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Transkript
00:00Meine Damen und Herren, mitten in die letzten Vorbereitungen für diese heutige Sendung platzte eine Meldung der Frankfurter Kriminalpolizei.
00:07Der Fall, um den es dabei geht, ist ziemlich wichtig und wir werden Sie deshalb nicht, wie vorgesehen, in sechs,
00:12sondern in sieben Fällen um Ihre Aufmerksamkeit bitten.
00:16Aus diesem Grund ohne lange Vorrede nur ganz kurz der Rückblick auf die letzte Sendung.
00:21Diejenigen unter Ihnen, die am 12. September unsere Spätausgabe noch gesehen haben, werden es schon wissen und vielleicht haben Sie
00:28es auch in den Zeitungen gelesen.
00:30Werner Nowak, gesucht wegen Raubmordes, hatte unmittelbar vor der XY-Sendung in Bremen auf einem Frachtschiff nach Afrika angeheuert.
00:39Als sein Fahndungsfoto ausgestrahlt wurde, wähnte er sich längst in Sicherheit, aber die Polizei war doch schneller.
00:45Wenige Stunden nach den ersten Zuschauerhinweisen holte ein Schnellboot der Wasserschutzpolizei den Frachter auf hoher See ein.
00:52Werner Nowak war so überrascht, dass er sich widerstandslos festnehmen ließ.
00:57Ebenfalls noch in der gleichen Nacht meldete die Polizei eine Festnahme aus Bad Oeynhausen.
01:03Dort war Fritz Schmutzler ins Netz gegangen, gesucht von der Hamburger Polizei wegen zahlreicher Wohnungsbetrügereien.
01:12Ein Fall aus der letzten Sendung berührte alle Länder des Sendegebietes.
01:17Der Mord im Jugoslawien-Express.
01:19Bearbeitet wurde der Fall in Österreich bei Ihnen, Teddy Podkorski.
01:23Ja, und über zu wenig Arbeit brauchte sich die Gendarmerie in Kärnten nicht zu beklagen.
01:28Es trafen sehr, sehr viele Hinweise ein und viele darunter hochinteressant.
01:33Es meldeten sich Reisende aus allen drei Ländern des Sendegebietes und sogar auch aus Italien kamen Hinweise von Personen,
01:44die um diese Zeit den Jugoslawien-Express benutzt hatten und meldeten der Gendarmerie ihre Eindrücke und ihre Beobachtungen.
01:54Es geht jetzt um Folgendes für die Gendarmerie in Kärnten, all diese Fälle zu überprüfen und auf ihre Richtigkeit zu
02:02untersuchen.
02:03Und die Beamten sind allerdings sehr optimistisch, was das Ergebnis anlangt.
02:09Zwei Fälle aus der letzten Sendung kamen aus der Schweiz.
02:13Und auch dort gab es noch im Laufe des Abends recht interessante Meldungen.
02:16Was hat sich denn nun bei Ihnen inzwischen getan, Herr Vetterich?
02:19Ja, vor allem hat sich die eine Meldung bestätigt, nämlich dass die beiden Serieneinbrecher,
02:24Peter Frisch und Jakob Mösli, sich definitiv getrennt haben.
02:29Peter Frisch hat den europäischen Kontinent verlassen, hingegen ist er nicht aus den Augen der Interpol geraten.
02:36Auch Jakob Mösli, wegen mehrerer Einbrüche bereits rechtskräftig verurteilt, ist noch auf freiem Fuss.
02:43Aber die Schweizer Polizei glaubt, dass er sich nicht mehr lange verborgen halten kann.
02:49In einem anderen Fall ist der erste Optimismus, der unmittelbar nach der Sendung aufgekommen war, leider ein wenig gedämpft worden.
02:57Der unbekannte Tote, der vor sechs Jahren zerstückelt in der Lahn bei Limburg gefunden wurde, konnte bisher nicht identifiziert werden.
03:07Eine Reihe interessanter Spuren ist aber noch in Arbeit.
03:11So und nun gleich zu dem angekündigten Fall aus Frankfurt, meine Damen und Herren.
03:16Aus einer Strafanstalt dieser Stadt ist vor wenigen Wochen der Chef einer berüchtigten Tresoreinbrecherbande geflohen.
03:23Seitdem registriert die Polizei in diesem Gebiet wieder erneut Tresoreinbrüche, die genau seine Handschrift tragen.
03:32Der Gesuchte heißt Hans Wolf. Er ist 31 Jahre alt, 1,79 groß und schlank.
03:39Er hat braune Augen und dunkelblonde Haare, die zur Zeit rot oder hellblond gefärbt sein sollen.
03:46Hans Wolf spricht Frankfurter Mundart. Er befindet sich mit großer Wahrscheinlichkeit in Begleitung seiner Ehefrau.
03:52Zuletzt sind die beiden unter dem Falschnamen Berger aufgetreten.
03:55Für Hinweise, die zur Festnahme des Gesuchten führen, ist eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt.
04:02Hinweise bitte an das Landeskriminalamt Wiesbaden, Vorwahl 06121 und an Rufnummer 3531.
04:11An jede andere Polizeidienststelle oder eines unserer Aufnahmestudios.
04:15Sie wissen, das Aufnahmestudio für die Bundesrepublik befindet sich seit vergangenem Monat hier in München.
04:21Sie erreichen uns unter der Vorwahl 0811 und der Rufnummer 484941.
04:29Ich wiederhole, Vorwahl 0811, Rufnummer 484941.
04:36In Zürich und Wien bleibt natürlich alles beim Alten.
04:39Dort erreichen Sie die Aufnahmestudios unter folgenden Rufnummern.
04:42Zürich 235650, Wien 823621.
04:53Im Übrigen sollten wir vielleicht noch einmal kurz nach Österreich umschalten.
04:57Das Sicherheitsbüro in Wien hat uns gebeten, aus aktuellem Anlass noch eine Sachfahndung aufzunehmen.
05:03Bitte, Teddy Brotkowski.
05:04Ja, das Wiener Sicherheitsbüro bietet uns, dass wir Ihnen das Bild eines Eheringes zeigen.
05:10Dieser Ehering ist ein Gelb-Gold-Ring, auf den ein Weiß-Gold-Ring aufgezogen ist.
05:16Der Ring ist sechs Millimeter breit, die satinierte Auflage ist drei Millimeter.
05:22Das eingravierte Datum ist neunter, dritter, 63.
05:29Da dieser Ring bei der Aufklärung eines Kapitalverbrechens eine große Rolle spielen könnte,
05:34bitten wir Sie, meine Damen und Herren, falls Sie etwas über die Herkunft dieses Ringes wissen
05:40oder sogar dessen Besitzer kennen, sich bei der nächsten Polizeidienststelle zu melden
05:45oder in einem unserer Aufnahmestudios.
05:49Vielleicht kommt die Wiener Polizei nun tatsächlich mit Hilfe dieses Ringes weiter.
05:53Sie haben es gehört, meine Damen und Herren, es geht um ein Kapitalverbrechen.
05:57Und nun zu einem Mordfall, der auch noch nicht sehr lange zurückliegt.
06:01Das Verbrechen wurde vor drei Monaten, am 14. Juli 1969, im Ruhrgebiet verübt.
06:08Dieser Fall zeigt wieder einmal, wie leicht ein Verbrechen das nächste nahezu automatisch nach sich zieht.
06:18Donnerstag, 10. Juli 1969.
06:21In den Bergwerken im Ruhrgebiet haben vor wenigen Stunden die Männer der Nachtschicht ihre Arbeit aufgenommen.
06:27Die Abstellplätze für Fahrräder und Mopeds rund um die Fördertürme sind um diese Zeit ebenso dicht besetzt wie am Tage.
06:36In dieser Nacht hält sich auf dem Gelände der Zeche Erin in Kastor-Brauxel ein Mann auf, der dort nichts
06:41zu suchen hat.
06:42Er begutachtet mehrere Mopeds und entscheidet sich schließlich für ein sogenanntes Kleinkraftrad,
06:47Kreidler-Floret, mit dem polizeilichen Kennzeichen CAS D139.
06:56Zwei Tage vorher ist aus demselben Schuppen bereits ein Moped gestohlen worden, offensichtlich von demselben Mann.
07:03Vier Tage später nämlich wird das gestohlene Kreidler-Floret zu einem Verbrechen benutzt.
07:07Und es trägt an diesem Tag, am 14. Juli, das Versicherungskennzeichen des zuerst gestohlenen Mopeds.
07:14Der neue Besitzer fährt gegen 16.40 Uhr in Henrichenburg bei Recklinghausen an der Spar- und Darlehenskasse vor und
07:20geht in das Bankgebäude.
07:35Im Schalterraum stellt sich der Mann unauffällig hinter die Registrierkasse.
07:39Scheinbar ein Kunde, der geduldig darauf wartet, dass der Kassierer, der in diesem Moment am Telefon festgehalten ist, Zeit für
07:45ihn hat.
07:47Ja, gut, ich werde alles vorbereiten.
07:50Der Lehrling sitzt zu diesem Zeitpunkt über einer komplizierten Rechnung.
07:55Die beiden Damen im Kassenraum können ihre Arbeit im Augenblick auch nicht unterbrechen.
08:00Und Josef Lattmann, der Sparkassendirektor, hat in seinem separaten Zimmer nicht einmal bemerkt, dass jemand den Schalterraum betreten hat.
08:10Draußen in der Nähe der Bank ergeben sich genau zu dieser Zeit ein paar belanglose Zufälligkeiten.
08:15Der 19-jährige Manfred Senck fährt auf einem schweren Motorrad die Dortmunder Straße entlang.
08:19Die Straße, an der auch die Spar- und Darlehenskasse liegt.
08:23Der junge Mann will seine Eltern, die mit dem Wagen in Urlaub fahren, bis zur Autobahnauffahrt begleiten.
08:30Gleichzeitig nähert sich aus der entgegengesetzten Richtung der Installateur Willi Dörge auf derselben Straße dem Bankgebäude.
08:36Er kommt mit seinem Kleinwagen von der Arbeit und ist auf dem Weg nach Hause.
08:43In einer Seitenstraße, ebenfalls in unmittelbarer Nähe der Bank, erledigt der Polizeihauptmeister Walter Giese kurz vor Feierabend noch einen Dienstgang.
08:51Er hat in einer Verkehrssache einen Zeugen zu vernehmen.
08:57Im Schalterraum der Spar- und Darlehenskasse hat der Kassierer inzwischen sein Telefongespräch beendet.
09:03Er wendet sich dem vermeintlichen Kunden zu.
09:17Der bedrohte Kassierer übergibt dem Mann die Banknoten, die auf dem Zahltisch greifbar sind, insgesamt 6400 Mark.
09:27Der Räuber spricht kein Wort, bis er das letzte Geldbündel eingesteckt hat.
09:33Hände hoch.
09:36Jetzt erst wird der Direktor in seinem Zimmer aufmerksam.
09:40Wollen Sie auf das Rad jetzt?
09:42Wo ist der Tresor?
09:44Niemand.
09:46Josef Lattmann hat keine Zeit zum Nachdenken.
09:48Impulsiv greift er zur Pistole und drückt den Alarmknopf, der bei einer benachbarten Tankstelle eine Sirene auslöst.
10:09Der Bankdirektor, er ist verheiratet und Vater von drei Kindern, achtet nicht auf die Gefahr.
10:14Er versucht durch einen Seitenausgang dem Räuber den Weg abzuschneiden.
10:23Direktor Lattmann ist im Umgang mit der Waffe nicht geübt.
10:26Stehen bleiben.
10:27Geben Sie das Geld zurück oder ich schieße.
10:30Vergeblich bemüht er sich, die Pistole durchzuladen.
10:32Der Räuber aber reagiert sofort.
10:36Josef Lattmann geht in Deckung.
10:38Er kann den Mann, der seine Bank beraubt hat, nicht aufhalten.
10:54Josef Lattmann ist tödlich getroffen.
10:57Der Räuber fliegt.
11:00In den nächsten Sekunden greifen die Zufälle so nahtlos ineinander, als hätte ein Regisseur die Ereignisse vorausgeplant.
11:06Der 19-jährige Manfred Senck hält gegenüber der Bank an.
11:09Er wartet auf seine Eltern, die an einer Ampel stehen bleiben mussten.
11:13Manfred Senck hat die Schüsse nicht gehört und hält den fliehenden Mann für einen Moped oder Benzinlieb.
11:27Manfred Senck hat den Räuber mit seiner schweren Maschine rasch eingeholt.
11:34Er fährt ein Stück hinter ihm her und entdeckt dabei, dass im Rückspiegel das Glas fehlt.
11:42In diesem Augenblick nähert sich von hinten der Wagen des Installateurs Willi Dörge.
11:48Auch er weiß nicht, was sich vor wenigen Minuten in der Bank abgespielt hat.
11:54Aber er wird Zeuge eines neuen Verbrechens.
11:57Als der Räuber merkt, dass Manfred Senck ihn verfolgt, greift er wieder zur Pistole.
12:07Der junge Motorradfahrer bleibt schwer verletzt zurück.
12:10In diesem Augenblick biegt der flüchtige Verbrecher nach links ab, gegen die vorgeschriebene Fahrtrichtung in eine Einbahnstraße.
12:20Nun nimmt Willi Dörge die Verfolgung auf.
12:25In vorsichtiger Entfernung bleibt er hinter dem Mann, von dem er nicht viel mehr weiß, als dass er eine geladene
12:29Pistole bei sich hat und davon auch Gebrauch macht.
12:35Zwei Schüsse auf den neuen Verfolger verfehlen jedoch ihr Ziel.
12:40Willi Dörge überlegt verzweifelt, wie er die unheimliche Verfolgungsfahrt beenden soll.
12:45Angesichts der Pistole wagt er nicht, den Mann aufzuhalten.
12:49Er hofft darauf, vielleicht zufällig einem Polizisten zu begegnen.
12:53Und tatsächlich, wie auf Bestellung, verlässt der Polizeibeamte Walter Giese in diesem Augenblick das Haus, in dem er den Zeugen
13:00eines Verkehrsunfalles vernommen hat.
13:02Kommen Sie schnell herein! Der Mopedfahrer da vorne hat eben auf einen Mann geschossen!
13:06Ist so ein Mist! Ausgerechnet jetzt habe ich keine Pistole bei mir.
13:09Na fahren Sie erstmal hinterher!
13:16Der Räuber versucht seinen Vorsprung zu nutzen und in einer Seitenstraße zu entkommen.
13:20Aber die beiden Verfolger holen rasch auf.
13:33Werfen Sie die Pistole weg! Halt Sie an!
13:37Der Mann auf dem kleinen Kraftrad lässt sich nicht beeindrucken.
13:40Aber er schießt auch nicht mehr.
13:42Wahrscheinlich ist das Magazin seiner Pistole zu diesem Zeitpunkt bereits leer.
13:47Am Ende des Radweges muss der Räuber auf die Hauptfahrbahn zurück.
13:51Kommen Sie! Meine Verantwortung!
13:59Das Manöver misslingt.
14:01Aber wenig später bietet sich den Verfolgern erneut eine Chance.
14:06Der Räuber will durch eine Ausfahrt auf einen Parkplatz abbiegen.
14:09Aber sie ist versperrt.
14:16Der Verbrecher gibt noch nicht auf.
14:18Er flieht zu Fuß weiter.
14:20Suchen Sie ein Telefon, rufen Sie die Polizei an!
14:38Wenige Sekunden später ist der Räuber im dichten Unterholz eines angrenzenden Waldstücks verschwunden.
14:44Alle weiteren Suchaktionen bleiben ohne Erfolg.
14:51Das, meine Damen und Herren, ist das Fahrzeug, ein sogenanntes Kleinkraftrad, das der Mörder im Wald zurückgelassen hat.
14:59Die bisherigen Ermittlungen der Mordkommission haben leider nicht zum Erfolg geführt.
15:04Hauptkommissar van der Velde setzt deshalb seine größte Hoffnung heute hier auf dieses Fahrzeug.
15:08Jawohl. Wie Sie soeben im Film gesehen haben, hat der Täter von Henrichenburg es vier Tage vor dem Überfall gestohlen.
15:16Es ist anzunehmen, dass er es in dieser Zeit, nämlich in der Zeit vom 10. bis 14. Juli 1969, benutzt
15:25oder zumindest einmal ausprobiert hat.
15:28Vielleicht erinnert sich heute einer unserer Zuschauer daran.
15:31Das Moped weist zwei Besonderheiten auf, die möglicherweise aufgefallen sind.
15:35Der Rückspiegel ist beschädigt.
15:38Als das Moped am 10. Juli gestohlen wurde, hatte der Spiegel nur einen Sprung.
15:42Vier Tage später, während des Überfalls, befand sich überhaupt kein Glas mehr in der Fassung.
15:48Der Tank ist hell und auf der Sitzbank befindet sich ein Schonbezug schwarz mit einem roten Streifen.
15:58Auffällig sind auch die doppelten Stoßdämpfer am Hinterrad.
16:01Der Täter hat vor dem Überfall anstelle des ursprünglichen polizeilichen Kennzeichens dieses gestohlene Versicherungskennzeichen an dem Kleinkraftrad befestigt.
16:13Das ursprüngliche Nummernschild CASD 139 ist seither verschwunden.
16:20Wir haben es für Sie noch einmal anfertigen lassen.
16:23So sah es aus.
16:25Frage, wer weiß, wo dieses Nummernschild geblieben ist?
16:29Der Mörder, der das Moped vier Tage im Besitz gehabt hat, wird von Zeugen folgendermaßen beschrieben.
16:3628 bis 32 Jahre alt, 1,70 bis 1,75 groß und auffallend schlank.
16:43Mittel bis dunkelblondes, zurückgekämmtes Haar.
16:46Zur Tatzeit trug er ein Heftflasser auf der Oberlippe oder neben dem Mund.
16:51Der Täter besitzt zweifellos in der Umgebung des Tatortes sehr gute Ortskenntnisse.
16:56Was aber nicht heißen muss, dass er aus dem Ruhrgebiet stammt oder sich heute noch dort aufhält.
17:02Vielleicht hilft uns ein gekennzeichneter 20-Mark-Schein weiter, den der Täter erbeutet hat.
17:09Ein Kunde der Bank hatte eine Stunde vor dem Überfall die Kontonummer 10-2-61 auf diesen Schein notiert.
17:19Frage, wo ist der Geldschein mit dieser handschriftlichen Notiz aufgetaucht?
17:2510-2-61.
17:28Der Täter muss seine Jacke, ein dunkelblauer Sakko, für den Überfall präpariert haben.
17:35Entweder hat er hier innen links eine Tasche eingenäht oder er hat das Futter aufgeschnitten,
17:39sodass er das erbeutete Geld zwischen Futter und Stoff stecken konnte.
17:43Nach dem Gutachten der Schusswaffenspezialisten des Bundeskriminalamtes
17:48ist der Sparkassendirektor entweder mit einer Pistole UNIC hier abgebildet
17:54oder mit einer Pistole Astra erschossen worden.
17:57Die UNIC ist nicht sehr verbreitet.
18:00Frage an Sie, meine Damen und Herren,
18:03wer weiß etwas vom illegalen Besitz einer solchen Waffe?
18:07Für Hinweise, die zur Klärung des Verbrechens bzw. zur Festnahme des Täters führen,
18:12sind Belohnungen von insgesamt 9.000 Mark ausgesetzt.
18:16Hinweise bitte an die Kriminalpolizei Recklinghausen.
18:21Telefon, Vorwähl 02361, Rufnummer 20021 an jede andere Polizeidienststelle oder eines der Aufnahmestudios.
18:34Vielen Dank, Herr von der Felde.
18:36Meine Damen und Herren, nach diesem Fall erübrigt sich wohl jede Erklärung,
18:41warum man das Delikt Bankraub nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte.
18:44Auch in unserem nächsten Fall geht es um meinen Mann, der beschuldigt wird,
18:49mindestens zwei Sparkassen mit der Pistole in der Hand überfallen zu haben.
18:53Der Mann heißt Karl Hagen und ist 25 Jahre alt.
18:57Beide Überfälle wurden im August dieses Jahres verübt.
19:01Einer in der Nähe von Offenburg, der andere bei Köln.
19:04Karl Hagen ist nur 1,65 groß und schlank.
19:08Er hat mittelblondes Haar, graugrüne Augen und spricht Hochdeutsch mit bayerischem Tonfall.
19:13Für Hinweise, die zur Festnahme des Gesuchten führen, ist eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt.
19:21Hinweise bitte an die Kripo Köln, Telefon, Vorwahl 0221, Rufnummer 2751 an jede andere Polizeidienststelle oder eines unserer Aufnahmestudios.
19:36Und jetzt, meine Damen und Herren, geht es um einen Fall aus der sogenannten Weißkragenkriminalität.
19:42Ganz zu Unrecht werden ja die großen Wirtschaftsgangster mitunter nur so als clevere Kaufleute eingestuft.
19:50Sieht man sich den Schaden an, der von diesen Leuten angerichtet wird,
19:53so kommt man ganz automatisch zu einer etwas anderen Beurteilung.
19:57Fast immer geht es um Millionenbeträge.
20:00Im vorliegenden Fall wurde mit Hilfe eines komplizierten Betrugssystems
20:04eine Reihe von Menschen um insgesamt etwa 10 Millionen Mark geschädigt.
20:08Einige Beschuldigte sind inzwischen festgenommen.
20:12Der Hauptbeschuldigte und zwei seiner wichtigsten Helfer sind jedoch flüchtig.
20:16Sie heißen Georg Wintner, 40 Jahre alt, gebürtiger Ungar.
20:22Karl Jaksa Bobowski, 44 Jahre alt.
20:25Er hält sich heute vermutlich in der Schweiz oder in Österreich auf.
20:28Und Fritz Groß, 72 Jahre alt.
20:33Die Polizei glaubt, dass er mit einem weißen Mercedes 280 SL in Süddeutschland, im Elsass oder in der Schweiz unterwegs
20:40ist.
20:40Und möglicherweise den Falschnamen Kreil benutzt.
20:44Wir werden Ihnen jetzt, meine Damen und Herren, anhand eines Beispiels zeigen,
20:49mit welch raffiniertem Spiel die Opfer in diesen Fällen nach einem immer wieder ähnlichen Prinzip eingewickelt worden sind.
20:56Und vielleicht können wir den einen oder anderen von Ihnen mit dieser Schilderung auch vor Schaden bewahren.
21:02Die Namen der Geschädigten und Zeugen und im Übrigen auch der bereits inhaftierten Beschuldigten
21:08sind in unserer filmischen Rekonstruktion geändert.
21:11Der Ablauf der Handlung jedoch entspricht dem derzeitigen Ermittlungsergebnis.
21:19Zürich, Herbst 1965.
21:23An einem Montagmorgen betritt Lucia Pauli die Halle einer Züricher Bank,
21:27um Herrn Kreuzer, den Chef der Kundendepots, aufzusuchen.
21:33Frau Pauli war lange Jahre Hausangestellte eines begüterten Arztes in St. Gallen
21:37und hat bei dessen Tod etwa 25 alte Ölgemälde geerbt.
21:42Sie hat für die Bilder keine Verwendung.
21:44Deshalb hat sie sie im Tresorraum der Bank eingelagert
21:46und den Depotverwalter beauftragt, sie nach Möglichkeit zu verkaufen.
21:51Grüezi, Frau Pauli.
21:52Ach, grüezi, Herr Kreuzer.
21:54Ja, das ist aber nett, dass Sie wieder mal vorbeikommen. Wie geht es Ihnen so?
21:57Oh, wie es also geht, Sie wissen ja.
21:59Ja, ja. Übrigens, ist gut, dass Sie gerade heute vorbeikommen.
22:02Ich glaube, wir haben jetzt einen Käufer von eines von Ihren Bildern.
22:05Ach, das ist aber schön. Ich habe Sie gerade wollen fragen, wie es damit steht.
22:09Welches ist es denn?
22:10Es ist die Katharina mit dem Jesuskind.
22:12Ach, der ist groß, von Italien, was nie an keine Wand passt hätte.
22:16Ja, genau das. Der Kunstfändler Pratschek da in Zürich interessiert sich dafür.
22:21Und der hat jetzt einen Grund in München, der sich für das Bild interessiert.
22:24Die Sache ist noch nicht ganz perfekt, aber ich glaube, es sieht gut aus.
22:27Was meinen Sie denn, dass es bringt?
22:29Ja, ich weiß nicht. Ich habe mal 23.000 für Sie verlangt, aber ich weiß nicht, ob das zahlen wird.
22:35Ist gut. Ich verlasse mich da ganz auf Sie. Sie machen es schon recht.
22:40Danke, Frau Pauli. Und ich schreibe Ihnen den Grad, wenn die Sache perfekt ist.
22:45Merci vielmals.
22:46Adieu, Frau Pauli.
22:47Adieu.
22:48Frau Pauli hofft nach diesem Gespräch, dass eines Ihrer Bilder nun endlich verkauft wird.
22:55Wenige Wochen später wird in München tatsächlich über den Ankauf des fraglichen Bildes verhandelt.
23:00Der Schweizer Kunsthändler Pratschek ist in die bayerische Hauptstadt gereist und hat Herrn Windner,
23:05seinem deutschen Interessenten, zunächst eine Fotografie des italienischen Gemäldes mitgebracht.
23:10Pratschek erfährt hier auch, dass Windner das Bild nicht für sich selbst,
23:14sondern für seinen Freund, den aus Ungarn stammenden Baron Horvano, erwerben möchte.
23:19Große Freude haben.
23:20Also, Herr Pratschek, ich kann dem Herrn Baron natürlich nicht empfehlen,
23:23mehr als 40.000 Mark für dieses Bild zu bezahlen.
23:26Und das ist schon beinahe zu viel.
23:29Also gut, 40.000 Mark könnte ich akzeptieren.
23:34Aber wissen Sie, ich muss über die Sache noch einmal schlafen, bitte.
23:39Definitiv entscheiden möchte ich mich heute nicht.
23:42Wann glauben Sie, dass Sie sich entscheiden können?
23:48In ein paar Wochen, denke ich.
23:50Wir müssen ja auch zuerst das Bild einmal gesehen haben.
23:53Bitte sehr.
23:55Sie können jederzeit noch zurückkommen.
23:58Nein, verehrte, das müssen Sie uns schon herbringen.
24:01Die Fotografie mit der Expertise behalte ich gleich hier, die brauchen Sie ja nicht mehr.
24:06Bitte?
24:07Aber was heißt Expertise?
24:09Was davon zu halten ist, das habe ich Ihnen ja gesagt.
24:13Wenn das wirklich ein Veronese wäre, würden wir hier nicht über 40.000 Mark, sondern über anderthalb Millionen reden.
24:22Na, wie gesagt, wir geben Ihnen in den nächsten Wochen Bescheid.
24:24Die sogenannte Expertise auf der Rückseite der Fotografie stammt von einem unbedeutenden Gutachter.
24:30Er hat das Bild dem alten italienischen Meister Paolo Veronese zugeschrieben.
24:35Für den Fachmann bedeuten Expertisen dieser Art nicht viel.
24:39Seit Jahrhunderten werden auf diese Weise Bilder zweifelhafter Herkunft berühmten Meistern zugeschrieben.
24:44Und die Expertisen existieren natürlich weiter, auch wenn sich die vermutete Herkunft des Bildes später nicht bestätigt.
24:53Einem Laien sind diese Feinheiten des Kunsthandels meist nicht bekannt.
24:58Auch dem ehemaligen Fabrikanten Heinrich Holzmann in Stuttgart fehlen diese Kenntnisse,
25:03obwohl er in seinem Hause eine kleine Sammlung alter Meister besitzt.
25:10Heinrich Holzmann ist von Beruf Maschinenbauingenieur.
25:13In jahrzehntelanger Arbeit hatte er eine kleine, aber renommierte Fabrik für feinmechanische Artikel aufgebaut.
25:19Aus Alters- und Gesundheitsgründen hat er diesen Betrieb schließlich vor wenigen Monaten verkauft
25:24und einen Teil des Erlöses in Kunstwerken wertbeständig angelegt.
25:28Diese Kapitalanlage sollte die Versorgung seiner Familie sicherstellen.
25:36Einen Teil seiner kleinen Sammlung hat er bei den Münchner Kunsthändlern Georg Windner und Fritz Groß erworben.
25:43Er weiß nicht, dass diese Bilder bei weitem nicht den Preis wert sind, den er dafür bezahlt hat.
25:49Herr Holzmann, Herr Groß aus München ist da.
25:52Ja, ist recht, ich komme.
25:54Einer der Münchner Kunsthändler hat sich an diesem Tag, dem 13. Dezember 1965,
25:59noch einmal zu einem Besuch angesagt, um über ein besonders interessantes Objekt zu sprechen.
26:04Ach, danke, Gute.
26:06Übrigens, damit ich es nicht vergesse, ich soll Sie recht schön von Herrn Windner grüßen.
26:10Ah, ja, ja, ja, danke schön. Ja, wie geht es denn dem Herrn Windner?
26:14Ach, danke, danke, sehr gut ausgezeichnet.
26:21Machen Sie sich wirklich recht gut hier.
26:24Muss schon sagen, da haben Sie Glück gehabt, dass Sie die gekriegt haben.
26:28Ja, ja, ich habe auch immer wieder meine Freude dran.
26:31Ja, aber bitte, nehmen Sie doch Platz.
26:33Danke schön.
26:33Bitte, Herr Groß.
26:35Danke.
26:36Also, was verschafft mir denn heute die Ehre?
26:39Offenstand, ich bin aus dem, was Sie am Telefon gesagt haben, nicht ganz schlau worden.
26:44Tja, wir haben da eine unerhört günstige Sache aufgetan.
26:49Hm?
26:50Einen verschollenen Veronesen aus altem Adelsgeschlecht.
26:54Wir können ihn leider nicht selbst erwerben, da er nicht an den Handel,
26:58sondern nur an einen privaten Sammler abgegeben werden soll.
27:02Ja, das verstehe ich nicht.
27:04Warum jetzt das?
27:06Der Verkäufer stammt aus einem alten Adelsgeschlecht.
27:10Baron Horbanö.
27:13Sie werden sicher schon von der fantastischen Sammlung auf dem Stammschloss der Horbanöse in Ungarn gehört haben.
27:20Naja, und für solchen Leuten ist es immer ein bisschen unangenehm, wenn sie Geld brauchen.
27:26Wenn das Bild in den Handel kommt, was meinen Sie, was das für eine Sensation gibt?
27:33Ah no, aber ich bin doch schon eingedeckt.
27:38Was soll's denn kosten?
27:41Schauen Sie es einmal an.
27:43Das kann man sich eigentlich gar nicht mehr vorstellen.
27:48Ein echter Veronesen.
27:51Kein Mensch weiß bis heute etwas davon.
27:54Hm, Donnerwetter.
27:56Wirklich hübsch.
27:58Erstklassige Expertise.
28:00Es gibt gar keinen Zweifel, ein Veronese.
28:03Den können Sie heute nirgends mehr kaufen.
28:05Hängen alle im Louvre und den anderen Museen.
28:09Ja, und was soll er denn nun kosten?
28:12Hier in Europa ist er rund zwei Millionen Mark wert.
28:16Zwei Millionen?
28:17Eher mehr.
28:19Ja, um Gottes Wille.
28:21Wo soll ich denn so viel Geld hernehmen?
28:24Wir haben einen amerikanischen Interessenten.
28:28Aber der Baron will nicht, dass es nach Amerika geht.
28:31Eben wegen dieser Diskretion.
28:33Er hätte es viel lieber in einer stillen, verschwiegenen, privaten Sammlung untergebracht.
28:40Und wenn er sich darauf verlassen kann,
28:43dann würde er wohl auch mit dem Preis ein bisschen heruntergehen.
28:46Vielleicht auf anderthalb Millionen.
28:50Also, das tut mir leid, Herr Gross, die habe ich auch nicht.
28:54Sie müssen das Geld ja nicht für dauernd blockieren.
28:59Der Amerikaner würde das Bild sicher auch von Ihnen kaufen.
29:03Und da wäre sogar noch gut eine halbe Million Gewinn drin.
29:06Aber ich bitte Sie, das geht doch nicht.
29:08Wenn ich Diskretion zusichere und verspreche, das Bild zu behalte,
29:13dann stehe ich auch dazu.
29:15Wie ist denn das Bild überhaupt aus Ungarn hier rüber gekommen?
29:19Hat der Baron denn die ganze Galerie mitgebracht?
29:21Natürlich nicht.
29:23Er konnte nur ein paar besonders wertvolle Bilder retten.
29:26Kopf und Kragen hat er damals riskiert.
29:29Tja, wie gesagt, anderthalb Millionen.
29:33Ich fürchte, Sie überschätzen mich da ein bisschen.
29:36Na, Sie können ja schließlich mal nach Münzen kommen
29:38und es sich unverbindlich ansehen.
29:42Ja, ja, das könnt ihr schon machen.
29:44Warten Sie mal, da habe ich doch einen Termin in München.
29:48Gleich anfangs im Jahr.
29:52Ja, hier.
29:53Der 2. Februar.
29:55Na wunderbar.
29:57Rufen Sie mich an.
29:58Dann gehen wir mal zu dem Baron Horvano am 2. Februar.
30:04Bis zum 2. Februar 1966
30:07haben die Münchner Kunsthändler und ihr angeblicher ungarischer Baron
30:11genug Zeit, das Bild aus Zürich kommen zu lassen.
30:17In der Wohnung des Herrn Horvano werden an diesem Tag
30:19die letzten Vorbereitungen für den verabredeten Besuch
30:22des Stuttgarter Ingenieurs getroffen.
30:41Fritz Groß, den Horvano erwartet, bringt an diesem Tag nicht nur
30:45den Stuttgarter Ingenieur, sondern auch noch einen weiteren Interessenten,
30:49einen belgischen Kunsthändler mit in die Wohnung Horvano.
30:54Heinrich Holzmann muss in dem Belgier aufgrund einiger Andeutungen
30:58einen Beauftragten des unbekannten amerikanischen Kunden vermuten.
31:05Zuerst lässt der Hausherr die Besucher seine erlesenen Schätze bewundern.
31:09Ehrfurchtsvoll stehen sie vor einem angeblich echten Van Dyck
31:13und anderen flämischen Meistern.
31:16Was kostet der?
31:17Um Gottes Willen, den kann ich nicht verkaufen, bitte.
31:21Das wird mir das Herz brechen.
31:23Das müssen Sie verstehen, meine Herren.
31:25Aber Sie werden den Van Dyck sofort vergessen haben.
31:29Erlauben Sie, Herr Baron?
31:30Ja, natürlich.
31:51Oh, das ist ja wunderbar.
31:54Magnifisch!
31:56Oh, da ist ein klein bisschen beschädigt hier, ne?
32:01Sollte man ein bisschen restaurieren.
32:07Fantastisch!
32:09So schön hätte man es nicht vorgestellt.
32:12Heinrich Holzmann fängt nun doch Feuer.
32:14Da das Bild, wie er fest glaubt, aus altem Adelsbesitz stammt,
32:18kommt er gar nicht auf die Idee, an der Echtheit zu zweifeln.
32:21Er glaubt vielmehr, dass auch der Belgier das Bild kaufen möchte
32:23und beeilt sich deshalb, sein Interesse anzumelden.
32:27Jetzt mal Hand aufs Herz.
32:28Was soll es denn wirklich kosten?
32:30Anderthalb Millionen, habe ich Ihnen ja gesagt.
32:32Aber ich bitte Sie, die Hanni doch nicht.
32:34Also wir können jetzt hier wirklich nicht über Geld reden.
32:37Nicht im Gegenwart anderer.
32:38Hannu, wo soll man denn sonst reden?
32:40Machen Sie mit mir rüber ins Hotel.
32:42Vielleicht können wir uns einigen.
32:45Alles gut.
33:04Zwei Tage lang hat der Stuttgarter Ingenieur mit Fritz Gross und dem Baron in dem Münchner Hotel gesessen
33:10und um den Preis gerungen.
33:11Um die Hälfte hat er ihn schließlich heruntergehandelt und dann den angeblichen Veronese für 750.000 Mark gekauft.
33:19Das waren etwa 730.000 Mark mehr, als die Haushälterin in Zürich dafür erhalten hat.
33:26Oberkriminalrat Ludwig Mitzdorf vom Bayerischen Landeskriminalamt hat die Bilder inzwischen von Fachleuten untersuchen lassen.
33:33Ja, Herr Zimmermann, und noch einige mehr.
33:37Der echte Veronese, das hat sich sehr bald und sehr zuverlässig ergeben,
33:42ist zweifellos ein schönes Dekorationsstück, hat aber einen Wert von allerhöchstens 7.000 Mark.
33:48Es ist übrigens sicher interessant, dass in vielen anderen Fällen die Diskrepanz zwischen den Preisen,
33:55die diese Händlergruppe erreicht, erzielt hat, und den Preisen, die echter Wert war, noch erheblich krasser war.
34:04Die Gruppe besteht ja nun nicht nur aus Leuten, die wir im Film kennengelernt haben.
34:07Nein, in unserem Verfahren liegen bisher zwölf solcher Fälle unter.
34:13Fälle, die sich ähnlich raffiniert abgespielt haben, die ähnlich methodisch gelaufen sind.
34:18Wir haben natürlich auch eine sehr große Zahl von schwer Geschädigten.
34:22Es gibt also sehr reelle Geschäftsleute, die ihr Vermögen verloren haben.
34:27Es gibt heute noch Leute, die heute noch an Wechseln bezahlen für Werte, die sie nie bekommen haben.
34:31Das heißt, die also Schulden gemacht haben.
34:33Die also Schulden gemacht haben, die erheblich geschädigt sind.
34:35Und die heute ruiniert sind.
34:36Und die heute zum Teil sogar ruiniert sind.
34:38Einer der Beschuldigten ist ja nun bereits, einige der Beschuldigten sind ja nun festgenommen und sitzen ja untersuchungshaft.
34:43Ja, nicht wahr, wenn die Kriminalpolizei mehrere Haftbefehle gleichzeitig und an verschiedenen Orten im Bundesgebiet zu vollziehen hat,
34:52so ist es ja immer ein gewisses Problem.
34:54So war es also verständlich, insbesondere wenn man bedenkt, dass unsere Mitarbeiter in diesem recht komplizierten Verfahren über eineinhalb Jahre
35:02lang um diese Gruppe herum ermitteln mussten,
35:05so ist es verständlich, dass zuletzt nicht mehr alle greifbar waren.
35:08Insbesondere fehlt uns ja auch der Hauptverdächtige, Windner.
35:13Und ich muss sagen, meine verehrten Zuschauer, die Kriminalpolizei wäre um jedes Augenpaar sehr froh, dass hier unseren Blickpunkt, unser
35:22Blickfeld erweitern hilft.
35:24Gesucht werden in diesem Verfahren also erstens Georg Windner.
35:29Er ist 40 Jahre alt, 1,72 groß, hat grau-meliertes Haar, hellblaue Augen und eine auffällig straffe Haltung.
35:39Der zweite Mann heißt Karl Jaksa Bobowski.
35:45Er ist 44 Jahre alt, 1,82 groß, hat mittelblonde Haare und blau-graue Augen.
35:53Jaksa Bobowski spricht Hochdeutsch und Polnisch.
35:57Möglicherweise hält er sich in der Schweiz, in Liechtenstein oder in Österreich, vielleicht auch in Bayern auf.
36:04Es ist möglich, dass er einen BMW 2000 fährt.
36:09Die Farbe des Wagens ist beige.
36:12Jaksa Bobowski führt Pistole mit sich.
36:16Er reist nicht unter seinem Namen.
36:18Das ist der dritte Mann, der in diesem Verfahren gesucht wird.
36:22Fritz Groß, 72 Jahre alt, 1,73 groß und auffallend korpulent.
36:28Er hat dunkelblondes, größtenteils ergrautes Haar und blau-graue Augen.
36:33Das rechte Bild ist erst vor wenigen Monaten von der Polizei in Brüssel aufgenommen worden.
36:37Gelegentlich trägt Fritz Groß eine Brille.
36:40Wir zeigen Ihnen deshalb auch das andere Foto.
36:43Der Gesuchte spricht Hochdeutsch, teilweise mit rheinischem Tonfall, da er früher in Düsseldorf gelebt hat.
36:49Er hält sich heute vermutlich in Begleitung einer jüngeren Frau in der Schweiz oder im deutsch-französischen Grenzgebiet auf.
36:56Vielleicht bedient er sich dabei des Falschnamens Kreil.
36:59Vermutlich fährt er mit einem weißen Mercedes 280 SL, der das Kennzeichen trägt, BAD, also Baden-Baden, D80.
37:10Für Hinweise, die zur Festnahme der Gesuchten führen, sind Belohnungen von jeweils 2000 Mark ausgesetzt.
37:19Hinweise erbitten wir an das Bayerische Landeskriminalamt in München.
37:23Telefon 59 011, Vorwahl 0811, an jede andere Polizeidienststelle oder eines der Aufnahmestudios.
37:35Vielen Dank, Herr Mitzdorf.
37:37Im Übrigen, meine Damen und Herren, wird die ZDF-Sendung Aspekte am 14. Oktober, also am Dienstag nächster Woche,
37:44sich ebenfalls mit dem hier angesprochenen dubiosen Kunsthandel beschäftigen und dabei auch insbesondere auf das Thema Expertisen eingehen.
37:53Und nun der nächste Fall.
37:55Die Vorgeschichte begann vor sechs Wochen in Wien.
37:59In der Nacht zum 1. September drangen doch zwei Männer in ein Juweliergeschäft ein und erbeuteten Schmuck im Wert von
38:06720.000 Schilling.
38:08Das Wiener Sicherheitsbüro konnte zwei Männer ermitteln, die der Tat dringend verdächtigt sind.
38:14Einer davon ist vermutlich mit der halben Beute flüchtig.
38:17Er heißt Claude Chenet, ist in Lausanne geboren, aber österreichischer Staatsbürger.
38:24Der Gesuchte ist 25 Jahre alt, 1,75 groß und schlank.
38:30Er hat rötlich, brünettes Haar und blaue Augen.
38:33Nach Auskunft von Zeugen, die ihn in jüngster Zeit gesehen haben, soll er heute im Gesicht etwas schlanker sein als
38:40auf diesem Foto.
38:43Claude Chenet spricht Französisch, Englisch, Tschechisch und Deutsch mit österreichischem Tonfall.
38:49Für Hinweise, die zur Festnahme des Gesuchten führen, ist eine Belohnung von 1.000 Mark ausgesetzt.
38:56Außerdem 25 Prozent des Wertes für alle wiederherbeigeschafften Schmuckstücke.
39:01Hinweise bitte an das Sicherheitsbüro Wien, Telefon 34 55 11, an jede andere Polizeidienststelle oder eines unserer Aufnahmestudios.
39:13In unserem nächsten Fall, meine Damen und Herren, geht es nun noch einmal um ein Kapitalverbrechen.
39:18Um einen Mordversuch, bei dem der Täter auf sehr ungewöhnliche Weise vorgegangen ist.
39:24Die Waffe, deren er sich bedient hat, findet man sonst eigentlich nur im Bereich des politischen Attentats.
39:31Politik spielt in diesem Fall aber ganz offensichtlich keine Rolle.
39:34Das ist im Übrigen so ziemlich das Einzige, was man mit Bestimmtheit sagen kann in diesem Fall.
39:39Alles andere, insbesondere das Motiv und die Hintergründe des Verbrechens, liegen noch im Dunkeln.
39:44Man kann auch nicht einmal mit letzter Sicherheit sagen, wer getötet werden sollte.
39:51Zürich, 28. November 1964. Samstag vor dem ersten Advent.
39:57In ihrem geschmackvoll eingerichteten Haus in Thalwil, einem Vorort von Zürich, deckt Carmen Biedermann den Mittagstisch.
40:07Pünktlich wie immer kommt ihr Mann zum Essen nach Hause.
40:25Gerold Biedermann ist leitender Einkäufer eines Kaufhauskonzerns in Zürich.
40:29Am nächsten Tag will er mehrere Lieferanten in Paris besuchen.
40:37Das Ehepaar Biedermann ist drei Jahre verheiratet und hat zwei kleine Kinder.
41:04Gerold Biedermann lebt in guten wirtschaftlichen Verhältnissen.
41:07Er ist weit gereist und hat eine Leidenschaft für schnelle und attraktive Autos.
41:12Häufig verkauft er sie nach kurzer Zeit wieder und macht dabei mitunter sogar einen kleinen Gewinn.
41:22Im Wohnzimmer sammelt er Oldtimer-Modelle.
41:25Im Kreise seiner Freunde und Bekannten kennt man seine Autoleidenschaft.
41:36Auch eine bis heute unbekannte Person muss von diesem Hobby gewusst haben.
41:41Am 30. November, an dem Tag, an dem Gerold Biedermann aus Paris zurückkommen will,
41:46packt sie ein geheimnisvolles Päckchen für den Autofan.
41:49Sie hofft, sicher nicht zu Unrecht, dass dieses Päckchen im Hause des Modellsammlers erwartungsvoll geöffnet werden wird.
41:59Die Funktionsfähigkeit des geheimnisvollen Inhalts ist genau erprobt.
42:04Mit einem Kunstgriff wird ein Mechanismus eingeschaltet.
42:30Sorgfältig wird die Holzschachtel als Geschenk verpackt.
43:02Untertitelung des ZDF für funk, 2017
43:16Der Absender erweist sich später als fingiert.
43:26Um bei der Post keinerlei Beanstandungen auszulösen, wird das Paket mit dem doppelten Porto frankiert.
43:46Zwischen 15 und 16 Uhr wird das an Gerold Biedermann adressierte Päckchen am Schalter 22 im Hauptpostamt in Basel abgegeben.
43:59Die Schalterbeamtin wundert sich ein wenig, dass das relativ kleine, vollständig frankierte Päckchen nicht in den nur wenige Meter entfernten
44:07Kasten geworfen wird.
44:12An mehr kann sie sich später nicht erinnern.
44:20Am nächsten Morgen sortiert kurz vor 8 Uhr der Paketbote Alfred Sutter in der Poststelle Talwil Paketsendungen seines Bezirkes.
44:35Auch das Päckchen an Gerold Biedermann ist dabei.
44:38Alfred Sutter legt sich die Pakete im Wagen nach Straßen zurecht.
44:42Die Dorfstraße in Talwil, in der die Familie Biedermann wohnt, liegt ziemlich am Ende seiner Tour.
44:48Er trifft dort gewöhnlich gegen 11.30 Uhr ein.
44:54Vielleicht hat der Absender des Päckchens gewusst, wann der Paketbote gewöhnlich in der Dorfstraße erscheint.
44:59Und vielleicht hat er auch gewusst, dass Gerold Biedermann inzwischen aus Paris zurückgekehrt, um diese Zeit meistens zu Hause ist,
45:06um mit seiner Familie zu Mittag zu essen.
45:14Nicht gewusst haben konnte der Absender des geheimnisvollen Päckchens, dass der Postbote Sutter an diesem Tag ungewöhnlich spät dran ist.
45:22Er ist von der Dorfstraße noch weit entfernt.
45:28Wegen des bevorstehenden Nikolaustages hat er doppelt so viele Pakete auszutragen, wie an einem normalen Tag.
45:33Die Aushilfskraft, um die er gebeten hatte, ist ihm nicht zur Verfügung gestellt worden.
45:48So ist Gerold Biedermann längst wieder im Büro, als an diesem Dienstag um 14.45 Uhr der Paketbote Sutter in
45:55die Dorfstraße kommt.
45:57Frau Biedermann hat die Kinder zum Mittagsschlaf ins Bett gebracht und sich auch selbst für einen Moment auf die Couch
46:02gelegt.
46:06Spannende Herren.
46:21Spannende Herren.
46:22Ah, Post.
46:23Jetzt wieder einmal.
46:24Rahe, Sie sind aber spät heute.
46:26Dass Aushilf der Sommerklaus auf dem Balkon kommt.
46:28stable, wieder mal.
46:29Wiedersehen, merci.
46:36Es ist in der Weihnachtszeit nicht ungewöhnlich, dass Gerold Biedermann Päckchen erhält.
46:40Viele Geschäftspartner schicken zum Fest kleine Werbegeschenke.
46:50Carmen Biedermann vermutet, als sie das Päckchen öffnet, einen Kalender oder ein Buch zu finden.
46:55Sie ahnt nichts Böses.
47:06Sie ahnt nichts Böses.
47:33Die Explosion kostet Carmen Biedermann beinahe das Leben.
47:37Mit schwersten Verletzungen wird sie ins Krankenhaus gebracht.
47:40Sie verliert ein Auge und eine Hand.
47:50Am Tatort findet die Polizei später nur wenige brauchbare Spuren.
48:05Trotzdem gelingt es dem Erkennungsdienst, der Kantonspolizei und dem wissenschaftlichen Dienst der Zürcher Stadtpolizei,
48:12das Bombenpaket bis in die letzten Einzelheiten zu rekonstruieren.
48:23Auch diese kriminaltechnische Meisterleistung hat die Schweizer Polizeibehörden bisher nicht zum Ziel geführt.
48:31Selbst das Motiv des Attentats liegt immer noch im Dunkeln.
48:34Bis jetzt steht noch nicht einmal mit Sicherheit fest, wem der Anschlag nun wirklich gegolten hat.
48:39Dem Mann, seiner Frau oder etwa der ganzen Familie.
48:42Die Zürcher Kantonspolizei sucht seit fünf Jahren vergeblich nach dem Schlüssel zur Lösung dieses Verbrechens.
48:49Leutnant Palfurre ist aus Zürich zu uns gekommen.
48:51Herr Zimmermann, wir haben inzwischen einsehen müssen,
48:55dass wir auf dem Umweg über das Motiv oder die möglichen Beziehungen des Täters zum Opfer
49:00den Fall kaum mehr klären können.
49:03Was uns bleibt, ist die Fahndung nach der Person, die das Päcken gebastelt hat.
49:09Damit haben wir heute, mit Hilfe der Zuschauer, vielleicht noch eine echte Chance.
49:15Diese geheimnisvolle Person muss im November 1964 zur Herstellung dieser Höllenmaschine
49:22über eine Reihe zum Teil auffälliger Gegenstände verfügt haben,
49:26die man aufgrund ihrer Herkunft in drei Gruppen einteilen kann.
49:30Einige stammen aus der Schweiz, ein Teil kommt aus Deutschland oder Österreich,
49:35der Rest stammt nicht vom europäischen Kontinent.
49:38Es gibt sicher nicht viele Leute, die all diese Gegenstände gleichzeitig im Besitz haben konnten.
49:44Deshalb müsste es eigentlich möglich sein,
49:47den geheimnisvollen Konstrukteur dieses Bombenpakets zu lokalisieren.
49:52Zuerst die Bestandteile, die aus der Schweiz stammen.
49:55Eine Holzschachtel, und zwar eine sogenannte Nähnadelschachtel,
50:01aus der die Innenfächer entfernt worden sind.
50:05Die Schachtel wurde Naturfarben verkauft.
50:08Sie muss nachträglich vielleicht vom Attentäter außen hellbraun lackiert
50:15und innen gelb gebeizt worden sein.
50:21Ja, vielen Dank.
50:22Ebenfalls aus der Schweiz ein solcher Mikroschalter,
50:26eine, hier, dieser Mikroschalter,
50:29eine kleine 1,5 Volt Batterie,
50:32Marke Leclanché,
50:35dieses grüne Geschenkpapier,
50:37und eine von Hand verkleinerter Pappkarton.
50:40Das ist die Originalhöhe.
50:42Und der Attentäter hat diesen Karton auf dieses Format gebracht.
50:47Schließlich das Abziehbild eines Packard, Modell 1911.
50:52Das Bild, das der Attentäter auf die Holzschachtel aufgeklebt hat,
50:57ist entweder aus einem solchen Bogen mit acht Bildern ausgeschnitten worden.
51:04In diesem Falle könnte der Restbogen vielleicht irgendwo aufgefallen sein.
51:10Möglicherweise handelt es sich bei dem Abziehbild auch um ein Einzelstück,
51:16das damals zu Werbezwecken verteilt worden ist.
51:20Diese sogenannten Dekobilder gibt es sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland.
51:24Die Schreibmaschine, die der Täter benutzt hat,
51:28war mit den Schrifttypen 97R ausgestattet.
51:31Sie wurde mit diesem Schriftbild nur in der Bundesrepublik verkauft.
51:35Es könnte sich um eine extrem flache Olympia-Reiseschreibmaschine vom Typ SF
51:42oder um die etwas höhere Olympia-Reiseschreibmaschine vom Typ SM handeln.
51:49Auch die Zahnpastatube, Golgate, in Deutschland sagt man Golgate,
51:55in die der Sprengstoff eingefüllt war, müsste aus Deutschland oder vielleicht auch aus Österreich stammen.
52:01In der Schweiz waren diese Tuben seit Jahren nur noch mit der Aufschrift
52:05Golgate mit Gardol, Golgate mit Gardol im Handel.
52:11Besonderer Rätsel gibt den Fachleuten der Kern der Bombe auf,
52:15nämlich der Sprengstoff und die verwendete Zündkapsel.
52:18Der Sprengstoff ist auf maschinellem Wege mit elementaren Schwefel gemischt.
52:24Er hat einen besonders tiefen Gefrierpunkt und wird in dieser Zusammensetzung
52:29nur in England und in den Vereinigten Staaten hergestellt.
52:34Ebenso wichtig ist die Frage nach der Herkunft der Zündkapsel.
52:37Ein Zuleitungsdraht war schwarz isoliert, der andere rot.
52:44Zündkapseln mit rot- und schwarz isolierten Drähten sind in Europa unbekannt.
52:49Vielleicht kann ein Fachmann unter unseren Zuschauern etwas über die Herkunft eines solchen Zünders aussagen.
52:56Für Hinweise, die zur Klärung des Verbrechens führen,
52:59sind Belohnungen von insgesamt 6000 Schweizer Franken ausgesetzt.
53:03Hinweise bitte an die Kantonspolizei Zürich, an jede andere Polizeidienststelle oder eines der Aufnahmestudios.
53:12Vielen Dank, Herr Fuhrer.
53:13Bei Ihnen zu Hause in Zürich klingeln nun bereits die Telefone,
53:16aber ich möchte annehmen, dass Hinweise, die diesen Fall angehen,
53:20noch einige Minuten dauern, bis man einen Überblick darüber bekommt.
53:23Aber wie sieht es denn in den anderen Fällen aus, Herr Vetteli?
53:25Können Sie uns schon etwas sagen?
53:26Ja, wir haben verschiedene Anrufe verteilt, auf alle Fälle bei uns in der Schweiz erhalten bis jetzt.
53:32Wir haben auch einige Anrufe bekommen, die sich auf die Pseudo-Kunsthändler beziehen,
53:37die sich ja vermutlich in der Schweiz aufhalten könnten.
53:41Hingegen eine konkrete Spur haben wir noch nicht.
53:45Das Hauptinteresse konzentriert sich natürlich bei uns in der Schweiz auf das Sprengstoffattentat,
53:50dass wir ja eben mitverfolgen, die Rekonstruktion mitverfolgen konnten.
53:55Hierzu sind die Telefone, wie Sie im Hintergrund sehen, laufen.
54:00Hierzu treffen bestimmt Meldungen ein.
54:03Wir hoffen, dass wir vielleicht konkrete Angaben bekommen können,
54:07aber in der kurzen Zeit bis jetzt war das bei uns noch nicht möglich.
54:10Nun, das lässt sich denken, aber wir haben ja noch Zeit
54:12und im Laufe des Abends wird es vielleicht noch Näheres geben.
54:14Vielen Dank.
54:15Wie sieht es bei Ihnen aus in Wien, Herr Podkowski?
54:17Ja, Herr Zimmermann, es ist zum ersten Mal vorgekommen heute,
54:22dass wir fast keine Reaktionen bemerken konnten.
54:26Es kamen nur wenig brauchbare Hinweise
54:29und es ist anzunehmen, dass die Klärung auch der österreichischen Fälle im Ausland erfolgen dürfte.
54:36Es sei denn, es kommen jetzt in den späteren Abendstunden noch einige brauchbare Hinweise.
54:41Nun, sowohl alles beides ist möglich, warten wir ab.
54:44Vielen Dank bis heute Abend.
54:45Vielen Dank, Herr Podkowski.
54:46Okay. Und bei uns, Peter Hohl, wie sieht es da aus?
54:49Ja, wir haben schon so viele Anrufe, dass es beinahe schwierig ist,
54:51jetzt schon einen Überblick zu haben.
54:53Hat also Teddy Podkowski recht, dass es vielleicht sich hier zusammenzieht?
54:56Ja, es sieht so aus, als ob es sich bei uns konzentrieren würde.
54:58Vor allem hat der Fall mit den Bildern sehr viel Anteilnahme ausgelöst
55:03und soweit wir bisher feststellen konnten, trifft ein Großteil der Hinweise zu.
55:07Das sind also Tatsachen, die durchaus richtig sind, die allerdings zum größten Teil bereits bekannt sind.
55:11Das sind auch einige Dinge, die bereits Aktionen ausgelöst haben.
55:15Es hat sich beispielsweise ein Mann gemeldet, der glaubt, noch vor acht Tagen mit einem der gesuchten drei Männer verhandelt
55:21zu haben.
55:22Er ist dann nicht auf das Geschäft eingegangen und der andere hat sich nicht wieder gemeldet.
55:26Aber immerhin, auch das ist eine Spur, von der man möglicherweise ausgehen kann.
55:29Und wir können ja sehen, vielleicht im Laufe des Abends, dass wir tatsächlich noch etwas hören.
55:32Ja.
55:32Vielen Dank, Peter Hohl.
55:33Sie wissen, meine Damen und Herren, dass wir bei unserer Spätausgabe oft schon erheblich klarer sehen,
55:39wo sich die Dinge vielleicht zusammenziehen, wo sich vielleicht etwas tut.
55:42Vielleicht zeichnet sich auch heute Abend in einer guten Stunde schon etwas so konkret ab,
55:47wie das letzte Mal bei unserer letzten Sendung.
55:49Jetzt aber zuerst noch eine wichtige Personenfahndung.
55:52gesucht wird der 27-jährige Gerhard Nicodem.
55:56Er wird beschuldigt, im Januar dieses Jahres in Düsseldorf in einem besonders brutaler Weise
56:02einen bewaffneten Raubüberfall auf eine Kassiererin begangen zu haben.
56:06Nicodem ist, wie gesagt, 27 Jahre alt, schlank und auffallend groß.
56:111,85.
56:12Er hat blaue Augen und langes, dunkles Haar.
56:16Möglicherweise trägt er die Haare heute kürzer und anders gefärbt.
56:19Gerhard Nicodem spricht Hochdeutsch und Englisch, er gibt sich gerne als Student aus
56:25und verkehrt mit Vorliebe in Künstlerkreisen.
56:28Für Hinweise, die zur Festnahme des Gesuchten führen, ist eine Belohnung von 1000 Park ausgesetzt.
56:34Hinweise bitte an die Kripo Düsseldorf, Telefon 0211, Rufnummer 8701,
56:42an jede andere Polizeidienststelle oder eines unserer Aufnahmestudios.
56:47So viel für jetzt, meine Damen und Herren.
56:49Wir kommen, wie gesagt, noch einmal mit weiteren Ergebnissen wieder,
56:52und zwar hier in der Bundesrepublik um 22.30 Uhr,
56:56in der Schweiz und in Lichtenstein um 23 Uhr, also gegen, ganz genau auf die Minute kann man das natürlich
57:01nicht sagen,
57:02und in Österreich gegen 23.05 Uhr.
57:05Und damit guten Abend.
57:06Süper Neuf
57:07Süper Neuf
57:09Süper Neuf
57:09Süper Neufvenue

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