- vor 1 Tag
Kategorie
🎥
KurzfilmeTranskript
00:07Musik
00:38Musik
01:04Musik
01:33Musik
02:20Was hat denn der Notarzt gesagt?
02:22Die Feuerwehr war um kurz vor acht hier, aber da war er schon tot.
02:24Konnte nichts mehr für ihn tun.
02:26Unheimlich, was für Kräfte da auf einen einwirken.
02:30Er muss total konzentriert sein.
02:31Er hat die innere Blutung, aber getötet hat ihn höchstwahrscheinlich der Genickbruch.
02:39Die Technik ist sich sicher. Der Wagen wurde manipuliert.
02:43Okay.
02:46Robert Kampmann, 35, ledig. Stammt aus einer wohlhabenden Familie. Sagt euch Kampo med was?
02:52Medizintechnik, oder?
02:53Die rüsten seit 100 Jahren OPs auf der ganzen Welt aus. Robert Kampmann ist einer von zwei Erben.
02:59Ihnen gehört der ganze Spaß hier. Aber für das nötige Kleingeld kann ja jeder mal die Sau rauslassen.
03:04Entsprechend schwierig ist die Spurenlage.
03:23Das ist sein Neffe Jakob. Er ist erst 20.
03:27Sieht aus, als wäre Jakob die Nummer eins im Team.
03:28Ja, der fährt auch seitdem er laufen kann. Die haben den ganzen Landstall wahrscheinlich nur für ihn gebaut.
03:34Hier, der war in seiner Tasche. Sein Auto steht auch noch draußen. Handy, Ausweis, alles da.
03:40Besorgst du mir bitte alles, was du über Robert Kampmann finden kannst? Von der Schulzeit an.
03:44Okay.
03:47Kampmann saß im Gefängnis. Unfall mit Fahrerflucht. Ein Frau ist dabei ins Leben gekommen.
03:51Wann war denn das?
03:52Vor fünf Jahren. Er hat dann knapp zwei eingesessen.
03:56Klingt nach einem milden Urteil. Prüf das bitte mal genau.
03:59Mach ich.
04:00Das ist los.
04:30Untertitelung. BR 2018
05:01Untertitelung. BR 2018
05:30Schumann LKA. Du musst Jakob sein, oder?
05:36Alles okay?
05:42Was wollen Sie hier?
05:44Dein Onkel Robert.
05:46Er ist nicht da.
05:50Er ist heute Morgen gestorben.
05:52In seinem Wagen. Auf eurer Strecke.
06:00Das kann nicht sein.
06:03Leider doch, Jakob.
06:07Ein Unfall, oder?
06:09Im Moment gehen wir davon aus, dass es kein Unfall gewesen ist.
06:19Das kann ich nicht!
06:21Das kann ich nicht!
06:23Das kann ich nicht!
06:46Aber warum?
06:50Wissen Sie schon irgendwas genaueres?
06:53Wann hast du deinen Onkel zuletzt gesehen?
06:55Gestern.
06:57An der Strecke.
06:59Ganz normal, wie immer.
07:01Robert wollte noch eine Runde drehen, als ich los bin.
07:05Wir waren ein Team, aber du bist hier reingefahren.
07:09Robert meint, dass ich mehr Talent habe als er.
07:12Wer von uns beiden war für die Motoren zuständig?
07:15Robert und unsere Techniker.
07:19Ich gehe mal davon aus, dass die Wagen hochgetunt waren.
07:23Hat Robert die Software auch selber programmiert?
07:26Das haben wir vom Spezialisten machen lassen.
07:29Robert hat die da nur eingebaut.
07:31Und du hast nie so ein bisschen rumgeschraubt?
07:34Auch nicht an deinem eigenen Fahrzeug?
07:37Sag schon.
07:39Aber ich habe meistens meinen Input gegeben,
07:41wie es sich auf der Strecke anfühlt.
07:44Wenn du nachts in der Stadt unterwegs warst,
07:46dann hast du oft hier übernachtet, oder?
07:52Hast du dich denn nicht gewundert,
07:53dass er nicht hier war, als du gekommen bist?
07:57Das kam häufiger vor.
07:58Also war er selten hier.
08:01Wo hat er denn wirklich gewohnt?
08:17Wo hat er denn wirklich gewohnt?
08:33Seitdem er wieder bei uns ist,
08:35wohnt er die meiste Zeit da drüben.
08:37Was hat der Robert denn gegen seine Wohnung?
08:39Der meinte mal,
08:40dass sie zu weit weg von der Familie ist.
08:44Und was sagte dein Vater dazu?
08:48Fangen Sie ihn lieber selber.
08:51Ich komme gleich nach.
08:56Die Firma Campomet ist ein traditionsreiches Familienunternehmen.
09:00Wird jetzt geführt von Markus Kampmann,
09:01dem Bruder des Toten.
09:03Der Vater, Hans-Georg Kampmann,
09:06ist 1990 verstorben.
09:08Zu Roberts Rolle in der Firma gibt es keine Einträge.
09:11Gut.
09:11Ich danke dir.
09:12Bis später.
09:28Kann ich Ihnen etwas anbieten?
09:30Kaffee?
09:32Gerne.
09:52Danke, Maria.
10:00Ihr Bruder hat nie in Ihrem Unternehmen gearbeitet.
10:04Leider, nein.
10:06Hätten Sie ihn gerne an Ihrer Seite gehabt?
10:08Selbstverständlich.
10:10Es war immer der Wunsch unseres Vaters,
10:11dass seine beiden Söhne die Familientradition fortführen.
10:14Und ich hätte die Verantwortung sehr gerne mit ihm geteilt.
10:17Warum wollte er das nicht?
10:18Robert hat sich nie für unser Themenfeld interessiert.
10:22Für was dann?
10:23Ach, das war weit gefächert.
10:27Heute dies, morgen jenes.
10:28Das hat sich öfter mal verändert.
10:35Das habe ich in seinem Portemonnaie gefunden.
10:46Es muss Ende der Achtziger gewesen sein an 89 oder 90.
10:54Das ist jetzt 90.
10:56Als die Welt noch in Ordnung war.
10:58Bitte was?
10:59Ja, in dem Jahr ist ja kurz darauf Ihr Vater gestorben.
11:02Ja.
11:02Robert war damals gerade mal sieben Jahre alt.
11:05Vielleicht war das ja der Auslöser dafür,
11:08dass er dann immer wieder die Gefahr gesucht hat.
11:11Das mag schon sein.
11:13Aber nicht nur danach.
11:17Es gab eine Zeit,
11:19als ich in unser Unternehmen eingestiegen bin,
11:21da hat Robert Rhein gar nichts ausgelassen.
11:25Während Sie sich um alles gekümmert haben?
11:27Ich war nun mal der Erstgeborene.
11:29So war das vorgesehen.
11:32Durch die unglücklichen Umstände
11:33ist es dann eben früher dazu gekommen.
11:35Sie mussten quasi im Schnelldurchlauf erwachsen werden.
11:42Worauf wollen Sie hinaus, Herr Schumann?
11:44Sie machen die ganze Arbeit.
11:46Immer schon.
11:49Wenn Ihr Bruder Robert durch die Weltgeschichte reist,
11:52mit schnellen Autos durch die Gegend brettert,
11:55stelle ich mir nicht immer ganz einfach vor.
11:56Um genau zu sein,
11:57habe ich ihn dabei immer unterstützt.
12:00Ich glaube,
12:01Sie haben keine Vorstellung von unseren Prinzipien.
12:03Jakob, überleg es dir doch mal.
12:06Sie bleibt doch mal.
12:08Sie bleiben, Sie aber nicht mehr bleiben.
12:14Und jetzt?
12:17Entscheidungen sich bitte kurz.
12:19Jakob?
12:22Jakob!
12:24Jakob!
12:28Du Lanta, du Lanta, lass es.
12:43Der Junge kommt in den Rechenmann.
12:48Bereiten Sie das jetzt in den Scherz.
13:04Guten Tag.
13:06Hallo.
13:15Mutter, was tust du?
13:18Herr Schumann, ich muss Sie jetzt bitten zu gehen.
13:21Meine Mutter braucht ihre Ruhe. Sie hat ein Beruhigungsmittel bekommen.
13:23Als sie es erfahren hat.
13:25Natürlich. Nur eins noch.
13:27Ich habe heute Morgen Jakob in Roberts Wohnung getroffen.
13:31Die beiden hatten ein gutes Verhältnis. Seit wann eigentlich?
13:34Schon immer. Jakob hat zu Robert aufgeschaut.
13:38Mutter, du musst jetzt wirklich...
13:40Maria, bitte.
13:42Die Öfterzimmer, ja?
13:46Kommen Sie, Gott, Mann.
13:49Kommen Sie.
13:57Aber an ihm hat Roberts sein Interesse nicht verloren.
14:01Heute so, morgen so.
14:03Ja, die ersten Jahre vielleicht schon.
14:06Später war das dann sehr stabil.
14:08Seit die beiden zusammen Rennen gefahren sind.
14:11Mir wäre es auch lieber gewesen. Sie wären segeln gegangen.
14:14Aber das ist nun mal Ihr Hobby.
14:16Wirklich gefallen haben kann Ihnen ja Roberts Einfluss auf Jakob nicht.
14:19Ich verstehe, was Sie meinen.
14:22Die Haftstrafe meines Bruders.
14:24Robert hat einen Fehler begangen.
14:25Ja.
14:27Aber er hat Verantwortung übernommen und sich gestellt.
14:29Und was Jakob anbelangt,
14:31so traue ich meinem Sohn durchaus zu,
14:32nicht jeden Fehler seines Onkels wiederholen zu müssen.
14:35Und jetzt wüsste ich noch gerne,
14:36was das alles mit Roberts Tod zu tun hat.
14:39Das versuche ich ja gerade rauszufinden.
15:08Und jetzt wüsste ich mich.
15:16Chip-Tuning nennt sich das.
15:18Da kannst du durch die richtige Programmierung
15:19fast alles elektronisch steuern.
15:21Und was genau wurde bei Kampmann manipuliert?
15:23Die Techniker gehen davon aus,
15:25dass die Manipulation des Chips
15:26zum Ausfall der elektronischen Geräte geführt hat.
15:29Die Räder haben blockiert, die Reifen versagt
15:31und wir haben auch keine auffälligen frischen Bremsspuren
15:34am Tatort gefunden.
15:35Was hat die Analyse des Crash-Hergangs ergeben?
15:37Nach der Blockade der Räder ist der Wagen
15:40mit hoher Geschwindigkeit mehrfach um die eigene Achse gedreht
15:42und jedes Mal gegen die Betonwand geknallt,
15:44bis er zum Stehen kam.
15:45Wer auch immer den Chip manipuliert hat,
15:47wusste, dass Robert Kampmann nichts davon hielt,
15:49beim Training einen Helm zu tragen.
15:51Es sieht auf jeden Fall alles ziemlich professionell aus.
15:54Robert ist erst seit seiner Entlassung dabei,
15:56also seit zwei Jahren,
15:57und hat den Rennstern alleine gegründet.
15:59Jakob fährt zu Seiten einem guten Jahr.
16:01Seitdem gewinnt Kampmann-Racing jedes Rennen.
16:05Wer eifert da wen nach?
16:07Kann man nicht vorstellen,
16:08dass Markus Kampmann seinen Bruder gebeten hat,
16:10Trainer oder Teamchef Jakob zu werden.
16:13Warum also hat Robert Kampmann überhaupt damit angefangen?
16:16Was haben wir noch alles über die Familie?
16:18Die lassen kaum was nach außen dringen,
16:20und wenn, dann nur Positives.
16:21Alles mustergültig, bis auf Robert eben.
16:24Er war sozusagen das schwarze Schaf.
16:26Ein abgebrochenes Soziologiestudium in Berlin,
16:28dann war er bei der Antifa und wurde dort mehrfach
16:31wegen Gewaltdelikten bei Demos festgenommen.
16:34Multimillionär bei der Antifa.
16:36Dann war er ein paar Jahre völlig von der Bildfläche verschwunden.
16:40Angeblich auf Weltreise.
16:41Und kommt es ein knappes halbes Jahr wieder zurück,
16:45baut er diesen Unfall und wandert ein.
16:47Er ist angetrunken und mit viel zu hoher Geschwindigkeit
16:49über eine rote Ampel gerauscht
16:51und hat Frauke Overdijk frontal erwischt.
16:54Sie lag mehrere Wochen im Koma
16:56und ist an den Folgen gestorben.
17:00Er überfährt einen Menschen
17:02und steigt kurz darauf auf noch schnellere Wagen um.
17:05Das passt da überhaupt nicht zusammen.
17:06Das ist der Ehemann, Arndt Overdijk.
17:09Er trat als Nebenkläger auf.
17:11Die Staatsanwaltschaft wollte die Höchststrafe.
17:13Fünf Jahre. Ohne Erfolg.
17:33Ich hätte gedacht, dass ich irgendwie erleichtert bin,
17:35wenn ich diese Nachricht höre.
17:39Herr Overdijk, Robert Kampmann kam nach dem Unfall...
17:42Unfall?
17:43Das war Mord.
17:44Er hat meine Frau umgebracht.
17:48Entschuldigung.
17:50Das ist sicherlich eine sehr schwierige Situation für Sie.
17:52Das verstehe ich.
17:53Verstehen Sie das, ja?
17:54Ist Ihre Familie auch zerstört worden
17:56und der Mann, der das getan hat,
17:58darf nach zwei Jahren wieder frei rumtonen.
18:08Aber was würden Sie denken?
18:10Wahrscheinlich genau das Gleiche wie Sie.
18:13Allerdings halte ich nichts von Selbstjustiz.
18:16Ach, das.
18:17Ja, genau das.
18:19Sie haben Kampmann bedroht.
18:21Mehrfach.
18:22Aber das ist doch mittlerweile schon ewig her.
18:24Roberts Familie hat Sie finanziell sehr großzügig unterstützt.
18:27Diese Leute denken, dass sie mit Geld alles regeln können.
18:30Aber eine Entschuldigung,
18:31die hat Kampmann bis heute nicht hinbekommen.
18:33Nicht mal als er nach seiner Entlassung hier auf einmal aufgetaucht ist.
18:36Ist von sich aus zu Ihnen gekommen?
18:38Warum?
18:39Ja, woher soll ich das wissen?
18:41Es war, als ob er uns quälen wollte.
18:43Es war gerade ein bisschen Ruhe eingekehrt
18:45und plötzlich steht dieses Arschloch wieder vor der Tür
18:48und reißt alle Wunden auf.
18:50Wenn Sie sich erinnern, was genau er gesagt hat?
18:52Das Gleiche wie im Prozess.
18:53Es tut ihm wirklich leid, was passiert ist,
18:55aber er kann sich nicht dafür entschuldigen.
18:56Ist ja auch scheißegal.
18:57Ich habe ihm auf jeden Fall kein Wort geglaubt.
19:01In welchem Bereich programmieren Sie eigentlich?
19:03Für ein paar alte Kunden noch in allen möglichen Bereichen.
19:06Aber inzwischen habe ich mich
19:07auf automatisierte Produktionsprozesse spezialisiert.
19:10Und zu den alten Kunden gehören nicht zufällig Leute aus dem Rennsport?
19:14Auf gar keinen Fall.
19:15Ich habe nichts übrig für Idioten, die im Kreis rumfahren.
19:40Jakob hat anscheinend nur darauf gewartet,
19:41bis die KTO hier fertig war.
19:43Dann hat er die Siegel durchbrochen und ist los.
19:48Hallo Frau Kampmann.
19:51Was ist passiert?
19:54Jakob hat sich in Roberts Wohnung zurückgezogen
19:56und als ich angekommen bin, ist er sofort weggelaufen.
20:22Jakob?
20:34Alles wird gut, mein Scheiße.
20:36Du schaffst es.
20:38Ich bin bei dir.
20:40Sie waren von Anfang an gegen dieses Hobby, oder?
20:44Welche Mutter wäre das nicht?
20:46Wir haben ja gesehen, was für ein Risiko
20:47dieser Sport mit sich bringen kann.
20:51Das, was Robert passiert ist, das war kein Unfall, Frau Kampmann.
20:55Er ist bestimmt kein einfacher Mensch gewesen.
20:58Aber wer würde ihn deswegen umbringen?
21:00Woher soll ich das wissen?
21:02Er war Ihr Schwager.
21:04Hat bei Ihnen auf dem Grundstück gewohnt.
21:06Und Jakob war seine wichtigste Bezugsperson.
21:09Das hat sich in Roberts Leben häufiger mal geändert.
21:15Haben Sie ihm eigentlich während seiner Abwesenheit
21:18die Wohnung gekauft?
21:21Warum fragen Sie?
21:24Ich hatte den Eindruck, dass das nicht wirklich Roberts Ort ist.
21:27Dass er sich da nicht zu Hause gefühlt hat.
21:31Mama und ich haben gedacht, dass es ihm gut tut,
21:34endlich mal auf eigenem Bein zu stehen.
21:36Vielleicht wollte Ihr Mann ihn ja auch einfach nur loswerden.
21:38Wie damals, als er ihn ins Ausland abgeschoben hat.
21:41Robert hat sich selbst abgeschoben.
21:43Er ist um die ganze Welt gereist,
21:44aber im Grunde war er immer noch auf der Suche nach sich selbst.
21:46Während Ihr Mann sich für das Unternehmen aufopferte.
21:51Ja, mir stimmt es,
21:53wenn man sehr früh Verantwortung übernehmen musste.
21:56Und dass sein kleiner Bruder
21:57vor dieser Herausforderung immer weggelaufen ist.
22:00Warum war das so?
22:02Seitdem ich Robert kenne,
22:03hat er so was Trauriges,
22:06Verzweifeltes an sich.
22:08Warum ist er in das Geste rausgezogen,
22:10als er aus dem Ausland zurückkam?
22:13Warum hat er immer wieder,
22:15auch nach dem Gefängnisaufenthalt,
22:17hier gewohnt?
22:18Was hat ihn da festgehalten?
22:23Robert war einsam.
22:24Er hat immer die Nähe der Familie gesucht.
22:26–
22:28–
22:57Musik
22:57Jakob ist noch immer völlig neben sich. Ich glaube, der wollte mit seiner Tourgurt eben was testen.
23:02Wahrscheinlich, ob der Anschlag auch wirklich Robert gegolten hat. Und das hat er.
23:07Jakob ist alle Rennen gefahren. Damit können wir die Konkurrenten ausschließen. Was ist mit Overdeak?
23:12Er hat ein gutes Motiv. Und das notwendige Know-how.
23:18Ansonsten hatte Robert scheinbar weder Feinde noch Freunde außerhalb der Familie.
23:23Vielleicht beides innerhalb. Bis später.
23:25Bis später.
23:38Hallo, Lara. Wo bist denn du?
23:41Ganz in deiner Nähe.
23:50Zeit, Feierabend zu machen, Herr Kommissar.
23:53Mal wieder abonniere mich.
23:55Zeig nehmen sie sich.
23:56Mal wieder abonniere mich.
24:13Sowel die Augen, lustig werden nicht, str Henri von Säpfer rode in İstanbul.
24:16Men ihm här zu fast, können wirặn.
24:22Mal wieder reif primary.
24:33Negativ, glaube ich.
24:37Aber ich lasse mich vorsichtshalber noch mal untersuchen.
24:47Hattest du Angst?
24:50Angst?
24:54Nein.
25:03Ja?
25:06Okay, ja, bin gleich da.
25:13Und schon ist er wieder weg.
25:23Wäre Kampmann mit einem Helm an die Kopf- und Nackenstütze angeschlossen gewesen, wäre ihm nicht viel passiert.
25:28Der Täter muss gewusst haben, dass er so leichtsinnig unterwegs war.
25:35Die Narben sind schon älter, die haben nichts mit dem Crash zu tun.
25:38Sind das Brandnamen?
25:39Ja, muss er sich in einem Feuer geholt haben.
25:41Bist du in der Einung wann?
25:43Ja genau, datieren lässt sich das nicht, aber müsste mindestens 25 Jahre her sein.
25:47Eher mehr.
25:50Was hat das Gespräch mit Roberts Therapeutin ergeben?
25:53Aufgrund der ärztlichen Schweigepflicht konnte sie mir keine Details über die Therapie mitteilen.
25:57Zum Tod von Kampmann Senior im Jahre 1990 gibt es eine Polizeiakte.
26:02Er ist bei einem Brand im Gästehaus seines Anwesens ums Leben gekommen.
26:07Todesursache, die Explosion einer Gasflasche, nachdem das Haus bereits in Flammen gestanden hat.
26:13Was ist mit den Zeugenaussagen von der Familie von damals?
26:15Markus Kampmann, seine Mutter, sein kleiner Bruder.
26:18Laut Frau Kampmann Senior haben Sie und Ihr Sohn Markus im Haupthaus geschlafen, als das Feuer ausbrach und wurden davon
26:25geweckt.
26:25Sie hat dann sofort die Feuerwehr gerufen.
26:28Irgendwas stimmt da nicht.
26:31Robert Kampmann macht im Gefängnis eine Therapie, die mit dem Unfall überhaupt nichts zu tun hat.
26:36Und was seinen Tod und das Feuer im Gästehaus betrifft, hat sich die Familie merkwürdig bedeckt.
26:49Wann wurde eigentlich das Gästehaus restauriert?
26:531990, nach dem Brand.
26:56Als Ihr Vater gestorben war.
26:59Das ist ein sehr dunkler Fleck auf unserer Familiengeschichte.
27:03Wird das deswegen von der ganzen Familie totgeschwiegen?
27:07Das wird es nicht.
27:08Wir sprechen da nicht gerne darüber.
27:10Auch wenn es lange her ist, ist es immer noch sehr schmerzhaft.
27:13Das kann ich verstehen.
27:36Im Haupthaus war noch genug Platz.
27:39Robert wollte unbedingt hier wohnen.
27:41Warum?
27:43Das weiß ich wirklich nicht, Herr Schumann.
27:47Ihr Bruder war hier, als das Feuer ausbrach.
27:50Und Ihr Vater hat ihn dann gerettet.
27:55Ja?
28:02Da konnte Robert gerade noch aus dem brennenden Haus ziehen.
28:06Da ist er zurück hinein, um nach mir zu suchen.
28:11Dann durch die Explosion einer Gasflasche in der Küche ums Leben gekommen.
28:17Ihr Bruder hat sich schuldig gefühlt.
28:19Im Tod Ihres Vaters.
28:21Das mag schon sein, aber es war ein Unfall.
28:25Wir haben das Robert auch immer und immer wieder versichert.
28:31Ich weiß auch nicht, warum er unbedingt hier wohnen wollte.
28:34Sie hat meinen Bruder nicht gekannt.
28:36Sein Handeln war nicht immer nachvollziehbar.
28:42Er hat sich ja dann auch noch lebenslanges Wohnrecht zusichern lassen.
28:46Das hat ihm Ihre Mutter zugestanden, als er aus dem Gefängnis zurückkam.
28:53Ja, selbstverständlich.
28:55Robert war immer Ihr Prinz.
28:56Sie hat alles für ihn getan.
29:00Was war seine Gegenleistung?
29:02Ein Tässchen Tee, ein Spaziergang hin und wieder.
29:05Viel war da nicht nötig.
29:08Wenn Sie sich um die Firma kümmerten, brauchte Ihr kleiner Bruder nur mit dem Finger zu schnitten.
29:13Das hat er ja auch oft getan.
29:15Kann die Wut schon mal hochkochen.
29:21Gefallen hat mir das nicht immer.
29:23Das ist ja auch nichts Außergewöhnliches.
29:25Unterbrüdern.
29:26Kleine Rivalität.
29:27Oder?
29:30Hat Ihr Bruder eigentlich mit Ihnen über die Vorfälle von damals gesprochen,
29:33als er aus dem Gefängnis kam?
29:34Über das Feuer?
29:35Nein, hat er nicht.
29:39Ihr Bruder hat im Gefängnis eine Therapie begonnen.
29:42Irgendwas muss ihn sehr beschäftigt haben.
29:46Warum macht er eine Hypnose-Therapie?
29:49Darüber hat er nicht mit mir gesprochen.
29:59Mochten Sie Ihren Bruder, Herr Kampmann?
30:04Was ist denn das für eine Frage?
30:07Ich habe meinen Bruder geliebt.
30:33Kann man euch nicht mal eine Sekunde alleine lassen?
31:03Ich würde gerne noch mal mit Ihrer Mutter sprechen.
31:07Ist das wirklich nötig?
31:08Meine Mutter ist im Augenblick sehr labil und braucht ihre Ruhe.
31:11Den Eindruck hatte ich gerade gar nicht.
31:52Untertitelung des ZDF für funk, 2017
31:54Schauen Sie, hier hat er mich in die Seite gekniffen.
31:59Das hat er schon immer auf Fotos gemacht.
32:03Das müsste die letzte gemeinsame Aufnahme von uns Vieren sein.
32:09Ich weiß, dass Robert sie immer bei sich getragen hat.
32:12Egal, wo er gerade war.
32:15Ihr jüngerer Sohn war viel unterwegs.
32:19Oh ja, schon als Kind.
32:21Und ich war immer in Sorge, dass...
32:25Aber...
32:27Am Ende ist er ja immer wieder nach Hause gekommen.
32:31Das war bestimmt schwierig für Sie.
32:33Für die ganze Familie.
32:34Ja, so war Robert nun mal.
32:38Aber beim letzten Mal hat er mir ja versprochen,
32:41für immer zu bleiben und sich um mich zu kümmern.
32:46Markus hat das bestimmt nicht immer gefallen.
32:49Ach na ja, also natürlich war er nicht mit allem einverstanden.
32:52Das ist bei Brüdern ja ganz normal.
32:57Aber nach dem Tod meines Mannes hat er sich immer um Robert gekümmert.
33:01Mit allem, was dazu gehört.
33:05Wie war denn eigentlich das Verhältnis der beiden Jungs zu Ihrem Vater?
33:12Hans-Georg war sicher strenger zu Markus.
33:16Aber im Grunde seines Herzens hat er auch beide geliebt.
33:21Wie ich.
33:24Wussten Ihre Söhne das auch?
33:30Was ist eigentlich damals in dieser Nacht im Gästehaus passiert, Frau Kappmann?
33:37Das war ein Unfall.
33:41Ein...
33:43schrecklicher Unfall.
33:46Wie ist das Feuer ausgebrochen?
33:55Hat Robert gezündelt?
33:57Ja.
33:59Das machen ja alle Jungen gern.
34:03Es war ein heißer Sommer.
34:07Bis wir wach wurden, da hatte schon Lichterloh gebrannt.
34:12Und Georg hat Robert gerettet und...
34:18Dann ist er dabei selber.
34:27Und wie ist Robert damit klargekommen?
34:36Er kann sich bis heute an nichts erinnern.
34:39Aber ich habe irgendwie das Gefühl, dass er...
34:45Er hatte versucht, seine Schuld gegenüber Ihnen und Markus zu begleichen.
34:52Bitte was?
34:53Wo war Markus in dieser Nacht?
34:56Markus hat hier oben im Haus geschlafen.
34:59Er hat davon nichts mitbekommen.
35:01Und erst am nächsten Morgen von der ganzen Tragödie erfahren.
35:05Robert war ja dann...
35:08...noch mal in einen Unfall verwickelt.
35:14Nach dem Gefängnis war er völlig verändert.
35:17Hat er Ihnen erzählt, dass er eine Therapie gemacht hat dort?
35:24Nein.
35:25Das klingt vielleicht merkwürdig, aber...
35:28Nach seinem Gefängnisaufenthalt war er irgendwie...
35:33...aufgeräumter.
35:36Auch als neulich dieser...
35:39Wie heißt er doch gleich?
35:43Meinen Sie Herrn Overdick?
35:47Jetzt gehen Sie wirklich zu weit, Herr Schumann.
35:49Lass gut sein, Jola.
35:52Wir unterhalten uns nur.
35:54Bitte setz dich doch zu uns.
35:58Was ist denn eigentlich los?
36:00So ein Aufruhr.
36:05Wir machen uns eben Sorgen, Mutter.
36:08Du musst dich schon.
36:11So.
36:14Ich würde gerne einen Moment mit Ihnen und Ihrem Mann allein sprechen.
36:31Alles Gute, Frau Kampmann.
36:53Was wollen Sie denn noch, Herr Schumann?
36:55Ich habe noch ganz viele Fragen.
36:57Eine davon wäre zum Beispiel...
36:59Was hatte Ihr Bruder gegen Sie in der Hand?
37:03Nichts.
37:05Außer, dass er mein kleiner Bruder war.
37:09Aber Sie wollten nicht, dass er immer wieder zurückkommt?
37:13Bei dem Aufruhr, den er ständig verursacht hat.
37:16Sie haben wirklich alles versucht, um ihn so fern wie möglich von sich zu halten.
37:20Mit Reisen, mit der Wohnung, mit dem Rennstall.
37:24Das ist lächerlich.
37:25Der Rennstall war allein seine Idee.
37:29Sie wissen doch genau, was ich meine.
37:30Was meinen Sie denn, Herr Schumann?
37:36Wenn Sie Robert endgültig rausgeworfen hätten,
37:39dann hätten Sie Ihrer Mutter das Herz gebrochen.
37:49Sie haben doch vielleicht gemerkt, dass meine Mutter...
37:53Sie hat die letzten Jahre sehr abgebaut.
37:56Aber wenn Robert da war, dann ging es ihr einfach besser.
38:01Sie haben das Ihr Leben lang mitgemacht, weil das nun mal so ist?
38:06Das ist wirklich bemerkenswert.
38:08Worauf wollen Sie hinaus?
38:11Ich möchte wissen, wer Ihren Schwager ermordet hat.
38:15Was glauben Sie, Herr Kampmann?
38:18Wer könnte ein Motiv gehabt haben, Ihren Bruder umzubringen?
38:21Das möchten wir eigentlich von Ihnen erfahren, Herr Schumann.
38:26Ich glaube, Ihr Bruder hat sich sehr verändert,
38:28als er aus dem Gefängnis zurückkam.
38:30Er ging Ihnen auf die Nerven.
38:32Wahrscheinlich wollte er sich von Ihnen
38:33nicht mehr so als Loser abspeisen lassen.
38:35Ich glaube,
38:37er wollte seinen fairen Anteil an Ihrem Unternehmen.
38:40Was glauben Sie, Herr Kampmann?
38:41Ich finde, wir haben uns jetzt genug Zeit für Sie genommen, Herr Schumann.
38:44Und es wäre schön, wenn Sie uns mit weiteren Spekulationen verschonen würden.
38:47Mama und ich haben heute noch einiges zu tun,
38:49denn ganz nebenbei führen wir ein großes Unternehmen.
38:56Eine Frage beschäftigt mich allerdings noch.
38:58Was glauben Sie, Herr Kampmann,
39:01für wen hätte Ihr Bruder freiwillig
39:03zwei Jahre lang im Gefängnis gesessen?
39:05Für eine Tat, die er gar nicht begangen hat?
39:07Für Sie oder für Ihren Sohn?
39:10Ich glaube, ich bringe es gerne.
39:11Danke, ich kenne den Weg.
39:49Das ist der Anrufbeantworter von Lara Soloviev.
39:52Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht.
39:55Bruno,
39:57Overdick hat direkt zugegeben,
39:58dass er nochmal bei den Kampmanns war.
40:00Was wollte er von Ihnen?
40:02Kannst Sie ihn selber fragen.
40:03Er sieht es im Vernehmungsraum.
40:04Warum habt ihr ihn mitgenommen?
40:05Weil er genau dieses Teil hier
40:07vor einem Monat im Internet bestellt hat.
40:17Wissen Sie, was das ist?
40:20Klar, das ist ein Basismodell
40:22für sogenanntes Chip-Tuning bei Autos.
40:26Einen Tag, nachdem Sie bei Kampmann waren,
40:28haben Sie sich genau das im Internet bestellt.
40:30Na und?
40:31Dasselbe Modell
40:32wurde in Robert Kampmanns Rennwagen gefunden.
40:35Die Software war so programmiert,
40:37dass man die Elektronik des Wagens
40:38fernsteuern konnte.
40:39Moment, Moment, was unterstellen Sie mir denn da?
40:42Sowas kann doch jeder Hansel im Internet bestellen.
40:44In Ihrem Fall ist es aber etwas auffällig.
40:47Ich habe es ein Teil gekauft, ja.
40:49Aber ich habe es in meinem Auto eingebaut,
40:51um den Verbrauch zu regulieren.
40:53Wir werden das prüfen.
40:54Das können Sie gerne machen.
40:56Und außerdem,
40:57wenn ich Kampmanns Wagen manipuliert hätte,
41:00hätten Sie das ganz bestimmt
41:01nicht so schnell rausgefunden.
41:05Okay, danke.
41:06Die KTU ist auf dem Weg zu Oberdick.
41:08Ich glaube, den Weg können Sie sich sparen.
41:10Wie war nochmal genau der Ablauf des Unfalls?
41:13Es war mitten in der Nacht und gab offenbar keine Zeugen.
41:16Aber Robert hat sich am nächsten Morgen
41:17der Polizei gestellt und ausgesagt,
41:19er sei mit bekannten Feiern gewesen.
41:22Die Blutprobe hat einen hohen Alkoholwert bestätigt.
41:26Wieso stellt er sich freiwillig der Polizei?
41:29So ein Grenzgänger wie Robert,
41:31der hätte es doch durchgezogen.
41:32Hat er ja nichts zu verlieren.
41:34Vielleicht hat er Schiss bekommen,
41:35doch noch erwischt zu werden.
41:37Mhm.
41:38Mhm.
41:47Ich dachte,
41:48du rufst mal an,
41:49wenn du beim Arzt warst.
41:51Wenn ich schwanger wäre,
41:52hätte ich dich schon angerufen.
41:55Ach so.
42:02Ich bin nicht schwanger.
42:08Ja.
42:10Dann...
42:13Sehen wir uns morgen?
42:17Ja.
42:21Bis morgen.
42:22Okay.
42:27Okay.
42:29Amen.
43:03Morgen.
43:04Jan hat Kartenung gerufen.
43:06Er ist auf dem Weg zu Kampomet und meldet sich, wenn er was hat.
43:09Was, bist du da gestoßen?
43:11Ja, schaust dir an.
43:19Warum hast du den Vertrag nicht unterschrieben?
43:24Wovon reden Sie?
43:24Du hast im Sommer Testfahrten gemacht und ein Team hat dir einen Vertrag angeboten.
43:28Du hast sofort begeistert zugesagt, wie mir der Teamchef eben erzählt hat.
43:31Und letzte Woche aus heiterem Himmel und völlig ohne Grund wieder abgesagt.
43:35Ich habe es mir eben anders überlegt.
43:38Eine höhere Klasse? Ein besseres Auto?
43:41So eine Chance lässt man doch nicht einfach ziehen.
43:43Jedenfalls nicht freiwillig.
43:45Warum wollte Robert dich nicht gehen lassen?
43:47Er hätte dich doch angeblich immer so unterstützt.
43:49Hat er ja auch.
43:51Hat er gesagt, du kannst es nicht machen?
43:53Ihr habt das hier alles zusammen aufgebaut?
43:55Der hatte ja recht.
43:56Ich kann den ja nicht auch noch im Stich lassen.
43:59Wer hat den denn sonst noch im Stich gelassen?
44:06Wie war eigentlich das Verhältnis zwischen deinem Onkel und deinem Vater?
44:10Keine Ahnung.
44:12Die beiden sind so verschieden.
44:16War einer auf den anderen eifersüchtig?
44:21Irgendwie beide gegenseitig.
44:25Robert auf meinen Vater, weil er immer alles im Griff hat.
44:29Und der auf Robert, weil er eben Robert war.
44:40Sein Onkel fehlt dir sehr, oder?
44:44So wie Robert war keiner.
44:48Und das hier, das war sein Traum.
44:53Unser Traum.
44:57Seit wann wolltest du noch mal Rennfahrer werden?
45:01Ich hatte mein erstes Kart mit fünf.
45:05Aber dein Onkel, der hat sich ja erst vor zwei Jahren,
45:07als er aus dem Gefängnis kam,
45:10angefangen, überhaupt dafür zu interessieren.
45:14War ein Team.
45:16Ja, ja, natürlich.
45:18Ich glaube sogar, er hat das alles gemacht,
45:20um dich in seiner Nähe zu haben.
45:22Aber eben auch, um etwas gegen deinen Vater in der Hand zu haben.
45:26Was soll denn das jetzt heißen?
45:29Deine Eltern haben mehr als einmal versucht,
45:31Robert auf Distanz zu halten.
45:33Zum Beispiel die Wohnung,
45:35die nach seinem Gefängnisaufenthalt
45:37plötzlich für ihn bereit stand.
45:39Aber Robert wusste trotzdem,
45:41solange er dich in seiner Nähe hat,
45:44können sie ihn gar nicht loswerden.
45:47Soll es jetzt heißen, Robert hat mich nur benutzt, oder was?
45:50Nein.
45:52Ich glaube, er mochte dich wirklich.
45:57Habt ihr eigentlich öfter über die Vergangenheit geredet?
46:01Zum Beispiel über den Brand im Gästehaus?
46:05Oder über den Unfall,
46:07für den er ins Gefängnis gegangen ist?
46:10Nicht wirklich.
46:13Du kanntest deinen Onkel wahrscheinlich am besten.
46:16Was glaubst du?
46:18Hat er den Unfall wirklich selber gebaut?
46:22Oder hat er die Schuld auf sich genommen,
46:24um jemanden zu schützen, den er liebt?
46:27Das war's.
46:28Das war's.
46:38Das war's.
46:41Das war's.
46:43Das war's.
46:44Das war's.
46:48Das war's.
47:07Das war's.
47:13Das war's.
47:15Das war's.
47:17Ich glaube auch nicht, dass es ihm um Geld ging.
47:20Aber vielleicht um Gerechtigkeit.
47:22Keine Ahnung, wovon Sie reden.
47:25Der wollte nie was mit der Firma zu tun haben.
47:27Dein Onkel hat seinen Anwalt beauftragt, sich um seine Firmenanteile zu kümmern.
47:32Haben deine Eltern dir das nie gesagt?
47:33Mich interessiert die Firma meiner Eltern nicht und sie reden auch nicht darüber mit mir.
47:36Hast du am Steuer des Wagens gesessen, mit dem Frau Overdick überfahren wurde?
47:39Nein!
47:39Wer dann?
47:40Robert!
47:41Das glaube ich dir nicht.
47:42Es ist mir scheißegal, was sie glauben!
47:44Für wen ist dein Onkel?
47:45Ich bin für zwei Jahre ins Gefängnis gegangen!
48:24Wir werden schon erwartet.
49:01Er hat sich schon sehr intensiv mit den Schipps beschäftigt.
49:05Und was zum Ihnen?
49:25Sie sind Robert einfach nicht losgeworden.
49:28Das wollten wir doch auch gar nicht.
49:30Nein, Frau Kampmann, es geht nicht um Sie.
49:34Auch nicht um Jakob.
49:36Robert war Ihr Liebling.
49:40Und er wollte etwas von seinem großen Bruder.
49:45Was meinen Sie, Herr Kampmann?
49:47Warum hat Robert sich nach dem Unfall mit Frau Overdick freiwillig gestellt und ist für zwei Jahre ins Gefängnis gegangen?
49:55Es war ein Unfall.
49:58Es war ein Unfall.
49:58Er hat die Verantwortung übernommen und in seiner Zeit abgesessen.
50:05Ja.
50:08Ja, es war ein Unfall.
50:11Genau wie der Tod Ihres Vaters auch ein tragischer Unfall gewesen ist.
50:16Was hat denn jetzt das eine mit dem anderen zu tun?
50:19Ich denke, alle hier im Raum haben eine Ahnung davon, was das eine mit dem anderen zu tun hat.
50:28Robert hat Frau Overdick nicht überfahren.
50:31Er war auch nicht schuld am Tod Ihres Vaters.
50:33Aber er hat ein Leben lang diesen Schuldkomplex mit sich herumgetragen.
50:38Wie wäre sein Leben verlaufen?
50:39Ohne diese falsche Schuld, die Sie ihm eingeredet haben.
50:42Wir haben ihm nicht das geringste eingeredet, Herr Schumann.
50:45Ich habe Robert geliebt.
50:49Genauso sehr wie Markus.
50:57Robert ist für Sie ins Gefängnis gegangen, Herr Kampmann.
51:00Warum sollte er das machen?
51:03Weil er seinem Bruder und seiner ganzen Familie und dem Unternehmen helfen wollte.
51:10Kampomet sollte von einem Konkurrenten übernommen werden.
51:13Wenn Ihr Mann ins Gefängnis gegangen wäre, wäre das Familienunternehmen erheblich geschwächt worden.
51:18Und Sie hätten die Übernahme vermutlich gar nicht mehr abwenden können.
51:22Und alles, wofür Ihr Großvater, Ihr Vater und Sie gearbeitet und gelebt haben, das wäre verloren gewesen.
51:30Und da haben Sie, sein großer Bruder, ihn um Hilfe gebeten.
51:35Das Unternehmen war zu keinem Zeitpunkt in irgendeiner Form gefährdet.
51:39Ich weiß nicht, woher Sie Ihre Informationen nehmen,
51:41aber mein Mann und ich führen unsere Geschäfte seit jeher mit allergrößter Sorgfalt.
51:52Saß Robert an diesem Abend neben Ihnen im Auto?
52:02Er hat sie geliebt.
52:05Er hat alles getan, um die Anerkennung seines großen Bruders zu bekommen.
52:23Ich habe Frau Overdeek überfahren.
52:33Robert ist für mich ins Gefängnis gegangen.
52:46Irgendwie hat er sich nach dem Gefängnisaufenthalt verändert.
52:52Er hat die Zeit genutzt und sich seiner Vergangenheit gestellt.
53:14Wie kam es damals wirklich zu dem Brand, Herr Kömpfmann?
53:20Ihr Bruder hat bei einer Therapie versucht, sich an das Unglück zu erinnern.
53:24Können Sie sich auch erinnern?
53:31Robert hat nicht gezündelt.
53:35Sie haben das Feuer gelegt.
53:39Sie waren dort unten in dieser Nacht.
53:42Nicht hier im Haus!
53:44Ich war da.
53:47Ich war da.
54:05Wo ist Markus?
54:18Lieber ließen Sie Ihren kleinen Bruder ein Leben lang glauben, dass er schuld am Tod seines Vaters ist.
54:32Wüssten Sie das, Frau Kampmann?
54:57Sie müssen sehr eifersüchtig gewesen sein auf Ihrem kleinen Bruder. Schon als Kind.
55:06Ihre Eltern haben Robert mehr geliebt als Sie.
55:11Das stimmt nicht.
55:15Egal, was Sie getan haben. Sie haben einfach keine Anerkennung von Ihrem Vater bekommen.
55:24Sie müssen damals sehr sehr bittend auf alle gewesen sein.
55:28Das ist doch alles schon ewig her.
55:32Aber als Robert aus dem Gefängnis kam, da war er nicht mehr der schwache kleine Bruder. Er hatte sie in
55:41der Hand. Er konnte sein Geständnis ja jederzeit widerrufen.
55:46Und nun wollte er endlich das, was ihm zusteht. 50 Prozent des Unternehmens, das wissen wir von seinem Anwalt.
55:53Früher oder später hätte er sich in die Belange der Firma eingemischt. Er war aus Ihrem Leben nicht mehr wegzudenken.
56:02Er hat auch bereits großen Einfluss auf Ihren Sohn. Er hat ihn gegen Sie aufgewiegelt.
56:12Man muss sich schon sehr ohnmächtig fühlen. Und sehr verzweifelt, wenn man sich entscheidet, seinen eigenen Bruder zu töten.
56:20Sie haben doch nicht die geringsten Beweise für Ihre wahnwitzigen Theorien.
56:27In Ihrer Firma, da programmieren Sie doch Software für OP-Roboter.
56:33Und diese Software, korrigieren Sie mich, wenn ich was Falsches sage, die wird dann in Chips eingesetzt.
56:45Genauso macht man das bei Autos auch.
56:53Ich bin alleine für den Tod meines Bruders verantwortlich.
56:56Ich bin alleine für den Tod meines Bruders verantwortlich.
57:05Mama.
57:10Ich habe Robert umgebracht.
57:47Schöpfung des Todes
57:50Amen.
58:20Amen.
Kommentare