Zum Player springenZum Hauptinhalt springen
  • vor 7 Wochen

Kategorie

📺
TV
Transkript
00:00Guten Abend, meine Damen und Herren.
00:03Auch heute möchte Sie die Kriminalpolizei wieder in sieben ungeklärten Fällen um Ihre Mithilfe bitten.
00:08In einem der Fälle, und zwar in einer Mordsache, kann vielleicht dieser Ring auf die Spur des Mörders führen.
00:15Es ist ein sogenannter Vario-Ring, oft auch türkischer Zauberring genannt.
00:21Es wird darum gehen, eine Person zu finden, eine Person, die wir in der Sendung noch näher beschreiben werden, die
00:26mit solchen Ringen gehandelt hat.
00:28Doch zunächst, wie immer, ein kurzer Rückblick auf die Ergebnisse der letzten Sendung.
00:34Sie erinnern sich vielleicht an den besonders brutalen Überfall auf eine 82-jährige Frau in einem Wiener Mietshaus.
00:41Die österreichische Polizei sucht im Zusammenhang mit diesem Verbrechen seit zweieinhalb Monaten einen Mann als mutmaßlichen Anstifter.
00:50Inzwischen ist der Mann festgenannt, Herr Dupotowski.
00:53Ja, das ist richtig, Herr Zimmermann, und zwar handelt es sich um Hans-Dieter Bergner.
00:57Bergner war zum Zeitpunkt unserer letzten Sendung in der Deutschen Bundesrepublik, und zwar in Frankfurt.
01:03Kurz darauf reiste er nach Wien, und zwar per Anhalter.
01:08Hier erfuhr er auch, dass er in unserer Sendung gesucht worden war und stellte sich selbst dem Gericht.
01:14Schon nach Bergners erster Vernehmung konnte endlich ein Mann entlastet werden,
01:18den Bergner durch frühere Äußerungen schwer belastet hat und der zeitweise sogar in Untersuchungshaft war.
01:25Schon in der letzten Sendung haben wir vermutet, dass dieser Mann unschuldig ist.
01:30Und das hat sich jetzt einwandfrei bestätigt.
01:33Vor wenigen Tagen gab es dann aber noch weitere recht überraschende Ergebnisse bei Ihnen in Wien.
01:38Ja, zunächst einmal die unbekannte Tote, die am 14. Juni aus der Fischer geborgen worden ist.
01:45Nun konnte mit ziemlicher Sicherheit die Identität der Toten festgestellt werden.
01:51Und zwar handelte es sich um die 26-jährige Türkin Hanim Akhtürk.
01:56Sie lebte bis zum 13. Juni, also bis einen Tag bevor sie gefunden wurde, in der Nähe von Heilbronn in
02:03Deutschland.
02:04Sie können sich erinnern, wir haben Ihnen in der letzten Sendung die Schuhe der Toten gezeigt
02:09und diese Schuhe stammten aus einem Kaufhaus in Heilbronn.
02:14Im gegenwärtigen Zeitpunkt versucht die Kriminalpolizei einen Mann zu finden,
02:19mit dem die Frau die letzte Zeit verbracht hat.
02:23Gegen ihn richten sich einige wirklich schwerwiegende Verdachtsmomente.
02:27Dieser gesuchte Mann befindet sich mit absoluter Sicherheit nicht in unserem Sendegebiet.
02:34Er kann also nicht gewarnt werden.
02:37Wir haben noch eine Erfolgsmeldung zu verbuchen.
02:40Und zwar wurde ein Mann verhaftet, den wir schon vor acht Monaten,
02:46also im November vorigen Jahres in unserer Sendung, gesucht haben.
02:50Richard Bauer.
02:52Trotz dieser langen Zeitspanne von der November-Sendung bis jetzt,
02:57konnte ein Passant in Meidling am Markt diesen Richard Bauer erkennen und meldete das der Polizei.
03:05Aufgrund dieses Hinweises konnte Bauer festgenommen werden.
03:09Das sind unsere Erfolge, Herr Zimmermann.
03:11Auch ein Zuschauer in Düsseldorf hat im Übrigen in einem anderen Fall ein recht gutes Gedächtnis bewiesen.
03:18Sein Hinweis konnte allerdings nicht zum Erfolg führen.
03:20Der Zuschauer wusste zu berichten, dass einer der Gesuchten, und zwar Bernhard Müller,
03:26noch 14 Tage vor der Sendung in einem italienischen Gefängnis in Genua saß,
03:30jedoch nicht unter seinem richtigen Namen, sondern unter dem Falschnamen Bernhard Rosendahl.
03:35Die deutsche Polizei, die Bernhard Müller wegen zahlreicher groß angelegter Unterschlagungen und Betrügereien sucht,
03:42hatte aber Pech.
03:42Die italienischen Behörden wussten nicht, dass der vermeintliche Bernhard Rosendahl
03:47unter seinem wirklichen Namen Müller in den Fahndungsbüchern ausgeschrieben ist.
03:52Und so wurde er, wie sich jetzt herausgestellt hat, kurz vor unserer letzten Sendung in Genua wieder auf freien Fuß
03:58gesetzt.
03:59Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass es sich heute wieder in Deutschland, Österreich oder der Schweiz aufhält.
04:06In einem anderen Fall aus einer früheren Sendung, meine Damen und Herren,
04:09kann Ihnen Werner Vetterli heute ein recht beruhigendes Endergebnis mitteilen.
04:13Ja, und zwar im Zusammenhang mit dem gefährlichen Giftdiebstahl aus einer Apotheke bei Bern.
04:21In der Maisendung haben wir Ihnen darüber berichtet.
04:24Im Juni konnten wir Ihnen mitteilen, dass der vermutliche Giftdieb,
04:29der ausgebrochene, strafgefangene Bruno Spahr, festgenommen worden sei.
04:35Inzwischen hat er der Polizei erzählt, dass er erst durch die Fernsehfandungen erfahren habe,
04:41dass diese Gifte, die er zusammen mit anderen Medikamenten gestohlen hatte, so gefährlich seien.
04:47Darum habe er diese Gifte in einem Schließfach im Zürcher Hauptbahnhof deponiert.
04:53Dort konnte die Polizei in der vergangenen Woche diese Gifte sicherstellen.
04:59Die Giftmenge dieser 53 Fläschchen hätte ausgereicht, um Tausende, Tausende von Menschen zu töten.
05:08Diese Gefahr ist nun zum Glück gebannt.
05:12So, dann haben wir über zwei weitere Verhandlungserfolge zu berichten.
05:17Am 18. Juli, also ziemlich genau vor einem Jahr, haben wir nach dem 26-jährigen Engländer Franklin Ledbetter gesucht.
05:25Er gehörte zu einer Bande von Bankbetrügern, die mit fiktiven Zahlungsanweisungen arbeiteten,
05:32um mit dem Erlösschmuckel von Gold und Edelsteinen nach dem fernen Osten zu betreiben.
05:38Dabei kam es zu einer aufsehenerregenden Verfolgungsjagd und Verhaftung in Hongkong.
05:46Ledbetter, der in Zürich betrügerische Handlungen begann hatte, blieb aber lange Zeit unentdeckt.
05:53Am Mittwoch dieser Woche traf er nun in Zürich ein, nachdem die englischen Behörden seine Auslieferung bewilligt hatten.
06:03Seiner Flucht müde wurde auch der in der vorletzten Sendung gesuchte Heinrich Diener.
06:10Die Polizei fandete nach ihm wegen Vermögensdelikten in Betrage von über 700.000 Franken.
06:17Diener sah ein, dass er nach der XY-Sendung nicht mehr länger sich verbergen konnte
06:24und hat sich am vergangenen Dienstag in Genf freiwillig der Polizei gestellt.
06:30Soviel als Nachtrag zu den Fällen Spar, Ledbetter und Diener.
06:35Vielen Dank, Werner Vetteli.
06:36Und nun noch ein Fall aus der letzten Sendung, meine Damen und Herren, auf den ich kurz zurückkommen möchte.
06:41Und zwar auf den Überfall im Suti-Verbrauchermarkt in Reusdorf in Bonn.
06:45Im Zusammenhang mit diesem Verbrechen, hier ein Foto aus unserem Film,
06:50hat sich ein Fernsehzuschauer mit einer wichtigen Information telefonisch bei der Polizei in Frechen bei Köln gemeldet.
06:59Die Überprüfung dieses Hinweises hat ein so interessantes Ergebnis gebracht,
07:03dass die Polizei noch einmal dringend mit dem Mann sprechen möchte, der in Frechen angerufen hat.
07:09Sein Name ist jedoch nicht festgehalten worden.
07:11Er wird deshalb gebeten, sich noch einmal unmittelbar mit der Kriminalpolizei in Bonn zur Verfügung zu stellen,
07:19in Verbindung zu setzen.
07:21Soviel als Rückblick auf unsere letzte Sendung, meine Damen und Herren.
07:27Und nun zu unserem ersten heutigen Fall.
07:31Ich sage Ihnen sicher nichts Neues.
07:33Immer mehr prägt das Auto unseren Alltag.
07:36Es ist also nicht verwunderlich, wenn auch in der Kriminalität das Kraftfahrzeug eine immer größere Rolle spielt.
07:43Allein in der Bundesrepublik wurden im vergangenen Jahr rund 81.000 Straftaten registriert,
07:49in denen ein Auto als Hilfsmittel oder Werkzeug benutzt worden ist.
07:53Auch für die Fahndung gewinnt das Kraftfahrzeug naturgemäß immer mehr Bedeutung.
07:58Der jetzt folgende Fall ist ein typisches Beispiel dafür.
08:01Es geht um einen Doppelmord, der vor einem halben Jahr am 9. Dezember 1969 in Wien verübt worden ist.
08:10Die Vorbereitungen für dieses Verbrechen wurden jedoch schon in der Nacht vorher getroffen.
08:21In der Momsengasse im Wiener Stadtteil Wieden steht in dieser Nacht zum 9. Dezember ein Mercedes 300 älterer Bauart.
08:29Das Fahrzeug gehört einer Firma, die mit Druckereimaschinen handelt.
08:38Irgendwann in dieser Nacht verschwindet der schwarze Mercedes.
08:41Die Polizei findet am nächsten Morgen keine Spuren, die zu den Dieben führen könnten.
08:50Am Abend nach dem Diebstahl steht der auffällige schwarze Wagen vor einem Elektrogeschäft in der Quellenstraße im 10. Wiener Bezirk.
09:04Kurz vor 19 Uhr will die Frau des Inhabers noch ein Fernsehgerät zu einem Kunden bringen.
09:17Als die Frau mit ihrem Lieferwagen wegfährt, fällt ihr auf, dass eine etwa 40-jährige Frau in den Wagen steigt,
09:23die sich vorher mit dem dunkelhaarigen Mann am Steuer unterhalten hat.
09:39Etwa eine Viertelstunde später kommt die Hausfrau Helga Gruber durch die Quellenstraße.
09:43Es ist kalt an diesem Tag. Ein eisiger Nordwestwind fegt durch die Straßen.
09:49Der schwarze Wagen ist inzwischen etwa 30 Meter zurückgefahren.
09:52Er steht jetzt direkt vor dem Eingang einer Filiale der Discount-Firma Löwer.
09:57Als Helga Gruber noch etwa 40 Schritte von dem Wagen entfernt ist,
10:01hört sie aus dem Discount-Geschäft mehrere knallartige Geräusche.
10:07Kurz darauf kommt ein Mann aus dem Geschäft.
10:09Er trägt ein kleines Paket, das in einen Sack eingewickelt ist
10:13und reicht es in den Wagen, neben dem ein zweiter Mann steht.
10:20An der gegenüberliegenden Straßenecke fällt der Frau noch ein dritter Mann auf.
10:26Helga Gruber hat plötzlich Angst, an dem großen schwarzen Wagen vorbeizugehen.
10:30Sie schlägt einen anderen Heimweg ein.
10:32Als sie am nächsten Tag von einem Verbrechen im Discount-Geschäft Löwer liest,
10:37wird sie für die Kripo zu einer wichtigen Zeugin.
10:41Kurz danach, um 19.25 Uhr, muss am anderen Ende der Quellenstraße,
10:46etwa 250 Meter vom Discount-Geschäft entfernt,
10:50der Kraftfahrer Feodor Strasser an einer Ampel anhalten.
10:55Plötzlich sieht er, wie ein schwarzer Mercedes mit hoher Geschwindigkeit aus der Quellenstraße
11:00trotz roter Ampel in die Favoritenstraße einbiegt
11:03und in Richtung Autobahn davonfährt.
11:08Strasser glaubt, drei Personen in dem Fahrzeug gesehen zu haben.
11:1620 Minuten später, 19.45 Uhr.
11:20Monika Kirchmeier sorgt sich um diese Zeit um ihren Mann,
11:23den Geschäftsführer der Löwer-Discount-Filiale in der Quellenstraße.
11:30Kurt Kirchmeier ist sonst immer gegen 19 Uhr zu Hause.
11:34Vor einer halben Stunde hat seine Frau bereits in der Quellenstraße angerufen,
11:37aber keinen Anschluss bekommen.
11:40Beunruhigt ruft sie deshalb jetzt ihren Vater an,
11:42der in der Nähe des Geschäfts wohnt.
11:56Servus, Papa. Ich bin's, die Moni.
11:59Du, der Kurt ist noch nicht daheim.
12:01Wie machen wir schon solche Sorgen?
12:03Ich habe ein paar Mal im Geschäft angerufen, aber es meldet sich niemand.
12:07Geh, sei lieb, und schau mal nach, was da los ist.
12:10Ich danke dir schön, Papa.
12:12Servus.
12:19Monika Kirchmeiers Vater trifft gegen 20 Uhr vor dem Discount-Geschäft in der Quellenstraße ein.
12:24Die Tür ist verschlossen.
12:30Im Innern des Geschäftes brennt Licht.
12:32Es ist aber niemand zu sehen.
12:39Nur wenige Schritte vom Eingang der Filiale entfernt steht der Wagen des Geschäftsführers.
12:43Das Standlicht ist eingeschaltet, die Tür ist nicht verschlossen.
12:52Als der Schwiegervater des Geschäftsführers erkennt, dass er selbst nichts ausrichten kann,
12:56sucht er nach einer Telefonzelle und ruft bei seiner Tochter an.
13:15Zehn Minuten später kommt Monika Kirchmeier mit einem Taxi in der Quellenstraße an.
13:24Die Tür ist aber zugesperrt.
13:30Da hast du es hinten an der Ausgangstüre schon probiert.
13:32Die Kette höre ich von innen aufzumachen.
13:34Nein, da gibt es einen Trick, dann geht sie auch von außen auf.
13:38Eigentlich sollte das schon erst gerichtet sein.
13:43Da, schau her.
13:43Wenn ich zugspiel, ist der Müsse noch da sein.
13:45Ich schau immer nach.
13:47Ist gut, mein Gett, ich warte hier.
13:54Kurt?
14:03Papa, schnell!
14:05Die Polizei!
14:06Es ist etwas Wurzeln, was passiert!
14:08Monika Kirchmeier entdeckt ein Verbrechen.
14:11Ein Angestellter der Diskontfirma und ihr Mann, der Geschäftsführer Kurt Kirchmeier, sind tot.
14:16Die Täter haben aus einer Maschinenpistole und einer P-38 sieben Schüsse abgefeuert.
14:22Ihre Beute?
14:23Drei Geldtaschen mit insgesamt etwa 120.000 Schilling.
14:30Die Mörder aus der Quellenstraße, meine Damen und Herren, sind mit dem großen, auffälligen Mercedes 300 verschwunden.
14:37Mit ziemlicher Sicherheit handelt es sich um denselben Wagen, der in der Nacht vorher in der Momsengasse in Wien gestohlen
14:42worden war.
14:43Für Kriminaloberst Krajicek vom Wiener Sicherheitsbüro, der heute Abend bei Teddy Podkowski im Studio ist, bedeutet dieser Wagen vielleicht die
14:52Chance, die Täter zu finden.
14:54Jawohl, denn der Wagen ist seit dem Überfall nicht wieder aufgetaucht.
14:58Normalerweise lassen die Räuber die vorher gestohlenen Tatfahrzeuge irgendwo stehen.
15:03Es ist deshalb gut möglich, dass die Täter das Fahrzeug heute noch besitzen.
15:07Ja, es handelt sich um einen schwarzen Mercedes 300.
15:12Dieser Fahrzeugtyp ist in Österreich sehr selten.
15:15In Wien waren vor einem halben Jahr, als die Tat geschah, lediglich vier Wagen dieses Typs angemeldet.
15:21Der gestohlene Wagen trug die Nummer W, also Wien, 22.462.
15:29Frage also, wo ist nach dem 9. Dezember 1969 so ein auffallender Wagen gesehen worden?
15:38Wo ist ein solcher Wagen zur Anmeldung gelangt oder mit defekten Zündschloss zur Reparatur gekommen?
15:46Möglicherweise müssen wir den Täter unter den jugoslawischen Gastarbeitern suchen.
15:50Und zwar genauer gesagt, bei den Gastarbeitern, die aushilfsweise einmal im Löbermarkt gearbeitet haben.
15:58Wir kommen auf diesen Schluss deshalb, weil die Täter mit ziemlicher Sicherheit gewusst haben,
16:03auf welche Weise die Ausgangstür des Geschäftes zu öffnen ist.
16:07Es ist auch vollkommen unmöglich für die Polizei, alle Personen zu erfassen,
16:12die jemals in diesem Diskontgeschäft gearbeitet haben.
16:16Vor allem die Fremdarbeiter.
16:17Dieses Geschäft hatte sich zur Angewohnheit gemacht,
16:20oft nur für einige Stunden oder für wenige Tage,
16:24Fremdarbeiter, auch jugoslawische Fremdarbeiter, zu engagieren.
16:28Und es gibt daher für diesen Personenkreis keine Personalunterlagen.
16:33Auch die Munition, mit der die Täter geschossen haben, stammt aus Jugoslawien.
16:38Sie ist im Jahre 1949 in Jugoslawien für die jugoslawische Armee hergestellt worden.
16:44Es wäre für uns wichtig zu wissen, wo solche 20 Jahre alte Munition heute noch im Handel ist.
16:52Ja, die von den Tätern verwendeten Waffen, eine Maschinenpistole MP40 und eine Pistole vom Typ P38,
16:59gehörten ursprünglich einmal zum Bestand der deutschen Wehrmacht.
17:03Aber auch sie könnten von Jugoslawien nach Österreich gebracht worden sein.
17:07Denn solche Waffen werden heute noch in der jugoslawischen Armee verwendet.
17:11Die geraubten Geldtaschen sind bis heute nicht wieder aufgefunden worden.
17:17Sie sind aus einem roten Plastikmaterial gearbeitet, mit einem Reißverschluss und einem Sicherheitsschnappschluss versehen.
17:25Auf der Vorderseite befindet sich ein Bildfenster, in dem zur Tatzeit ein maschinengeschriebener Zettel mit der Aufschrift Quellenstraße steckte.
17:34Für Hinweise, die zur Ermittlung und Festnahme der Täter führen, sind Beträge von insgesamt 65.000 Schilling ausgesetzt.
17:44Hinweise bitte an das Sicherheitsbüro Wien.
17:47Telefon Wien 34 55 11.
17:51An jede andere Polizeidienststelle oder an eines unserer Aufnahmestudio.
17:57Vielen Dank, meine Herren, in Wien.
18:00Ich darf die Telefonnummer der Aufnahmestudios vielleicht noch einmal bekannt geben, meine Damen und Herren.
18:04Und zwar ist das in Wien die Nummer 82 36 21, in Zürich 23 56 50, und hier in München
18:16die Nummer 48 49 41.
18:23Meine Damen und Herren, es gibt einen Typ von Rechtsbrecher, der der Polizei oft über erstaunlich lange Zeiträume zu schaffen
18:30macht, der sogenannte reisende Täter.
18:34Es sind damit insbesondere Personen gemeint, die ständig umherziehen, um an immer neuen Orten Straftaten zu begehen und die praktisch
18:41nur aus den Einnahmen von diesen Straftaten leben.
18:44In unserem nächsten Fall geht es um einen Mann, den die Strafverfolgungsbehörden zu dieser Personengruppe zählen.
18:52Der Mann heißt Ernst Müller und stammt aus der Gegend von Magdeburg.
18:57Die Delikte, die ihm vorgeworfen werden, reichen von Betrug und Unterschlagung bis zu Diebstahl und Freiheitsberaubung.
19:04Er tritt bevorzugt in den Ländern Nordrhein-Westfalen, Hessen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein auf, also in Nord- und Westdeutschland.
19:11Ernst Müller ist 39 Jahre alt, ein 70 groß und schlank, er hat dunkle Haare und braune Augen.
19:19Beim Gehen zieht er das rechte Bein etwas nach.
19:22Der Gesuchte ist vermutlich mit einem blauen Opel Admiral unterwegs, der das Kennzeichen LE, also Lemgo, HD82 trägt.
19:32In diesem Wagen führt Ernst Müller häufig einen Schäferhund mit sich.
19:37Für Hinweise, die zur Festnahme des Gesuchten führen, ist eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt.
19:44Hinweise bitte an die Kriminalpolizei Lemgo, Telefon, Vorwahl 05261, Rufnummer 4175.
19:54An jede andere Polizeidienststelle oder eines unserer Aufnahmestudios.
20:00Auch in der Kriminalistik, meine Damen und Herren, gibt es recht häufig den sprichwörtlichen Eisberg, der nur zu einem kleinen
20:07Teil sichtbar ist.
20:09Oft arbeitet die Kriminalpolizei an einem Fall, der zunächst keine überragende Bedeutung zu haben scheint.
20:15Dann aber stellt sich plötzlich heraus, dass sie einen Faden aufgegriffen hat, der zu weit bedeutsameren kriminellen Vorgängen führt.
20:22Auch in unserem nächsten Fall bekommt die Polizei möglicherweise eine solche größere Gruppierung in den Griff,
20:29wenn es ihr gelingt, einen Mann festzunehmen, der seit vier Jahren von mehreren Staatsanwaltschaften gesucht wird.
20:35Der Mann heißt Günther Willibald-Kläffel.
20:38Er ist 33 Jahre alt, ein 87 groß und bedient sich zahlreicher Falschnamen, für die er meist auch Ausweise besitzt.
20:47In den Kaufhäusern und Banken ist er als Scheck- und Kreditbetrüger aufgetreten und in einigen Fällen dafür auch rechtskräftig
20:53verurteilt,
20:54jedoch vor Antritt der Strafe geflohen.
20:57Sein bevorzugtes Arbeitsfeld aber sind die Spielbanken in Deutschland und ganz Europa.
21:11Nichts geht mehr.
21:12Nach dieser Ansage darf in keiner Spielbank noch etwas gesetzt werden.
21:17Ein Spielleiter und zwei Kruppiers wachen darüber, dass niemand diese Regel verletzt.
21:24Trotzdem gelingt es gerissenen Trickbetrügern immer wieder einen Einsatz nachzudrücken, wie es in der Fachsprache heißt.
21:30Mitunter sogar nach dem Fallen der Kugel.
21:43Niemand im Saal weiß, dass der Mann, der hier am Tisch soeben 200 Mark gewonnen hat, seit Jahren im deutschen
21:49Fahndungsbuch steht.
21:51Unter seinem echten Namen, Günther Willibald-Kläffel, haben ihn auch alle Spielbanken in Europa gesperrt.
21:57Das heißt, er ist mit Hausverbot belegt.
22:10Schon mehrfach wurde Kläffel bei betrügerischen Manipulationen und Diebstählen in den Casinos ertappt und aus dem Saal gewiesen.
22:17Kein Empfangschef würde ihn hereinlassen, wenn er an der Rezeption seinen eigenen Personalausweis vorlegen würde.
22:24Er bedient sich deshalb immer neuer Falschnamen und beschafft sich verfälschte Personalausweise.
22:33Auch sein Begleiter, der ungarische Student Janosz Pongras, bedient sich eines falschen Ausweises, denn auch er steht auf den schwarzen
22:41Listen der Spielbanken.
22:47Am 25. Januar 1970 sind Kläffel und Pongras wieder einmal in Bad Neuenahr eingetroffen.
22:54Sie kommen in unregelmäßigen Abständen in den kleinen Kurort an der Ahr.
23:01Seit zwei Jahren steigen sie im selben Hotel ab.
23:10Auch im Hotel treten die beiden stets unter falschem Namen auf.
23:15Beim Personal sind sie dafür bekannt, dass sie immer mit ungewöhnlich viel Gepäck anreisen.
23:22In der Spielbank in Bad Neuenahr häufen sich in der Folgezeit die Diebstähle von Jetons an den Tischen.
23:28Hören Sie mal einen Moment, mein Einsatz ist weg.
23:30Entschuldigen Sie, ich hatte auf Brot 300 Mark gesetzt.
23:32Trotz verschärfter Aufmerksamkeit gelingt es nicht, die Diebe auf frischer Tat zu ertappen.
23:37Die Direktion muss annehmen, dass professionelle Spielbankdiebe mit einem raffinierten Trick am Werke sind.
23:43Ich hatte 300 Mark auf Brot gesetzt und sie sind weg. Ich habe mich nur einen Moment umgedreht.
23:46Der Empfangschef achtet deshalb besonders darauf, ob zwischen den seriösen Gästen nicht auch eine Person das Casino betritt, die wegen
23:55ähnlicher Manipulationen gesperrt ist und einen falschen Ausweis vorlegt.
23:59So, bitte sehr. Wollen Sie bitte auf der Rückseite unterschreiben?
24:02Sehr, sehr.
24:05Danke sehr.
24:07Am 3. Februar 1970 hält der Empfangschef dann tatsächlich einen solchen Ausweis in der Hand.
24:13Waren Sie schon mal Gast bei uns?
24:14Nein.
24:15Obwohl er nur einen flüchtigen Blick auf die Eintragungen wirft, fällt ihm eine kleine Unregelmäßigkeit auf.
24:23Bitte schön.
24:24Dennoch händigt er dem Besucher erst einmal eine Tageskarte aus.
24:28Wollen Sie die beiden Karten unterschreiben?
24:31Danke sehr.
24:32Das macht vier Mal. Bitte schön.
24:35Danke schön.
24:37Danke schön.
24:39Aber unmittelbar danach verständigt er die Polizei.
24:48Wenige Minuten später nimmt sich ein Kriminalbeamter in einem unbenutzten Nebenraum den Mann mit dem verdächtigen Ausweis vor.
24:55Bitte, Herr Ohlott, wären Sie so freundlich, dem Herrn von der Kriminalpolizei mal Ihren Ausweis zu zeigen?
25:00Guten Abend.
25:01Guten Abend.
25:10Der Beamte vergleicht den Ausweis mit einer bei der Polizei geführten Liste gestohlener und gefälschter Personalpapiere.
25:26Der Ausweis ist gestohlen bei einem Einbruch in ein Gemeindebüro.
25:30Wie heißen Sie denn wirklich, Herr Ohlott?
25:36Na bitte, dieser Mann.
25:40Würden Sie mal die Arme hochnehmen?
25:43Um keine Überraschung zu erleben, stellt der Beamte zunächst einmal fest, ob der Mann bewaffnet ist.
25:54Statt einer Pistole findet er ein kleines Funkgerät.
25:57Und in der Hosentasche des Mannes die dazugehörigen Batterien.
26:01Ein Funkgerät.
26:03Kann man damit bei Ihnen etwas anfangen?
26:05Ich glaube schon.
26:06Ein Mann kann die Spieler beobachten und der andere...
26:08Einen Moment mal.
26:09Natürlich, zu einem Sender gehört auch ein Empfänger.
26:12Wer ist der Partner?
26:14Wo ist er?
26:18Können Sie feststellen, mit wem er ins Haus kommt?
26:20Ich könnte es versuchen.
26:22Gut.
26:23Wo können wir diesen Herrn inzwischen unterbringen?
26:25Ich zeige Ihnen ein leeres Zimmer.
26:28Kommen Sie bitte.
26:39Kurze Zeit später hat die Leitung der Spielbank festgestellt, wer jeweils zusammen mit dem angeblichen Klaus Ohlert in der Spielbank
26:46aufgetreten ist.
26:48Man kennt diesen Begleiter unter dem Namen Werner Müller.
26:52Kann ich Ihnen mit einem Augenblick sprechen?
26:54Sehr gerne.
26:56Sehr gerne.
27:06Wissen Sie, Herr Müller, wir haben da eine Sache wegen eines Ausweises.
27:10Und weil Sie den Herrn kennen, können Sie vielleicht die kleine Unstimmigkeit klären.
27:15Ja, gerne, wenn ich Ihnen helfen kann.
27:17Wie heißt der Mann denn?
27:18Ohlert.
27:19Klaus Ohlert.
27:21Ohlert.
27:22Ja, warten Sie mal.
27:24Ich glaube, ich habe den Namen schon mal gehört.
27:26Aber ich kenne den Mann nur sehr flüchtig.
27:29Entschuldigen Sie, brauchen Sie mich noch?
27:30Ich möchte mich jetzt eigentlich auch wieder um den Spielbetrieb kümmern.
27:34Nein, vielen Dank.
27:36Aber bitte rufen Sie bei meiner Dienststelle an und bestellen Sie mir einen Streifen rein.
27:39Ja, selbstverständlich.
27:42Herr Müller, darf ich bitte auch mal Ihren Ausweis sehen?
27:46Wenn es sein muss.
27:48Bitte.
27:51Der Beamte stellt fest, dass auch dieses Ausweisformular bei einer Gemeindeverwaltung gestohlen ist.
27:56Es stammt jedoch aus einem anderen Einbruch als der Ausweis des angeblichen Klaus Ohlert.
28:02Bleiben Sie doch stehen.
28:03Wo wollen Sie denn hin?
28:04Ja, da wird es.
28:06Sie sollen stehen bleiben, habe ich gesagt.
28:08Ich bin so weit.
28:09Wo wollen Sie denn?
28:13Der Beamte kann den Mann, der plötzlich flüchten will, zunächst festhalten.
28:17Reicht, Mann!
28:18Nach kurzem Kampf aber gelingt es dem Verdächtigen, sich loszureißen.
28:35Los, hinterher!
28:37Zu dritt nehmen die Beamten die Verfolgung auf.
28:40Hier ist er weit.
28:53Sie sind falsch.
28:54Hier ist doch die Damen dort.
28:55Hier ist er.
29:03Hier.
29:04Versuchen Sie ihn zu kriegen.
29:05Kommen Sie, wir versuchen es in seinem Hotel.
29:26Wenige Minuten später hat der Kriminalbeamte herausgefunden, in welchem Hotel die beiden Männer wohnen.
29:34Er war tatsächlich noch nicht da.
29:36Lassen Sie auf der Straße auf, falls er kommt.
29:38Ich schaue mich hier inzwischen rum.
29:39In Ordnung.
29:42Der uniformierte Beamte bezieht auf der Straße Position.
29:46Sein Kollege von der Kripo interessiert sich inzwischen für das umfangreiche Gepäck des Flüchtigen.
29:59Er findet eine gut ausgestattete Fallspieler- und Diebeswerkstatt.
30:04Mehrere selbstgebaute Kleinstfunkgeräte, zum Teil raffiniert getarnt.
30:10In einem zweiten Koffer einen ebenfalls getarnten Apparat, mit dem noch nach dem Fallen der Kugel unauffällig auf Gewinnzahlen gesetzt
30:18werden kann.
30:21Eine Kollektion Spezialwerkzeuge zum Bau der Geräte.
30:26Und mehr als ein Dutzend Ausweisformulare.
30:30Einige sind auf verschiedene Namen verfälscht.
30:33Andere sind überhaupt noch nicht ausgefüllt.
30:46Auf Günter Kleffel allerdings warten die Beamten in dieser Nacht vergeblich.
30:53Er lässt sein Gepäck und den Wagen zurück und ist bis heute verschwunden.
31:06Die in dem Hotelzimmer sichergestellten Gegenstände, meine Damen und Herren,
31:10hat der Polizei endlich eine plausible Erklärung für die mysteriösen Jetondiebstähle und auch für die Betrügereien in der Spielbank geliefert.
31:17Sie brachten für Kriminalrat Erich Straß vom Landeskriminalamt Koblenz, der den Fall bearbeitet,
31:23auch Hinweise darauf, dass hier eine größere kriminelle Gruppe am Werk ist.
31:27Das ist richtig. Die gefundenen Ausweise stammen nämlich aus sechs verschiedenen Einbrüchen in Bürgermeisterämter,
31:34besonders in Süddeutschland.
31:36Und der sichergestellte Reisepass war früher einmal im Besitz eines Mannes,
31:40der bei anderer Gelegenheit wegen Jetondiebstahls festgenommen worden ist.
31:45Wir haben deshalb die Hoffnung, dass wir über den gesuchten Günter Willibald Kleffel
31:49an einen Verteilerring für falsche Personalausweise herankommen.
31:55Falsche Personalpapiere, meine Damen und Herren, werden nicht nur in Spielbanken benutzt.
31:59Es gibt Leute, die mithilfe solcher Ausweise vielfältige kriminelle Geschäfte betreiben,
32:05vom Scheck- und Kreditbetrug bis hin zur systematischen Unterschlagung von Mietwagen.
32:11Der zweite Mann, der in Bad Neunau aufgetreten ist, hat praktisch alles dem flüchtigen Kleffel angelastet.
32:17Und wir konnten ihm das Gegenteil nicht beweisen.
32:20Er wird wirklich inzwischen wieder auf freiem Fuß.
32:23Sein Name wurde deshalb in diesem Film geändert.
32:27Günter Willibald Kleffel, der erste Mann, ist 33 Jahre alt, 1,87 groß und kräftig.
32:35Er hat mittelblondes Haar mit auffallenden Geheimratsecken und graue Augen.
32:41Der Gesuchte tritt sehr sicher auf und legt großen Wert auf seine Kleidung.
32:46Günter Willibald Kleffel wird im Übrigen auch wegen einer Reihe anderer Straftaten gesucht.
32:52Im Bundeskriminalamt liegen vier Haftbefehle vor.
32:56Es ist recht wahrscheinlich, dass er unter neuen Falschnamen immer noch regelmäßig Spielbanken besucht.
33:01Und das nicht nur hier in der Bundesrepublik, sondern auch im benachbarten Ausland.
33:06Für Hinweise, die zur Festnahme des Gesuchten führen, ist eine Belohnung von 1.000 Mark ausgesetzt.
33:14Hinweise bitte an das Landeskriminalamt Koblenz.
33:17Telefon Vorwahl 0261, Rufnummer 2676, an jede andere Polizeidienststelle oder eines der Aufnahmestudios.
33:28Vielen Dank, Herr Strass.
33:30Und jetzt, meine Damen und Herren, geht es um einen Mann, den die Polizei seit über zwei Jahren sucht,
33:36von dem sie aber erst seit einigen Monaten weiß, wie er heißt.
33:39Eberhard Kirschner aus Ludwigsburg bei Stuttgart.
33:44Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, der Chef einer internationalen Betrügerbande zu sein.
33:49Die Gruppe soll, so die Ermittlungen der Polizei, mit Hilfe gefälschter Papiere große Geldbeträge von fremden Bankkonten ins Ausland,
33:58zum Teil in die Schweiz und nach Österreich dirigiert und abgehoben haben.
34:03Eberhard Kirschner ist 42 Jahre alt, 1,73 groß und vollschlank.
34:08Er hat blaue Augen und mittelblondes Haar mit einer ausgeprägten Stirnglatze,
34:13die er heute möglicherweise mit einem Toupet verdeckt.
34:17Der Gesuchte spricht Deutsch mit schwäbischem Tonfall und Englisch mit amerikanischem Akzent.
34:23Er verkehrt häufig in Spielbanken.
34:25Wie die Polizei festgestellt hat, besitzt er mehrere Ausweise auf falsche Personalien.
34:30Eberhard Kirschner dürfte auch mit Sicherheit bewaffnet sein.
34:35Für Hinweise, die zur Festnahme des Gesuchten führen, ist eine Belohnung von 1000 Macht ausgesetzt.
34:40Hinweise bitte an das Landeskriminalamt Stuttgart, Telefon, Vorwahl 0711, Rufnummer 624641,
34:52an jede andere Polizeidienststelle oder eines der Aufnahmestudios.
34:58Und nun zum nächsten Fall, meine Damen und Herren, und zwar zu dem Fall, bei dem dieser Ring eine wichtige
35:03Rolle spielt.
35:04Wir wissen, dass diese Sendung auch von ausländischen Gastarbeitern recht aufmerksam verfolgt wird,
35:10selbst wenn sie nur mangelhaft Deutsch sprechen.
35:13Vielleicht kann in diesem Fall diese spezielle Zuschauergruppe zur Klärung eines schweren Verbrechens beitragen.
35:19Es geht um den Mord an einem 56-jährigen Mann aus Wolfsburg.
35:24Da die Person des Opfers in diesem besonderen Fall für die Fahndung nach dem Täter nicht von Bedeutung ist,
35:31haben wir mit Rücksicht auf die Familie im Film Namen und Beruf des Ermordeten geändert.
35:44Etwa einen Kilometer vom Volkswagenwerk entfernt liegt die Gastarbeiter-Siedlung Berliner Brücke.
35:514500 ausländische Arbeiter wohnen hier.
35:59Am Eingang des Lagers wacht ein Pförtner darüber, dass kein Fremder die Unterkünfte unangemeldet betritt.
36:08Am Freitag, dem 12. Dezember 1969, kommen gegen Mittag zwei Männer auf den Eingang der Siedlung zu.
36:15Einer von ihnen ist der Italiener Piero Giovanni Lanziou.
36:19Der zweite Mann ist vermutlich Marokkaner.
36:22Sein Name ist bis heute nicht bekannt.
36:24Piero Lanziou hat bis vor neun Tagen im VW-Werk gearbeitet und hier in der Gastarbeiter-Siedlung gewohnt.
36:32Zu wem wollen Sie denn da?
36:35Haben Sie einen Ausweis dabei?
36:37Nein.
36:37Pass, Passport.
36:41Ehto, Possible.
36:50Die kriegen Sie wieder, wenn Sie rausgehen.
37:03Die beiden Besucher halten sich den ganzen Nachmittag im Haus 39 der Ausländersiedlung auf.
37:09Piero Lanziou stellt den Marokkaner seinen ehemaligen Zimmerkollegen als neuen Freund vor, ohne jedoch dessen Namen zu nennen.
37:16Die Besucher erzählen, dass sie kein Geld mehr haben.
37:19Sie lassen sich deshalb von Lanziou's alten Freunden bewirken.
37:33Der Marokkaner schenkt den Gastgebern dafür einen sogenannten Vario-Ring.
37:37Er besitzt etwa 50 Stück davon und erklärt, dass er diese Ringe gewöhnlich für 5 Mark verkauft.
37:44Der Marokkaner schenkt den Gastgebern, dass er diese Ringe gewöhnlich für 5 Markkollegen, dass er diese Ringe gewöhnlich für 5
38:01Markkollegen, dass er diese Ringe gewöhnlich ist.
38:14Die Gastgeber erinnern sich später auch daran, dass der Marokkaner eine auffällige Armbanduhr mit einem sogenannten Weltzeitring getragen hat.
38:29Die Besucher nützen nach dem Essen die Gastfreundschaft auch noch für eine ausgedehnte Ruhepause.
38:38Gegen 21 Uhr verlassen sie schließlich die Ausländersiedlung.
38:48Ihre Pässe nehmen sie wieder mit.
38:51Niemand hat zu diesem Zeitpunkt Anlass, sich ihren Namen zu merken.
38:58Wenig später steht in der Imbissstube des Wolfsburger Bahnhofs der Lagerverwalter Herbert Wagner mit einem Kollegen an der Theke zusammen.
39:07Wagner ist 56 Jahre alt und Junggeselle.
39:09Er wohnt in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs und trinkt vor dem Schlafengehen hier in der Imbissstube gern noch ein Glas.
39:21Kurz nach 23 Uhr kommt Piero Lanzio in das kleine Lokal.
39:28Den anderen Gästen und dem Wirt fällt auf, dass er Wagner wie einen alten Bekannten begrüßt.
39:34Wahrscheinlich hat er den Lagerverwalter kennengelernt, während er im Volkswagenwerk gearbeitet und in Wolfsburg gewohnt hat.
39:40Der Italiener stellt seinen Begleiter wieder als Hitlerverwalter vor.
39:44Aber auch hier nennt er den Namen des Mannes nicht.
39:48Ich denke, Sie sind nicht mehr in Wolfsburg. Was machen Sie denn hier?
39:52Ach, Besuch kamerat in Berliner Brücke.
39:54Ach so. Wollen Sie nichts trinken?
39:57Nichts trinken. Nichts Geld, verstehe? Keine Arbeit.
40:00Ja, dann lasst es nicht liegen.
40:01Herr Wirt, was kriegen Sie denn?
40:03Konjak geläubt?
40:04Und Sie?
40:07Servierter, grazie.
40:11Herbert Wagner ist ein gutmütiger Mann.
40:14Er spendiert den beiden Ausländern einen Drink.
40:19Aus einer Runde werden zwei.
40:28Dann aber, etwa eine halbe Stunde nachdem die beiden Ausländer das Lokal betreten haben, will Herbert Wagner aufbrechen.
40:35Jetzt wird es aber Zeit.
40:36Herbert, Herr Wirt, darf ich bitte zahlen?
40:38Ja, ja.
40:40Es waren 246, 7 Weinbrand, ein Bier, macht 7,50 Mark.
40:50Ziehen Sie 8 Mark ab.
40:52Danke.
40:5610, 30, 50, danke.
41:01Wiedersehen.
41:02Wiedersehen.
41:02Die beiden Ausländer verlassen zusammen mit Herbert Wagner das Lokal.
41:06Die späteren Ermittlungen der Polizei ergeben, dass sie mit dem ehemaligen Kollegen aus dem Volkswagen-Werk noch in seine Wohnung
41:13gegangen sind.
41:19Etwa anderthalb Stunden haben sich die beiden Fremden in Wagners Wohnung aufgehalten.
41:26Der Lagerverwalter hat für seine Gäste noch Kaffee gekocht.
41:29Alkohol wurde nicht mehr getrunken.
41:33Gegen 1.30 Uhr schreckt ein Stockwerk tiefer eine Frau im Schlaf auf.
41:38Hilfe! Hilfe!
41:43Sie hört in Wagners Wohnung mehrere Hilferufe und einen dumpfen Aufschlag.
41:53Beunruhigt verlässt sie ihre Wohnung.
41:58Um nicht allein nach oben gehen zu müssen, weckt die Frau einen Nachbarn.
42:03Herr Wiesner, machen Sie doch mal auf, schnell!
42:05Hallo!
42:07Wer ist denn da?
42:07Ich bin der Wiesner, Frau Nagel.
42:10Haben Sie nichts gehört, Herr Wiesner?
42:12Hey, was denn?
42:13Oben bei Wagners hat jemand um Hilfe geholfen.
42:15Kommen Sie doch mal mit drauf, wir müssen mal nachschauen.
42:23Aber das war doch ganz deutlich, er hat doch um Hilfe gerufen.
42:25Haben Sie das auch gehört?
42:26Ich habe um Hilfe gerufen.
42:27Das ist schon geklingelt.
42:28Ja, aber es rückt sich nichts.
42:32Herr Wagner!
42:34Ist bei Ihnen alles in Ordnung?
42:37Nichts.
42:38Ja, was machen wir denn jetzt?
42:39Nicht ruhig mal.
42:40Ja, war doch was.
42:41Ich gucke mal.
42:52Da ist einer drin.
42:53Da brennt auch Licht.
42:55Wir müssen die Polizei rufen.
42:56Sie haben doch Telefon.
42:57Ja, ich rufe sofort an.
43:03Die Nachbarn haben sich nicht getäuscht.
43:05In Wagners Wohnung halten sich zwei fremde Männer auf.
43:09Die Polizei identifiziert sich später als die beiden ausländischen Besucher.
43:30Der Eingang des Hauses, in dem Herbert Wagner wohnt, befindet sich im Hof auf der Rückseite.
43:40Na, wo waren denn die Sächer, Kommission?
43:42Ja, hier waren Warten.
43:43Da war ein Fremder drin.
43:44Genau, ich habe mit herzlichen Brief hier im Bedingen.
43:49Aufwachen, Polizei!
43:54Aufwachen, Polizei!
43:58Warten Sie sich auf, Polizei!
44:15Machen Sie endlich auf!
44:20Komm, wir brechen auf!
44:22Und wenn nachher nichts ist.
44:32Die Beamten versuchen es noch einmal mit Klopfen und Klingeln.
44:35Als sie immer noch keine Antwort erhalten, dringen sie schließlich gewaltsam in die Wohnung ein.
44:49Der Wohnungsinhaber ist tot.
44:51Die Mörder haben ihn gefesselt und seine Brieftasche geplündert.
45:04Mithilfe einer Paketschnur haben sie sich aus dem Fenster des dritten Stocks abgeseilt und sind geflohen.
45:15Einer der beiden Männer, meine Damen und Herren, und zwar der Italiener, Piero Giovanni Langio, ist, wie gesagt, inzwischen identifiziert
45:23und in Italien auch festgenommen worden.
45:25Für Hauptkommissar Karl Asburg aus Wolfsburg wäre es aber nun sehr wichtig, auch den zweiten, bis heute unbekannten Mann zu
45:32finden.
45:33Ja, Herr Zimmermann, das ist sogar sehr wichtig, denn solange wir diesen zweiten Mann nicht ermittelt haben, kann Langio alle
45:39Schuld auf ihn schieben.
45:41In dieser Situation sind wir ja recht häufig, wenn zwei Täter gemeinsam ein Verbrechen begehen und dann zunächst nur einer
45:48festgenommen wird.
45:50Von dem angeblichen Marokkaner hat die Polizei nicht nur eine Zeichnung, sondern auch eine sehr gute Personenbeschreibung.
45:57Er ist 20 bis 25 Jahre alt, nur 1,60 bis 1,65 groß und schmächtig.
46:05Er hat einen sehr dunklen Töng und dunkle, in die Stirn fallende Haare mit einem Scheitel auf der linken Seite
46:11und sehr schmalen Koteletten.
46:13Er hat behauptet, früher Seemann gewesen zu sein.
46:17Der Mann trug, wie Sie, meine Damen und Herren, in den Filmen gesehen haben, eine auffallende Armbanduhr mit bläulich getöntem
46:25Glas und einem sogenannten Weltzeitring.
46:28Auf diesem Ring standen mit Sicherheit die Namen der Städte New York, London und Paris.
46:35Bis zur Tat am 13. Dezember 1969 trug der angebliche Marokkaner ein solches silbernes Kettchen ohne Gravur.
46:45Er hat es vermutlich beim Kampf mit dem Opfer in der Wohnung des Ermordeten verloren.
46:52Wie Sie wissen, meine Damen und Herren, hat der Mann eine große Menge solcher Vario-Ringe besessen und vermutlich auch
46:58damit gehandelt.
47:00Möglicherweise erinnert sich heute jemand an den Mann mit diesen Vario-Ringen.
47:04Die Ringe haben ein Zopfmuster und bestehen aus vier ineinanderhängenden dünnen Einzelringen.
47:11Vielleicht ist der angebliche Marokkaner heute noch mit einem Auto unterwegs, das in der Tatnacht in der Nähe von Wolfsburg
47:17gestohlen wurde und bis heute verschwunden ist.
47:38Hier noch einmal die Zeichnung des angeblichen Marokkaners und das Foto des inzwischen festgenommenen Italieners, mit dem er zusammen nach
47:47Wolfsburg gekommen ist.
47:48Frage, an welchen Orten sind die beiden sonst noch gesehen worden?
47:53Sehr wichtig wäre es für die Polizei auch zu wissen, wo Langeo oder der Marokkaner allein oder mit anderen Personen
48:00gesehen worden sind.
48:01Für Hinweise, die zur endgültigen Klärung des Verbrechens und zur Festnahme des angeblichen Marokkaners führen, sind mehrere Belohnungen ausgesetzt.
48:10Insgesamt 3000 DM.
48:12Hinweise bitte an die Kriminalpolizei Wolfsburg, Telefon Vorwahl 05361, Rufnummer 5081, an jede andere Polizeidienststelle oder eines der Aufnahmestudios.
48:27Vielen Dank, Herr Asbruck.
48:30Und nun, meine Damen und Herren, haben wir noch eine wichtige Fahndung nach einer internationalen Scheckfälscherbande,
48:35die erst vor wenigen Tagen schlagartig in fast allen Ländern Europas zu arbeiten begonnen hat.
48:42Doch zunächst eine erste Rückfrage in unseren Aufnahmestudios.
48:46Unser erster Fall kam heute aus Österreich und ich habe im Wiener Studio die Beamten auf dem Monitor auch schon
48:52telefonieren sehen.
48:53Teddy Podgorski, was können Sie uns denn schon sagen?
48:55Ja, Herr Zimmermann, eine Flut von Hinweisen, die den Fall des Löwermarktes betreffen.
49:02Und unsere Polizei ist damit beschäftigt, nicht nur hier im Studio, sondern auch im Sicherheitsbüro alle die Telefonanrufe zu bewältigen,
49:11die hier eintreffen.
49:13Die meisten beziehen sich auf den Mercedes.
49:16Nun hat sich dieser Mercedes zu einem wahren Geisterauto entwickelt.
49:20Er wird plötzlich überall in Österreich gleichzeitig gesehen.
49:25Und die Polizei ist natürlich bemüht, jetzt jedem Hinweis nachzugehen und all die Hinweise zu überprüfen.
49:32Und ich glaube, es wird sehr, sehr lange dauern, bis hier die Spreu vom Weizen gesondert ist.
49:37Und vielleicht wäre ein Hinweis notwendig, und zwar wäre es wichtig zu wissen, wer diesen Mercedes mit der gesuchten Nummer
49:47gesehen hat.
49:48Wir bekommen Hinweise, dass ein Mercedes 300 dieses Typs gesehen wurde und gesehen wird, weil er irgendwo abgestellt ist.
49:55Aber Hinweise über die Nummer haben wir nicht bekommen.
49:58Und das, glaube ich, wäre zielführend.
50:01Ja, das wäre richtig. Sonst haben Sie zu den weiteren Fällen noch nichts.
50:04Bis jetzt noch nichts.
50:06Vielen Dank, Herr Wodkowski.
50:07Und bei Ihnen, Zürich, Werner Vetterli, wie sieht es da aus?
50:10Ja, eigentlich ganz ähnlich.
50:11Wir haben auch etliche Anrufe, die den Diplomatenwagen Mercedes betreffen.
50:17Aber bis jetzt noch nichts Konkretes.
50:19Anrufe sind auch gekommen über Gunter Willibald Kreffel, also diesen Spielbankenbesucher.
50:27Es gibt aber hier in der Schweiz noch einen Fall, der von besonderem Interesse ist.
50:33Es geht in diesem Fall um Mord.
50:36Ein junger Mann, ein Italiener, ein Sizilianer wird beschuldigt.
50:40Vor 14 Tagen, also vor nur zwei Wochen, in Leverkusen, also in der Deutschen Bundesrepublik,
50:47auf besonders brutale Art und Weise einen anderen jungen Mann umgebracht zu haben.
50:53Und zwar hat er nach den Ermittlungen der Polizei sein Opfer nach einer Auseinandersetzung
50:59mit dem Auto absichtlich überfahren und schwer verletzt 100 Meter mitgeschleift.
51:07Der Beschuldigte heisst Lugiano Virone.
51:12Lugiano Virone stammt aus Sizilien, ist 21 Jahre alt, 1,65 Meter groß und von kräftiger Gestalt.
51:21Er hat schwarzes Haar mit lang heruntergezogenen Koteletten.
51:26Es gibt verschiedene Anhaltspunkte dafür, dass der Gesuchte nach der Tat in die Schweiz geflohen ist
51:32und sich hier bei Verwandten oder Freunden aufhält.
51:36Möglicherweise hat er auch das Auto noch bei sich, und zwar einen roten Fiat 850er Sport.
51:45Der rote Fiat 850 Sport trug zuletzt das Kennzeichen LEV, also Leverkusen, NN71.
51:55Der Wagen hatte auch auf den Türen ein großes BMW-Emblem aufgeklebt.
52:04Für Hinweise, die zur Verhaftung des Gesuchten führen, sind mehrere Belohnungen im Wert von 3.000 Mark, also 3.500
52:13Franken, ausgesetzt.
52:16Wenn Sie etwas über den Aufenthalt des Gesuchten Lugiano Virone wissen, so bitten wir Sie doch höflich,
52:24so rasch wie möglich, das der nächsten Polizeistelle zu melden.
52:28Vielen Dank, Werner Vetterli.
52:30Es ist selbstverständlich, meine Damen und Herren, dass auch die Zuschauer in Deutschland und Österreich in diesem Fall angesprochen sind.
52:36Es gibt zwar Hinweise, dass sich der Gesuchte in die Schweiz abgesetzt hat,
52:40aber mit einem Auto ist man heute schnell in einem anderen Land.
52:44So, aber nun zu unserem Aufnahmestudio hier in München.
52:46Peter Rohl, wie sieht es aus? Können Sie uns auch schon was sagen?
52:48Ja, wir haben unter den Hinweisen zu dem Mercedes 300, die natürlich auch bei uns eingegangen sind,
52:54einen, von dem ich glaube, dass er besonders interessant ist,
52:56da ist nämlich ein solcher Wagen ohne Papiere verkauft worden.
53:00Mit diesem Hinweis geht die Polizei im Augenblick schon nach.
53:03Dann konzentrieren sich mehrere recht interessante Hinweise um Ernst Müller,
53:08den Mann mit dem Opel Admiral, mit dem Lemgur-Kennzeichen.
53:12Und dem Hund im Wagen.
53:12Und dem Schäferhund.
53:14Es sieht so aus, als ob Ernst Müller sich im Augenblick im Raum Niedersachsen
53:18rund um Göttingen aufhalten könnte.
53:21Es gibt da mehrere übereinstimmende Hinweise, die recht zuverlässig klingen.
53:25Das ist im Augenblick das Wichtigste hier bei uns in München.
53:28Nun, vielen Dank, Peter Rohl.
53:29Wir werden noch sehen, was es weiter gibt, meine Damen und Herren.
53:32Doch zuerst nun, wie angekündigt, noch eine wichtige Fahndung.
53:36Vor wenigen Tagen, am Montag dieser Woche,
53:39traten schlagartig in verschiedenen Städten in Europa
53:41mehrere Mitglieder einer internationalen Scheckfälscherbande auf,
53:45die an Bankschaltern gefälschte Reiseschecks einer amerikanischen Großbank einlösten.
53:52In einigen Fällen kam es zu einer genaueren Überprüfung der vorgelegten Pässe.
53:57Die Inhaber der gefälschten Schecks warteten das Ergebnis dieser Überprüfung nicht ab,
54:02sondern flohen und ließen ihre Papiere zurück.
54:06Die Pässe erwiesen sich ebenfalls als gefälscht.
54:10Aber auf diese Weise kam die Polizei zu Passbildern von einigen Mitgliedern dieser Bande.
54:16Und es kommt jetzt darauf an, mit ihrer Hilfe, meine Damen und Herren,
54:19diese Männer nach Möglichkeit zu identifizieren.
54:22Sie arbeiten zum Teil mit sehr raffinierten Verkleidungen.
54:26In Hamburg zum Beispiel trat einer bei verschiedenen Banken
54:29in der Tracht eines italienischen Geistlichen auf.
54:33In seinem Pass nannte er sich Monsignore Giovanni Polizita.
54:39Dieser Mann ist etwa 65 Jahre alt und 1,75 bis 1,80 groß.
54:44Er hat spärliches, grau-milliertes Haar,
54:47trug eine randlose Brille und sprach gut Deutsch,
54:50bei dem nur stellenweise, vermutlich simuliert, ausländischer Akzent anklang.
54:56Das Foto dieses Mannes ist am Dienstag in Genf sichergestellt worden.
55:01Am Tag zuvor hatte derselbe Mann in München gefälschte Reiseschecks abgesetzt.
55:05Er nannte sich Ferrino Cavurto,
55:10besaß aber trotz des italienisch klingenden Namens einen australischen Pass.
55:14Dieser Mann ist etwa 50 bis 60 Jahre alt und 1,70 groß.
55:20Er hat eine Stirnklatze und trug eine Brille.
55:24Dieser Mann, der Dritte, musste einen holländischen Pass in Köln zurücklassen.
55:29Er nannte sich Josef Bartholomäus Johannes Banken.
55:33Er ist etwa 50 Jahre alt und 1,80 groß,
55:37hat dunkle Augen und dunkle Haare.
55:41Möglicherweise trug er eine Perücke.
55:43Auch er sprach einwandfreies Deutsch ohne jeden Akzent.
55:47Es gibt in Holland tatsächlich einen Mann mit diesem Namen,
55:50dem sein Pass gestohlen worden ist.
55:52Bei einer anderen Bank hat sich der Mann mit einem australischen Pass
55:56auf den Namen Karl-Heinz von Bargen ausgewiesen.
56:00Diesen Pass dürfte er noch besitzen.
56:02Es ist also gut möglich, dass er auch diesen Falschnamen noch benutzt.
56:07Für Hinweise, die zur Identifizierung und Festnahme der Gesuchten führen,
56:11sind Belohnungen von jeweils 1.000 Mark ausgesetzt.
56:16Hinweise bitte an das Bundeskriminalamt Wiesbaden,
56:19Telefon, Vorwahl 06121,
56:23Berufnummer 3831,
56:25an jede andere Polizeidienststelle
56:27oder eines unserer Aufnahmestudios.
56:32Das war der erste Teil unserer Sendung, meine Damen und Herren.
56:35Sie wissen, unsere Telefonkabinen hier in München, in Zürich und in Wien
56:40sind bis 24 Uhr besetzt.
56:42Und wir werden Ihnen sicher im zweiten Teil unserer Sendung
56:45noch weitere interessante Einzelheiten
56:47über die eingehenden Hinweise zu den heute behandelten Fällen mitteilen können.
56:52Die Anfangszeiten des zweiten Teils,
56:54die in den einzelnen Ländern unterschiedlich sind,
56:57werden wir Ihnen jetzt gleich zeigen.
56:59Und bis dahin, guten Abend.

Empfohlen