.
23:42Und jetzt ist es höchste Zeit, dass ich etwas für sie tue.
23:45Kann ich mal euren Laptop benutzen?
23:49Ja, sicher. Ist deiner kaputt?
23:50Nein, aber Luisa benutzt ihn mit und ich muss meine Spuren verwischen.
23:54Deine Spuren? Warum das denn?
23:57Ich will sie überraschen.
24:01Ah, verstehe.
24:15Die Verabschiedung von Theo war seltsam, oder?
24:18Nein.
24:20Ja, fand ich auch.
24:23Sonst kann er sich kaum von uns lösen und diesmal war es fast, dass wird er flüchten.
24:28Vielleicht war er mit seinen Gedanken woanders. Vielleicht hat er Probleme in der Schule.
24:32Ich weiß nicht.
24:34Probleme in der Schule hatte ich auch.
24:36Aber der Einzige, der das die Laune verhagelt hat, war meine Mutter.
24:38Na, wenigstens hattest du einen im Gegensatz zu ihm.
24:42Was war denn dein Problemfach? Mathe?
24:44Ach, Mathe ist jetzt nicht so wichtig.
24:47Herr Konrad, vielleicht sollten wir ihn einem richtigen Nachhilfelehrer besorgen.
24:50Entschuldige mal, aber das bisschen Mathe kriege ich auch noch hin.
24:52Ach ja? Dann erklär mir doch mal den Satz des Pythagoras.
24:56Theo, ich warne dich.
24:58Moni, kannst du ein Zweik Kaffee machen? Danke.
25:01Ach Mensch, ich wollte dir doch noch erzählen. Ich war heute beim Arzt.
25:05Mhm.
25:08Und?
25:09Also, es ist alles in Ordnung. Ich vertrag die Hormone gut und in zwei Wochen können wir unseren nächsten Versuch
25:15starten.
25:15Klasse.
25:17Ja, hallo. Interessiert dich überhaupt nicht, ob ich schwanger werde?
25:21Doch, klar.
25:25Entschuldige.
25:27Ich war gerade woanders.
25:29Aha.
25:30Irgendwas stimmt mit der Geschichte von Theo nicht.
25:33Na, was soll denn da nicht stimmen?
25:35Hast du so ein Gefühl?
25:38Weißt du was?
25:40Ich rufe jetzt mal die Heimleitung an.
25:43Vielleicht weiß ja diese Frau Weidner irgendwas.
25:51Wie konntest du das Geständnis einfach so frei herumliegen lassen?
25:53Du wolltest es doch vernichten.
25:55Ich hab's vergessen.
25:56Vergessen? Wie das denn?
25:58Du warst doch noch zu Hause, als ich dich deshalb angerufen habe.
26:01Nein, ich war nicht zu Hause.
26:04Ich war in einer Klinik wegen des Babys.
26:08Ist alles in Ordnung?
26:09Ja, jetzt schon. Jetzt ist alles in Ordnung.
26:12Nora, du willst mir doch jetzt nicht sagen, dass du...
26:14Oh, bitte.
26:14Ich bin das erste Mal schwanger in meinem Leben. Das stand nie auf meiner Wunschliste.
26:18Das Baby, das fühlte sich an wie so ein...
26:21wie so ein Ding, das nicht zu mir gehört.
26:25Aber als ich's dann auf dem Ultraschall gesehen hab, da wollte ich's behalten.
26:30Warum hast du mir denn nichts gesagt?
26:33Dann hättest du mir die Abtreibung ausgeredet.
26:36Oh Mann, hätte ich's doch bloß gemacht.
26:38Dann könnte ich jetzt gegen Annabelle aussagen.
26:39Boah, das darfst du nicht denken. Niemals.
26:42Dein Kind ist wichtiger als alle Annabelles dieser Welt zusammen.
26:46Ja, das ist mir heute auch klar geworden.
26:48Aber was machen wir denn jetzt mit ihr?
26:51Du musst keine Angst vor Annabelle haben.
26:52Ich pass auf dich auf.
26:53Oh, kann sie nicht einfach verschwinden?
26:55Ich ertrage diese Lügerei nicht mehr.
27:01Was ist denn, wenn ich sie noch einmal auf Dienstreise schicke?
27:04Das würde uns Zeit bringen.
27:06Schöpft sie nicht langsam Verdacht, wenn du sie ständig nach Hamburg schickst?
27:10Wer spricht denn von Hamburg?
27:11Ich mach auf der ganzen Welt Geschäfte.
27:13Zum Beispiel in Dubai.
27:17Ich muss ihn doch richtig ködern.
27:28Elsa, wie war eigentlich dein Tag mit Theo?
27:31Schön.
27:32Also, ein bisschen anders als sonst, aber schön.
27:35Erzähl.
27:36Naja, Theo war beim Abschied irgendwie bedrückt.
27:39Aber ich glaube, das sind einfach Probleme in der Schule.
27:41Oh je, da kann ich ein Lied davon singen.
27:45Meinst du, er bleibt sitzen?
27:46Keine Ahnung, er wollte ja nicht darüber sprechen.
27:48Aber Konrad will heute mal die Heimleitung anrufen und nachfragen.
27:51Da hängt sich ja ganz schön rein.
27:52Ja.
27:53Weißt du, wie aufgeregt Konrad heute Morgen war, bis Theo kam?
27:57Der Kleine ist ja auch unwiderstehlich.
27:59Der ist wirklich süß.
28:03Sag mal, habt ihr eigentlich mal darüber nachgedacht, Theo Gans zu euch zu nehmen?
28:07Also zum Beispiel mit einer Pflegschaft oder einer Adaption?
28:11Wie kommst du denn auf sowas?
28:13Das liegt doch nahe.
28:14Er ist weise, ihr wollt ein Kind und versteht euch gut mit ihm.
28:18Also Theo ist wirklich ein toller Junge und man muss ihn einfach liebhaben,
28:21aber Konrad und ich, wir wünschen uns doch schon so lange ein eigenes Kind.
28:25Das hat sich doch nicht geändert.
28:37Also eine Jacke oder ein dicker Pullover reichen.
28:40Verstehe.
28:42Also gut, dann bis morgen.
28:44Und danke, dass ich nochmal so spät anrufen durfte.
28:50Mit wem hast du telefoniert?
28:52Mit niemandem.
28:55Was soll denn das blitzen in deinen Augen?
28:58Ich freue mich nur, dass du da bist.
29:00Du warst schon immer ein schlechter Lügner.
29:03Gut, ich habe mit dem Finanzamt telefoniert, wegen der Steuererklärung.
29:06Um diese Uhrzeit.
29:07Außerdem hast du die Steuererklärung letzte Woche schon abgegeben.
29:10Ich wollte halt wissen, ob sie schon angekommen ist.
29:14Also entweder du sagst mir jetzt, mit wem du telefoniert hast.
29:17Oder
29:20Ich drücke die Wahlwiederholung.
29:23Dass du immer so praktisch sein musst.
29:25Also?
29:27Na schön.
29:28Hast du morgen schon etwas vor?
29:31Können sein.
29:32Warum?
29:33Es könnte sein, dass ich eine Überraschung für dich habe.
29:36Aber nur, wenn du mir das Telefon wiedergibst.
29:45Also was ist die Überraschung?
30:06Na ja, natürlich machen wir uns Sorgen.
30:07Ich meine, sonst hätte ich ja nicht angerufen.
30:13Ja.
30:16Gut.
30:16Ja, dann bis morgen, ja.
30:18Und Frau Weidner,
30:19ähm,
30:20vielen Dank auch, dass Sie sich so viel Zeit für uns nehmen.
30:24Ja, trotzdem.
30:26Hm, danke schön.
30:27Ja.
30:27Bis morgen, ja.
30:31Und?
30:33Hat er recht.
30:34Das liegt nicht an Theos Schulnoten.
30:36Ja, sondern?
30:39Keine Ahnung.
30:41Wollte es mir am Telefon nicht sagen.
30:43Wieso denn nicht?
30:44Vertraut sie uns nicht?
30:45Ich weiß es nicht.
30:45Jedenfalls kommt sie morgen hier vorbei.
30:48Sie wollte es lieber in einem persönlichen Gespräch erklären, hat sie gesagt.
30:51Ich finde, das klingt nicht gut.
30:52Das wird schon nicht so schlimm sein.
30:55Und warum kommt sie dann hier persönlich vorbei?
30:57Will sie uns kontrollieren oder was?
30:58Ach, Quatsch.
30:59Das kann ich mir bei ihr nun nicht vorstellen.
31:03Haben wir irgendwas falsch gemacht?
31:05Ich meine, wir haben immer vorher das Heim angerufen.
31:08Genau.
31:09Und deswegen musst du dir auch überhaupt keine Sorgen machen.
31:12Und wenn wir Theo jetzt nicht mehr sehen dürfen?
31:14Konrad, bitte.
31:17Vielleicht glauben sie ja, unsere Waldausflüge sind zu gefährlich.
31:20Klar.
31:20Ich meine, nach dem letzten Waldausflug war Theo krank.
31:23Die glauben, wir kümmern uns nicht um Theo.
31:25Du hast alles richtig gemacht, mein Schatz.
31:29Und einen besseren Drachensteiger und Waldhüter und Krankfeierer kann sich Theo doch gar nicht wünschen.
31:36Ich hoffe, das sieht Frau Weidner genauso.
32:00Und, bist du bereit?
32:02Bin ich zu bereit?
32:03Na, für die Überraschung.
32:05Ist dir kalt?
32:06Es könnte etwas kühler werden.
32:09Ich bin froh, dass endlich Sommer ist.
32:10Wo soll es denn jetzt noch kühl sein?
32:12Ja.
32:12Also, wenn deine Überraschung ein Tag in der Gefriertruhe ist.
32:16Gefriertruhen können sehr romantisch sein.
32:19Eisbein, Eisbergsalat, Eistorte.
32:21Dann gehe ich mal lieber zur Arbeit.
32:24Du bist überhaupt nicht neugierig, was deine Überraschung ist?
32:27Nö.
32:27Ich hatte ja an eine kleine Überraschung in einem Geschenkkarton gedacht, mit einer Schleife drauf.
32:33So was mögen Mädels.
32:35Das merke ich mir.
32:37Also gut, da kann man nichts machen.
32:39Dann gehe zur Arbeit.
32:40Okay.
32:46Ja, Becker hier nochmal.
32:48Ja, das mit der Überraschung, das hat sich erledigt.
32:51Nein, meine Freundin macht sich nichts aus Überraschung.
32:54Was soll man da machen?
32:55Simon, ich weiß, dass du nicht telefonierst.
32:56Was hast du gesagt, Schatz?
32:58Jetzt sag, was hast du vorbereitet?
33:00Warten Sie, ich glaube, es gibt doch noch eine kleine Chance.
33:04Also, her mit der Jacke.
33:05Sonst noch was?
33:06Ja.
33:10Jetzt bist du nämlich entführt.
33:13Eine Augenbinde?
33:15Jetzt bin ich aber gespannt.
33:17Jetzt bringe ich dich an einen Ort, wo uns Nora, Annabelle und alle anderen
33:25für ein paar Stunden gründlich egal sein können.
33:46Verstehe ich?
33:47Nein.
33:48Ich arbeite gerade ein paar Akten durch.
33:50Nichts Wichtiges.
33:51Ah, ich verstehe.
33:52Die Manufaktur.
33:53Henning ist gerade ab Geschäftsreise und einer muss den Laden ja schmeißen.
33:58Ich verstehe.
33:59Ja, ja, dann will ich dich nicht länger aufhalten.
34:05Richard?
34:06Was ist los?
34:09Ach, nichts weiter.
34:10Ich, äh, zwei Geschäftstermine von mir überschneiden sich, aber ich, ich regle das schon irgendwie.
34:14Was sind für Geschäftstermine?
34:18Ich weiß nicht, ich habe Schwierigkeiten mit einem Projekt in Dubai.
34:21Wir sind kurz vor dem Abschluss, aber ich habe verdammt nochmal das Gefühl, dass der
34:23Geschäftsführer in die eigene Tasche wirtschaftet.
34:26Und jetzt willst du hinfahren und nach dem Rechten sehen?
34:29Ja, ja, ja, ja.
34:31Allerdings muss ich zum gleichen Zeitpunkt in London sein, aber...
34:34Ja.
34:35Was soll's.
34:36Aber ich kann doch für dich nach Dubai fahren.
34:39Nein, nein, nein.
34:40Das hat doch schon in Hamburg gut geklappt.
34:43Ja, aber Dubai ist eine Ecke weiter als Hamburg und du hast genug selbst zu tun.
34:48Also.
34:49Für dich verschiebe ich gerne meinen Termin um ein paar Tage.
34:55So dass du das wirklich tust?
34:56Ja, natürlich.
34:58Ich bin immer für dich da, wenn du meine Hilfe brauchst.
35:01Also das wäre...
35:05Danke.
35:06Ich kümmere mich um alles.
35:07Ja, nein, lass mal, ich übernehme das.
35:09Du hast schon genug für mich getan.
35:13Gut.
35:15Es sind also nicht seine Schulnoten und es geht auch nicht um ein Mädchen.
35:21Also haben wir irgendwas falsch gemacht?
35:23Nein, überhaupt nicht.
35:26Da bin ich ja beruhigt.
35:28Aber was bedrückt Theo dann?
35:31Eigentlich hatte ich ja gehofft, dass er Ihnen das selbst erzählen würde.
35:34Was denn selbst erzählen würde?
35:37Wissen Sie, ich bin in einer schwierigen Situation als Pädagogin.
35:41Ich kann nur sehr schwer einschätzen, wie viel Vertrauen ihn Theo wirklich entgegenbringt.
35:47Ich würde doch mal sagen, sehr viel.
35:49Aber er hat Ihnen nicht erzählt, was ihn bedrückt.
35:54Nein, aber das muss ja nicht heißen, dass er uns nicht vertraut.
35:57Wahrscheinlich wollte er uns einfach nur nicht mit seinem Problem belasten.
36:00Hat er denn überhaupt mal was über uns erzählt?
36:03Ja, nur Gutes.
36:05Sonst wäre ich ja nicht hier.
36:07Immer wenn er von Ihnen zurückkommt, ist er wie ausgewechselt.
36:09Er ist von Haus aus ja eher ein in sich gekehrtes Kind.
36:13Also bei uns ist er immer fröhlich und selbstbewusst.
36:15Hat er denn Freunde im Heim?
36:18Hm, keine engen.
36:20Also ich will jetzt nicht sagen, dass er ein Außenseiter ist, aber gehört auch keiner Clique an.
36:25Er hält auf Distanz und es ist sehr schwer, in sein Herz zu schauen.
36:29Ich bin mir sicher, dass wir rausbekommen werden, was Theo bedrückt.
36:31Wir brauchen einfach noch ein bisschen Zeit.
36:34Ja.
36:35Zeit ist leider genau das, was Sie nicht mehr haben.
36:39Meinen Sie das?
36:41Theo wird verlegt.
36:42In ein anderes Heim in Norddeutschland.
36:45Er hat Angst, dass er Sie nie wiedersehen wird.
36:54Vorsicht, nicht stolpern.
36:55Wow, was war das denn?
36:57Das war eine Baumwurzel.
37:00Eine Baumwurzel?
37:01Hm.
37:02Wo bringst du durch den Ende?
37:04Das wirst du gleich sehen.
37:07Simon, du bist jetzt schon über eine Stunde unterwegs.
37:10Willst du was wissen aus den Augenbindern?
37:12Ich habe eben ein gutes Zeitgefühl.
37:14So, so.
37:15Und was weißt du noch so von deiner Entführung zu berichten?
37:19Ich weiß, dass wir Richtung Norden gefahren sind.
37:23Das kannst du gar nicht wissen.
37:25Ich habe die Sonne auf meiner Wange gespürt.
37:27Auf meiner rechten.
37:28Na gut, aber dennoch weißt du nicht, wo wir sind.
37:32Aber ich habe dein Gesicht gesehen.
37:34Und ich weiß, wo du wohnst.
37:36Und wenn du mich freigelassen hast, dann gehe ich zur Polizei und dann glade dir Gott.
37:39Glaub mir, wenn ich dich frei lasse, dann wirst du mir dankbar sein, dass ich dich entführt habe.
37:43Puh, leere Versprechung.
37:55Ich habe doch gesagt, ich fliege mit dir bis zu den Sternen.
37:58Gut, dann ein bisschen darunter.
38:24Grafenberg.
38:26Was kann ich für Sie tun?
38:29Ob ich ein Einzel- oder Doppelbett haben will.
38:33Herr von Weiden hat bereits gebucht.
38:35Sehr schön.
38:37Was?
38:39Gestern Abend schon?
38:43Ja.
38:45Ein Doppelbett wäre mir sehr recht.
38:47Vielen Dank.
38:49Auf Wiederhören.
38:53Was hättest du bedeuten?
38:57So, das wären dann noch die vorläufigen Verträge und die Rechtsgutachten.
39:03Du musst diesen Leuten wirklich sehr misstrauen.
39:06Warum?
39:06Weil ich dich schicke.
39:08Weil mir die Bilanzen makellos erscheinen.
39:11Warum sollte man dich übers Ohr hauen wollen?
39:14Das ist jahrelange Erfahrung, meine Liebe.
39:18Dann bin ich sozusagen deine Geheimwaffe.
39:24Ich könnte es nicht besser ausdrücken.
39:27Und deshalb wusstest du gestern Abend bereits, dass ich für dich nach Dubai reisen würde.
39:33Wieso?
39:34Wir haben doch gerade erst darüber geredet.
39:35Ich habe gerade einen Anruf von dem Hotel in Dubai bekommen.
39:39Du hast bereits gestern Abend auf meinen Namen gebucht.
39:45Was hättest du bedeuten?
39:48Richard, sag mir offen und ehrlich.
39:51Willst du mich loswerden?
39:55Jetzt verstehe ich, was das mit der Jacke sollte.
40:00Und willst du lieber wieder zurück und zur Arbeit gehen?
40:03Bist du verrückt?
40:04Wann entführst du mich nochmal zu den Sternen?
40:07Wie hoch kommen wir eigentlich mit dem Ballon?
40:092000 bis 2500 Fuß.
40:11Na, es ist nicht ganz bis zu den Sternen, aber knapp darunter.
40:17Wie romantisch.
40:29Wir fliegen!
40:30Wir fliegen!
40:42Theo muss weg.
40:43Das kann überhaupt nicht sein.
40:45Warum sagt er uns denn nichts?
40:47Ich nehme an, er wollte sich eine Trennungsszene ersparen.
40:52Jetzt wird mir einiges klar.
40:54Wissen Sie, unsere Kinder sind ganz unterschiedlich.
40:57Aber eins haben sie alle gemeinsam.
40:58Sie leiden unter dem Gefühl, nicht gewollt zu sein.
41:01Und darum fallen ihnen Trennungen noch viel schwerer als Kinder mit Familien.
41:06Entschuldigung, aber muss denn Theo weg?
41:08Können wir nicht irgendwas machen, damit er bleibt?
41:11Es ist zu seinem Besten.
41:13Theos so ein begabter Junge und Kinder wie er werden in dem Heim, in das er kommt, gefördert.
41:17Er wird in einer Wohngruppe leben, in familienähnlichen Strukturen.
41:22Er wünscht sich doch so sehr eine Familie.
41:24Ja, aber wir sind doch seine Familie.
41:26Es tut mir leid.
41:28Ich weiß, Sie mögen ihn sehr.
41:31Danke, dass Sie persönlich vorbeigekommen sind, um uns das zu sagen.
41:35Theo hängt doch so an ihm.
41:36Ich dachte, das bin ich Ihnen schuldig.
41:38Na gut, ich bringe Sie noch zur Tür.
41:40Warten Sie mal.
41:44Theo kann gar nicht umziehen.
41:47Weil wir nämlich beschlossen haben, Theo zu adoptieren.
41:55Ich habe das Gefühl, dass er mir etwas verheimlicht.
42:00Kannst du dir vorstellen, was das sein könnte?
42:02Sie spürt es irgendwie, dass du sie nur auf Dienstreise schicken willst, um sie loszuwerden.
42:06Na, was wollte sie denn wissen?
42:07Ob du Geheimnisse vor ihr hast, weil du dich ihr gegenüber so distanziert behältst.
42:11Na, das Geständnis, was sie bei dir gefunden hat, hat sie doch misstrauisch gemacht.
42:14Ich werde dein Vertrauen nie wieder enttäuschen.
42:17Und alles dafür tun, um dich glücklich zu machen.
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