Zum Player springenZum Hauptinhalt springen
  • vor 2 Tagen

Kategorie

🎥
Kurzfilme
Transkript
00:00Jetzt kannst du mich wieder schön manipulieren. Ganz die alte Nora. Ganz die alte Intrigantin.
00:06Ich werde dir mal was sagen.
00:08Sagt Simon, ich bin nicht vom Pollenflug schwanger geworden.
00:11Du hast mit mir geschlafen.
00:13Nora!
00:13Und zwar freiwillig. Also übernimm gefälligst die Verantwortung.
00:18Ich kann nicht auf mein Kind verzichten.
00:21Ich werde Vater. Und ich will nicht nur die Verantwortung übernehmen, indem ich monatlich Geld überweise.
00:25Das reicht mir nicht.
00:28Ich bin froh, dass du das sagst.
00:30Ich glaube, alles andere hätte dich über kurz oder lang unglücklich gemacht.
00:35Dann muss ich mich nur noch mit Nora arrangieren.
00:38Auch wenn ich noch keine Ahnung habe, wie das gehen soll.
00:46Guten Tag. Sie müssen Frau von Leiden sein?
00:49Richtig.
00:50Was kann ich für Sie tun?
00:52Ich hätte gerne einen Termin für eine Abtreibung.
01:04Und dann habe ich mich nur noch mit Nora.
01:08Und ich wünsche euch jetzt wieder ein Ding.
01:11bis zum nächsten Mal.
01:16Und dann muss ich noch mit Nora.
01:17Hey, was kann ich mich nachdenken?
01:33Ich fürchte, so leicht geht das nicht.
01:35Es ist aber wirklich dringend.
01:37Ich habe mich dafür entschieden und ich will das jetzt auch machen.
01:40Haben Sie den Beratungsschein von der Konfliktberatung?
01:42Nein, aber ich brauche auch keine Beratung.
01:44Die Beratung ist gesetzlich vorgeschrieben.
01:46Ja, gut, dann beraten Sie mich.
01:48Das kann ich nicht. Sie müssen zu einer unabhängigen Beratungsstelle.
01:53Kann man das nicht irgendwie umgehen?
01:55Ich bin übrigens auch privat versichert.
01:57Frau von Weiden, und wenn Sie die Kaiserin von China wären, Sie müssen zum Beratungsgespräch.
02:02Ich will das doch nur einfach so schnell wie möglich hinter mich bringen.
02:06Ich gebe Ihnen jetzt eine Liste mit den Adressen der Beratungsstellen
02:09und eine Broschüre mit Informationen, was bei einem Schwangerschaftsabbruch zu erachten ist.
02:15Ja, sehr nett. Danke. Auf Wiedersehen.
02:17Nur wenn es sich nicht vermeiden lässt.
02:38Am Anfang habe ich nur daran gedacht, wie schwierig es wird, mit Nora die ganze Zeit zu tun zu haben.
02:43Aber ich will doch auch sehen, wie das Kind aufwächst.
02:46Nora hat solche Angst davor, was aus ihr wird, dass sie gar nicht dazu kommt, an das Kind zu denken.
02:50Dann sollten wir sie mal zu Tobias und Konrad schicken.
02:52Was haben die denn damit zu tun?
02:54Willst du auch?
02:55Ja.
02:56Tobias war sehr überzeugend.
02:59Er hat mir erzählt, wie wichtig es war, seinen Sohn Nico aufwachsen zu sehen
03:03und wie sehr er darunter leidet, dass er jetzt gestorben ist.
03:06Also hat er dich umgestimmt.
03:09Er und Konrad, der mir auch erzählt hat, wie toll es ist, Vater zu sein.
03:14Seit wann ist Konrad Expertin Vater, Fragen?
03:17Seit er und Elsa sich mit Theo angefreundet haben.
03:20Oh, unser Theo, der sich heimlich in meine Faktur geschlichen hat, um Bilder zu malen.
03:25Genau, der. Und es scheint, dass seien die drei mittlerweile unzertrennlich.
03:30Und da ist mir klar geworden, es geht nur um das Kind.
03:33Und wegen Nora will ich nicht darauf verzichten. Sie kann es mir ja nicht vorenthalten.
03:36Das wird sie bestimmt auch nicht.
03:38Sie hat einfach Angst, auf sich allein gestellt zu sein.
03:41Ich kann ihr nun mal kein Partner sein. Nur der Vater ihres Kindes.
03:46Das wird wohl noch eine Weile dauern, bis das bei ihr ankommt.
03:48Wir müssen Geduld haben.
03:50Und du? Wie geht es der duldsamen Tante meines Kindes?
03:54Duldsam mit Tante? Findest du?
03:57Das klingt nach alter Jungfrau, die zu Ostern Schokolade bringt.
04:03Also über die Schokolade können wir reden.
04:13Ich habe Ihnen hier alles aufgeschrieben.
04:16Sollten Sie das nicht besser erstmal mit Eva absprechen?
04:18Die Maßnahmen müssen sowieso durchgeführt werden, ob es nun Frau Landmann passt oder nicht.
04:23Wieso werde ich das gefühlig los, dass Sie eigentlich nur versuchen,
04:25in einer offenen Konfrontation mit Eva aus dem Weg zu gehen.
04:29Na, Sie wissen doch, wie vorlang man ist, wenn er schon über die Küche geht.
04:31Ja, das weiß ich.
04:33Also gut, ich besorge dir Sachen.
04:35Aber Sie sprechen mit dir.
04:38Tobias!
04:39Kann ich etwas für dich tun?
04:41Ähm, nein, ich wollte sowieso gerade gehen.
04:44Also, bis später.
04:51Seit Tobias Ihnen die Fanpost vorbeigebracht hat, da scheinen Sie sich ja sehr gut zu verstehen.
04:55Durchaus.
04:56So gut, dass er Ihnen weiterhin einen Gefallen tut?
04:58Natürlich.
04:59Zum Beispiel E-Mails schreiben?
05:01Wie bitte?
05:01Also, ich habe doch den Zettel gesehen, den Sie ihm zugesteckt haben.
05:05Das war bestimmt eine Nachricht für Frau Martelli.
05:07Äh, da muss ich Sie leider enttäuschen.
05:09Dieser Zettel hat überhaupt nichts mit Frau Martelli zu tun.
05:12Ach, was stand denn dann drauf?
05:14Äh, es ging dabei um Ihre Küche.
05:17Was ist mit meiner Küche?
05:21Früher oder später werden Sie es doch erfahren.
05:24Ein paar Veränderungen.
05:27In meiner Küche?
05:29Veränderungen?
05:29Und das ohne mit mir abzusprechen?
05:32Ich bin doch gerade dabei, es mit Ihnen abzusprechen.
05:34Also, was sollen denn das für Veränderungen sein?
05:37Na, zum Beispiel Kindersicherungen für alle Steckdosen,
05:40Steckdosen, Türstopper und Schutzkappen für alle Tische.
05:45Die Schränke müssen gesichert werden.
05:47Also, sagen Sie mir jetzt bloß nicht,
05:49dass das alles wegen Noras und Simons Kind ist.
05:51Ja, selbstverständlich.
05:52Sind Sie etwa dagegen?
05:54Nee, das nicht.
05:55Aber eins sollten Sie mir noch erklären.
05:58Bitte was?
05:59Soll der ganze Plunder das Kind vor der Küche
06:02oder die Küche vor dem Kind schützen?
06:12Du solltest nachher noch mal nach Nora sehen.
06:16Ich ahnte, dass noch was kommt.
06:17Ihr habt seit eurem Streit nicht mehr miteinander gesprochen.
06:20Sie hat gedroht, dass ich mein Kind niemals zu Gesicht bekommen werde.
06:22Und jetzt soll ich einen Schritt auf sie zugehen?
06:25Ihr wart beide büten.
06:26Du, weil sie das Kind vorenthalten will
06:28und sie, weil du sie abgewiesen hast.
06:30Wenn ich jetzt auf sie zugehe, dann denkt sie sonst was.
06:32Dann klär das mit ihr.
06:34Ich kenne sie.
06:35Sie wünscht dich nichts mehr,
06:37als dass du zu ihr gehst und das Gleiche sagst wie mir.
06:39Du meinst das mit der duldsamen Tante?
06:41Ich meinte eher das davor.
06:43Bis dahin ist doch noch reichlich Zeit.
06:46Simon, wenn du dich wirklich um das Kind kümmern willst,
06:48dann fängt das nicht erst in neun Monaten an.
06:50Das Kind ist jetzt schon da.
06:53Das stimmt natürlich.
06:55Ich werde nachher zu ihr gehen.
06:56Versprochen.
07:00Ja, aber können Sie denn gar nichts machen?
07:02Ja, das verstehe ich.
07:03Aber ich brauche doch nur diesen Beratungsschein.
07:08Also wenn das heute noch klappen sollte,
07:11wären Sie denn so freundlich und rufen mich an?
07:13Ja, danke.
07:14Tschüss.
07:17Moment.
07:20Ja.
07:24Du bist hier?
07:26Ja, der Termin in Hamburg.
07:27Aber schneller zu Ende als gedacht.
07:30Wie geht es dir?
07:32Gut.
07:32Was willst du?
07:35Das habe ich dir mitgebracht.
07:38Was ist das?
07:38Ein Knebel, damit ich den Mund halte?
07:40Ach, red doch keinen Unsinn.
07:42Wir wissen doch beide,
07:43dass du nicht aussagen musst
07:44und du wirst doch dein Kind auch nicht im Gefängnis bekommen.
07:47Ja, wäre überhaupt praktisch für dich.
07:51Willst du es nicht auspacken?
07:53Ich hoffe, du hast noch nicht festgelegt,
07:55ob es ein Junge oder ein Mädchen wird.
07:57Egal, was es wird,
07:58es wird dein Kind
07:59und ich werde seine Großmutter.
08:03Ist es nicht Grund genug,
08:04dass wir endlich damit aufhören sollten,
08:06uns gegenseitig das Leben schwer zu machen?
08:08Also wenn es das ist, was du willst,
08:10warum ziehst du nicht einfach aus?
08:12Ich bin hier zu Hause.
08:14Richard hat mir vergeben,
08:15es geht mir immer besser
08:15und jetzt bist du auch noch schwanger.
08:25Eine Spieluhr.
08:28Schlaftabletten wären besser gewesen.
08:29Wer kann hier im Haus schon ruhig schlafen?
08:31Ich bin deine Mutter.
08:33Du brauchst keine Angst mehr vor mir zu haben.
08:36Ich will für dich da sein
08:37und dir immer zur Seite stehen.
08:39Danke, ich komme schon klar.
08:42Was heißt das?
08:44Ich wünsche mir eine Familie, ehrlich.
08:46Aber nicht mit dir.
08:47Niemals.
08:48So, jetzt würde ich gerne schlafen.
08:50Würdest du gehen?
09:20Nicht, dass ich gegen dich bin.
09:20gewisse Vorkehrungen bin.
09:22Aber Sie wissen schon,
09:25wie lange so eine Schwangerschaft dauert.
09:27Das gehört zur Allgemeinbildung.
09:29Ja, dann wissen Sie ja auch,
09:30dass es noch einige Monate dauert,
09:32bis das Kind zur Welt kommt.
09:34Und dann noch,
09:35bis es sich die Finger klemmen kann.
09:37Man kann nicht früh genug beginnen
09:40und diese Maßnahmen schützen ja auch uns Erwachsene.
09:44Sie vielleicht.
09:45Was machen Sie denn da mit dem Zollstock?
09:48Ich werde den Teich ausmessen für den Zaun.
09:51Einen Zaun?
09:53Ja, um den Teich kommt ein Zaun.
09:56Und was ist mit dem Garten?
09:58Wollen Sie den Rosen die Dornen abschleifen?
10:00Das wohl nicht,
10:00aber es werden sämtliche Giftpflanzen entfernt.
10:04Vorsicht bei den fleischfressenden Pflanzen, Herr Adam.
10:07Nicht zu nah kommen.
10:08Das mag sehr lustig für Sie sein,
10:10aber mit Oleander und mit Fingerhut ist nicht zu spaßen.
10:14Turmen Sie sich im Garten ruhig aus,
10:15aber meine Küche lassen Sie in Ruhe.
10:17Apropos Küche,
10:18dort stellen wir einen Babyschrank auf.
10:21Was ist denn ein Babyschrank?
10:22Ein Schrank,
10:23zu dem das Baby immer ungehindert Zugriff hat
10:25und den es immer nach Herzenslust erkunden kann.
10:28Es soll Sie von den anderen Schränken abhalten,
10:31wo es nicht heran darf.
10:33Aha, und was ist da drin?
10:35Oh, leere Joghurtbecher,
10:38Plastikteller,
10:39Holzlöffel,
10:40Küchenutensilien,
10:41die nicht gefährlich werden können.
10:43Herr Adam,
10:44das klingt ja gar nicht so dumm.
10:45Finde ich auch.
10:46Ich würde auch einen Schrank für Sie einrichten.
10:49Für mich?
10:50Ja, mit E-Mails und mit Briefen von mir.
10:53Sie hätten dann die Möglichkeit,
10:54ihre Neugier nach Herzenslust auszuleben.
11:00Kommen Sie mal in meine Küche.
11:11Hallo Richard.
11:13Annabelle, du bist schon da?
11:14Ja, ich konnte die Geschäfte sehr zügig abwickeln.
11:21Ich kann dir gar nicht sagen,
11:22wie dankbar ich dir bin,
11:23dass du das für mich übernommen hast.
11:24Schon gut.
11:26Allerdings habe ich das Gefühl,
11:27nicht jeder hier ist glücklich darüber,
11:29dass ich zurück bin.
11:30Wieso, was ist denn passiert?
11:32Ich war eben bei Nora,
11:34sie will nicht mit mir sprechen.
11:36Ach, das musst du dir nicht so zu Herzen nehmen.
11:38Weißt du, sie hatte gestern am Streit mit Simon Becker
11:40und das hat sie, glaube ich, ganz schön aufgewühlt.
11:43Streit? Worum ging es denn?
11:45Ja,
11:46da kannst du dir das nicht denken.
11:48Sie liebt ihn immer noch
11:49und jetzt bekommt sie ein Kind von ihm.
11:51Es hat ihre Gefühle ganz schön durcheinandergewirbelt.
11:54Ja, das verstehe ich natürlich.
11:56Ach, vielleicht hätte ich sie danach fragen sollen.
11:58Warte, warte.
11:59Vielleicht sollten wir doch etwas Ruhe gönnen.
12:02Du weißt doch selbst am besten,
12:03wie unberechenbar manchmal schwangere Frauen sein können
12:06und noch dazu Nora.
12:10Richard,
12:11ich kann es immer noch nicht fassen.
12:13Unser Kind bekommt ein Baby,
12:15wir werden Großeltern.
12:17Ja,
12:19daran sieht man, wie die Zeit vergeht.
12:22Ganz im Gegenteil,
12:23ich habe das Gefühl,
12:24ich fühle mich so lebendig wie selten zuvor.
12:28Dieses Kind
12:29ist das schönste Geschenk,
12:30was wir uns wünschen konnten.
12:32Ja,
12:33das stimmt.
12:34Es ist so,
12:34als hätten wir eine zweite Chance bekommen.
12:37Jetzt werden wir endlich die Familie,
12:39die wir immer sein wollten.
12:43Du, entschuldige,
12:43ich habe noch unendlich viel zu tun.
12:46Entschuldigst mich.
12:47Natürlich,
12:48bis später.
12:48Bis später.
13:24Frau von Weiden?
13:26Entschuldigen Sie bitte, aber Herr Becker möchte Sie sprechen.
13:28Ich will ihn nicht sehen.
13:31Hallo, Nora.
13:34Ich denke, wir sollten miteinander reden.
13:37Worüber denn?
13:38Ist doch alles gesagt.
13:42Ich weiß jetzt, was du von mir hältst.
13:46Ich hätte dir gestern keine Vorwürfe machen sollen.
13:48Aber du weißt selbst, mehr als Freundschaft kann ich dir nicht anbieten.
13:51Und daran wird sich nichts ändern.
13:53Das habe ich verstanden.
13:54Aber Simon, ich bin schwanger von dir und ich weiß nicht, wie ich damit allein fertig werden soll.
13:59Wer sagt denn, dass du damit alleine fertig werden sollst?
14:05So ein Kind ist immer da.
14:07Und nicht nur, wenn du dir gerade mal Zeit dafür nimmst.
14:10Denkst du, das weiß ich nicht.
14:14Wir können darüber reden, um eine Lösung zu finden.
14:18Du und ich.
14:21Zehn Minuten.
14:23Für unser Kind.
14:26Bitte.
14:35Ja, vielen Dank, Herr Adam.
14:37Sehr gerne.
14:39Ist noch irgendwas?
14:40Dürfte ich Sie noch einmal kurz sprechen in einer wichtigen Angelegenheit?
14:44Na, da bin ich ja gespannt.
14:46Worum geht's?
14:47Die Sicherheitsvorkehrungen im Hause sind alles andere als kindgerecht.
14:52Ja, da haben Sie sicherlich recht und wir sollten uns demnächst mal darum kümmern.
14:55Ich habe bereits mit Ihrer Erlaubnis alles in die Wege geleitet.
15:00Ist das nicht ein bisschen verfrüht, Herr Adam?
15:01Ja, es müssen sich ja alle daran gewöhnen.
15:03Aha, ich verstehe.
15:04Ja, und um welche Sicherheitsvorkehrungen handelt es sich?
15:07Ich habe schon alles mal vorläufig aufgelistet.
15:12Ja.
15:15Ja, sagen Sie mal, Sie wollen in jedem Zimmer ein Babyfone installieren?
15:22Ja, das ist doch eine sehr nützliche Erfindung.
15:25Man kann gar nicht genug davon haben.
15:27Haben Sie früher mal für den Geheimdienst gearbeitet?
15:29Herr von Weiden, wo denken Sie hin?
15:31Ich habe allerdings vor der Geburt meines Neffen Michael die Sicherheitsmaßnahmen höchstpersönlich koordiniert.
15:38Mhm.
15:39Ja, also ich denke, ein mobiles Babyfone pro Zimmer ist ausreichend.
15:42Von Weiden, äh, natürlich.
15:45Und, ähm, Herr Adam, falls Sie vorhaben, um unser Gutshaus einen Festungsrahmen zu ziehen,
15:50dann sagen Sie mir vor allem Bescheid.
15:51Das natürlich nicht.
15:52Da müsste ja noch ein separater Zaun errichtet werden.
15:55Herr Adam, ich sehe, die Sicherheitsvorkehrungen sind bei Ihnen in den besten Händen.
15:59Dankeschön.
16:00Das wollte ich sehr, Herr Leid.
16:06Wir werden schon eine Lösung finden, wie wir die Aufgaben teilen können.
16:10Sag mal, kapierst du das nicht?
16:11Es geht doch nicht nur darum, dass du mit mir zum Windeln einkaufen fährst.
16:14Das weiß ich.
16:15Ich bin selbst ohne Eltern aufgewachsen.
16:17Weißt du, wie grausam andere Kinder sein können?
16:19Unser Kind soll Eltern haben.
16:21Wie alle anderen Kinder auch.
16:23Wirklich?
16:24Ich höre sie doch jetzt schon.
16:26Warum ist denn dein Papa eigentlich mit deiner Tante zusammen?
16:28Was soll denn unser Kind dazu sagen?
16:30Weil er Mama nicht liebt?
16:32Da muss es sich doch selbst total ungeliebt fühlen.
16:34Liegt es nicht an uns, unserem Kind das Gefühl zu geben, geliebt zu werden?
16:37Ich will unserem Kind ein guter Vater sein.
16:38Einer, auf den es stolz sein kann.
16:40Aber du musst mir schon eine Chance geben.
16:43Ich kann nicht.
16:46Ich denke, es ist besser, dass es dich auch gar nicht erst kennenlernt.
16:49Und mich auch nicht.
16:51Was willst du denn jetzt damit sagen?
16:58Ja, Nora von Weiden.
17:01Ein Termin.
17:02Ja, natürlich bin ich daran noch interessiert.
17:05Jetzt gleich?
17:06Ja, super.
17:07Dann mache ich mich auf den Weg.
17:08Ja, wunderbar.
17:08Bis gleich.
17:09Nora, was wolltest du eben sagen?
17:12Womit?
17:12Was habe ich denn jetzt überhaupt gesagt?
17:13Das mit dem Kind nicht kennenlernen.
17:15Ach, das habe ich doch so nicht gemeint.
17:20Pass auf, ich rede dann mit dir später drüber.
17:22Ich muss jetzt los.
17:30Ach, Richard, ich wollte gerade zu dir.
17:33Bist du schon fertig mit der Arbeit?
17:34Äh, noch nicht ganz.
17:35Wieso?
17:36Du musst mich unbedingt begleiten.
17:38Wir begleiten?
17:39Wohin?
17:40Ich wollte mit dir zusammen ein paar Einkäufe für Nora machen.
17:44Was denn für Einkäufe?
17:45Wir brauchen doch unbedingt Strampelanzüge, Höstchen, Hemdchen, Letzchen, Söckchen.
17:49Davon kann man doch nie genug haben.
17:51Ja, ich verstehe.
17:52Ich fürchte nur...
17:53Ach, Richard, bitte.
17:54Es ist unser erstes Enkelkind.
17:57Da müssen wir doch zusammen den ersten Strampelanzug einkaufen.
18:00Ja, ja, das würde ich ja auch sehr gern.
18:02Aber ich habe später noch wichtige Termine.
18:04Und es wird ja nicht die letzte Gelegenheit sein, etwas Gutes für unser Enkelkind zu tun, oder?
18:07Ja, schön.
18:09Aber das nächste Mal musst du mich unbedingt begleiten.
18:12Das musst du mir versprechen.
18:13Versprochen.
18:14Und jetzt viel Spaß.
18:15Den werde ich haben.
18:38Ist das Ihre erste Schwangerschaft?
18:40Ja.
18:40Und wissen Sie, in der wievielten Woche Sie sind?
18:42In der fünften.
18:43Aber hören Sie, ich brauche keine Beratung.
18:45Ich weiß, dass ich das Kind nicht haben will.
18:47Tut mir leid.
18:47Das Beratungsgespräch ist gesetzlich vorgeschrieben.
18:49Ja, das weiß ich.
18:51Deshalb bin ich ja auch hier.
18:53Aber stellen Sie mir doch einfach hier so eine Bescheinigung aus.
18:55Und dann machen Sie früher Feierabend, okay?
18:57Ich meine, ich bin ja kein verstarbter Teenager.
19:00Warum erzählen Sie mir nicht erst einmal, warum Sie das Kind nicht haben wollen?
19:04Oh Gott.
19:05Wenn ich Ihnen das erzähle, sitzen wir morgen noch hier.
19:07Kein Problem.
19:08Ich habe Zeit.
19:09So lange, wie es eben dauert.
19:24Hallo.
19:25Hallo.
19:26Hallo, Simon.
19:28Kann ich kurz mit euch reden?
19:30Ja, sicher.
19:31Komm, setz dich.
19:32Komm.
19:38Worum geht es?
19:40Um Nora.
19:42Und um das Kind.
19:44Meine Meinung dazu kennst du ja.
19:45Ich glaube, ich lasse euch besser allein miteinander.
19:47Nein, bitte bleib, Tobias.
19:48Ich möchte, dass du das auch hörst.
19:50Du hattest nämlich vollkommen recht.
19:52Ah, inwiefern?
19:55Kinder zu haben, muss das Schönste sein, das es gibt.
19:58Und das möchte ich nicht verpassen.
20:02Dann hast du es dir also anders überlegt?
20:04Ja.
20:05Ich will sehen, wie das Kind aufwächst.
20:07Ich will mit ihm Drachen steigen lassen.
20:10Ihm Radfahren beibringen und ihm ein Pflaster aufs Knie kleben, wenn es hingefallen ist.
20:14Das ganze Programm.
20:15Das ist eine gute Entscheidung, Simon.
20:18Ehrlich gesagt, ich habe mir schon ernsthafte Sorgen gemacht.
20:21Ich war einfach sauer auf Nora.
20:23Und es ist auch klar, dass es nicht gerade leicht werden wird.
20:26Wenigstens wird euer Kind einen tollen Papa haben.
20:28Und einen tollen Großonkel.
20:31Danke, Tobias.
20:32Schon gut.
20:33Ich hoffe nur, dass Nora dieselbe Begeisterung für deinen Entschluss aufbringt wie wir.
20:38Ja, leider nicht ganz.
20:41Ich war vorhin bei ihr und wollte mit ihr reden und da hat sie schon wieder ein paar Bemerkungen gemacht.
20:45Was hat sie denn gesagt?
20:47Ach, immer noch, dass das Kind mich besser nicht kennenlernen sollte.
20:51Aber Simon, wir kennen Nora lange genug und wir wissen, die Hälfte dessen, was sie sagt, können wir vergessen.
20:57Und wahrscheinlich ist das noch übertrieben.
20:59Nora wird eines Tages auch stolz auf euer Kind sein.
21:02Ja, wahrscheinlich habt ihr recht.
21:08Herr von Weiden meint, die Sicherheitsvorkehrungen wären bei mir in den besten Händen.
21:13Es ist also alles in Ordnung.
21:15Von Wegen.
21:16Nichts ist in Ordnung.
21:19Was ist denn passiert?
21:21Annabelle hat Herrn von Weiden vorgeschlagen, mit ihr zusammen Kindersachen einzukaufen.
21:26Aber das ist doch charmant von ihr, oder nicht?
21:28Herr Adam, haben Sie vergessen, was diese Frau ihm angetan hat?
21:32Es ist doch kein Verbrechen, Kindersachen zu kaufen.
21:36Ich muss mich schon sehr wundern.
21:38Diese Frau ist gewissenlos.
21:40Sie gibt jetzt die liebende werdende Großmutter.
21:43Ich weiß gar nicht, wie Herr von Weiden das aushält.
21:45Herr von Weiden klammert sich an die Hoffnung, dass sie noch zur Verantwortung gezogen werden kann.
21:51Ja, so wie wir alle.
21:52Wenn Annabelle wüsste, was sich da hinter ihrem Rücken zusammenbraut, dann wäre die nicht so gut gelaunt.
21:57Und am liebsten würde ich ihr das ja gerne mal verraten.
22:00Na, aber wenn sie das wüsste, würde unser Plan aufgeflogen sein.
22:03Und sie könnte ohne Strafe das Haus verlassen.
22:06Das werden sie doch nicht wollen.
22:08Natürlich nicht.
22:09Ich wünschte nur, ihre Schutzvorrichtungen würden uns auch vor ihrer Kaltschnützigkeit schützen.
22:15Ja, zum Beispiel das Fell einer siebenjährigen schwarzen Katze unter ihrem Kopfkissen.
22:22Oder eine Türpfosten.
22:26Knoblauch oder Reptilieneier in ihrer Handtasche.
22:30Herr Adam, das aus ihrem Munde.
22:34Ich werde jetzt also gehen und mit den Sicherheitsvorbereitungen in der Küche beginnen.
22:40Ich habe da nicht zugestimmt.
22:42Aber Herr von Weiden.
22:53Das heißt, der Vater ist der Verlobte ihrer Schwester?
22:56Ja, genau.
22:57Jedenfalls wollen die beiden wegziehen, ein Hotel aufmachen und ich säße dann ganz allein mit dem Kind da.
23:01Was ist mit ihrer Familie?
23:03Ja gut, sie ist schon da.
23:06Irgendwie.
23:07Und wie sieht ihre Wohnsituation aus?
23:10Haben sie eine Unterkunft?
23:12Sagt ihnen der Name von beiden was?
23:13Das große Gutshaus?
23:16Ich verstehe.
23:18Eine soziale Indikation können wir ja dann wohl ausschließen.
23:21Ja, aber das ist doch gar nicht relevant.
23:22Wichtig ist, dass das Kind immer glauben wird, dass ich dem Vater nicht gut genug war.
23:27Haben sie schon einmal darüber nachgedacht, wie ein Kind ihr Leben verändern wird?
23:30Ja klar, ich werde fett.
23:33Und dann sitze ich zwischen Babynahrung, Windeln, Fläschchen.
23:37Das bin ich einfach nicht.
23:39Sie haben es doch nicht ausprobiert.
23:41Ach hören sie, wenn sie auf der Straße andere Mütter mit ihren Kindern sehen, dann denken sie vielleicht,
23:45oh süß, hätte ich auch gerne, aber das ist bei mir nicht so, verstehen sie?
23:48Da regt sich nichts.
23:49Babys interessieren mich einfach nicht.
23:51Das muss nicht so bleiben.
23:53Ich habe doch vorhin in der Broschüre hier gelesen, dass sie mich nicht bevormunden oder belehren dürfen.
23:58Ja, das habe ich auch nicht vor.
23:59Ja, dann geben sie mir doch einfach diesen verdammten Schein.
24:01Mein Leben ist auch ohne Kind verkorkst genug.
24:05Vielleicht hat ihnen bisher einfach etwas in ihrem Leben gefehlt.
24:10Das Zentrum, um das sich alles dreht.
24:15Sie meinen etwas anderes als ich selbst.
24:18Ja, genau.
24:19Wollen sie mir jetzt einreden, ein Kind würde einen besseren Menschen aus mir machen?
24:22Das wäre ein bisschen zu viel verlangt von dem Kind, finden sie nicht auch?
24:28Es ist etwas einzigartiges, ein Kind zu bekommen, es wachsen zu sehen und von diesem kleinen Wesen geliebt zu werden,
24:34ohne Wenn und Aber.
24:37Geliebt zu werden, ohne Wenn und Aber.
24:41Gibt es das überhaupt?
24:43Wenn sie das Kind nicht bekommen, werden sie es nie erfahren.
24:45Gut, jetzt geht es schon wieder los, entschuldigen Sie.
24:58Und, hast du mit Nora gesprochen?
24:59Ja.
25:02Ja?
25:04Du hattest recht.
25:06Sie hat Angst.
25:07Die konnte ich ihr offenbar auch nicht nehmen.
25:09Wieso?
25:09Was hat sie gesagt?
25:10Sie glaubt immer noch, dass es besser ist, dass das Kind nicht weiß, wer der Vater ist.
25:13Habt ihr euch wieder gestritten?
25:15Nein, überhaupt nicht.
25:16Ich hatte ja das Gefühl, dass sie mit dem Problem nichts mehr zu tun haben will.
25:19Also, als ich vorhin bei ihr war, hat sie von nichts anderem gesprochen.
25:22Jetzt war es ihr aber wichtiger, mich stehen zu lassen und zu einem Termin zu gehen.
25:25Was denn für ein Termin?
25:26Was weiß ich, zum Friseur.
25:28Sie hat einen Anruf bekommen und ist dann gegangen.
25:31Das war alles.
25:33Sie hat allerdings noch was Merkwürdiges gesagt.
25:36So was wie, das Kind sollte sie besser selbst auch nicht kennenlernen.
25:40Das hat sie gesagt.
25:42Als ich wissen wollte, was sie damit meint, hat sie es nur abgetan.
25:44Wir wissen doch beide, wie Nora ist.
25:46Sie erzählt viel, wenn der Tag lang ist.
25:48Weißt du, woran mich das erinnert?
25:50Wir haben früher mit unseren Puppen gespielt, so wie das Kinder tun.
25:54Nur Nora hat ihre Puppe immer irgendwo ausgesetzt und gesagt,
25:57ich will sowieso keiner, weil du adoptiert bist.
25:59Aber da waren dir Kinder.
26:01Du willst mir doch nicht erzählen, dass Nora mit dem Gedanken spielt,
26:03das Kind zur Adoption freizugehen.
26:04Sie ist in der fünften Woche.
26:06Aber was ist, wenn das jetzt kein Friseurtermin oder sowas war,
26:09sondern sie das Kind abtreiben will?
26:20Vollwertige Breie zum Selbermachen.
26:23Haben Sie Probleme mit Ihren Zähnen?
26:25Das könnte Ihnen so passen.
26:28Nein.
26:29Ich bringe mich auf den neuesten Stand
26:31über eine gesunde und schmackhafte Ernährung für Neugeborene.
26:35Ach, wegen des Babys von Frau van Weiden.
26:38Ist das nicht reichlich früh?
26:39Keineswegs. Ich muss ja alle Rezepte noch ausprobieren.
26:43Ach, Sie wollen mir nicht länger nachstehen.
26:46Willen Sie sich bloß nicht zu viel ein.
26:47Was glauben Sie denn, warum ich einen Kräutergarten angelegt habe?
26:52Für das Baby.
26:53Ja, für das Baby.
26:55Es gibt nichts Gesünderes als frische Kräuter.
26:58Sie haben also genauso früh mit Ihren Vorbereitungen auf das Baby begonnen wie ich?
27:03Nein, viel früher.
27:04Und trotzdem machen Sie sich über mich lustig und sprechen davon, ich würde überreagieren.
27:09Das tun Sie doch auch.
27:10Das ist doch übertrieben, wenn Sie schon Monate vor der Geburt des Kindes
27:14das Gutshaus in einen Hochsicherheitstrakt verwandeln.
27:17Meine Sicherheitsvorkehrungen werden niemanden stören.
27:20Doch, mich stört es.
27:22Wenn ich zum Beispiel einen Schrank öffne und ihn nicht öffnen kann,
27:26weil eine Kindersicherung eingebaut wird.
27:28Ja, etwas geschickt muss man natürlich sein.
27:30Ich bin geschickt, darum geht es gar nicht.
27:35Wenn ich nicht irre, muss nicht nur das Kind, sondern auch Sie selbst vor Ihrer eigenen Küche geschützt werden.
27:47Entschuldigen Sie.
27:49Ich hasse es, wenn mir das passiert.
27:51Ich kann Sie trösten, die Übelkeit wird bald aufhören.
27:53Ja, sobald Sie mir den Beratungsschein geben.
27:55Unser Gespräch ist noch nicht zu Ende.
27:57Dann begreifen Sie es doch endlich.
27:58In meinem Leben ist kein Platz für ein Kind.
28:01Haben Sie schon einmal über die Möglichkeit nachgedacht, das Kind zur Adoption freizugeben?
28:05Auf gar keinen Fall.
28:06Ich bin selbst adoptiert.
28:07Wissen Sie, ich habe mich immer gefragt, wer meine leibliche Mutter ist.
28:11Und seitdem ich sie kenne, wünsche ich, wer dieser Frau niemals begegnet.
28:15Ich habe das Gefühl, jetzt kommen wir langsam zum Kern des Problems.
28:18Erzählen Sie mir von Ihrer Mutter.
28:22Glauben Sie mir, das wollen Sie nicht.
28:24Sehen Sie Ihre Mutter noch?
28:26Jeden Tag.
28:28Ich wohne mit ihr unter einem Dach.
28:31Aber nicht, dass Sie mir jetzt irgendwie so eine verborgene Sehnsucht nach ihr unterstellen wollen.
28:35Ich wünsche, diese Frau würde endlich verschwinden.
28:38Haben Sie mit Ihrer Mutter je darüber gesprochen, warum sie sie weggegeben hat?
28:43Sie ist fremdgegangen und wollte es vertuschen.
28:45So einfach ist das.
28:46Aber es hat mit meiner Schwangerschaft nichts zu tun.
28:50Ich bin gleich wieder da.
28:52Wollen Sie denn hin?
28:53Sie können mich doch hier nicht einfach so sitzen lassen.
28:55Das liegt bei Ihnen.
28:56Wollen Sie, dass ich den Beratungsschein hole oder nicht?
29:00Ja?
29:01Na also.
29:15Annabelle wollte allen Ernstes mit mir zum Einkaufsbummel.
29:18Strampelanzüge und Lätzchen kaufen.
29:19Kannst du dir das vorstellen?
29:21Sie scheint bester Dinge zu sein, seit sie weiß, dass ihr beide Großeltern werdet.
29:25Also langsam beginne ich an ihrem Verstand zu zweifeln.
29:27Na warum?
29:28Für sie ist die Welt ja in Ordnung.
29:31Zuerst hat sie Helen aus dem Weg geräumt.
29:35Aus ihrer Sicht ist das ja irgendwie sogar logisch.
29:38Also nenn das, wie du willst.
29:39Für mich ist das krank, ja?
29:43Richard, ich habe übrigens mit dem Staatsanwalt gesprochen.
29:46Aber ohne Noras Namen zu nennen.
29:47Ja, natürlich.
29:49Ich wollte ja mehr oder weniger eine inoffizielle Zusage, dass Nora mit einer Bewährungsstrafe davonkommen würde.
29:56Ja. Und?
29:57Er wollte sich nicht festnageln lassen.
30:00Es könnte durchaus sein, dass Nora ins Gefängnis gehen müsste.
30:04Um dort ihr Kind zur Welt zu bringen, vollkommen ausgeschlossen.
30:07Es muss eine andere Lösung geben.
30:09Es muss doch möglich sein, Annabelle nachzuweisen, dass sie Delbrook beauftragt hat, Helena aus dem Weg zu räumen.
30:17Sag mal, was ist denn mit Noras Aussage?
30:20Wieso? Was soll damit sein?
30:22Naja, sie ist doch noch bei Nora, oder?
30:26Ich finde, sie sollte sie vernichten, bevor sie in unbefugte Hände gerät.
30:40Und wie läuft das jetzt ab?
30:42Ich meine, tut das weh?
30:44Darüber darf ich nichts sagen.
30:46Da müssen Sie schon den Arzt fragen.
30:48Aber da haben Sie doch sicher Erfahrung, oder?
30:50Mein Job ist es, sie über Alternativen aufzuklären.
30:53Aber die kommen für Sie ja nicht in Frage, oder?
30:56Entschuldigen Sie.
31:03Hallo.
31:04Nora, ich bin's.
31:06Wie geht's dir?
31:08Gut.
31:09Du, hör zu, ich bin gerade bei Sophie.
31:11Und sie meint, es wäre vielleicht gut, wenn du deine Aussage vernichten würdest, bevor sie jemand findet, verstehst du?
31:18Ah, ja, ja, gut, dass du's sagst. Mach ich.
31:20Ja, mach's am besten gleich. Du bist doch zu Hause, oder?
31:23Ja, sicher.
31:25Sophie ist übrigens auch der Meinung, dass wir eine andere Lösung finden werden, um Annabelle zur Rechenschaft zu ziehen.
31:30Ja, bestimmt.
31:32Ist alles in Ordnung? Du hörst dich so komisch an.
31:35Ja? Was soll denn sein?
31:39Du bist traurig wegen Simon, hm? Das verstehe ich. Aber versuch doch mal nach vorne zu sehen.
31:45Job, du bekommst ein Kind. Das ist das Schönste, was dir überhaupt passieren kann.
31:50Ja, bestimmt.
31:53Ich kann dir gar nicht sagen, wie sehr ich mich darauf freue, dich mit deinem Kind auf dem Arm glücklich
31:57zu sehen.
31:58Du, mir wird gerade ein bisschen schlecht. Ich leg jetzt mal auf, ja?
32:01Du, das mit der Übelkeit, das geht vorbei, weißt du?
32:04Äh, mach dir keines...
32:09Entschuldigung.
32:12So.
32:14Sie sind ja ganz blass.
32:16Ah, nee, das geht schon wieder.
32:17So, und mit diesem Schein gehe ich dann in die Klinik.
32:20Ja.
32:21Okay.
32:22Was halten Sie davon, wenn ich Sie begleite?
32:24Ist das denn üblich?
32:26Nein, aber ich finde, Sie sollten das nicht allein durchstehen.
32:29Und ich hab jetzt sowieso Feierabend. Was meinen Sie?
32:33Okay.
32:34Ist für nett.
32:37Ich weiß nicht, wo Nora hin ist.
32:39Was ist denn eigentlich passiert?
32:40Könnte sonst jemand wissen, wo Nora ist?
32:43Nur vielleicht Herr Adam.
32:44Aber der ist ja so sehr damit beschäftigt, das Haus babysicher zu machen.
32:48Der kriegt ja überhaupt nichts mehr mit.
32:50Na, ich versuch's, sie noch mal zu erreichen.
32:52Vielleicht finden wir irgendwo einen Anhaltspunkt, wo sie hin ist.
32:55Also, ihr tut ja gerade so, als ginge es um Leben und Tod.
32:59Was hat sie denn diesmal angestellt?
33:01Hoffentlich noch nichts.
33:02Wir wissen es nicht.
33:04Aber wir können nicht ausschließen, dass Nora gerade unterwegs ist, das Kind abtreiben zu lassen.
33:22Jemand, der sich Sorgen macht?
33:24Jemand, den meine Sorgen jetzt nichts angehen.
33:26Sie müssen sich keine Gedanken machen.
33:29Sie haben Ihre Entscheidung ja getroffen.
33:31Und der Eingriff selbst ist nicht sehr kompliziert.
33:34Das Kind.
33:36Ich meine, es ist doch jetzt noch gar kein Kind, oder?
33:39In der fünften Woche?
33:41Das dürfte jetzt ein paar Millimeter groß sein.
33:45So klein.
33:46So klein.
33:46Aber trotzdem bilden sich in dieser Zeit bereits die Gliedmaßen heraus.
33:50Und das Herz beginnt zu schlagen.
33:55Sie hat mich weggedrückt.
33:57Was heißt das denn?
34:01Ich fürchte nichts Gutes.
34:03Hier.
34:04Eine Liste.
34:05Mit Beratungsstellen.
34:07Schwerpunkt Schwangerschaftsabbruch.
34:10Oh nein.
34:12Wenn sie es wirklich macht, ich hätte sie nicht gehen lassen dürfen.
34:15Du konntest doch nicht ahnen, was sie vorhat.
34:16Wir müssen sie finden, bevor es zu spät ist.
34:18Wir rufen alle Beratungsstellen an.
34:19So finden wir sie am schnellsten.
34:20Ich nehme die erste.
34:21Ja.
34:24Ich will kein Kind.
34:25Jedenfalls jetzt noch nicht.
34:27Ich habe noch nicht mal einen Partner.
34:30Darf ich Ihnen etwas erzählen?
34:31Ich meine nicht als Konfliktberaterin.
34:33Schließlich habe ich Feierabend.
34:35Ja, gerne.
34:36Und bevor ich mein erstes Kind bekam, dachte ich auch, ich muss auf den richtigen Mann
34:40und den richtigen Zeitpunkt warten.
34:43Aber dann ist es eines Tages einfach passiert.
34:46Haben Sie auch überlegt, es nicht zu bekommen?
34:48Habe ich.
34:49Sehr sogar.
34:50Aber Sie haben es bekommen?
34:52Ja.
34:53Weil mir klar wurde, dass ein Kind immer etwas ganz Besonderes ist.
34:56Egal wann und wo und was um uns herum gerade passiert.
35:00Aber meine Mutter hat das ein bisschen anders gesehen.
35:03Sie hat Ihnen immerhin das Leben geschenkt.
35:05Und Ihnen die Wahl gelassen, was Sie daraus machen.
35:12Ja.
35:13Ähm, Becca, guten Tag.
35:14Ich bin auf der Suche nach einer Frau.
35:16Ihr Name ist Nora van Weyden.
35:18Hat sie heute ein Beratungsgespräch?
35:22Was ist das für eine Frage?
35:23Natürlich ist sie schwanger.
35:26Ich bin der Vater des Kindes.
35:27Also hat sie heute einen Termin?
35:32Ja, gut.
35:33Danke.
35:34Immer besetzt.
35:36Was ist los?
35:37Sie kann mir am Telefon keine Auskunft geben.
35:39Nicht mal dem Vater?
35:40Ich muss persönlich erscheinen.
35:42Worauf warten wir?
35:43Vielleicht finden wir Sie noch rechtzeitig.
35:44Ja.
35:52Frau van Weyden?
35:53Es kann losgehen.
35:55Wäre es möglich, dass Sie dabei ist?
35:57Eine Freundin?
35:58Äh, ja, sozusagen.
36:00Meinetwegen.
36:01Haben Sie den Beratungsschein?
36:02Ja, natürlich.
36:04Hier.
36:08Wird es denn eigentlich sehr wehtun?
36:11Sie werden ein Schmerzmittel bekommen.
36:12Möchten Sie vielleicht doch lieber noch eine Nacht darüber schlafen?
36:14Nein, ich will das jetzt durchziehen.
36:16Gut, dann können wir ja beginnen.
36:17Ach, entschuldigen Sie.
36:18Ich glaube, es könnte hilfreich sein, wenn Sie sie noch einmal untersuchen.
36:23Medizinisch ist das nicht notwendig.
36:24Ich weiß, medizinisch nicht.
36:26Aber vielleicht aus anderen Gründen.
36:30Möchten Sie noch mal untersucht werden?
36:56Wie haben Sie es eigentlich geschafft, Eva dazu zu bringen, die Küche aufzurüsten?
36:59Sie war zunächst gar nicht begeistert.
37:01Das kann ich mir vorstellen.
37:02Aber dann kam mir das Schicksal zur Hilfe.
37:04Sie klemmte sich in der Schublade den Finger.
37:07Ach, das kam mir für Sie wie gerufen.
37:09Meinen Sie, ich sei schadenfroh?
37:11Ich weiß es nicht.
37:12Sind Sie es?
37:14Frau Landmann, tut Ihnen Ihr Finger noch weh?
37:17Finger?
37:18Ach, der Finger, nein, nein, das ist es nicht.
37:20Also, wenn ich schadenfroh gewesen sein sollte, dann möchte ich mich entschuldigen.
37:25Herr Adam, das ist schon gut.
37:26Komm, setzen Sie sich.
37:27Sie werden es brauchen.
37:28Und du auch, Tobias.
37:30Was ist denn passiert?
37:34Nora ist verschwunden.
37:37Und wenn es stimmt, was Simon und Luisa befürchten, versucht gerade Nora, ihr Kind abzutreiben.
37:45Großer Gott.
37:47Und Simon?
37:48Er ist mit Luisa unterwegs und versucht, sie aufzuhalten.
37:52Also, das alles muss natürlich noch unter uns bleiben, bis wir wissen, was wirklich passiert ist.
37:59Wie kann das Mädchen auf so dumme Gedanken kommen?
38:01Wenn Sie mich fragen.
38:03Das kann kein Zufall sein, dass das passiert, kaum dass Annabelle von der Dienstreise zurück ist.
38:19Kann ich Ihnen helfen?
38:20Ich hoffe es.
38:22Die Schwangerenberatung hat uns hierher geschickt.
38:24Sie sagten, meine Schwester sei hier.
38:25Wie ist denn der Name Ihrer Schwester?
38:27Nora van Weiden.
38:28Die war hier.
38:30War? Was heißt war?
38:31Sie haben sie knapp verpasst.
38:35Simon.
38:47Nora?
38:48Bist du da?
39:00Sie haben sie nicht so.
39:05Ich habe verstanden, was deine Mutter alles für dich tut.
39:14Frau Landmann, verstanden Sie mich so an?
39:16Haben Sie einen Geist gesehen?
39:17Nein.
39:18Nein?
39:19Sie waren auch schon mal schlagfertiger.
39:21Sie werden langsam alt.
39:23Alt genug hoffe ich, um noch ihr Ende zu erleben.
39:26Na also, geht doch.
39:27Ich habe mir schon Sorgen um Sie gemacht.
39:29Wissen Sie, wo meine Tochter ist?
39:30Das sollten Sie doch eigentlich besser wissen, wo sie ist.
39:33Meine Tochter ist alt genug.
39:35Sie muss sich nicht bei mir abmelden.
39:36Gucken Sie mal.
39:37Ist der nicht süß?
39:40Ach, wie ungeschickt.
39:41Holen Sie schnell einen Lappen.
39:43Ja, das ist besser so.
39:44Sonst vergesse ich mich noch.
39:49Nora von Weiden?
39:54Weidestattliche Erklärung?
40:04Geständnis.
40:06Hiermit erkläre ich Nora von Weiden, geboren Arm und so weiter.
40:12Nicht meine Schwester Luisa Maywald, sondern ich saß am Steuer des Unfallbadens.
40:19Das Radarfoto befindet sich im Besitz von Kommissar Delbrück, der es im Auftrag meiner Mutter unterschlug.
40:30Nora, möchtest du doch aussagen, mich der Polizei ausliefern?
40:38Nora?
40:42Hast du Schmerzen?
40:46Ich und der Ankehr.
40:49Ich kann doch kein Kind großziehen.
40:54Warum hast du dir nichts gesagt? Wir hätten dir geholfen.
40:57Warum hast du es alleine entschieden, ohne ein Wort zu sagen?
41:00Ich dachte, ich tue das Richtige für uns alle.
41:02Indem du ein Kind abtreiben lässt? Was soll daran richtig sein?
41:05Simon, das bringt doch jetzt nichts.
41:09Nein.
41:15Schau mal da.
41:22Das ist mein Baby.
41:24Ich habe mein Baby gesehen. Das kann ich doch nicht einfach aufgeben.
41:29Was heißt das?
41:31Sag das nochmal.
41:32Ich konnte es nicht tun.
41:34Nicht, nachdem ich das gesehen habe.
41:36Das heißt, dem Kind geht es gut.
41:49Und du willst mir auch nicht die Schuld an Helena Bernsteins Tod geben?
41:53Nein, das habe ich dir doch schon längst gesagt.
41:54Und warum legst du denn ein Geständnis ab, in dem dieser Unsinn drin steht?
41:58Wusstest du gestern Abend bereits, dass ich für dich nach Dubai reisen würde?
42:02Äh, wieso? Wir haben doch gerade erst darüber geredet.
42:04Du hast bereits gestern Abend auf meinen Namen gebucht.
42:08Willst du nicht loswerden?
42:09Ich liebe dich.
42:10In guten wie in schlechten Zeiten.
42:11Die schlechten Zeiten kennen mir mittlerweile gut genug.
Kommentare