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00:00:00im Rückblick zu berichten ist, ist es zum Teil recht dramatisch zugegangen.
00:00:04Acht Personen waren in unserer letzten Sendung gesucht worden,
00:00:08sechs von ihnen konnte die Polizei inzwischen festnehmen.
00:00:12Zwei wegen gemeinschaftlichen Mordes,
00:00:14zwei wegen zahlreicher Panzerschrankeinbrüche
00:00:16und zwei wegen Rauschgifthandels.
00:00:19Die ersten Ergebnisse hatten sich ja bei Ihnen in Österreich abgezeichnet, Teddy Podkowski.
00:00:24Ja, das ist richtig.
00:00:25Siegfried Qualow und Johann Schumeyer konnten sich nach Österreich absetzen,
00:00:32nachdem sie in der Deutschen Bundesrepublik gesucht wurden wegen zahlreicher Tresoreinbrüche.
00:00:38Sie wurden von Zuschauern in einem vornehmen Hotel am Wörtersee erkannt
00:00:43und konnten auch von der Gendarmerie festgenommen werden.
00:00:47Trotzdem konnten sie noch einmal aus dem Gendarmeriegebäude entfliehen.
00:00:52Bis zur deutsch-österreichischen Grenze sind sie gekommen
00:00:55und dort wurden sie schließlich auf der deutschen Seite endgültig festgenommen.
00:01:01Auch in Köln, wo der sich wegen Mordes gesuchte Jaroslav Wedrich aufhielt,
00:01:06konnte die Polizei den Gesuchten erst festnehmen,
00:01:09nachdem er noch einmal versucht hatte zu entkommen.
00:01:12Der Mann war bewaffnet
00:01:13und die Beamten mussten ebenfalls zur Schusswaffe greifen, um ihn zu stellen.
00:01:18Wedrichs Komplize, Klaus Speer, wurde im Übrigen am 4. Oktober in Berlin festgenommen.
00:01:25Ein Thema, meine Damen und Herren, das wir in der letzten Sendung behandelt hatten,
00:01:28ist im Moment ganz besonders international.
00:01:31Das Thema Rauschgifthandel.
00:01:33Der Türke Fikret Çakmak befand sich am Abend unserer Sendung in Istanbul.
00:01:39Durch den Bericht einer türkischen Zeitung über unsere Fahndung
00:01:43konnte der Gesuchte doch ermittelt werden.
00:01:46Acht Tage später nahm ihn die deutsche Polizei in Garmisch-Badenkirchen in Empfang.
00:01:51Der zweite Mann, der wegen Rauschgifthandelsgroßen Stils gesucht wurde,
00:01:56ist von den Schweizer Polizeibehörden gesucht worden, Werner Wederli.
00:01:59Jawohl, es handelte sich dabei um Johann Ertel, einem österreichischen Staatsangehörigen.
00:02:06Er steht im Verdacht, einem internationalen Rauschgifthring anzugehören.
00:02:11Zuletzt war er der Polizei in Zürcher Flughafen Kloten aufgefallen,
00:02:16als er aus dem Libanon einreiste mit einem ganzen Koffer voll Haschisch.
00:02:21Zwei Tage nach der letzten XY-Sendung hat sich Johann Ertel dann selbst in München der Polizei gestellt.
00:02:29Soviel als Rückblick auf unsere letzte Sendung vom 11. September, meine Damen und Herren.
00:02:34Heute geht es zuerst um einen ganz aktuellen Fall.
00:02:38Sie haben es vielleicht in den Zeitungen gelesen.
00:02:40Vor zwei Tagen, in der Nacht zum Mittwoch, wurde in München ein Sprengstoffattentat
00:02:45auf eine Polizeiunterkunft verübt.
00:02:48Die Attentäter haben dabei selbst gebaute Sprengkörper verwendet.
00:02:52Wir haben hier im Studio diese zwei sogenannten Rohrbomben.
00:02:55Sie bestehen aus starken Eisenrohrstücken, die an beiden Enden mit elektrisch aufgeschweißten
00:03:02Flacheisen verschlossen wurden.
00:03:04Die Rohrstücke sind 15 Zentimeter lang.
00:03:08Sie stammen nicht von einem Stück.
00:03:10Eines der Rohre hat den relativ häufigen Durchmesser von 127 Millimeter.
00:03:15Das andere Rohr, für Fachleute ein sogenanntes Siderohr,
00:03:19hat den sehr seltenen Außendurchmesser von 118 Millimeter und eine Wandstärke von 6 Millimeter.
00:03:26Jeweils in einer Deckplatte wurden zwei Löcher gebohrt,
00:03:30eines davon mit einem Gewinde.
00:03:34Die gleiche Art Rohrbomben wurde im Übrigen auch in Berlin in den letzten drei Monaten
00:03:38bei insgesamt acht Sprengstoffattentaten verwendet.
00:03:42Bis jetzt konnte nicht geklärt werden, wo diese Bomben herstammen.
00:03:45Die Polizei stellt deshalb folgende Fragen.
00:03:49Wo sind solche Rohrstücke vielleicht sogar mit den aufgeschweißten Deckeln abhandengekommen?
00:03:54Wer weiß etwas davon, dass diese Eisenteile irgendwo angefertigt oder bearbeitet worden sind?
00:04:01Für Hinweise, die zur Klärung des Verbrechens und zur Festnahme der Täter führen,
00:04:05ist eine Belohnung von 3000 Mark ausgesetzt.
00:04:07Hinweise bitte an das Bayerische Landeskriminalamt München,
00:04:11Telefon 0811 Vorwahl und dann die Rufnummer 59011,
00:04:17an jede andere Polizeidienststelle oder eines unserer Aufnahmestudios.
00:04:24So, und nun zum nächsten Fall, meine Damen und Herren.
00:04:27Es geht um einen Überfall auf einen Geldtransport.
00:04:31Solche Überfälle haben in der letzten Zeit häufig Schlagzeilen gemacht.
00:04:35Ein paar Beispiele.
00:04:37Dezember 69, Darmstadt, Beute 500.000 Mark.
00:04:42Februar 70, Frankfurt 360.000 Mark.
00:04:47Im selben Monat Düsseldorf 340.000 Mark.
00:04:51Juni 70, Offenbach, eine Million.
00:04:56Diese Aufzählung ist bei weitem nicht vollzählig.
00:05:00Es sieht so aus, als ob manche Gangster auf Raubüberfälle dieser Art sich spezialisieren wollen,
00:05:05seitdem die stationären Kassen- und Bankgebäude immer besser gesichert werden.
00:05:11In unserem Fall geht es um eines dieser Verbrechen aus der letzten Zeit.
00:05:15Und zwar um den Überfall auf einen Geldtransport der Bundespost im Raume Stuttgart.
00:05:25Montag, 4. Mai 1970.
00:05:28Auf dem Hof des Postamtes Bietigheim, einer Stadt zwischen Heilbronn und Stuttgart,
00:05:32wird kurz nach 19 Uhr ein Lkw mit Paketen und Briefpost beladen.
00:05:40Die Fracht ist für das sogenannte Sammelpostamt in Stuttgart bestimmt.
00:05:50Kurz bevor der Wagen abfahrbereit ist,
00:05:52beziehen drei bewaffnete Beamte im Hof Position.
00:05:59Denn vom Postamt in Bietigheim wird auch das Geld verladen,
00:06:03das sich an diesem Tag in 15 umliegenden Poststellen angesammelt hat.
00:06:09Der Lastzug ist deshalb mit einem Geldschrank ausgerüstet.
00:06:20Den Schlüssel und die Begleitpapiere übernimmt der Fahrer.
00:06:34Der Fahrer des Lastzuges versäumt keine weitere Zeit.
00:06:37Die Fahrt nach Stuttgart dauert etwa eine Dreiviertelstunde und er möchte pünktlich Feierabend machen.
00:06:45Er ahnt nicht, dass sein Wagen an diesem Tag auf der Schnellstraße nach Stuttgart offensichtlich erwartet wird.
00:06:52Denn wenige Meter hinter der Ausfahrt Korn-Westheim-Mitte steht an diesem Abend, wie die Polizei später feststellt,
00:06:58ein Mann mit einem hellen Mittelklassewagen.
00:07:00Er trägt eine dunkelblaue Uniform mit weißer Schirmmütze.
00:07:04Zeugen halten den Mann für einen Verkehrspolizisten.
00:07:09Nur durch einen Zufall entgeht der Postlastzug an diesem Tag der Begegnung mit dem uniformierten Mann an der Korn-Westheimer
00:07:15Ausfahrt.
00:07:16Der Fahrer weiß nämlich, dass sich um diese Zeit an einer Großbaustelle in Ludwigsburg gewöhnlich lange Verkehrsschlangen bilden.
00:07:24Er wählt deshalb einen kleinen Umweg über die Autobahn, um schneller an sein Ziel zu kommen.
00:07:35Kurze Zeit darauf muss der Mann an der Korn-Westheimer Ausfahrt weitergefahren sein.
00:07:40Von später vorbeifahrenden Zeugen wird er jedenfalls nicht mehr gesehen.
00:07:55Genau eine Woche später, am 11. Mai 1970, steht am Postamt in Bietigheim kurz nach 19 Uhr der Postlastzug wieder
00:08:03an der Laderampe.
00:08:06Nachdem alle Pakete und Briefsäcke verstaut sind, beziehen wieder drei bewaffnete Beamte auf dem Hof Position.
00:08:20An diesem Tag haben sich im Postamt Bietigheim rund 220.000 Mark angesammelt, die zur Sammelstelle nach Stuttgart gebracht werden
00:08:27sollen.
00:08:29Der Lastzug wird an diesem Montag von einem anderen Beamten, dem Postschaffner Willi Trause, gefahren.
00:08:44Auch an diesem Montag wird der Geldtransport auf der Schnellstraße nach Stuttgart an der Auffahrt Korn-Westheim-Mitte erwartet.
00:08:55Diesmal sind es drei Männer.
00:08:58Vielleicht gehört auch ein Vierter zu ihnen, der etwa zur gleichen Zeit einige hundert Meter entfernt auf einer Brücke steht
00:09:03und den Verkehr beobachtet.
00:09:05Auch er hat einen hellen Pkw bei sich.
00:09:08Einigen Autofahrern fällt der Mann auf.
00:09:14Der Postzug fährt um diese Zeit an der Autobahnauffahrt vorbei.
00:09:19Willi Krause stört sich, im Gegensatz zu seinem Kollegen, nicht an der Baustelle in Ludwigsburg.
00:09:25Er nimmt den üblichen Weg über die B27, die hinter Ludwigsburg an der Schnellstraße nach Stuttgart einmündet.
00:09:39An der Korn-Westheimer Ausfahrt bereiten sich die Männer inzwischen auf die Begegnung mit dem Postzug vor.
00:09:56Die Fahrtenschreiberuhr des Lastzuges zeigt 19.37 Uhr, als Willi Krause plötzlich einen Polizisten auf der Fahrbahn stehen sieht, der
00:10:04ihn mit einer roten Lampe auffordert, anzuhalten.
00:10:07Der Fahrer steigt hart auf die Bremse.
00:10:09Der Wagen rutscht etwas auf die Überholspur.
00:10:12Die Fahrerin im ersten nachfolgenden Wagen sieht am Straßenrand den Mann in Polizeiuniform.
00:10:17Sie spürt zwar instinktiv, dass hier etwas nicht in Ordnung ist, aber sie fährt erst einmal weiter.
00:10:22Dem Ehepaar in dem zweiten Wagen fällt lediglich an dem hellen BMW, der vor dem Postwagen steht, ein großer dunkler
00:10:28Fleck an der Fahrertür auf.
00:10:30Und die Tatsache, dass der Wagen mit sogenannten Talbotspiegeln ausgerüstet ist.
00:10:35Erst als der vermeintliche Polizeibeamte die Tür öffnet, erkennt Willi Krause, warum er angehalten worden ist.
00:10:41Dem Postbeamten bleibt keine Wahl.
00:10:44Mit der Pistole bedroht, setzt er die Fahrt fort.
00:10:49Im Anfahren springt noch ein zweiter Mann in das Führerhaus.
00:10:52Er hat sich mit einer Motorradkappe, Brille und einer Regenpelerine vermummt.
00:11:00Der dritte Mann drängt sich mit dem hellen BMW hinter den Postzug auf die Fahrbahn und folgt ihm.
00:11:09Die Fahrerin des VW hat den mysteriösen Mann in Uniform noch nicht vergessen.
00:11:15Sie weiß, dass sie am Stadtrand von Stuttgart an einem Polizeirevier vorbeifahren wird und nimmt sich vor, dort anzuhalten.
00:11:28Willi Krause hat sich nur im ersten Moment widerstandslos gefügt.
00:11:32Nun aber überlegt er fieberhaft, wie er die gefährlichen Männer täuschen kann.
00:11:40Er weiß nicht, dass er auch aus dem BMW hinter ihm scharf beobachtet wird.
00:11:55Inzwischen ist die Frau mit dem Volkswagen, die etwa einen Kilometer vor dem überfallenen Lastzug fährt, am Stadtrand von Stuttgart
00:12:01angekommen.
00:12:05Als sie die Leuchtschrift des Polizeireviers sieht, kommen ihr jedoch Zweifel, ob die Beamten ihre Vermutungen ernst nehmen werden.
00:12:11Sie möchte sich nicht blamieren und so fährt sie schließlich weiter.
00:12:20Bald darauf hat auch der Postzug das Stadtgebiet von Stuttgart erreicht.
00:12:24Willi Krause fährt absichtlich mit erhöhter Geschwindigkeit.
00:12:28Er hofft auf diese Weise die Polizei auf sein Fahrzeug aufmerksam zu machen.
00:12:35Aber auch die beiden Verbrecher haben ihre Pläne.
00:12:39Da rechts, nein.
00:12:40Das geht nicht mehr.
00:12:42Wir sind zu schnell.
00:12:43Ich muss geradeaus bleiben.
00:12:50Na, Freund, fährst du da rechts ab?
00:12:52Da darf ich nicht.
00:12:53Nur links oder geradeaus?
00:12:57Der Post schafft nach Hopf, auf diese Weise bis zur Stadtmitte durchfahren zu können.
00:13:06An einer der nächsten Kreuzungen muss er jedoch die Geschwindigkeit erheblich vermindern.
00:13:11Jetzt ergreifen die beiden Gangster ihre Chance.
00:13:29Bei dem Handgemenge im Führerhaus verliert der vermeintliche Polizeibeamte einen Knopf seiner Uniform.
00:13:35Für die Polizei später eine wichtige Spur.
00:13:41Der Mann in der Motorradkleidung verklebt dem überwältigten Postschaffner die Augen und fesselt ihm danach die Hände.
00:13:55Willi Krause hört aber, dass der Fremde mit seinem Wagen nur schwer zurechtkommt.
00:14:02So ein Scheißkorn!
00:14:06Die beiden Männer kurven mit dem geraubten Lastzug etwa eine halbe Stunde durch die Randgebiete von Stuttgart.
00:14:13Sie wechseln häufig die Richtung.
00:14:16Willi Krause verliert dabei die Orientierung.
00:14:22Als die Männer den Wagen schließlich auf dem unbelebten Parkplatz einer amerikanischen Schule anhalten,
00:14:27weiß Willi Krause nicht, wo die Fahrt geendet hat.
00:14:46Wo hast denn du den Schlüssel?
00:14:50gehen sie weiter.
00:15:00Wo hast denn du da gemacht?
00:15:04Wo hast du den Schlüssel?
00:15:05Ja?
00:15:05Warum liege ja Gender?
00:15:05Ciao.
00:15:05Jo?
00:15:06Ja?
00:15:06Ja?
00:15:06T
00:15:06Ja?
00:15:11Ja?
00:15:40Ich komme mit dem Schlossnetz weg.
00:15:41Da muss man helfen. Los, raus, mach Kisten auf.
00:15:47Wieder muss sich der Postschaffner den Männern fügen.
00:16:00Und er hat schließlich auch keine andere Wahl, als den Tresor zu öffnen, mit dessen Schloss die Räuber selbst nicht
00:16:06zurechtgekommen sind.
00:16:28Die Männer erbeuten die drei Geldkisten mit den 220.000 Mark.
00:16:52Als die Männer schließlich mit ihrem hellen BMW verschwinden, lassen sie den gefesselten Postschaffner eingeschlossen im Gepäckraum des Lastzuges zurück.
00:17:05Der Fahrer konnte sich etwa Minuten später selbst befreien.
00:17:09Er benachrichtigte sofort die Polizei, aber die Täter waren natürlich über alle Berge.
00:17:14Hauptkommissar Gustav Blass aus Stuttgart setzt seine Hoffnung unter anderem auf das Fahrzeug, das die Täter benutzt haben.
00:17:20Ja, Herr Zimmermann, der Wagen wurde bis jetzt nicht gefunden.
00:17:24Das heißt, dass die Täter in möglicher Weise noch besitzen.
00:17:29Es handelte sich um einen elfenbeinfarbenen BMW 2000 oder 1800.
00:17:39Das Fahrzeug machte einen heruntergekommenen Eindruck und hatte auf der linken Vordertür, also auf der Fahrertür, einen dunklen, fast quadratischen
00:17:49Fleck in der Größe von 30 mal 30 Zentimeter.
00:17:52Es könnte ein Spachtelfleck gewesen sein.
00:17:56Es ist aber auch denkbar, dass der Fleck eigens für den Überfall angebracht worden ist.
00:18:02Unterhalb der Türen haben die vorbeifahrenden Zeugen einen dunklen Streifen bemerkt, möglicherweise einen Roststreifen.
00:18:12Der Wagen hatte außerdem auf beiden vorderen Kotflügel sogenannten Talbot-Rückspiegel.
00:18:19Wir haben im Führerhaus des Postlastzuges diesen Uniformknopf gefunden.
00:18:26Unseren Kriminaltechniken hat dieser Knopf eine ganze Menge verraten.
00:18:30Er wurde mit ziemlicher Sicherheit nach 1963 in einer Uniformfabrik in Baden-Württemberg an eine Polizeiuniform oder an eine Feuerwehruniform
00:18:43angenäht.
00:18:44Der Knopf ist silberfarben und hat einen Durchmesser von 19 Millimeter.
00:18:49Die Polizei denkt weiter an, dass die Uniform, an der dieser Knopf einmal gesessen hat, schon vor der Tat irgendwo
00:18:56ausrangiert worden ist und bei einem Kostümverleih oder einem Karnevalsverein oder auch bei einer Bewachungsgesellschaft gelandet ist.
00:19:03Frage also, wo fehlt möglicherweise eine dunkelblaue Uniform mit hellen Biesen, also schmalen Lenkstreifen an den Hosen?
00:19:11Und zweite Frage, wo ist nach dem 11. Mai 1970 an einer solchen Uniform ein Knopf ersetzt worden?
00:19:20Die Zeugen haben den Mann in Uniform folgendermaßen beschrieben.
00:19:27Er ist etwa 30 bis 33 Jahre alt, 1,70 etwa groß, hat eine schlanke Gestalt und hat dunkle Haare.
00:19:38Er trug beim Überfall eine weiße Schirmmütze.
00:19:43Er hatte eine tiefe Stimme und sprach mit leicht bayerisch-fränkischem Einschlag.
00:19:48Auch die beiden Eisenkisten, drei Eisenkisten, Verzeihung, zwei kleinere von dieser Sorte und diese große sind seit dem Überfall verschwunden.
00:19:58In diesen Eisenkisten war das Geld.
00:20:00Diese grünen Kisten, dunkelgrün, tragen hier auf der Stirnseite die Aufschrift Postamt Bietigheim
00:20:07und auf dem Deckel, es handelt sich um einen Schiebedeckel, die Aufschrift Postamt Stuttgart.
00:20:15Ein 5-Mark-Schein aus der Beude hatte ein besonderes Merkmal, an das sich heute vielleicht jemand erinnert.
00:20:26Er war durchgerissen und ein Beamter des Postamtes Bietigheim hat ihn mit einer sogenannten Siegelmarke wieder zusammengeklebt,
00:20:36so wie es hier auf dem Foto zu erkennen ist.
00:20:39Vielleicht haben die Täter diesen Geldschein irgendwo ausgegeben.
00:20:44Möglicherweise sind auch die Schlüssel irgendwo gefunden worden, die die Täter mitgenommen haben.
00:20:50Und zwar handelt es sich einmal hier um die Fahrzeugschlüssel, hier ist der Wagenschlüssel,
00:20:54und um zwei Bunde mit besonders auffällig langen Bartschlüsseln.
00:21:01Für Hinweise, die zur Klärung des Verbrechens und zur Ermittlung der Täter führen, sind mehrere Belohnungen ausgesetzt.
00:21:09Insgesamt 6.000 Mark.
00:21:12Hinweise erbittet die Kriminalhauptstelle Stuttgart, Telefon, Vorwahl 0711, Anschluss 41141,
00:21:24an jede andere Polizeidienststelle oder eines der Aufnahmestudios.
00:21:30Vielen Dank, Herr Blass.
00:21:32Unser nächster Fall, meine Damen und Herren, gehört in den Bereich der Wirtschaftskriminalität,
00:21:37in ein Gebiet also, das immer größere Bedeutung erlangt,
00:21:41auch für die österreichischen Behörden, die uns um diese nächste Verhandlung gebeten haben.
00:21:46Es geht um diese Frau, Elfriede Zuchi.
00:21:51Der Untersuchungsrichter wirft ihr vor, sich von Privatleuten durch betrügerische Manipulationen
00:21:57Darlehen von über einer Million Schilling erschwindelt zu haben.
00:22:00Dabei gab sie sich jeweils als vermögende Hotelbesitzerin aus.
00:22:04Als das Geld zurückbezahlt werden sollte, ergriff sie die Flucht.
00:22:08Die Polizei vermutet, dass sie sich aus Österreich abgesetzt hat und sich jetzt möglicherweise in der Schweiz oder in der
00:22:15Bundesrepublik aufhält.
00:22:18Elfriede Zuchi ist 44 Jahre alt, 1,65 groß und korpulent.
00:22:24Sie hat mittelbraunes Haar und braune Augen.
00:22:28Für Hinweise, die zur Festnahme der Gesuchten führen, ist eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt.
00:22:33Hinweise bitte an jede Polizeidienststelle oder an eines der Aufnahmestudios.
00:22:38Ich darf vielleicht noch einmal die Telefonnummern bekannt geben.
00:22:41Das ist Wien, 82 36 21, Zürich 23 56 50 und hier in München die Nummer 48 49 41.
00:22:57Und jetzt, meine Damen und Herren, befassen wir uns wieder einmal mit Einbrechern.
00:23:02Der sogenannte schwere Diebstahl, zu dem der Einbruch juristisch gezählt wird, macht etwas über 20 Prozent der gesamten Kriminalität aus.
00:23:11Es geht uns heute aber nicht in erster Linie um die Einbrecher selbst, sondern um ihre Hintermänner.
00:23:17Immer öfter stellt die Kripo nämlich fest, dass Einbrüche ganz genau auf Bestellung ausgeführt werden, in Fabriken und Lagerhäusern genauso
00:23:25wie in Großhandlungen.
00:23:27Die Auftraggeber für diese Einbrüche sind ganz offensichtlich gut organisierte Hehlerringe,
00:23:33die die gestohlenen Waren, Textilien genauso wie auch Elektroartikel mit großem Raffinesse wieder in den Markt zurückschleusen, mitunter auch in
00:23:42den ambulanten Handel.
00:23:43Nur selten findet die Polizei bei solchen Einbrüchen brauchbare Spuren.
00:23:48Umso wichtiger erscheint es mir, solchen Spuren, wenn sie einmal vorhanden sind, mit allen Kräften nachzugehen,
00:23:55um an die Auftraggeber solcher Einbruchsserien heranzukommen.
00:24:02Montag, 29. Dezember 1969.
00:24:13Bereits zum zweiten Mal wird eine Kleiderfabrik in Vechta von unbekannten Einbrechern heimgesucht.
00:24:19Der Betrieb stellt zur Zeit fast ausschließlich Anzughosen her.
00:24:28Vor zehn Tagen sind die Diebe zum ersten Mal in die Fabrik gekommen.
00:24:33Damals hatten sie mehrere hundert Herrenhosen gestohlen.
00:24:36Diesmal kennt sich der Einbrecher offensichtlich schon gut aus in der Fabrik.
00:24:41Zielstrebig geht er in die Fertigungshalle.
00:24:48Sein Komplize wartet an der Rückfront des Gebäudes.
00:24:52Für den geplanten Abtransport der Beute haben die Männer einen älteren Ford 17M mitgebracht,
00:24:58den sie kurz vorher im benachbarten Landkreis Leer gestohlen haben.
00:25:17Die ganze Aktion dauert nur wenige Minuten.
00:25:21Allerdings hat die Beute einen kleinen Mangel.
00:25:23Die Männer haben etwa 100 Hosen gestohlen, die noch nicht ganz fertig waren.
00:25:28Es fehlen jeweils ein Knopf an der Gesäßtasche, zwei sogenannte Bundversteller und das Firmenetikett.
00:25:39Ob die beiden Einbrecher möglicherweise mit Absicht nur die unfertigen Hosen mitgenommen haben, ist bis heute nicht bekannt.
00:25:49Keine Zweifel gibt es für die Polizei jedoch, dass die Männer mit dem gestohlenen Wagen nur etwa 20 Kilometer bis
00:25:56zur Ortschaft Wüstendölln gekommen sind.
00:25:59Dort ist ihnen das Benzin ausgegangen.
00:26:02Verdammt der Scheiße! So ein Misskarren!
00:26:04Mussten ausgerechnet Däner wischen!
00:26:19Die müssen doch hier irgendwo ein Auto haben.
00:26:22Komm, schau doch mal nach.
00:26:25Da kein Fahrzeug auf der Straße steht, sucht einer der Männer nach der Garage des Gehöftes.
00:26:46Mensch, komm her, da ist ein VW drin.
00:26:51Ohne viel Umstände holen die beiden Einbrecher den VW aus der Garage.
00:26:56Das einfache Vorhängeschloss bietet nicht viel Widerstand.
00:27:12Auch das Starten des Fahrzeugs ohne Zündschlüssel macht den routinierten Dieben keine besondere Schwierigkeit.
00:27:44Um mehr Laderaum zu schaffen,
00:27:45lassen die beiden Männer einen Getreidesack und das Reserverad aus dem VW neben dem Fort zurück.
00:27:53Dann laden sie hastig ihre Beute um und setzen die Flucht mit dem gestohlenen VW fort.
00:28:13Aber in der Eile lassen sie in dem Fort zwei wichtige Spuren zurück.
00:28:17Eine grüne Arbeitsjacke und eine braunkarierte Wolldecke, die dem Eigentümer des Wagens nicht gehören.
00:28:24Sie müssen also von den Dieben stammen.
00:28:29Beim nächsten Mal gehen die Einbrecher etwas umsichtiger vor.
00:28:33Sie haben aus der Benzinpanne ihre Lehren gezogen.
00:28:39Am 11. April sind sie erneut mit einem gestohlenen Ford 17M unterwegs.
00:28:44Diesmal aber tanken sie den Wagen erst einmal auf,
00:28:47bevor sie wieder zu der Kleiderfabrik nach Vechta fahren.
00:29:01In dieser Nacht jedoch erwartet die Männer mit dem gestohlenen Auto eine Überraschung anderer Art.
00:29:06Verdammt, Polente!
00:29:14Na nun fahr schon!
00:29:17So ein Heinrich hat Vorfahrt und fährt nicht.
00:29:20Na komm feindlich weiter!
00:29:22Ich verstehe gar nicht was der will.
00:29:23Warum sollen wir denn vorfahren?
00:29:25Der will uns wohl los sein.
00:29:27Glaube ich nicht.
00:29:28Sonst würde er sich doch nicht so auffällig benehmen.
00:29:31Der ist aus Pferden.
00:29:32Er ist fremd hier und hat vielleicht das Schild übersehen.
00:29:35Na nun fahr schon!
00:29:39Na endlich, jetzt hat er es kapiert.
00:29:41Fahr doch mal hinterher.
00:29:42Vielleicht hat er sich verfahren.
00:29:51Verdammt!
00:29:52Die Fahrt uns nach!
00:29:59Na nun, jetzt dreht er plötzlich auf.
00:30:05Das scheint doch Absicht gewesen zu sein vorhin.
00:30:07Der versucht abzuhauen.
00:30:08Frag doch mal nach, ob der Wagen in der Fahndung steht.
00:30:14Gustav 01 für Gustav 4 kommen.
00:30:17Wir haben hier einen verdächtigen Ford 17M.
00:30:19Können Sie mal bitte nachschauen, ob der in der Fahndungskartei steht.
00:30:23Kennzeichen, Pferden, Dora, Dora, 11.
00:30:28Ist gut. Wir lassen mal nachsehen und kommen wieder.
00:30:30Die Demikus da hier.
00:30:33Die Rückfrage bei der Funkzentrale der Polizei verläuft negativ.
00:30:38Später wird festgestellt, dass der Ford 17M in Leer in Ostfriesland in dieser Nacht gestohlen wurde.
00:30:47Der Diebstahl wird jedoch erst am nächsten Morgen bemerkt.
00:31:13Es gelingt den beiden flüchtenden Männern, die Polizei in dem langsameren Streifenwagen abzuschütteln.
00:31:26In einem kleinen Parkgelände lassen sie den Wagen zurück und fliehen zu Fuß weiter.
00:31:52Die Beamten erreichen kurz darauf den zurückgelassenen Wagen und finden ihren Verdacht bestätigt.
00:31:57Da, der ist geklaut.
00:31:59Scheibe eingeschlagen und kurz geschlossen.
00:32:03Schnell, Rupperstärkung. Die können noch nicht weit sein. Vielleicht kriegen wir sie noch.
00:32:12Gustav 01 für Gustav 4 kommen.
00:32:14Gustav 4 für 01 kommen.
00:32:17Wir haben hier im Trillerpark...
00:32:18Obwohl wenige Minuten später eine ausgedehnte Fahndung nach den Autodieben eingeleitet wird, bleiben sie verschwunden.
00:32:24Bitte schicken Sie uns Verstärkung. Wir wollen das Gelände absuchen.
00:32:28Ist gut. Ja, schicken Sie Verstärkung.
00:32:30Wenig später haben die Männer, die der Polizei in Kloppenburg entkommen sind, ihr Ziel, die Kleiderfabrik in Vechta, dennoch erreicht.
00:32:40Nachdem sie den Ford 17M zurücklassen mussten, haben sie in Kloppenburg sofort einen anderen Wagen gestohlen, mit dem sie dann
00:32:46nach Vechta gefahren sind.
00:33:02Wieder dringen die Täter auf demselben Weg in die Fabrik ein.
00:33:15Der Mann, der in die Fabrik eingestiegen ist, kennt sich mittlerweile in den Räumen des Betriebes noch besser aus.
00:33:24Wieder plündert er die Kleiderständer, an denen Hosen hängen, die nicht ganz fertig sind.
00:33:34Wieder fehlen an den Hosen ein Knopf, die Bundversteller und das Etikett.
00:33:40Auch diesmal vergrößern sie den Laderaum des Fahrzeugs.
00:33:46Insgesamt erbeuten die Männer in dieser Nacht etwa 350 Hosen im Wert von 15.000 Mark.
00:33:53Da die Fabrik die dazugehörigen Westen und Jacken, die in einem anderen Betrieb hergestellt werden, nicht allein verkaufen kann, entsteht
00:34:01ein Gesamtschaden von 45.000 Mark.
00:34:20Der in Kloppenburg gestohlene Wagen, mit dem die Männer die Beute abtransportieren, wird am nächsten Tag in Leer in Ostfriesland
00:34:28gefunden.
00:34:33Auch in diesem Fall, meine Damen und Herren, ist eines der Fahrzeuge, das die Täter benutzt haben, bis heute verschwunden.
00:34:39Auch hier glaubt der zuständige Kriminalbeamte, Oberkommissar Eggerling aus Oldenburg, dass die Täter den Wagen vielleicht noch besitzen.
00:34:47Ja, Herr Zimmermann, und in diesem Wagen messen wir für die Fahndung besondere Bedeutung bei, weil er mehrere Besonderheiten aufweist.
00:34:54Es handelt sich um einen grünen VW, Baujahr 1957.
00:35:00Zur Tatzeit, also im Dezember letzten Jahres, war die rechte Tür hier oben etwas eingebeult.
00:35:09Im Innern des Wagens, am Armaturenbrett, befindet sich ein Loch, in dem früher das Zündschloss angebracht war, bevor das Fahrzeug
00:35:19mit einem Lenkradschloss ausgerüstet worden ist.
00:35:22Dieser Wagen ist natürlich nicht der einzige Ansatzpunkt für die Fahndung, meine Damen und Herren.
00:35:27Auch die gestohlenen Hosen haben besondere Merkmale.
00:35:31An jeder der Hosen fehlt der Knopf an der Gesäßtasche und die Stege für die sogenannten Bundversteller.
00:35:38So sieht der Bund an den gestohlenen Hosen aus.
00:35:42Es fehlt jeweils die Verstellrippe aus Kunststoff, über die normalerweise der Verschluss des Bundverstellers geschoben wird.
00:35:50So wie auf dem unteren Teil des Bildes hätten die Hosen aussehen müssen, wenn sie ganz fertiggestellt worden wären.
00:35:57Für uns ist es ziemlich sicher, dass die Hosen in dem Zustand weiterverkauft worden sind, wie sie gestohlen wurden, also
00:36:05ohne Knopf- und Bundversteller.
00:36:07Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Hosen in den sogenannten ambulanten Handel eingeschleust worden sind.
00:36:13Das heißt, dass sie an der Haustür oder auf Jahrmärkten verkauft werden.
00:36:18Wie sie im Film gesehen haben, meine Damen und Herren, haben die Täter diese braunkarierte Wolldecke und diese olivgrüne Jacke
00:36:27zurückgelassen.
00:36:28Beide Teile sind von den Kriminaltechnikern sehr genau untersucht worden.
00:36:33Und sie haben festgestellt, dass der Mann, der diese Jacke getragen hat, mit großer Wahrscheinlichkeit auf einem Traktor oder einem
00:36:41anderen offenen Fahrzeug gesessen hat.
00:36:42Sie sind sehr häufig auf einem Bagger vielleicht oder auf einer anderen Baumaschine.
00:36:47Ein besonderes Merkmal an dieser Jacke scheint diese Schnalle zu sein, die mit einem Reißverschluss zu verstellen ist, hier an
00:36:55der Taille.
00:36:57Frage an Sie, wo fehlt diese Jacke oder diese Decke?
00:37:03Für Hinweise, die zur Klärung der gezeigten Einbruchsserie führen, ist eine Belohnung von 1000 DM ausgesetzt.
00:37:11Hinweise bitte an die Kriminalpolizei in Oldenburg.
00:37:16Telefon vor Wahl 0441, Rufnummer 24031, an jede andere Polizeidienststelle oder eines der Aufnahmestudios.
00:37:28Vielen Dank, Herr Egeling.
00:37:29Im nächsten Fall, meine Damen und Herren, geht es um einen Mann, der erst 23 Jahre alt ist, aber schon
00:37:36eine beachtliche Zahl von Polizeidienststellen und Gerichten beschäftigt hat.
00:37:41In seiner Akte ist eine Vielzahl von Delikten vermerkt.
00:37:44Diebstahl, Betrug, Raub, räuberische Erpressung.
00:37:49In neuerer Zeit scheint er sich auf gewerbsmäßigen Scheckbetrug spezialisiert zu haben.
00:37:54Der Mann heißt Hans-Dieter Schlagwein und stammt aus der Nähe von Berlin.
00:37:59Die Münchner Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, in weniger als sechs Monaten in mehreren europäischen Ländern mindestens 150 ungedeckte Schecks abgesetzt
00:38:11zu haben.
00:38:12Der Gesamtschaden aus dieser Zeit beträgt mindestens 50.000 Mark.
00:38:17In einem weiteren Verfahren geht es um 35.000 Mark.
00:38:21Die letzten ungedeckten Schecks tauchten in der Schweiz und in der Bundesrepublik auf.
00:38:26Es besteht auch die Möglichkeit, dass sich der Gesuchte in den letzten Wochen nach Österreich abgesetzt hat oder in allen
00:38:33drei Ländern umherreist.
00:38:35Hans-Dieter Schlagwein ist wie gesagt 23 Jahre alt, 1,81 groß und schlank.
00:38:42Er hat mittelblonde Haare und blaue Augen.
00:38:45Schlagwein spricht Hochdeutsch mit Berliner Tonfall und hat eine Vorliebe für modisch elegante Kleidung.
00:38:51Er ist wahrscheinlich bewaffnet und benutzt möglicherweise folgende Falschnamen.
00:38:57Steve Günther Schulze, Bernd Hermann Manske und Felix Stuttnitz.
00:39:04Auf die Namen Schulze und Manske besitzt er gestohlene Personalpapiere.
00:39:09Für Hinweise, die zur Festnahme des Gesuchten führen, ist eine Belohnung von 1.000 Mark ausgesetzt.
00:39:16Hinweise bitte an die Kriminalpolizei München.
00:39:19Telefon Vorwahl 0811 2141 Rufnummer.
00:39:24An jeder andere Polizeidienststelle oder eines der Aufnahmestudios.
00:39:29Im nächsten Fall, meine Damen und Herren, geht es um Mord.
00:39:33Um den Mord an dem Rentner Josef Glatzker aus Herford in Westfalen.
00:39:38Es ist eines jener Verbrechen, das der Polizei von Anfang an immer neue Rätsel aufgegeben hat,
00:39:44weil es kein erkennbares Motiv für die Tat gibt.
00:39:47Der Fall zeigt im Übrigen auch, welche verhängnisvollen Folgen es für die Aufklärung von Verbrechen haben kann,
00:39:54wenn die beteiligten Personen im entscheidenden Augenblick nicht das notwendige Vertrauen zur Polizei haben.
00:40:00Einiges deutet darauf hin, dass es sich hier möglicherweise um ein Verbrechen handelt,
00:40:05dessen Ursache viele Jahre oder gar Jahrzehnte zurückliegt.
00:40:09Die unmittelbaren Vorbereitungen für die Tat begannen vor wenigen Wochen in Bielefeld.
00:40:18Samstag, 4. April 1970.
00:40:21Der Rentner Josef Glatzker wartet im Hauptbahnhof Bielefeld auf seinen Zug nach Herford.
00:40:26Glatzker ist an diesem Samstag nach Bielefeld gekommen, um sich einen Anzug zu kaufen.
00:40:31Aber er hat nichts Passendes gefunden.
00:40:34Josef Glatzker stammt aus Schlesien.
00:40:37Er war von Beruf Bergmann und bezieht seit einigen Jahren eine gute Rente.
00:40:41Erst vor wenigen Monaten, mit 67 Jahren, hat er noch einmal geheiratet,
00:40:46um seinen Lebensabend nicht allein verbringen zu müssen.
00:40:51Seine Frau, Lisa Glatzker, ist 60 Jahre alt.
00:40:55Sie hat sich an diesem Tag nicht wohlgefühlt und ist deshalb nicht mit nach Bielefeld gefahren.
00:41:04Sie wartet bereits seit geraumer Zeit auf ihren Mann,
00:41:07als gegen 18 Uhr vor ihrem Haus in Herford ein heller Volkswagen hält.
00:41:19Erstaunt sieht sie ihren Mann aus diesem Auto steigen.
00:41:22Josef Glatzker freundet sich nicht so rasch mit fremden Leuten an.
00:41:29Frau Glatzker glaubt deshalb, dass ihr Mann vielleicht einen alten Bekannten getroffen hat.
00:41:40So, da kommen wir noch mal rein, Heinz.
00:41:43Das ist meine Frau.
00:41:45Guten Tag.
00:41:45Guten Tag, Frau Glatzker.
00:41:47Schastuck ist mein Name.
00:41:48Du, der Heinz, der ist auch aus Schlesien.
00:41:50Wir haben uns in der Bahnhofswirtschaft kennengelernt.
00:41:53Vorhin in Bielefeld und dann hat er mich hierher gemacht.
00:41:55Das ist nett für Ihnen.
00:41:57Bitte, kommen Sie doch rein.
00:42:00Setzen Sie sich hier einen Moment.
00:42:05Ich würde sagen, wir fahren so um 6 Uhr.
00:42:08Vielleicht los.
00:42:09Was meinst du, wie lange fahren wir denn?
00:42:11Ja, vielleicht drei, vier Stunden.
00:42:14Sollen wir vielleicht frier fahren?
00:42:16Oh, na ja, da fahren wir frier.
00:42:17Ich bin ja doch schon zeitig wach.
00:42:19Im Laufe des folgenden Gesprächs erfährt Frau Glatzker,
00:42:22dass ihr Mann mit seinem neuen Bekannten Pläne
00:42:24für eine größere Reise gemacht hat.
00:42:26Sie wundert sich ein wenig über diesen schnellen Entschluss.
00:42:31Das ist eine ganz gute Gelegenheit, Lisbeth.
00:42:34Wieso?
00:42:34Na, du weißt doch, ich wollte ja schon immer mal
00:42:36in Bremen den Maxe besuchen.
00:42:37Meinen alten Kumpel aus dem Kriege.
00:42:39Ach, Sie fahren sowieso nach Bremen?
00:42:41Ja, ich hab ja dort meinen Bezirk.
00:42:43Ich bin Vertreter, wissen Sie, für Koboldstaubsauger.
00:42:46Ja, und dann besuche ich auch gleich noch in Kloppenburg den Fritze,
00:42:49meinen Neffen.
00:42:50Und den hab ich schon ewig nicht mehr gesehen.
00:42:52Trinkst du doch einen, Heinz?
00:42:53Ja, einen kannst du.
00:42:53Der Mann, der sich Heinz Schastock nennt
00:42:55und angeblich in Bremen Staubsauger verkauft,
00:42:58bleibt noch etwa zwei Stunden in der Wohnung des Ehepaares Glatzker.
00:43:02Er verabredet mit dem Rentner,
00:43:03dass er ihn zwei Tage später abholen will.
00:43:06Am Montag, dem 6. April, frühmorgens um 5 Uhr.
00:43:16Etwa eine Stunde vor der Abreise
00:43:17holt Josef Glatzker an diesem Morgen seine Reisetasche
00:43:20und einen alten Koffer vom Dachboden.
00:43:44Der Rentner richtet sich nur auf eine Abwesenheit von wenigen Tagen ein.
00:43:58Trotzdem nimmt er einen größeren Geldbetrag mit auf die Reise.
00:44:02Wie seine Frau später feststellt,
00:44:03rund 1.000 Mark.
00:44:23Pünktlich um 5 Uhr ist Josef Glatzker bereit zur Abfahrt.
00:44:27Der angebliche Staubsauger-Vertreter ist schon etwas früher gekommen
00:44:31und hat noch mit dem Ehepaar Glatzker gefrühstückt.
00:44:34Ich lasse da mal die Adresse da.
00:44:37Vom Fritze in Kloppenburg.
00:44:39Wenn irgendwas ist, hm?
00:44:41Ja.
00:44:43So, dann mach's sogar mal gut.
00:44:45Trink nicht so viel, du weißt doch. Dein Magen.
00:44:49Wiedersehen, Herr Schastock.
00:44:51Wiedersehen.
00:45:11Frau Glatzker beobachtet noch, wie ihr Mann in den Wagen steigt.
00:45:26Sie weiß nicht, dass sie ihn an diesem Morgen zum letzten Mal sieht.
00:45:31Eine Nachbarin, die Josef Glatzker kennt,
00:45:34wundert sich über die frühe Abreise.
00:45:35Auch ihre Beobachtungen werden für die Polizei später bedeutsam.
00:45:39Bis heute ist nicht bekannt,
00:45:41ob Josef Glatzker jemals bis nach Bremen gekommen ist.
00:45:44Mit Sicherheit ist er nie in Kloppenburg bei seinem Neffen eingetroffen.
00:45:50Drei Tage nach Glatzkers Abreise
00:45:52findet ein Landwirt am Weserufer in der Nähe von Minden
00:45:56die braune Reisetasche des Rentners.
00:45:58Der Fundort ist nur 30 Kilometer von Glatzkers Wohnung in Herford entfernt.
00:46:13Die Tasche enthält Teile einer männlichen Leiche.
00:46:18Für die Polizei ist es vorerst nicht möglich,
00:46:20den unbekannten Toten zu identifizieren.
00:46:23Sie weiß natürlich nicht,
00:46:25dass Josef Glatzker aus Herford
00:46:26mit dieser Tasche vor wenigen Tagen verreist ist.
00:46:29Aber der Gerichtsmediziner kann nach der Untersuchung des Fundes
00:46:32erstaunlich präzise Schlüsse ziehen.
00:46:36Die Polizei hofft mit der Veröffentlichung dieser Einzelheiten weiterzukommen.
00:46:40Der Tote, etwa 55 bis 70 Jahre alt, hatte eine Staublunge,
00:46:45war also vermutlich Bergmann.
00:46:47Außerdem litt er an einer Magenschleimhautentzündung.
00:46:50Auch Frau Glatzker liest in der Zeitung von dem grausigen Fund an der Weser.
00:46:55Sie zeigt den Artikel sogar ihrem Sohn aus erster Ehe,
00:46:58der sie in diesen Tagen zusammen mit seiner Frau besucht.
00:47:01Habt ihr das gelesen?
00:47:05Ja, scheußliche Geschichte.
00:47:08Ja, ich meine, mein Vater doch weggefahren ist und der war doch mal Bergmann.
00:47:13Hatte der denn so eine Tasche?
00:47:15Das weiß ich nicht.
00:47:17Ich glaube, ja, der hatte mal so ein Ding oben auf dem Boden.
00:47:22Muss er wohl mitgenommen haben, aber...
00:47:25Ja, genau.
00:47:26Hab ich auch wieder nicht hingeschaut.
00:47:28Dann musst du zur Polizei gehen, Mutter.
00:47:31Polizei?
00:47:32Ach, auch wieder nicht.
00:47:34Es ist ja nur, weil ich...
00:47:36Weil ich so ein dummes Gefühl habe.
00:47:39Aber deswegen gleich zur Polizei laufen.
00:47:41Ach, nee.
00:47:41Wahrscheinlich kommt er morgen wieder und ich bin die Blamierte.
00:47:46Du hast doch die Adresse in Kloppenburg, wo er hin wollte.
00:47:49Schreib doch mal hin, dann wirst du dich ja sehen.
00:47:56Frau Glatzker befolgt den Rat ihres Sohnes.
00:47:58Sie schreibt ihrem Mann einen Brief an die Adresse seines Neffen in Kloppenburg.
00:48:15Wenige Tage später findet Frau Glatzker ihren eigenen Brief in ihrem Postkasten.
00:48:23Er ist aus Kloppenburg zurückgekommen mit dem Vermerk Adressat verzogen.
00:48:36Aber wieder hat die Frau Hemmungen, zur Polizei zu gehen.
00:48:45Wenige Tage später, am 20. April, taucht unerwartet der angebliche Staubsauger-Vertreter noch einmal in Herford auf.
00:48:58Guten Tag, Frau Glatzker.
00:49:01Was?
00:49:02Sie?
00:49:04Wo ist denn mein Mann?
00:49:05Ja, ich soll Sie recht herzlich grießen, Frau Glatzker.
00:49:07Er ist in Kloppenburg, bei seinem Neffen.
00:49:09Und Sie sollen auch hinkommen.
00:49:10Aber dahin habe ich ihm doch einen Brief geschrieben und der ist zurückgekommen.
00:49:15Na sowas.
00:49:16Aber da machen Sie sich mal keine Sorgen.
00:49:18Wir werden ihn schon finden.
00:49:20Können Sie Ihre Sachen gleich packen?
00:49:22Nein, wissen Sie, das ist alles so plötzlich.
00:49:26Ich fühle mich auch nicht recht tot.
00:49:29Aber bitte, nehmen Sie doch den Jungs die Briefe mit.
00:49:33Die sind inzwischen für ihn gekommen.
00:49:36Ja, warum wollen Sie denn hier mitkommen, Frau Glatzker?
00:49:38Frau Glatzker will sich dem Unbekannten nicht anvertrauen.
00:49:41Erst Wochen später wird sie erfahren, dass dieses Misstrauen ihr wahrscheinlich das Leben gerettet hat.
00:49:50Aber noch immer geht sie nicht zur Polizei.
00:49:52Sie klammert sich an die Hoffnung, dass ihr Mann zurückkommen wird.
00:49:59Fünf Wochen nach dem mysteriösen Leichenfund hat die Kripo den Toten immer noch nicht identifiziert.
00:50:06Mann, die Dinger haben kein Gewicht, sag ich dir.
00:50:10Presseveröffentlichungen haben keinen Erfolg gebracht.
00:50:12Es ist bis zu diesem Zeitpunkt auch niemand als vermisst gemeldet, auf den die Beschreibung zutreffen würde.
00:50:19Schließlich lässt die Polizei 4000 Plakate drucken, um vielleicht auf diese Weise etwas über den unbekannten Toten und die Reisetasche
00:50:26zu erfahren.
00:50:29Ganz gut geworden, was?
00:50:31Vielleicht stimmst du das erst ein Stück weiter.
00:50:34Aber noch bevor die Plakate verteilt werden können, nehmen die Ermittlungen in diesem Fall eine unerwartete Wende.
00:50:43Ich glaube, wir haben ihn.
00:50:45Wen?
00:50:45Den Toten aus der Reisetasche.
00:50:47Ah.
00:50:47Da haben gerade die Kollegen aus Herford angerufen.
00:50:50Da ist deine Frau, die hat eine Vermisstenanzeige aufgegeben.
00:50:52Es passt alles haargenau.
00:50:5467 Jahre.
00:50:56Bergmann, seit dem 6. April verschwunden, hatte was mit dem Magen.
00:50:59Klingt gut.
00:51:00Das kommt noch toller.
00:51:01Die Frau konnte sogar den Mann beschreiben, mit dem der Vermisste weggefahren ist.
00:51:04Er soll Heinz Schastock heißen, fährt einen hellen VW und ist Staubsaugervertreter.
00:51:10Voraussetzung ist, dass der Vermisste wirklich unser Toter ist.
00:51:14Aber die Anzeige...
00:51:14Für die nachfolgende gerichtsmedizinische Untersuchung werden alte Röntgenaufnahmen des Bergmanns herangezogen.
00:51:20Der Vergleich ergibt einwandfrei, der Tote ist Josef Klazka.
00:51:25Der Mann mit dem hellen VW aber konnte bis heute nicht gefunden werden.
00:51:31Der Mann, der sich Heinz Schastock nannte, oder zumindest so ähnlich, muss natürlich nicht der Mörder sein.
00:51:37Allerdings spricht einiges dafür, dass er an der Tat beteiligt war.
00:51:42Deshalb gelten ihm die wichtigsten Fragen in diesem Fall.
00:51:45Für Hauptkommissar Helmut Brandt aus Bielefeld ist der Mann in dem hellen VW zumindest ein wichtiger Zeuge.
00:51:51Ja, Herr Zimmermann, denn wenn er nicht der Mörder ist, kann er uns wahrscheinlich sagen, mit wem Josef Klazka zuletzt
00:51:59zusammen war.
00:52:01Wir nehmen an, dass der Name Heinz Schastock nicht stimmt.
00:52:06Der Mann, der sich so nannte, war auf alle Fälle etwa 30 Jahre alt, circa 1,80 Meter groß und
00:52:14schlank.
00:52:15Er trug eine dunkel getönte Brille mit hellem Metallrahmen.
00:52:21Er hatte kurzgeschnittenes, mittelblondes Haar.
00:52:23Er benutzte bei der Unterhaltung Ausdrücke schlesischer Mundart.
00:52:28Der Mann hat behauptet, er sei im Bezirk Bremen für die Firma Vorwerk tätig und verkaufe Kobold-Staubsauger.
00:52:36Die Polizei hat festgestellt, dass es bei Vorwerk einen Vertreter dieses Namens nicht gibt.
00:52:41Aber es ist natürlich denkbar, dass der Mann irgendeine Verbindung zu dieser Firma oder zu einem ihrer Vertreter hat.
00:52:47Es könnte auch sein, dass er früher einmal Staubsauger verkauft hat.
00:52:53Für uns wäre es auch sehr wichtig zu wissen, wer Josef Klazka nach seinem Verschwinden am 6. April noch einmal
00:53:01gesehen hat.
00:53:03Das war Josef Klazka zu Lebzeiten.
00:53:08Er war verhältnismäßig klein, nämlich 1,63 Meter.
00:53:14Er trug einen anthrazitfarbenen Wollmantel und einen modernen, dunklen Velourhut.
00:53:20In diesem Zusammenhang möchten wir den Mann in Bremen, der mit Vornamen Max heißt und der mit Josef Klazka befreundet
00:53:27war, dringend bitten, sich zu melden.
00:53:30Es wäre für die Polizei sehr wichtig zu erfahren, ob Klazka in Bremen, wo er diesen Max besuchen wollte, überhaupt
00:53:37eingetroffen ist.
00:53:39Es gibt für diesen Mord, wie gesagt, kein plausibles Motiv.
00:53:45Zwar sind Bekleidung und Brieftasche des Ermordeten mit etwa 1000 DM nicht gefunden worden,
00:53:54sodass Raub nicht auszuschließen ist.
00:53:59Aber wir halten es für möglich, dass es sich in diesem Falle um ein sogenanntes Beziehungsdelikt handelt.
00:54:07Das heißt, dass es in der Vergangenheit des Josef Klazka einen Menschen geben könnte,
00:54:14der aus Hass, Rache oder anderen Gründen den Mord begangen oder vielleicht auch bestellt hat.
00:54:22Vielleicht kannte Josef Klazka seinen geheimnisvollen Begleiter, der offensichtlich auch aus Schlesien stammte,
00:54:29doch schon vor der Begegnung am Bielefelder Bahnhof.
00:54:33Bisher sind nur recht wenig persönliche Kontakte des Rentners bekannt, da er lange Zeit völlig zurückgezogen gelebt hat.
00:54:40Es ist deshalb für die Polizei besonders wichtig, möglichst viele über den Bekanntenkreis des ehemaligen Bergmanns aus Schlesien zu erfahren,
00:54:51auch oder vielleicht gerade, wenn diese Bekanntschaften schon sehr lange zurückliegen.
00:54:56Für Hinweise, die zur Aufklärung dieses Verbrechens führen, ist eine Belohnung in Höhe von 3000 DM ausgesetzt.
00:55:05Hinweise bitte an die Kriminalpolizei Bielefeld, Vorwahl 0521, Anschluss 5451, an jede andere Polizeidienststelle oder an eines der Aufnahmestudios.
00:55:20Vielen Dank, Herr Brandt.
00:55:22In den Außenstudios, meine Damen und Herren, sind die ersten Hinweise eingegangen.
00:55:26Fragen wir zuerst einmal nach.
00:55:28In Wien, Teddy Burckowski, wie sieht es bei Ihnen aus? Können Sie uns schon etwas sagen?
00:55:31Ja, nicht sehr viel, aber doch vielleicht einige Spuren, einige Hinweise.
00:55:37Naturgemäß die meisten Hinweise auf die unter Betrugsverdacht stehende Elfriede Zuchy.
00:55:43Und die Polizei verfolgt gerade in diesem Fall eine vielversprechende Spur.
00:55:49Außerdem hat uns ein Anrufer mitgeteilt, er wäre vor zwei Wochen etwa von einem hellen BMW auf der Strecke zwischen
00:55:58Stuttgart und München geschnitten worden.
00:56:02Und dieser helle BMW hätte auf der linken vorderen Tür diesen dunklen Fleck besessen.
00:56:09Also möglicherweise führt auch dieser Hinweis etwas weiter zur Aufklärung.
00:56:15Das wäre es für das Erste aus Wien gewesen, ja?
00:56:17Ja.
00:56:17Vielen Dank, Teddy Burckowski.
00:56:18Und bei Ihnen in Zürich, Werner Vetterli, wie sieht es da aus?
00:56:21Ja, eigentlich ganz ähnlich wie in Wien.
00:56:23Wir haben wohl einige Hinweise bekommen, und zwar auf die Fälle Zuchy, dann auch auf Sprengstoffanschlag in München, vor allem
00:56:30über die mögliche Herkunft der Rohre.
00:56:32Auch über den Geldtransport der Bundespost.
00:56:36Die Polizei in der Schweiz ist gegenwärtig damit beschäftigt, die verschiedenen Angaben genauer zu überprüfen, weiter zu forschen.
00:56:44Und wir hoffen, dass wir in der zweiten Sendung dann etwas Konkreteres berichten können.
00:56:49Für das Erste wäre es das. Vielen Dank, Werner Vetterli.
00:56:52Und bei uns hier in München, Peter Hohl, wie sieht es da aus?
00:56:54Ja, bei uns ist im Augenblick wohl das Interessanteste, dass die Täter, die Räuber von Stuttgart, bei dem Postgeldtransport, diesen
00:57:02gepflegten 5-Mark-Schein offenbar tatsächlich ausgegeben haben.
00:57:05Wir haben jetzt Anhaltspunkte dafür, dass dieser 5-Mark-Schein im Umlauf ist.
00:57:10Wir haben auch im Augenblick eine Stelle, wo er offenbar mit ziemlicher Sicherheit gewesen ist.
00:57:15Es ist jetzt die Frage, ob es gelingt, den Weg dieses 5-Mark-Scheins weiter, vor allem weiter zurückzuverfolgen.
00:57:21Das wäre ja kriminalistisch ein sehr interessantes Stück, ja.
00:57:24Mit Sicherheit. Und es gibt auch einige sehr interessante Hinweise zu dem Sprengstoffanschlag.
00:57:29Es gibt im Augenblick noch mehrere Möglichkeiten, wo diese Rohrbomben herstammen könnten.
00:57:34Sie alle klingen recht einleuchtend. Das ist durchaus möglich, dass eine davon richtig ist und vielleicht auch in diesem Fall
00:57:40weiterbringt.
00:57:41Vielen Dank, Peter Hohl.
00:57:43Und nun, meine Damen und Herren, haben wir noch eine wichtige Personenverhandlung.
00:57:47Und zwar geht es um einen Mann, dem ein besonders brutaler Raubmord vorgeworfen wird.
00:57:52Der Mann heißt Dietrich Papenhagen.
00:57:55Er ist dringend verdächtig, zusammen mit einem Komplizen vor knapp zwei Monaten bei einem Einbruch in einer Apotheke im Kreis
00:58:02Dillenburg,
00:58:03den 73-jährigen Apotheker so brutal niedergeschlagen zu haben, dass der Mann daran starb.
00:58:10Einer der Einbrücher konnte inzwischen festgenommen werden.
00:58:13Der zweite Verdächtige, Dietrich Papenhagen, ist noch flüchtig.
00:58:17Der Gesuchte ist 32 Jahre alt, etwa 1,80 groß und schlank.
00:58:23Auf diesem linken Foto hat er hellblonde Haare.
00:58:26Seit einigen Tagen trägt er die Haare wie auf dem rechten Bild dunkel gefärbt.
00:58:31Dietrich Papenhagen ist unter dem Spitznamen Hanno bekannt.
00:58:36Er benutzt vermutlich Falschnamen, für die er wahrscheinlich auch gefälschte Personalpapiere besitzt.
00:58:42Möglicherweise tritt er unter dem Namen Prätin auf.
00:58:46Für die Kriminalpolizei ist es nicht nur wichtig, etwas über den gegenwärtigen Aufenthalt des Gesuchten zu erfahren.
00:58:51Für die Ermittlungen ist auch die Frage von Bedeutung, wo er in den letzten Wochen gesehen wurde
00:58:57und wo er möglicherweise Schmuckstücke angeboten oder verkauft hat.
00:59:01Unter anderem diese drei zusammenpassenden Stücke, eine Brosche, ein Armband und einen Ring aus Gold,
00:59:08alle mit kleinen goldenen Rosen.
00:59:11Meine Damen und Herren, wenn Sie etwas über den Aufenthalt dieses Mannes wissen oder ihm begegnen,
00:59:16unternehmen Sie bitte auf keinen Fall selbst etwas,
00:59:19sondern verständigen Sie so schnell wie möglich die nächste Polizeidienststelle.
00:59:25Papenhagen besitzt wahrscheinlich nicht nur eine Pistole,
00:59:28sondern auch eine zusammenklappbare Maschinenpistole
00:59:31und er hat gedroht, von diesen Waffen rücksichtslos Gebrauch zu machen.
00:59:36Für Hinweise, die zur Festnahme des Gesuchten führen,
00:59:40verfügt die zuständige Staatsanwaltschaft von einem ausgesetzten Betrag
00:59:43noch über eine Belohnung von insgesamt 3000 Mark.
00:59:47Hinweise bitte, wie gesagt, so schnell wie möglich an die nächste Polizeidienststelle.
00:59:53Das, meine Damen und Herren, war der erste Teil unserer heutigen Sendung.
00:59:57Sie haben es sicher bemerkt, ich hatte ein wenig Schwierigkeiten mit der Stimme.
01:00:00Es ist die übliche Herbstgrippe, die einmal im Jahr hier zu kommen fliegt.
01:00:04Im zweiten Teil werden wir Sie über die weiteren Ergebnisse dieser heutigen Sendung unterrichten
01:00:10und Ihnen auch noch einmal alle Fahndungsfotos zeigen der heute behandelten Fälle.
01:00:14Und bis dahin, guten Abend.