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KurzfilmeTranskript
00:12Untertitelung. BR 2018
00:59Untertitelung. BR 2018
01:28Untertitelung. BR 2018
01:43Untertitelung. BR 2018
01:43Lassen Sie mich doch einfach mal einen kleinen Moment in Ruhe, bitte.
01:47Ich mache Ihnen keinen Vorwurf.
01:48Ich war Ihnen überhaupt nicht zu Hause.
01:49Das habe ich verstanden.
01:50Ich kenne die Frau nicht, nie gesehen.
01:52Das ist Marek Voss, der Mieter der Wohnung.
01:54Er hat uns verständigt.
01:56Hauptkommissar Schumann.
01:58Das kann die doch nicht einfach machen.
01:59Die kann doch nicht einfach herkommen, um zu sterben.
02:02Erster Stock.
02:27Sie hängt seit ca. 24 Stunden.
02:33Mindestens.
02:36Das Fenster war offen?
02:38Ja.
02:40Damit die Seele entweichen kann vielleicht?
02:43Können wir sie jetzt nicht da runternehmen?
02:45Nee, warte mal einen Moment.
02:46Die Hematome, die kommen aber nicht von mir hängen.
02:49Naja, wohl eher nicht.
02:50Das ist Sonja Menzinger.
02:5339, aus Zehlendorf.
02:55Das Einzige, was wir von ihr hier haben,
02:57das ist ihre Tasche und ihre Schminksachen.
03:00Gefunden hat sie der Wohnungsmieter.
03:02Marek Voss.
03:03Er sagt, er kennt sie nicht.
03:05Das Zimmer hier, das ist das Zimmer vom Untermieter.
03:07Der heißt Jonas Brehm.
03:10Und ich würde sagen,
03:11der ist ziemlich panisch geflüchtet.
03:12Guck dir das Mann.
03:13Hier, alles rausgerissen.
03:16Das hier haben wir in der Küche gefunden.
03:19Da waren drei Euro drin
03:21und dann dieser Restaurantbeleg.
03:24Gehört auch Jonas Brehm.
03:25Rosenbar.
03:26Kann sie jetzt runter, Bruno?
03:29Ja.
03:30Max, hilfst du mir mal?
03:58Keine deutliche Strangfurche am Hals.
04:02Also wahrscheinlich war sie schon tot
04:04und ist erst dann dahin gehängt worden.
04:06Ja, theoretisch möglich.
04:08Sie hat geweint.
04:10Na ja, wenn man sich hier hängen will,
04:12rein theoretisch.
04:13Sie hat sich nicht erhängt.
04:15Guck mal, das sind Faustschläge ins Gesicht
04:16mit voller Wucht.
04:17Das kann doch tödlich sein.
04:19Ja klar, aber nur wenn der Schlag
04:20genau den zentralen Augennerv trifft.
04:36Das war taktlos.
04:38Ich meine, dass Sie da eben diese Musik gespielt haben.
04:45Das muss ja jetzt alles desinfiziert werden.
04:47Das kriege ich ja gar nicht mehr neu vermietet.
04:49Ist das der erste Gedanke,
04:50der Ihnen durch den Kopf gegangen ist,
04:51als Sie die Tote gefunden haben?
04:55Als ich nach Hause gekommen bin,
04:56war alles ruhig.
04:58Aber die Wohnung war eiskalt.
05:00Im Jonas Zimmer brannte Licht.
05:03Ich bin da rein.
05:04Da hängt die da.
05:07Bei offenem Fenster.
05:08War zwei Tage in München bei einem Kunden.
05:11Seit wann leben Sie mit Jonas Brehm zusammen?
05:13Nein.
05:14Wir wohnen.
05:16Sie wohnen zusammen.
05:19Haben Sie ein Foto von ihm?
05:21Nein. Wieso?
05:22Gut, dann brauchen wir ein Phantombild.
05:23Das wird einer meiner Kollegen mit Ihnen machen.
05:26Seit wann wohnt Jonas Brehm bei Ihnen?
05:29Hier wohnen immer mal Leute.
05:30Alleine kann ich mir die Miete nicht leisten.
05:32Vom halben Jahr kommt er an.
05:33Ich hatte inseriert im Netz,
05:34dass ein Zimmer frei ist.
05:36Ich fand ihn okay.
05:37Er ist leise.
05:38Vorher hat er irgendwo in einer Pension gewohnt.
05:41Sagt er jedenfalls.
05:43Kommt er nicht aus Berlin?
05:45Weiß ich nicht.
05:48Was macht er denn beruflich?
05:50Ich sehe ihn kaum.
05:53Er ist dauernd unterwegs.
05:54Läuft rum.
05:55Keine Ahnung.
05:57Zahlt pünktlich die Miete.
06:00Das macht er also Miete zahlen, rumlaufen und leise sein, ja?
06:07Vielleicht steckt er ja in einer Lebenskrise.
06:11Wie kommen Sie darauf?
06:13Gesagt hat er nichts.
06:15Kennen Sie die Rosenbar?
06:17Da hängt er ab.
06:18Das ist ja ein ganz popliger Laden.
06:25Das ist ja ein ganzer Weg.
06:31Das war's.
06:34Das war's.
06:35Das war's.
06:38Das war's.
06:42Das war's.
06:45Das war's.
06:50Morgen gerade.
06:52Mit einer Toten im Wintergarten und zwei Espressi.
06:55Um 4 Uhr ist Schluss, ja.
06:57Jonas Bremen. Kennen Sie den?
07:02Nachnamen kenne ich keinen.
07:03Ein Jonas ist öfter mal hier, ja, vor 3, 4 Tagen zuletzt.
07:07Aber so genau gucke ich mir den nicht an.
07:09Mögen Sie ihn nicht?
07:11Ich bin neutral.
07:13Und die Frau hier, haben Sie die schon mal gesehen?
07:17Nee, die war nie hier.
07:20Was ist denn der Jonas für ein Typ?
07:22Keine Ahnung, fragen Sie Leni, die kennt ihn wohl besser.
07:25Aber die ist schon weg.
07:31Rufen Sie mich an, wenn sie wieder hier ist?
07:33Ja, muss ich ja auch mal.
07:43Sonja Menzinger, Wirtschaftsprüferin.
07:45Verheiratet, zwei Kinder, 13 und 16 Jahre alt.
07:49Ihr Mann, Ulf Menzinger, ist Professor für Neurophysiologie und stellvertretender Leiter der Spree-Klinik.
07:54Es gibt keine Vermisstenmeldung.
07:56Obwohl die Frau bald zwei Tage tot ist.
07:59Dieser verschwundenen Untermieter, Jonas Bremen, der ist nicht in Berlin gemeldet.
08:02Vielleicht wollte er untertauchen.
08:04Ja, dafür ist natürlich so ein Zimmer in der WG ideal.
08:07Wusste Sonja das?
08:09Möglicherweise hat sie es rausgefunden.
08:15Guck mal, da.
08:30Herr Menzinger, Ihre Frau ist tot.
08:36Ja, das habe ich verstanden.
08:39Und Sie ermitteln jetzt.
08:42Dann suchen Sie mal einen Sumpf.
08:45Da haben Sie den ja wahrscheinlich auch gefunden.
08:48In einem WG-Zimmer, meinen Sie das mit Sumpf?
08:51Meine Frau ist vor einem halben Jahr hier ausgezogen.
08:53Ich habe keine Ahnung, wo sie war.
08:56Sie hat alles weggeworfen, alles.
08:58Ihre Familie, den guten Job, Ihre Annehmlichkeiten.
09:05Ich verstehe nicht ganz.
09:07Passen Sie mal auf, Sie gehören zu den Frauen, die sich einbilden.
09:10Sie hätten was verpasst.
09:12Und die sich neu erfinden müssen, ausprobieren.
09:18Sie wollte...
09:20Keine Ahnung, was die wollte.
09:22Glücklich sein?
09:24Ja, genau.
09:26Glücklich sein.
09:27Das ist ja die Egozentrik heutzutage, dass man glücklich sein muss.
09:31Für Sie war das Leben überall woanders.
09:33Nur nicht hier, bei Ihrer Familie.
09:35Das wurde jedes Jahr schlimmer.
09:37Papa?
09:41Hey?
09:44Kannst du mich nachher fahren?
09:46Lilly, das ist ein Kriminalbeamte.
09:50Deine Mutter ist tot.
09:53Sie wurde wahrscheinlich ermordet.
10:01Was ist mit Ihrem Sohn?
10:04Was ist mit Ihrem Sohn?
10:07Dominik, schläft mal.
10:10Sonja ist für uns gestorben, als sie ausgezogen ist.
10:19Lilly?
10:24Sie müssen mich nicht trösten.
10:26Nee, nee, ich...
10:27Ich dachte nur, vielleicht können wir uns einen Tee machen.
10:29Oder einen Kakao.
10:35Sie hat kaum Arbeit mehr nach Hause gebracht.
10:39Wo hat sie gearbeitet?
10:41Kolbe Lenz Wirtschaftsprüfung.
10:44Der BWL studiert, ist mit dem Studium schwanger geworden.
10:46Hat dann weitergearbeitet.
10:50Naja, jedenfalls...
10:51hat sie bei Kolbe Lenz gekündigt.
10:54Ich meine...
10:54hat ja mit allem Schluss gemacht.
10:57Was hat sie mitgenommen?
10:59Ja, das meiste hat sie hier gelassen.
11:02Ein paar Freizeitklamotten hat sie mitgenommen.
11:06Geld natürlich.
11:07Ich versuche mir das gerade vorzustellen.
11:1117 Jahre waren sie verheiratet...
11:13und dann eines Tages konfrontiert Ihre Frau Sie mit der Tatsache, dass sie geht.
11:17Genau.
11:19Genau so?
11:20Bitte?
11:22Sie haben vorhin versucht zu beschreiben, was in Ihrer Frau vorging.
11:25Ich habe das nicht nur versucht.
11:26Doch, doch.
11:28Was...
11:29was für eine konkrete Vorstellung hatte Ihre Frau?
11:32Von glücklich sein, von einem anderen Leben.
11:35Was weiß ich, an die Tagesaktie sie geht.
11:37Zu Jonas Brink?
11:40Zu wem?
11:42So heißt der Mann, in dessen Zimmer wir sie gefunden haben.
11:44Naja.
11:46Kennen Sie die Rosenbar?
11:47Nee.
11:48Ich kenne überhaupt keine Bars.
11:50Meine Frau war meistens allein unterwegs die halbe Nacht lang.
11:53Keine Ahnung, wo sie dann war.
11:56Nur so, hat sie gesagt.
11:58Naja, ich kann Ihnen ja nicht verbieten, dass Sie was allein gemacht.
12:02Tja, Dominik.
12:03Ich habe es schon gehört.
12:05Die war einfach zu bescheuert.
12:06Komm, komm, komm.
12:07Ey, es ist doch so.
12:08Haut ab und geht dabei drauf.
12:15Scheiße.
12:17Puh.
12:33Darf ich?
12:34Bitte.
12:37Brauchen Sie mich hier noch?
12:38Nein.
12:39Aber ich würde gerne noch mit Ihren Kindern reden nachher.
12:43Allein.
12:52Mach die Tür zu, es ist kalt.
12:59Sie wollte immer mit den Balken.
13:01Ja, aber ich habe bestimmt keinen Bock mit meiner Mutter in der Haftpap aufzutauchen.
13:05Fährst du auch mit deinem Fahrrad in die Schule?
13:07Ja, klar.
13:08Was dagegen?
13:10Dominik, woran erinnerst du dich, wenn du jetzt an deine Mutter denkst?
13:15Sie hat auf Druck gemacht.
13:17Schule und so.
13:19Dann war sie dauernd oben und unten, von der Stimmung her.
13:22Weißt du, wo sie zuletzt gewohnt hat?
13:25Kennst du einen Jonas?
13:26Jonas Brehm?
13:27Was soll das sein?
13:28Hier ist Stecher.
13:28Sie hatte bestimmt keinen Freund.
13:31Und wenn, dann halt nur auf der Arbeit oder so.
13:34Bullshit.
13:35Gar nicht.
13:36Sie sah super aus, wenn sie zur Arbeit ging.
13:39Aber wenn sie frei hatte, hat sie nichts für sich gemacht.
13:43Das sah sie aus wie, keine Ahnung, nie tolle Klamotten, sondern immer irgendwelche Labbersachen.
13:52Das ist echt nur scheiße.
13:53Ich wollte dann immer nie, dass sie mich von der Schule abholt.
13:57Das war peinlich.
14:00Der war alles egal.
14:03Dich hat sie doch auch angerufen, oder?
14:04Und?
14:05Ich habe aufgelegt.
14:07Ich auch.
14:08Wann war denn das?
14:11Vor einem Monat oder so.
14:13Als sie noch hier war, waren wir manchmal joggen.
14:16Der hat sie gefragt, ob ich noch laufe.
14:19Kann ich mal dein Handy?
14:20Oder würdest du gucken, vielleicht ist die Nummer noch in der Anrufliste?
14:24Das war nicht Ihre Nummer.
14:29Herr Sonja, ist sie in letzter Zeit angerufen?
14:32Ich habe Ihnen doch schon gesagt, es gab keinen Kontakt mehr.
14:36Lassen Sie Ihre Kinder nicht allein.
14:43Lilly, Dominik!
14:47Muss ich Sie identifizieren?
14:50Sie wird obdoziert.
14:53Später.
15:02Das tut mir sehr leid für euch.
15:09Sind Sie bereit?
15:13Ja, natürlich.
15:14Ich bin sehr leid für euch.
15:27Ich bin sehr leid für euch.
15:48Ja, meine Frau.
15:53Es gab eine Zeit, da waren Sie sehr verliebt in Ihre Frau.
15:56Was wollen Sie?
15:58Ich habe meine Pflicht getan. Wollen Sie, dass ich hier vor Ihnen zusammenbreche?
16:04So sind Sie nicht, ich weiß.
16:06Habe ich verstanden.
16:12Das ist das Zimmer, in dem wir Ihre Frau gefunden haben. Das Zimmer von Johannes Brehm.
16:16Kennen Sie nicht? Können Sie nichts zu sagen?
16:20Ich würde das gerne mal für Sie. Nein.
16:24Kennen Sie vielleicht eine Freundin von Sonja, mit der sie ab und zu losgezogen sein könnte?
16:28Sie hatte keine. Wenn sie nachts unterwegs war bei Sie, allein, da bin ich sicher.
16:34Hatte Sie eine Vorliebe für Bondage? Für was?
16:38Fesselspiele.
16:41Nein. Gottes Willen, nein.
16:45Wenigstens in der Hinsicht habe ich Sie als normal erlebt.
16:48Sonst nicht?
16:50Weiß ich mal, auch meine Frau war eine Perfektionistin.
16:53Als die Kinder noch klein waren, war sie die absolute Hausfrau, sich um jeden Staub gekümmert.
16:58Und seit ihr anfängt zu arbeiten, musste sie natürlich auch da perfekt sein.
17:02Und wenn was nicht funktionierte, wurde sie hysterisch.
17:05Sie hat geheult, getobt, sie hat getrunken.
17:07Ich habe es tausendmal gesagt, sie soll zum Arzt gehen, eine Therapie machen.
17:11Ich habe...
17:11Wir hatten eine Reputation.
17:15Sie hätte auch mal Rücksicht auf mich nehmen müssen.
17:17Ich habe da eine Menge mitgemacht.
17:20Ach ja, du Ärmster.
17:22Jetzt muss er noch eine Beerdigung organisieren.
17:25Ja, der Mann ist wirklich zu bedauern.
17:28Und dann setzt Ihre Frau, nimmt das noch die Krone auf und geht zu einem anderen.
17:39Sie kennen ihn also doch, Jonas Bremen.
17:44Da scheint Sie mehr zu treffen, als der Anblick Ihrer misshandelten Frau.
17:47Ich habe ihn nie gesehen.
17:50Aber Sie wissen, dass es ihn gibt.
17:52Wie haben Sie von ihm erfahren?
17:54Von ihr?
17:55Sie hat es mir erzählt.
17:58Nur das.
18:00Nämlich.
18:02Nur was?
18:05Nur, dass es ihn gibt.
18:09Den anderen.
18:13Wo hat Lilly das gefunden?
18:15In Sonjas Papierkorb.
18:16Kurz nachdem sie weg ist.
18:18Lilly sagt, sie und Dominik standen neben ihr.
18:22Also hat Sonja das Bild durchgerissen und sich selber weggeworfen.
18:25Ja, und die Kinder behalten.
18:27Wenn Sie mir noch zig Fotos zeigen, ich kenne die Frau nicht.
18:30Tut mir leid.
18:31Gucken Sie sich doch mal um.
18:33Was soll die denn hier?
18:35Aber Sie können ja Leni fragen.
18:37Leni?
18:38Leni.
18:42Ja?
18:43Die Obduktion ist beendet.
18:45Schädel-Hirn-Trauma durch die massiven Schläge ins Gesicht.
18:48Tatsächlich wurde sie aufgehängt, nachdem sie tot war.
18:52Ca. 30 Stunden vor ihrem Auffinden.
18:54Danke, Inge.
19:00Hallo.
19:02Sie suchen Jonas?
19:03Stimmt.
19:04Ich bin Leni.
19:06Bruno Schumann.
19:08Also ich such den nicht.
19:11Vielleicht wissen Sie aber, wo ich ihn finden kann.
19:14Nee, weiß ich nicht und will ich auch nicht wissen.
19:17Krach gehabt?
19:21Blöd gewesen.
19:23So blöd?
19:26Ich hab dir mein ganzes doofes Leben erzählt.
19:28Scheidung, Wohnung weg.
19:30Fisch gehabt mit dem zweiten Mann.
19:32Egal.
19:35Jonas hat zugehört.
19:37Manchmal hat er Lienchen gesagt.
19:40Ach, Lienchen.
19:43Wenn man zuhören kann, der.
19:45Da denkt man sich,
19:47sieh mal einer an.
19:50Glatzen nicht so.
19:52Eines Nachts komm ich herein und seh, wie die rumschäkern.
19:55Sie verstehen rumschäkern.
19:57Walzen.
19:57Ja, schon klar.
19:59Gucken die Frauen an und tuscheln,
20:00als würden sie sich über die lustig machen.
20:02Das war so fies.
20:07Schau, die Frau hier.
20:09War die das?
20:10Mit der Jonas geflirtet hat?
20:12Wie?
20:15Wie soll das sein?
20:16Nee.
20:17Die kenne ich nicht.
20:19Das war etwas anders.
20:23Das war ein Mann.
20:24Ja?
20:26Jonas hat mit dem Mann zusammengesessen.
20:29Mit dem da.
20:34Danke.
20:36Darf ich das übernehmen?
20:39Gerne.
20:39Wiedersehen.
20:43Ich zahl' dir einen Kaffee.
20:50Anker an der Bar sagt,
20:51da läuft ein...
20:53...polizeibeamter rum
20:54und sucht Jonas.
20:55Ich kann aber nichts beitragen.
20:57Und das Länchen schon überhaupt nicht, stimmt?
20:59Versuchen Sie es dann.
21:00Und das Länchen schon.
21:00Was ist das?
21:02Tja, ich heiße Theo Brinkmann, bin kein Alkoholiker, nicht schwul.
21:07Ich bin 35 Jahre alt, geschieden, Vater einer 8-jährigen Tochter, die ich aber nur einmal im Monat sehen darf.
21:12Ich arbeite in der Krankenpflege, gehe keinem einzigen Hobby nach und habe mit Jonas, wie auch immer er heißt, zwei-,
21:21dreimal zu viel getrunken.
21:23Das ist das alles, was ich von mir weiß.
21:26Wollen Sie mich nicht wehren?
21:30Kommen Sie, gehen wir ein Stück.
21:33Sie hatten Spaß mit ihm.
21:35Ja, wie das bei einer Kneipensause so ist.
21:38Aber ich habe keine Ahnung, wo der jetzt steckt, was er treibt und überhaupt.
21:45Schauen Sie mal, ist das hier Jonas?
21:50Ja, es kommt hin.
21:52Wie gut kannten Sie ihn denn?
21:57Den Jonas, den kennt keiner so richtig.
22:00Haben Sie ihn mal mit einer Sonja gesehen?
22:04Welche Sonja?
22:10Huch, irgendwie kenne ich die.
22:12Aber woher?
22:14Rosenbaum?
22:18Nee, vielleicht den Gesicht in der Menge.
22:22Nee, so schön ist sie auch wieder nicht.
22:25Keine Ahnung, ist nur so ein Gefühl.
22:32Dem ist auch immer zu kalt.
22:35Jonas.
22:36Überall, überall zu kalt für ihn.
22:39Deswegen ist er auch weg, glaube ich.
22:44Ja.
22:49Zur Spurenlage.
22:50Es gibt Sonjas Fingerspuren und diverse andere Spuren, aber die können wir nicht zuordnen.
22:54Jonas Brehm ist in der Fahndung.
22:57Brinkmann hat Jonas so beschrieben.
22:59Über Sonjas Ex-Arbeitgeber muss ich mehr wissen, bevor ich da hingehe.
23:03Diese Wirtschaftsprüfer.
23:04Die Frage ist ja, was suchte das Opfer bei Jonas Brehm?
23:10Jonas muss jemand sein, der Menschen wie sie anzieht.
23:13Menschen, die was suchen.
23:14Männer und Frauen.
23:17Sonja hatte doch alles.
23:19Haus, Job, Familie, Geld.
23:23Und dann landet sie in diesem WG-Zimmer.
23:27Bei Jonas hätte sie was gefunden.
23:29Was ganz Elementares.
23:32Menschliche Nähe.
23:34Seit ihrem Weggehen gibt's keine Spuren.
23:40Wo hat sie Jonas getroffen?
23:44Was ist eine Schimm swim forward?
23:55Wo hat sie sagen?
24:02Ja, ich muss jetzt fragen.
24:11Ja!
24:13Ja!
24:16Ja!
24:17Laga!
24:20Laga!
24:44Laga!
25:13.
25:34Max, du weißt doch Bruno?
25:36Kolbe und Lenz, diese Wirtschaftsprüfer, da wo Sonja Menzinger angestellt war.
25:40Die haben auch die Bücher der Spree-Klinik geprüft.
25:43Da arbeitet ja Ulf Menzinger als stellvertretender Leiter.
25:46Das ist doch interessant, oder?
25:48Absolut. Sag mal, bist du immer noch im Präsidium?
25:51Ja, dafür komme ich morgen zwei Stunden später.
25:53Aber Esther wird pünktlich sein.
25:55Okay, danke. Feierabend.
26:02Sie kamen, Sie?
26:12Herr Kolbe, wer aus Ihrem Team hat die Spree-Klinik geprüft?
26:21Sonja Menzinger.
26:23Ja, Frau Menzinger. Sie hat das Fiasko dabei entdeckt.
26:27Bitte, nehmen Sie das mal Platz.
26:29Ein Fiasko?
26:31Ja, sie hat festgestellt, dass eine erhebliche Summe, die für die Forschung vorgesehen war,
26:36auf einem versteckten Konto zurückgehalten wurde, über Jahre.
26:39Und das hat sie natürlich entschieden, beanstandet.
26:42Und zwar mit Fug und Recht.
26:43Was zu trinken?
26:45Danke.
26:47Mit welchen Konsequenzen für Herrn Menzinger?
26:49Ich meine, als stellvertretender Klinikleiter hatte er doch die Verantwortung.
26:53Ja, und der ist auch gerecht geworden.
26:56Er hat den kaufmännischen Leiter der Klinik gefeuert, Oliver Fromme.
27:00Also deutlich sagte Sonja, mein Mann beschwert sich,
27:03dass kaum Geld da ist für die Forschung und seinen scheiß Kumpel schließt es weg.
27:06Ach, die beiden waren befreundet?
27:08Ja.
27:08Sehr gut sogar.
27:10Also, laut Sonja.
27:12Wie war sie denn so?
27:14Sonja?
27:16Nein, Mutter Teresa.
27:19Sie war cool.
27:20Also, Sonja.
27:22An guten Tagen.
27:24An schlechten eher schwierig.
27:26Wie sah das aus?
27:28Na ja, sie hatte so ein kleines Alkoholproblem.
27:31Ja, jetzt nicht besonders auffällig, aber an manchen Tagen hatte sie schon Wodka in ihrem Frühstückstee.
27:37Aber sie ließ ja nicht mit sich reden, also nicht über sowas.
27:41Ja, das stimmt.
27:43Also, niemals privat.
27:45Jonas Brehm, sagt Ihnen der Name mal was?
27:47Nein.
27:49Nie gehört.
27:55Mensch, Lilly.
27:57Hallo.
27:57Hallo.
28:00Also, bei uns ist niemand zu Hause.
28:02Und, also, mein Vater ist zur Arbeit, mein Bruder ist mit seinem Fahrrad unterwegs.
28:08Ich wollte halt fragen, kann ich mal sehen, wie ihr die Verhörung macht?
28:13Ich habe Muffins gebacken.
28:15Wollt ihr welche?
28:19Kennst du den Oliver Fromme?
28:21Das ist ein Freund von deinem Vater.
28:25Der geht manchmal in Papa segeln.
28:28Sonst kenne ich ihn eigentlich nicht.
28:33Mein Bruder sagt, meine Mutter hat sich aufgehängt.
28:37Also, mein Vater hätte gesagt, die hätte eine Schlinge.
28:41Und jetzt sagt Dominik, dass es dann ja gar keiner da war.
28:44Lilly.
28:45Ich glaube das nämlich, weil, als wir joggen waren, da war sie hinter mir so lahm.
28:53Ansonsten lief sie mal vor mir.
28:54Und wie ich mich umdrehe, sehe ich, dass sie heult.
28:57Einfach so, beim Laufen.
28:59Ich frage auch noch, aber sie hätte ja nie was gesagt.
29:02Vielleicht hatte sie Streit mit deinem Vater.
29:05Ja, genau.
29:07Danach hat sie alles umgeworfen.
29:09Mit Absicht?
29:10Das war mordslaut.
29:12Wird alles kaputt gehauen.
29:14Die Vase, den Spiegel, die blaue Flasche.
29:17Ich glaube auch die weiße.
29:19Und mein Vater hat sie angebrüllt, dass sie blöd wäre im Kopf.
29:23Jetzt denke ich mir jetzt so, wenn sie schon sowas macht, dann kann sie sich ja auch aufhängen, oder?
29:29Lilly.
29:32Sie hat das nicht selber gemacht.
29:37Nein.
29:39Nein.
29:54Herr Menzinger, meine Kollegin hat gerade ihre Tochter nach Hause gefahren.
29:58Lilly fühlte sich allein und ist deswegen zu uns ins Präsidium gekommen.
30:02Kümmern Sie sich nicht um Ihre Tochter und um Ihren Sohn?
30:05Haben Sie sich je um Ihre Frau gekümmert?
30:08Sonja war fertig.
30:09Am Ende.
30:09Vollkommen.
30:10Und Sie wissen ganz genau warum.
30:12Wegen dem Riesenkrach, den Sie mit ihr hatten.
30:14Hört zu.
30:17Nichts um Ihren alten Freund.
30:18Geht das auch ein bisschen leiser?
30:20Nein.
30:20Gehen zum Oliver Fromme.
30:22Um die Buchprüfung.
30:24Hier in Ihrer Klinik.
30:25Wie lange kennen Sie Fromme?
30:28Sie sind seit der Uni.
30:30Haben Sie ihm den Job hier besorgt?
30:33Und dann kam Ihre Frau und überführte ihn des Betrugs.
30:36Und der Job war weg.
30:38Professor Menzingers Protégé fliegt.
30:39Das war aber peinlich für Sie, was?
30:41Ich habe Sie gebeten, dass Sie Oliver in Ruhe lässt.
30:44Gebeten?
30:44Ja, gebeten.
30:46Es war eine absolute Frechheit von ihr.
30:47Man hätte das alles regeln können.
30:49Aber nein, sie hat es gnadenlos durchgezogen.
30:51Auch für mich, meinte sie.
30:51Wegen der Forschungsgelder.
30:53So eine Scheiße.
30:54Sie wollte eine Machtprobe.
30:56Sie hat es uns Männern mal so richtig zeigen wollen.
30:58Kurz darauf sagt sie, sie kann das alles nicht mehr.
31:01Was alles?
31:05Was alles?
31:09Alles halt.
31:12Aber sie weg.
31:14Herr Menzinger, Ihre Ehe rückt für mich immer mehr in den Mittelpunkt.
31:18Sie verschweigen mir was.
31:21Vielleicht ist Sonja ja gar nicht freiwillig gegangen.
31:24Haben Sie sie rausgeworfen?
31:25Nein, das haben Sie natürlich nicht.
31:27Das würde ja einen ganz üblen Schatten auf Sie werfen.
31:32Aber Sie haben Sonjas Sehnsüchte mit Füßen getreten.
31:34Sie haben sie von Ihren Kindern entfremdet.
31:36Haben Sie geglaubt, sie kommt auf Knien zu Ihnen zurückgekrochen?
31:40Haben Sie sich getäuscht?
31:41Und dann sind Sie losgezogen und haben Sie gesucht?
31:44Nein.
31:46Und gefunden?
31:47Ihr Sohn hat Ihnen ein Alibi gegeben und Sie ihm.
31:50Aber das ist nichts wert, Herr Menzinger.
31:53Nein.
31:55Sie war es.
32:00Sie hat uns alle verlassen.
32:11Herr Brinkmann?
32:14Hey, hier finden Sie Jonas bestimmt nicht.
32:17Aber Sie?
32:18Wie lange arbeiten Sie denn schon hier?
32:21Vier Jahre.
32:23Ich habe Ihnen noch ein Foto gezeigt von einer Frau.
32:25Von Sonja Menzinger, der Frau vom Chef.
32:27Die haben Sie hier nie gesehen?
32:29Wie, Menzinger?
32:31Hier arbeitet Professor Menzinger.
32:32Ja, eben.
32:34Aber den kenne ich kaum.
32:35Der hat mit dem Patienten nichts zu tun.
32:37Haben Sie das Foto nochmal da?
32:47Das ist seine Frau.
32:50Ja, richtig.
32:51Jetzt weiß ich es.
32:52Die hat mal vor den Büros gestanden.
32:55Irgendwas war los im Haus.
32:57Buchprüfung oder so.
32:59Sie stand einfach da und hat mich angeguckt, wie ich vorbei bin.
33:04Ich meine sogar, sie hätte geraucht.
33:08Aber Jonas hat mit ihr nichts zu tun.
33:11Warum wollen Sie das wissen?
33:13Ich glaube, der steht nicht so auf Frauen.
33:16Das ist nur so ein Gefühl.
33:19War's das?
33:30Ja, Max?
33:31Dieser Oliver Fromme.
33:32Der ist arbeitslos, als er gefeuert wurde in der Klinik.
33:35Kennst du das Crossfit-Studio in der Nähe vom Espanos Wedding?
33:38Ja, warum?
33:39Da ist er jetzt noch die nächste Stunde.
33:42Danke.
33:43Max, äh, Max?
33:44Ja?
33:44Ich hab noch was.
33:45Was denn?
33:46Ah.
33:47Okay.
33:49Ja, gut.
33:50Gut.
33:51Okay.
33:52Tschüss.
33:56Beschattung Brinkmann ab 15 Uhr.
33:59Du oder ich?
34:00Ich.
34:02Bruno meint, Brinkmann könnte uns eventuell zu Jonas führen.
34:19Oliver, da ist jemand von der Polizei für dich.
34:28Woher wissen Sie überhaupt, dass ich hier bin?
34:30Und meinem Kollegen unterherzt von Ihrer Frau.
34:32Kommen wir zur Sache.
34:34Wegen Sonjas Tod und meinem Hauswurf?
34:37Was sonst?
34:42Es ging um den Jahresabschluss.
34:45Sonja hat sich aufgeführt wie...
34:47wie eine Wirtschaftsprüferin.
34:49Nein.
34:50Rücksichtslos.
34:50Eiskalt.
34:52Ich weiß von Ulf, dass sie tot ist.
34:53Also Friedi, ihre Asche.
34:56Ich hab ein Haus abzuzahlen.
34:58Zum Glück verdient meine Frau ganz gut.
35:01Sie haben ja hier öfter zusammen mit Sonja trainiert, oder?
35:06Oh Gott, das Luder.
35:08Seilspring fand ich total albern.
35:10Beider Kram.
35:12Und dann kommt diese Frau zu Ihnen an Ihren Arbeitsplatz,
35:15kühl und sachlich.
35:16Ulfs Frau, was soll da schon schiefgehen?
35:18Aber die lässt nicht mit sich reden,
35:20die zieht ihr Ding durch.
35:22Und weh.
35:24Und es hat ein Nachspiel.
35:25Ziemlich langes Nachspiel.
35:27Sechs Morderte haben Sie sie gesucht.
35:29Und gefunden.
35:33Fehlanzeige.
35:33Mit dem Mord hab ich nichts zu tun.
35:35Aber ich hätte sie umbringen können.
35:37Die Frau ging über Leichen.
35:38Dass ich entlassen wurde, war der Scheißegal.
35:40Die ist einfach abgehauen.
35:41Und hat Mann und Kinder zu Hause.
35:42War der auch scheißegal.
35:44Hat Menzinger Ihnen gesagt, warum sie ging?
35:49Ne.
35:50Er ist umgelaufen wie ein Geist.
35:52Der wollte nichts sagen.
35:54Aber ich sag Ihnen was.
35:56Die hat sich die ganze Zeit irgendwo ganz irre durchführen gelassen.
35:58Das ist meine Meinung.
36:01Hey.
36:02Mein Seil.
36:04Fingerabdrücke.
36:06Ach nee.
36:07Ich hab ne bessere Idee.
36:09Ziehen Sie sich an.
36:10Sie kommen mit.
36:14Bitte nehmen Sie Platz.
36:18Ja, da.
36:22Nie.
36:23Nie, nie, nie, nie.
36:24Nein, nicht hin.
36:25Sie tut's gut.
36:26Nein, nicht hin.
36:26Sie kommen immer hoch.
36:28Sie wollen.
36:28Sie möchten was für ihn.
36:29Sie sehen uns.
36:30Wir können es nicht in die anderen.
36:33Was für ein Arsch.
36:34Nur aber keine Ahnung.
36:36Wir können Sie dann nicht so gut hin.
36:37Kommen Sie da rein.
36:38Da rein.
36:43Er ist da.
36:45Okay.
36:45Dann bitte.
36:47Was können Sie?
36:49Tag.
36:50Tag.
36:52Schauen Sie sich diesen Herrn genau an.
36:55Kennen Sie den?
36:55Guck einfach hoch da rein in die Kamera.
37:01Hat der Sie umgebracht?
37:02Herr Voss.
37:03Ist das der Mann, der bei Ihnen gewohnt hat?
37:05Ist das Jonas Brehm?
37:07Der?
37:08Nein.
37:09So hab ich ihn doch überhaupt nicht beschrieben.
37:12Gut.
37:12Das war schon.
37:13Dankeschön.
37:14Kommen Sie.
37:14Ich habe Ihren Phantomzeichner zweieinhalb Stunden verschrieben.
37:18Das ist Ihnen.
37:18Das ist Ihnen.
37:18Eine Minute da hochgucken.
37:23Was schwer und was nicht schwer ist.
37:25Gucken Sie da bitte jetzt hoch.
37:26Lass den da ruhig noch eine Stunde stehen.
37:27Der hat es verdient.
37:28So wie der bei Sonja geredet hat.
37:32Ja.
37:33Trotzdem, der Frummer war es nicht.
37:36Aber er wird es Menzinger erzählen.
37:38Mal sehen, was dann passiert.
37:43Danke, Max.
37:44Er kann gehen.
37:45Kommt, sie können gehen.
37:47Ah, schleppen Sie mich mal.
37:51Guck mal, Bruno.
37:52Das hat mir Lilly vorhin gegeben.
37:56Als ich sie nach Hause gefahren habe, hat sie übrigens gesagt,
37:59sie soll nicht mehr mit uns reden.
38:01Hat ihr Dominik eingeschärft.
38:03Jedenfalls hat sie mir feierlich überreicht,
38:05was sie im Handschuhfach von Sonjas Wagen gefunden und gebogert hat.
38:19Rosenbach, das gibt es ja nicht.
38:20Und die ist über ein Jahr alt.
38:23Dann war sie ja doch in der Rosenbach.
38:25Wo ist Max?
38:32Ja?
38:33Max, wo bist du?
38:34Der steht am Engelbecken und man füttert Möwen.
38:37Ich bin in zehn Minuten da.
38:38Ja, pass auf, dass er nicht abhaut.
38:59Entschuldigung.
39:03Können Sie mir sagen, wie spät es ist?
39:05Äh, halb vier, ja.
39:08Das ist doch eine Schweizer Uhr, oder?
39:11Das weiß ich nicht.
39:12Doch, doch, doch, das ist eine Balou.
39:16Die ist aus der Epoch-Serie.
39:18Ja, keine Ahnung.
39:20Doch, doch, doch.
39:20Wie teuer war die denn?
39:23Die hab ich vom Flohmarkt.
39:24Tut mir leid.
39:25Darf ich die einmal?
39:25Können wir die einmal abmachen?
39:26Ganz kurz, da hinten ist so ein kleines Wappen.
39:28Tut mir leid.
39:32Okay.
39:33LKA Berlin.
39:34Max Winter.
39:35Mein Chef wird gern mit Ihnen sprechen.
39:45Hey.
39:46Hey.
39:47Oh, nee.
39:47Ich hab's vergessen.
39:49Wir waren verabredet heute Nachmittag.
39:52Und danach wollten wir essen gehen.
39:53Sorry.
39:55Aber wie's aussieht, hört nichts daraus.
39:57Oder wozu deinem Hantel?
39:59Männer befragen im Park.
40:02Wie poetisch.
40:05Nach deiner SMS gestern hatte ich mir das alles irgendwie ganz anders vorgestellt.
40:18Wie wär's nach dem Park?
40:20Und statt der Männer eine Frau?
40:23Ich behalte mich.
40:29Der Wagen steht oben auf der anderen Seite.
40:31Bis später.
40:33Also, Herr Brinkmann.
40:35Sonja Menzinger war in der Rosenbar.
40:37Nachweislich.
40:38Wir haben eine Quittung bei ihr gefunden.
40:40Können Sie sich wirklich nicht erinnern?
40:43Vielleicht war sie ja anders zurechtgemacht.
40:44Kein Kostüm.
40:46Legere Freizeitkleidung, Sportkleidung.
40:48Nein, tut mir leid.
40:52Herr Brinkmann, ich...
40:53Theo.
40:54Jonas hat mich immer Teddy genannt.
40:57Und ich hab ja nicht auf ihn gewartet, falls Sie das denken.
41:00Wie haben Sie sich denn kennengelernt?
41:02Hab ich doch schon gesagt.
41:03Nein, das haben Sie nicht.
41:08Bei einem Konzert in einem Club.
41:11Er stand neben mir.
41:12Wie aus der Flasche.
41:13Gute Laune.
41:14Laute Musik.
41:15Schön.
41:16Und?
41:17Es war keine Frau neben mir.
41:19Ich mein, er bot sich an.
41:20Er war witzig.
41:21Er war gut drauf.
41:22Wir haben getanzt, geredet, gelacht.
41:24So ging das halt.
41:25Er hat mich in die Rosenbar mitgenommen.
41:27Wir haben ewig geredet.
41:31So als hätte man das alles schon hinter uns, was man sonst immer von sich erzählen muss.
41:34Die Vergangenheit.
41:34Dieser ganze Mist.
41:39Wo ist er jetzt?
41:42Sie waren doch immer für ihn da.
41:45Dann müssen Sie doch wissen, wie es ihm geht und wo er jetzt ist.
41:48Oder wo er sein könnte.
41:54Manche ziehen immer weiter.
41:56Immer, immer, immer weiter weg.
42:23Sorry, tut mir leid.
42:35Nichts.
42:36Gar nichts.
42:38Sie kann sich beim besten Willen nicht erinnern, dass Sonja jemals hier war.
42:43Es ist ja so etwas wie ein zweites Wohnzimmer.
42:47Ein Mensch, bei dem das erste leer ist.
42:51So wie bei Sonja.
42:52So wie bei Sonja.
43:15So viele junge Männer.
43:17Und statt der Männer eine Frau.
43:19Frau, Frau, Frau.
43:26gold.
43:41So.
43:44So.
43:52So.
43:53So.
44:10Was ist denn?
44:12Meist mir, kannst du einem echt Angst machen.
44:15Du hast vollkommen recht, Esther.
44:17Sonja passt hier überhaupt nicht rein.
44:21Aber...
44:23Hier wollte sie sein.
44:27Und er auch.
44:30Jonas.
44:33Sonja hat Trost in ihm gefunden.
44:35In ihrem ganzen Elend.
44:37Hier.
44:39Als Jonas.
44:41In der Rosenbach.
44:43Was?
44:45Du denkst,
44:47Sonja und Jonas sind ein und dieselbe Person?
44:51Sie waren eins.
44:57Guten Morgen.
44:58Morgen.
44:59Hey.
45:00Schöne Musik?
45:02Ja, das war ihr Lied.
45:06Jonas hat das gehört.
45:07Ja, der auch.
45:12Verlass dein Zuhause, erinnere deinen Namen, lebe allein.
45:18Lass mal auf.
45:26Und jetzt?
45:28Schau mal.
45:32Die Namen.
45:33Ein simples Anagramm.
45:36Wir haben es einfach nicht gemerkt.
45:38Wir haben die ganze Zeit nach Jonas gesucht, als Täter.
45:41Aber wir hatten ihn schon, als Opfer.
45:43Sonja.
45:44Komm.
45:45Transgender.
45:46Jetzt.
45:48Doch, transsexuell.
45:49Das heißt, wenn du dich mit deiner Geschlechterrolle nicht identifizieren kannst.
45:51Ja, ich weiß, was das heißt.
45:53Aber sie war doch noch eine Frau.
45:55Warum hat sie sich nicht umoperieren lassen?
45:57Weil das ein Klacks ist?
45:58Das macht man nicht einfach mal eben so.
46:00Hat sie Hormone genommen?
46:02Ja, das wird noch geprüft in der Pathologie.
46:03Wie hat sie sich das vorgestellt?
46:05Dass die Kinder das super finden, wenn aus der Mutter ein zweiter Vater wird?
46:07Komm, Max.
46:08Kannst du nicht mal sachlich bleiben?
46:09Ich versuche ja nur, das zu verstehen.
46:10Max.
46:11Max, das versuchen wir gerade alle.
46:16Es ist dieser unerträgliche Drang, dass ich endlich meinen Körper verlassen kann.
46:23Dass ich endlich so leben kann, wie ich mich fühle.
46:27Vielleicht sogar nur für eine Weile, um es zu testen.
46:32Ich habe mir das nicht ausgesucht, Ulf.
46:35Ich wollte nicht so sein.
46:40Aber ich war immer so.
46:43Das ging nie weg.
46:46Auch mit den Kindern nicht.
46:50Und jetzt kann ich nicht mehr warten.
46:52Ich denke dauernd an diese Operation.
46:57Und ich habe Angst.
47:01Aber ich kann so nicht mehr sein.
47:04Ich bin keine Frau, ich bin kein Mann.
47:06Ich bin...
47:08Ich...
47:09Lass mich rausfinden, wer ich bin.
47:12Lass mich bitte.
47:14Ich mache das jetzt.
47:16Ich muss.
47:20Was finde ich denn?
47:22Einen Tag, nachdem sie weg war.
47:24Diese Scheiße.
47:26Als sie das Fantombild von Jonas gesehen haben, da wussten sie sofort, dass das Sonja ist.
47:31Wir haben es nicht gesehen, sie schon.
47:33Die ist sie nie so umgelaufen.
47:36Das wäre noch schöner.
47:38Dass sie sich einbildet.
47:41Sie hat zwei Kinder auf die Welt gebracht.
47:43Sie war ja keine verkappte Lesbe.
47:46Wäre sie irgendwann zurückgekommen, wie sie sich das vorgestellt hat, dann hätte ich jetzt hier mit dem Schwulen gesessen, oder
47:51was?
47:54Sie wollten also gar nicht, dass sie zurückkommt?
47:57Nee.
47:58Nicht so.
47:59Sie sind gar nicht in die Pathologie gekommen, um ihre Frau zu identifizieren.
48:03Sie wollten einfach nur sehen, ob sie sich schon hätte umoperieren lassen.
48:08Können Sie sich überhaupt vorstellen, wie das ist?
48:11Wenn Ihre eigene Frau nach all den Jahren der Ehe sie plötzlich damit konfrontiert, sie wäre lieber ein Mann?
48:18Hä?
48:19Sie hatte sich schon in der Kindheit als Junge gefühlt?
48:25Dabei wollte sie heiraten.
48:28Damals, als sie mit Dominik schwanger war.
48:29Ich nicht.
48:30Ich wollte noch warten.
48:31Ihre Frau wollte ein klares Rollenbild erfüllen.
48:34Perfekt im Beruf.
48:36Perfekt als Ehefrau.
48:37Perfekt als Mutter.
48:40Was ist, wenn sie mich geliebt hat?
48:42Ich meine, dass wir...
48:45...dass wir uns immer geliebt haben, das kommt Ihnen gar nicht im Sinn, oder?
48:48In sie habe ich mich verliebt.
48:52In diese Frau.
48:55Ihre Frau hat die letzten sechs Monate als Mann gelebt.
49:00Als Jonas.
49:02Warum hat sie sich ausgerechnet an dem Abend, als sie ermordet wurde, wieder ein Kostüm angezogen?
49:08Vielleicht war sie ja tatsächlich auf dem Weg...
49:13...ja, hierher zurückkommen zu wollen.
49:16Können Sie sich das vorstellen?
49:19Keine Ahnung.
49:23Lassen Sie sich bloß nicht einfallen, irgendwas davon meinen Kindern zu erzählen.
49:52Nicht schlecht, was ihr hier macht, auf euren Rädern.
49:55Ich muss mich leider mit aufs Präsidium nehmen, Dominic.
49:58Wieso?
49:59Wieso nicht?
50:00Ich muss dir was zeigen.
50:04Das Video?
50:07Das kenne ich.
50:10Das kennst du?
50:12Dein Vater glaubt, er ist verschlüsselt.
50:15Was der so glaubt.
50:17Ja, und?
50:21Pervers.
50:23Mein Vater sagt, dass sie eh verrückt ist.
50:26Bei mir hat sie es mit Telefonzerror versucht.
50:28Was hat sie versucht?
50:29Ich soll bitte, bitte zu ihr nach Hause kommen.
50:31In dieses Zimmer.
50:32Bitte, bitte.
50:34Bin da hin und sie macht die Tür auf.
50:36Aber das war nicht meine Mutter.
50:38Das war ein Clown.
50:40So sah die aus.
50:42Ekelhaft.
50:45Ich wollte gleich wieder weg, aber sie hält mich fest und schickt mich in dieses Loch da, ihr Zimmer.
50:52Und auch ewig, bis sie wiederkommt.
50:56Dann kommt die rein und sieht super aus.
50:59Also völlig normal.
51:00Im Kostüm, wie immer.
51:04Ich wollte sie mir alles erzählen.
51:06Aber ich wollte mir ihren Scheiß nicht anhören.
51:09Da hast du sie für einen Moment wieder gehabt.
51:11Deine Mutter.
51:13Das hat dich total verwirrt.
51:16Das ist doch total irre.
51:19Erst bettelt sie, ich soll mit ihr reden und dann sagt sie auf einmal, okay, sie kommt zurück.
51:23Sie kommt nochmal zurück zu uns nach Hause.
51:25Das hat sie gesagt.
51:26Das hat sie sich auch wirklich vor.
51:30Ich wollte einfach weg und bin abgehauen.
51:34Sie hat noch hinter mir hergerufen.
51:36Ich hör das noch.
51:38Dominik, Dominik.
51:46Aber ich bin nicht zurückgegangen.
51:50Sonst wäre vielleicht gar nichts passiert.
51:54Das ist nicht deine Schuld, Dominik.
51:57Das darfst du nicht denken.
52:06Sie hat ja aufgegeben.
52:08Aber zu Hause hätte sie keiner unterstützt.
52:10Das wusste sie doch.
52:12Sie war Mutter von zwei Kindern.
52:13Für die wäre sie zurückgekommen.
52:15Und Menzinger hätte so getan, als sei nichts passiert.
52:18Nach außen hin.
52:19Aber der hätte der Junge nicht mitgemacht.
52:20Der hätte rebelliert.
52:21Na, das stimmt.
52:23Zwei Leben hätte sie nicht führen können.
52:24Deswegen hat sie sich entschieden.
52:26Für Sonja und gegen ein Leben als Jonas.
52:28Obwohl, das Leben hätte ja auch eine Perspektive gehabt.
52:34Im Leben von Jonas gab es einen Freund und Vertrauten.
52:44Ich habe nur Jonas gekannt.
52:47Nein.
52:49Sie waren ihr Vertrauter.
52:50Sie wussten von Sonja.
52:53Das war euer Geheimnis.
52:55Deswegen haben sie mir auch nichts erzählt.
52:59Ich konnte Ihnen das nicht sagen.
53:02Ich musste Jonas doch beschützen.
53:05Er, also Sonja, hat immer Angst, dass man lacht, wenn man es weiß.
53:11Und auf einmal war Jonas weg.
53:15Und es ist tot, Theo.
53:19Ach, er hat gar nicht gelebt.
53:21Doch.
53:23Eine Zeit lang.
53:25Mit Ihnen.
53:28Nur für kurze Zeit.
53:30In einem ganz neuen Leben.
53:38Ja.
53:41Ja.
53:44Ja.
53:46Okay.
54:01Zwischen uns war das alles so wie früher.
54:04Wie wir das gemacht haben, als wir noch nicht so richtig durften.
54:06So einen Tasten.
54:09Jonas, also Sonja, hatte mit Frau nichts am Hut.
54:13Das ist ein bisschen kompliziert.
54:16Ich sag, nein, das gibt's nicht, ich war nicht schwul.
54:18Sagt er, ich auch nicht. Sag ich, ja klar, merk ich ja.
54:22Als er gesagt, nee, nix merkst du.
54:26Da hat er es mir gesagt.
54:29Auch, dass wir uns kennen aus der Klinik, dieser Moment.
54:33Zuerst denk ich, ich bin im falschen Film.
54:40Aber dann fand ich's okay.
54:44Du wolltest mit ihm durchziehen, alles.
54:47Wir schaffen das, hab ich gesagt. Mach dir keinen Kopf.
54:51Er hat mich immer Teddy genannt.
54:53Das hab ich mir gesagt, oder?
54:59Jonas war halt mal...
55:02...was anderes.
55:04Er war der Richtige, oder?
55:11Ich will jetzt hier weg.
55:13Na?
55:14Bitte.
55:16Ich hab ihm nichts getan.
55:18Menzinger, der hat seine Frau umgebracht.
55:19Der war das.
55:20Sie wollte doch wieder zu ihm zurück.
55:22Und Sie verlassen Theo.
55:24Teddy.
55:25Ist ja alte Geschichte.
55:26Sonja will gehen, und Jonas auch.
55:29Ich hab ihm nichts getan.
55:32Nein, ihm nicht.
55:34Aber ihr.
55:36Sie haben Sonja getötet.
55:38Und dann wollten Sie zu Jonas, aber...
55:40...der macht nicht Jonas die Tür auf, sondern Jonas als Frau.
55:44Und diese Frau...
55:46...die hatte gerade Besuch von ihrem Sohn.
55:47...dem geht's nicht gut.
55:48Das sagt sie ihnen, weil sie vertraut ihnen doch.
55:51Was sagt sie?
55:53Dass sie zurück zu ihrer Familie geht.
55:56Dass sie muss.
55:58Da bin ich halt...
56:01...wieder weg.
56:02Nein.
56:03Nein, sie sind nicht wieder weg.
56:06Sonja...
56:07...hat ja gerade alles kaputt gemacht.
56:09Die wollte sie verlassen.
56:14Wir waren stark.
56:15Wir hätten alles geschafft.
56:17Ja.
56:19Sie hätten das akzeptiert.
56:22Den nächsten Schritt.
56:24Wenn Sonja auch körperlich ein Mann geworden wäre.
56:28Dann haben wir doch schon längst angefangen damit.
56:30Ich hab ihr Sachen besorgt aus der Klinik.
56:33Ja, die Hormonpräparate, die haben Sie gestohlen.
56:35Sie haben richtig was riskiert für Sonja.
56:38Und sie wollte aber trotzdem wieder zurück zu ihrem Mann, zu ihren Kindern.
56:41Und dann sind sie so wütend geworden.
56:43Sie haben einfach eingeschlagen auf Sonja.
56:45Immer wieder ins Gesicht.
56:47Bis sie tot war.
56:51Aber das war nicht genug.
56:54Warum das aufhängen?
56:58Wollten Sie ein Zeichen setzen?
57:08Sie wollte sich für ihre Familie opfern.
57:12Sie hätte da nicht überlebt.
57:17Sie hat immer gesagt, lieber hänge ich mich auf, als ich zu meiner Familie zurückkehre.
57:22Und da haben Sie das Fenster aufgemacht.
57:25Das machen Pfleger doch so, oder?
57:27Damit die Seele nach draußen kann.
57:33Ja.
57:33Manchmal.
57:36Manchmal.
58:02Manchmal.
58:06Manchmal.
58:08Manchmal.
58:12Manchmal.
58:18Manchmal.
58:22Manchmal.
58:26Manchmal.
58:27Manchmal.
58:28Manchmal.
58:31Manchmal.
58:32Manchmal.
58:32Manchmal.
58:32Manchmal.