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KurzfilmeTranskript
00:00:25Polizei Präsidium Hamburg
00:00:27Herr Weber, Kommissar Schopenhauer möchte Sie sprechen
00:00:35Hier spricht Weber
00:00:39Es ist haarscharf der richtige Fall für Sie, Weber
00:00:41Etwas ausgefallen ist
00:00:43Ach, hören Sie doch auf, Kommissar
00:00:44Ich übernehme solche Fälle nicht mehr
00:00:45Warten Sie, bis ich Sie mit dem Jungen zusammengebracht habe
00:00:48Dann werden wir weitersehen
00:00:49Es ist sinnlos, Schopenhauer
00:00:51Aber Weber
00:00:52Ist doch gerade herrliches Wetter
00:00:54Kann doch so eine kleine Spazierfahrt nicht schaden
00:00:58Treffpunkt, Jungfernstieg, Alsterpavillon
00:01:00Ich werde nicht da sein
00:01:01Sehr gut, in einer halben Stunde also
00:01:03Ich komme nicht
00:01:32Untertitelung des ZDF für funk, 2017
00:02:02Untertitelung des ZDF für funk, 2017
00:02:13Haben Sie eigentlich jemals von diesem Herbert Gerz gehört?
00:02:15Müsste ich das?
00:02:16Eigentlich schon
00:02:17Die Zeitungen schreiben hin und wieder über ihn
00:02:19Sogar das Fernsehen hat ihn schon interviewt
00:02:21Und der Film?
00:02:21Hat er sich auch schon gemeldet?
00:02:22Nein, der Film hat sich noch nicht gemeldet
00:02:24Wo wurde ihm diese blödsinnige Ausstellung gestohlen?
00:02:27In einem Renshagener Hotel, wo er abgestiegen war
00:02:30Aus dem Zimmer heraus
00:02:31Das gesamte Material?
00:02:32Mhm
00:02:32Ich nehme an, dass es umfangreicher war
00:02:34Als dass man es in eine Aktentasche transportieren konnte
00:02:37Allerdings
00:02:37Es handelte sich um drei große Schrankkoffer
00:02:39Was denn?
00:02:40Und die sind ohne irgendwelche Spurenzinder lassen
00:02:42Aus dem Hotelzimmer heraus geklaut worden?
00:02:44Die Renshagener Polizei jedenfalls
00:02:46Hat keiner entdecken können
00:03:01Mit, dass Sie gekommen sind, Herr Kommissar
00:03:02Machen Sie sich mal keine allzu großen Hoffnungen
00:03:04Der Herr hier zeigt kein besonderes Interesse an Ihrem Fall
00:03:08Trotzdem vielen Dank für Ihr Kommen
00:03:14Wie kommen Sie eigentlich darauf, dass Ihnen
00:03:16Ihren Renshagener Kripo beim Wiederauffinden Ihres Materials nicht helfen wird?
00:03:20Weil Ihr Leiterkriminalrat Dr. Drachwitz ebenfalls in meiner Sammlung aufgeführt ist
00:03:24Ach
00:03:25Er ist sogar ein ganz besonderes Glanzstück meiner Ausstellung
00:03:42Na, ich denke, diesen Drachwitz können wir beiseite lassen
00:03:44Der ist doch längst rehabilitiert
00:03:46Und die anderen?
00:03:48Sind dies nicht auch?
00:03:51Alle bis auf einen
00:03:52Und wer ist dieses Früchtchen?
00:03:54Ein SS-Standartenführer
00:03:56Dr. Erich Flüger
00:03:58Tauchte nach dem Krieg mit falschem Namen unter
00:04:01Floh 1946 ins Ausland
00:04:05Seitdem ist er verschollen
00:04:08Warum haben Sie sich eigentlich so ein unpopuläres Hobby ausgesucht?
00:04:13Eine andere Bursche in Ihrem Alter spielen
00:04:14Tennis
00:04:15Oder wenn Sie was sammeln, dann Briefmark oder so ein Zeug
00:04:17Aber alte, vergabbelte Nazis, warum?
00:04:22Diese Frage wird mir oft gestellt
00:04:23Ja, mit vollem Recht, wie ich finde
00:04:25Vor drei Jahren haben Sie deswegen Ihr Jurastudium
00:04:27Unterbrochen
00:04:27Inzwischen wohl längst aufgegeben
00:04:30Ich sehe den Nutzen nicht ein
00:04:31Für Sie persönlich meine ich
00:04:35Na schön
00:04:36Aber warum ausgerechnet in Renshagen?
00:04:38Dort findet gerade um diese Zeit das alljährliche SS-Treffen statt
00:05:02Heute klappt es, das ist die Stelle
00:05:03Ich muss nur noch tiefer graben
00:05:19Sie täuschen sich nicht
00:05:20Die Leute sind krank
00:05:22Alle
00:05:23Auch dieser Mann hier
00:05:26Der hier ist es schon lange präzise
00:05:27Seit Juli 1942
00:05:30Der Mann hier wurde während des Krieges Dienst verpflichtet
00:05:32Nach Russland, irgendwo hin in die Ukraine
00:05:35In den ersten Tagen nach seiner Ankunft gab es noch nicht viel zu tun für ihn
00:05:38Er machte ausgedehnte Spaziergänge in die Umgebung der Stadt
00:05:41Er muss sich dabei eines Tages verlaufen haben
00:05:43Anders ist das folgende nicht zu erklären
00:05:46Er kam um einen Erdhügel herum und stand plötzlich vor einer Grube
00:05:49Etwa 20 Meter lang und 5 Meter breit
00:05:52Die Grube war zur Hälfte gefüllt
00:05:54Mit Menschen, die aneinander und übereinander lagen
00:05:57So dicht gedrängt, dass nur noch Köpfe zu sehen waren
00:06:00Was sich seinen Augen darbot, war der gewöhnliche Arbeitstag eines Einsatzgruppenkommandos
00:06:04Sein Leiter war übrigens jener SS-Standartenführer Dr. Erich Flüger
00:06:09Ein SS-Mann saß am Rand der Grube an einer der Schmalseiten
00:06:13Seine Beine baumelten über dem Rand
00:06:14Er rauchte
00:06:16Er war noch jung, blauäugig
00:06:18Anfang zur 20 vielleicht
00:06:21Er wirkte eigentlich nicht wie ein Schlechter
00:06:25Dann wurde eine neue Gruppe von Menschen an die Grube geführt
00:06:29Alle vollständig entkleidet
00:06:31Alte Menschen waren darunter
00:06:34Schulkinder
00:06:34Männer in den besten Jahren, junge Mädchen
00:06:37Eine Schwangere
00:06:39Am Ende des Zuges ging eine Frau
00:06:41Auf dem Arm trug sie einen nur wenige Monate alten Säugling
00:06:46Sie kam lautlos heran
00:06:48Ihre Gesichter waren ausgelöscht
00:06:52Und plötzlich ein glucksendes, quietschendes Lachen
00:06:54Eine jubelnde Fröhlichkeit
00:06:58Sie kam aus dem Munde des Säuglings, der sich auf dem Arm seiner Mutter sicher und beschützt wähnte
00:07:03Und dann geschah es
00:07:05Der junge SS-Mann ging auf die Frau zu
00:07:07Die mit ihrem Kind auf dem Arm noch als einzige aufrecht in der Grube stand
00:07:11Der Mann sah, wie er ihr das Kind wegnahm
00:07:13Mit lachendem Gesicht in die Luft warf und mit seiner Pistole erschoss
00:07:19Als der Mann in sein Hotel zurückkam, fand er einen Brief aus der Heimat vor
00:07:23Darin wurde ihm mitgeteilt, dass er Vater eines gesunden Knaben geworden war
00:07:27Der Mann begann zu schreien
00:07:29Er brach völlig zusammen
00:07:31In ihm hatte sich unlösbar die Vorstellung festgesetzt
00:07:34Dass jener Säugling, der dort erschossen wurde, sein eigenes Kind sei
00:07:39Heute noch, nach über 20 Jahren, gräbt er immer wieder und sucht nach seinem Sohn
00:07:44Er hat ihn niemals gefunden
00:08:05Feierabend für heute
00:08:09Kommen Sie
00:08:11Wieder nichts
00:08:17Versuchen Sie es morgen wieder
00:08:20Vielleicht haben Sie recht
00:08:24Guten Tag, Herr Gertz
00:08:26Das ist aber schön, dass Sie mal wieder vorbeikommen, um nach Ihrem Vater zu sehen
00:08:46Wann können Sie in Rheinshagen sein?
00:08:49Morgen Abend
00:08:51Das ist aber nicht
00:08:52Ich habe eine große dritte, die sich in Rheinshagen sein
00:08:56Und ich habe eine große dritte, die sich in Rheinshagen sein
00:08:59Und ich habe ein paar dritte, die sich in Rheinshagen sein
00:09:32Musik
00:09:54Musik
00:09:54Wünschen Sie ein Zimmer?
00:09:55Wir sind gelegt.
00:09:57Ich suche nach einem Herrn Giers.
00:09:58Was?
00:10:09Er soll bei Ihnen wohnen. Wir sind verabredet.
00:10:24Herr Giers wollte auch ein Zimmer für mich reservieren lassen.
00:10:30Herr Giers ist oben auf Zimmer 6.
00:10:32Na und? Hat er kein Zimmer für mich bestellt?
00:10:34Er hat mich um ein Zimmer gefragt,
00:10:36aber wir sind gerade in dieser Zeit vollkommen ausgebucht.
00:10:39Ach, was ist denn besonderes los in Ihrer Stadt?
00:10:48Wir haben hier eine Ausstellung.
00:10:54Achtzehn.
00:10:56Das ist ja entzückend.
00:10:58Ich kann nur mal hinaufgehen.
00:11:00Bitte.
00:11:05Zimmer 6.
00:11:07Im ersten Stock.
00:11:22Man im ersten Stock.
00:11:28Hier ist das In der teenager.
00:11:30Row 17.
00:11:31Die sind w thrill.
00:11:44ImmerFire hat sich ganzer angeln.
00:12:06Hallo, da werden wir ja.
00:12:35Gertz, hey Gertz.
00:12:41Gertz, hey Gertz.
00:13:17Gertz, hey Gertz.
00:13:36Gertz, hey Gertz.
00:13:40Gertz, hey Gertz, hey Gertz, hey Gertz.
00:14:13Gertz, hey Gertz.
00:14:36Gertz, hey Gertz.
00:14:42Gertz, hey Gertz, hey Gertz.
00:15:15Gertz, hey Gertz.
00:15:17Gertz, hey Gertz.
00:15:39Gertz, hey Gertz.
00:15:57Gertz, hey Gertz.
00:16:15Gertz, hey Gertz.
00:16:21Gertz, hey Gertz.
00:16:28Gertz, hey Gertz.
00:16:35Gertz, hey Gertz.
00:16:41Gertz, hey Gertz.
00:16:54Gertz, hey Gertz.
00:17:05Gertz, hey Gertz.
00:17:09Gertz, hey Gertz, hey Gertz.
00:17:19Gertz, hey Gertz.
00:17:30Am Ende des Ganges.
00:18:08Am Ende des Ganges.
00:18:34Am Ende des Ganges.
00:19:01Am Ende des Ganges.
00:19:10Am Ende des Ganges.
00:19:27Am Ende des Ganges.
00:19:45Am Ende des Ganges.
00:19:55Am Ende des Ganges.
00:19:56Wir haben längst geschlossen.
00:19:57Einen Moment bitte.
00:19:58Ach, ich verstehe, die Ladenkasse.
00:20:00Unsinn, gibt es hier einen zweiten Ausgang?
00:20:02Die Polizei ist hinter mir her.
00:20:03Die Polizei? Was ist geschehen?
00:20:04Ein Todesfall im Hotel Lanzkopf.
00:20:06Sie haben damit zu tun?
00:20:07Indirekt.
00:20:08Sie sind nicht der Täter.
00:20:09Nein.
00:20:11Bestimmt nicht.
00:20:24Kommen Sie.
00:20:25Kommen Sie.
00:20:25Nehmen Sie das.
00:20:27Hallo.
00:20:28Sie wünschen?
00:20:29Hier ist doch ein Mann.
00:20:31Wenn Sie den meinen, der ist hier.
00:20:33Gehören Sie zusammen?
00:20:35Natürlich.
00:20:38Fahr du, ich bin hundemüde.
00:20:41Pass doch auf, du alter Esel.
00:20:44Bitte sehr.
00:20:45Danke.
00:20:45Nun komm doch endlich.
00:20:47Ich will ins Bett.
00:21:11Ich will ins Bett.
00:21:23Wie finden Sie es?
00:21:26Mhm.
00:21:27Verstehen Sie was von Malerei?
00:21:31Offengestanden überhaupt nichts.
00:21:33Es ist ein Ostade.
00:21:35Zweite Hälfte 17. Jahrhundert.
00:21:38Das heißt, die Kopie davon.
00:21:40Aber eine gute.
00:21:42Das Original wäre nicht zu bezahlen.
00:21:47Soll ich Ihnen etwas zu essen machen?
00:21:49Danke.
00:21:51Kaffee vielleicht.
00:21:52Wenn Sie einen Schnaps hätten, den könnte ich gebrauchen.
00:21:55Cognac, Whisky.
00:21:56Oh, einen klaren, wenn möglich.
00:21:58Viel und unverdünnt.
00:22:12Salute.
00:22:13Mhm.
00:22:23Ich glaube, ich muss mich bei Ihnen bedanken.
00:22:25Ja.
00:22:26Und ich will nur hoffen, dass Sie durch mich keine Schwierigkeiten haben werden.
00:22:29Ich spiele gern mit der Polizei Katz und Maus.
00:22:32Dort, wo ich herkomme, hat man eine andere Einstellung zu den Hütern von Gesetz und Ordnung.
00:22:39Nur, Sie waren recht kaltwürdig, als Sie dem jungen Polizisten gegenüberstanden.
00:22:44Haben Sie mal einem Jaguar ins Auge gesehen?
00:22:47Ich meine nicht im Zoo, in der Freiheit.
00:22:51Um Gottes Willen.
00:22:52Aber ich?
00:22:53War es der?
00:22:54Ja.
00:22:55Ich habe seit meinem zwölften Lebensjahr in Brasilien gelebt.
00:23:02Wer sind Sie eigentlich?
00:23:04Ich heiße Weber.
00:23:06Ich bin Jeanette Messemer.
00:23:09Jeanette?
00:23:10Das Geschenk meines Vaters.
00:23:12Das einzige übrigens.
00:23:14Ich bin das Mitbringsel meiner Mutter aus ihrer flotten Pariser Zeit.
00:23:20Und was wird nun aus Ihnen?
00:23:22Tja.
00:23:23Ich nehme an, Sie wollen so schnell wie möglich aus dieser Stadt verschwinden.
00:23:27Oh, im Gegenteil.
00:23:30Wie?
00:23:31Nun, ich werde bleiben, bis der Mord aufgeklärt ist.
00:23:36Haben Sie mich etwa verkohlt?
00:23:41Sind Sie von der Polizei?
00:23:42Viel schlimmer.
00:23:43Ich bin Privatdetektiv.
00:23:46So sieht Ihr Burschen also aus.
00:23:48Ich habe zwar ab und an einen Agatha Christie auf dem Nachtschrank liegen,
00:23:52aber im Grunde genommen langweilt es mich.
00:23:54Oh, das Zeug von Geschmack.
00:23:55Danke.
00:23:57Ich kann Ihnen für heute Nacht ein Lager anbieten.
00:23:59Aber natürlich nur, wenn Sie möchten.
00:24:02Das wäre reizend.
00:24:03Sie werden müde sein, also mache ich es Ihnen gleich zurecht.
00:24:07Kann ich unterdessen mal Ihr Telefon benutzen?
00:24:09Bitte dort.
00:24:10Danke.
00:24:12Danke.
00:24:20Danke.
00:24:22Danke.
00:24:23Danke.
00:24:23Danke.
00:24:26Danke.
00:24:26Danke.
00:24:40Danke.
00:24:41ist tot. Ja. Ich fand ihn in seinem Hotelzimmer. Erstochen. Das Messer steckte zwischen den
00:24:52Halswirbeln. Sie kennen die Stelle? Der Tod hat ihn vollkommen überrascht. Er muss den
00:24:59Täter gekannt. Er muss ihm sogar vertraut haben, sonst wäre er nie so nah rangekommen.
00:25:07Ich durchsuchte das Zimmer, ich fand aber nichts. Aber aus dem Nebenzimmer, da kamen Musik und
00:25:13Stimmen. Plötzlich war da auch ein Streit und eine Mordrohung. Und zwei Minuten später war die
00:25:19Polizei da, wie auf Bestellung. Na, ich bin abgehauen. Sind Sie denn völlig blödsinnig
00:25:26geworden? Nein. Menschenskind Weber, durch Ihre Flucht wird doch niemand mehr an Ihre Unschuld
00:25:32glauben. Aber so überlegen Sie doch mal einen Augenblick in Ruhe, Schopenhauer. Das Ganze
00:25:38stank geradezu nach einer Falle. Als ich nämlich später die Tür zum Nebenraum öffnete, da
00:25:43stellte ich fest, dass es gar kein Zimmer, sondern die Besenkammer war und Musik und Stimmen kamen
00:25:47von einem Tonbandgerät. Es war offensichtlich alles darauf angelegt, mir den Mord in die
00:25:52Schuhe zu schieben. Was soll nun werden? Ja, Schopenhauer, Sie müssen herkommen. Schließlich
00:25:57haben Sie mir alles eingebrockt. Ja, ja. Und bringen Sie Frise mit. Dem Richter wollen? Ja. Rufen Sie ihn noch
00:26:04heute Abend an und machen Sie es dringend. Zu dritt werden wir dann dem Leiter der Hiesing Krippe auf die
00:26:09Pelle rücken.
00:26:10Das Hauswischen hat im Streit gehört. Noch ein Wort und ich schlage dich tun. Da wird wir auch die Herren
00:26:15vom Skattisch, haben Herrn Weber nach oben gehen sehen. Und wenig später ist Gerds ermordet aufgefunden worden. So ein kaltblütiges
00:26:23Leutnant
00:26:23angesichts so vieler Zeugen. Ist mir wirklich lange nicht passiert. Was nun Ihre Zeugen betrifft, so sind Sie samt und
00:26:29sonders nichts wert, was? Es gibt
00:26:31nämlich keinen, der Herrn Weber in Gerds Zimmer treten sah. Und das ist der Punkt, ja. Darauf kommt es nämlich
00:26:37an. Sie bestreiten also nach wie vor, dass Sie das Zimmer
00:26:40sechs betreten haben. Sie bitte antworten Sie. Er tat es nicht. Bitte lassen Sie Herrn Weber antworten. Nein, Herr Kriminalrat,
00:26:47so geht das nicht. Herr Weber ist zu Ihnen
00:26:50gekommen, um einige Ihnen belastende Umstände aufzuklären. Er ist freiwillig gekommen und er hat seinen Rechtsbeistand
00:26:55mitgebracht. Ich bekomme einen Haufen Geld von Herrn Weber, das ich in ihr vertrete und irgendwie muss ich mir die
00:27:00Anwaltskosten verdienen, nicht wahr? Wenn Sie also gestatten, beginne ich noch einmal von vorn. Herr Weber war mit Herrn
00:27:07Gerds verabredet. Als nach mehrmaligem Klopfen an der Zimmertür Nummer sechs niemand öffnete, ging Herr Weber die Treppen
00:27:15hinunter und verließ das Hotel. Wenn er das Hotel durch den Eingang verlassen hätte, so würde das vom Wirt oder
00:27:21von
00:27:21Herrn der Skatrunde bemerkt worden sein. Weder von der Theke noch vom Skatischhaus ist der Eingang zu überblicken.
00:27:27Ich habe das selbst nachgeprüft. Und wie erklären Sie sich den Streit, den das Dienstbildchen gehört und
00:27:32daraufhin den Wirt alarmiert hat? Muss von eben angekommen sein. Herr Weber hat ja bestätigt, dass er aus dem
00:27:37Nebenzimmer der Nummer sechs die Stimmen zweier Männer gehört hat, als er auf dem Gang stand. Neben der sechs ist
00:27:42aber gar kein
00:27:43Zimmer, sondern nur die Besenkammer. Wollen Sie mir wirklich weismachen, dass darin zwei Männer gesteckt
00:27:47haben? Beweisen Sie mir das Gegenteil. Aber Sie können nicht einfach meinen Klienten als Mörder
00:27:53bezeichnen. Und wie bei jedem Verbrechen muss man doch auch hier erst einmal fragen, Cui Bono.
00:27:59Wem nützt es? Ich habe Ihnen hier einmal den Oberkommissar Schoppenhauer aus Hamburg mitgebracht.
00:28:05In dessen Integrität ja wohl keine Zweifel bestehen. Der Kommissar ist bereit, eibesstattlich
00:28:10auszusagen, dass Weber den Ermordeten überhaupt erst vor zwei Tagen kennengelernt hat. Wo also
00:28:16läge das Motiv? Herr Geerts hat meinen Klienten wegen des Diebstahls seiner Dokumentensammlung
00:28:21engagieren wollen. Nun, es ist nicht mehr dazu gekommen, Herr Geerts wurde ermordet. Aber beide
00:28:26Delikte, sowohl der Diebstahl als auch der Mord, sind doch nicht voneinander zu trennen. Suchen Sie
00:28:30nach dem Dieb der Dokumentensammlung. Und Sie müssen logischerweise auf den Mörder stoßen. Ist aber doch
00:28:35immerhin merkwürdig, dass Geerts just in dem Moment ermordet wird, wo Herr Weber im Hotel
00:28:39erlangt? Überhaupt nicht. Herr Geerts hat wohl unglücklicherweise einem Dritten gegenüber
00:28:44erwähnt, dass er einen Detektiv erwartet. Nun, der Täter kann ja davon gehört und diesen
00:28:48Umstand für sich genützt haben, um den Verdacht auf meinen Klienten zu lenken. Nein,
00:28:53es gibt für mein Empfinden merkwürdigere Dinge in diesem Fall. Zum Beispiel der Wirt. Als
00:28:59ihm das Hausmädchen von diesen streitenden Männerstimmen aus dem Nebenzimmer der Nummer
00:29:03sechs berichtet, prüft er diese Angaben gar nicht. Nein, er alarmiert sofort die Polizei.
00:29:09Eine Minute später waren schon die Streifenwagen zur Stelle. Gleich zwei. Soviel ich weiß,
00:29:13haben Sie nur fünf Streifenwagen für das gesamte Kreisgebiet. Da werden die beiden gerade in der
00:29:18Nähe des Marktes gewesen sein. Und die Mordkommission, die schon wenige Minuten später aufkreuzte?
00:29:23Die Herren waren noch im Amt. Um neun Uhr abends. Herr Kollege, kommt das bei Ihnen in Hamburg
00:29:29niemals vor? Zuweilen schon. Für das so überaus pünktliche Eintreffen Ihrer Beamten am Tatort,
00:29:35können wir Ihnen nur dankbar sein. Damit würde nämlich logischerweise aktenkundig, dass mein Klient
00:29:41nach Ihrer Theorie sein Opfer in einer Minute erschlagen, sämtliche Fußspuren, Fingerabdrücke
00:29:48beseitigt und durch das Fenster über den Hof entflohen sein muss. Nein, Herr Kriminalrat. Herr
00:29:56Gerds war bereits erschlagen, als mein Klient an dessen Zimmertür klopfte.
00:30:05Der Mordkommission wurde nicht erschlagen, er wurde erdolcht. Ach. Wussten Sie das
00:30:12wirklich nicht? Woher sollten wir? Wollen Sie Herrn Webers Festnahme immer noch aufrechterhalten?
00:30:25Ja. Nämlich gilt er nach wie vor als dringend verdächtig. Ich weiß wirklich nicht, Herr Kriminalrat,
00:30:32ob Sie da gut beraten sind, dass Sie Verdächtige ausgerechnet dort suchen, wo keine zu finden sind. Ich
00:30:39bin heute Morgen in Ihrer Stadt den ersten Besuchern des bevorstehenden SS-Treffens begegnet. Ich
00:30:46verstehe Sie nicht. Kennen Sie einen Dr. Flüger? Was für ein Dr. Flüger? Wir halten Dr. Flüger für
00:30:57Gerds Mörder. Wie kommen Sie denn darauf? Flüger hat ein Motiv. Er ist durch diese Dokumentensammlung
00:31:04belastet und praktisch seit 1946 flüchtig. Wir nehmen aber an, dass er inzwischen aus Südamerika
00:31:11zurückgekehrt ist. In unsere Stadt? Warum denn nicht? Dieses Renshagen ist doch ein ganz entzückendes
00:31:18Fleckchen, oder? Nun, das ist, wie soll ich sagen, eine recht schwache Hypothese. Kennen Sie
00:31:25einen Dr. Flüger? Nein, kenne ich nicht. Dr. Flüger war SS-Standartenführerleiter einer
00:31:31Einsatzgruppe, Ihrem ehemaligen Arbeitsbereich, dem Reichsicherheitshauptamt unterstellt.
00:31:36Ich kann mich nicht erinnern. Wenn ich in der Öffentlichkeit gefragt werde, und ich könnte
00:31:42mich ja fragen lassen, so würde ich Ihre Erinnerung auffrischen. Genauso gut wie Sie
00:31:48und Ihre Renshagener Polizei einen unbescholtenen Bürger als Mörder abstempeln wollen, um vielleicht
00:31:52ja eine Gruppe ehemaliger SS-Angehöriger einen Sündenbock zu finden. Sie können gehen,
00:32:00Herr Weber. Aber ich warnere Sie, falls Sie vorhaben, sich hier in unsere Arbeit einzumischen.
00:32:09Danke! Begleiten Sie die Herren nach oben.
00:32:13Also, mir hätten Sie ja nicht mit dem Dreh kommen können, dass Weber Zimmer sechs nie
00:32:17betreten hat. Warum denn nicht, Sie Schlaumeier? Das war doch das Beste, das überhaupt drin war.
00:32:22Ich hätte Sie beispielsweise gefragt, wo Weber denn die ganze Nacht gesteckt hat.
00:32:28Das eben war der neuralgische Punkt. Deshalb musste ich diesen Schrumpfgermann ja auch
00:32:31so unter Druck setzen, bis er zum Kreislaufmittel griff.
00:32:35Wir haben natürlich bloß eine Verschnaufpause, das ist ja wohl klar.
00:32:38Drachwitz braucht einen Zeugen, der mich in das Zimmer hat, hineingehen sehen und den
00:32:41wird dann dieser Stadt auch auftreiben. Der Mörder muss her. Schnellstens. Das ist unsere
00:32:48einzige Chance.
00:32:52Geht es Sie, Herr?
00:32:52Dankeschön. Was sagen Sie, ist das Zimmer sechs von der Mordkommission bereits freigegeben?
00:32:58Seit heute Morgen.
00:33:00Und schon wieder besetzt?
00:33:03Glauben Sie, es wird jemand in einem Raum wohnen, in dem vor wenigen Stunden ein Mord geschehen ist?
00:33:08Sind Ihre Gäste alle so zart beseitet?
00:33:15Dieser Mord in meinem Hotel wird mir einige Einbußen bringen.
00:33:18Vermieten Sie mir doch das Zimmer und Ihr Schaden ist behoben.
00:33:21Wollen Sie wirklich?
00:33:22Ja.
00:33:24Aber gern. Ich lasse gleich Ihr Gepäck hinaufbringen.
00:33:29Ich habe gestern Abend sowohl die Leiche als auch Gerds Gepäck durchsucht, aber ich habe nichts gefunden.
00:33:34Und wonach haben Sie gesucht?
00:33:37Nach der Dokumentensammlung.
00:33:39Aber die wurde doch bereits vorher gestohlen.
00:33:42Ja, natürlich. Diese Dokumente waren ja nur Kopien. Die Originale müssen also noch vorhanden sein.
00:33:47Glauben Sie, dass Gerds hier auf seinen Reisen mitnahm?
00:33:49Und wenn er sie mit hatte, wird der Mörder sie doch wohl gefunden.
00:33:51Nein, der hat sie nicht gefunden.
00:33:52Wieso nicht?
00:33:53Na, weil Gerds sonst noch am Leben wäre.
00:33:55Gerade das Nicht-Auffinden dieser Originale bietet auch ein mögliches Motiv für die Ermordung Gerds.
00:34:00Der hätte nämlich von diesen Originalen neue Kopien ziehen und zu einem etwa späteren Zeitpunkt mit seiner Ausstellung
00:34:05Lüger dann noch entlarven können.
00:34:10Haben Sie gestern Abend den Streit im ersten Stoff gehört?
00:34:12Ja.
00:34:14Aus welchem Zimmer kamen die Stimmen?
00:34:16Vom Ende des Ganges, wo die Sechs liegt.
00:34:19Aber daneben ist doch noch ein Raum.
00:34:21Nur die Besenkammer.
00:34:23Könnten die Stimmen nicht auch da rausgekommen sein?
00:34:28Sie standen wohl zu weit entfernt, um es genau zu wissen, wie?
00:34:33Ich kann hier nicht sprechen.
00:34:35Bitte heute Abend nach Dienstschluss.
00:34:45Haben Sie sich schon entschlossen?
00:34:46Den Kalbsnierenbraten kann ich empfehlen.
00:34:48Wir warten noch etwas.
00:34:51Wie Sie wünschen.
00:34:57Na, der ist auch nicht ganz koscher, wie?
00:35:00Mit dem habe ich mich schon gestern Abend beim ersten Hinsehen angefreundet.
00:35:07Sie können natürlich nicht hierbleiben, nein?
00:35:09Bist du längst in Hamburg sein.
00:35:11Haben Sie?
00:35:12Ich bleibe.
00:35:13Ich möchte mich mal auf dem Einwohnermeldeabend umsehen.
00:35:15Oh ja, das wäre gut.
00:35:17Wir sollten herausfinden, wer in den letzten Jahren aus dem Ausland hierher zugereist ist.
00:35:20Genau.
00:35:21Unter Ihnen müsste Flüger sein.
00:35:40Na, Schlichting?
00:35:41Gibt's was Neues in Sachen Macht?
00:35:43War noch nicht drüben heute im Landsknecht.
00:35:45Ich auch nicht.
00:35:46Ich habe den ganzen Morgen mit den Leuten aus Kiel verhandelt.
00:35:51Wie stehen denn die Aktien?
00:35:54Sie haben doch die kleine Einladung für heute Abend nicht vergessen.
00:35:57Ich werde pünktlich sein.
00:35:59Aber pünktlicher als gestern Abend zum Skat.
00:36:03Wie ich hoffe.
00:36:06Ja, ja, natürlich.
00:36:09Entschuldigen Sie mich jetzt.
00:36:10Ich muss in die Sprechstunde.
00:36:21Ich beglückwünsche unseren neu gebackenen Kultusminister.
00:36:24Um Gottes Willen, Janett, noch liegt die Landtagswahl nicht hinter uns.
00:36:26Ich rechne ganz fest mit deinem Erfolg.
00:36:28Ich freue mich so sehr für dich.
00:36:30Janett, wenn ich das Mandat annehme, werden wir noch weniger Zeit füreinander haben.
00:36:33Das ist schlimm.
00:36:35Sehr schlimm.
00:36:37Ei, sie da, mein Sherlock Holmes.
00:36:40Ein sehr netter junger Mann.
00:36:42Ja?
00:36:44Vielleicht willst du ihn noch einladen, wie heute Abend.
00:36:47Wenn du meinst, gern.
00:36:57Man hat ihn auf der Polizei also nicht den Kopf abgerissen.
00:37:02Vorläufig reichen die Indizien für eine Verhaftung nicht aus.
00:37:04Es gibt zwar Leute, die mich haben, die Treppe hinauf gehen sehen,
00:37:06aber es gibt eben niemanden, der bezeugen könnte, dass ich das Zimmer betreten habe.
00:37:10Doch.
00:37:12Wer?
00:37:13Ich.
00:37:15Wieso?
00:37:17Ich stand gestern Abend schließlich daneben,
00:37:20als sie ihren Kommissar am Telefon über den Zustand der Leiche informierten.
00:37:23Oh je, jetzt haben sie mir über den Schrecken eingejagt.
00:37:25Von mir sind sie sicher.
00:37:27Ich bin ja nun fast so etwas wie eine Komplizin.
00:37:30Aufregend.
00:37:32Übrigens sind mir da noch andere Gedanken durch den Kopf gegangen.
00:37:35Raus damit.
00:37:35Setzen Sie sich.
00:37:41Es ist doch offensichtlich, dass Ihnen jemand diesen Mord anhängen will.
00:37:45Mhm.
00:37:46Dieser jemand muss doch Ihre Ankunftszeit in der Stadt gewusst haben.
00:37:49Nicht wahr?
00:37:50Möglich.
00:37:51Es gibt jemand, der davon wusste.
00:37:54Wer?
00:37:55Ich nehme im Landsknecht immer mein Mittagessen ein.
00:37:57So bin ich mit Gerds bekannt geworden.
00:38:00Er interessierte sich für Antiquitäten und ich, wie soll ich es ausdrücken,
00:38:06mich machte die Persönlichkeit Gerds einfach neugierig.
00:38:08Ich wollte diesen Menschen kennenlernen.
00:38:11Ich verstand nicht, wie so ein junger, aufgeweckter, kluger Mensch mit so einer Ausstellung reisen konnte.
00:38:19Was ist daran schwer zu begreifen?
00:38:21Ich wollte etwas über seine Beweggründe erfahren.
00:38:24Hm.
00:38:26Na und?
00:38:27In diesem Punkt war er sehr zugeknüpft.
00:38:30Aber er hat mir etwas anderes anvertraut.
00:38:33Er sagte mir nämlich, dass ein Detektiv aus Hamburg käme, um den Dokumentendiebstahl aufzuklären.
00:38:39Und als er mir das sagte, stand der Wirt an unserem Tisch.
00:38:44Gerds fragte ihn nach einem Zimmer für Sie.
00:38:47Nützt Ihnen dieser Hinweis etwas?
00:38:49Was halten Sie übrigens von dem Mann?
00:38:51Wenn er gestern Abend hier in den Laden gekommen wäre, ihm hätte ich nicht geholfen.
00:38:57Danke.
00:38:59Bitte?
00:39:01Der Mann scheint kein Norddeutscher zu sein, nicht wahr?
00:39:03Er hat das Hotel nur gepachtet.
00:39:04Er ist, glaube ich, Umsiedler.
00:39:06Darf ich bekannt machen, Herr Weber aus Hamburg, Herr Dr. Wook?
00:39:09Ja, aber wir kennen uns bereits.
00:39:11Waren Sie nicht gestern Abend einer der Herren beim Skar?
00:39:15Ehrlich gesagt, ich war ein wenig böse aufständig, als sie mir von Ihrem gestrigen Abenteuer erzählte.
00:39:20Hm.
00:39:21Sie ist zu impulsiv.
00:39:22Zu sehr mit dem Gefühl vorneweg.
00:39:25Aber jetzt, wenn ich Sie so ansehe, muss ich sagen, dass ich an Ihrer Stelle wahrscheinlich ebenso gehandelt hätte.
00:39:29Danke.
00:39:31Sind Ihre Schwierigkeiten mit der Polizei behoben?
00:39:33Oh ja, es wird alles ins Lot kommen.
00:39:35Das freut mich.
00:39:41Übrigens, wir geben heute Abend eine kleine Gesellschaft.
00:39:43Ich würde mich freuen, Sie dabei zu haben.
00:39:45Danke, sehr nett.
00:39:53Mussten Sie ihm von gestern Abend erzählen?
00:39:54Das musste ich wohl.
00:39:56Schließlich leben wir zusammen.
00:39:59Ach, Sie sind verheiratet?
00:40:00Das nicht.
00:40:01Noch nicht.
00:40:03Ach, Sie können sich auf Wuchsdiskretion verlassen.
00:40:06Er ist ein feiner Mann.
00:40:08Ja.
00:40:14Guten Tag, gnädige Frau.
00:40:16Guten Tag.
00:40:17Darf ich Ihnen meinen Freund Dr. Peter Frese vorstellen?
00:40:19Hm, der große Rechtsanwalt.
00:40:21Und Sie sind die Helferin in der Not?
00:40:24Übrigens, einen Umsiedler haben wir schon, den Wirt vom Landsknecht.
00:40:27Ja.
00:40:27Und hier sind die anderen Zugereisten.
00:40:35Einen Doktor Schlichting.
00:40:38Kennen Sie den?
00:40:39Er gehört zur Wuchsgatrunde.
00:40:41Ah ja.
00:40:41Außerdem ist er mein Zahnarzt.
00:40:46Ob ich dir mal meine Zähne anvertraue?
00:40:49Ja.
00:41:09Hast du ihm nicht gesagt, dass ich nur private Patienten annehme?
00:41:12Er hat starke Schmerzen.
00:41:14Er will warten, solange es eben dauert.
00:41:15Also in Gottes Namen schick ihn herein.
00:41:26Bitte?
00:41:32Das ist ja ein Zücken.
00:41:33Wir kennen uns ja auch bereits.
00:41:34So?
00:41:35Ich wüsste nicht.
00:41:39Sie spielten gestern Abend Skat im Landsknecht.
00:41:42Ach, richtig.
00:41:44Was kann ich für Sie tun?
00:41:46Wo haben Sie Ihre Beschwerden?
00:41:48Ähm, hier unten.
00:41:50Taten die Schmerzen plötzlich auf?
00:41:52Ja, ganz plötzlich heute Morgen.
00:42:05Sie sind Detektiv?
00:42:07Ja, Privatdetektiv.
00:42:08Sie beschäftigen sich mit diesem Diebstahl im Landsknecht?
00:42:11Zum Diebstahl ist nur noch ein Mord hinzugekommen.
00:42:13Ja, ich weiß.
00:42:14Schrecklich.
00:42:16Glauben Sie, dass es sich dabei um einen und denselben Täter handelt?
00:42:19Ja.
00:42:21Haben Sie einen bestimmten Verdacht?
00:42:23Ja.
00:42:24Ach, in dem handelt es sich um einen Dr. Pflüger.
00:42:29Kennen Sie einen Dr. Pflüger?
00:42:30Dr. Pflüger?
00:42:32Glaube nicht.
00:42:35Pflüger, der Name kommt ja häufiger vor.
00:42:37Ich glaube, Dr. Pflüger?
00:42:40Nein.
00:42:42Solcher Mann ist mir nie begegnet.
00:42:44Möglicherweise hat er auf seinen Namen geändert.
00:42:46Hatte er Grund dazu?
00:42:48Er ist für die Ermordung von 12.000 Menschen verantwortlich.
00:42:53Wie ist denn so etwas möglich?
00:42:55Es waren Juden.
00:43:01Bitte.
00:43:03Nehmen Sie Platz.
00:43:22Haben Sie denn ein Foto von dem Mann?
00:43:24Eben nicht.
00:43:25Die Dokumentensammlung wurde ja gerade gestohlen.
00:43:27Und die Originale?
00:43:29Wieso Originale?
00:43:30Nun, ich könnte mir vorstellen, dass die Fotos in der Sammlung nur Kopien waren.
00:43:33Da müssten doch noch irgendwo die Originale sein.
00:43:36Die sind ebenso wenig offenbar.
00:43:38Das ist wirklich bedauerlich.
00:43:40Mund auf, bitte.
00:43:45Unten links, sagt man Sie.
00:43:46Ah, oben.
00:43:47Wie?
00:43:49Sie sagten doch eben...
00:43:50Ach nein, da muss ich mich falsch ausgedrückt haben.
00:43:52Ich meinte natürlich oben links.
00:43:58Ist es der?
00:44:00Ich glaube, ja.
00:44:04Sieht böser aus.
00:44:07In solch einem Fall ist es am besten, man entfernt.
00:44:11Sind Sie einverstanden?
00:44:26Was machen Sie denn hier?
00:44:27Ich warte auf Weber.
00:44:30Er ist oben.
00:44:31So.
00:44:34Na, da hat der Doktor ja zu tun.
00:44:38Was wissen Sie denn von diesem Doktor Flüge?
00:44:40Oh, einiges.
00:44:42Zum Beispiel, er kam erst vor kurzem in diese Stadt.
00:44:45Aus dem Ausland.
00:44:47Er ist doch kein hiesiger, überhaupt kein Neur-Volcher.
00:44:50Akademiker ist er, wie Sie sagen?
00:44:51Ja.
00:44:52Was für einen Doktor hat er denn?
00:44:55Ich nehme an, er ist Mediziner.
00:44:57Wieso nehmen Sie das an?
00:44:59Na ja, die Mordverfisch steckt jetzt zwischen den Halswirbeln.
00:45:02Das ist eine Stelle, die man kennen muss.
00:45:04Klug kombiniert.
00:45:07Ich mache Ihnen jetzt eine Injektion.
00:45:13Sie werden überhaupt nichts spüren.
00:45:35Haben Sie nicht lange Zeit im Ausland gelebt, Herr Doktor?
00:45:39Ja.
00:45:40Seit 1946?
00:45:42So etwa.
00:45:44Und Norddeutscher sind Sie auch nicht?
00:45:46Nein, ich bin Schlesier.
00:45:48Bitte wollen Sie den Mund öffnen.
00:45:50Aber meinem Zahn fehlt auch gar nichts.
00:45:55Natürlich nicht.
00:45:57Ich habe Ihren Scherz verstanden, Mediziner.
00:46:00Aber rechts unten sechs.
00:46:03Akute Pulpitis.
00:46:04Der muss wirklich raus.
00:46:06Ach.
00:46:07Es tut mir leid.
00:46:10Gut.
00:46:13Nur von Ihnen möchte ich mich nicht behandeln lassen.
00:46:26Herr Weber.
00:46:29Ihren Mann.
00:46:31Danke.
00:46:32Danke.
00:46:40Danke.
00:46:47Danke.
00:46:53Danke.
00:46:56Danke.
00:46:59Danke.
00:47:19Guten Abend.
00:47:20Möchten Sie etwas trinken?
00:47:21Einen Dornkart, bitte sehr.
00:47:22Sofort.
00:47:34Danke.
00:47:35Bleiben Sie bis zum Treffen?
00:47:37Ja, ich habe so etwas noch niemals gesehen.
00:47:39Ist immer viel los jedes Jahr, wie beim Karneval in Köln.
00:47:42So hat jede Stadt ihre Attraktion.
00:47:45Meine Herren, wir haben eine geschlossene Gesellschaft.
00:47:47Bringen Sie Ihr Bier endlich aus.
00:47:49Schönen Dank.
00:47:49Ist sowieso schal geworden.
00:47:55Bei Bier.
00:47:58Bis dann Abend war ja etwas weniger Betrieb hier.
00:48:00Da werden Sie sich doch vielleicht erinnern können, ob nicht mal einer der Herren draußen war.
00:48:04Wie draußen?
00:48:07Na, durch diese Tür da.
00:48:09Sie meinen auf der Toilette?
00:48:11Ja.
00:48:11Nein.
00:48:12Sie kam ja schon um halb neun.
00:48:14Die Herren beginnen ihre Partie immer um acht.
00:48:16Dann zum halb neun ja erst zwei Biere und das.
00:48:18Nein, hinaus ging niemand.
00:48:20Aber einer der Herren kam durch diese Tür herein.
00:48:22Das tut er immer.
00:48:23Kommt immer über den Hof, weil ihn seinen Weg da mal vorbeiführt.
00:48:26Wer ist das?
00:48:27Dr. Schlichting.
00:48:29Außerdem kam er zehn Minuten nach Acht.
00:48:31Und sonst können Sie die Uhr nach ihm stellen.
00:48:34Und sonst war niemand draußen?
00:48:36Kann ich werfen.
00:48:37Nur noch Dr. Landgut.
00:48:39Aber der war beim Empfang.
00:48:41Ich glaube, er wollte mal telefonieren.
00:48:42Haben Sie das gesehen?
00:48:43Nein, darauf habe ich nun wirklich nicht geachtet.
00:48:45Und Sie waren die ganze Zeit hier im Lokal?
00:48:47Ja, ja.
00:48:47Nein, nicht doch.
00:48:49Ich war im Keller, um ein paar Flaschen Schnaps zu holen.
00:48:52Wo ist der Keller?
00:48:53Über den Hof.
00:48:54Trinken Sie noch einen?
00:48:56Gerne.
00:48:57Aber übrigens, Ihr Hausmädchen, hat das noch Dienst heute Abend?
00:49:02Welches Hausmädchen?
00:49:03Na, die Kleine, die mir heute Mittag den Koffer nach oben bringt.
00:49:06Ach, die Anke, die ist verreist.
00:49:08Verreist?
00:49:09Ja, sie begleitet meine Frau nach Pyrmont.
00:49:13Meine Frau ist krank, wissen Sie?
00:49:16Sie ist jedes Jahr zur Kur.
00:49:18Und heute ist sie abgereist?
00:49:21Heute Nachmittag.
00:49:23Aber Sie entschuldigen mich bitte.
00:49:24Ich muss an die Arbeit.
00:49:27Steine.
00:49:28Du hast einen?
00:49:28Das ist ein?
00:49:29Ich bin mir schüttend.
00:49:33Ich bin mir schüttend.
00:49:36Ja.
00:49:40Ich bin mir schüttend.
00:49:42Ich bin mir schüttend.
00:49:48Ich bin mir schüttend.
00:50:05Sie waren lange raus.
00:50:07Oh ja, Ihre Stadt hat bemerkenswerte Sehenswürdigkeiten.
00:50:11Schlicht die?
00:50:13Ich hatte starke Zahnschmerzen.
00:50:17Erinnern Sie sich, was ich Ihnen heute sagte, heute Morgen?
00:50:20Genau.
00:50:21Und was habe ich Ihnen gesagt?
00:50:22Ich sollte mich nicht in Ihre Angelegenheiten mischen.
00:50:26Gut.
00:50:33Bitte vergessen Sie das nicht, Herr Weber.
00:50:52Bin ich?
00:51:08Bin ich hin?
00:51:10Bin ich hin?
00:51:14Bin ich hin?
00:51:43Sehr geehrter Herr Weber, ich kann Sie heute Abend leider nicht mehr sprechen,
00:51:46da ich plötzlich verweisen soll.
00:51:50Ich weiß auch nicht warum, aber ich wollte Ihnen nur sagen, dass Herr Landgut, der freitags
00:51:55hier im Asgard spielt, gestern Abend auf dem Gansburgzimmer 6 war.
00:51:59Ich will nicht klatschen, aber das muss doch sein.
00:52:02Ich habe ihn gesehen, als ich nach oben in mein Zimmer ging.
00:52:04Er hat mich auch gesehen, als ich auf einmal gesagt habe.
00:52:09Anke.
00:52:32Leiter.
00:52:37Da oben das linke Fenster.
00:53:00Da oben das linke Fenster.
00:53:12Was wollt ihr denn?
00:53:13Nur ein kleiner Besuch.
00:53:16Na, dann haltet euch ran.
00:53:17Ich habe nicht viel Zeit.
00:53:38Wir haben es gar nicht gern, wenn fremde Leute ihre Nase in unsere Angelegenheiten stecken.
00:53:43Und weil wir das so gar nicht lieben, werden wir in eine kleine Belehrung zukommen lassen.
00:53:49Ich hoffe, dass sie Dankbarkeit dabei empfinden werden.
00:53:51Auf geht's!
00:54:04So, nun kriegst du deine Abreibung.
00:54:06Und dann will ich wetten, dass du aus der Stadt verschwindest.
00:54:11Was?
00:54:12Was ist hier los?
00:54:15Na los, komm.
00:54:17Na!
00:54:18Kennen Sie die Knaben?
00:54:20Das ist der Sohn von Dr. Landgut.
00:54:22Was denn?
00:54:22Landgut, der mit Wog und Schlichting immer zusammen Skat spielt?
00:54:25Ja.
00:54:26Das ist ja wirklich entzückend.
00:54:28Ich verstehe das gar nicht.
00:54:30Er ist sonst ein zuvorkommender, höflicher junger Mann.
00:54:33Ja, so sind sie immer, wenn Mutti ihn gerade in frisches Lätschen umgebunden hat.
00:54:42Das Schicksal hat es ganz gut mit euch gemeint, als es euch 20 Jahre später auf die Welt kommen ließ.
00:54:48Und was macht ihr da raus?
00:54:54Über den hier angerichteten Schaden werde ich mich mit ihrem Herrn Vater unterhalten.
00:54:58Verschwindet jetzt.
00:55:02Komm.
00:55:08Was sollte denn das bedeuten?
00:55:11Jemand hat sie aufgehetzt.
00:55:13Jemand, dem daran liegt, dass ich meine Ermittlungen einstelle und so schnell wie möglich aus dieser Stadt verschwinde.
00:55:18Aber der Sohn von Dr. Landgut, was hat der damit zu schaffen?
00:55:21Sein Vater wurde gestern Abend um 20.15 Uhr hier auf dem Gang gesehen.
00:55:24Ja und?
00:55:27Eine Viertelstunde später fand ich Herbert Gerz tot.
00:55:33Vorsicht.
00:55:36Darin hat gestern der tote Gerz gesessen.
00:55:44Wer hat Gerz ermordet?
00:55:47Sie glauben doch nicht, dass es einer der Skat-Herren war.
00:55:50Nein, da muss es doch gewesen sein, wenn ich es nicht war, oder?
00:55:58Landgut war auf dem Gang.
00:55:59Dr. Schlichting kam hier über den Hof.
00:56:01Übrigens hat sich dort zur gleichen Zeit der Wirt zu schaffen gemacht.
00:56:06Sie bluten ja.
00:56:07Oh, nur ein kleiner Kratzer.
00:56:14Au!
00:56:15Schön tapfer sein.
00:56:17Zerstören Sie mir nicht das Bild von meinem Sherlock Holmes.
00:56:22Ich wollte Sie zu Dr. Wook bringen.
00:56:24Haben Sie die Einladung vergessen?
00:56:31Hier.
00:56:33Ich habe nicht einmal wie ein frisches Herbst.
00:56:36Dieses tut's nochmal.
00:56:37Und morgen kaufen Sie sich auf Landgutsrechnungen neue.
00:56:46Wook befand sich auch unter den Skats-Herren.
00:56:50Wook scheidet aus.
00:56:55Ich suche nach einem Herrn, der nicht aus dieser Stadt ist.
00:56:58Also die Chance hatte, sich hier unter fremden Namen niederzulassen.
00:57:01Das trifft auf Schlichting zu.
00:57:02Und auf den Wirt.
00:57:03Auch auf Landgut der Ostpreuß ist aber nicht auf Wook.
00:57:06Sein Geschäft ist doch halt eingesessen.
00:57:07Es ist seit drei Generationen in der Familie.
00:57:11Sehen Sie?
00:57:12Sie brauchen sich um Herrn Wook keine Sorgen zu machen.
00:57:15Das tue ich auch nicht.
00:57:17Ich kenne ihn.
00:57:21Können wir nun gehen?
00:57:22Natürlich.
00:57:24Ich muss nur noch vorher einmal am Bahnhof vorbei.
00:57:33Warten Sie einen Augenblick auf mich.
00:57:34Es wird nicht lange dauern.
00:57:54Was ist ein眼weer?
00:58:03Ja, das ist gut.
00:58:04Ich bin es auch nicht.
00:58:33Untertitelung des ZDF, 2020
00:58:48In diesem Augenblick bin ich Gerds Mörder ein beträchtliches Stück näher an die Pelle angerückt.
00:58:54Ich habe die Originale aus Gerds Sammlung gefunden.
00:58:57Unter ihnen muss sich ein Bild des Mannes befinden, hinter dem ich hier bin.
00:59:00Kommen Sie.
00:59:34Untertitelung des ZDF, 2020
00:59:36Ja, besonders seitdem ich das Raufen völlig eingestellt habe.
00:59:40Und es beeinträchtigt Ihr Wohlbefinden nicht, dass Vogue heute Abend sozusagen zum Minister gekört wird?
00:59:46Gekört, das ist gut, das ist festlich.
00:59:48Ja, aber es dürfen Sie ihn nicht hören lassen.
00:59:51Der Vergleich mit dem Zuchtbullen könnte seine Eitelkeit verletzen.
00:59:54Tja, und weshalb, lieber Freund, sollte mich der Eintritt, Vogue sind die Regierungen stören.
00:59:58Na, wir sind doch Freunde, gute Freunde.
01:00:01Hat ein Mann wie Vogue einen Minister Sassel nötig?
01:00:03Tja, Politik ist eben ein Geschäft, wie alles andere auch.
01:00:08Vogue ist ein sehr vermögender Mann.
01:00:10Er hat sogar so viel Geld übrig, um da vorne die Parteikasse fließen zu lassen.
01:00:14Ja, ja, aber wozu dieser Ehrgeiz?
01:00:17Tja, es gibt eben Leute, die es kitzelt, zu den Mächtigen zu gehören.
01:00:25Sie kennen Herrn Freese in Nähe?
01:00:28Ja, aus Kiel.
01:00:30Wissen Sie eigentlich, dass er diesen Detektiv vertritt?
01:00:34Ja, das weiß ich.
01:00:37Die Ermordung jetzt wird unseren guten Kriminalrat Drachwitz noch vor einige Probleme stellen.
01:00:43Wieso?
01:00:45Es wird vermutet, dass der Mörder hier in diesem Kreis zu suchen ist.
01:00:50Wer vermutet das?
01:00:53Weber gab mir heute seine Version von dem Vorgefallenen zum Besten.
01:00:59Danach kann als Täter nur noch ein gewisser Standartenführer Pflüger in Frage kommen.
01:01:06Pflüger?
01:01:07Der ist schon einmal untergekommen.
01:01:11Er war Leiter einer Einsatzgruppe, Sie erinnern sich ja wohl.
01:01:14Das waren diese Kommandos, die mit der Sonderbehandlung minderwertiger Rassen beauftragt waren.
01:01:24Nach Ansicht Webers ermordete Pflüger den Gerds nur, weil der in seiner Sammlung Fotos von ihm veröffentlicht.
01:01:34Pflügers Pech war es nun allerdings, dass durch den Diebstahl der Sammlung nur Kopien des Materials in seine Hände gelangten.
01:01:42Und die Originale? Wo befinden sich die?
01:01:46Das ist absolut nicht auffindbar.
01:01:55Sie trinken auch einen mit.
01:01:58Nein, danke sehr. Sie sind ja betrunken.
01:02:06Was meinen Sie, inwieweit auf uns Verlass ist?
01:02:11Auf wen?
01:02:12Unseren Kloppi.
01:02:15Glauben Sie, dass man ihm vertrauen kann, wie einem Orden, der Bruderschaft?
01:02:21Oder halten Sie es für möglich, dass man einen von uns ausliefern könnte?
01:02:27Mich dürfen Sie da nicht fragen.
01:02:30In meiner Stellung als Regierungsdirektor käme ich da in ärgere Bedrängnis.
01:02:35Und Drachwitz? Was halten Sie von dem?
01:02:39Gott, er ist ein verlässlicher Mensch, denke ich.
01:02:42Wir kennen ihn ja nun schon an die drei Jahre.
01:02:49Einer kennt ihn länger.
01:02:52Wer?
01:02:53Pflüger.
01:03:03Wolle, du wirst die Landtagswahlen abwarten.
01:03:06Sorgen?
01:03:07Nicht mehr, nicht weniger als je.
01:03:09Und diesen Detektiv haben Sie laufen lassen.
01:03:12Wie Sie sehen.
01:03:15Seid spät dran, Kinder. Wo habt ihr denn die ganze Zeit gesteckt?
01:03:18Es ist etwas Unangenehmes geschehen.
01:03:21So, kommen Sie, lieber Weber.
01:03:23Sie werden sich hier wie zu Hause fühlen.
01:03:25Wir sind eine fidele Bande.
01:03:27Unsere Skaterunde kennen Sie ja bereits.
01:03:29Aber hier bitte unser lieber Bürgermeister Elis.
01:03:31Sehr, freut Sie kennenzulernen.
01:03:37Nun, mein Kind, was ist denn so Unangenehmes geschehen?
01:03:40Herr Weber ist vorhin in seinem Hotelzimmer überfallen worden.
01:03:44Überfallen?
01:03:45Ja, von einigen jungen Burschen.
01:03:49Ihr Sohn war auch dabei.
01:03:52Mein Sohn?
01:03:53Unmöglich.
01:03:54Aber wenn ich es Ihnen sage.
01:03:56Ist Ihnen etwas geschehen, Herr Weber?
01:03:58Oh, wenn man von einer völlig sinnlosen Zerstörung meines gesamten Reisegepäcks absieht, war es ein entzückender kleiner Besuch.
01:04:03Ich bin entsetzt.
01:04:05Werden Sie etwa Anzeige erschaffen?
01:04:08Das wäre etwas peinlich, nicht?
01:04:09Natürlich.
01:04:11Und gar nicht auszudenken wäre es, wenn Drachwitz den Sohn seines Freundes polizeilich verfolgen sollte.
01:04:17Aber es war ja wohl nicht mehr als ein dummer Jungenstreich, Weber.
01:04:20Was?
01:04:21Für den Schaden, der Ihnen entstanden ist, komme ich selbstverständlich auf.
01:04:27Ja, da Sie sich heute Morgen so entgegenkommen gezeigt haben, kann ich ja wohl nicht anders als Dr. Wooks Version
01:04:32von dem vorgefallenen zuzustellen.
01:04:34Kommen Sie, mein Lieber, ich habe einen wirklich guten Tropfen für uns.
01:04:37Aber dieser Zwischenfall ist völlig ungewöhnlich in unserer friedlichen kleinen Stadt.
01:04:40Ja, sehen Sie, das hatte ich mir auch schon fast gedacht.
01:04:42So nett, Musik.
01:04:45Das ist die steigende Veramerikanisierung.
01:04:48Klaut sich mein Herr Filius Norbert einen Mercedes und macht damit eine Spritztour in den Bayerischen Wald und an einen
01:04:54Baum.
01:04:55Na, was glauben Sie, was ich da bezahlen durfte?
01:04:59So treffen wir uns einmal im Jahr.
01:05:02Ein wenig hier in den Sitzern-Klassen treffen.
01:05:05Zwischen sind wir älter und klüger geworden.
01:05:08Seit wann?
01:05:12Nach dem Krieg.
01:05:13Ich holte nach, was ich bis dahin versäumte.
01:05:17Marschierte an die Städten des klassischen Altertums.
01:05:20Babylon.
01:05:22Später ging ich dann nach Brasilien.
01:05:25Wo Sie schon nicht kennenlernen.
01:05:27Ja, es ist meine einzige wirklich echte Eroberung.
01:05:31Landgut und Schlichting, wo lernten Sie die kennen?
01:05:34Landgut und Schlichting?
01:05:36Die lernten, die ich im Deutschen Club in Brasilien kenne.
01:05:38Ah ja.
01:05:38Sie suchen doch ihren Mörder wohl nicht in diesem Kreis.
01:05:41Ich sage Ihnen schon, wir sind älter und klüger geworden.
01:05:44Anschließend an diesem heutigen Abend brechen wir auf zu einer richtigen Jagd.
01:05:47Sie sind herzlichst eingeladen.
01:05:48Es geht auf Enten.
01:05:50Es ist dann wild, wo Sie sich zur Strecke bringen.
01:06:15Ich habe schon gehört, morgen früh wird eine Entenjagd veranstaltet.
01:06:18Ja.
01:06:19Sie kommen doch mit, oder?
01:06:20Aber sicher.
01:06:22Wie macht der Mann das bloß?
01:06:24Dieses Haus?
01:06:26Ein eigenes Jagdrevier?
01:06:28Kunsthändler.
01:06:29Sie waren noch in seinem Laden.
01:06:30Das Teilmieter, das er dort ausstellt, bringt auch kein Geld.
01:06:33Parteikasse wird auch noch von ihm gestopft.
01:06:35Heute Abend wurde der Kultusminister für ihn ausgehandelt.
01:06:38Die Herren, mit denen er dort zusammensteht, sind seine Parteigänger aus Kiel.
01:06:43Mich würde eigentlich mehr interessieren, wer dieser Flüger sein könnte.
01:06:46Da kommen doch eigentlich bloß unsere drei Südamerika-Heimkehrer in Frage.
01:06:49Also Landgut, Schlichting und Wog.
01:06:52Nein, Wog können wir ausklammern.
01:06:53Er ist aus dieser Stadt.
01:06:55Nur die beiden anderen.
01:06:57Möglich.
01:06:58Dr. Flüger ist gekommen.
01:07:00Wer?
01:07:06Wer ist gekommen?
01:07:06Dr. Flüger.
01:07:23Darf ich bekannt machen?
01:07:27Das ist Frau Dr. Flüger, die Bundestagsabgeordnete unseres Wahlkreises.
01:07:36Dave, ihr könnt uns das für heißeumo beteilte, dass er gesund wird.
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