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Transkript
00:00:00Meine Damen und Herren, die Verbrechensbekämpfung ist in ihrer Methodik ein internationales Fachgebiet.
00:00:07Die wissenschaftlichen und technischen Hilfsmittel sind in Amerika und Australien nahezu die gleichen wie bei uns hier in Europa.
00:00:13Die kriminalistische Praxis wird natürlich auch ständig durch die Forschung erweitert und verbessert.
00:00:20Wir werden Sie heute in einem der zu behandelnden Fälle mit einem Ergebnis dieser Forschung,
00:00:24und zwar mit einem neuartigen Versuch bekannt machen, die Identifizierung unbekannter Toten auch in hoffnungslosen Fällen vielleicht noch zu ermöglichen.
00:00:33Wir haben dazu hier im Studio die Nachbildung eines Frauengesichtes.
00:00:39Der Kopf dieser Frau, die vor etwa neun Monaten ermordet wurde, ist nach einer Methode modelliert worden,
00:00:45mit der ein russischer Wissenschaftler in der Sowjetunion bereits mehrere beachtliche Erfolge erzielt hat.
00:00:51In einem zweiten Mordfall, in dem die Polizei Sie heute um Ihre Aufmerksamkeit bitten will, ist das Opfer identifiziert.
00:00:59Hier geht es darum, wichtige Zeugen zu finden, und zwar Zeugen, die sich an ein auffälliges und möglicherweise sogar gefährliches
00:01:07nächtliches Erlebnis
00:01:08auf einer Autobahnbrücke im Ruhrgebiet erinnern.
00:01:12Doch zuerst, wie immer, ein kurzer Rückblick auf die Ergebnisse der letzten Sendung.
00:01:17Eine Verhandlung, die noch im Laufe des Abends erledigt werden konnte, hatten wir auf Bitten der österreichischen Behörden ausgestrahlt, Herr
00:01:24Lipputkowski.
00:01:25Ja, das ist richtig. Es ging um Elfriede Zuchi.
00:01:29Der Untersuchungsrichter wirft ihr vor, Darlehen im Wert von über einer Million Schilling erschwindelt zu haben
00:01:36und anschließend ins Ausland geflohen zu sein.
00:01:41Wir haben vermutet, dass Elfriede Zuchi in die Deutsche Bundesrepublik geflüchtet ist
00:01:46und noch während der Sendung hat sich dieser Verdacht bestätigt
00:01:51und die Polizei konnte einen Erfolg verbuchen.
00:01:56Elfriede Zuchi hatte sich unter ihrem Mädchennamen in einem kleinen Ort in der Nähe von Oberstdorf als Serviererin anstellen lassen.
00:02:04Dort ist sie fünf Minuten nach Ende der Sendung dann festgenommen worden.
00:02:08Inzwischen sind die polizeilichen Erhebungen noch im Gange und laufen noch weiter
00:02:13und die zuständige Dienststelle beziefert den angerichteten Schaden wesentlich höher, als ursprünglich angenommen wurde.
00:02:22In einem anderen Fall deuteten die Hinweise am Abend der Sendung sehr stark in die Südschweiz, Werner Vetterie.
00:02:29Ja, und diese Hinweise haben sich ja dann auch bestätigt.
00:02:33Der wegen Mordes gesuchte Dietrich Pappenhagen hat sich mit größter Wahrscheinlichkeit
00:02:39noch einige Tage vor der letzten Sendung XY in der Schweiz aufgehalten.
00:02:44Inzwischen hat sich der Gesuchte vermutlich wieder in die Bundesrepublik zurückbegeben.
00:02:50Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass er seine ursprünglich blonden Haare dunkel gefärbt hat
00:02:56und zeitweilig eine Perücke und einen Bart trägt.
00:02:59Die Polizei macht nochmals darauf aufmerksam, dass Dietrich Pappenhagen mit großer Wahrscheinlichkeit
00:03:07eine Maschinenpistole bei sich trägt und es ist zu befürchten,
00:03:11dass er von dieser Waffe auch rücksichtslos Gebrauch machen würde.
00:03:17Auch die Polizei in Oldenburg, die die Einbruchsserie in Kleiderfabriken in Norddeutschland bearbeitet,
00:03:23ist seit der letzten Sendung ein erhebliches Stück weitergekommen.
00:03:26Die Untersuchungen sind zwar noch nicht abgeschlossen, man kann aber schon sagen,
00:03:30dass es der Kripo gelungen ist, einem gefährlichen Einbrecher und Hehlerring auf die Spur zu kommen.
00:03:36Leuten, die auch in anderer Hinsicht für die Polizei im Übrigen sehr interessant sind.
00:03:40Ein Teil der gestohlenen Textilien konnte sichergestellt werden.
00:03:45Dies ist vor allem für die weiteren Ermittlungen und im Hinblick auf die Beweisführung ein erstes wichtiges Ergebnis.
00:03:54Ganz überraschend und eigentlich nebenbei konnte durch die Zuschauerhinweise in diesem Fall
00:03:59eine zweite Einbrecherbande ermittelt werden, die im Raum München-Gladbach in ähnlicher Weise tätig gewesen ist.
00:04:06Auch in einem anderen Fall aus einer der letzten Sendungen, meine Damen und Herren, gibt es neue Erkenntnisse.
00:04:13Und zwar bei der Fahndung nach Arthur Spätmann, gesucht wegen eines Raubüberfalls in Hamburg.
00:04:22Neuere Hinweise haben ergeben, dass sich Arthur Spätmann mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit im norddeutschen Raum aufhält
00:04:29und vielleicht in der Landwirtschaft oder einem Gestüt unter falschem Namen Unterschlupf gefunden hat.
00:04:34Ein besonderes Kennzeichen des Gesuchten?
00:04:37Eine Tätowierung am rechten Unterarm und zwar das Wort Seemannsgrab.
00:04:45Soweit der Rückblick auf frühere Sendungen.
00:04:48In unserem ersten heutigen Fall, meine Damen und Herren, geht es um den Mord an einem jungen Mädchen.
00:04:54Sie hieß Marlies von Galen, war 15 Jahre alt und lebte in Wuppertal.
00:04:59Der Mord an Marlies von Galen ist eines jener Verbrechen, die nur möglich sind, weil junge Menschen mitunter ganz plötzlich
00:05:07und unmotiviert, impulsiv,
00:05:09sich ohne weitere Gedanken zu machen, die einfachsten Regeln der Vorsicht außer Acht lassen.
00:05:19Sonntag, 8. März 1970.
00:05:22Marlies von Galen hilft ihrer Mutter nach dem Mittagessen beim Geschirrspülen.
00:05:27Mutter und Tochter sind zu diesem Zeitpunkt allein in der Wohnung in Wuppertal-Elberfeld.
00:05:31Der Vater ist zu einer Veranstaltung gegangen.
00:05:34Die drei anderen Kinder der Familie haben ebenfalls gleich nach dem Essen das Haus verlassen.
00:05:46So, ich gehe dann auch, Mutti, sonst komme ich noch zu spät.
00:05:49Ja gut, wo gehst du denn überhaupt hin?
00:05:52Och, der Rainer holt mich ab, nachher um drei an der Haltestelle. Wir gehen dann heute irgendwo hin.
00:05:56Na gut, wann kommst du denn wieder heute Abend?
00:05:58Na wie immer, um neun.
00:05:59Also schön.
00:06:00Also tschüss dann.
00:06:03Viel Vergnügen. Und schönen Dank fürs Abtrocknen.
00:06:08Frau von Galen weiß, dass sie sich auf ihre Tochter verlassen kann.
00:06:12Das Mädchen ist noch nie zu spät nach Hause gekommen.
00:06:17Der 15-jährige Rainer Schulz, der das Mädchen an diesem Nachmittag an der Haltestelle der Schwebebahn erwartet,
00:06:23ist, wie auch Marlies, in einem Wuppertaler Kaufhaus als Lehrling beschäftigt.
00:06:49Die beiden jungen Leute sind schon einige Male miteinander ausgegangen,
00:06:52ohne dass es dabei zu einer festeren Freundschaft gekommen wäre.
00:06:58Das Jugendheim, in dem sie sonst meist ihre Freizeit verbringen,
00:07:02ist an diesem Tag wegen Umbauarbeiten geschlossen.
00:07:05Sie gehen deshalb in ein Lokal mit verschiedenen Spielgeräten und einer Musicbox.
00:07:23Mehrere Stunden sitzen sie an diesem Nachmittag zusammen mit zwei anderen Lehrlingen in diesem Lokal,
00:07:28in der Wuppertaler Gaststätte am König.
00:07:30Dann lass uns einen tickern.
00:07:32Ja, klar. Komm, geht mit.
00:07:35Wie ist das, spielst du mit?
00:07:36Och, spielt ihr Rollen. Ich hab keine Lust.
00:07:39Na dann lasst uns mal.
00:07:40Ja, bestimmt ihr Rollen. Wir spielen gegen euch zwei alle.
00:07:42Ja, das wollen wir mal sehen.
00:08:06Der Sonntagnachmittag verläuft nicht ganz nach dem Geschmack des Mädchens.
00:08:10Marlies macht sich nicht viel aus Spielautomaten.
00:08:19Mensch, ja, du bist ja Olymp gereift.
00:08:29Die Zeit vergeht.
00:08:31Obwohl der Abend für das Mädchen nicht unterhaltsamer wird als der Nachmittag,
00:08:35entschließt sich Marlies kurz vor 19 Uhr zu Hause zu fragen,
00:08:38ob sie eine halbe Stunde länger ausbleiben darf.
00:08:41Bitte schön.
00:08:43Kann ich schon mal telefonieren?
00:08:45Ja, gerne. Dann müssen Sie mal mitfragen.
00:08:59Auch die Sprache?
00:09:00Ja.
00:09:01Hier, bitte.
00:09:18galen mutti ja ich bin's malis du sag mal mutti kann ich heute nicht eine halbe stunde später
00:09:24kommen ja wo bist du denn du ich weiß gar nicht wie das heißt so nur karl in der parkestraße
00:09:29also mutti darf ich ja na gut ausnahmsweise aber dann wirklich um halb zehn aber sag mal kind du musst
00:09:38doch wissen wo du bist wer ist denn dabei na der reiner und dann noch zwei jungen die kenne ich
00:09:43nicht so genau lehrling aus einer druckerei glaube ich ja ja die wirtin verlässt die küche nachdem
00:09:52sie sich davon überzeugt hat dass das mädchen wirklich nur ein ortsgespräch führt sie hat
00:09:57dabei auch beobachtet dass marley's nur einmal gewählt und dann sofort mit ihrer mutter
00:10:01gesprochen hat so das waren zwei gespräche zwei ja ich habe mich erst einmal verwählt ja dann macht
00:10:09es 60 pünktchen
00:10:16die wirtin wundert sich zwar ein wenig denn sie hat selbst gesehen dass sich das mädchen nicht
00:10:21verweltert aber sie will wegen einer so nebensächlichen angelegenheit auch nicht weiter fragen
00:10:34wo warst du denn so lange ich habe dich schon gesucht auch nirgends und sag schon wenn du es ganz
00:10:39genau wissen willst ich habe telefoniert mit wem denn mit meinen eltern und weshalb hör mal so fragt man leute
00:10:45aus ist doch meine sache ach du liebe zeit du brauchst du nicht gleich einzuschnappen interessiert mich
00:10:50auch gar nicht komm spiel doch mal mit na gut dann lass uns mal kickern na prima
00:11:02noch etwa eine stunde lang beteiligt sich marley's nun doch am spiel der anderen lehrlinge zuerst an
00:11:07den automaten und dann am tisch beim knobeln
00:11:28ich komme du bist dann nicht mehr ich muss jetzt gehen was denn so plötzlich ja du weißt doch ich
00:11:35muss um neun zu Hause wo komm ich denn am besten mit der straßenbahn komm ich bring dich hin
00:11:40nein nein ich geh schon alleine na hör mal es ist schon ganz dunkel draußen bei dem mistwetter
00:11:48marlies bleibt dabei sie will allein gehen lediglich den weg zur nächsten straßenbahnhaltestelle
00:11:54lässt sie sich von den jungen erklären
00:12:01ob der entschluss des mädchens allein zu gehen mit dem zweiten telefongespräch zusammenhängt ist bis
00:12:07heute nicht geklärt merkwürdig ist auf jeden fall die tatsache dass sie das lokal früher als notwendig
00:12:14verlassen und von der verlängerung ihrer ausgehfrist nichts erzählt hat vielleicht hat sich das mädchen
00:12:20arglos mit seinem mörder verabredet möglicherweise hat marley sich aber auch wegen des schlechten wetters von
00:12:27einem fremden autofahrer mitnehmen lassen
00:12:35etwa anderthalb stunden später gegen 21 uhr 45 beginnen sich die eltern des mädchens sorgen zu machen
00:12:43sie sind es gewohnt dass ihre tochter eher zu früh als zu spät nach hause kommt
00:12:48sag mal wollte sie nicht um halb zehn zu hause sein oder um zehn
00:12:52nein nein eine halbe stunde länger hat sie gesagt mehr habe ich ihr auch nicht erlaubt
00:12:58wo war sie denn
00:12:59ja das wusste sie selber nicht in irgendeinem lokal mit drei jungen
00:13:03einer ist glaube ich mit ihren der leere der heißt reiner
00:13:11na lass uns erst mal noch warten es kann ja mal eine straßenbahn ausfallen oder sowas
00:13:17machen wir weiter außenbahnfläche 23,5 mal 4,10
00:13:32günter von galen hat einen kleinen handwerksbetrieb und berechnet an diesem abend mit seiner frau die preise für ein angebot
00:13:41aber es fällt ihnen schwer sich auf die arbeit zu konzentrieren sie warten auf marlis eine stunde und noch eine
00:13:49stunde das mädchen kommt nicht nach hause
00:13:55also ich kann jetzt einmal nicht länger hier umsetzen ohne was zu tun
00:13:58ja was willst du denn tun günter
00:14:00ich rufe die polizei an
00:14:15ja ja hallo hier ist von galen elberfeld
00:14:18unsere tochter ist verschwunden
00:14:21nun ja ich wollte mich erkunden ob vielleicht irgendwann unfall passiert ist mit einem jungen mädchen
00:14:26nein ein zu fuß oder mit der straßenbahn
00:14:30wenn sie zweieinhalb stunden
00:14:3315
00:14:3515 jahre
00:14:37ja vielen dank ich warte
00:14:47ja
00:14:49kein unfall
00:14:50danke
00:14:51ja sagen sie kann ich dann bei ihnen eine vermisstenmeldung erstatten
00:14:55nein nein da muss was passiert sein sie ist noch nie über die zeit geblieben
00:15:01zum polizeipräsidium
00:15:02kriminalwache
00:15:03ja gut ich komme sofort
00:15:04ein foto ja natürlich das kann ich mitbringen
00:15:07dann vielen dank auch wieder an
00:15:10ich nehme ein taxi
00:15:12wenn sie inzwischen kommt ruf mich sofort an im präsidium auf der kriminalwache
00:15:15wenn du nichts passiert ist
00:15:17ist ganz schlecht
00:15:33Marlies kann nicht mehr nach hause kommen
00:15:38in derselben nacht so stellt die polizei später fest wird die leiche des mädchens rund 40 km
00:15:44von wuppertal entfernt mit großer wahrscheinlichkeit von einer autobahn brücke bei hagen herabgeworfen
00:15:50an dieser stelle wo die autobahnen wuppertal kamen das flüsschen vollme überquert gibt es keine standspur
00:15:57der wagen des täters muss deshalb verkehrsgefährdend auf der rechten fahrbahn gestanden haben
00:16:03wo?
00:16:31w
00:16:33Am nächsten Tag, am Montag, dem 9. März 1970, wird an einer Schleuse unterhalb der Vollmerbrücke ein einzelner Schuh angetrieben.
00:16:40Er gehört Marlies von Galen.
00:16:45Am Mittwoch darauf findet ein Schleusenwärter die Herntasche des Mädchens.
00:16:49Geldbörse und Ausweis fehlen.
00:16:55Zwei Tage später, am Freitag, dem 13. März, entdeckt ein Vermessungstechniker vom Ufer der Vollmer aus an einer seichten Stelle
00:17:03des Flusses eine leblose Gestalt.
00:17:06Die Tote wird von der Feuerwehr geborgen.
00:17:12Es ist Marlies von Galen. Sie ist vollständig bekleidet.
00:17:25Nur die Armbanduhr, die sie stets am rechten Handgelenk getragen hat und der linke Schuh fehlen.
00:17:48Der Gerichtsmediziner stellt später fest, dass das Mädchen Opfer eines Sexualverbrechers geworden ist.
00:18:08Der Mord an Marlies von Galen ist nicht zuletzt deshalb voller Rätsel, weil sich niemand, der das Mädchen gekannt hat,
00:18:14weder die Eltern noch die Freunde, erklären kann,
00:18:17was das Mädchen veranlasst haben mag, an diesem Abend plötzlich seine Gewohnheiten zu ändern und sich irgendwo in Gefahr zu
00:18:24begeben.
00:18:24Aber es gibt noch weitere offene Fragen. Hauptkommissar Ackermann von der Kripo in Bochum hofft heute Abend vielleicht auf einige
00:18:32dieser Fragen eine Antwort zu bekommen.
00:18:34Ja, vor allem das zweite Telefongespräch, das Marlies wahrscheinlich in der Küche des Wuppertaler Lokals geführt hat, ist bis jetzt
00:18:41für uns ein Rätsel.
00:18:42Wir können auch nicht ausschließen, dass sie sich an diesem Abend heimlich mit jemandem verabredet hat.
00:18:48Kripo hat selbstverständlich alle Personen überprüft, mit denen das Mädchen Kontakt hatte.
00:18:53Aber es ist natürlich gut möglich, dass nicht alle Bekannten gefunden worden sind.
00:18:58Die Polizei stellt deshalb die Frage, wer kann Angaben über den Bekanntenkreis des Mädchens machen?
00:19:03Wir möchten uns gerne, soweit dies nicht schon geschehen, mit allen Leuten unterhalten, die Marlies gekannt haben,
00:19:10um unsere Kenntnisse zu vervollständigen, um auch noch weitere Hinweise zu bekommen.
00:19:16So sah Marlies von Galen zuletzt aus.
00:19:19Sie war wie gesagt 15 Jahre alt, wirkte aber etwas älter.
00:19:24Sie war für ihr Alter auch relativ groß, 1,64 und trug die Haare ähnlich wie auf diesem Foto, aber
00:19:30mit einem Mittelscheitel.
00:19:32Vielleicht hat jemand das Mädchen am Abend des 8. März 1970 noch gesehen, bevor sie in ein Auto eingestiegen ist.
00:19:40Es ist natürlich möglich, dass der mysteriöse zweite Anruf mit dem Mord überhaupt nichts zu tun hat.
00:19:46In diesem Falle wären wir sehr dankbar, wenn sich derjenige über uns melden würde,
00:19:50mit dem Marlies am Sonntag, dem 8. März 1970 gegen 19 Uhr telefoniert hat.
00:19:56Vielleicht können auch die verschwundenen Gegenstände auf die Spur des Mörders führen.
00:20:01Da ist erstens eine solche Geldbörse.
00:20:05Sie war ursprünglich in Marlisens Tasche.
00:20:08Als die Tasche aber am Stauber gefunden worden ist, war sie verschwunden.
00:20:12Das Portemonnaie war aus schwarzem Kunstleder, hatte grünes Innenfutter.
00:20:17An der Verschlusslasche befindet sich eine auffällige Verzierung.
00:20:22Und zweitens fehlt der Ausweis des Mädchens, ausgestellt von der Stadt Wuppertal auf den Namen Marlies von Galen.
00:20:29Wir halten es auch für möglich, dass jemand, ohne es zu ahnen, den Mörder beobachtet hat,
00:20:35als er auf der Brücke angehalten hat, um die Leiche in den Fluss zu werfen.
00:20:39Der Unbekannte muss auf der Fahrbahn angehalten haben, da es auf der Brücke, wie bereits erwähnt, keine Standspur gibt.
00:20:48Das müsste den nachfolgenden Autofahrern aufgefallen sein oder sie sogar in Gefahr gebracht haben,
00:20:54denn es war dichtes Schneetreiben in dieser Nacht.
00:20:57Die Brücke über die Vollme, auf der sich diese Szene abgespielt haben müsste,
00:21:02gehört zur Autobahn Leverkusen-Kamen, der sogenannten Ruhrtangente.
00:21:06Die Stelle liegt zwischen den ausfahrten Hagen-West und Hagen-Nord.
00:21:11Das Auto des Täters müsste auf der Ostseite der Brücke, also in Richtung Kamen, gestanden haben.
00:21:17Für Hinweise, die zur Klärung des Verbrechens führen, sind Belohnungen bis von 4000 DM ausgesetzt.
00:21:26Hinweise bitte an die Krimapolizei Bochum, Telefon, Vorwahl 02321, Ruf 60661,
00:21:35an jede andere Polizeidienststelle oder an eines der Aufnahmestudios.
00:21:39Vielen Dank, Herr Ackermann.
00:21:41Der nächste Fall, meine Damen und Herren, gehört wieder einmal in den Bereich der Wirtschaftskriminalität
00:21:47und er ist, wie meist in dieser Sparte, von internationaler Reichweite.
00:21:52Der Mann, um den es geht, wird sowohl von den Schweizer als auch von deutschen Behörden gesucht.
00:21:58Er heißt Heinz-Erich Schmid und stammt aus Stuttgart.
00:22:02Oft nennt er sich auch Sora, beziehungsweise Schmiedsora.
00:22:07Fast immer tritt er als vermögender, internationaler Geschäftsmann auf.
00:22:11Die Staatsanwaltschaften in der Schweiz und in der Bundesrepublik werfen den Betrügereien im ganz großen Stil vor,
00:22:18mit einer Gesamtschadenshöhe von über 5 Millionen Macht.
00:22:22Nach den Ermittlungen der Polizei trägt er einen großen Teil des erbeuteten Geldes in deutsche und französische Spielbanken.
00:22:30Der Gesuchte benutzt vorwiegend repräsentative Autos, zuletzt fuhr er einen weißen Mercedes 280 SE mit Stuttgarter Kennzeichen.
00:22:39Die Polizei vermutet, dass er sich abwechselnd in der Schweiz, in Liechtenstein, in der Bundesrepublik oder im deutsch-französischen Grenzgebiet
00:22:46aufhält.
00:22:48Heinz-Erich Schmid ist 45 Jahre alt, 1,80 groß und von kräftiger Gestalt.
00:22:53Er hat eine glatze und einen dunkelbraunen, zum Teil graumillierten Haarkranz.
00:22:58Da er auf einem Auge blind ist, trägt er fast ständig eine dunkel getönte Brille.
00:23:02Er spricht schwäbische Mundart.
00:23:05Für Hinweise, die zur Festnahme des Gesuchten führen, ist eine Belohnung von 1000 Macht ausgesetzt.
00:23:10Hinweise bitte an die Kriminalpolizei Rastatt, Telefon 072 22, Rufnummer 3015, an jede andere Polizeidienststelle oder an eines unserer Aufnahmestudios.
00:23:23Ich darf die Telefonnummer noch einmal bekannt geben.
00:23:27Wien 82 36 21, Zürich 23 56 50 und hier in München die Nummer 48 49 41.
00:23:41Meine Damen und Herren, es gibt eine Zeiterscheinung in der Kriminalität, die der Polizei zunehmend Sorge bereitet.
00:23:48Immer mehr Straftäter führen Schusswaffen mit sich.
00:23:51Es gibt hierüber zwar keine exakte Statistik, aber die Kriminalbeamten, die ständig Kontakt mit ihrer Kundschaft haben,
00:23:58stellen fest, dass die Zahl der illegalen Schusswaffen immer mehr zunimmt.
00:24:02Insbesondere auch in der Hand von Einbrechern, also jenen Leuten, die von manchen Kritikern unserer Sendung gelegentlich als harmlose kleine
00:24:12Ganoven eingestuft werden.
00:24:14Im nächsten Fall, meine Damen und Herren, geht es um einen Mann, dessen Werdegang diese Zeiterscheinung ebenfalls bestätigt.
00:24:20Der Mann heißt Alfred Gutor und ist 35 Jahre alt.
00:24:26In früheren Jahren ist er hauptsächlich als Einbrecher in Erscheinung getreten.
00:24:30In den letzten Monaten hat sich nun gezeigt, dass auch er offenbar nicht mehr ohne Schusswaffe auszukommen glaubt.
00:24:39Sonntag, 5. Juli 1970.
00:24:42Etwa gegen 23 Uhr lässt die Inhaberin einer Gaststätte in Kleeckamp in der Nähe von Bielefeld in Westfalen die letzten
00:24:49Gäste aus dem Haus und verschließt die Tür des Lokals.
00:24:53In dem kleinen Ort wird an diesem Wochenende das Schützenfest in einem Festzelt gefeiert.
00:24:57Ida Bernickes Gaststätte war deshalb an diesem Tag nur mäßig besucht.
00:25:02Die 73-jährige Wirtin ist nicht böse über das schwache Geschäft.
00:25:06Endlich kann sie einmal zeitig zu Bett gehen.
00:25:14Seit Jahren hat sie es sich zur Gewohnheit gemacht, die Kassenschublade mit der Tageseinnahme nicht in der Gaststätte zurückzulassen,
00:25:21sondern mit in ihr Schlafzimmer zu nehmen.
00:25:34Sie bewohnt den ersten Stock des Hauses gemeinsam mit den Familien ihrer beiden Söhne.
00:25:45Einige Stunden später, etwa gegen 2 Uhr, dringen in dieser Nacht zwei Einbrecher in die Gaststätte ein.
00:25:58Einer der Männer ist vermutlich Ausländer.
00:26:14Wie die Zeugen später aussagen, sind die Einbrecher bewaffnet.
00:26:22Die Männer suchen vermutlich Spiel- und Zigarettenautomaten und die Kasse des Lokals.
00:26:28Vergeblich.
00:26:34Die fehlende Kassenschublade bringt sie jedoch auf die Idee, in den Wohnräumen im ersten Stock nachzusehen.
00:26:46Sie geraten zuerst in das Schlafzimmer einer der beiden Schwiegertöchter, deren Mann gerade verreist ist.
00:26:57Licht aus!
00:27:00Wo ist Mann?
00:27:01Der ist nicht da, was wollen Sie denn?
00:27:04Aufstehen, los!
00:27:05Warum? Wozu denn?
00:27:07Nicht so viel fragen, sonst schießen.
00:27:09Wer schafft denn sonst im Haus?
00:27:11Du allein?
00:27:13Nebenan ist die Oma, der kleine Michael.
00:27:18Und da ist mein Schwager, seine Frau.
00:27:23Mit vorgehaltener Waffe überwältigen die Einbrecher der Reihe nach alle Familienmitglieder.
00:27:30Die junge Frau wird mit einem Stück mitgebrachter Hanfschnur gefesselt
00:27:34und von den bisher unmaskierten Männern plötzlich aufgefordert,
00:27:38Umdrehen, wegschauen.
00:27:44Als sie sich wieder umwendet, haben die Männer ihre Gesichter hinter präparierten Einkaufstüten verborgen.
00:27:51Los, jetzt rüber zu deinem Schwager.
00:27:56Ruhig bleiben!
00:27:57Überfall!
00:27:58Passiert nix!
00:28:00Auch der Schwager und seine Frau werden gefesselt.
00:28:05Die Schlafzimmertür der Wirtin lassen sich die Täter durch ein Täuschungsmanöver öffnen.
00:28:10Oma!
00:28:11Oma, mach mal auf!
00:28:14Die alte Frau hat im Schlaf von den Vorgängen bisher nichts bemerkt.
00:28:18Los!
00:28:20Hol die Kasse, Oma, schnell!
00:28:22Sonst passiert uns hier allen was.
00:28:34Nachdem der Mann die Kasse in Empfang genommen hat,
00:28:37treibt er auch die Wirtin und den neunjährigen Enkel in das Schlafzimmer des Schwagers.
00:28:42Aus Bett setzen!
00:28:46Die Überfallenen hoffen, die ungebetenen Besucher damit los zu sein.
00:28:56Aber die Männer sind offensichtlich noch nicht zufrieden.
00:29:03Zu wenig!
00:29:05Das gefällt mir nicht!
00:29:07Wo ist andere Geld?
00:29:11Wir haben nicht so viel Geld im Haus.
00:29:14Da müsst ihr euch nach einer anderen Stelle aussuchen.
00:29:16Geht doch zur Bank!
00:29:18Idiot, sei still!
00:29:19Hier sind zehn Schüsse drin.
00:29:21Recht für euch alle.
00:29:24Einer der Täter durchsucht die Schränke nach weiterem Geld.
00:29:31Nachdem er nichts findet, versucht es der andere von Neuem.
00:29:36Pass auf!
00:29:47Er findet schließlich eine Geldkassette und zwingt die Besitzer, auch den Schlüssel herauszugeben.
00:29:53Da, in meiner Handtasche.
00:30:08Insgesamt erbeuten die beiden Räuber in dieser Nacht etwa 2800 Mark.
00:30:17Bevor sie sich zurückziehen, schließen sie die Frauen und das Kind im Schlafzimmer der Wirtin ein.
00:30:32Aber dem an Händen und Füßen gefesselten Sohn der Wirtin gelingt es, ans Fenster zu kommen und die Räuber bei
00:30:38der Abfahrt zu beobachten.
00:30:52Sie benutzen einen hellen VW mit dem hannoverschen Kennzeichen H-E-A 137.
00:31:02Der Wagen ist gestohlen.
00:31:04Drei Wochen später, am 27. Juli, ist er in Osterode im Harz.
00:31:08Die Besatzung des Wagens hat sich jedoch inzwischen geändert.
00:31:11Einer der beiden Räuber aus Kleeckamp hat sich mit einem Ehepaar aus Hannover zusammengetan.
00:31:17Die Frau steht, wie die Polizei später feststellt, gewöhnlich Schmiere, während die beiden Männer in kleinere Gasthäuser eindringen.
00:31:30Das Trio ist auf Automateneinbrüche spezialisiert.
00:31:34In dieser Nacht in Osterode erbeuten die Einbrecher in zwei verschiedenen Gaststätten rund 2000 Mark.
00:31:56In der nächsten Nacht sind sie schon in einem anderen Ort.
00:31:59Bei ihren ausgedehnten Diebestouren fahren sie fast durch die ganze Bundesrepublik.
00:32:16Am 10. August 1970 lassen sie den gestohlenen Volkswagen in einem Waldstück bei Karlsruhe stehen.
00:32:26Inzwischen haben sie ein bequemeres und schnelleres Fahrzeug entwendet und mit ebenfalls gestohlenen Kennzeichen versehen.
00:32:33Die Nummernschilder des VWs aus Hannover nehmen sie mit.
00:32:45Zwei Tage vorher haben sie bei einem anderen Einbruch drei Gewehre erbeutet.
00:32:53Als nächstes Ziel ihrer Rundreise haben sie sich den mittelfränkischen Raum zwischen Nürnberg und Ingolstadt vorgenommen.
00:33:03Zwei Tage später ist der gestohlene Mercedes tatsächlich im Raum Nürnberg unterwegs.
00:33:09Er fährt auf der Bundesstraße 2 von Nürnberg in Richtung Weißenburg.
00:33:18Die beiden Männer sind zu dieser Zeit allein im Wagen.
00:33:21Sie haben die Frau einen Tag vorher in der fränkischen Stadt Weißenburg abgesetzt
00:33:25und wollen jetzt in der Mittagszeit dort wieder mit ihr zusammentreffen.
00:33:35Die Kriminalpolizei hat jedoch aus der Unterwelt einen Tipp bekommen
00:33:38und ist über das geplante Treffen informiert.
00:33:44Sie bezieht mit zwei Fahrzeugen auf dem Parkplatz vor dem vereinbarten Treffpunkt Position.
00:33:54Etwa 20 Minuten später als verabredet
00:33:57treffen die beiden Männer mit dem gestohlenen Mercedes in Weißenburg ein.
00:34:06Dann geht alles blitzschnell.
00:34:21Die Beamten wollen in der belebten Straße keinen weiteren Schusswechsel riskieren.
00:34:26So kann der Mann am Steuer des gestohlenen Wagens unerkannt entkommen.
00:34:33Inzwischen ist es der Polizei gelungen, den Fahrer des Wagens zu identifizieren,
00:34:37dem auch zahlreiche Einbrüche und der Überfall auf die Gastwirtsfamilie in Klee-Kamp vorgeworfen werden.
00:34:43Hauptkommissar Hubert Henn aus Hallen-Westfalen leitet die Fahndung nach diesem Mann.
00:34:47Ja, Herr Zimmermann, und dieser Mann heißt, wie gesagt, Alfred Guthur.
00:34:51Er stammt aus der Pfalz und wird zur Zeit von drei Staatsanwaltschaften gesucht.
00:34:56Alfred Guthur ist 35 Jahre alt, 1,72 groß.
00:35:01Er hat mittelblonde Haare und blaue Augen.
00:35:04Von Beruf Metzger trägt er auf dem rechten Oberarm als Tätowierung ein sogenanntes Schlachterabzeichen,
00:35:11einen Stierkopf, darunter gekreuzte Metzgerwerkzeuge.
00:35:16Guthur hat bis jetzt folgende Falschnamen benutzt.
00:35:19Friedel Kalthoff, Friedel Egner und Friedel Egener.
00:35:27Wie Sie im Film gesehen haben, meine Damen und Herren, führt der Gesuchte zuletzt drei Gewehre mit sich.
00:35:32Die Polizei befürchtet, dass er von diesen Schusswaffen auch Gebrauch macht.
00:35:36Für Hinweise, die zur Festnahme des Gesuchten führen, ist eine Belohnung von 1.000 D-Mark ausgesetzt.
00:35:44Hinweise bitte an die Kriminalpolizei Halle Westfalen, Vorwahlnummer 05201, Ruf 315,
00:35:55an jede andere Polizeidienststelle oder an eines der Aufnahmestudios.
00:36:00Vielen Dank, Herr Henn.
00:36:01Meine Damen und Herren, über kein kriminelles Delikt bestehen in unserer Gesellschaft so viele falsche Vorstellungen wie über den Betrug.
00:36:10Kein Tätertyp ist so vielseitig und wandlungsfähig wie der Betrüger.
00:36:15Und auch in puncto Skrupellosigkeit steht er oft nicht hinter dem Gewaltverbrecher zurück.
00:36:20Zum Beispiel der sogenannte betrügerische Umschulder.
00:36:24Ganz bewusst suchen Umschulder solche Menschen sich als Opfer aus, denen in einer Notlage plötzlich die Schulden,
00:36:32also gewöhnlich die Ratenverpflichtungen, über den Kopf wachsen und die dann nicht mehr ein- und auswissen.
00:36:38Diesen Menschen, die in ihrer Verzweiflung natürlich nach jedem Strohhalm greifen,
00:36:43gaukeln solche Umschuldner dann vor, ihnen mit Hilfe einer Schuldenzusammenfassung einen Ausweg zu bringen.
00:36:50In Wirklichkeit kassieren sie nur hohe Gebühren und stürzen ihre Kunden dann in noch tieferes Elend,
00:36:57denn die alten Schulden bleiben ja bestehen.
00:37:00Die nächsten Verhandlungen befassen sich mit drei Männern, denen die Staatsanwaltschaften vorwerfen,
00:37:05solche Umschuldungsfirmen betrieben zu haben.
00:37:08Der erste heißt Wolfgang Stritz.
00:37:11Seine Firma hat rund 2700 Familien, die sich in Zahlungsschwierigkeiten befanden und auf Hilfe hofften,
00:37:18mit dem Umschuldungstrick geschädigt und über eine Million Mark aus den Opfern herausgepresst.
00:37:24Wolfgang Stritz ist 38 Jahre alt, 1,78 groß und von kräftiger Gestalt.
00:37:29Er hat dunkelbraune Haare und grau-grüne Augen.
00:37:33Möglicherweise trägt er heute einen Bart.
00:37:35Der Gesuchte besitzt vermutlich einen Führerschein auf den Namen Horst Schwerin.
00:37:40Möglicherweise hält er sich zeitweilig in den Niederlanden oder im deutsch-holländischen Grenzgebiet auf.
00:37:46Auch Wolfgang Stritz ist vermutlich bewaffnet.
00:37:49Für Hinweise, die zur Festnahme des Gesuchten führen, sind Belohnungen von insgesamt 3000 Mark ausgesetzt.
00:37:55Hinweise bitte an die Kriminalpolizei Leverkusen, Telefonvorwahl 02172, Rufnummer 71241,
00:38:07an jeder andere Polizeidienststelle oder an eines unserer Aufnahmestudios.
00:38:12Den nächsten beiden Männern wird vorgeworfen, in Hamburg ein betrügerisches Umschuldungsbüro unterhalten zu haben.
00:38:19Sie heißen Kurt Klicker und Henry Burmeester.
00:38:24Die von ihnen geleitete Schwindelfirma hat etwa 1400 Personen geschädigt.
00:38:30In wenigen Tagen, am 27. November, soll vor einem Hamburger Gericht die Hauptverhandlung gegen Kurt Klicker und Henry Burmeester beginnen.
00:38:38Die Beschuldigten sind jedoch geflohen.
00:38:40Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass sie sich in der Schweiz oder im Fürstentum Lichtenstein aufhalten.
00:38:46Beide Gesuchten sind auffallend groß und korpulent.
00:38:49Kurt Klicker ist 47 Jahre alt und 1,82 groß.
00:38:54Er hat mittel- bis dunkelblondes Haar, graugrüne Augen.
00:38:59Er spricht Hochdeutsch und Englisch und verfügt auch über chinesische Sprachkenntnisse.
00:39:04Er fährt mit großer Wahrscheinlichkeit einen hellen Citroen DS21 mit dem Hamburger Kennzeichen
00:39:11HH-PK 1295.
00:39:16HH-PK 1295.
00:39:20Henry Burmeester ist 51 Jahre alt und 1,90 groß.
00:39:26Er hat dunkelblondes Haar, ebenfalls graugrüne Augen und an der rechten Halsseite eine Narbe.
00:39:32Sein linkes Bein ist etwas verkürzt.
00:39:35Er fährt wahrscheinlich einen weißen Mercedes mit Ulmer Kennzeichen.
00:39:40Für Hinweise, die zur Festnahme der Gesuchten führen, sind Belohnungen von jeweils 2000 Mark ausgesetzt.
00:39:47Hinweise bitte an die Kripo Hamburg, Telefon, Vorwahl 0411, Rufnummer 2482 01,
00:39:55an jede andere Polizeidienststelle oder an eines unserer Aufnahmestudios.
00:40:01Und nun, meine Damen und Herren, zu dem angekündigten Fall,
00:40:04in dem eine ermordete, in der Nähe von Heidelberg gefundene Frau identifiziert werden soll.
00:40:09Unter anderem auch mit Hilfe eines neuen kriminalistischen Verfahrens,
00:40:13mit dem ein russischer Professor in Moskau beachtliche Erfolge erzielt hat.
00:40:18Vielleicht hat er auch heute eine deutsche Polizeidienststelle mit dieser Methode Erfolg.
00:40:22Und wenn es gelingt, die unbekannte Tote zu identifizieren,
00:40:26so glaubt die Kripo aufgrund der speziellen Umstände ziemlich sicher,
00:40:30dass der Name der Toten sie auch zum Mörder führen wird.
00:40:35Heidelberg, 7. Mai 1970. Himmelfahrtstag.
00:40:40Viele Spaziergänger und Touristen nutzen das schöne Wetter zu Ausflügen in die Umgebung der Stadt.
00:40:45Besonders beliebt sind die Waldwege auf dem Königsstuhl.
00:40:50Dieser Berg ist nicht nur zu Fuß, sondern auch mit der Bergbahn oder mit dem Auto gut erreichbar.
00:40:56Und deshalb auch bei auswärtigen Besuchern besonders beliebt.
00:41:04Keiner der Spaziergänger, die sich an diesem Tag über das schöne Wetter und die reizvolle Landschaft heuen, ahnt,
00:41:10dass der Königsstuhl schon seit Monaten ein makabres Geheimnis birgt.
00:41:16Gegen 15 Uhr hat ein Chemiker aus Mannheim, der an diesem Tag mit seiner Familie einen Ausflug nach Heidelberg unternommen
00:41:23hat,
00:41:24beinahe den Gipfel des Königsstuhls erreicht.
00:41:27Da die Kinder ein wenig müde sind, legt die Familie eine kurze Rast ein.
00:41:31Das sieht mir nämlich nicht an.
00:41:32Das ist so ganz sauber was.
00:41:36Papa, was sind das eigentlich für Bäume?
00:41:40Hm.
00:41:42Das sind Kiefern.
00:41:43Guck mal, hier siehst du es ganz genau.
00:41:45Die haben ganz lange Nadeln und die stehen immer so in Büscheln.
00:41:49Man kann es auch an der Rinde erkennen.
00:41:51Da, schau dir das mal an.
00:41:53Die ist ganz auf...
00:41:57Guckt euch das mal an.
00:41:59Da ist ein Eichhörnchen.
00:42:01Oh ja.
00:42:02Da, siehst du es?
00:42:04Da, da.
00:42:12Da, da, siehst du es.
00:42:19Die beiden Kinder wollen das Eichhörnchen beobachten
00:42:22und gehen dabei ein Stück in den Wald hinein.
00:42:28Da ist es wieder.
00:42:30Da.
00:42:36Auf einer Lichtung machen sie dann plötzlich eine Entdeckung,
00:42:39die sie sich zunächst nicht erklären können.
00:42:41Da ist was.
00:42:44Lass das.
00:42:46Papa, komm mal her.
00:42:48Papa, komm mal her.
00:42:50Was ist denn los? Was habt ihr denn?
00:42:51Schau mal, Papa.
00:42:52Was ist denn das?
00:42:53Da wachsen Haare aus dem Boden.
00:43:00Der Junge hat sich nicht getäuscht.
00:43:03Im Waldboden liegen tatsächlich lange blonde Haare.
00:43:12Darunter der Kopf eines Menschen.
00:43:16Kommt, lass uns gehen.
00:43:19Wir müssen sofort die Polizei holen.
00:43:21Da liegt eine Leiche.
00:43:25Der Chemiker geht zum Auto zurück und fährt in die Stadt zur Polizei.
00:43:37Wenig später ist die Mordkommission zur Stelle.
00:43:40Die Vermutung des Chemikers, dass seine Kinder eine Leiche gefunden haben, findet ihre Bestätigung.
00:43:45Wir gucken nach einem Eichhörnchen, das oben auf dem Baum ist und plötzlich springt der eine Junge vor
00:43:53und sucht da etwas im Gras, da im Kraut und schreibt plötzlich,
00:43:59da wachsen Haare aus der Erde.
00:44:11Nachdem der Fundort von allen Seiten fotografiert ist, legen die Beamten die Leiche frei.
00:44:16Es ist eine unbekleidete Frau mit blond gefärbten Haaren.
00:44:22Die Frau war etwa 25 bis 40 Jahre alt und hat, wie der Gerichtsmediziner später feststellt,
00:44:29mehrere Monate in der Erde gelegen.
00:44:31Die Gesichtszüge sind kaum noch zu erkennen.
00:44:49Die Frau ist vermutlich erwürgt worden.
00:44:51Eine Schnur an ihrem Handgelenk lässt den Schluss zu, dass sie gefesselt oder irgendwo festgebunden war.
00:44:58Gewissenhaft hat ihr Mörder alles beseitigt, was dazu beitragen könnte, die Leiche zu identifizieren.
00:45:03Kleider, Ausweise, Armbanduhr, Schmuck.
00:45:13Ein Stück allerdings hat er übersehen.
00:45:16Eine unscheinbare, goldfarbene Haarspange.
00:45:24Noch am selben Tag, an dem die Leiche gefunden worden ist,
00:45:28beginnen in Heidelberg intensive Ermittlungen.
00:45:31Das Fabrikat und der Hersteller der gefundenen Haarspange werden erforscht.
00:45:38Mithilfe der Vermisstenkartei wird überprüft,
00:45:40ob eine der hier gemeldeten Frauen mit der Toten identisch sein kann.
00:45:47Mehrmals glauben sich die Beamten dicht vor dem Ziel.
00:45:49Aber bei Gesprächen mit den Angehörigen
00:45:52stellt sich dann doch immer wieder heraus,
00:45:53dass die vermissten Personen mit der unbekannten Toten nicht identisch sind.
00:46:07Am Samstag nach dem Leichenfund
00:46:10erscheinen in den Heidelberger Zeitungen
00:46:12große Berichte über den rätselhaften Mord.
00:46:21Der einzige Mann aber,
00:46:23der der Polizei zu dieser Stunde weiterhelfen könnte,
00:46:26hat es an diesem Tag eilig.
00:46:28Der technische Zeichner Albert Neumann
00:46:30wirft an diesem Morgen nur einen flüchtigen Blick
00:46:33auf die erste Seite seiner Zeitung.
00:46:34So verstreicht wertvolle Zeit
00:46:36und die Kripo kommt nicht weiter.
00:46:41Eine Woche später aber hat Albert Neumann
00:46:43den Zeitungsbericht zufällig doch noch gelesen
00:46:46und sich sofort bei der Polizei gemeldet.
00:46:50Schon eine halbe Stunde später
00:46:51sitzt er in einem Funkwagen der Heidelberger Kripo
00:46:54und fährt hinauf zum Fundort am Königstuhl.
00:46:56Vor drei Monaten, am 7. Februar,
00:46:59dem Faschingssamstag,
00:47:00hatte er hier ein mysteriöses Erlebnis,
00:47:03dem er erst jetzt die richtige Bedeutung beimisst.
00:47:05Jawohl.
00:47:07Genau hier war es.
00:47:16Und Sie waren mit Ihrem Wagen unterwegs?
00:47:18Ja, es war am Faschingssamstag,
00:47:19so zwischen 10 und 11.
00:47:21Es war von mir so eine plötzliche Idee,
00:47:22auf den Königstuhl zu fahren.
00:47:24Wissen Sie, ich mag den Faschingsdrubel
00:47:25nicht so besonders.
00:47:27In der Stadt haben die Leute schon alle verrückt gespielt.
00:47:30Aber nun zeigen Sie uns doch mal,
00:47:32wie sich das abgespielt hat.
00:47:33Denken Sie aber bitte dran,
00:47:35wer sollte das möglichst genau wissen.
00:47:37Es kommt jetzt auf jede Kleinigkeit an.
00:47:39Ja, ja, ich erinnere mich genau.
00:47:41Ich bin von hier oben runtergekommen.
00:47:44Da kam mir auf einmal so ein roter Sportwagen,
00:47:47ein Mercedes entgegen.
00:47:49Ganz langsam ist er gefahren.
00:47:51Und dann ist er plötzlich vor mir
00:47:52hier in den Waldweg eingebogen.
00:47:54Neben dem Fahrrad eine Frau gesessen,
00:47:56so eine auffällige Blondine, wissen Sie?
00:48:01Ich habe dann hier den Wagen abgestellt,
00:48:03weil ich ja sowieso spazieren gehen wollte.
00:48:16Und dann bin ich in den Weg da reingegangen,
00:48:18wo der Wagen verschwunden ist.
00:48:20Irgendwie bin ich halt auch ein bisschen neugierig geworden.
00:48:23Und ich hatte ja Zeit.
00:48:25Und dann habe ich gedacht,
00:48:27guckst du doch mal, was der da macht.
00:48:30Mit so einem Autor am hellen Vormittag mitten im Wald.
00:48:33Wenn ich ihn nach der ersten Waldbiegung hätte stehen sehen,
00:48:36wäre ich wahrscheinlich gleich umgekehrt.
00:48:39Dann hätte ich gedacht, es ist ein Liebespaar.
00:48:41Aber er war noch weiter gefahren.
00:48:43Ich weiß noch genau.
00:48:46Ich bin den Reifenspuren nachgegangen
00:48:48und habe noch gedacht,
00:48:50wo der wohl geblieben ist.
00:49:01Dann, nach einer ganzen Weile,
00:49:03ich denke, es müssen so 20 Minuten gewesen sein,
00:49:06habe ich Geräusche gehört.
00:49:11Wissen Sie, so als ob man einen Kofferraumdeckel zuschlägt
00:49:14und dann eine Autotür.
00:49:18Und dann wurde der Motor angelassen.
00:49:23Plötzlich habe ich den Wagen dann wieder gesehen.
00:49:25Da, zwischen den Bäumen durch.
00:49:27Da ist er rückwärts aus dem Seitenweg rausgekommen
00:49:29und dann nach vorne weggefahren.
00:49:34Ob die Frau noch drin war,
00:49:36habe ich aus der Entfernung nicht mehr gesehen.
00:49:47Ich bin auf meinem Spaziergang
00:49:48dann in den Seitenweg eingebogen,
00:49:50wo der rausgekommen ist.
00:49:54Und plötzlich war dann die Reifenspur zu Ende.
00:49:57Da waren dann aber ziemlich auffällige Fußspuren
00:49:59in den Wald rein.
00:50:01Und das hat mich natürlich interessiert.
00:50:06Ein paar Meter weiter drin im Wald,
00:50:08da war dann an einer Stelle frisch gegraben.
00:50:10Wo denn genau?
00:50:11Können Sie sich noch erinnern?
00:50:14Ja, genau da.
00:50:16Da, wo die Grube jetzt ist.
00:50:17Da ist es gewesen.
00:50:19Ja, aber haben Sie sich denn nicht angeschaut,
00:50:21was dort vergraben war?
00:50:23Nein, wer denkt denn an sowas?
00:50:25Ich habe gedacht, weiß Gott, was die los sein wollen.
00:50:27Ihre Katze vielleicht oder ein Hund.
00:50:30Aber eine Leiche?
00:50:31Wer kann denn das ahnen?
00:50:33Erinnern Sie sich denn noch an den Fahrer,
00:50:35wie der ausgesehen hat?
00:50:37Ich habe ihn ja praktisch gar nicht richtig gesehen.
00:50:40Ich weiß nur noch, dass es ein Mann war
00:50:42und die Frau hat auf dem Beifahrersitz gesessen.
00:50:45Habe Sie denn auf das Kennzeichen geachtet?
00:50:48Tja, ich denke die ganze Zeit darüber nach.
00:50:50Ich wollte es mir extra merken.
00:50:52Ich weiß halt nur noch, dass es mit F anfing.
00:50:55Frankfurt also.
00:50:56Es ist halt schon so lange her.
00:51:00Wären Sie doch bloß damals schon zu uns gekommen, Herr Neumann.
00:51:03Tja, ich weiß.
00:51:04Das klingt ja furchtbar blöd,
00:51:06jetzt, wo Sie hier eine Leiche gefunden haben.
00:51:08Aber ich hatte einfach Angst, mich zu blamieren.
00:51:10Ich hätte einen Mordswirbel gemacht
00:51:12und Sie hätten einen toten Hund gefunden oder sowas.
00:51:15Ja, aber...
00:51:15Der Zeuge Albert Neumann bringt die Kripo auf eine wichtige Spur.
00:51:19Aber alle Ermittlungen in Frankfurt enden ohne Ergebnis.
00:51:23Der Fahrer des geheimnisvollen roten Sportwagens
00:51:25kann nicht ermittelt werden.
00:51:28Die Identifizierung der Toten
00:51:30bleibt deshalb der einzige Weg zum Mörder.
00:51:33Die Heidelberger Kripo lässt nichts unversucht
00:51:35und setzt schließlich ihre Hoffnungen
00:51:37auf ein neues kriminaltechnisches Verfahren,
00:51:39mit dessen Hilfe das Gesicht der Toten
00:51:41vielleicht rekonstruiert werden kann.
00:51:46Der Schädel des Opfers
00:51:47dient einem erfahrenen Spezialisten
00:51:50im Hessischen Landeskriminalamt
00:51:51als Grundlage für einen künstlichen Kopf.
00:52:03Eine Perücke, die dem natürlichen Haarwuchs der Frau entspricht,
00:52:07vervollständigt die Nachbildung.
00:52:15Schädel, Fotografien von der Toten
00:52:18und jahrelange kriminalistische Erfahrungen
00:52:20berechtigen zu der Hoffnung,
00:52:22dass der künstliche Kopf dem Aussehen der Frau
00:52:24zu Lebzeiten recht nahe kommt.
00:52:37Ob die ermordete Frau
00:52:39die Haare tatsächlich so wie hier
00:52:40auf diesem Foto getragen hat,
00:52:43ließ sich natürlich nun hinterher
00:52:44nicht mehr feststellen.
00:52:46Kriminalobermeister Kurt Ziegler,
00:52:47der den Fall von Anfang an bearbeitet hat,
00:52:49hält auch andere Frisuren für möglich.
00:52:52Ja, die Länge der Haare entspricht
00:52:54genau der Wirklichkeit.
00:52:56Es wäre zum Beispiel ein Pferdeschwanz möglich
00:52:59oder auch eine andere ähnliche Frisur.
00:53:03Sie könnte dann in Erinnerung ihrer Bekannten
00:53:05auch so ausgesehen haben.
00:53:09Meine Damen und Herren,
00:53:11dieses künstliche Gesicht ist ein Versuch.
00:53:14Vielleicht ein letzter Versuch.
00:53:16Und in jedem derartigen Experiment
00:53:18steckt natürlich auch ein gewisses Risiko.
00:53:22Wir zeigen Ihnen deshalb eine Zeichnung.
00:53:24Sie zeigt das Profil der Toten,
00:53:27so wie sie gefunden worden ist.
00:53:28Diese Grundlinien müssten als gesichert angesehen werden.
00:53:33Die Frau ist seit Anfang Februar 1970 tot.
00:53:38Frage, wo wird seit diesem Zeitpunkt
00:53:41eine Frau vermisst, die so aussieht?
00:53:45Wenn Sie glauben,
00:53:46die Ermordete auf dieser Skizze zu erkennen,
00:53:48dann melden Sie sich bitte.
00:53:51Auch dann, wenn Sie bei dem modellierten Gesicht
00:53:53Zweifel haben sollten.
00:53:54Die Ermordete war etwa 30 bis 40 Jahre alt.
00:53:581,65 m groß und schlank.
00:54:01Sie hatte schmale, gepflegte Hände.
00:54:04Finger und Fußnägel waren hellrosa lackiert.
00:54:07Die Frau hat wahrscheinlich mindestens ein Kind geboren,
00:54:10das heute vielleicht irgendwo in einem Heim
00:54:13oder bei Pflegeeltern lebt.
00:54:15Frage, wo hat sich die Mutter eines solchen Kindes
00:54:18seit Februar nicht mehr gemeldet?
00:54:21Vielleicht kann uns auch ein Frisur weiterhelfen.
00:54:24Die ursprünglich braunen bis dunkelblonden Haare
00:54:27der Toten müssen einige Tage oder Wochen
00:54:30vor dem Tode, im Januar 1970,
00:54:33gebleicht oder nachgebleicht worden sein.
00:54:36Die Frau trug diese goldfarbene Haarspange.
00:54:41Es handelt sich um ein Massenprodukt
00:54:43und wir wollen also nicht fragen,
00:54:45wo solche Spangen heute existieren,
00:54:48sondern wo eine Frau vermisst wird,
00:54:51auf die die Beschreibung zutrifft
00:54:52und die eine solche Spange getragen haben kann.
00:54:56Die Ermordete hat möglicherweise nicht
00:54:59in normalen bürgerlichen Verhältnissen gelebt,
00:55:02sonst wäre ihr Verschwinden wahrscheinlich in der Familie
00:55:04oder an einem Arbeitsplatz aufgefallen.
00:55:07Die Polizei bittet deshalb auch um Hinweise,
00:55:11wenn jemand eine verschwundene Frau,
00:55:13auf die die Beschreibung passt,
00:55:14nur flüchtig gekannt hat.
00:55:19Da die Tode, wie Sie im Film gesehen haben,
00:55:21mit großer Wahrscheinlichkeit
00:55:23mit einem roten Mercedes-Sportwagen
00:55:26mit Frankfurter Kennzeichen
00:55:27zur späteren Fundstelle gebracht wurde,
00:55:30rechnen wir auch mit der Möglichkeit,
00:55:32dass sie schon zu Lebzeiten
00:55:34mit dem Fahrer dieses Fahrzeuges
00:55:36oder eines solchen Fahrzeuges
00:55:37befreundet oder bekannt gewesen ist.
00:55:39Für Hinweise, die zur Identifizierung
00:55:42der unbekannten Toten führen,
00:55:43sind Belohnungen von insgesamt 3.000 Mark ausgesetzt.
00:55:47Eine weitere zusätzliche Belohnung von 5.000 Mark
00:55:50ist für Hinweise vorgesehen,
00:55:52die zur Klärung des Verbrechens
00:55:54oder zur Festnahme des Täters führen.
00:55:58Hinweise bitte an die Kriminalpolizei Heidelberg.
00:56:02Telefon Vorwahl 06-221-Anschluss 27251
00:56:09an jede andere Polizeidienststelle
00:56:11oder an eines der Aufnahmestudios.
00:56:15Vielen Dank, Herr Ziegler.
00:56:17Meine Damen und Herren,
00:56:18wir haben jetzt hier noch
00:56:19eine wichtige Personenverhandlung
00:56:20nach einem Mann, der erst vor 14 Tagen
00:56:23seine Gefährlichkeit erneut unter Beweis gestellt hat.
00:56:25Doch lassen Sie uns zuvor kurz
00:56:27in unseren Aufnahmestudios anfragen,
00:56:29was es dort an ersten Nachrichten gibt.
00:56:31Zuerst nach Zürich.
00:56:33Werner Vetterli, wir hatten ja heute
00:56:34eine ganze Reihe von Personen in der Sendung,
00:56:36die sich möglicherweise in der Schweiz aufhalten sollen.
00:56:38Wie steht es bei Ihnen?
00:56:40Ja, wir haben Hinweise bekommen
00:56:41im Fall des Betrügers Schmid.
00:56:45Und zwar haben wir einen Hinweis bekommen
00:56:48von einem Grenzwächter,
00:56:49der der Meinung ist,
00:56:50dass Schmid gestern von Deutschland
00:56:52in die Schweiz eingereist sei.
00:56:54Er könnte sich also möglicherweise
00:56:56gegenwärtig in unserem Lande aufhalten
00:56:58und eine der bevorzugten Spielbanken
00:57:02am französischen Ufer des Genfersees besuchen.
00:57:05Dann haben wir noch einen anderen Fall,
00:57:08der heute höchste Aktualität erzielt hat.
00:57:12Am Dienstag, am vergangenen Dienstag,
00:57:14am 10. November,
00:57:15wurde in Zürich 2,
00:57:17im sogenannten Mietenschloss,
00:57:19an der 78-jährigen Witwe Margareta Büsser
00:57:23ein Raubmord verübt.
00:57:26Aufgrund der Ermittlungen
00:57:28ist die Zürcher Kriminalpolizei
00:57:30heute zur Ansicht gelangt,
00:57:33dass Gottlieb Rüeg der Tat
00:57:35dringend verdächtig ist.
00:57:37Gottlieb Rüeg ist 22-jährig,
00:57:40von Beruf Automechaniker und Chauffeur.
00:57:44Rüeg ist 1,87 groß,
00:57:46schlank,
00:57:47hat ein mageres, kreiselförmiges Gesicht,
00:57:50blaue Augen
00:57:51und mittelbraune Haare.
00:57:53Eventuell trägt Gottlieb Rüeg
00:57:56eine blonde Perücke.
00:57:57Besondere Kennzeichen Rüegs
00:57:59sind eine Zahnlücke oben links
00:58:02und sein rechter Daumen,
00:58:04der steif und vernarbt ist.
00:58:08Rüeg ist möglicherweise unterwegs
00:58:11mit einem roten GM Ranger,
00:58:14einem Mietwagen,
00:58:15mit den Kennzeichen Zürich,
00:58:18also ZH 225.490,
00:58:24ZH 225.490
00:58:28und könnte sich eventuell
00:58:30in Deutschland aufhalten.
00:58:33Hinweise über Gottlieb Rüeg
00:58:36sind zu richten
00:58:37an die Kantonspolizei Zürich,
00:58:40Telefonnummer
00:58:41Vorkennzahl 051,
00:58:4429 22 11.
00:58:4729 22 11,
00:58:49also für Hinweise
00:58:50betreffend Gottlieb Rüeg
00:58:52oder dann an die
00:58:54nächste Polizeidienststelle
00:58:56oder an eines unserer
00:58:58Aufnahmestudios.
00:58:59Soweit Zürich.
00:59:01Vielen Dank, Werner Vetterli.
00:59:02Sie haben gehört,
00:59:03meine Damen und Herren,
00:59:04natürlich können Sie auch hier
00:59:05in Deutschland
00:59:05unsere Aufnahmestudios
00:59:06und die nächste Polizeidienststelle
00:59:08benachrichtigen
00:59:09in diesem aktuellen Fall.
00:59:11Aber nun,
00:59:12Wien,
00:59:12Teddy Potkorski,
00:59:13wie sieht es bei Ihnen aus?
00:59:14Was können Sie uns sagen?
00:59:15Ja, es beginnen eigentlich erst jetzt
00:59:16die Telefone richtig zu läuten,
00:59:18jetzt nach der Sendung.
00:59:19Eine Erfahrung,
00:59:20die wir immer wieder machen,
00:59:22aber trotzdem haben wir
00:59:23Hinweise zu zwei Fällen,
00:59:26die unter Umständen
00:59:27interessant sein könnten.
00:59:28So zum Beispiel zum Fall Schmidt.
00:59:32Auch Herr Vetterli hat gemeint,
00:59:33einen Hinweis zu haben in der Schweiz.
00:59:35Auch wir haben einen Hinweis
00:59:36oder glauben vielleicht
00:59:37einen wertvollen Hinweis zu haben.
00:59:40Schmidt soll mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit
00:59:43in einem Wiener Lokal gesehen worden sein.
00:59:46Aber es tritt ja immer wieder dieser Fall ein,
00:59:49dass eine Person zur gleichen Zeit
00:59:51an mehreren Orten gesichtet worden ist.
00:59:55Und aus unserer letzten Sendung
00:59:58gibt es noch einen Nachtrag.
01:00:01Das heißt,
01:00:01es wurde vor kurzem
01:00:02ein Mann in Heimburg,
01:00:05das ist an der österreichisch-tschechoslowakischen Grenze,
01:00:07festgenommen,
01:00:09der sich dort ohne Ausweis herumgetrieben hat.
01:00:12Und dieser Mann
01:00:13hat am Arm
01:00:14die Tätowierung Seemannsgrab.
01:00:16Also eine Tätowierung,
01:00:19die auch Arthur Spätmann hatte,
01:00:21der wegen eines Raubüberfalles
01:00:23in Hamburg gesucht wurde.
01:00:25Nun wird überprüft,
01:00:28ob hier ein Zusammenhang besteht,
01:00:30ob die Männer identisch sind
01:00:31oder ob dieser Mann
01:00:33mit Spätmann etwas zu tun hat.
01:00:35Aber auch hier wissen wir noch nichts Konkretes,
01:00:37Herr Zimmermann.
01:00:54Vielen Dank,
01:00:55mögliche Erklärung für das zweite Telefongespräch.
01:00:58Es sieht so aus,
01:00:59als würde das eintreten,
01:01:00woran wir eigentlich nicht zu glauben gewagt haben,
01:01:03dass es nämlich einen Zeugen
01:01:04für dieses zweite Telefongespräch
01:01:06auf der anderen Seite der Leitung gibt.
01:01:09Es tut mir sehr leid,
01:01:10ich muss sehr vorsichtig sein.
01:01:11Ich habe eben mit Herrn Ackermann
01:01:12noch mal die Einzelheiten durchgesprochen.
01:01:14Wir können im Augenblick noch nicht mehr sagen,
01:01:17denn wenn dieser Hinweis stimmt,
01:01:18dann führt er möglicherweise unmittelbar sogar
01:01:20auf die Spur des Mörders.
01:01:21Vielen Dank, Peter Hohl.
01:01:22Es ist selbstverständlich,
01:01:23meine Damen und Herren,
01:01:24dass wir natürlich zurückhaltend sein müssen,
01:01:26wenn es darauf ankommt,
01:01:27erst einmal die Ermittlungen weiterzuführen.
01:01:29Aber nun, wie angekündigt,
01:01:30noch eine wichtige Personenverhandlung.
01:01:32Wieder geht es um einen Mann,
01:01:34der bisher nur als Einbrecher
01:01:36in Erscheinung getreten ist,
01:01:37der sich aber in letzter Zeit bewaffnet hat.
01:01:40Der Mann heißt Bernd Strauß
01:01:42und stammt aus Ulm.
01:01:45Gegen ihn liegen drei Haftbefehle vor.
01:01:47Einer davon wegen versuchten Mordes
01:01:49vor 14 Tagen
01:01:50Am 31. Oktober
01:01:52sollte er in Ulm festgenommen werden.
01:01:54Bedenkenlos eröffnete er
01:01:56auf zwei Kriminalbeamte das Feuer
01:01:57und schoss sich den Fluchtweg frei.
01:02:00Bernd Strauß ist 29 Jahre alt,
01:02:031,79 groß und schlank.
01:02:05Er hat dunkelbraune, wellige Haare,
01:02:08dunkelbraune Augen
01:02:09und trägt vermutlich einen Oberlippenbart
01:02:11mit heruntergezogenen Spitzen.
01:02:13Der Gesuchte dürfte einen Pkw im Besitz haben
01:02:16und ist wahrscheinlich im süddeutschen Raum,
01:02:18in Österreich oder in der Schweiz unterwegs.
01:02:21Wenn Sie etwas über den Aufenthalt dieses Mannes wissen,
01:02:23meine Damen und Herren,
01:02:24bitte unternehmen Sie auf keinen Fall selbst etwas,
01:02:26sondern verständigen Sie die Polizei.
01:02:29Sie haben gehört,
01:02:30er macht rücksichtslos von der Schusswaffe Gebrauch.
01:02:33Für Hinweise,
01:02:33die zur Festnahme des Gesuchten führen,
01:02:35ist eine Belohnung von 3000 Mark ausgesetzt.
01:02:38Hinweise bitte an die Kriminalpolizei Ulm,
01:02:42Telefonvorwahl 0731,
01:02:44Rufnummer 61111,
01:02:47also 6 und 2 mal die 11,
01:02:49an jede andere Polizeidienststelle
01:02:51oder an eines unserer Aufnahmestudios.
01:02:55Das, meine Damen und Herren,
01:02:56war der erste Teil unserer heutigen Sendung.
01:02:58Im zweiten Teil werden wir Sie über weitere Ergebnisse
01:03:01und mögliche Fälle und weitere informieren
01:03:06und zeigen Ihnen dann auch noch einmal
01:03:08alle Fahndungsfotos der heutigen Fälle.
01:03:11Bis dahin, guten Abend.
01:03:12Vielen Dank.

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