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00:00Sie haben es vielleicht in Ihrer Zeitung gelesen, die Ausweitung des Farbfernsehens macht es notwendig,
00:04die ZDF-Studios in Wiesbaden technisch umzurüsten.
00:08Diese Umbauarbeiten werden längere Zeit in Anspruch nehmen.
00:11Unsere Sendung kommt deshalb heute zum ersten Mal aus München.
00:15Aus diesem Grund hat unser Aufnahmestudio für die Zuschauer in der Bundesrepublik auch eine neue Telefonnummer bekommen.
00:22Sie erreichen uns nicht mehr unter der Wiesbadener Nummer 36001, sondern in München unter der Nummer 484941.
00:31Die Vorwahl für München ist 0811.
00:35Ich darf noch einmal wiederholen, 484941 in München.
00:41Abgesehen von dieser neuen Telefonnummer wird sich am Ablauf der Sendung nichts ändern.
00:46Ich darf Ihnen wie gewohnt zuerst einen kurzen Überblick über die Ergebnisse der letzten Sendung geben.
00:52Im ersten Fall ging es um ein international verzweigtes Betrüger- und Goldschmugglersyndikat.
00:57Die Fäden der polizeilichen Ermittlungen liefen bei der Kantonspolizei in Zürich zusammen, Herr Vetteri.
01:02Das ist richtig. Sie, verehrte Zuschauer, werden sich erinnern, dass es sich in diesem Fall um den Engländer Franklin Barry
01:10Ledbetter handelte.
01:12Er konnte bisher noch nicht festgenommen werden.
01:15Interpol hat aber inzwischen festgestellt, dass sich Ledbetter mit größter Wahrscheinlichkeit in England aufhalten wird.
01:23Und die letzte Meldung, die von Scotland Yard hier bei der Kantonspolizei Zürich, die ja diesen Fall bearbeitet, eingetroffen ist,
01:31klingt glücklicherweise recht optimistisch.
01:35Auch zwei andere Fälle aus der letzten Sendung konnten noch nicht konkret abgeschlossen werden.
01:40Aber auch hier ist die Polizei ein Stück weiter gekommen.
01:43Im Zusammenhang mit dem Raubüberfall auf eine Uhrmacherin in Nürnberg
01:47hatten wir nach der Herkunft von zwei Reparaturzeichen gefragt.
01:51Sie befanden sich in einer Uhr, die der Räuber bei dem Überfall am Tatort zurückgelassen hat.
01:56Einer der beiden Uhrmacher wurde gefunden.
01:59Unglücklicherweise hat er gerade das Reparaturbuch nicht mehr, in dem der Kunde vermerkt ist.
02:04Die Hoffnung der Kripo richtet sich jetzt darauf, den zweiten Uhrmacher zu finden,
02:08von denen das zweite Reparaturzeichen stammt.
02:11Und zwar das Zeichen H12507 schräger Strich 55.
02:18Es könnte sich bei der letzten Ziffer auch um ein S handeln.
02:21Dann würde es heißen H12507 schräger Strich 5S.
02:27In einem zweiten Fall ging es um einen unbekannten Toten,
02:31der in einem Wassergraben bei Pinneberg gefunden worden ist.
02:35Er hatte auch eine Brille bei sich.
02:36Das Foto des Toten führte bisher leider nicht zur Identifizierung.
02:41Vermutlich hat er zu Lebzeiten doch erheblich anders ausgesehen.
02:45Inzwischen ist mit Hilfe eines neuen kriminaltechnischen Zeichensystems der Versuch unternommen worden,
02:50das frühere Aussehen des Mannes zu rekonstruieren.
02:55Danach könnte der Mann etwa so ausgesehen haben.
02:57Er muss seit Oktober 1968 vermisst sein.
03:02Hinweise bitte an jede Polizeidienststelle oder eines der Aufnahmestudios.
03:07Und nun zu den konkreten Ergebnissen der letzten Sendung.
03:10Noch in der Nacht konnte die Polizei bei Ihnen in Österreicher Podgorski einen bedeutenden Erfolg verbuchen.
03:15Ja, um circa drei Uhr früh wurde in einem kleinen Ort im Zillertal die international gesuchte Hildegard Busch festgenommen.
03:24Sechs Jahre lang stand sie auf den Fahndungslisten.
03:27Und immer wieder beschäftigte sie die Polizei in Österreich, in Italien und auch in Amerika.
03:33Jetzt ging im Zillertal diese jahrelange Flucht zu Ende.
03:3924 Stunden später wurde in Hannover ein Mann festgenommen, der wegen zahlreicher sogenannter Mittagseinbrüche gesucht war.
03:46Heinrich Kettler.
03:47Ein Fernsehzuschauer hat ihn auf der Straße erkannt.
03:52Und nun noch kurz zum Mordfall Pritzl aus München.
03:55Der unbekannte junge Mann mit der auffälligen Stirnlocke, dessen Bild in der Schreibtischschublade des Ermordeten lag, ist gefunden.
04:04Jahrelang hatte die Polizei nach dem Unbekannten gesucht, der sowohl ein Verdächtiger als auch ein wichtiger Zeuge sein konnte.
04:11Jetzt endlich konnte festgestellt werden, dass er mit dem Mord nichts zu tun hat und auch von der Tat nichts
04:17weiß.
04:18Soviel als Rückblick zu unserer letzten Sendung vom 18. Juli.
04:23Ich werde oft von Zuschauern gefragt, meine Damen und Herren, warum wir so knapp darüber berichten, was aus den Fällen
04:30geworden ist.
04:31In vielen Zuschriften, die wir bekommen, wird auch beanstandet, dass wir nicht ausführlicher darauf eingehen, wie es zu den Ergebnissen
04:39kam.
04:40Zu den Erfolgen genauso wie zu den Misserfolgen.
04:43Die Antwort ist ganz einfach.
04:45Wir müssen unsere Sendezeit in erster Linie für die mögliche Klärung von neuen Fällen einsetzen,
04:51auch wenn oft gerade die Ereignisse hinter den Kulissen dieser Sendung besonders spannend und interessant sind.
04:58Um nun dennoch eine Möglichkeit zu bieten, Hintergründe und Zusammenhänge der einzelnen Sendungen kennenzulernen,
05:04haben wir im Laufe der letzten anderthalb Jahre ein Buch zusammengestellt, das jetzt erschienen ist.
05:10Es setzt sich im Übrigen auch mit der Kritik auseinander, die vereinzelt an dieser Sendung laut geworden ist.
05:17Das Buch heißt »Das unsichtbare Netz«, »Rapport für Freunde und Feinde« und es ist überall im Buchhandel zu haben.
05:27So und nun sofort zu unserem ersten neuen Fall, meine Damen und Herren.
05:30Es geht um einen Mord, der sich vor fünf Monaten in einem internationalen Fernexpress ereignet hat.
05:36Das Verbrechen geschah auf österreichischem Gebiet.
05:39Der Mörder kann aber genauso gut aus Deutschland oder aus der Schweiz gekommen sein,
05:42denn der Zug bestand aus mehreren Kurswagen, die auf verschiedenen Strecken fuhren,
05:47bevor sie in Österreich zusammengekoppelt wurden.
05:50Auf all diesen Strecken, so konnte die Polizei später feststellen,
05:53gab es einige rätselhafte Besonderheiten, die für die weiteren Ermittlungen von Bedeutung werden können.
06:03Basel, 13. April 1969. Schweizerischer Bundesbahnhof.
06:13Es ist 13.00 Uhr 19.
06:15Achtung, gleich vier, Schnellzug nach Zürich, Puchs, Innsbruck, Wien und Belgrad.
06:22Nächster Halb, Baden. Bitte einsteigen und Türen schließen.
06:28Bois Kapp, Mike Pest, der Destination de Bienen.
06:32Envoisur, s'il vous plaît, attention au départ.
06:44Pünktlich um 13.20 Uhr verlässt der D-258 von Basel nach Wien den Schweizer Bahnhof in Basel.
06:57Der 13. April ist der Sonntag nach Ostern.
07:02Der Zug bleibt auf der Schweizer Strecke nur mäßig besetzt.
07:18Meine Damen und Herren, der Strecke von Basel nach Wien-Westfalenhof über Innsbruck und Salzburg-Linz
07:24mit Kurswagen nach Rieger und der Fluchtwiste über Schwarzwald und Zeitvieler geht auf Bahnsteig 3, Gleis 5, 1.
07:32In Feldkirch, der ersten größeren Station in Österreich, steigen etwa 20 Reisende zu.
07:42Unter ihnen Ilse Pinatz und Werner Bergliederer.
07:45Sie sind verlobt.
07:47Ilse Pinatz ist als Zeugin zu einem Mordprozess in Klagenfurt vorgeladen.
07:52Die beiden steigen deshalb in den Kurswagen nach Belgrad,
07:55der in Schwarzach-Sankt Veit an den Jugoslawien-Express angekoppelt werden soll.
08:03In einem Zweiter-Klasse-Abteil, in dem zwei Personen sitzen, finden sie Platz.
08:24Ilse Pinatz und Werner Bergliederer sind müde und so verschlafen sie ein paar Stationen.
08:50Als sie wieder aufwachen, sitzen drei Männer mehr im Abteil.
08:55Die Verlobten glauben später, dass es Jugoslawen gewesen sind.
09:02Sie erinnern sich auch daran, dass die Männer mehrmals nach anderen Plätzen gesucht haben
09:07und schließlich während der Fahrt das Abteil endgültig verlassen haben.
09:20Der Hauptteil des Jugoslawien-Expresses, an den die beiden Kurswagen Basel-Belgrad später angekoppelt werden,
09:27wird kurz darauf in München zusammengestellt.
09:36Um 22.50 Uhr steht er auf Gleis 19 zur Abfahrt bereit.
09:41Hinter der Lokomotive und dem Postwagen hängen ein Sitz- und ein Liegewagen der italienischen Eisenbahnen für den Zielbahnhof Triest.
09:48Elf weitere Waggons fahren nach Jugoslawien.
09:52Zwei Abteilfenster des italienischen Sitzwagens an der Spitze des Zuges sind geöffnet.
09:57An einem verabschiedet sich die 53-jährige Hausfrau Maria Gubiani von ihrer Tochter, bei der sie zu Besuch war.
10:06Auch die Frau am Nachbarfenster war bei ihrer Tochter in der Bundesrepublik über Ostern zu Besuch.
10:12Die 61-jährige Frau heißt Elena di Betz und wohnt in der norditalienischen Provinz Udine.
10:34Pünktlich um 22.55 Uhr setzt sich der Zug in Bewegung.
10:59Aben, Fahrkarten bitte.
11:13Haben Sie für das Kind keine Fahrkarte?
11:16Kind? Warum?
11:21Der deutsche Zugschaffner, der den Jugoslawien-Express nur bis Salzburg begleitet,
11:26erinnert sich später daran, dass ihm ein etwa 40-jähriger Mann in einem abgetragenen blauen Anzug
11:31auffällig über die Schulter geschaut hat, als er von der Italienerin im 5. Abteil eine Fahrkarte auch für das Kind
11:38verlangt hat.
11:39Was wollen Sie denn hier? Gehören Sie dazu?
11:46Dem Schaffner fällt auf, dass der Mann den linken Zeigefinger verbunden hat.
11:50Während er sich wieder mit der Italienerin unterhält, hat er das Gefühl, dass der Unbekannte weiter zuzuhören versucht.
12:02Hinter Salzburg wird sich später auch ein österreichischer Schaffner noch einmal über den Mann mit dem verbundenen Zeigefinger wundern.
12:36Ebenfalls nach Salzburg fällt im hinteren Teil des Zuges auch zum ersten Mal ein junger Mann auf,
12:41der sich im Wagen 15 zu einer älteren Dame ins Abteil setzt.
12:52Die Frau ist von der Reisegesellschaft nicht sehr angetan und bittet den Schaffner später, doch ab und zu in ihr
12:58Abteil zu schauen.
13:02Etwa zur gleichen Zeit fällt einem anderen Schaffner vorn im ersten Kurswagen nach Triest noch einmal der Mann mit dem
13:08verbundenen Zeigefinger auf.
13:12Der Schaffner bemerkt, dass der Mann eine Fahrkarte nach Laibach, also nach Jugoslawien, besitzt.
13:19Er bittet ihn deshalb, im hinteren Zugteil Platz zu nehmen.
13:25Der Schaffner wundert sich, dass der Mann, den er für einen Jugoslawen hält, kein Gepäck mit sich führt.
13:41Im selben Wagen an der Spitze des Zuges hat sich bei Maria Gubiani, die bei ihrer Tochter zu Besuch war,
13:47der italienische Liegewagenschaffner zu einem kleinen Plausch eingefunden.
13:52Beide wundern sich über einen Mann von etwa 1,80 Größe, der die Tür ihres Abteils unvermittelt öffnet und wortlos
13:59wieder schließt.
14:00Vielleicht haben sie den Mörder gesehen, der in diesem Wagen sein Opfer sucht.
14:30Pünktlich um 2.05 Uhr rollt der Jugoslawien-Express in die Tür.
14:34Sie legen den Bahnhof Schwarzach-St. Veit ein.
14:42Hier steigen noch einmal 10 bis 15 Fahrgäste zu.
14:48Hier werden noch die beiden Kurswagen Basel-Belgrad angekoppelt.
14:55Sie werden an der Spitze des Zuges hinter die Kurswagen nach Triest angehängt.
15:05In den beiden Wagen aus Basel sitzen zu dieser Zeit noch etwa 40 Fahrgäste.
15:10Die meisten von ihnen sind Jugoslawen.
15:12Insgesamt zählen die Schaffner bei der Abfahrt 266 Reisende.
15:18In den meisten Abteilen brennt nur noch die blaue Notbeleuchtung.
15:25Um 2.19 Uhr setzt sich der Zug wieder in Bewegung.
15:37Der Schaffner des vorderen Zugteils erinnert sich später daran, dass sich die Italienerin Elena Di Beetz,
15:43die seit München im Abteil Nummer 7 sitzt, über die schlechte Heizung beschwert.
15:47Ich bin sehr, erfreit.
15:48Du bist hier.
15:49Ich schau einmal nach aufs Wärme.
15:50Oh, danke schön.
15:54Bis zur Grenzkontrolle in Villach sind es noch etwa zwei Stunden.
15:59Elena Di Beetz will ein wenig schlafen.
16:01Sie benutzt ihre Handtasche, über die sie ein großes Taschentuch breitet, als Kopfkissen.
16:14Kurz vor Bad Gastein kontrolliert die Zugdienstfahrerin die beiden Toiletten in diesem Kurswagen München-Triest.
16:20Es gibt nichts zu richten, alles ist in Ordnung.
16:28Irgendwann um diese Zeit, genau kann er sich später nicht mehr festlegen,
16:32sieht der Zugführer, der im nächsten, im zweiten Kurswagen nach Triest sitzt,
16:37auf dem Gang den Schatten eines Mannes vorbeihuschen.
16:40Er wundert sich, denn in einem fahrenden Zug ist es recht ungewöhnlich, wenn ein Mann läuft.
16:47Meine Damen und Herren, der Jugoslawien-Express von München nach Bölger mit Kurswagen nach Triest und Triest nach der Zugspitze,
16:55der ist Platz 2.
16:59In Bad Gastein steigen unter anderem drei Männer aus, vermutlich die Jugoslawen,
17:04die irgendwo am Arlberg zu den Verlobten ins Abteil gekommen waren.
17:08Sie mieten sich, wie die Polizei später feststellt, in einem Hotel des Kurortes ein.
17:13Am nächsten Morgen verschwinden sie, ohne sich angemeldet und ohne bezahlt zu haben.
17:20Der Jugoslawien-Express ist in Bad Gastein planmäßig weitergefahren.
17:25Eineinhalb Stunden später steht er auf dem Bahnhof in Villach, Kärnten.
17:29Die beiden Kurswagen nach Triest sind bereits abgekoppelt und an den Italien-Express angehängt,
17:34der vor wenigen Minuten aus Wien gekommen ist und auf demselben Bahnsteig steht.
17:39Kurz vor der Abfahrt des Italien-Expresses hört eine Reisende im Nachbarabteil lautes Stöhnen.
17:48Sie findet Elena Dibets blutüberströmt am Boden liegen.
18:02Der Jugoslawien-Express nach Belgrad erhält in dieser Minute das Zeichen zur Abfahrt.
18:21Am Italien-Express steht wenige Minuten später der Unfallwagen des Roten Kreuzes.
18:26Die schwerverletzte Elena Dibets stirbt im Krankenhaus, ohne das Bewusstsein wieder erlangt zu haben.
18:32Noch glauben die Fahrgäste, das Zugpersonal und auch ein anwesender Kriminalbeamter der Grenzkontrolle an einen Unfall.
18:41Das ändert sich, als der Beamte in einer der beiden Toiletten die ausgeplünderte und blutbeschmierte Handtasche der Italienerin findet.
18:49Die schwerverletzte kann sie nicht selbst hierher gebracht haben.
19:00Der Gerichtsmediziner stellte später fest, dass die Frau mit einem kantigen Gegenstand auf den Kopf geschlagen worden ist.
19:07Danach hat ihr der Täter offensichtlich die Handtasche geraubt, sie ausgeplündert und in der Toilette versteckt.
19:12Wir haben, um die Vorgänge noch besser deutlich zu machen, hier noch einmal ein Modell des Jugoslawien-Expresses aufgebaut.
19:20Und zwar in der Zusammensetzung, wie er in dem entscheidenden Streckenabschnitt von Schwarzach-Sankt-Veit bis Villach gefahren ist.
19:27Hier an der Spitze, nach der Lokomotive und dem Postwagen, die beiden Kurzwagen München-Triest.
19:33In diesem ersten Wagen ist das Verbrechen geschehen.
19:36Diese beiden Wagen sind in Villach aus dem Zug herausgenommen und an den Italia-Express Wien-Rom angehängt worden.
19:43Der Rest des Zuges ist von Villach weitergefahren nach Italien, nach, äh, Verzeihung, nach Jugoslawien.
19:49Und zwar zuerst die beiden Wagen Basel-Belgrad, die in Schwarzach-Sankt-Veit in den Zug aufgenommen worden sind.
19:56Danach ein Kurswagen Kiel-Belgrad, der über München gekommen ist.
20:01Und schließlich zwölf weitere Wagen, alle aus München, alle in München eingesetzt und alle für jugoslawische Zielbahnhöfe.
20:09Der zuständige österreichische Beamte, Revierinspektor Dulnik, ist heute in unserem Wiener Studio bei Teddy Brotkowski.
20:16Guten Abend, Herr Dulnik.
20:18Es wird ja wohl nun jetzt in erster Linie darauf ankommen, mit Hilfe der heutigen Sendung möglichst alle Fahrgäste zu
20:26finden,
20:26die mit diesem Zug an dem fraglichen Tag gefahren sind.
20:31Ja, bisher haben wir von den etwa 260 Reisenden des Jugoslawien-Expresses 17 ermitteln können.
20:39Wir haben hier in Österreich durch Presse und Rundfunk wiederholt Aufrufe erlassen,
20:44in denen wir die Reisenden untersucht haben, sich zu melden.
20:48Aber entweder haben sie sich deshalb nicht gemeldet, weil sie unsere Aufrufe nicht erfahren haben oder nicht gehört haben,
20:54oder sie melden sich deshalb nicht, weil sie glauben, uns nichts Wesentliches mitteilen zu können.
20:59Ja, diese Erfahrungen machen wir immer wieder, meine Damen und Herren.
21:02Es melden sich viele Zeugen einfach nicht, weil sie glauben, ihre Aussagen seien bedeutungslos und nicht wichtig.
21:10Ich möchte noch einmal diese Ansicht korrigieren und Ihnen sagen, dass die kleinste Kleinigkeit sehr bedeutungsvoll sein kann
21:17und dass sie unter Umständen zur Lösung des Falles führen kann.
21:24Unter den Reisenden im Jugoslawien-Express waren wahrscheinlich auch viele Fremdarbeiter,
21:29die endgültig in ihre Heimat zurückgekehrt sind, Fremdarbeiter aus Österreich, der Schweiz oder aus der Bundesrepublik,
21:35und die unsere Sendung heute nicht sehen können oder aus anderen Gründen diese Sendung nicht sehen können.
21:40Und wir bitten deshalb alle Arbeitnehmer in den betreffenden Ländern, ihre Arbeitgeber, pardon,
21:50ihre Unterlagen durchzusehen, ob in der fraglichen Zeit Arbeiter von Ihnen auf Urlaub gegangen sind,
21:58sodass es möglich wäre, dass einige von Ihnen am 13. April den Jugoslawien-Express benutzen hätten können.
22:07Um nicht missverstanden zu werden, wir wollen durch die Aussagen der Fahrgäste lediglich ein möglichst lückenloses Bild
22:14von den Vorgängern in jener Nacht bekommen.
22:18Wir verstehen deshalb nicht, dass sich manche bei uns nicht melden, dass sie Scheu haben, sich bei uns zu melden.
22:24Bei uns kann aber jeder einzelne Hinweis, der vielleicht für den Betreffenden nicht von Bedeutung sein kann,
22:29von großer Wichtigkeit werden.
22:30Ja, und wir möchten auch nicht nur die Reisenden des Jugoslawien-Expresses bitten, sich zu melden,
22:36sondern auch jene Personen, die in Villach umgestiegen sind oder von Villach aus Züge bestiegen haben,
22:44die in folgende Richtungen gefahren sind.
22:47Und zwar in Richtung Rom, Salzburg, Wien, St. Veit an der Klan oder über Klagenfurt nach Bruck an der Mur.
23:02Einen besonderen Wert legen wir auf die Ausforschung jener drei Ausländer, vermutlich Jugoslawen,
23:08die in Bad Gastein aus dem Leerzug ausgestiegen sind,
23:14in der Nähe in einem Hotel nächtigen und am nächsten Morgen, ohne die Quartierschuld bezahlt zu haben, verschwunden sind.
23:21Diese drei Männer sind alle im gleichen Alter von etwa 30 Jahren, 170 Zentimeter groß.
23:27Zwei von ihnen trugen lichte Staumäntel und einer einen dunklen Wintermantel.
23:32Der 13. April, meine Damen und Herren, der Tag, an dem der Zug eingesetzt worden ist,
23:38war in diesem Jahr der Sonntag nach Ostern.
23:41Und so sah Elena de Beets zu Lebzeiten aus.
23:44Die Frau war 61 Jahre alt.
23:47Es wäre denkbar, dass sich jemand an sie erinnert.
23:49Für Hinweise, die zur Klärung des Verbrechens führen,
23:52ist eine Belohnung von insgesamt 10.000 Schilling ausgesetzt.
23:56Hinweise bitte an das Landeschandameriekommando Kärnten.
23:59Telefon Klagenfurt 84481 an jede andere Polizeidienststelle oder eines der Aufnahmestudios.
24:09Auch der nächste Fall, meine Damen und Herren, berührt alle drei Länder unseres Sendegebietes,
24:14Österreich, die Schweiz und die Bundesrepublik.
24:17Es geht um zwei Männer, denen umfangreiche Einbruchserien,
24:20vor allem im Dreiländereck rund um den Bodensee, vorgeworfen werden.
24:24Einer von ihnen ist im Kantonsgerücht Graubünden in Chur bereits rechtskräftig zu einer mehrjährigen Zuchthausstrafe verurteilt worden,
24:34danach aber wieder aus dem Gefängnis entflohen.
24:37Die Männer heißen Peter Frisch und Jakob Mösli.
24:42Beide sind Schweizer Staatsbürger.
24:45Peter Frisch ist 26 Jahre alt,
24:48ein 86 groß und von kräftiger Statur.
24:51Er hat dunkelbraune Haare, blaue Augen
24:54und eine zwei Zentimeter lange, waagerecht verlaufende Narbe auf dem Kinn.
24:59Auffällig auch die großen, abstehenden Ohren.
25:02Jakob Mösli ist bereits 45 Jahre alt,
25:051,69 groß und ebenfalls kräftig.
25:09Auch er hat braune Haare und blaue Augen.
25:13Beide Gesuchten sprechen Ostschweizer Dialekt.
25:15Es ist jedoch nicht sicher, ob sie heute noch gemeinsam unterwegs sind.
25:19Für Hinweise, die zur Festnahme der Gesuchten führen,
25:22sind Belohnungen von jeweils 1000 Mark ausgesetzt.
25:26Hinweise bitte an die Kantonspolizei Graubünden,
25:29Telefon Chur 21 51 81,
25:33an jede andere Polizeidienststelle oder eines der Aufnahmestudios.
25:38Für unsere nächsten Fall, meine Damen und Herren,
25:40hat hier im Studio inzwischen Kriminalrat Schäfer aus Aachen Platz genommen.
25:44Herr Schäfer ist Leiter einer Sonderkommission,
25:46die seit etwa einem halben Jahr versucht,
25:49mehrere besonders skrupellos durchgeführte Banküberfälle zu klären.
25:53Ja, es geht konkret um mindestens vier Banküberfälle
25:58mit einer Gesamtbeute von über 126.000 Mark.
26:02Die immer gleiche Arbeitsweise
26:04und die an den verschiedenen Tatorten sichergestellten Spuren
26:08lassen erkennen, dass hier immer die gleichen Männer am Werke waren.
26:13Bevor wir nun mit Ihrer Hilfe, meine Damen und Herren,
26:15versuchen wollen, den unbekannten Tätern näher zu kommen,
26:19sehen Sie sich bitte an, was die Polizei in zwei Fällen ermittelt hat.
26:27Mittwoch, 24. April 1968, zehn Tage nach Ostern.
26:32Der Wiesbadener Gebrauchtwagenhändler Heinrich Wenke und seine Frau Christel
26:36verabschieden sich von Freunden, bei denen sie zu Besuch waren.
26:39Also vom Urlaub wird es ja nichts mehr,
26:40aber dann kommen wir ja braun gebrannt nach Hause.
26:42Na, hoffentlich habt ihr auch viel Sonntag.
26:43Tschüss.
26:44Wir schreiben euch auch mal eine Karte, ne?
26:46Wart vorsichtig, ne?
26:47Ich glaube, wir nach Hause.
26:55Zur gleichen Zeit, es ist kurz vor Mitternacht,
26:58interessieren sich auf dem Verkaufsgelände des Gebrauchtwagenhändlers in der Berliner Straße
27:02zwei Männer für einen Mercedes 220 SE.
27:05Sie besitzen einen Nachschlüssel für den Wagen
27:08und haben gestohlene Nummernschilder mitgebracht.
27:12Heinrich Wenke und seine Frau machen auf der Heimfahrt einen Umweg.
27:18Der Gebrauchtwagenhändler will auf seinem Verkaufsplatz noch einmal nach dem Rechten sehen.
27:24Die beiden Autodiebe sind mit ihren Vorbereitungen fast fertig.
27:28Zwei Schrauben für das vordere Kennzeichen noch,
27:30dann ist der Wagen fahrbereit.
27:31Zwei Schrauben für das vordere Kennzeichen noch,
27:50Das ist das denn?
27:52Moment.
27:53Moment, bueno.
28:33Mir scheint, wir sind gerade richtig gekommen.
28:35Die sind abgehauen.
28:37Fünf Minuten spät und der Wagen wäre weggewählt.
28:39Fahr du schnell nach Hause und ruf die Polizei.
28:41Ja gut, ich komme dann wieder hierher.
28:43Die Kripo kann später nur feststellen, dass der versuchte Diebstahl offensichtlich gut vorbereitet war.
28:49Die Täter sind jedoch nicht zu ermitteln.
28:53Aber sie erweisen sich als hartnäckig.
28:57Vier Wochen später, am 20. Mai 1968, kommen sie zum selben Verkaufsplatz in Wiesbaden zurück.
29:04Diesmal werden sie nicht gestört.
29:07Mit einem dunkelgrünen 300 SE fahren sie davon.
29:12Und am 10. Juni 1968 steht der in Wiesbaden gestohlene Mercedes um 11.50 Uhr vor der Kreissparkasse in Langer
29:20Wehe bei Aachen.
29:21In der Schalterhalle fallen zwei Schüsse.
29:23Ruhig verhalten.
29:27Überfall.
29:29Handy hoch.
29:32Aufstehen.
29:34Der geht dann dran rein.
29:4852.000 Mark liegen an diesem Montag im Kassenschalter der kleinen Bank.
29:52Es sind die Tageseinnahmen der örtlichen Geschäfte vom vergangenen Samstag.
29:57Der unbekannte Räuber lässt keinen einzigen Schein liegen.
30:15Der Überfall dauert nur wenige Minuten.
30:18Die beiden Täter entkommen unerkannt.
30:33Mit dem gestohlenen Wagen gelingt es den Männern die Stadt zu verlassen.
30:4912 Minuten nach dem Überfall erhält die Besatzung des Polizeihubschraubers Hummel 5,
30:55die den Autobahnverkehr zu überwachen hat, überfunkt den Auftrag nach Langer Wehe zu fliegen.
31:15Noch ehe die Besatzung von Hummel 5 einen gezielten Fahndungsauftrag nach dem dunkelgrünen Mercedes erhält,
31:21bringt der Hubschraubereinsatz die beiden Bankräuber aus dem Konzept.
31:26Scheiße, er hat mir gerade noch gefehlt.
31:29Dreh um!
31:30Mann, wo denn?
31:31Mach schon!
31:32Hier durch!
31:36Das auffällige Wendemanöver wird auch aus der Luft beobachtet.
31:50Im Wald glauben sich die beiden Täter vor weiterer Einsicht von oben wieder sicher.
32:11Bald aber bleibt der Wagen stecken.
32:21Trotzdem gelingt es den beiden Männern zu entkommen.
32:25Schon wenig später nutzen sie ihre Freiheit zu neuen Verbrechen.
32:30Am 19. September suchen die Räuber die Stadtsparkasse in Plettenberg im Sauerland heim.
32:36Rücksichtslos machen sie von der Schusswaffe Gebrauch.
32:44Wieder geht alles blitzschnell.
32:47Diesmal finden die Räuber allerdings nur etwa 5000 Mark.
32:50Sie wissen nicht, dass an diesem Tag in der Schublade unter dem Zahltisch ein um ein vielfaches höherer Betrag liegt.
32:58Der zweite Mann an der Tür wird nervös.
33:00Er hört von der Straße aufgeregte Stimmen.
33:04Jetzt komm schon!
33:06Schnell!
33:06Ein paar Passanten haben die Situation schnell erkannt.
33:10Pass auf!
33:12Geh weg da!
33:13Kurz entschlossen versperrt der Lkw-Fahrer dem Auto der Bankräuber den Fluchtweg.
33:26Die Gangster haben jedoch auf der anderen Straßenseite einen zweiten Wagen bereitstehen.
33:33Aber wieder reagieren die Passanten schnell.
33:36Halt! Bankräuber!
33:38Ich bin da in dem Auto da!
33:39Auch der Pkw-Fahrer versucht sich den Räubern in den Weg zu stellen.
34:05Der rücksichtslose Feuerstoß aus der Maschinenpistole öffnet den Räubern erneut den Fluchtweg.
34:10Wieder können sie unerkannt entkommen.
34:16Die im Wald zurückgelassenen Kleidungsstücke können heute vielleicht auf die Spur der rücksichtslosen Bankräuber führen.
34:24In diese Pudelmützen haben sie Augenschlitze eingeschnitten und ganz primitiv umnäht.
34:32Diese Pellerinen, sie sind fast neu, haben sie offensichtlich eigens für die Überfälle gekauft,
34:38um darunter die Waffen besser verstecken zu können.
34:43Das Etikett auf der Innenseite der Pellerine haben sie vorsorglich herausgetrennt.
34:48Der Umhang ist schwarz und aus festem Gabardin gearbeitet.
34:53An der linken Seite eine Brusttasche, in der Mitte fünf silberfarbene Knöpfe,
35:00am Kragen der Pellerine ein kleines silbernes Kettchen zum Verschließen des Umhangs.
35:05Das Innenfutter ist schwarz-rot karriert.
35:11Es konnte bis heute nicht festgestellt werden, meine Damen und Herren, wo diese Pellerinen hergestellt und verkauft werden.
35:18Besonders interessant wäre deshalb Antwort auf folgende Fragen.
35:22Wo sind bis zum Frühjahr 1968, also bis etwa vor anderthalb Jahren, solche Pellerinen produziert und verkauft worden?
35:31Möglicherweise zwei gleichzeitig und vielleicht sogar zusammen mit zwei schwarzen Pudelmützen.
35:37Die Käufer könnten etwa so ausgesehen haben.
35:42Die vermutlichen Täter sind vor und nach einem Überfall von Zeugen ohne Masken beobachtet worden.
35:49Nach Angaben der Zeugen sind diese beiden Zeichnungen angefertigt worden.
35:54Der Jüngere ist etwa 20 Jahre alt und 1,65 bis 1,75 groß, untersetzt bis stämmig.
36:02Er hat dunkle Augen, schwarze Haare, trug zur Tatzeit Bürstenschnitt.
36:07Besonders aufgefallen sind den Zeugen auch die ungepflegten Hände mit schmutzigen Fingernägeln.
36:13Der zweite Mann ist erheblich älter, etwa 35 bis 40 Jahre.
36:18Er ist auch größer, nämlich 1,80 bis 1,83 Meter.
36:23Dieser Mann hatte dunkelblondes, gewelltes, zurückgekämmtes Haar.
36:28Er hatte gepflegte Hände und trug am linken Handgelenk eine Armbanduhr mit auffallend großem Zifferblatt.
36:37Einer von den beiden Männern hat vielleicht noch immer eine schwarze Pellerine und eine Pudelmütze mit Augenschlitzen in Besitz.
36:46Möglicherweise sind die Männer auch deshalb aufgefallen, dass sie jeweils vor dem Überfall
36:51für mehrere Wochen der Reihe nach folgende vorher gestohlene Fahrzeuge irgendwo abgestellt haben.
36:57Vom 20. Mai bis zum 10. Juni 1968 einen dunkelgrünen, fast schwarzen Mercedes 300 SE mit einem Schwalbacher Kennzeichen.
37:08In den Wochen vor dem 19. September 1968 einen silbergrauen BMW 1800 Ti mit einem Kennzeichen der Stadt Arnsberg in
37:21Westfalen,
37:22Anfangsbuchstaben AR, und einen dunkelgrünen Alfa Romeo mit einem britischen Kennzeichen.
37:30Das sind weiße Ziffern auf schwarzem Grund.
37:34Die Täter haben sich jeweils, wahrscheinlich bei einem Schlüsseldienst, Nachschlüssel für die Wagen anfertigen lassen,
37:40bevor sie sie gestohlen haben.
37:42Sie kennen sich ganz offensichtlich auch besonders gut in der Kraftfahrzeugbranche und speziell im Gebrauchtwagenhandel aus.
37:50Meine Damen und Herren, für Hinweise, die zur Klärung dieser Verbrechen und zur Festnahme der Täter führen,
37:57sind Belohnungen von insgesamt 12.000 Mark ausgesetzt.
38:03Hinweise bitte an die Kriminalpolizei Aachen, Fernruf 0241 4061,
38:13an jede andere Polizeidienststelle oder an eines der Aufnahmestudios.
38:18Vielen Dank, Herr Schäfer.
38:21Im nächsten Fall, meine Damen und Herren, geht es zu meinem Mann, dem vorgeworfen wird,
38:25sich mit gefälschten Papieren eine Stellung bei einer Wohnungsbaugesellschaft erschlichen
38:30und dann viele Wohnungssuchende, um ihr Geld geprellt zu haben.
38:34Der Mann heißt Fritz Schmutzler und stammt aus Hamburg.
38:38Vor einem Jahr betrug der Schmutzler zugeschriebene Schaden bereits 80.000 Mark.
38:43Seitdem ist er flüchtig und benutzt gestohlene Ausweispapiere, die er selbst noch weiter verfälscht.
38:49Mit diesen Papieren mietet er auch immer neue Leihwagen an.
38:52In einem dieser Wagen, den die Polizei sicherstellen konnte,
38:56fanden sich diese Teile einer transportablen Fälscherwerkstatt.
39:00Fritz Schmutzler ist 54 Jahre alt, 1,68 groß und schlank, er hat braune Augen und dunkelblondes Haar.
39:07Er spricht Hochdeutsch mit Hamburger Tonfall und hält sich heute vermutlich in der Bundesrepublik,
39:12in Österreich oder der Schweiz auf.
39:14Für Hinweise, die zur Festnahme des Gesuchten führen, ist eine Belohnung von 1.000 Mark ausgesetzt.
39:20Hinweise bitte an die Kriminalpolizei Hamburg, Telefon 24 82 01, Vorwahl 0411,
39:28an jede andere Polizeidienststelle oder an eines der Aufnahmestudios.
39:33Meine Damen und Herren, man konnte in den vergangenen anderthalb Jahren in den Kritiken zu dieser Sendung
39:38mitunter die etwas praxisfremde Meinung hören.
39:42Wir würden hier in erster Linie Fälle behandeln, die ohnehin dicht vor einer Lösung stehen,
39:46nur um Erfolge vorweisen zu können.
39:49Wenn dem so wäre, müssten wir auf Fälle wie den jetzt folgenden verzichten.
39:54Es geht um ein Kapitalverbrechen, das über sechs Jahre zurückliegt.
39:58Es ist einer jener Fälle, bei denen die Polizei mit einem ungeheuren Aufwand
40:02alle nur erdenklichen Möglichkeiten ausgeschöpft hat, ohne den Täter zu finden.
40:08Sie kennt noch nicht einmal den Namen des Opfers, der Tote ist bis heute nicht identifiziert.
40:12Trotzdem möchten wir nun den Versuch machen, in diesem Fall weiterzukommen.
40:17Denn ich glaube, es gibt noch Chancen, mit Ihrer Hilfe, meine Damen und Herren, den Täter zu finden.
40:271. Juni 1963, Pfingstsamstag.
40:32Über die hohe Autobahnbrücke bei Limburg an der Lahn flutet starker Ausflugsverkehr.
40:42Das seit Tagen anhaltende Sommerwetter lockt auch Spaziergänge aus ihren Häusern.
40:49Der Glasbläser Georg Westphal nutzt den sonnigen Nachmittag zu einem kleinen Ausflug ans Flussufer.
40:58Georg Westphal genießt den Tag.
41:01Aber der Tag ist noch nicht zu Ende.
41:03Etwa 50 Meter von der Brücke entfernt, nimmt er plötzlich Verwesungsgeruch wahr.
41:09Im seichten Uferwasser schwimmt ein lebloser Körper.
41:13Georg Westphal hält ihn für einen Tierkadaver und geht weiter.
41:22Unwillkürlich aber behält er jetzt das Ufer im Auge.
41:24Und nach wenigen Metern macht er einen zweiten Fund.
41:27Einen Arm.
41:28Den Arm eines Menschen.
41:36Noch an diesem Nachmittag birgt die Polizei die beiden Leichenteile.
41:40Rumpf und Arm gehören zusammen.
41:42Die übrigen Gliedmaßen und der Kopf sind ebenfalls vom Rumpf getrennt und fehlen noch.
41:56In einer groß angelegten Suchaktion wird am nächsten Tag, am Pfingstsonntag, nach weiteren Leichenteilen geforscht.
42:06Schlauchboote und Froschmänner der Bereitschaftspolizei werden eingesetzt.
42:15Als erstes wird ein Plastiksack gefunden, in dem Leichenteile verpackt waren.
42:20Daraus wird geschlossen, dass der Tote bereits zerstückelt zum Lahnufer transportiert worden ist.
42:26Sonst nichts Neues?
42:27Nein.
42:28Es ist nach wie vor nur der Rumpf und der linke Armladen.
42:32Aber die Taucher sind ja noch unten.
42:35Was sagt denn der Mediziner?
42:36Wir haben den Professor erst vor einer halben Stunde aufgetrieben.
42:39Pfingsten.
42:40Die Obduktion ist erst morgen.
42:42Sie werden hier, glaube ich, auch dabei sein.
42:44Ja, ja.
42:44Bisher steht nur fest, dass es ein Mann war und die beiden Beine eindeutig mit einer Säge abgetrennt sind.
42:50Hm.
42:51Ja, es wird nicht leicht werden, ihn zu identifizieren.
42:54Oder gibt's da irgendwelche Ansatzpunkte?
42:57So auf den ersten Blick sieht's nicht gut aus.
42:59Am Körper praktisch nichts.
43:01Aber vielleicht gibt die Hand noch ein paar Fingerabdrücke her.
43:11Ich hab' den Kopf gefunden.
43:24Der gefundene Schädel gibt Aufschluss über die Todesursache.
43:28Der Mann ist vermutlich mit einem Hammer oder Beil erschlagen worden.
43:31Er war etwa 45 Jahre alt.
43:34Das Gesicht war nicht mehr zu erkennen.
43:37Die Leichenteile haben mehrere Wochen im Wasser gelegen.
43:40Auch eines der abgetrennten Beine, das später noch gefunden wurde, gab keinen Aufschluss über die Person des Toten.
43:46Zwei Monate später hat die Kriminalpolizei in Limburg zwar unzählige Spuren verfolgt, aber keine führt zum Mörder.
43:53Der Tote ist immer noch nicht identifiziert.
43:56In einer Lagerbesprechung beim Leiter der Kriminalinspektion überprüfen die Beamten noch einmal alle Resultate.
44:02Bisher aber nicht möglich.
44:05Die Vermisstenkartei in München war die letzte Hoffnung.
44:09Wir haben extra einen Mann runtergeschickt mit dem Zahnbild und mit den Fingerabdrücken.
44:13Der hat drei Tage lang jede einzelne Akte umgedreht.
44:17Resultat?
44:18Nichts.
44:19Die Aufrufe in Presse und Rundfunk haben leider auch nichts ergeben.
44:23Zwei vermisste Landstreicher sind noch offen, aber die scheiden eigentlich von vornherein wegen des Alters aus.
44:29Und was hat denn die Überprüfung in Sachen Gastarbeiter ergeben?
44:32Auf dem Plastiksack, da war doch ein italienisches Bild.
44:36Ja, in dem Beutel waren wahrscheinlich mal Pullover oder andere Textilien verpackt.
44:40Die Anfragen bei Interpol Rom, Madrid und Athen sind aber negativ verlaufen.
44:44Naja, das bedeutet ja nicht viel.
44:46Im Grunde genommen doch nur, dass die in ihrer Kartei keine Vermissten haben, auf die die Beschreibung passt.
44:52War sonst noch was?
44:54Ich habe hier im Umkreis alle Firmen abgeklappert, die Gastarbeiter haben.
44:58Nichts.
44:59Na schön.
45:02Und die dritte Möglichkeit, alliierte Streitkräfte?
45:05Wer hat das überprüft?
45:07Die Kollegen vom CID haben die Fingerabdrücke und das Zahnschema sogar nach Washington zum FBI geschickt.
45:12Auch Fehlanzeige.
45:14Und Zahnärzte?
45:17Wir haben alle Zahnärzte im Umkreis von etwa 200 Kilometern angeschrieben.
45:22Ohne Erfolg.
45:22Auf die Ausschreibung in den Fachzeitschriften haben sich nur zwei gemeldet.
45:27Einer aus Wolfsburg und einer aus Wien.
45:29Und sie vermuten beide, dass der Tote ein Kollege, also auch ein Zahnarzt oder zumindest eine Hilfskraft aus der Branche
45:37war.
45:38Warum denn das?
45:40Die Prothese war ziemlich schlecht.
45:42Und sie meinen nun, wenn ich das mal vorlesen darf, die Tatsache, dass es sich bei dem Zahnersatz des Toten
45:50um eine nicht ausgearbeitete,
45:53beziehungsweise nicht polierte, dünne Prothesenbasis handelt.
45:56Und auch die gesamten übrigen Merkmale weisen meines Erachtens darauf hin, dass es sich nicht um ein schlecht gefertigtes Ersatzstück
46:03handeln kann,
46:04sondern eher um einen Behelf, den sich ein Kollege selbst angefertigt haben könnte.
46:11Kein Fachmann wird einem Patienten eine solche Prothese übergeben.
46:15Es muss ja nicht ein Zahnarzt oder Dentist sein.
46:18Möglicherweise wurde die Prothese von einer Hilfskraft für sich selbst oder für einen Bekannten angefertigt.
46:25Das ist ja ganz interessant.
46:27Aber im Augenblick hilft uns das auch nicht weiter.
46:30Tja, damit sind wir leider am Ende.
46:33Aber das gibt es doch gar nicht.
46:35Da muss es doch noch Möglichkeiten geben.
46:38Dann lassen Sie mich mal überlegen, was fehlt Ihnen noch von der Leiche?
46:42Der rechte Arm und das rechte Bein.
46:44Ja, und vor allen Dingen, es ist doch tagelang alles abgesucht worden.
46:47Und inzwischen sind auch noch zwei Monate vergangen.
46:50Aber es ist unsere einzige Chance.
46:53Wir müssen eben noch mal suchen.
47:02Zwei Tage nach dieser Besprechung sind die Motorboote der hessischen Bereitschaftspolizei
47:06wieder auf der Lahn.
47:08Noch einmal wird das Gelände am Fluss genau abgesucht.
47:32Die Aktion hat tatsächlich Erfolg.
47:38Tausend Meter unterhalb der ersten Fundstelle stoßen die Beamten auf ein weiteres Leichenteil.
47:44Das zweite, das rechte Bein des Ermordeten.
47:51Die Kripo ist durch diesen Fund tatsächlich ein erhebliches Stück weitergekommen.
47:55Der Tote ist in den letzten Jahren seines Lebens etwa 1960 bis 1963 vermutlich nach einem Unfall am Knie operiert
48:04worden.
48:05Für Kriminaldirektor Konrad Gaulke aus Darmstadt ist diese Operation vielleicht die letzte Chance, diesen Fall zu klären.
48:12Ja, Herr Zimmermann, das ist tatsächlich so.
48:14Wir hoffen mit dieser früheren Knieverletzung tatsächlich das unbekannte Opfer endlich wenigstens identifizieren zu können.
48:22Im rechten Knie befanden sich zwei Nägel und zwar am unteren Ende des rechten Oberschenkels.
48:30Die Nagelung muss erfolgt sein nach einem Bruch des äußeren Kondylos und es ist an sich üblich, dass diese Nägel
48:37nach der Verheilung wieder gezogen werden.
48:40Das ist aber in diesem Fall nicht geschehen.
48:43Ich könnte mir vorstellen, dass in irgendeinem Krankenhaus etwas über eine solche nicht abgeschlossene Behandlung bekannt ist.
48:50Die Polizei hat zwar alle deutschen Krankenhäuser schon einmal angeschrieben, die Krankenhäuser waren aber aus Zeitgründen nicht in der Lage,
48:57ihre Unterlagen alle durchzusehen.
48:59Es geht deshalb die Frage an Ärzte und auch vor allem an das Krankenhauspersonal und hier insbesondere an Orthopäden und
49:06Chirurgen,
49:08ob sie sich an eine solche Operation oder vielleicht auch an einen Patienten erinnern können,
49:13der die Behandlung schon vor dem Entfernen der Nägel vorzeitig von sich aus abgebrochen hat.
49:20Die Ausführung der Nagelung veranlasst uns nach fachärztlicher Beratung vor allem auf Folgendes besonders hinzuweisen.
49:27Erstens, die Operation muss unter Röntgenkontrolle durchgeführt worden sein, was nicht in jedem Fall erfolgt und nicht in jedem Krankenhaus
49:36möglich ist.
49:37Zweitens, die Operation ist auffallend gut gelungen und lässt auf große Fertigkeit des Chirurgen schließen.
49:44Die Nägel sind von der Tuttlinger Firma, Aktiengesellschaft für Feinmechanik, vormals Jetterer und Scherer hergestellt.
49:52Der erste Nagel ist etwa 7 cm lang und hat einen vierkantigen Schaft.
49:58Er wurde nur bis zum Jahre 1934 hergestellt und wurde Anfang der 60er Jahre normalerweise nicht mehr verwendet.
50:06Er dürfte also in einer Klinik verarbeitet worden sein, die noch altem Vorrat hatte.
50:10Der zweite Nagel ist nur 5 cm lang, war aber ursprünglich wahrscheinlich länger.
50:17Er ist für diese Operation, um die es hier geht, verkürzt, vielleicht auch ein zweites Mal verwendet worden.
50:24Er stammt im Übrigen aus einer späteren Produktion und ist erst in den Jahren 1945 bis 1961 hergestellt worden.
50:33Eine derartige Operation tritt besonders häufig bei Motorrad- und Rollerunfällen auf.
50:39Der Mann muss nach der Operation mindestens 14 Tage im Krankenhaus gelegen haben und wird auch danach noch mehrere Wochen
50:46in Gips gegangen sein.
50:48Man kann auch vermuten, dass er damals mit seinen Mitpatienten oder anderen Menschen über Einzelheiten, über den Unfall und die
50:55Operation mit den zwei Nägeln gesprochen hat.
50:58Möglicherweise war er auch bis zu seinem Tode gehbehindert.
51:01Der Tote, der seit Frühjahr 1963 irgendwo vermisst sein muss, war etwa 40 bis 50 Jahre alt und ungefähr 1
51:11,70 Meter groß.
51:12Er hatte eine mittlere Statur und dunkelblonde Haare.
51:18Wie Sie, meine Damen und Herren, im Film gesehen haben, trug er eine auffallend einfache Oberkiefer-Teilprothese mit dem rechten
51:29vorderen Schneidezahn, der auf einer noch vorhandenen Wurzel aufsaß, und dem rechten Mahlzahn oder Backenzahn.
51:40Die Kunststoff-Gaumenplatte ist ungewöhnlich klein, Sie sehen es hier, dünn und nicht poliert.
51:51Möglicherweise ist ein weiterer Teil der Zahnprothese sogar abgebrochen.
51:55Die Prothese braucht natürlich nicht unbedingt, wie im Film angedeutet, von einem Zahnarzt für sich selbst gemacht worden sein.
52:02Es kann sich auch um eine Arbeit handeln, die nur eine vorübergehende Aufgabe zu erfüllen hatte.
52:08Meine Damen und Herren, Sie haben im Film gesehen, dass für den Transport des Toten ein Plastikbeutel verwendet worden ist,
52:14in dem stets auch zu Werbezwecken das Bild einer Schauspielerin lag.
52:17Die Herkunft des Beutels ist inzwischen geklärt.
52:20Er stammt von einer italienischen Textilfirma.
52:23Sie verpackt darin ihre Wolldecken, die in der Regel im Hausierhandel vertrieben werden.
52:28In diesem Zusammenhang interessiert uns folgende Frage.
52:32Wo ist in der in Rede stehenden Zeit, also im Frühjahr 1963, ein solcher Plastikbeutel mit dem Bild dieser Schauspielerin
52:40verschwunden,
52:41weggeworfen oder eventuell zum Verpacken benutzt worden?
52:45Meine Damen und Herren, es gibt in diesem Fall aber noch zwei Spuren, die in einem recht interessanten Stadium stecken
52:51geblieben sind.
52:52Genau in der Zeit, in der der Mann vermutlich umgebracht worden ist, also im Mai 1963,
52:59war in Limburg-Lahn ein Volksfest, das sogenannte Frühlingsfest.
53:03In der damaligen Zeit wurden von zum Teil bis heute noch unbekannten Tätern
53:08mehrfach Besucher von Volksfesten niedergeschlagen und auch beraubt.
53:12Der Tote könnte also auch durchaus ein auswärtiger Besucher des Limburger Volksfestes gewesen sein.
53:20Da keine Vermisstenmeldung auf den Toten passt, könnte es sich bei den Vermordeten aber auch um einen Schaustellergehilfen handeln,
53:28der auf dem Volksfest beschäftigt war, oder um ein Mitglied einer anderen umherziehenden Landfahrergruppe.
53:35Für Hinweise, die zur Identifizierung und auch zur Erklärung des Verbrechens führen,
53:42sind Belohnungen von insgesamt 4.000 DM ausgesetzt.
53:47Hinweise bitte an das staatliche Kriminalkommissariat in Limburg,
53:51erreichbar unter der Telefonnummer 2021 mit der Vorwahl 064 31,
54:00oder an jede andere Polizeidienststelle, oder an eines der hier befindlichen Aufnahmestudios.
54:06Vielen Dank, Herr Gaulke.
54:08Meine Damen und Herren, wir haben jetzt noch eine wichtige Personenverhandlung nach einem sehr gefährlichen Mann.
54:13Zuvor möchten Sie aber bestimmt auch hören, was es in unseren Aufnahmestudios an ersten Neuigkeiten gibt.
54:19Unser erster Fall kam heute aus Wien, der Mord in dem Jugoslawien-Express.
54:23Herr Podkowski, ich sehe bei Ihnen die Kriminalwärmten schon telefonieren.
54:26Sagen Sie, was gibt es bei Ihnen schon Neues?
54:29Ja, also wir haben zahlreiche Anrufe bekommen von Dienstnehmern,
54:34die sich bereit erklärt haben, der Polizei jene Fremdarbeiter zu nennen,
54:38die kurz vor dem 13. April auf Urlaub gegangen sind,
54:42beziehungsweise den Plan gehabt haben, in die Heimat zu fahren.
54:47Aber auch zum Fall des gesuchten Betrügers Fritz Schmutzler aus Hamburg
54:51haben wir einen sehr interessanten Anruf bekommen von einem Zuschauer.
54:55Er will Schmutzler an einer Grenzstation an der österreichisch-ungarischen Grenze
55:00nicht nur gesehen, sondern auch gesprochen haben.
55:03Das ist bis jetzt alles.
55:04Vielen Dank, Herr Podkowski. Zwei Wagen des Zuges, meine Damen und Herren,
55:08in denen der Mord geschah, kamen aus der Schweiz.
55:10Herr Vetterli, wie sieht es aus? Haben sich bei Ihnen auch schon Fahrgäste gemeldet?
55:13Nein, erfahrungsgemäß bekommen wir ja die meisten Anrufe immer erst nach der Sendung.
55:18Also in Bezug auf Express haben wir noch nichts erfahren.
55:21Hingegen sind bei uns recht viele Anrufe eingetroffen,
55:24die natürlich Peter Frisch und Jakob Mösli betreffen,
55:28also die beiden Einbrecher, die ja bereits verurteilt und dann wieder ausgebrochen sind.
55:33Wir scheinen einen ziemlich triftigen Grund zu haben, annehmen zu können,
55:38dass die beiden jetzt bestimmt getrennt sind, dass sie also nicht mehr zusammen auftreten.
55:42Warum, kann ich aus bestimmten Gründen jetzt noch nichts sagen.
55:46Ja, das lässt sich ja ganz vielversprechend an.
55:48Wir werden sehen im Laufe des Abends, vielleicht erfahren wir noch Neues.
55:51Vielen Dank, Herr Vetterli.
55:52Unsere Fälle waren ja heute alle sehr international.
55:54Wie sieht es aus hier bei uns in der Bundesrepublik, Peter Hohl?
55:56Ja, die interessantesten Fälle sind, die interessantesten Hinweise sind bisher eigentlich zu den Fällen gekommen,
56:01die hauptsächlich in der Bundesrepublik spielten, nämlich auf beide unbekannten Toten.
56:06Zum einen zu dem unbekannten Toten, den wir ganz zu Anfang gezeigt hatten, von dem die Zeichnungen da waren.
56:11Genau seit dieser Zeit, seit Mitte letzten Jahres, ist ein Mann vermisst,
56:16auf den diese Beschreibung genau zutreffen soll, der genauso aussehen soll.
56:20Auch dessen Verhältnisse etwa stimmen könnten.
56:23Das war ein Musiker, das wird im Augenblick schon überprüft.
56:25Sie haben vielleicht vorhin den Fernschreiber rasseln hören.
56:28Wir haben die Meldung bereits weitergeleitet.
56:30Und auch zu dem anderen unbekannten Toten bei Limburg, während noch davon die Rede war,
56:34ist ein Hinweis gekommen, den ich für sehr interessant halte,
56:37dass nämlich seit vielen Jahren ein Zahntechniker spurlos verschwunden ist.
56:40Das wäre natürlich eine kleine kriminalistische Situation, aber warten wir es ab.
56:44Vielen Dank, Peter Hohl.
56:45Meine Damen und Herren, Sie wissen, wir bekommen im Laufe des Abends noch viele Meldungen
56:48und erfahrungsgemäß sind auch eine Menge Interessante darunter.
56:51Aber jetzt, wie angekündigt, noch eine wichtige Personenverhandlung.
56:54Gesucht wegen Raubmordes ist der 26-jährige ehemalige Seemann Werner Nowak.
57:01Er wird beschuldigt, zusammen mit einem Komplizen am 7. August 1969,
57:06den Filialleiter eines Supermarktes in Iserlohn mit einer Salve aus einem Schnellfeuergewehr
57:11niedergeschossen zu haben, als dieser mit der Tageskasse zur Bank fahren wollte.
57:15Gegenüber Zeugen hat Nowak geäußert, dass er nach dem Überfall die Bundesrepublik verlassen
57:21und sich in die Schweiz absetzen wolle.
57:23Er hat auch angedroht, notfalls weitere Menschen zu erschießen.
57:27Werner Nowak ist, wie gesagt, 26 Jahre alt, 1,82 groß, schlank.
57:33Er hat mittelblonde Haare, die heute jedoch möglicherweise gefärbt sind, und blau-graue Augen.
57:38Diese Privatfotos von Werner Nowak sind einen Tag vor dem Überfall am 7. August aufgenommen.
57:45Der Gesuchte ist am ganzen Oberkörper tätowiert.
57:48Auf der Brust trägt er beispielsweise einen großen Wappenadler und eine sitzende Frauengestalt.
57:54Auf dem Rücken einen Henker mit einer roten Kapuze.
57:58Nowaks Haare waren an diesem Tag hellblond gefärbt.
58:01Für Hinweise, die zur Festnahme des Gesuchten führen, sind Belohnungen von insgesamt 6.000 Mark ausgesetzt.
58:09Hinweise bitte an die Kriminalpolizei Dortmund.
58:12Ein Telefon 29071, die Vorwahl von Dortmund 0231.
58:18An jede andere Polizeidienststelle und an eines unserer Aufnahmestudios.
58:23Damit, meine Damen und Herren, möchte ich mich bis zum zweiten Teil unserer Sendung verabschieden.
58:28Wir kommen wieder hier in der Bundesrepublik gegen 22.20 Uhr,
58:32in der Schweiz gegen 22.45 Uhr und in Österreich gegen 23.15 Uhr.
58:37Und bis dahin, guten Abend.
58:39Und bis dahin, bitte.
58:40Vielen Dank.