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KurzfilmeTranskript
00:01Vielen Dank.
00:41Vielen Dank.
01:06Vielen Dank.
01:09Vielen Dank.
01:22Christian, warum rufst du mich nicht zurück? Ich muss mit dir sprechen. Ruf mich an, bitte.
01:53Ich muss mit dir sprechen.
01:55Ich muss mit dir sprechen.
01:57Ich muss mit dir sprechen.
01:59Ich muss mit dir sprechen.
02:29Ich kam gerade von der Probe, Kirchenchor.
02:32Hier, das Aververum von Mozart.
02:36Mozart's Aververum mit dem Springmesser.
02:39Ein bisschen eigenartig.
02:42Ich muss mit dir.
02:46Ich muss mit dir.
03:35Ich muss mit dir?
03:45Wo ist sie denn?
03:46Wo ist sie denn jetzt?
04:03Ich muss mit dir?
04:06Ist sie sich bedroht fühlt?
04:17Ist sie sich bedroht gefühlt?
04:40Ich bin Prof.
04:41Ich bin Professor für Kirchenmusik.
04:45Ja.
04:48Ja.
05:03Ja.
05:07Ja.
05:07Ja, das habe ich in Sebastian's Zimmer gefunden.
05:11Vielleicht war das Springmesser auch da drin.
05:21Ihr Sohn.
05:21Ja.
05:21war ziemlich gut ausgerüstet.
05:23Ja, ich habe auch nicht gewusst, dass er mit solchen Sachen romantiert.
05:27ist.
05:28Ist das das Büro Ihrer Frau?
05:29Nein, das ist ihr Zimmer.
05:31Ach so.
05:32Na, weil ich überhaupt nichts Persönliches sehe.
05:35Das einzig Persönliche, was ich gefunden habe, ist diese Kette hier.
05:41Die ist von Karans Mutter.
05:44Und sonst?
05:45Gibt es nichts von früher?
05:49Entschuldigen Sie, ich muss hier raus.
05:59Karin Vorwinkel ist vorher Susanne Sonntag.
06:01Sie sollte 1991 bei einem Anschlag der RAF mitmachen.
06:04Sollte?
06:04Ja, sie hat sich vorher gestellt und als Kronzeugin ausgesagt.
06:07Danach kamen sie ins Zeugenschutzprogramm und hat ein völlig neues Leben begonnen.
06:10mit Kindergarten, Kirchenco und kleinem Häuschen.
06:13Nimmst du bitte Kontakt zum BKA auf.
06:15Wir brauchen alle Infos über Susanne Sonntag, die die haben.
06:36Ja?
06:44Wussten Sie von dem früheren Leben Ihrer Frau?
06:46Ja.
06:48Natürlich.
06:53Hat Ihre Frau manchmal Angst gehabt?
06:56Wovor?
06:58Vor Ihrer Vergangenheit?
07:00Vor Mache?
07:03Davon reden Sie.
07:04Sie waren ein paar Jahre in Madagaskar in der Entwicklungshilfe.
07:07Wer sollte sich an ihr rächen wollen?
07:10Nein, sie war im Zeugenschutzprogramm des BKA.
07:16Ihre Frau war früher in der RAF.
07:18Sie hat als Kronzeugin ausgesagt.
07:22Da müssen Sie irgendetwas verwechseln.
07:24Sie hat doch immer von Ihren Freunden erzählt.
07:29Sie hat noch sogar mal vor, da runterzureisen.
07:33Wollen Sie mir sagen, dass mich meine Frau 17 Jahre lang betrogen hat?
07:39Was?
07:40Was?
07:55Mein Sohn wurde verhaftet.
07:58Lass mich los!
07:59Wie kann ich einfach so mitnehmen?
08:02Seid doch scheiße Faschus!
08:04Ja, Faschus!
08:06Verfickend Nazis!
08:07Geh dich ab!
08:09Lassen Sie mal.
08:10Ich kenn den Jungen.
08:12Er hat grad seine Mutter verloren.
08:14Alles in Ordnung? Was ist passiert?
08:16Die haben mich festgenommen, weil mein scheiß Fahrradlicht kaputt ist.
08:20Wir haben dich angehalten, weil dein Licht nicht funktioniert.
08:23Ein Gewahrsam haben wir ihn genommen,
08:24nachdem er uns als schwule Nazisäure beschimpft hat und uns bespuckt hat.
08:28Außerdem hat er wie wild um sich geschlagen.
08:32Vielen Dank.
08:34Komm.
08:35Wir gehen in ein Büro.
08:36Da ist es ruhiger, okay?
08:39Sebastian!
08:44Guten Tag zusammen. Ich bin Peter Claßen.
08:47Schumann, LKA.
08:49Sebastian macht dein Praktikum bei mir im Verlag.
08:52Hat mir in der SMS geschrieben, dass er hier sei?
08:54Meine Mutter ist tot.
08:56Sie wurde ermordet.
08:59Was?
09:11Wiedersehen.
09:12Mein aufrichtiges Mal.
09:12Wiedersehen.
09:14Wenn irgendwas ist, du kannst mich jederzeit anrufen. Ist klar, ne?
09:17Alles gut.
09:19Wiedersehen.
09:19Wiedersehen.
09:25Ich geh schon mal zum Auto.
09:31Reden Sie lieber gleich mit ihm über die Vergangenheit Ihrer Frau.
09:37Sie wissen noch mehr über die RAF-Vergangenheit meiner Frau als ich.
09:43Sie hat 1991 eine Aussage gemacht. Und danach ist sie untergetaucht.
09:48Was für eine Aussage?
09:52Bei der Staatsanwaltschaft. Sie war Kronzeugin.
09:56Was?
09:57Sie war eine Verräterin?
10:00Red nicht so über deine Mutter.
10:04Sie hatte ein Springmesser von dir dabei.
10:06Und der letzte Anruf von ihrem Handy ging an dich. Was wollte sie?
10:10Keine Ahnung. Mein Handy war aus.
10:23Ich hab mit dem Staatsanwaltschaft gesprochen, der damals die Kronzeugenaussage betreut hat.
10:27Der kommt morgen und bringt das Video mit der Aussage mit.
10:30Gut. Danke.
10:32Dann hab ich noch die Schwester von Karin Vorwinkel kontaktiert, Tanja Sonntag.
10:35Die lebt in Frankfurt und die kommt auch morgen, morgen Nachmittag.
10:38Und ich mach jetzt Feierabend.
10:40Was? Wieso?
10:41Es ist halb elf.
10:45Stell dir mal vor, du bist verheiratet.
10:48Lange verheiratet, viele Jahre.
10:51Ja.
10:52Weil auf einmal merkst du, dass dein Partner dir immer was vorgemacht hat.
10:59Dass er nicht der ist, für den du ihn gehalten hast.
11:07Kann doch ganz interessant sein.
11:13Du meinst, wir spielen uns sowieso andauernd was vor?
11:17Ja.
11:19Ganz genau.
11:20Das mein ich.
11:43Ach, Herr Neukamp, darf ich vorstellen?
11:48Bruno Schumann.
11:49Wir kennen uns.
11:50Damals war er allerdings noch ein bisschen kleiner.
11:52Hat Räuber und Gendarm gespielt.
11:54Im Dienstzimmer seines Vaters.
11:56Er war der Räuber.
11:58Hat die Polizei auf eine falsche Fährte gelockt.
12:00Ach, und wie?
12:02Hat sich heimlich das Funkgerät seines Vaters genommen.
12:05Kommissar Weber, Staatsanwalt Neukamp.
12:08Er hat sich im Nebenzimmer versteckt und eine Geschichte ausgedacht.
12:12Überfall auf einen Kindergarten.
12:14Der Polizeieinsatz erfolgte sofort.
12:17Sein Vater hat dann ein bisschen mit ihm geschimpft.
12:19Konnte sich aber kaum das Lachen verbeißen.
12:23Ich hätte dir das nicht durchgehen lassen, mein Lieber.
12:25Das denke ich mir. Wollen wir anfangen?
12:28Endlich, ja.
12:31Susanne Sonntag geboren am 12. April 1966, ledig.
12:36Sie sind Mitglied der Roten Armee Fraktion?
12:40Ja.
12:42Wissen Sie von konkreten Aktionen, die geplant sind?
12:46In einer Woche ist was geplant.
12:49Worum handelt es sich genau?
12:53Ein...
12:56Bombenanschlag auf eine amerikanische Firma.
12:58Jackson & Ryman.
13:00Eine Tarnfirma der CIA, das Hauptquartier.
13:04Ich soll das Fluchtauto fahren.
13:06Gut.
13:07Nun zu den Einzelheiten.
13:10Wer ist die Zielperson?
13:13Der Vorstandsvorsitzende.
13:16Und warum sagen Sie aus?
13:21Was meinen Sie?
13:23Was ist der Grund für Ihre Aussage?
13:33Ich will, dass das alles aufhört, das Töten und das Morden.
13:42Ich denke, das genügt fürs Erste.
13:46Wo war Karin Vorwinkel, also Susanne Sonntag in der Hierarchie der RAF, angesiedelt?
13:50In der RAF gab es vier Ebenen.
13:53Die oberste Kommandoebene, das waren die Top-Terroristen im Untergrund,
13:57dann die illegalen Militanten, dann das militante Umfeld
14:00und die Sympathisanten wie Frau Sonntag.
14:03Sie hatten offenbar sehr gute Beziehungen zur obersten Kommandoebene.
14:06Warum? Das war doch nicht üblich, oder?
14:08Man hielt sie wohl für vertrauenswürdig.
14:12Wen hat sie mit Ihrer Aussage belastet?
14:15Drei Leute aus der Kommandoebene.
14:18Silvia Meinecke, Jonas Kort und Timo Auer.
14:24Das ist Silvia Meinecke bei Ihrer Verhaftung.
14:26Wo ist sie jetzt?
14:28Sie kam vor ein paar Monaten bei einem Autounfall ums Leben.
14:31Und Jonas Kort?
14:33Kort wurde vor drei Jahren freigelassen und ist nach Kanada ausgewandert.
14:37Er hat ein perfektes Adibi.
14:39Ist er wieder im Knast?
14:40Nein, aber die Tankstelle bei der er arbeitet ist gestern überfallen worden.
14:43Die kanadische Polizei hat das bestätigt.
14:45Und Timo Auer?
14:47Der ist von der Woche aus dem Gefängnis entlassen worden.
14:50Hier.
14:51Das ist die ganze Kommandoebene.
14:54Meinecke, Kurt und Auer.
14:56Der Wortführer.
14:58Seltsam.
15:00Was?
15:02Ja, ich weiß nicht.
15:04Ich meine, man weiß ja schon, dass das, was die gemacht haben, nicht gut war.
15:09Aber so richtig unsympathisch waren die mir nie.
15:15Überleg mal, was du da sagst.
15:16Die haben Bomben gelegt, die haben Menschen entführt, Banken ausgeraubt.
15:20Das kann ich nicht sympathisch finden, nur weil die das für eine Revolution tun.
15:23Ja, schon, aber...
15:25Ja, was aber?
15:26Du weißt, dass es falsch ist, findest es aber irgendwie sympathisch.
15:29Das ist doch krank.
15:31Wenn du mal bedenkst, wie das alles angefangen hat.
15:34Der Mief der Bonner Nachkriegsrepublik.
15:37Keiner kann sich an die Nazi-Zeit erinnern, keiner will dabei gewesen sein.
15:40Ein Pressekonzern kontrolliert quasi die gesamte deutsche Öffentlichkeit.
15:44Die Amerikaner marschieren in Vietnam ein und in Deutschland wird ein Student erschossen,
15:47nur weil er gegen den Schar demonstriert hat.
15:48Da haben viele gedacht, dass es richtig ist, sich aufzulehnen.
15:50Verstehe ich das jetzt richtig, dass du...
15:51Nein, das verstehst du nicht richtig.
15:53Ich will einfach nur sagen, dass damals viele wollten, dass sich dieses Land verändert.
15:56Und ich finde es gut, wenn man für seine Überzeugung kämpft.
15:58Aber wenn dabei Menschen entführt oder erschossen werden, dann ist Schluss.
16:44Ich habe keine Lust mehr auf Polizei. Lassen Sie mich doch einfach in Ruhe.
16:48Ich habe keine Lust mehr auf Polizei. Lassen Sie mich doch einfach in Ruhe.
16:50Das kann ich verstehen.
16:52Ich muss Ihnen trotzdem mal ein paar Fragen stellen.
16:55Mein Name ist Schumann. Ich bin vom LKA.
17:01Wohnen Sie hier?
17:05Manchmal.
17:06Mockt das Licht hier.
17:09Ist schön.
17:12Gestern Nachmittag zwischen 17 und 18 Uhr. Wo waren Sie da?
17:19Hier.
17:22Allein.
17:23Karin Vorwinkel wurde gestern Nachmittag erschossen.
17:27Früher hieß sie Susanne Sonntag.
17:32Sie hat sie mit ihrer Aussage damals ins Gefängnis gebracht.
17:36Erstens wurde das offiziell nie bestätigt.
17:38Zweitens weiß ich nichts von ihrer neuen Identität.
17:40Und drittens ist das alles für mich vorbei.
17:43Sie haben sich in all den Jahren von der RAF nie richtig distanziert.
17:47Stimmt.
17:50Ich hatte im Knast viel Zeit die Pflanzen zu beobachten.
17:54Wie sie wachsen.
17:56Wie die Keime sprießen.
17:58Wie sich die Blätter entfalten.
18:00Wie sie dann in voller Blüte stehen.
18:03Aber irgendwann fallen die Blätter ab und liegen braun und weg auf dem Boden.
18:07Ohne dass ich die Pflanzen in aller Öffentlichkeit von ihnen distanziert hätte.
18:17Sind Sie die Schwester von Karin Vorwinkel?
18:22Nein.
18:24Entschuldigung, ich meine von Susanne Sonntag.
18:30Mein Name ist Schumann.
18:32Tanja Sonntag.
18:34Kann ich sie sehen?
18:44Geht's?
18:45Ja.
18:47Ich arbeite als Chirurgen.
19:04Geht's?
19:05Was hat sie erlebt?
19:08Ich habe meine Schwester bewundert.
19:12Sie wusste immer genau, was sie will.
19:14Sie hat gesagt, was sie denkt, ohne falsche Rücksichten.
19:18Das war eigentlich genau, wie man sich eine große Schwester vorstellt.
19:20Ja.
19:24Und sonst?
19:27Sie meinen die RAF?
19:32Susanne hat nach dem Abitur Geschichte studiert.
19:34Und ich denke, in der Uni hat sie dann Leute kennengelernt, die schon damals in der Illegalität lebten.
19:39Das hat ihr sehr imponiert.
19:41Und ihre Eltern haben die nie versucht, sie aufzuhalten?
19:44Den hat sie überhaupt nicht mehr richtig zugehört.
19:47Sie hat sich nicht besonders wohlgefühlt bei uns zu Hause.
19:51Einmal hat sie sogar gesagt, hier riecht jedes Zimmer nach Bügelsteif und Leberwurst.
19:58Wie hat sie gelebt?
20:01Ich meine, jetzt.
20:03Hat sie Familie?
20:15Sie war Kindergärtnerin.
20:19Kindergärtnerin.
20:27Wie war Susanne, als Sie sie kennengelernt haben?
20:30Susanne?
20:34Wie soll Karin gewesen sein?
20:38Na, war sie das hier?
20:41Trug sie schon solche Klamotten? Wie war sie so?
20:44Karin war anlehnungsbedürftig.
20:48Hilfsbereit.
20:51Liebevoll.
20:52Und sie hat ihr nicht nur das Gefühl gegeben?
21:01Das hat Karin geschrieben. Ein Rezept von ihrer Großmutter hat sie gesagt.
21:06Ja, das war von unserer Oma.
21:13Mondkuchen.
21:15Mondkuchen.
21:31Hallo.
21:32Ich bin wohl deine Tante.
21:35Tanja.
21:40Hallo.
21:43Wie war meine Mutter früher?
21:45Ich glaube, das kannst du dir nicht vorstellen.
21:47Weil sie als Kind schon eine Verräterin?
21:49Was?
21:50Sie hat damals gegen ihre Freunde ausgesagt.
21:52Das waren nicht ihre Freunde, das waren Terroristen.
21:55Das wusste sie doch, als sie sich ihnen angeschlossen hat.
21:57Das war damals auch eine Art Ausbruch für sie.
22:00Du hast keine Ahnung, wie es bei uns zu Hause war.
22:04Klein, konservativ, spießig.
22:05So wie hier?
22:09Ach, wie gerne. Ich muss los.
22:11Du fährst jetzt nicht. Du bleibst bitte hier.
22:13Ich muss dem Verlag helfen.
22:15Du sagst doch immer, ich soll zuverlässig sein.
22:17Aber nicht mit deinem Rat. Dein Rücklicht ist kaputt.
22:19Herr Frau Winkel?
22:21Wenn das okay ist für Sie, bring ich Ihren Sohn.
22:25Komm.
22:26Mein Kollege fährt sie dann nach Hause.
22:30Wiedersehen.
22:42Glaubst du wirklich, deine Mutter ist eine Verräterin?
22:47Ach so, ja. Du redest nicht mit Bullen, ne?
22:56Bullen sind Schweine.
22:58Ein Typ in Uniform ist ein Schwein, das ist kein Mensch.
23:02Und so muss man sich mit ihm auseinandersetzen.
23:05Man redet nicht mit ihm.
23:07Es ist falsch, überhaupt mit diesen Leuten zu reden.
23:12Und natürlich kann auch sie...
23:14Geschossen werden.
23:17Na, dann steck mal ein.
23:24Weißt du, wen du da vorhin zitiert hast?
23:29Das war Ulrike Meinhof.
23:34Warum bist du so wütend auf deine Mutter?
23:40Sie wollte nicht, dass ich auf dir muss gehe.
23:43Und selber war sie bei der RAF.
23:48Weißt du, was passiert wäre, wenn deine Mutter damals nicht ausgesagt hätte?
23:53Sie reden wie mein Vater.
23:54Wenn's irgendjemand auf der Straße erwischt hätte.
23:57Jemand, der damit nichts zu tun hat.
23:59Wäre das für dich okay gewesen?
24:21Aktionsverlag.
24:23Eigentümer H.P. Müller, Geschäftsführer Peter Klaassen.
24:28Sieht ziemlich edel aus.
24:31Peter Klaassen, Jahrgang 64.
24:34Hat Politik studiert.
24:37War in verschiedenen politischen Organisationen tätig.
24:43Was ist denn das?
24:45Ich würde sagen Feuerzeug.
24:47Ach, nee.
24:49P.H.K. Schumann, 45 Jahre, Polizeidienst.
24:52Ist von deinem Vater?
24:53Ja.
24:55Oh, funktioniert nicht.
24:58Jetzt guck doch mal, ob dieser Klaassen bei uns im Computer ist.
25:04Peter?
25:11Nein.
25:13Keine Einträge. Der ist sauber.
25:16Was ist der Grund für Ihre Aussage?
25:21Nein, also du meinst, sie ...
25:35Sie will ihr Kind schützen?
25:37Hm?
25:39Ja, Moment mal.
25:41Sebastian vor Winkel wurde im Sommer 92 geboren.
25:44Das Video ist vom 21. März 1991.
25:47Da kann sie nicht schwanger gewesen sein.
25:49Und wenn sie das Geburtsdatum gefälscht hat?
25:52Warum sollte sie das tun?
25:54Karin Vorwinkel war für einen Anschlag eingeplant.
25:56Sie musste sich entscheiden.
25:57Entweder die RAF oder das Kind.
25:59Beides wäre schwer möglich gewesen.
26:00Als gesuchte Terroristin in der Illegalität.
26:03Wenn das stimmt, dann ist Gerd Vorwinkel nicht Sebastians Vater.
26:08Wir haben uns kennengelernt.
26:09Da war Karin im dritten Monat schwanger.
26:12Aber sie hat dann das Geburtsdatum von Sebastian ändern lassen.
26:20Fanden Sie das nicht merkwürdig?
26:23Karin wollte nicht, dass Sebastian sich fragt, wer sein Vater ist.
26:28Wer ist denn sein Vater?
26:30Das hat sie nie gesagt.
26:32Das war eine unbedeutende Affäre, meinte sie.
26:35Und es war für sie okay?
26:38Ja, ich habe Sebastian von Anfang an gelebt,
26:40als wäre er mein eigener Sohn.
26:57Sebastian, für mich hat das doch keine Bedeutung gehabt,
26:59ob ich nun dein Erzeuger bin oder nicht.
27:02Ich bin doch dein Vater.
27:05Du und deine Mutter, ihr seid doch die beiden seid das Beste,
27:07was mir in meinem Leben passiert ist.
27:22Frau Sonntag, wussten Sie, dass Ihre Schwester schwanger war,
27:26als sie die Kronzeugenaussage gemacht hat?
27:29Nein.
27:31Können Sie sich vielleicht an den Freund erinnern,
27:33den sie damals hatte?
27:37Den habe ich nicht oft gesehen.
27:39Ein, zwei Mal vielleicht, keine Ahnung, wie der hieß.
27:44Wissen Sie, ich war 13, als meine Schwester untergetaucht ist.
27:47Wir durften auch keinen Kontakt haben,
27:48weil das zu gefährlich für sie war.
27:50Ja.
27:53Und Ihre Eltern?
27:56Die sind dann ein Jahr später bei einem Autounfall ins Leben gekommen.
28:01Ich war dann völlig alleine.
28:03Sie konnte nicht mehr zur Beerdigung kommen.
28:06Hat sich auch nie, nie gemeldet.
28:12Als wir uns verabschiedet haben,
28:14da haben wir ausgemacht,
28:16dass wir uns wiedersehen nach 20 Jahren.
28:20Das wäre nicht mehr lange gewesen.
28:26Hat jemand von damals Sie umgebracht?
28:31Das ist möglich, ja.
28:36Der Freund Ihrer Schwester,
28:38ist der, ist der hier auf dem Foto?
28:41Ja.
28:42Den hier, den kenne ich.
28:45Der war völlig durchgeknallt,
28:47der hat so seine geschlagen.
28:49Sie wollte es zwar nicht zugeben,
28:50aber sie hatte ständig Hämatome überall.
28:57Hatten Sie ein Verhältnis mit Ihnen?
29:00Nein.
29:02Wir haben eine Aussage,
29:03dass Sie sie geschlagen haben.
29:07Wer erzählt denn so einen Unsinn?
29:12Kann man hier ein Fenster aufmachen?
29:14Nein.
29:15Aber es dauert nicht mehr lange.
29:18Wann haben Sie Sie das letzte Mal gesehen?
29:20Das war vor 17 Jahren.
29:23Na klar, vor 17 Jahren.
29:26Sind Sie der Vater von Sebastian?
29:29Zu seiner Sonntagssohn?
29:31Nein.
29:34Okay.
29:34Sie können gehen.
29:37Was?
29:41Wiedersehen.
29:43Lass uns zumindest einen Vaterschaftstest machen.
29:45Ich glaube nicht, dass Sie es machen.
29:52Der Mann hat Angst.
29:53Ja klar, der hat Angst.
29:54Der hat 20 Jahre im Gefängnis gesessen.
29:56Das war für ihn die Hölle.
29:57Der würde niemals riskieren, da wieder reinzukommen.
30:01Sie lassen ihn gehen.
30:02Frau Sonntag.
30:03Einfach so.
30:06Wir brauchen Beweise.
30:07Und wir haben keine Beweise dafür, dass er es war.
30:09Ich habe ihn wiedererkannt.
30:11Ich weiß, dass er meine Schwester mehrmals angegriffen hat.
30:14Ich verstehe Sie, aber wir brauchen Beweise.
30:20Sebastian Vorwinkel hat sich verschanzt mit einer Waffe
30:22bei der Demonstration gegen die Innenministerkonferenz.
30:40Schumann, was ist passiert?
30:43Der Junge hat randaliert und wollte die Scheibe eines Polizeiautos einschlagen.
30:48Als ihn die Kollegen festnehmen wollten, hat er eine Pistole gezogen und ist geflüchtet.
30:52Jetzt hat er sich da drin verschanzt.
30:54Woher wissen Sie, dass es Sebastian Vorwinkel ist?
30:56Wir haben sein Propagnie gefunden.
30:58Moment mal.
31:01Okay, gehen jetzt rein.
31:02Warten Sie.
31:03Ich kenne den Jungen.
31:05Lassen Sie mich erst mit ihm reden.
31:07Wie gesagt, er ist bewaffnet.
31:08Trotzdem, lassen Sie es mich versuchen.
31:11Auf meine Verantwortung.
31:24Sebastian?
31:26Ich bin's, Schumann.
31:31Siehst du meine Waffe?
31:35Ich leg sie jetzt hier hin.
31:40Umdrehen.
31:44Wo hast du die Pistole her?
31:49Das brauchst du doch gar nicht.
31:51Leg sie weg.
31:55Willst du eigentlich, was da draußen los ist?
31:58Da steht ein SEK.
31:59Da sind Scharfschützen.
32:00Willst du dich umbringen?
32:02Wenn ich vom Feind bekämpfe, dann ist das gut.
32:05Denn es ist ein Beweis, dass ich zwischen mir und den Feinden klaren Trennungsstrich gezogen habe.
32:10Was redest du denn da?
32:12Und ich schieße, wenn auf mich geschossen wird.
32:14Schießt aber niemand auf dich.
32:18Komm.
32:22Gib mir die Pistole.
32:24Sie brauchen das, oder?
32:26Das Gefühl, Macht zu haben.
32:29Deswegen sind Sie Bulle geworden.
32:31Ich bin Polizist, weil mein Vater einer war.
32:35Rührend.
32:42Sie wissen wenigstens, wer Ihr Vater ist?
32:58Und?
33:00Sind Sie ein bessere Bulle als Ihr Vater?
33:05Weiß nicht.
33:08Vielleicht.
33:10Ich glaube eher nicht.
33:13Ihr Vater hätte sofort gemerkt, dass die Pistole nicht geladen ist.
33:26Er kommt jetzt raus.
33:29Unbewaffnet.
33:31Und Sie sind sich wirklich sicher?
33:33Ja.
33:34Danke für Ihr Verständnis.
33:36Was ich meine.
33:41Kannst du jetzt gehen?
33:43Okay.
33:50Warte mal kurz.
33:54Was heißt denn eigentlich von Greenpeace?
33:56Amnesty oder Attack?
33:57Was soll das denn jetzt?
33:58Na, sag mal.
34:02Na ja, theoretisch sind Sie schon ganz okay.
34:06Weißt du, solche Jungs wie du, wenn die was verändern wollen, dann demonstrieren die gegen
34:11G8.
34:12Die gehen verkleidet auf die Straße, organisieren sich im Internet, machen politische Partys.
34:17Aber du, du redest, als kämpfst du aus einer anderen Zeit.
34:36Alles in Ordnung?
34:38Komm, ich bring dich nach Hause.
34:44Die KTU hat angerufen.
34:45Die Pistole, die Sebastian bei sich hat, ist nicht die Tatwaffe.
34:49Gut.
34:50Danke.
34:57Willst du mir noch was sagen?
34:59Stimmt es, dass du den Jungen gehen lassen hast, obwohl er eine Waffe bei sich hat und
35:02einen Polizisten bedroht hat?
35:03Sie war nicht geladen.
35:05Du hättest ihn trotzdem festnehmen müssen.
35:08Und dann?
35:13Weißt du, ich will, dass der Junge merkt, dass es nicht nur die strafende bürokratische
35:16Polizei gibt.
35:17Wenn wir jetzt so reagieren, wie Sebastian das von den bösen Bullen erwartet, fühlt er
35:20sich nur bestätigt.
35:21Der muss lernen, Verantwortung zu übernehmen.
35:24Dir geht es doch in Wirklichkeit um Auer.
35:29Du bist immer noch wütend auf mich, weil ich den habe gehen lassen.
35:31Bruno, der hat Menschen umgebracht.
35:33Das waren politisch motivierte Morde.
35:36Hier in unserem Fall geht es um eine persönlich motivierte Tat.
35:38Auer hat sehr persönliche Motive.
35:40Warum misstraust du dem so?
35:42Der hat doch für seine Taten gebüßt.
35:44Der hat fast 20 Jahre im Gefängnis gesessen und sicherlich gelitten.
35:47Das sieht man doch, dass das ein gebrochener Mann ist.
35:49Auch ein gebrochener Mann kann Mord begehen.
36:02Wissen Sie, woher Sebastian die Pistole hat?
36:06Nein.
36:09Die kommen ja gar nicht mehr ran an ihn.
36:14Ist ja auch kein Wunder nach allem, was passiert ist.
36:18Ist er da?
36:20Nein, er hat mir eben eine SMS geschickt.
36:21Er bleibt heute bei Klaassen.
36:24Kann ich mir mal sein Zimmer ansehen?
36:27Er hat mir mal sein.
36:39Was ist das?
37:01Das ist Karin Vorwinkels Kette
37:03Und Sebastian hat es rausgefunden
37:05Wann?
37:06In der Zeitung war ein Kassenbohm
37:08Er hat sie am Morgen des Mordtages gekauft
37:11Das heißt aber, er wusste, dass seine Mutter bei der RAF ist, bevor sie ermordet wurde
37:15Er hat mich angelogen
37:18Wird mal mit ihm reden
37:21Du warte mal, ich habe die Telefonlisten vom Auerhammer durchgesehen
37:24Der wurde ein paar Mal angerufen von Klaassen
37:28Klaassen?
37:30Sie wollen zu Sebastian?
37:31Auch, ja, aber auch zu Ihnen
37:35Ja, dann nehmen Sie Platz, bitte
37:38Ist ja riesig, Ihr Verlag
37:40Ja
37:41Läuft gut, oder?
37:51Wow
37:54Die Bücher, die Sie verlegen, über 1860, den bewaffneten Guerillakampf, die RAF
37:59Klingt alles sehr, sehr kämpferisch
38:03Wie stehen Sie zur RAF?
38:07Ich habe die RAF für eine Chance gehalten, diesen Staat, dieses System zu verbessern
38:11Aber diese Chance wurde verspielt
38:13Wie meinen Sie das?
38:15Dumme Fehler, falsche Ziele
38:17Man hätte zum Beispiel nicht jahrelang versuchen sollen, die eigenen Leute aus dem Knast herauszupressen
38:22Sondern Strategien entwickeln müssen, wie man die Massen mobilisiert für die eigenen Ideen
38:25Und heute?
38:27Sagen Sie, das wird ja ein richtiges Verhör
38:31Sie werden lachen, aber mich interessiert es wirklich
38:36Heute sollte man versuchen, mit Worten und mit Ideen zu überzeugen
38:41Sebastian möchte mit der Waffe in der Hand kämpfen
38:44Und er redet wie Bader oder Meinhof damals
38:49Er hat sehr viele Bücher aus unserem Verlag gelesen
38:51Und manchmal fehlt ihm noch die nötige Distanz und die Fähigkeit zu abstrahieren
38:57Er ist ja noch sehr jung
39:01Sie haben Timo Auer angerufen vor einer Woche, kurz nachdem er aus dem Gefängnis kam
39:05Ja
39:06Ich habe ihm vorgeschlagen, seine Memoiren zu schreiben
39:09Exklusiv für den Aktionsverlag
39:11Die würden sich gut verkaufen
39:14Was hat er gesagt?
39:16Abgelehnt
39:19Mit einem Gleichnis aus der Pflanzenwelt
39:24Kriege ich jetzt nicht mehr zusammen
39:27Blätter
39:31Hier sind die Lektorate
39:35Was wollen Sie hier?
39:37Die habe ich in deinem Zimmer gefunden
39:39Du hast das Foto gesehen
39:45Ich wollte mit dir reden
39:47Bin ich direkt zu ihr gefahren
39:55Was hat sie gesagt?
39:58Sie hat davon gesprochen
40:01Dass die ERF ein großer Fehler war
40:05Und dass ich mit mir darüber nicht sprechen kann
40:07Das sei zu gefährlich für mich
40:10Wie hast du dich da gefühlt?
40:18Ich wollte mehr wissen
40:19Deswegen bin ich zu Timo Auer ins Gewächshaus gefahren
40:23Ich wollte ihn fragen
40:26Wie das so war damals mit meiner Mutter
40:39Die Pistole stammt aus alten ERF-Beständen
40:42Das haben wir von der KTU erfahren
40:48Sie hat mir gerade erzählt, dass er bei Auer war
40:52Also wusste Auer von ihrer neuen Existenz
40:56Der soll sofort herkommen
40:58Übernimm du ihn
40:59Ich kümmere mich weiter um den Jungen
41:01Du hast ja überhaupt keine Ahnung
41:02In was du da hineingeraten bist, Sebastian
41:04Die Waffe stammt aus einem alten Depot der RAF
41:06Wer hat sie dir gegeben?
41:10Mann, du musst mir schon ein bisschen helfen
41:11Wenn ich dir den Arsch retten soll
41:12Habe ich nie von ihnen verlangt
41:15Hast du die Waffe von Timo Auer?
41:16Ich verrate niemanden
41:18Ich nicht
41:23Danke
41:25Da rein, bitte
41:31Weißt du, warum deine Mutter aus der RAF ausgestiegen ist?
41:37Sie war schwanger mit dir
41:38Sie wollte ein anderes Leben
41:40Und die Kronzeugenregelung
41:41Das war für sie die einzige Möglichkeit
41:43Da sicher rauszukommen
41:47Das ist doch alles scheiße
41:50Wenn man etwas glaubt
41:51Dann sollte man das durchziehen
41:52Und nicht auf halber Schrecke aussteigen
42:00Und?
42:01Haben Sie uns irgendwas zu sagen?
42:04Nein
42:05Nein
42:06Gar nichts
42:12Wie wäre es zum Beispiel damit?
42:14Sebastian Vorwinkel war bei mir am Tag des Mordes
42:19Wie war das, als du bei Timo Auer warst?
42:26Wie hat er auf dich reagiert?
42:29Worüber habt ihr geredet?
42:32Ja, ich habe dem Jung gesagt, dass es nichts zu sagen gibt
42:35Und dass er alles ruhen lassen soll
42:37Und dass ich seine Mutter mag
42:39Natürlich, selbstverständlich
42:40Sie haben sie sehr gemocht
42:41Sehr
42:43Wahrscheinlich dafür, dass sie sie verraten hat
42:44Dass sie ihr die Zeit im Gefängnis verdanken
42:55Herr Auer
42:56Wir haben Beweise gegen Sie
42:57Eine Pistole aus RAF-Beständen
43:00Sebastian, zum letzten Mal
43:02Wo hast du die Waffe her?
43:08Sie waren 89 beim Überfall auf das Waffengeschäft in Genf dabei
43:10Ihre Fingerabdrücke waren überall
43:12Und auf einmal taucht eine der verschwundenen Waffen bei Sebastian Vorwinkel auf
43:15Damit habe ich nichts zu tun
43:16Doch
43:17Sie haben ihm die Pistole gegeben
43:19Sie wussten von der neuen Existenz von Karin Vorwinkel
43:21Sie haben sie erschossen
43:23Ich kriege keine Luft
43:23Aus Rache
43:23Dann reden Sie
43:24Dann kriegen Sie Luft
43:27Ich muss hier raus
43:29Haben Sie irgendwann mal an die Opfer gedacht?
43:30An deren Familien?
43:32Was die aushalten müssen?
43:33Wenn Sie in Untersuchungshaft sind
43:35Haben Sie genügend Zeit, darüber mal nachzudenken
43:39Ich gehe nicht wieder ins Gefängnis
43:40Bitte?
43:46Ich beantrage Haftbefehl
43:55Er sagt nichts
43:58Guten Tag
43:59Ah, Frau Sonntag
44:01Wie kann ich Ihnen helfen?
44:02Ich würde gerne die Beerdigung organisieren
44:04Achso
44:05Wie lange braucht die Pathologie noch?
44:08Das kann ich Ihnen nicht sagen
44:12Herr Auer
44:14Herr Auer
44:15Hören Sie mich?
44:16Hol einen Arzt
44:17Will
44:20Herr Auer
44:21Können Sie mich hören?
44:24Sie sind doch Ärztin
44:26Helfen Sie dem Mann
44:28Helfen Sie ihm
44:31Der Mann stirbt
44:33Helfen Sie
44:33Ich kann das nicht
44:34Er hat meine Schwester erschossen
44:36Ich kann das nicht
44:36Sind Sie verrückt?
44:37Der Mann stirbt da drin
44:39Ich kann das nicht
44:39Hilfen Sie ihm
44:40Jetzt sofort
44:40Los
44:42Schüttel
44:57Tut mir leid, dass ich vorhin so um...
45:02Soll ich Sie nach Hause bringen?
45:14Soll ich Sie nach Hause bringen?
45:15Danke
45:35Danke
45:36Was hast du eigentlich mit Auer gemacht?
45:37Wieso ist der so ausgerastet?
45:39Soll ich mit...
45:40Ich hab nichts gemacht
45:44Henry, der Mann hat Klaustrophobie
45:46Der hat im Gefängnis einen Selbstmordversuch gemacht
45:48Hast du die Narbe an seinem Handgelenk nicht gesehen?
45:51Wieso sagst du mir denn das nicht?
45:57Ich dachte, du weißt es
46:04Scheiße
46:13Hier ist die Mailbox von Henry Weber
46:15Nachrichten bitte nach dem Piep
46:18Hallo Henry, hier ist Bruno
46:21Ich, äh...
46:24Das tut mir leid mit der Vernehmung vorhin
46:27Ich hätte dich da nicht reinschicken dürfen
46:29Ohne dich vorher richtig zu briefen
46:32Das war meine Schuld
46:35Das wollte ich dir nur sagen
46:37Also, eigentlich persönlich, aber...
46:39Okay
46:40Pass auf dich auf, bis morgen
47:01Das war meine Schuld
47:50Morgen.
47:53Aber ist außer Lebensgefahr.
47:59Woher war es denn das?
48:01Bei ihm.
48:03Im Krankenhaus.
48:05Ich würde ihn einige Zeit brauchen, bis er wieder auf den Beinen ist.
48:11Was ich mich die ganze Zeit fragen,
48:14Auerst Selbstmordversuch,
48:15ist das nicht so etwas wie ein Schuldeingeständnis?
48:20Nein.
48:22Er hätte vermutlich nur Angst,
48:23wieder ins Gefängnis zu kommen.
48:25Aber er hat ein Motiv.
48:27Das Opfer hat ihn in der Kronzeugenaussage belastet.
48:30Und er ist vielleicht Sebastians Vater.
48:33Wäre es denn nicht möglich,
48:34dass Karin Vorwinkel, Auer,
48:36die Vaterschaft verheimlicht hat?
48:38Er hat es rausgefunden und ist ausgerastet.
48:41Das wäre ein Mord im Effekt.
48:44Aber Karin Vorwinkel wurde kaltblütig erschossen.
48:46Hingerichtet.
48:49Außerdem...
48:50Ich meine, wenn sie schwanger war von Auer,
48:53glaubst du wirklich, dass sie ihn dann verraten hätte?
48:55Hm.
48:56Ja, das stimmt.
48:58Den Vater hat eine Skene, das bringst du nicht in den Knast.
49:00Aber wer, wenn nicht Auer, ist der Vater?
49:07Vielleicht denken wir einfach falsch.
49:09Vielleicht hat die Vaterschaft mit dem Mord überhaupt nichts zu tun.
49:14Aber wer hat da ein Motiv?
49:22Da sitzt noch jemand am Tisch.
49:25Hier.
49:27Guck mal.
49:28Der Aschenbecher, die Kippen, das Glas.
49:31Das ist der Futter.
49:32Der Fotograf.
49:33Den Namen von dem Fotografen haben wir noch nicht.
49:35Aber die Rechte für das Foto liegen beim Aktionsverlag.
49:40Henry, ich brauch dich.
49:57Die Aufnahme stammt von einem Hobbyfotografen aus der Szene.
50:01Haben Sie noch Kontakt zu ihm?
50:04Nein.
50:05Das ist schon lange her.
50:07Wir haben dir die Rechte vor neun Jahren gekauft.
50:11So.
50:11Adresse.
50:20Sonst noch was?
50:22Ich hab in wenigen Minuten ne wichtige Besprechung.
50:53Koppelstraße 4.
50:56Sie sind ja noch da.
50:58Was ist denn mit Ihrer Besprechung?
51:00Ach, da ist was ganz Dringendes dazwischen gekommen.
51:03Kannten Sie eigentlich Sebastians Mutter?
51:07Nein.
51:11Und Susanne Sonntag?
51:13Sagt Ihnen der Name was?
51:16Sonntag?
51:18Nein.
51:21Ich muss jetzt wirklich los.
51:24Klar.
51:25Bis dann.
51:31Komm, wir fahren nach.
51:33Hast du nochmal das Foto?
51:37Fällt dir nix auf?
51:39Neben dem Aschenbecher.
51:41Abgerissene Filter.
51:43Klaassen war der Fotograf.
51:45Der hat jetzt kapiert, dass es eng wird.
51:51Bruno?
51:52Ja?
51:52Der Fotograf, den Klaassen euch genannt hat.
51:55Als das Foto gemacht wurde, war er sieben Jahre alt.
51:59Ist Neukamp da?
52:00Der kommt gerade rein.
52:02Zeig ihm sofort ein Foto von Klaassen.
52:04Ja, mach ich.
52:06Hallo.
52:08Hallo.
52:14Bruno, Neukamp hier.
52:16Dieser Mann ist Hans-Peter Müller.
52:18Das ist der Besitzer des Aktionsverlages.
52:21Dann sind Müller und Klaassen ein und dieselbe Person.
52:26War Müller bei der RAF?
52:27Die haben ihn nicht ran gelassen.
52:29Den hat niemand ernst genommen.
52:31Galt als Profilneurotiker mit Größenwahn.
52:34Hat sich dauernd wichtig gemacht.
52:36War cholerisch und gewalttätig.
52:38Und deshalb hat er auch nie bei einer Aktion mitmachen dürfen.
52:43Hat Karin Vorwinkel ihn nie direkt belastet?
52:46Ne.
52:47Den hat sie nie erwähnt.
52:49Jan erortet sofort Sebastians Handy und checkt Müller, also diesen Klaassen, durch.
52:53Alles, was ihr kriegen könnt.
52:55Ja.
52:55Hast du den Hinweis, wo der Müller steckt?
52:58Er ist 80 Meter vor uns in seinem Wagen.
53:01Wenn er Zugang zu alten RAF-Waffen hat, dann ist er echt gefährlich.
53:05Wenn Klaassen der Täter ist, wie hat er von der neuen Identität von Karin Vorwinkel erfahren?
53:11Durch Sebastian.
53:12Er hat das Foto von seiner Mutter in der Zeitschaft gesehen und es sofort Klaassen gesagt hat.
53:23Hör zu, Klaassen hat auf seinen richtigen Namen eine Wohnung gemietet in der Nähe vom Chamissou-Platz.
53:27Und Sebastians Handy?
53:29Ja, ne?
53:31Hier.
53:33Das haben wir geortet.
53:35Genau dort.
54:04Was ist los?
54:06Kleinen Plan in der Hunk.
54:09Ich gehe für kurze Zeit ins Ausland.
54:11Ins Ausland?
54:12Ja.
54:13Aber warum denn?
54:19Das ist eine sehr komplexe Angelegenheit, Sebastian.
54:22Es gibt da Unterstützer, die wollen mich finanzieren.
54:25Aber ich muss da persönlich auftauchen.
54:27Und was ist mit mir?
54:28Du bleibst hier, bis wir neue Pläne geschmiedet haben.
54:32Aber wir hatten doch einen Plan.
54:34Ja.
54:36Aber man muss flexibel bleiben.
54:39Verstehst du das?
54:54Das war doch alles dein Plan.
54:57Du erzählst mir doch seit Monaten, dass unser Anschlag eine starke symbolische Wirkung haben wird.
55:01Leg das Ding weg, Sebastian.
55:03Und dass sich die, die was ändern wollen, sich uns anschließen werden.
55:05Ich bin nicht der Feind.
55:06Der Feind ist da draußen.
55:15Sebastian.
55:17Was machst du da?
55:19Halten Sie sich da raus.
55:27Du zielst auf deinen Vater.
55:30Er war bei der RAF genau wie deine Mutter.
55:34Sie hat damals gegen alle ausgesagt, nur nicht gegen ihn.
55:38Weil sie nicht wollte, dass der Vater ihres ungeborenen Kindes ins Gefängnis kommt.
56:07Sie haben Kari vor Winkel erschossen.
56:13Sie haben mir das nicht verziehen, dass sie gegen die einen ausgesagt hat.
56:16Sie wollten Rache.
56:19Und Sebastian haben sie immer benutzt.
56:22Weil sie bewundert werden wollen.
56:26Sebastian ist mein Sohn.
56:36Hat er sich umgebracht?
56:53Sebastian ist mein Sohn.
57:01Und wie ich mich ausfügt.
57:10Vielleicht kann ich mir das nicht aus dem Regime Indigenous-Diensten.
57:11Ich habe gesagt, wir sind eine Situation.
57:12Ich bin einig.
57:12Ich bin einig.
57:13Ich habe gesagt, wir schenken.
57:14Wir sind einig.
57:17Sie können so viel auf 1000 Seiten.
57:17Und jetzt zum Beispiel.
57:17Ich habe es mir einen Sorgen.
57:17Ich verstehe, dass sie sich über die Nacht mitgehe.
57:18Ich gehe das hell und mich sehr gut abhält.
57:19Ich weiß nicht.
57:21Ich komme nicht damit, aber ich weiß nicht.
57:50Untertitelung des ZDF, 2020
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