Der Film zeigt junge Leute, die zur sogenannten Randgruppe in der Deutschen
Demokratischen Republik (DDR) geh÷ren. Diese Jugendlichen sind Skinheads, Punks, Grufties oder Neonazis und kommen in dieser Dokumentation das erste Mal zu Wort.
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LernenTranskript
00:00:22Zuerst war es nur ein Gerücht.
00:00:24Aber das Gerücht hat eine seltsame Eigenschaft.
00:00:27Es verbreitet sich schneller als eine Nachricht.
00:00:30Manchmal auch ist das Gerücht glaubwürdiger als die Nachricht,
00:00:34denn sie bestätigt nur, was alle schon wissen.
00:00:37Es gab keinen Platz in dieser Stadt, auf dem nicht mit diesem Gerücht gehandelt wurde.
00:00:43Skinheads, Neonazis rasen durch unsere Straßen.
00:00:48Sehr schnell haben wir festgestellt, dass man diese Gruppe junger Leute nicht isoliert betrachten kann.
00:00:53Wir sind also auch zu anderen jungen Leuten gegangen.
00:00:56Fast scheint es, als gäbe es da noch andere Unterscheidungsmöglichkeiten.
00:01:01Täter, Opfer, Vermittler.
00:01:05Aber es sind Menschen, die ihren Weg suchen.
00:01:08Die Antworten, die in diesem Film enthalten sind, nehmen wir als aufrichtig.
00:01:13Auch, wenn nicht immer alles gesagt wird.
00:01:16Wir hoffen auf die Fähigkeit des Zuschauers, sich selbst ein Urteil zu bilden.
00:01:21Für uns können wir sagen, aus Betroffenen wurden Beteiligte.
00:01:26Und wir haben in ihnen auch unsere Kinder entdeckt.
00:01:44Wir hoffen auf die Fähigkeit des Zuschauers, sich selbst ein Urteil zu bilden.
00:02:01Man nennt sie Gruftis.
00:02:03Sie selbst nennen sich Holger, Ines und Mark.
00:02:06Zumeist in der Nacht überwinden sie Friedhofsmauern und die Grenze zwischen ihrer Umwelt und sich.
00:02:12Jedenfalls ist es der Versuch.
00:02:18Warum finden sie keinen Platz im Diesseits?
00:02:22Was ist das?
00:02:52Untertitelung des ZDF, 2020
00:02:56Eigenartige Kranze. Auf beiden Seiten die gleichen Leute. Ein Fußballstadion mit antifaschistischem Schutzwall.
00:03:05Aus Berliner Scheiße! Weiß, Weiß, Rot, Heiße! Aus Berliner Scheiße! Weiß, Weiß, Rot, Schlag sie alle tot!
00:03:17Man nennt sich Skinheads und Bullen, Neonazis und Henker. Bei so viel Rüstung auf beiden Seiten muss etwas passieren.
00:03:27Wir sind! Wir sind! Wir sind! Wir sind!
00:03:38Wir sind! Wir sind! Wir sind!
00:03:46Erst hat die eine Seite die Grenze überschritten, dann die andere.
00:03:50Beide haben darauf gewartet. Aber wir haben keinen gesehen, der das Spiel unterbrochen hätte und gesagt, so nicht.
00:03:59Was ist passiert?
00:04:03Weiß, Weiß, Weiß, Weiß, Weiß!
00:04:10Wir sind!
00:04:11Wir sind!
00:04:11Wir sind!
00:04:15Wir sind!
00:04:20Wir sind!
00:04:21Wir sind!
00:04:24Wir sind!
00:04:24Wir sind!
00:04:26Wir sind!
00:04:28Wir sind!
00:04:50Er nennt sich Abfall. Seine Band Fehlinformation.
00:04:55Andere bezeichnen ihn als Punk. Er weiß das nicht mehr so genau.
00:05:02Er will auch über eine Grenze. Er hat einen Antrag auf Ausreise in die BRD gestellt.
00:05:28Es ist aber fein, Snoopy, hervorhalte. Man sieht, das ist ein Künstler am Markt.
00:05:38Sehr ruhig.
00:05:39Oh nein.
00:05:53Erzähl weiter.
00:05:54Ich finde das genauso nicht mehr wie der andere. Man rennt nur mal rum, wie Frankreich zum Beispiel.
00:06:00Und sie fällt zu, wie wir so rumrennen.
00:06:04Was sie dann gleich...
00:06:06Wie kommen denn die Leute darauf zu sagen, ihr seid Sargschläfer oder Friedhofsgänger oder so?
00:06:10Weil sie irgendwas gehört haben.
00:06:11Wir haben irgendwas gehört und wir wissen sowas.
00:06:14Und wir sind so stolz, sie wissen was und erzählen so irgendwas rum.
00:06:20Zum Anfang, wo wir so rumgeräumt sind, da ist im Prinzip jeder von uns ausgewählt.
00:06:26Keiner wusste im Prinzip, was wir nun genau darstellen.
00:06:30Und dann irgendwann kam es dann eben mal rüber.
00:06:33Die sind eben auf dem Friedhof, die gehen öfters und gerne auf dem Friedhof.
00:06:37Und deswegen räubern die gleich dann den Gräber aus.
00:06:40Und da werden uns dann Sachen angedichtet.
00:06:42Wirklich von Gruften, die so ganz normal zusammengefallen sind.
00:06:46Oder die irgendwelche Leute, die gerade im betrunkenen Zustand da Spaß fanden,
00:06:52da irgendwelche Sachen drin gemacht haben.
00:06:53Das wird uns dann eben nun gleich alles angehängt.
00:06:55Aber du gehst auf den Friedhof?
00:06:56Ja, ich gehe auf den Friedhof.
00:06:58Und warum und wann?
00:06:59Wann? Ich gehe in der Nacht.
00:07:01Weil es ist für mich eigentlich der einzige Ort, wo ich meine Ruhe finde.
00:07:04Wo ich völlig alleine bin und wo ich auch über mich nachdenken kann.
00:07:09Und das ist im Prinzip der Einzelplatz, wo man wirklich in sich gehen kann.
00:07:18Und so von großen Fäden halte ich im Prinzip nichts.
00:07:23Also so auf dem Friedhof mit Sekt trinken und dann Riesenaktionen mit Rekordern und so.
00:07:30Gibt es aber sowas?
00:07:31Ja, solche Aktionen gibt es. Und solche Aktionen habe ich auch schon mitgemacht.
00:07:34Aber das finde ich nun schon wieder fast als Friedhofsschändung.
00:07:39Weil damit stellt man ja im Prinzip die Ruhe der Toten.
00:07:43Ein Skinhead hat uns gesagt, er wolle Täter sein, nicht Opfer.
00:07:47Täter sein, Hass abreagieren, aber an wem?
00:07:52An Eltern und Lehrern ist es verboten und so beginnt die Suche nach Ersatzopfern.
00:07:57Die gegnerische Fußballmannschaft, der 2000 Jahre alte Hass gegen die Juden,
00:08:03anders denkende oder aussehende Jugendliche sind mögliche Ziele der Aggression.
00:08:09Wir haben lange gebraucht, um mit ihnen reden zu können.
00:08:12Es ist schwierig, notwendig und möglich.
00:08:18Am Anfang, als das Problem hier im Land so bekannt wurde, dass es, wie man da gesagt hat,
00:08:24Skinheads gibt oder so, haben viele Leute Angst gehabt.
00:08:27Richtig Angst. Und es gab ja auch Schlägereien oder es gibt ab und zu noch welche.
00:08:32Man konnte auch diese, ich sag jetzt mal sogenannten Skinheads ja leicht erkennen,
00:08:36an Bomberjacke, Stiefel und so weiter, Haarschnitt, also beziehungsweise kein Haarschnitt oder Kahlkopf.
00:08:41Das hat sich ja verändert. Haben diese Leute, ich sag jetzt mal bewusst nicht du oder du,
00:08:47sondern haben diese Leute die Sachen ausgezogen, um sich zu tarnen, um nicht mehr aufzufallen damit
00:08:52oder hat sich in ihrem Bewusstsein, in ihrem Verhalten etwas verändert?
00:09:00Was meinst du?
00:09:04Ich würde sagen, hauptsächlich entstanden ist es dadurch, dass durch die, also nach den Ereignissen der
00:09:12Erziehungsgerüche eine stärkere Verfolgung oder so, dass man mit diesen Sachen eben nicht mehr in
00:09:15Discos, Gaststätten oder so hingekommen ist, man zwangsläufig dazu gezwungen war, wenn man weggehen wollte,
00:09:20überhaupt, sich eine andere Kleidung anzunehmen. In dem Sinne also eine Unaufferliere.
00:09:25Und wo man überall mit drin kommen kann. Im Bewusstsein würde ich sagen, könnte es sein, dass sich bei
00:09:35einigen Leuten ein langsamer Wandel vollzieht. Also sagen wir mal zu einer Meinung, die nicht mehr so
00:09:47radikal ist wie früher. Also die jetzt, je mehr in diese nationale Welle fährt oder auf diesen, sagen wir mal
00:09:55mit den,
00:09:56durch den Wahlsieg der Republikaner jetzt in West-Berlin sich mehr oder weniger mit den Republikanern identifiziert,
00:10:01als jetzt wie damals war, wo man sich noch in vielen Punkten mit dem Dritten Reich identifiziert hat.
00:10:10Wie ist es deiner Meinung nach dazu gekommen, dass sich so viele junge Leute mit dem Dritten Reich identifiziert haben?
00:10:15Was?
00:10:18Es war, in dem Sinne, Degenstück, also es war eine große, starke, eigene Reich der Deutschen in dem Sinne jetzt,
00:10:28war Degenstück zu dem, was eben heutzutage ist, bei dem Kinder will. Wahrscheinlich deswegen,
00:10:32dass man erst mal am Anfang jetzt dazu gewogen hat, sich mit so etwas zu identifizieren oder Teile davon aufzunehmen.
00:10:45Wie ist es dazu gekommen, dass diese Leute, wie du sagst, die sich so identifiziert haben,
00:10:50die haben ja doch aber bestimmte Sachen gerufen, zum Beispiel. Also ich selbst weiß von Rufen wie Jude, Verrecke oder
00:10:56solche Sachen.
00:10:57Wie ist es dazu gekommen, wenn also die Identifikation eigentlich mit diesen Sachen nicht stattgefunden hat,
00:11:03warum sind diese Rufe oder diese Parolen dann dazu gekommen? Waren das die Einzigen, die man kannte vielleicht?
00:11:10Oder woran lag das?
00:11:13Es war eine Art, würde man so sagen, Kampfansage oder Provokation an den Staat hier in dem Sinne.
00:11:21Weil in dem das Radikalste ist, das antikommunistische Systeme, was jemals hier habt, sozusagen, auf unserem Boden.
00:11:31Dass jetzt da vielleicht so im betrunkenen Zustand gewisse Parolen oder Sachen übertragen wurden oder so.
00:11:42Oder so halt machen viele Leute, die jetzt betrunken sind, dass jetzt Thorst Wessel, Leasing oder sonst so weiter die
00:11:47Skinner Skinner sind
00:11:48oder die im normalen Zustand vielleicht noch nicht unbedingt sich da mit identifizieren oder so.
00:11:53Also eigentlich eine so Provokation zum größten Teil.
00:12:01Also es gibt natürlich bestimmt nur Leute, die sich damit identifizieren darunter.
00:12:04Ein besonders nicht die große Masse.
00:12:08Ja, Leute, die jetzt als Skinheads oder so bezeichnet werden.
00:12:12Kann es sein, dass wenn man das...
00:12:13Meinst du, dass es sein kann, wenn man das eine Weile ruft, dass man das dann auch mal tut?
00:12:17Oder tun könnte?
00:12:19Indem man sich daran gewöhnt, an den Ruf?
00:12:24Frage kann ich jetzt nicht.
00:12:26Oder siehst du nur...
00:12:27Also meine Frage zählt dahin, ob es nur die Provokation war,
00:12:31oder ob sich nach und nach auch bei einigen vielleicht etwas da nach innen begeben hat?
00:12:36Bestimmt.
00:12:38Ihr habt ja beide in der Haft gesessen.
00:12:40Wir sagen mal nicht, wie viel und so.
00:12:42Aber es war ja ganz schön lang.
00:12:43In dem einen Fall ziemlich lang und in dem anderen auch ganz schön lang.
00:12:48Was ist da mit euch passiert?
00:12:51Was hat sich bei dir verändert?
00:12:53Hat sich etwas verändert?
00:13:00Ja, man ist auf alle Fälle vorsichtig geworden.
00:13:04Man überlegt sich mehr, was man tut oder ob sich das lohnt,
00:13:07dafür jetzt bestimmte Sachen zu riskieren.
00:13:11Weil am Anfang ist es jetzt so, dass eine Art gewisse Resignation eintritt.
00:13:17Und in der längeren Zeit dann eigentlich mehr eine, wie ich sagen, eine Gleichgültigkeit
00:13:24jetzt gegenüber der Strafe an sich oder teilweise ein gewisser Hass auf diesen Staat.
00:13:32Wie tief ist denn der Hass?
00:13:39Ja, man kann sagen, das verändert sich in dem Sinne, wenn man wieder rauskommt.
00:13:42Da ist es nicht mehr so stark, wenn man sich so fühlt.
00:13:44Aber man fühlt sich in dem Sinne ideemütig.
00:13:48Also von dem Staat, wenn man jetzt zusammen mit Kriminellen untergebracht ist
00:13:53oder als kriminell die Straftatenfeuerrichter als kriminell bezeichnet werden,
00:13:57das für mich nicht zutrifft.
00:14:02Für mich ist entscheidend, was eine Partei, wenn ich eine Partei beurteile,
00:14:06mir sagt, was so viele Ziele hat.
00:14:09Wenn jetzt ein Republikaner sagt, die wollen das, den anderen sagt,
00:14:11nee, ihr wollt ja in Wirklichkeit, das ist für mich nicht existent,
00:14:15weil ich kann die ja nicht wissen.
00:14:16Also ich muss ja, wenn ich jetzt eine Partei beurteile,
00:14:18darauf kicken, was die sagt, was so viele Ziele hat,
00:14:22ich kann mich nicht nach anderen richten.
00:14:23Und ich meine, die Republikaner sind noch nicht in einer Regierung mitwirkend oder so,
00:14:27also kann ich auch nicht einschätzen, ob das stimmt, was zu sagen oder nicht,
00:14:30weil das ist ja noch zu früh.
00:14:32Also muss ich mich jetzt erstmal in der Idee, die sie vertreten.
00:14:36Und die finde ich gut.
00:14:37Welche Idee ist das?
00:14:39Wir wollen hier so einen Nationalstolz.
00:14:41Wir wollen das Ausländerprobleme lösen,
00:14:43was ich auch verstehe und richtig finde,
00:14:45weil die Bundesrepublik kann ja nur kein Aufwandklager
00:14:47für sämtliche politische Verfolgte in der Welt sein.
00:14:50Ich meine, das geht nun mal nicht.
00:14:52Das kann sich kein Land in der Welt leisten.
00:14:54Die Deutschen sind eigentlich noch nicht hier wild,
00:14:56meines Erachtens nach ein Vielvölkerstaat wie die USA zu wählen oder so.
00:15:01Das ist ja eigentlich im Interesse,
00:15:02will auch kein anderes europäisches Land,
00:15:03ob das Franzosen sind oder Briten oder so.
00:15:06Polen, die das Volk will ja im ganzen Sinne seine Kultur wahren
00:15:09und hauptsächlich unter sich sein.
00:15:11Ich meine, er hat bestimmt Kinder,
00:15:12bei denen ein paar Tausend Ausländer,
00:15:13aber wenn ihr den in 5, 6 Millionen Grenzen seht
00:15:16in so einem kleinen Land wie Westdeutschland,
00:15:17dann macht es den schon sehr bemerkbar, meines Erachtens nach.
00:15:20Aber hier in diesem Staat sind doch eigentlich eher ein paar Tausend Ausländer.
00:15:24Ja.
00:15:25Aber trotzdem empfindet ihr die schon als sehr störend offensichtlich.
00:15:29Weil bei uns so ist das durch diese Leute,
00:15:33dadurch, dass sie jetzt vielleicht in den Westen fahren können oder so,
00:15:35die wissen Sachen oder hier, sie nicht mieset benehmig über uns an den Tag legen,
00:15:42zu meiner Meinung.
00:15:43Weil sie eben wissen, dass sie über uns stehen.
00:15:44Also wir wissen Sinne, sie können eben hinfahren wo sie wollen oder so
00:15:46und wir sind eben die Angewichsten hier.
00:15:49Und dass sie dadurch ein bisschen arrogant mir erscheinen
00:15:57und das kann ich an den Leuten eigentlich nicht leihen,
00:15:59weil die eben im Westen sozusagen die Letzten sind
00:16:01und hier machen sie eben große Backen vor uns.
00:16:04Ist das auch deine Empfindung?
00:16:06Ja, aber leider nicht.
00:16:07Wenn wir ins Ausland fahren, sind wir die Schwarzen sozusagen.
00:16:13Die sozialistischen Verhältnisse finde ich wirtschaftlich rückständig
00:16:16und darum nicht akzeptabel irgendwie.
00:16:19Die sozialen Eigenschaften sind gut, aber ich würde sagen,
00:16:21die kann der Kapitalismus auch übernehmen.
00:16:24Gibt es außer den sozialen Dingen noch andere Dinge,
00:16:28die dir hier angenehm sind?
00:16:29Ja, ich bin hier geboren, ich habe hier meine Freundin,
00:16:32das ist ja meine Heimat, aber eben die politischen Verhältnisse,
00:16:36die in dem Teil hier von Deutschland tauschen,
00:16:38die finde ich eben nicht gut.
00:16:40Gibt es Unterschiede, gibt es Leute, die sich mit dem Bereich identifizieren,
00:16:43gibt es Leute, die sich überhaupt nicht damit identifizieren
00:16:46und mehr oder weniger, sagen wir mal, bürgerlich-demokratische Verhältnisse wollen,
00:16:50so wie sie eben in der BRD sind, in dem Vereinten Deutschland,
00:16:53was dem so ist, wie die BRD jetzt ist.
00:16:56Also gibt es Leute, die vielleicht aus dem Mode mitmachen,
00:16:59Leute, die vielleicht Schläger sind oder so.
00:17:02Im Großen und Ganzen stellt er trotzdem erstmal von der Jugend her eine Einheit dar.
00:17:09Also Leute, die sich in dem Sinne verstehen gut miteinander, muss ich mal sagen.
00:17:13Oder die auch bei den wichtigsten Positionen, die seine Ziele haben oder die größten Ziele,
00:17:19also kann ich das nicht so klar abgrenzen jetzt.
00:17:22Weil sich auch in gewissen Skinhead-Klicken eben Faschos befinden und Skins,
00:17:27also das stellt trotzdem eh eine Clique dar in dem Sinne,
00:17:30auch wenn gewisse Unterschiede vorhanden sind.
00:17:35Trotzdem kann man ihm jetzt nicht so weit hin und sagen, dass Skinhead-Nazis sind an sich.
00:17:39Also das ist in dem Sinne die Minderheit, würde ich sagen.
00:17:45Nur darum, dass man sich nicht verbieten lassen,
00:17:47mir nicht so einen Nationalstalt zu haben.
00:17:51Du hast jetzt das Wort Nazi abwerten gebraucht.
00:17:54Du würdest dich also nicht als Nazi bezeichnen lassen?
00:17:57Nee.
00:18:02Da muss man mal sagen, auf das uniformiert würde ich, was ich gesagt habe.
00:18:05Ich meinte jetzt nicht so, dass ich jetzt in der Armee bin oder so.
00:18:08Ich würde auch für den Staat für Aradine oder so, wenn ich jetzt wüsste, was da ist.
00:18:11Liegt mir jetzt darum, dass jetzt das zivile Leben in der Stadt,
00:18:14das war eben 14 oder 6 Jahre in Uniform rummarschieren, das ist für mich Idiotie.
00:18:18Also nicht jetzt Armee an sich.
00:18:21Dass die Wehrmacht existent war, finde ich auch gut und richtig.
00:18:24Ich rede jetzt davon, was eben hier SA oder 1-3-Jugend war für mich völlig Blödsinn.
00:18:31Aber wenn du sagst, dass eben doch eine Einigkeit vorhanden ist,
00:18:35innerhalb dieser großen...
00:18:36Ja, die Einigkeit in dem Sinne, dass man eben...
00:18:39Die gleichen Ziele, oder?
00:18:41... stolzes deutsches sind, dass man für die Vereinigung Deutschlands ist.
00:18:45Im ersten Sinn erstmal.
00:18:46Wie das denn danach aussehen soll, diese Deutschland.
00:18:48Da gibt es natürlich gewisse Unterschiede.
00:18:50Die kommen jetzt noch nicht zur Geltung, weil es eben noch nicht erreicht ist, das Ziel.
00:18:53Von daher kann man nicht sagen, dass jetzt schon sich welch ein Ding sitzt, dem überstehen.
00:18:58Ich habe zum Beispiel eine Äußerung gelesen, wo jemand sagt, Ausländer, ab in den Ofen und fertig.
00:19:05Und derjenige bezeichnet sich als Skinhead.
00:19:08Könntest du den noch in dieser großen Gruppierung, von der du sprichst, akzeptieren,
00:19:13oder würdest du den politisch bekämpfen?
00:19:16Dann könnte ich nachher abzitieren.
00:19:18Wenn ich persönlich dafür wäre, die nach Hause zu schicken, wo sie herkommen,
00:19:21und nicht um die in den Augen zu stecken.
00:19:27Da wird eine Grenze überschritten.
00:19:30Aber wir müssen bei unserer Frage bleiben.
00:19:33Was ist passiert?
00:19:35Und die Antwort darauf können sie nur selbst geben.
00:19:38Wir haben auch eines von ihnen gelernt.
00:19:41Man kann die Bücher über den Faschismus lesen,
00:19:44Filme sehen, Theaterstücke, Schulunterricht in Geschichte
00:19:48und sich aus all dem nur die Originale ziehen.
00:19:51Die Kommentare, Wertungen, Urteile kann man übersehen, überlesen, verdrängen.
00:19:57Auch aus der Realität dieses Staates nehmen sie nur, was in ihr Weltbild passt.
00:20:03Symbol.
00:20:49Symbol.
00:20:52Symbol.
00:20:54Symbol.
00:20:54Symbol.
00:20:55Aber, wenn wir da sind, wir sind!
00:21:01Das ist doch nicht alles ordentlich.
00:21:03Du würdest ja auch, wenn man dich lassen würde, hier zum Militär gehen.
00:21:06Ja.
00:21:08Aber wie kämmest du da mit deinen Gedanken, mit deiner Ideologie klar in einer Armee,
00:21:13die also ganz und gar die andere Ideologie eigentlich vertritt?
00:21:16Kannst du dir das vorstellen, dass du erst nur den Militärischen dann dadurch unterordnest?
00:21:20Absolut.
00:21:23Absolut.
00:21:24Aber dann ist ja, wenn man so eine Vorliebe fürs Militärische hat, das hängt ja zusammen mit Schießen,
00:21:29mit dem Gebrauch von Waffen und so weiter. Das ist ja das Militär.
00:21:34Und die sind ja eigentlich nur dazu da, um sich gegenseitig umzubringen.
00:21:38Gibt es da etwas, was dich daran stört?
00:21:40Oder siehst du allein den Verteidigungscharakter?
00:21:44Na, da, dass ich Soldaten nicht werde, die Stöhnen, du kannst normalen Menschen eigentlich nicht daran stören.
00:21:47Ich meine, dazu wird ja eine Armee aufgebaut.
00:21:49Und im Ernstfall dann, wie du eben schon sagtest,
00:21:53die Verteidigung hier zu stellen oder was, ja.
00:21:57Also im Prinzip, da man mit dem Soldat vereitigt wird, mit dem Zeitpunkt,
00:22:03legt er sein Leben praktisch dem Staat und der Regierung in der Hand.
00:22:06Ja, man muss ja durchaus dafür auch opfern, ja.
00:22:09Aber wenn du jetzt hier in dieser Armee eintreten würdest,
00:22:12du würdest ja auch den Eid schwören, würdest du dann auch dein Leben in die Hand dieses Vaterlandes,
00:22:17sage ich jetzt mal, weil du von Vaterland sprichst, legen?
00:22:19Oder du könntest ja diesen Eid eigentlich nicht halten.
00:22:23Weil es ja nicht dein Vaterland in dem Sinne ist, wie du dir es vorstellst.
00:22:32Hm. Die Frau ist nicht schlecht.
00:22:36Im Prinzip, äh, sehe ich nur den rein militärischen Charakter, aber.
00:22:50Wir haben eine Gruppe von Schülern und Lehrlingen gefunden, die sich als Anti-Skins verstehen.
00:22:56Sie nennen sich Rote Front Pankow. Und sie sagen, wir sind alles Antifaschisten.
00:23:08Eben nicht. Eben nicht.
00:23:11Wenn du wollen, wir dann noch weiter.
00:23:15Ist ja nicht wert.
00:23:16Wenn du wollen, was sie machen, ich will schon mal fest.
00:23:30Ich fang jetzt an.
00:23:33Nee, das nimmt Ausmaße an.
00:23:36Weil das ist uns frustrierend, wenn man...
00:23:38Du, ich seh dich nicht vor der Flasche.
00:23:40Oh.
00:23:41Wenn man auf der Straße jetzt läuft, man ständig um sein Leben wagen muss.
00:23:46Nur wenn man eben, naja, eben anders ist als die Jungs.
00:23:50Wenn man auf der Straße jetzt läuft, man ständig um sein Leben wagen muss.
00:23:52Und ich meine, wenn man dann läuft und dann...
00:23:55...wirklich sich da vor ihm Schatten verwirrt und sich ja nicht um eine Ecke traut.
00:23:58Ist das so, ja?
00:24:00Naja, also mir klappt jetzt langsam viel komplexer, ja.
00:24:03Weil das ist schon nicht mehr schön.
00:24:06Naja, und...
00:24:07Und wenn man dann wirklich mal welche sieht oder so.
00:24:09Riesenhorden, die sich heilbrüllend.
00:24:12Kann man welche sehen.
00:24:13Das waren...
00:24:14Naja, 50 bestimmt.
00:24:16Die sind wirklich ungelogen die Berliner Straße lang gelaufen.
00:24:20Das war eine riesen Kette.
00:24:22Und die immer hier Sprüche gekloppt haben.
00:24:24Und die brüllt aus voller Kehle.
00:24:27Sich gefreut.
00:24:27Wagt sie doch, wie welche sind und so.
00:24:30Und...
00:24:30Ich meine, dass man das nicht stoppen kann, sonst ist es traurig.
00:24:32Und wenn ich denen in den Händen falle,
00:24:34da sehe ich dann auch keine Sonne mehr.
00:24:41Also...
00:24:41Ich fühle mich nicht sicher.
00:24:43Hast du Angst, dass die dich schlagen würden?
00:24:46Oder dass die dich totschlagen würden?
00:24:48Ja, die haben mich schon so oft verprügelt.
00:24:50Also...
00:24:50Wie schlagen die dich denn?
00:24:56Normalerweise versuchen sie mal einen so zu kriegen,
00:24:58dass er da auf dem Boden liegt.
00:24:59Und dann treten sie eben alle...
00:25:01Alle, die da sind, eben mit ihren Schuhen zu.
00:25:04Und wir haben auch so eine Schuhe an,
00:25:06die hier eher zum Bleistift oder eher...
00:25:09Schmierstiefel.
00:25:10Was bei denen ist es dann so,
00:25:12wir haben dann vorne eben immer noch irgendwelche Stahlverhärtungen drin.
00:25:15Und da reicht dann eben schon ein Fuß dritt,
00:25:17dass man da vor die Hunde geht.
00:25:18Aber wenn die dann alle auch plötzlich zukommen
00:25:20und einem in die Sicht und an die Seiten und so treten, dann...
00:25:25Ja...
00:25:25Ich finde, das wurde viel zu schnell vergessen,
00:25:27was die Deutschen damals gemacht haben.
00:25:29Also ehrlich gesagt, wenn ich mich jetzt so ansehe und so,
00:25:32was die früher so die Deutschen gemacht haben,
00:25:34und so...
00:25:37Dann...
00:25:37Dann...
00:25:38Dann habe ich wirklich...
00:25:38Wie auf die Frage vorhin...
00:25:40In diesem Hinblick, da kann ich wirklich nicht stolz sein,
00:25:43Deutscher zu sein.
00:25:43Obwohl ich mich wirklich nicht dafür kann, dass ich einer bin.
00:25:46Aber...
00:25:47Trotzdem...
00:25:48Ich kann...
00:25:49Ich könnte nicht stolz darüber sein,
00:25:50dass eben meine Vorfahren da irgendwie...
00:25:53wie die Juden vergast haben und Kommunisten umgebracht haben.
00:25:56Und so...
00:25:56Das sind vor allem ja nicht alle Deutschen.
00:25:58Der Koran, die Faschisten, die Deutsche waren.
00:26:00Ja...
00:26:01Ich meine...
00:26:01Jetzt auf Hinblick auf diese Sache...
00:26:19Genau...
00:26:20So ein schizophrener Mensch, sondern...
00:26:21Ich meine...
00:26:22Wir hätten ja wirklich was dabei.
00:26:23Also...
00:26:23Wenn die älter werden und arbeiten die...
00:26:25Und dann ihre Frau kriegen sie langsam...
00:26:28Dann lassen sie es schleifen.
00:26:29Dann werden sie sich später vielleicht abends irgendwann mal...
00:26:32vom Fernseher daran erinnern...
00:26:33Was sie damals für Losung gebrüllt haben.
00:26:36Beräuen werden sie es vielleicht nicht.
00:26:38Und...
00:26:38Weiß ich nicht.
00:26:39Wie soll...
00:26:40Und ja...
00:26:41Das war dann auch schon.
00:26:42Und ihre Kinder...
00:26:43Na ja...
00:26:44Wer weiß, was die brüllen.
00:26:45Das war die zu der Ziel,
00:26:46dass unser Staat bisher einen Gorbatschow stellt.
00:26:49Wie?
00:26:50Der...
00:26:51Gorbatschow.
00:26:52Wann ich?
00:26:53Na ja...
00:26:54Und dann wirklich...
00:26:56Wenn man hier anfängt so...
00:26:59Ja...
00:26:59Gorbatschow, Perestroika, Glassenhaus...
00:27:01Das alles...
00:27:02Finde ich gut und so...
00:27:03Dann wird man wirklich schon...
00:27:05Sehr schief angeguckt.
00:27:06Also dann ist man erstmal...
00:27:08Bei den Leuten unten durch.
00:27:10Und...
00:27:11Finde ich nicht gut.
00:27:12Also...
00:27:12Dass man wirklich...
00:27:14Weil...
00:27:14Was Gorbatschow macht...
00:27:16Ist wirklich...
00:27:17Äh...
00:27:18Ist eigentlich sozusagen...
00:27:19Weg waren für...
00:27:22Man könnte sagen...
00:27:22Das wird jetzt...
00:27:23Eine neue Zeitepoche sein.
00:27:25Also er wird...
00:27:25Er wird...
00:27:26Bestimmt garantiert...
00:27:27Ganz groß in die Geschichte eingehen.
00:27:29Aber dass unser Staat sich da nicht anschließt...
00:27:31Das...
00:27:32Kann ich nicht verstehen.
00:27:34Man...
00:27:35Man darf nicht sagen...
00:27:36Man sagt was und...
00:27:38Ab zur Direktorin...
00:27:39Oder zum Direktor...
00:27:40Oder wie immer das ist...
00:27:42Und...
00:27:42Und...
00:27:42Und dann steht man schon mal...
00:27:43Bis zum Schuljahresenden...
00:27:45Und noch weiter...
00:27:45Bei denen...
00:27:46Ganz schön schlecht da...
00:27:49Und...
00:27:50Mir kann da zum Beispiel...
00:27:51Mal ein Sticker dran haben...
00:27:52Mit Hammer und Sechel drauf...
00:27:53Bloß eben...
00:27:56Naja...
00:27:57Und da hat mich meine...
00:27:58Leere nochmal schräg angekickt...
00:28:00Und so...
00:28:01Und als ich siebenmal gefragt habe...
00:28:03Was nur los ist...
00:28:04Sie gefragt habe...
00:28:05Ob ich das verarschen...
00:28:06Oder das System...
00:28:07So...
00:28:07Ob ich das bloß reinmache...
00:28:08Weil ich mich drüber lustig mache...
00:28:10Oder so...
00:28:11Und dann kriegt man dann Schreck...
00:28:12Also wenn man wirklich mal...
00:28:13Für irgendwas ist...
00:28:14Dann denken die gleich...
00:28:15Ich will das verarschen...
00:28:17Und die bringen dagegen...
00:28:17Oder so...
00:28:19Das ist nicht schlimm...
00:28:35Niemand von den jungen Leuten...
00:28:37Konnte uns das ganz große...
00:28:39Negativerlebnis erzählen...
00:28:40Das ihn aus der Bahn geworfen hätte...
00:28:42Es waren vielmehr die kleinen Demütigungen...
00:28:45Das Misstrauen...
00:28:47Die ständige Kontrolle...
00:28:49Gerade in diesem Alter...
00:28:50Kommt man aber schwer damit zurecht...
00:28:53Kann...
00:28:53Und muss man doch erst einmal ausprobieren...
00:28:55Was man kann...
00:28:58Für das folgende Gespräch...
00:29:00Wählten wir den Ort...
00:29:01Der für sie Öffentlichkeit bedeutet...
00:29:13Naja...
00:29:14Ich habe angefangen...
00:29:14Eben...
00:29:15Wegen meiner Schule...
00:29:16Weil ich da runtergeschmissen wurde...
00:29:18Eben...
00:29:18Einzig und allein...
00:29:19Wegen Aussehen...
00:29:20Und politischer Einstellung...
00:29:20Nicht wegen...
00:29:22Irgendwelchen Leistungen...
00:29:24Das war für mich eigentlich...
00:29:25Mit der Hauptgrund...
00:29:26Warum ich dann...
00:29:27So rumgelaufen bin...
00:29:28Ja...
00:29:29Und weil ich eben...
00:29:30Dazu anregen wollte...
00:29:31Irgendjemand der mich sieht...
00:29:32Sich mal überlegt...
00:29:33Warum lauf ich so rum...
00:29:34Was gibt es für Probleme...
00:29:37Es ist ja auch der Spaß bei der Sache...
00:29:39Irgendwie dabei...
00:29:39Verrückt rumzurennen...
00:29:41Irgendwie andersrum zu rennen...
00:29:42Als irgendjemand...
00:29:42So ganz normal...
00:29:43Und so aussehen wie jeder...
00:29:44Und so...
00:29:45Meinst du...
00:29:46Du hast jemanden dazu gebracht...
00:29:47Dass er mal nachgedacht hat?
00:29:48Vielleicht...
00:29:49Wenn mich irgendjemand mal...
00:29:50In der U-Bahn gesehen hat...
00:29:51Hat sich vielleicht zuhause...
00:29:52Obwohl er vielleicht auf der Straße...
00:29:53Zu mir gesagt hat...
00:29:54Ey du...
00:29:54Alter Grafständer...
00:29:55Und...
00:29:56Hat sich vielleicht zuhause überlegt...
00:29:57Hat sich vielleicht zuhause überlegt...
00:29:59Weil ich gar nicht sprach...
00:30:00Von warum und so ein paar...
00:30:01Also zum Beispiel...
00:30:01Ihr habt das ja auch hier...
00:30:02Auf dem Alex-Roman...
00:30:03Aber zum Beispiel...
00:30:03Gespräche mit irgendwelchen Leuten...
00:30:05So und jo...
00:30:06Und die Eltern...
00:30:07Haben die vielleicht auch...
00:30:08So ein Nachdenken begonnen...
00:30:10Oder...
00:30:10Bestimmt ja...
00:30:11Ich habe Diskussionen...
00:30:12Mit meinem Vater geführt...
00:30:13Darüber...
00:30:13Und warum ich so rumlaufe...
00:30:15Und ich schätze schon...
00:30:16Dass er irgendwie ein paar...
00:30:18Gedanken so in die Richtung...
00:30:18Bekommen hat...
00:30:19Einfach schon...
00:30:19Alleine habe ich das gemerkt...
00:30:20Weil er...
00:30:21Plötzlich später...
00:30:22Nicht mehr...
00:30:22Allzu viel dagegen hatte...
00:30:26Schönen Tag...
00:30:27Schönen Tag...
00:30:29Schönen Tag...
00:30:29Ja...
00:30:30Schönen Tag...
00:30:32Ja...
00:30:33Warum geht's denn...
00:30:34Schönen Tag...
00:30:35Ja...
00:30:36Schönen Tag...
00:30:37Ja...
00:30:38Wir arbeiten dran...
00:30:39Ja...
00:30:40Und welche Firma sind Sie?
00:30:41DEFA...
00:30:41DEFA?
00:30:42Ja...
00:30:43Und den Ausweis sehen...
00:30:45Ja...
00:30:46Und den Auftrag...
00:30:47Und den wir machen...
00:30:47Ja...
00:30:48Wir drehen auf der Straße...
00:30:49Wir dürfen das jetzt bitte...
00:30:50Und das auf welcher gedreht?
00:30:51Wie bitte?
00:30:52Der Schalter auf welcher gedreht?
00:30:53Die werden gar nicht gedreht...
00:30:57Die haben uns bei der Arbeit unterbrochen...
00:30:59Bei einer laufenden Kamera...
00:31:00Da kann es passieren, dass man gedreht wird...
00:31:02Hier ist mein Getriebsausweis...
00:31:09Ich sag ja...
00:31:10Wir drehen auf einer offenen Straße...
00:31:11Und als DEFA dürfen wir das...
00:31:24Nein...
00:31:25Auf offener Straße...
00:31:26Können wir so drehen...
00:31:28Dass auch nicht angemeldet werden?
00:31:30Ohne Anmeldung, ja...
00:31:31Darf ich Sie fragen...
00:31:32Warum Sie jetzt...
00:31:33Mich notieren?
00:31:34Ja...
00:31:34Das...
00:31:34Ich möchte ich wieder prüfen...
00:31:36Ja...
00:31:36Da ich mir nicht alles merken kann...
00:31:38Ja...
00:31:39Habe ich irgendetwas getan...
00:31:40Was Sie berechtigt...
00:31:42Was Sie berechtigt...
00:31:42Mich zu notieren...
00:31:45Ich empfinde das ein bisschen...
00:31:46Als diskriminierend jetzt...
00:31:50Das sind ja...
00:31:50Viele schwarzen...
00:31:53Bürger...
00:31:53Vielmehr gerade hier auch...
00:31:55Das sind keine schwarzen Bürger...
00:31:56Das sind DDR-Bürger...
00:31:58Also wenn Staatsorgane...
00:32:00So...
00:32:01Jetzt irgendwie mir gegenübertreten...
00:32:02Finde ich das ein bisschen albern...
00:32:03Ich meine...
00:32:03Es gibt ja noch vernünftige Leute...
00:32:04Bei der VP...
00:32:05Und bei der K...
00:32:06Und so...
00:32:07Das...
00:32:08Ich hätte gerne nur das selber erlebt...
00:32:10Warte mal...
00:32:10Ist das ein Gefühl von Trauer...
00:32:11Oder von Zorn...
00:32:13Ich ärgere mich einfach darüber...
00:32:14Ich finde es einfach...
00:32:15Irgendwie unmöglich...
00:32:15Dass man so...
00:32:16Darauf reagiert...
00:32:17Man kennt die Leute überhaupt nicht...
00:32:18Und vom rein äußerlichen...
00:32:20Zu schließen...
00:32:20Das ist...
00:32:21Also total abwertend...
00:32:23Dann irgendwie...
00:32:23Das sind Idioten...
00:32:24Die machen irgendwelchen Dreck...
00:32:25Oder so...
00:32:26Und dann...
00:32:26Die kennen mich überhaupt nicht...
00:32:28Wissen überhaupt nichts...
00:32:28Über mich im Grunde genommen...
00:32:29Außer das...
00:32:29Was sie aus den Akten lesen...
00:32:31Wenn ich irgendwo stehe...
00:32:33Und außer ein Foto...
00:32:33Was sie von mir gesehen haben...
00:32:35Vielleicht...
00:32:36Und was zu wissen...
00:32:37Dass ich vielleicht mal auf dem Friedhof war...
00:32:38Und von der Gruft rumgesessen habe...
00:32:39Aber...
00:32:40Das ist dann auch...
00:32:41Das Einzige war zu wissen...
00:32:41Sich nie mit den Menschen eigentlich...
00:32:43Beschäftigen...
00:32:43Und dann von vornherein schon sagen...
00:32:45Das ist das und so der Letzte hier...
00:32:46Das ist der Abschaum...
00:32:47Das...
00:32:47Kickt euch den an...
00:32:48Der sieht da total schlimm aus...
00:32:49Und die rennen auf Friedhöfe...
00:32:50Und machen Mist...
00:32:51Was denn nun wirklich eigentlich nicht passiert...
00:32:52Bei den Leuten...
00:32:53Die hier zusammen sind...
00:32:54Wenn dich jemand einladen würde...
00:32:56In so ein Polizeirevier...
00:32:57Um mit dir darüber zu reden...
00:32:58Was du für einer bist...
00:32:59Und was du denkst...
00:33:00Und so würdest du da hingehen?
00:33:01Mich hat schon jemand eingeladen...
00:33:03Der Lieber war ein Kumpel...
00:33:04Da hatte ich ein Bild von ihm...
00:33:06Oder...
00:33:07Er hat ein Bild von mir besser gesagt...
00:33:09So...
00:33:09Und ich bin noch hin hier...
00:33:10Und der Mensch war auch...
00:33:11Oh, ist in Ordnung...
00:33:12Konnte mich mit dem auch unterhalten...
00:33:13Er sagte auch...
00:33:13Dass er für Jugendfrau mal zuständig ist...
00:33:15So...
00:33:15Der Polizist?
00:33:16Holgerpilz?
00:33:18Ja...
00:33:19Und mit dem konnte man sich...
00:33:21Russ-Süd unterhalten...
00:33:22So was muss an die Öffentlichkeit...
00:33:24Dass wir diskriminiert werden...
00:33:25Dass wir unterdrückt werden...
00:33:26Und das ist eine Unterdrückung...
00:33:27Und das fasse ich genauso auf...
00:33:28Wie...
00:33:29Was ich...
00:33:29Wenn die da...
00:33:30Auf der einen Seite...
00:33:31Verurteilen sind...
00:33:32Wenn die Neger in Südafrika...
00:33:33Diskriminiert werden...
00:33:34Und wir werden hier diskriminiert...
00:33:35Ich fasse das als eine Diskriminierung auf...
00:33:36Und so muss ich das sagen...
00:33:38So...
00:33:38Auf der anderen Seite ist es aber nun mal so...
00:33:40Auf der anderen Seite ist es nun mal so...
00:33:44Dass...
00:33:44Das ist Fakt...
00:33:45Das ist...
00:33:46Wir...
00:33:47Aufgrund von...
00:33:48Ein paar...
00:33:49Ausweiskontrollen sind wir überall registriert...
00:33:51Wir kommen in keinen Jugendclub mehr rein...
00:33:53Es reicht zu, wenn die unseren Namen lesen...
00:33:55Und schon stehen die bei uns vor der Tür...
00:33:56Mit einem Streifen lang...
00:33:57Und warten drauf...
00:33:58Und wissen wann ich von Arbeit komme...
00:34:00Und wissen wann ich zur Arbeit gehe...
00:34:01Und das kontrollieren die...
00:34:03Und...
00:34:03Das ist reine Schikane...
00:34:05Das ist nur Schikane...
00:34:06Ja...
00:34:06Und...
00:34:07Die warten nur drauf, dass ich keinen dabei habe...
00:34:09Ja...
00:34:10Und das kann ja auch nur auch mal passieren...
00:34:11Dass ich keinen Ausweis dabei habe...
00:34:12Und dann schleppen sie mich auf dem Revier...
00:34:14Aber...
00:34:14Ich meine, davon habe ich keine Angst...
00:34:15Oder was ist ich...
00:34:16Ich würde bloß damals sagen...
00:34:17Dass diese totale Überwachung nun mal...
00:34:19Das zur Folge hat...
00:34:21Dass wir...
00:34:23Ähm...
00:34:23Wir können uns nicht total frei äußern...
00:34:43Äh...
00:34:44sagen, von diesem Staat zugrunde gelegt werden. Also diese mir eigentlich in einer Verfassung
00:34:51einräumen, ja genau. Und diese Verfassung ist aber in zigtausenden von Verfügungen
00:34:59und Zusätzen und Paragraphen eigentlich im Grunde genommen widerlegt worden. Wir haben
00:35:04keine freie Pressefreiheit. Da könnte man doch alles wirklich publizieren. Und wenn
00:35:12der Sputnik verboten wird, dann hat das doch eine Auswirkung in eine Richtung. Erst haben wir
00:35:17hier, das ist alles gut und schön und sobald die da einen kritischen Artikel schreiben, ist
00:35:21das nicht mehr gut und schön. Und das begreife ich eben nicht. Sputnik wird doch nicht verboten.
00:35:27Ich glaube, das gibt eh ein Problem. Hast du den Sputnik vom Oktober gelesen? Man hört es, man hört es
00:35:36über den Westen.
00:35:38Man liest drei Tage später im ND, da finde ich auch erstmal ein Problem, dass hier die Probleme, die diesen
00:35:42Staat betreffen, dass Meldungen darüber später rauskommen als im Ausland, das finde ich erstmal
00:35:47ein unheimlich großes Problem. Das ist ja selbstverständlich. Das ist ja nicht selbstverständlich.
00:35:50Das ist unmöglich. Warum lebst du denn?
00:35:52Einer, bitteschön, das ist unmöglich. Das müsste so sein, dass das hier in der Zeitung steht und
00:35:56hier in Nachrichten kommt und nicht drüben auf, was ich gesagt habe, 1 oder im ZDF oder im
00:36:01HRD oder im Dritten, dass du dann hörst, dass der Sputnik rausgenommen wurde, dass der nicht mehr
00:36:05über Abonnement so erhalten ist, dass du ihn bloß noch im Shop kriegst und so.
00:36:08Du kannst ja froh sein, dass du überhaupt diese Sender rankriegst, sonst wüsste ich es nicht.
00:36:11Sonst wüsste ich es nicht, nein, aber das ist eben der unmögliche Zustand, finde ich.
00:36:15Lass uns mal noch, du wolltest vorhin was sagen, wenn wir alle zusammen erhalten hätten.
00:36:18Ne, warte mal, dann kommt mal kurz zu Ende noch. Wollte ich ganz gerne mal haben.
00:36:20Meine Kassette ist gleich zu Ende und dann habe ich kein Spiel wieder.
00:36:21Ja, nein, ich meine bloß, weil er, weil du sagtest, er opponiert dagegen. Das glaube ich nicht.
00:36:26Er fragte in dem Moment vielleicht aus irgendeinem Grund, weil er wissen wollte. Ich glaube nicht, dass er dagegen
00:36:29opponiert und dass er was dagegen hat, sonst würde er nicht hier sitzen.
00:36:32Das wäre er in der Küche gegangen und hätte sich rausgestellt.
00:36:34Das ist, das ist falsch, ja, wollte ich gerade sagen, das ist falsch, was du gesagt hast in dem Moment.
00:36:39Weil das, ich meine, jeder hat Angst. Ich hab Angst, er hat Angst, alle haben Angst.
00:36:44Sonst würde jeder mal sagen, dass das und das in diesem Staat nicht in Ordnung ist.
00:36:50Das hat keiner was gegen diesen Staat.
00:36:53Eigentlich ist jeder irgendwie an irgendeinem Punkt froh hier zu leben, weil er sein Essen hat, weil er seine SV
00:36:58hat,
00:36:59weil er sonst was hat, weil er wirklich im Grunde genommen nicht hat, was er braucht.
00:37:08Ich erinnere mich an den Satz, den mir die Mutter eines Skins gesagt hat.
00:37:14Wissen Sie, wie oft habe ich hinter der Gardine gestanden und nach unten auf die Straße geschaut
00:37:19und ich wusste, da unten, da läuft dein Sohn wie ein Faschist.
00:37:40Ich möchte ich es, wer mich angาย 2013er cover macht.
00:37:40Ich muss die Zeit wieder przевичreć.
00:37:40Reaktiviert werden.
00:37:40Entspannend.
00:37:41jot auf?
00:38:09Untertitelung des ZDF, 2020
00:38:14Der Angeklagte Lutz wird wegen Verbrechens der gemeinschaftlichen Beeinträchtigung gesellschaftlicher Tätigkeit im schweren Fall in Tateinheit mit Verbrechens des gemeinschaftlichen
00:38:25Widerstandes gegen staatliche Maßnahmen im schweren Fall und im Wegenvergehen...
00:38:31Von ihm, Frank, genannt Schmutz, haben wir den Brief, den er an seine Mutter während der letzten Haft geschrieben hat.
00:38:38Zitat
00:38:41Liebe Mutti, das ist heute der dritte Brief, den ich beginne. Alles andere war Mist.
00:38:48Beim Nachlesen fand ich, dass ich nie das ausdrückte, was ich schreiben wollte, dass ich dich unendlich lieb habe und
00:38:55Angst.
00:38:56Ich weiß, dass du mir immer helfen wolltest und dass ich vieles falsch gemacht habe, ja.
00:39:02Und gleichzeitig habe ich Angst, dass es lange hier dauern wird, länger als sonst.
00:39:08Alle haben mich verkannt. Keiner hat je verstanden, was ich wollte. Alle sehen immer nur das Eine, das Schlechte in
00:39:15mir.
00:39:16Ich weiß, dass ich auch meinen Anteil daran habe. Aber sie haben mich doch selber so gemacht.
00:39:22Hörst du, wie man mich nennt, als was man mich bezeichnet?
00:39:26Ja, sind die denn alle verrückt?
00:39:28Ich bin total kaputt. Herr im Himmel, warum das alles?
00:39:33Ich fühle mich so allein wie ein klitzekleines Kind, hilflos allein und um mich herum heulen Wölfe.
00:39:40Warum? Weil ich anders sein wollte und nichts mit diesen ewigen Lügen dem Neid zu tun haben wollte.
00:39:46Weil ich nur Verachtung für diese Heuchelei übrig hatte.
00:39:50Ich kann nicht mit Verrückten zusammenleben, die nur aus Habsucht und Raffkir bestehen.
00:39:55Deshalb habe ich mich abgesondert. Sicher waren auch Falsche darunter.
00:40:01Aber da hieß es, Gemeinwohl geht vor Eigenwohl.
00:40:05Aber wir sind nicht die, als die man uns beschimpft.
00:40:08Aber ich bin ein Mensch und kein Wolf.
00:40:12Angefangen hat alles, als man sie begann, als das zu beschimpfen, zu dem sie dann aus Hass auch wurden.
00:40:20In dieser Integration war das, was alle suchten.
00:40:25Anerkennung, Freundschaft, Hilfe.
00:40:28Und wenn es oft auch nur oberflächlich war, immer noch besser als bei den anderen, die uns von vornherein ablehnten.
00:40:35Da war kein Egoismus, da war das, was man so dringend brauchte.
00:40:39Freundschaft.
00:40:41Einen Weg zurück gab es nicht.
00:40:43Ich war gebranntmarkt.
00:40:45Mich wollte keiner, und da wollte ich auch nicht.
00:40:48Wer abspringt, springt ins Leere, wenn er niemanden hat.
00:40:53Und außer dir hatte ich niemanden auf der anderen Seite.
00:40:58Als ich das letzte Mal draußen war, habe ich mich schweren Herzens von dem großen Teil der Skinheads losgesagt.
00:41:04Nur zwei blieben, die ruhigsten, wo ich wusste, nicht wieder eingesperrt zu werden.
00:41:09Bloß, das verlieh mir nun den Ruf, ganz besonders gefährlich zu sein, ganz ausgepufft.
00:41:17Jeder von uns hatte aus irgendeinem Grund die volle Freundschaft des anderen.
00:41:21Jeder hatte, was dem anderen fehlte, sodass fast eine Art Abhängigkeit untereinander existierte.
00:41:26Oberstes Gebot war Kameradschaft, Hilfsbereitschaft.
00:41:31Kannst du dir vorstellen, wie schwer es ist, da rauszukommen?
00:41:35Zweimal habe ich gesagt, Schluss aus, Kameraden, es war eine schöne Zeit, aber ich muss mein Leben leben, meinen Weg
00:41:42alleine gehen.
00:41:43Aber es ging nicht.
00:41:45Heiko hat gesagt, es ist unmöglich, man braucht mich.
00:41:48Und das brauchte ich, dass man mir sagt, gebraucht zu werden.
00:41:53Das hat noch niemand zu mir gesagt.
00:41:56Also blieb ich das, was ich war, denn sonst wäre es ein Sprung ins Nichts.
00:42:01Ich habe Angst, dass mir die Hände zittern.
00:42:04Die Auslagen des Verfahrens haben die Angeklagten zu tragen.
00:42:08Soweit sie freigesprochen wurden, trägt sie der Staatshaushalt.
00:42:31Abfall hat einen Traum.
00:42:33Einmal soll ihm etwas ganz gelingen.
00:42:35Einmal soll alles so sein, wie er es will.
00:42:43Einmal soll alles so sein, wie er es ist, das ist, das ist, das ist, das ist, das ist, das
00:42:47ist, das ist, das ist, das ist.
00:43:17Bei ihm lernten wir Beate kennen.
00:43:20Sie kümmert sich um strafgefangene Skinheads.
00:43:23Zuerst spricht sie mit uns über Frank, dessen Brief wir zitiert haben.
00:43:35Und für sich ist er kein Gewalttätiger Mensch, obwohl er ja so erzogen wurde durch seinen Vater.
00:43:42Und von der Seite ist es ja normal, durch Gewalt entsteht wie herum Gewalt.
00:43:46Wenn er häufig mal zu Hause Brügel bekommen hat und das eben noch in einem Alter, weiß ich, wo er
00:43:55gelernt hat und alles.
00:43:57Von der Seite ist es ja eigentlich ein normaler Werdegang.
00:44:00Aber er ist eigentlich nicht der Typ, der normalerweise zur Gewalt neigt, weil er irgendwo sehr, sehr sensibel ist.
00:44:07Und das ist alles dadurch entstanden, wenn man sich einmal erst mal diese Sachen anzieht, die Jacke, die Docks und
00:44:15das ganze Äußere.
00:44:17Andere Leute schreckt es ab.
00:44:19Und nicht nur die Leute, sondern auch jetzt so Behörden.
00:44:21Und dann kommt man ständig in Kontrollen und irgendwo hat sich dann bei ihm, naja, so eine Abwehrhaltung gegen diese
00:44:31Behörden herausgebildet.
00:44:33Und ich glaube, darauf ist es dann alles weitere so zurückzuführen.
00:44:38Und auch jetzt, weil er sich dann eben auch immer durch andere Leute eben angemacht gefühlt hat.
00:44:43Und ich meine, viele Leute sind eigentlich nicht gerade schwer zu provozieren.
00:44:54Ja, im Allgemeinen stößt das auf gar kein Verständnis.
00:45:02Im Grunde genommen kann ich es auch wiederum verstehen.
00:45:04Wenn in erster Linie sieht man ja, sie wird Lehrer und er hat eine andere Einstellung und sitzt im Gefängnis.
00:45:15Und weil er nicht gerade in dem Sinne jetzt mehr für den Staat ist.
00:45:20Denn irgendwo kann das im Moment garantiert nicht sein.
00:45:24Und da ist ja dann irgendwo auch ein Widerspruch für Außenstehende.
00:45:28Bloß das ist eben das Schlimme, dass eben dann so oberflächlich einfach bloß die Sache beurteilt wird.
00:45:33Und dass man dann einfach besieht, aha, sie beschäftigt sich mit einem Skinhead oder auch mit mehreren.
00:45:39Also ist sie auch ein Skinhead.
00:45:41Und das ist diese dumme Logik, gegen die ich mich einfach jedes Mal verwehre.
00:45:46Weil ich irgendwo, möchte Frank irgendwo helfen, davon wegzukommen, ja, von dem Ganzen.
00:45:52Überhaupt aus dem Schlamass herauszukommen.
00:45:55Weil ich möchte auch mal eines Tages Kinder erziehen und kann dort auch keinen fallen lassen.
00:46:03Kann auch nicht einfach sagen, der ist zu dumm oder so.
00:46:07Und deshalb beschäftige ich mich jetzt nicht mit dem.
00:46:10Der ist jetzt für mich einfach nicht mehr da oder so.
00:46:13Existiert nicht mehr.
00:46:14Kann ich nicht machen.
00:46:15Ich muss mich mit dem beschäftigen.
00:46:16Ich muss irgendwie versuchen, diesen Menschen doch zu helfen.
00:46:20Und genauso versuche ich das mit Frank.
00:46:24Wie sieht denn das ein Vater, wie sieht denn das eine Familie, wenn die Tochter in so einer Frage engagiert?
00:46:31Ja, da wächst man auch allmählich hinein in so eine Rolle.
00:46:35Und wir als Eltern sind auch anfangs relativ enttäuscht gewesen, dass Beate Kontakt zu Skinheads hat.
00:46:46Weil wir auch von der Erziehung her so erzogen wurden, dass Faschismus tatsächlich das Übelste ist, was uns bis jetzt
00:46:56widerfahren ist.
00:46:57Und im Grunde genommen gibt es ja keinen einzelnen Deutschen, der nicht heute noch unter diesen zwölf furchtbaren Jahren zu
00:47:04leiden hat.
00:47:05Schon aus dem Grund ist es eigentlich unverständlich, dass ich bei uns im Staat so ein Gedankengut überhaupt sammeln kann.
00:47:14Aber wenn es schon so ist, dass irgendwelche Leute diese Ideen aufgenommen haben, muss es ja auch einen Grund geben.
00:47:22Und bei der Beschäftigung mit dieser Angelegenheit habe ich mir auch Gedanken gemacht, wie kann so etwas passieren.
00:47:31Und was Beate anbetrifft, hatten wir immer erst den Eindruck, sie macht auch ein bisschen aus Opposition mit.
00:47:38Bis wir dann auch verstanden haben, dass sie eigentlich auch ein tiefes soziales Anliegen in der ganzen Angelegenheit sieht.
00:47:46Und dass die Erwachsenenwelt eigentlich sehr oberflächlich mit den ganzen Dingen umgeht.
00:47:52Für uns wäre es auch bequemer gewesen, auf Beate immer in der Richtung einzubringen und ihr das sogar zu verbieten.
00:48:00Aber ich meine, in der heutigen Zeit, wo doch die Menschen reifer geworden sind und einen höheren Bildungsstand haben,
00:48:09muss man einfach auch bereit sein, sich mit anderen Menschen oder anderen Gruppen auseinanderzusetzen.
00:48:16Und in diesem Falle sehe ich das als eine gewisse Überreaktion an, dass man jetzt so ein paar junge Leute
00:48:22sich vorgeknöpft hat und die müssen jetzt erstmal, wenn man es so salopp sagen will, etwas ausbaden.
00:48:30Wie Sie diesen Jungen jetzt helfen will, müsste man eigentlich erwarten, dass sich auch staatliche Stellen der Dinge annehmen.
00:48:37Und es sind auch genug ausgebildete Leute, die auf dem Gebiet den Jugendlichen dann doch eine Alternative bieten können.
00:48:45Naja, nicht nur deshalb, weil ich sie von früher kenne. Ich kenne sie halt auch anders.
00:48:51Also, die haben ja auch menschliche Qualitäten.
00:48:54Sind ja keine, weiß ich was, sind ja keine Monster oder weiß der Teufel was.
00:48:59Das sind eigentlich im Grunde Menschen wie jeder andere, nur dass ihm die Sache nicht genau und die Sache geändert
00:49:06werden müsste.
00:49:07Denn Frank zum Beispiel, der hat so viele Qualitäten, die vielen anderen Menschen, die vielleicht, die in der Gesellschaft angesehen
00:49:14sind, ja, die denen vielleicht fehlen.
00:49:17Der ist ja, an und für sich ist ein intelligenter Mensch, das hat ja auch der Staatsanwalt Hecht hervorgehoben.
00:49:24Der ist belesen, der kann malen, der kann so viel, ja, der hätte so viel daraus machen können.
00:49:30Und ich meine, es ist bestimmt auch sein Verschulden, dass nicht alles so geworden ist in dem Sinne.
00:49:35Aber vielleicht hat man ihn in der Richtung mehr lenken sollen, also in diese Richtung.
00:49:42Vielleicht wäre er da niemals dahin gekommen oder so.
00:49:45In den ganzen Schlamassel.
00:49:47Denn jetzt dort rauszukommen ist wahrscheinlich, weiß ich nicht, schon zu spät oder so.
00:49:55Ja, zu spät würde ich nicht sagen.
00:49:58Du hast ja selbst gesagt, wenn du zu dem gegangen bist in diesen Sprechstunden im Strafvollzug,
00:50:05dass du mit deinen Argumenten doch erreicht hast, dass er wankelmütig geworden ist.
00:50:10Dass er eigentlich gar nicht so verbohrt zu sein scheint, dass er eigentlich vielleicht nur durch diese harte Strafe sich
00:50:20ungerecht behandelt fühlt.
00:50:22Und nun das durchstehen will, ohne zuzugeben, dass er eigentlich gar nicht auf dieser Welle weiterreiten wollte.
00:50:30Und wie du vorhin erzählt hast, war es ja auch so, dass er sich schon von einem Großteil dieser Leute
00:50:35losgesagt hat.
00:50:37Die großpolitische Wetterlage erlaubt es ja jetzt ja auch, dass man über derartige Dinge offener redet.
00:50:43Und alle, die da dran beteiligt sind und die sich darum Kopf machen, sind auch gut beraten, wenn sie verschiedene
00:50:50Meinungen erst einmal anhören lernen.
00:50:53Bis jetzt war es ja häufig so, dass manche überhaupt nicht bereit sind, eine andere Meinung zu hören.
00:50:58Da ist es ihnen schon schlecht geworden.
00:51:00Es ist so wie im Familienleben.
00:51:02Da gibt es bestimmte Probleme, da gibt es eben hier gegensätzliche Standpunkte, aber deswegen läuft doch so eine Familie ordentlich
00:51:09weiter.
00:51:10Und so wie jetzt auch zum Beispiel die Sowjetunion und die USA ihr Verhältnis verbessern,
00:51:17so wie die beiden deutschen Staaten das machen, so muss auch jeder Staat mit seiner Bevölkerung irgendwie ins Reine kommen.
00:51:25Dass man dann doch, sagen wir mal, eine Demokratisierung des Denkens doch mehr fördert von staatlicher Seite aus.
00:51:34Und da sehe ich dann doch die Reserven, die bei uns liegen.
00:51:48Wir haben mit dem Schriftsteller Stefan Heim ein Gespräch geführt.
00:51:55Sehen Sie, wir leben in einer Krisenzeit.
00:51:59Insofern ähnelt das durchaus den Jahren 30 bis 32, in denen die Entwicklung und der Aufschwung der Nazis in Deutschland
00:52:09kam,
00:52:10mit den entsprechenden Folgen.
00:52:14Und wieder ist es eine weltweite Krise.
00:52:17Eine Krise, die eigentlich, würde ich sagen, noch schlimmer, noch verzweifelter ist.
00:52:25Weil sie nicht nur die Ökonomie betrifft, sondern das Leben überhaupt sehen sich die Wälder an, die Meere, die Flüsse,
00:52:36den Boden.
00:52:38Alles geht irgendwie kaputt.
00:52:42Selbst die Atmosphäre.
00:52:46Wir wissen nicht, wie sich das Klima entwickelt.
00:52:48Das kann plötzlich durch unseren Dreck, den wir produzieren, zu Veränderungen kommen, die ja so katastrophisch sein werden.
00:53:00Und wenn ich heute ein junger Mann oder ein junges Mädchen wäre, in diese Welt hineingeboren,
00:53:07dann würde ich doch fragen, woher kommt das?
00:53:10Wer ist daran schuld?
00:53:11Und ihr, die ihr uns diese Welt überliefert habt, übergebt, was sollen wir damit anfangen?
00:53:19Ihr habt sie doch kaputt gemacht.
00:53:22Und daher kommen da so auch diese Oppositionsstimmungen.
00:53:27Und natürlich wäre es besser, wenn diese jungen Leute irgendwie ein positives Programm zu entwickeln helfen würden.
00:53:36Aber sehr oft haben sie doch die Erfahrung gemacht, dass wenn sie etwas kritisieren, wenn sie etwas vorschlagen,
00:53:43ich rede jetzt nicht von Skinheads, sondern überhaupt von jungen Leuten,
00:53:47dass es abgelehnt wird, dass kein Mensch hinhört, dass man zu dröge ist und zu selbstsicher, sich der Kritik zu
00:53:56stellen.
00:53:57Und dann driften die ab in eine unfruchtbare Opposition.
00:54:03So stelle ich mir das vor.
00:54:04Ich glaube, ich bin ziemlich nah an der Realität, wenn ich das sage.
00:54:09Das Schlimme ist eben nur, und für mich das besonders Bedrückende,
00:54:13dass das eben auch in der DDR ist.
00:54:28Die Schriftstellerin Christa Wolf bat uns, sie mit Skinheads zusammenzubringen.
00:54:33Ausschnitte aus einem langen Gespräch mit einem Skinhead und seinem Freund.
00:54:39Was glaubt ihr, warum ich hierher komme?
00:54:42Wüsste ich nicht.
00:54:43Können Sie sich gar nicht vorstellen.
00:54:45Vielleicht um auch mal zu hören, was die Leute so sagen.
00:54:48Ja, das stimmt, das ist so.
00:54:51Ich will es wirklich mal hören, weil von dem, was ich weiß, sind so viele Dinge, die mir zum Teil
00:54:59neu waren,
00:55:00auch solche, also ich sag mal jetzt, ihre Meinungen, ja.
00:55:05Auch solche Dinge, die ich eigentlich nicht recht für möglich gehalten hätte.
00:55:10Ich wollte gern mal den Menschen da zu sehen.
00:55:17Und der Mensch entspricht ja dem, sagen wir mal, Feindbild, in Anführungszeichen.
00:55:23Ich meine jetzt nicht Feindbild, sondern...
00:55:25Sie, wissen Sie, ich bin so ein komischer Mensch.
00:55:29Ich habe mir das mit den Feindbildern ganz abgewöhnt.
00:55:33Das gehört wirklich zu meinen Lebenserfahrungen.
00:55:37Ich hatte früher sehr stark Feindbilder.
00:55:40Ja, aber um eine Zeit, da hat es halt noch ein bisschen mehr Spaß gemacht.
00:55:45Und warum hat es aufgehört?
00:55:47Wo durchkommt es?
00:55:49Naja, erstmal, weil auf und Weise Kumpel sind eben nicht mehr da jetzt.
00:55:53Sind drüber, jeder?
00:55:54Irgendwann rüber, oder...
00:55:57Oder, oder was?
00:55:58Oder irgendwie Strafvollzug.
00:56:00Im Knast eben.
00:56:01Im Knast, ja.
00:56:02Und spätestens bei mir ist es eigentlich spätestens seitdem,
00:56:04ich das erste Mal bin, ich bin hier selber zu einem Konflikt gekommen.
00:56:06Und seitdem ist es eigentlich, sehe ich das halt ein bisschen anders hier.
00:56:09Seitdem macht es mir halt nicht mehr so viel Spaß,
00:56:10als ich früher gemacht habe.
00:56:12Aha, naja, sowas wollte ich hören.
00:56:14Ob das so einen Punkt gibt, ist das bei Ihnen auch so?
00:56:17Na, würde ich sagen, ja.
00:56:18Ja?
00:56:19Ja, was kann man machen jetzt?
00:56:21Also, was die ganze Woche Arbeit nehmen,
00:56:25dann Wochenende vielleicht mal in der Kneipe,
00:56:27oder was, mehr ist es gar nicht.
00:56:29Was tut mir, ich meine.
00:56:35Warum ist das so schlimm?
00:56:36Also mal Weichheit zu zeigen, oder?
00:56:40Ja, weil man sich schon auch in der heutigen Zeit
00:56:43im Umgang mit anderen Menschen so kaum nur leisten kann.
00:56:47Wieso, sind die anderen so hart?
00:56:49Ja, die anderen sind so, also muss man selber auch so sein.
00:56:53Weil, sonst kann man sie ohne durchsetzung nicht.
00:56:56War das so der Urgrund, warum Sie zum Beispiel sich den Skins angenähert haben,
00:57:03weil Sie dieses Gefühl hatten, ich kann mich sonst nicht durchsetzen?
00:57:06Nee, das war nicht der Urgrund.
00:57:08War nicht der Grund.
00:57:09Können Sie den, wissen Sie den Grund?
00:57:12War eigentlich, dass ich, ähm, na eben, kann man, also die, die zusammenhalten.
00:57:18Also, dass man nicht nur als Einzelner, sagen wir mal, dem Leben arbeitenden übertreten muss,
00:57:23sondern auch mit anderen zusammenhalten, dass das ein unbedingter Zusammenhalt ist.
00:57:31Das ist eben meistens so im öffentlichen, naja, was heißt öffentlichen Leben, aber wenn man so eben mal,
00:57:36wenn man so rumluft, aber dann wird man eben gleich so angekriegt, eben, dass man der blanke Hass,
00:57:44sieht man dann in manchen Ohren und das ist immer so, dass auf Gewalt folgt immer Gegengewalt.
00:57:50Egal, von wem sie jetzt aussieht.
00:57:53Ja, das stimmt.
00:57:54Wenn sie von den anderen aussieht, dann kommt das alles wieder zurück.
00:57:58Und wenn sie von uns auch was aussieht, dann ist das auch klar, und damit recht auch.
00:58:03Na ja, um jetzt nochmal auf die Ausländerer zurückzukommen, das ist für mich meiner Meinung nach völlig berechtigt.
00:58:09Weil ich selber hab ich's schon erlebt und was das empfinde, Leute sind da und ich sag ja,
00:58:17ich meine ja nicht, ich geh jetzt nicht davon aus, dass die Leute kein Existenzrecht haben oder was.
00:58:21Aber, aber, wenn ich sehe, dass in so einem Viertel da hier in Berlin oder was auch immer,
00:58:26dass sie halt nur so ausländernehmt, dass sie halt dich da als normaler Mensch da ja nicht mehr
00:58:30hintrauen kannst im Prinzip, ohne da irgendwie Schaden zu nehmen, halt, das ist so.
00:58:36Und dann ist das ja auch, naja, ich würd nicht schneiden, aber die, die werden nur, die werden unterstützt und
00:58:43halt
00:58:43und kriegen alles von hinten bis vorne, ja.
00:58:46Und du hättest dein ganzes Leben lang arbeiten und kriegst sozusagen nichts.
00:58:51Und das stört mich eben.
00:58:53Alter.
00:58:53So vorher gezogen werden, die werden ja überall vorher gezogen.
00:58:55Das ist so.
00:58:55Wo werden sie vorher gezogen?
00:58:57Das sind so viele Sachen, wo sie vorher gezogen werden.
00:59:01Das gibt's ja schon hier in den Elternstraßen, zum Beispiel in dem Jugendclub, wir kommen da nicht rein.
00:59:05Aber da vorne ein Haufen Ausländer und alle die Maschinen da vor dir rein.
00:59:09Uns lassen sie nicht rein.
00:59:10Damit fängt das schon an.
00:59:11Damit fängt das an.
00:59:12Ich kenn, also kaum Leute, die arbeiten hier für den Staat hier.
00:59:16Die arbeiten hier, weil sie sich freuen, dass endlich hier die sozialistische Wirtschaft oder was gestärkt wird.
00:59:25Mhm.
00:59:25Oder diesen, ich kenn auch keinen, der davon überzeugt ist, mit seiner Arbeit, was für das Wohle des Volkes zu
00:59:32tun, ja.
00:59:33Das müssen wir, kenn ich nicht.
00:59:35Und das, deswegen, würd ich auch sagen, wenn man wieder daran glauben oder das Ideal haben könnte, für ihn, Deutschland
00:59:45praktisch zu arbeiten.
00:59:46Und, also, für das gesamte Volk, wenn man das wieder haben könnte, dann würden auch die Leute sicherlich mit mehr
00:59:56Begeisterung und so an die ganze Sache ran gehen.
01:00:00Und nicht jetzt nur dafür, ja, um jetzt hier, eben hier, was für die Leute keinen Sinn hat hier.
01:00:08Naja, du...
01:00:09Nur um, nur um zu existieren.
01:00:12Ja, da hast, du hast völlig recht mit dem, nur um zu existieren mit dem Arbeiten, das, das reicht nicht
01:00:18aus.
01:00:18Da fühlt man sich nicht als, als Mensch, ne?
01:00:23Man kann da ja nicht mehr an die Sprüche globen, das geht da ja nicht mehr, wenn man, immer mehr
01:00:28merkt man noch, dass, dass die Sprüche überhaupt jeder Grundlage entbehren, im Prinzip, weil...
01:00:34Das was, jetzt hab ich den nicht verstanden?
01:00:36Ja, die, die, die, die ganzen Parolen und alles, die entbehren jeder Grundlage, wenn, früher zum Beispiel hieß es, dann
01:00:42fällt mir jetzt gerade ein, weil gerade aktuell ist, von der Sowjetunion Lernen heißt eben Singen lernen, weil, und sowas
01:00:48ist heute nicht mehr, also durftet keiner mehr sagen und so weiter und so fort.
01:00:53Und dann kann man doch auch nicht mehr daran loben, ja, jeder jeden Tag mit guter Bilanz oder alles zum
01:00:59Wohl des Volkes.
01:01:02Das sind viele, ja, die zwar nicht so zum Ausdruck bringen, aber die auch viel so denken und die eben
01:01:09das gut finden, wenn sie eben, die am liebsten mitschreien würden, wenn Hitler mal irgendwo redet und so und die
01:01:15auch so, das sind nicht nur wenige oder auch hier, das ist nicht so.
01:01:21Und dieses, dieses Bedürfnis nach Mitschreien, nach Begeisterung und so weiter, das, schneidest du das ab von den Untaten oder
01:01:30siehst du das nicht als Untaten, was damals...
01:01:33Naja, naja, na, hier mit den Unnoto, klar, aber ich meine, man, man, man, man sollte nicht nur die Untaten
01:01:40sehen, na.
01:01:42Was, was ist das Positive? Also jetzt mal abzusehen von der Begeisterung, was ist das Positive, was man dem, also
01:01:49was du dir da rausziehst?
01:01:51Naja, zum Beispiel eben, dass Deutschland wieder geachtet war und so.
01:01:58Manchmal ist es ja so, glaube ich, dass die Einstellung von früher der Großväter heute noch auf Enkelsöhne wirft.
01:02:07Meistens, ja.
01:02:08Ist das oft so, ja? Habt ihr in eurer Umgebung auch solche?
01:02:11Ja, klar. Ja, ist viel.
01:02:13Und diese Großväter sind also sozusagen noch in dem Geist, sagen wir mal, der Zeit des Dritten Reiches ziemlich verhaftet.
01:02:23Ja, weil wenn man das bewusst zwölf Jahre lang miterlebt hat, kommt man vielleicht auch letztendlich auch nicht mehr da
01:02:31weg.
01:02:33Man war vorher eben schon Kommunist da.
01:02:37Ja, mein Opa war auch in der KPD und wir sind eben, aber der hat dann eben, ist da eben
01:02:43ausgetreten und so.
01:02:45Versucht doch mal, euch anzusehen, wenn ihr solche Filme seht und euch daran sozusagen, was weiß ich, aufgeheilt,
01:02:53wie das jemand sehen muss, der von diesen Menschen beschimpft wird oder als Opfer ausersehen ist.
01:03:00Er wird das ganz anders sehen, glaube ich.
01:03:03Naja, das kann ich nicht, aber...
01:03:05Warum nicht?
01:03:06Na, weil ich das nicht kann.
01:03:07Warum kannst du nicht?
01:03:08Na, warum soll ich...
01:03:09Na, weil...
01:03:09Du kannst es ja, du wirst es nicht.
01:03:11Ich kann mich nicht mit anderen Augen einen Film ansehen.
01:03:13Warum nicht?
01:03:14Du kannst...
01:03:14Du könntest dir doch vorstellen, zufällig bist du als Jude geboren.
01:03:19Naja, aber das kann ich nicht.
01:03:21Zufällig war dein Vater Kommunist.
01:03:26Und jetzt siehst du dir diese geifernden Leute da an.
01:03:31Naja, also...
01:03:31Ich kann das nicht.
01:03:38Warum auch?
01:03:39Ich meine, warum soll ich das mit so einem Augen sehen?
01:03:42Ich meine, das ist...
01:03:45Das ist ja dann, würde ich mir ja...
01:03:47Das bringt doch auch nichts am Ende.
01:03:49Warum soll ich mir das so ankicken und dann mit Schuldgefühlen oder was haben oder sowas?
01:03:57Ja, soll ich mal versuchen, dir zu erklären, wie ich es sehe?
01:04:00Ich glaube, dass also die Leute sich wahnsinnig schämen müssten für das, was sie von 35 bis 38 geglaubt oder
01:04:12auch ohne Glauben mitgemacht haben.
01:04:14Und dass es sehr, sehr schwer ist, sich so zu schämen, wie man sich dafür schämen müsste.
01:04:19Und dass sie dafür lieber das alles vergessen und sich anknüpfen an die Punkte, wo sie damals glaubten, sich groß
01:04:29fühlen zu können.
01:04:30Ich glaube, es ist wirklich ein Problem einer riesigen Scham, die da eigentlich da sein müsste und die es nicht
01:04:38gibt leider im deutschen Volk.
01:04:39Die müsste da sein und es müsste außerdem sein, eine unendliche Trauer um die Leute, die damals von dieser Generation
01:04:49oder jedenfalls unter Beisein dieser Generation umgebracht wurden.
01:04:55Millionen, Millionen von Leuten.
01:04:58Und beides haben diese Generation nicht zugelassen.
01:05:02Sie haben sich weder geschämt noch die Trauer.
01:05:05Also immer Einzelne haben das schon gemacht, aber die Mehrzahl hat das nicht gemacht.
01:05:10Und dafür, irgendwas braucht man ja.
01:05:12Dafür haben sie festgehalten an dem, was sie damals schon glaubten, gut finden zu müssen.
01:05:18Und das ist eine Rechtfertigung, Leute.
01:05:19Das ist eine Selbstrechtfertigung.
01:05:21Und das übertragen sie jetzt auf euch.
01:05:24Überlegt doch mal, was da mit euch passiert.
01:05:27Irgendwie muss man sich schon vor sich selber rechtfertigen.
01:05:30Sie wollen ja alle in ihren Zweifeln praktisch einen Selbstmordversuch, mal blöde jetzt gesagt.
01:05:37Du, da sagst du jetzt was, woran ich auch oft gedacht habe.
01:05:40Ich habe oft gedacht, dass wenn wir alle und besonders die Erwachsenen, die damals, also eben schon richtig dabei gewesen
01:05:48sind,
01:05:49wenn die alle wirklich bis zu Ende sich überlegt hätten und gefühlt hätten, was sie damals in ihrem Namen oder
01:05:57teils selbst gemacht haben,
01:05:59dass sie im Grunde an eine Grenze kommen, wo man sehr schwer weiterleben kann.
01:06:04Wir werden nicht zulassen, dass einzelne Jugendliche, egal aus welchen Gründen, versuchen, die gesunde, lebensfrohe und optimistische Atmosphäre und Untersuchung
01:06:15zu vergiften.
01:06:16Bei uns ist Jugendförderung, Jugendhilfe, Jugendschutz nicht nur Gesetz, sondern gesellschaftliche Praxis.
01:06:24Und wir werden schon gar nicht zulassen, dass Bürger, die sich für die öffentliche Ordnung und Sicherheit einsetzen,
01:06:30ja die rund um die Uhr das friedliche Zusammenleben der Menschen in unserem Lande schützen, beleidigt, bedroht und geschlagen werden.
01:06:39Wer so handelt wie die Anniklafen Lutz und Lausmann, wer nicht bereit ist, aus vorangegangenen Bestrafungen entsprechende Lehren zu ziehen,
01:06:48der muss die volle Härte der Gesetze spüren.
01:06:52Denn weder Alkohol noch die Orientierung an Denken und Verhaltensweisen von Jugendlichen in der westlichen Welt können hier strafmildernd wirken.
01:07:02Nach § 64 des Strafgesetzbuches ist bei mehrfacher Gesetzesverletzung eine Hauptstrafe zu bilden,
01:07:09die der Schwere der gesamten kriminellen Handlung gerecht wird.
01:07:13Ich beantrage aus diesem Grunde das Urteil des Stadtbezirksgerichts Berlin-Mitte im Schuld- und Strafauspruch abzuändern
01:07:20und erst die angeklagten Lutz wegen Verbrechens des Rauditums nach § 215 Absatz 1 der Beeinträchtigung gesellschaftlicher Tätigkeit nach §
01:07:31214 Absatz 2 des Widerstandes gegen staatliche Ordnung nach § 112 Absatz 2
01:07:35Die Anklage?
01:07:36Straftaten gegen die staatliche Ordnung sowie die Persönlichkeit begangen zu haben.
01:07:41Gemeinschaftliches Rauditum.
01:07:43In einer Gaststätte störten sie den Ablauf einer Tanzveranstaltung.
01:07:47Sie rempelten Personen an und nahmen Gesten vor in der Art des faschistischen deutschen Grußes.
01:08:01Es wurde herumgeschrien, mit der Faust auf den Tisch geschlagen.
01:08:05Blumen wurden aus der Vase genommen.
01:08:08Im Anschluss daran leisteten sie Widerstand gegen staatliche Maßnahmen der VP und der Ordnungskräfte.
01:08:15VP-Angehörige wurden gezielt getreten und geschlagen.
01:08:19Einem wurden zwei Knöpfe von der Uniformbluse abgerissen.
01:08:22Es fielen Worte wie Bullenschweine, Kommunistenschweine, Folterknechte.
01:08:27Wenn wir euch Kommunisten damals erwischt hätten, hätten wir euch aufgehangen.
01:08:32So wie rote Socke, ihr seid doch keine Menschen, hoch leben die Skins.
01:08:36Außerdem wurde eine Postkarte mit der Adresse Berlin-Reichshauptstadt versandt.
01:08:49Der Staatsanwalt hat zu Recht die Problematik hier aufgeworfen, dass wir neofaschistische Tendenzen keineswegs dulden können, dass wir sie bekämpfen
01:08:59müssen.
01:09:00Aber wir müssen natürlich auch fragen, wie kommt es dazu, was sind die Ursachen.
01:09:05Denn es ist ein Jugendlicher, der durch unser Bildungssystem gegangen ist, der einen ordentlichen Schulabschluss hat und der, wenn ich
01:09:13den Aussagen des Kollektivvertreters in der Voruntersuchung folgen darf und sie hier auch nochmal wiederholen darf,
01:09:19eine brillante Staatsbürgerkundeprüfung beim Abschluss der 10. Klasse geliefert hat.
01:09:24Wir müssen uns also fragen, wie eine solche Auffassung zustande kommt, wie es zu solchen Straftaten kommt.
01:09:32Ich verkenne keineswegs die Schwere der Straftat, die er begangen hat in der Beachtung von § 220.
01:09:41Aber wir müssen uns natürlich auch fragen, wie reagieren wir darauf.
01:09:45Besteht in einer Situation der inneren Sicherheit, die wir für unser Land konstatieren, nur die Notwendigkeit, mit einer Freiheitsstrafe zu
01:09:55reagieren,
01:09:56haben wir nicht viel mehr Möglichkeiten, bei der in dieser Situation einen Jugendlichen innerhalb der Gesellschaft zu erziehen,
01:10:06ihm die Möglichkeit zu geben, sich innerhalb der Gesellschaft zu bewähren.
01:10:11Nur dann, glaube ich, beweisen wir auch die Stärke unserer Gesellschaft.
01:10:16Ich kann also keineswegs die Auffassung der Anklagevertretung hier teilen, dass gegen den Angeklagten nur eine Freiheitsstrafe ausgesprochen werden muss,
01:10:27auch wenn sie im Gegensatz zur erstinstanzlichen Entscheidung möglicherweise zu einer anderen Auffassung kommen sollten.
01:10:42Gleich zu Beginn unserer Arbeit begegnete uns in Polizeiakten diese Darstellung.
01:10:48Wir wollten den Raum sehen, in dem diese 2x3 Meter große Zeichnung angebracht war.
01:10:54Und wir entdeckten etwas, das auf dem Polizeifoto nicht zu sehen war, ein aufgeschlagenes Bett mit einem großen Teddy.
01:11:05Mit der Mutter von Heiko, der in dem von uns aufgenommenen Prozess auf Bewährung verurteilt wurde,
01:11:11inzwischen aber wegen illegalen Waffenbesitzes erneut in Haft ist, führten wir ein Gespräch.
01:11:19Also es ging im Prinzip darum, muss ja in dem Geschichtsunterricht, die diese Zeit 1933 bis 1945 behandelt worden sein,
01:11:29dass, ich weiß nicht, ob jetzt Heiko oder andere Schüler, eben gesagt wurde,
01:11:35naja, also die, weiß ich, die Hitlerzeit hat ja auch Positives gebracht.
01:11:39So fing es an, wir haben Autobahnen gebaut, haben die, weiß ich, die Arbeitslosigkeit erst mal beseitigt und so weiter
01:11:47und so fort.
01:11:49Ja, ich habe mir das angehört und dann eben auch diese Sachen, dass eben die,
01:11:57dass die Sowjetarmee eben einmarschiert ist, ob nun hier in Berlin oder in anderen Städten und Dörfern,
01:12:06dass da eben auch Dinge passiert sind, die eben unmenschlich erscheinen oder und so wie ich das rausgehört habe,
01:12:17ist das also eigentlich alles verneint worden, es war nichts und auf der anderen Seite ist es doch so,
01:12:25dass meine Eltern oder also die Großeltern der Kinder oder wie gesagt unsere Eltern doch einiges anderes auch erlebt haben
01:12:33und man spricht darüber im Familienkreis und die Kinder hören zu und vermerken das irgendwo
01:12:38und wenn es eben wieder gebraucht wird, ist es wieder da.
01:12:42Aber hauptsächlich nur der ganzen Diskussion war halt, dass es einfach nur verneint wurde,
01:12:48es ist nicht passiert, es war nie gewesen und darüber wird nicht diskutiert.
01:12:55Welchen Rat hast du denn nun dem Heiko gegeben?
01:12:57Also immer noch in Erinnerung an den Rat deiner Mutter, nicht lügend.
01:13:04Naja, wie gesagt, so von der Erziehung oder von seiner Entwicklung her als Kind
01:13:12bis zur achten, neunten Klasse immer doch immer noch, wenn du Fragen hast,
01:13:17wenn du meinst, irgendwas ist nicht in Ordnung, grabe das nicht in dich hinein, rede darüber,
01:13:24kein Mensch kann von deinem Gesicht ablesen, welche Probleme du hast, also sprich.
01:13:29Man muss aber dazu sagen, dass er doch dadurch viele Probleme in der Schule hatte
01:13:36und ich dann doch so ab neunten Klasse angefangen habe, ihm zu sagen,
01:13:42Heiko, tu mir einen Gefallen, halt dich zurück, lass es sein, es bringt nichts.
01:13:48Ich denke nicht wohl, dass man ja im Prinzip nur eine Alternative oder hat,
01:13:56eben dass man, wenn man nicht hier Kommunismus, nicht gut finden kann,
01:14:01weil einem das hier in der Dienbedienung einfach mal vergeltet wird,
01:14:05aber dann kann man ja nur am besten kriegen,
01:14:09aber wenn man von der Schule, der hat Beinfluss,
01:14:11das tut, dass man eben selbst am besten im Unterbewusstsein nicht mehr will
01:14:16oder man dann halt endlich nur noch irgendeine Art in den Kirchen zu vergeben
01:14:22oder seine Meinung in den Kirchen zu bilden.
01:14:25Wann hast du denn festgestellt, dass da irgendetwas stattfindet,
01:14:29das also nicht mehr in Ordnung ist?
01:14:33Na, das war an für sich mit dem Zeitpunkt,
01:14:35als er also mit Frank und René zusammen war.
01:14:40Na ja, da habe ich mir natürlich irgendwo wahnsinnige Gedanken gemacht,
01:14:43weil er dann auch als Skinhead die Haare eben abrasiert hatte
01:14:47und dann diese Jacke und diese Stiefel und diese Kleidung.
01:14:52Na ja, da musste ich mich ja irgendwo so langsam rantasten,
01:14:55um erst mal zu erforschen, was sind denn Skinheads,
01:14:58was machen die, was wollen die?
01:15:03Und seine Rede, wie gesagt, war eben doch immer wieder,
01:15:07na ja, also dieser Zusammenhalt, diese Kameradschaft
01:15:10und ich war nicht bei, ich konnte es also auch nicht widerlegen.
01:15:19Und damit haben wir dann so irgendwie Probleme miteinander bekommen.
01:15:27Und die wurden also nicht besser, das war,
01:15:31du warst nicht mehr sein Gesprächspartner?
01:15:35Nee.
01:15:38Und
01:15:42ihr beide, ihr wirkt so toll zusammen,
01:15:45wenn ihr hier durch die Wohnung geht und so miteinander umgeht,
01:15:49das sieht so verdammt nach einem sehr, sehr guten Verhältnis aus.
01:15:53Ich würde einem für sich auch sagen, dass wir ein gutes Verhältnis haben.
01:15:58Aber
01:15:59in dieser Beziehung bin ich einfach,
01:16:02höchstwahrscheinlich schon von meiner Einstellung her,
01:16:04von meiner Meinung her,
01:16:05nicht der Gesprächspartner.
01:16:09Denn
01:16:10in meinem
01:16:11Prinzip war es doch so gewesen,
01:16:13wenn wir uns also hingesetzt haben,
01:16:15muss ja mal einen Zeitpunkt irgendwie
01:16:19abfassen,
01:16:19der günstig ist, weil du kannst ja nicht darin hin und sagen,
01:16:21jetzt sitzt dich hin, ich möchte mit dir reden,
01:16:23so ist es ja nicht mehr.
01:16:26Dann haben wir darüber gesprochen
01:16:28und
01:16:29bloß wie gesagt,
01:16:31meine
01:16:32Überlegungen waren ja immer wieder um Gottes Willen
01:16:34und kann nicht sein und kann ich nicht glauben.
01:16:40Und
01:16:40die Kabe natürlich auch immer wieder
01:16:41versucht, ihn,
01:16:42weiß ich nicht, mit Gegenargumenten
01:16:44oder weiß ich nicht, irgendwas aufzuzeigen.
01:16:48sodass er also nach kurzer Zeit,
01:16:50so würde ich das heute einschätzen,
01:16:52doch genau wusste,
01:16:53die Meinung von meiner Seite,
01:16:55die ist so und so und so
01:16:56und mehr braucht er mit mir nicht diskutieren,
01:17:00da kommt nichts.
01:17:02Das hat uns nichts gebracht.
01:17:06Ich war eben nicht in der Lage,
01:17:08ihm irgendwo da zu folgen
01:17:10und
01:17:10ich bin auch,
01:17:11ganz ehrlich,
01:17:12ich habe auch nicht dieses Wissen,
01:17:15um jetzt da ganz fundamentiert
01:17:17irgendwelche Gegenargumente zu bringen
01:17:19und da irgendwelche Beziehungen herzustellen,
01:17:21dass er jetzt sagt,
01:17:22aha,
01:17:23es ist mir immer wieder hier und da gelungen,
01:17:26wo er dann also auch sagt,
01:17:28ja, ist richtig,
01:17:29sehe ich ein,
01:17:29ne, ist nicht okay,
01:17:31gut
01:17:32und du bist ja in solchen Situationen,
01:17:34so ging es mir jedenfalls
01:17:35über jeden kleinen Erfolg schon sehr froh.
01:17:39Ja, ein Foto ist auch hier gefunden worden,
01:17:41ich muss sagen,
01:17:42dieses Foto hat mich also
01:17:43wirklich fast vom Hocker gefegt,
01:17:47rein als Mutter,
01:17:49also das Foto bis,
01:17:52wie sehe ich hier,
01:17:53ein bisschen über der Taille,
01:17:54bis zur Hüfte hin,
01:17:58in voller SS-Uniform
01:18:00und Montur
01:18:01mit
01:18:03Seitengewehr
01:18:03und,
01:18:04wie sehe ich hier,
01:18:05so eine Pistole drin
01:18:06oder irgendetwas
01:18:07in irgendeiner Art
01:18:08und
01:18:09das war in so einem
01:18:10Zigarettenkästchen drin,
01:18:12da gucke ich nicht alle Tage
01:18:14im Zimmer meines Sohnes nach,
01:18:15ob irgendwo,
01:18:16irgendetwas liegt,
01:18:17ja,
01:18:19zumal wir uns unterhalten hatten
01:18:21vorher
01:18:21und
01:18:21also ich wirklich überzeugt war,
01:18:24er macht keinen Unfug,
01:18:26er ist also wirklich ruhig,
01:18:27vernünftig,
01:18:28arbeitet fleißig,
01:18:30pünktlich,
01:18:31weiß ich nicht was alles
01:18:33und dieses Foto,
01:18:34muss ich sagen,
01:18:34dieser SS-Uniform
01:18:36und dieses,
01:18:38naja,
01:18:38für meine Begriffe
01:18:39Kindergesicht,
01:18:41das hat mich,
01:18:43das hat mich wahnsinnig getroffen.
01:18:46Ich habe es also einmal angeguckt,
01:18:48ich habe es zweimal angeguckt
01:18:49und beim dritten Mal
01:18:55das konnte ich nicht,
01:18:57das hat mich also wirklich umgeworfen,
01:18:59weil
01:19:02es ist ja mein Kind.
01:19:05Wie gesagt,
01:19:06vor, naja,
01:19:07fast vier Jahren
01:19:10wäre da die Möglichkeit gewesen,
01:19:12wo sie sich also
01:19:14aufgeregt haben
01:19:15über
01:19:16eigentlich nur darüber,
01:19:17dass
01:19:17nichts darf ich sagen,
01:19:19nichts kann man hier machen,
01:19:20nichts darf,
01:19:21gleich ist man,
01:19:22weiß ich nicht was,
01:19:22ja,
01:19:23und das war eigentlich
01:19:24der Ursprung gewesen
01:19:25und da
01:19:26bin ich der Meinung,
01:19:27hätte man mit
01:19:28Reden,
01:19:29also mit wirklich
01:19:29offenen Gesprächen,
01:19:31ohne dass man Angst
01:19:32haben muss,
01:19:33auch war ja,
01:19:33wenn ich jetzt hier was sage,
01:19:34dann bin ich gleich
01:19:35ein Rassisten,
01:19:36ein Faschisten,
01:19:37ein Neonazi,
01:19:38ein Revanchist,
01:19:39ein,
01:19:39weiß ich nicht alles,
01:19:41und da hätte man
01:19:42auch noch was machen können.
01:19:57Abfall will immer noch
01:19:58über die Grenze,
01:19:59sein Antrag auf Ausreise
01:20:01in die BRD
01:20:01ist noch nicht genehmigt.
01:20:04Wir trafen ihn
01:20:05während der Arbeit
01:20:06auf einem Friedhof.
01:20:33Kommst du noch ein bisschen
01:20:33näher ran,
01:20:34vielleicht mit dem Mikro?
01:20:38Abfall ist ja noch nicht
01:20:39gerade hier eine Traumtätigkeit,
01:20:41wie bist du denn dazu gekommen?
01:20:43Ja,
01:20:45Traumtätigkeit,
01:20:46würde ich dazu sagen,
01:20:48das ist der einzig
01:20:48verfügbare Job
01:20:49für mich zur Zeit.
01:20:52Aufgrund von
01:20:54Ausreise
01:20:54in den US
01:20:56bin ich ein Jahr
01:20:57nach Arbeit
01:20:59gelaufen,
01:21:00mehreren Betrieben,
01:21:02die letzte Ablehnung
01:21:03kam von der Zero,
01:21:05kann ich dazu sagen,
01:21:07naja, und Kirche,
01:21:09zu quasi
01:21:10das Einzige,
01:21:11was hier übrig bleibt.
01:21:13Der Dienst ist 400 Mark
01:21:14im Monat
01:21:15auf der Hand
01:21:18und damit lebt man.
01:21:20Und was empfindest du,
01:21:21wenn du diese Arbeit machst hier?
01:21:23Na ja,
01:21:23den ersten Tag
01:21:26war es ein bisschen
01:21:28ungewohnt.
01:21:28Man kennt es vielleicht
01:21:29von Filmen hier,
01:21:31Späherdung selber
01:21:32bin ich jungen gewesen,
01:21:33bei Verwandten und so weiter.
01:21:36Aber das selber
01:21:37machen,
01:21:38das ist natürlich nicht so.
01:21:40Aber das wird mit der Zeit
01:21:41auch zu einer Arbeit,
01:21:43wie jeder andere auch,
01:21:44gemacht werden muss.
01:21:48Empfinden,
01:21:48erkennen die Leute nicht,
01:21:49weil ich bin auch
01:21:50in diese Beerdigung
01:21:52und sowas passiert,
01:21:54ich glaube täglich
01:21:55oder in der Woche
01:21:56zweimal
01:21:58läuft der Dinge
01:21:59und stumpft irgendwo ab dabei.
01:22:03Ich meine,
01:22:04ich reiße hier keine Witze
01:22:05oder so ähnlich,
01:22:06aber
01:22:09sind oben in der Arbeit.
01:22:13Ist das jetzt ein Punkt,
01:22:14nicht jedermanns Sache.
01:22:15Ist das jetzt ein Punkt,
01:22:16den du dir
01:22:17so vorgestellt hast,
01:22:19dass du mal irgendwann
01:22:20hier stehen wirst
01:22:21oder was war eigentlich
01:22:21so dein Ziel,
01:22:22wo du hin wolltest?
01:22:24Wo du stehen wolltest
01:22:25und arbeiten?
01:22:26Also wenn ich die Wahl hätte,
01:22:28aus eigenem Wunsch.
01:22:29Wenn es so gelaufen wäre,
01:22:30wie du wolltest.
01:22:32Ja, dann hätte ich
01:22:33einen Requisite-Job.
01:22:34Du weißt ja,
01:22:35du warst bei mir
01:22:36schon mal in der Bude,
01:22:37dass ich immer
01:22:38so ein bisschen Zeug brauche.
01:22:39Helme,
01:22:40Säbel und so weiter.
01:22:41Nach Möglichkeiten
01:22:42ist natürlich
01:22:43alles ein bisschen
01:22:44beschränkt,
01:22:45vielmehr.
01:22:45In früheren Jahren
01:22:46habe ich das gemacht.
01:22:47Und sowas schwebt mir
01:22:48eigentlich vor.
01:22:49Mal.
01:22:50Irgendwo,
01:22:51irgendwann.
01:22:52Aber dann auf der anderen Seite.
01:22:54Würdest du eine Möglichkeit
01:22:55sehen,
01:22:55es anzunehmen?
01:22:56Würdest du eine Möglichkeit
01:22:57sehen,
01:22:58das auch hier nochmal anzupacken?
01:23:00Kaum.
01:23:02Unwahrscheinlich.
01:23:03Warum?
01:23:04So konsequent?
01:23:05Die Zeichen der Zeit
01:23:06sind schlecht.
01:23:09Konsequent.
01:23:10Ich meine,
01:23:11ich bin ja nicht alleine.
01:23:12Ich schweige das nur.
01:23:13Das sind,
01:23:14die Zahlen sind zwar
01:23:16nicht so bekannt,
01:23:17aber irgendwo doch,
01:23:18man trifft genug Leute.
01:23:20Das Problem ist immer
01:23:21das gleiche.
01:23:24Aber bei der Wurzel
01:23:25wird das nicht gepackt.
01:23:27Und so lange wird das
01:23:28segt ja hier noch nichts
01:23:29wachsen.
01:23:30Kannst du einen Hauptgrund
01:23:31nennen,
01:23:32warum du weg willst?
01:23:35Vielleicht nur
01:23:36einen Hauptgrund.
01:23:37Also der Hauptgrund
01:23:38ist frei zu sein.
01:23:40Ich liebe ich,
01:23:41meinen Wohnort
01:23:41oder Wohnsitz zu wählen,
01:23:43wenn ich jetzt
01:23:43meinetwegen Lust habe,
01:23:44mir zwei Jahre
01:23:46in den kanadischen
01:23:46Wäldern rumzudrücken.
01:23:48Das sind Träume,
01:23:49aber die müssen auch
01:23:49erfüllbar sein.
01:23:51Dass mir das keiner
01:23:51verwehren kann.
01:23:52Und wenn ich dann
01:23:53scheitere,
01:23:53wenn es mir doch nicht
01:23:54gefällt,
01:23:54da hin wieder zurückzukehren
01:23:55oder woanders
01:23:56das zu versuchen.
01:23:57Wäldern rumzudrücken.
01:24:13Wäldern rumzudrücken.
01:24:15Wäldern rumzuprücken.
01:24:27Wäldern rumzuzend.
01:24:30Wein 12.4L.
01:24:32Wein 14.4L.
01:24:37Untertitelung des ZDF für funk, 2017
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01:27:18Untertitelung des ZDF für funk, 2017
01:27:22Vielen Dank.
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