Zum Player springenZum Hauptinhalt springen
  • vor 18 Stunden

Kategorie

📺
TV
Transkript
00:00...fragt, wann man denn in anderen Ländern mit der Aufnahme der Bildschirmfahndung nach dem Muster dieser Sendung rechnen könne.
00:07Sie wissen sicher, dass in diesem Zusammenhang mitunter der Begriff gebraucht wird von der Fernsehinterpol.
00:13Nun, in einem Nachbarstaat in Dänemark gibt es inzwischen bereits eine ähnliche Sendung.
00:18In anderen Ländern laufen intensive Bemühungen in diese Richtung.
00:22Und gerade unsere letzte Sendung hat diesen Plänen zweifellos neuen Auftrieb gegeben.
00:28Denn die Ergebnisse, über die wir heute zu berichten haben, zeigen, dass sich der Bildschirm als Instrument der Verbrechensbekämpfung auch
00:37gerade im internationalen Raum immer wieder bewährt.
00:42Sie erinnern sich vielleicht an das junge Mädchen aus unserer letzten Sendung im August, das in Belgien dort tot aufgefunden
00:51worden war.
00:51Drei Monate lang hatte die belgische Polizei trotz umfangreicher internationalen Ermittlungen sich vergeblich bemüht, das Opfer zu identifizieren, um so
01:03vielleicht dem Mörder auf die Spur zu kommen.
01:06Wenige Stunden nach unserer letzten Sendung wusste die Polizei den Namen der Toten.
01:12Sie hieß Karin Müller, war 18 Jahre alt und stammte aus Detmold.
01:18Der Vater hatte die Sendung gesehen und seine Tochter unter anderem auf dem gezeigten Foto erkannt.
01:24Inzwischen haben die Ermittlungen der Polizei neue wichtige Fragen aufgeworfen.
01:29Wir werden diese Fragen nachher gleich ansprechen.
01:31Doch zuerst zu Werner Vetterli nach Zürich.
01:34Herr Vetterli, Sie haben noch über zwei Fälle aus der letzten Sendung zu berichten.
01:38Ja, glücklicherweise über zwei gelöste Fälle können wir berichten.
01:42Da wäre zuerst einmal der Fall Bensecker.
01:45Der gesuchte Walter Giulio Bensecker wurde noch, währenddem die Sendung lief, in Mutenz, um 21 Uhr, Mutenz liegt nahe bei
01:55Basel, wurde Bensecker verhaftet.
01:57Und zwar aufgrund eines Zuschauerhinweises.
02:00Bensecker öffnete übrigens die Wohnungstüre selbst.
02:04Elf Tage später konnte die Polizei in St. Gallen einen Mann festnehmen, den wir schon in einer früheren XY-Sendung
02:13gesucht hatten.
02:14Jakob Mösli.
02:16Seine Verhaftung drohte zu einer dramatischen Aktion zu werden.
02:21Mösli sagte aus, dass er sich mit allen Mitteln gegen die Verhaftung wehren würde.
02:26Erst als er sah, dass das Haus, in dem er dazu mal wohnte, total umstellt war von der Polizei, ergab
02:33er sich.
02:35Und noch eine Fahndung aus einer früheren Sendung hat sich inzwischen erledigt, meine Damen und Herren.
02:41Karl Hagen, gesucht wegen zweier Banküberfälle, ging der Polizei in Frankreich ins Netz.
02:47In einem anderen Fall aus der letzten Sendung wurden die Eigentümer von sichergestellten Schmuckstücken gesucht.
02:54Auch hier konnte die Polizei einen vollen Erfolg verbuchen.
02:57Der größte Teil des beschlagnahmten Schmucks kann nun den rechtsmäßigen Besitzern zurückgegeben werden.
03:03Vor allem aber konnte die Polizei jetzt nach der Sendung unzählige Querverbindungen unter verschiedenen Einbrecher- und Hehlergruppen aufdecken.
03:13Meine Damen und Herren, bei Teddy Podgorski in Wien gibt es heute zwar keine konkreten Ergebnisse aus der letzten Sendung,
03:19aber auch in Österreich haben sich in einem früheren Fall wichtige Neuigkeiten ergeben.
03:25Ja, das ist richtig, Herr Zimmermann. Und zwar in dem Raubmord an der Italienerin Elena Di Petz im Jugoslawien-Express.
03:33Sie erinnern sich, meine Damen und Herren, der Täter hatte die Frau in ihrem Abteil niedergeschlagen
03:39und ihr das Geld aus der Handtasche geraubt.
03:42In dieser Sache gibt es jetzt einen neuen Hinweis.
03:45Und zwar einen Manschettenknopf, den möglicherweise der Mörder verloren haben könnte.
03:51Der Knopf ist aus Messing vergoldet und stark abgegriffen.
03:57Die Polizei interessiert nun verständlicherweise die Frage,
04:00ob das Fehlen eines solchen Knopfes bei einem Fahrgast des Jugoslawien-Expresses aufgefallen ist.
04:06Der Mord geschah, vielleicht erinnern Sie sich noch, am 14. April 1969, also genau eine Woche nach Ostern.
04:15Und nun, meine Damen und Herren, wie angekündigt zu dem Mordfall Karin Müller,
04:19über den wir in der November-Sendung und nicht, wie ich vorhin irrtümlich gesagt habe, in der August-Sendung berichtet
04:24hatten.
04:24Die Polizei konnte nach unserer November-Sendung die letzte Reise des Mädchens nach Holland und Belgien in wichtigen Etappen klären.
04:32Man weiß, dass Karin Müller im August, kurz nach ihrem Verschwinden, in Brüssel und in Ostende, also in Belgien gewesen
04:40ist
04:40und danach in Amsterdam, also in Holland.
04:43Ermordet wurde sie kurz darauf in Belgien, und zwar in der Nähe der deutschen Grenze bei Aachen.
04:49So war das Mädchen, das ausschließlich per Anhalter reiste, zuletzt bekleidet.
04:55Hellrote Korthose, schwarze Plastikjacke, darunter einen roten Pullover.
05:02Frage, wer hat das Mädchen, das zuletzt in Begleitung eines jungen Mannes mit langen Haaren war, gesehen oder im Auto
05:10mitgenommen?
05:11Diese Frage richtet sich vor allem auch an Urlauber, die in der ersten August-Hälfte in Holland oder Belgien unterwegs
05:18waren.
05:19Hinweise bitte an die Kripo Aachen, Telefon, Vorwahl 0241 und dann die Rufnummer 4061,
05:29an jede andere Polizeidienststelle oder an eines unserer Aufnahmestudios.
05:34Für die Zuschauer in Holland und Belgien ist zu empfehlen, dass Sie sich direkt an die Polizeidienststelle Ihres Heimatortes wenden.
05:42Soweit unser Rückblick, meine Damen und Herren.
05:45Zu Beginn unserer neuen Sendung greifen wir nun einen Mordfall auf,
05:49der möglicherweise zu einer ganzen Serie mysteriöser Verbrechen gehört.
05:55Neun Frauen wurden in den vergangenen Jahren im Raum Augsburg auf grauenvolle Weise ermordet,
06:01vielleicht von ein und demselben Täter.
06:04Mit letzter Sicherheit konnten die Zusammenhänge zwischen den neuen Verbrechen bisher zwar nicht nachgewiesen werden.
06:09Vieles spricht aber dafür, dass auch eines der letzten Verbrechen dieser Art,
06:14der Mord an der Schwesternschülerin Elisabeth Fopper, auf das Konto des geheimnisvollen Frauenmörders geht.
06:24Mittwoch, 14. Mai 1969, ein Tag vor Christi Himmelfahrt in einem Schwesternheim in Augsburg.
06:31Die Schwesternschülerin Elisabeth Fopper ist früh aufgestanden.
06:35Sie will ihren freien Tag mit einem Morgenspaziergang beginnen.
06:39Leise und vorsichtig hat sie sich angezogen, um ihre Zimmerkollegin nicht zu wecken.
06:50Elisabeth Fopper ist bei Mitschülerinnen und Vorgesetzten sehr beliebt
06:54und allgemein als fleißig, bescheiden und hilfsbereit bekannt.
07:16Guten Morgen, Schwester Anna.
07:17Guten Morgen, Elisabeth.
07:19Na nun, sind Sie schon aufgestanden?
07:21Ja, ich habe doch heute meinen freien Tag.
07:23Ich will ein bisschen spazieren gehen.
07:25Ja, um diese Zeit?
07:27Da ist es doch am schönsten.
07:29Als ich noch zu Hause war auf dem Hof, da sind wir immer so früh aufgestanden
07:32und haben schon vor der Schule draußen gespielt.
07:34Na ja, das Wetter wird ja auch sehr schön heute.
07:37Behüt' dich Gott, mein Kind.
07:38Grüß Gott, Schwester Anna.
07:43Die Schwester an der Pforte des Wohnheimes trägt Elisabeth Fopper in das sogenannte Abwesenheitsbuch ein.
07:50Uhrzeit 5.15 Uhr.
07:54Eine Viertelstunde später fährt die Fabrikarbeiterin Helga Willfranz mit dem Fahrrad zu ihrer Arbeitsstätte.
08:00Seit Jahren benutzt sie einen Weg am Werthachkanal, 5 Kilometer vom Schwesternwohnheim entfernt.
08:06Kurz vor einem Stauwehr der steinernden Brücke fällt ihr am anderen Ufer ein Mann auf, der mit einem Fernglas die
08:12Gegend absucht.
08:13Helga Willfranz erinnert sich später daran, dass der Mann ordentlich gekleidet war und ein Fahrrad bei sich hatte.
08:23Kurz danach kommt der 29-jährige Ingenieur Harald Voss nach seinem morgendlichen Trainingslauf im Gögginger Wäldchen
08:29einem beliebten Ausflugsziel ebenfalls an der steinernden Brücke vorbei.
08:33Auch er bemerkt in der Nähe des Stauwehrs den Mann mit dem Fernglas.
08:37Noch immer sucht der Unbekannte in auffälliger Weise das Gelände ab.
08:45Gegen 6.30 Uhr kommt die Schwesternschülerin auf ihrem Morgenspaziergang an den Werthachkanal.
08:52Für ihr Zimmer im Wohnheim hat sie bereits einen kleinen Feldblumenstrauß gepflückt.
08:58Um diese Zeit wundert sich Maria Rösle, eine Verkäuferin, die ebenfalls zur Arbeit nach Göggingen fährt, über die frühe Spaziergängerin
09:06am Werthachkanal.
09:14Maria Rösle ist an diesem Tag etwas früh dran.
09:17Sie beschließt deshalb noch eine Runde durch das Gögginger Wäldchen zu machen.
09:23Unmittelbar am Stauwehr bemerkt auch sie den unbekannten Mann mit dem Fernglas.
09:27An der Rückseite eines um diese Zeit noch geschlossenen Kioskes beim Stauwehr sieht sie ein blaues Herrenfahrrad stehen.
09:34Maria Rösle setzt ihren Weg fort und denkt bald nicht mehr an den Mann, der jetzt offensichtlich ein Ziel für
09:40sein Interesse gefunden hat.
09:44Elisabeth Foppe ahnt nicht, dass sie von einem unbekannten Mann beobachtet wird.
09:51Zur gleichen Zeit erreichen noch zwei frühe Spaziergänger die steinerne Brücke.
09:55Sie haben ebenfalls einen freien Tag und warten darauf, dass der Kiosk am Rande des Ausflugsgebietes öffnet.
10:01Auch sie achten zunächst nicht weiter auf den Mann am Stauwehr.
10:05Später werden sie zu wichtigen Zeugen.
10:27Das Mädchen hat das Ziel ihres Ausfluges, das Gögginger Wäldchen, erreicht.
10:40Die beiden Männer auf der Brücke sehen, dass auch der Mann mit dem Fernglas im Wald verschwindet.
10:48Aber sie messen ihrer Beobachtung keine besondere Bedeutung zu.
11:19Die beiden Männer auf der Brücke sehen, dass sie die Beobachtung nicht mehr an der Brücke sehen.
11:26Unerwartet begegnet jetzt Maria Rösle, die nun endgültig zur Arbeit fahren will, der Schwesternschülerin noch einmal.
11:33Sie sieht auch den Mann mit dem Fernglas, der eilig hinter dem Mädchen hergeht.
11:42Maria Rösle kann nicht ahnen, dass kurz nach dieser Begegnung im Wald ein Mörder zupacken wird.
12:03Wenige Minuten später ist Elisabeth Fopper tot.
12:07Der Mörder hat sie erwürgt und ihr danach die Halsschlagader aufgeschnitten.
12:14Die Männer, die ihn später noch einmal an der Brücke sehen, bemerken, dass er sich ohne Fernglas entfernt.
12:20Wenige Stunden später wird die Leiche des Mädchens gefunden.
12:24Die Kriminalpolizei kann die Spur zu dem geheimnisvollen Täter lange Zeit nicht aufnehmen.
12:29Zehn Wochen später hilft ihr der Zufall jedoch ein entscheidendes Stück weiter.
12:40Bist du vielleicht wach ich schon?
12:43Du spinnst wohl!
12:44Ich komm gleich!
12:46Bist es auch kalt?
12:47Jetzt komm ich schon!
12:49Ach!
12:50Was war denn das?
12:52Was hast du denn?
13:04Die beiden Schüler finden das Fernglas, das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vom Mörder stammt.
13:15Das Fernglas ist zwar ein Massenartikel japanischer Herkunft, meine Damen und Herren, aber es hat eine Besonderheit, die den Mörder
13:23heute möglicherweise verraten kann.
13:25Oberamtmann Karl Dittrich von der Augsburger Kripo, der den Fall bearbeitet, verspricht sich jedenfalls eine Menge von dieser Besonderheit.
13:33Ja, hier an der Mittelsäule ist der Verbindungssteg zum linken Okular abgebrochen.
13:39Das Fernglas ist trotzdem noch verwendungsfähig.
13:43Die kriminaltechnische Untersuchung der Bruchstelle hat ergeben, dass die Beschädigung älterer Art ist.
13:51Vielleicht ist einem unserer Zuschauer das Fernglas mit dieser Beschädigung irgendwo aufgefallen.
13:57Und möglicherweise gibt es auch einen Vorbesitzer, der das Fernglas wegen dieser Beschädigung verschenkt, verkauft oder verloren hat.
14:07Das heißt, dass es der Täter erst danach irgendwie in die Hände bekommen hat?
14:10Ja, genau.
14:12Vielleicht hat dieser Besitzer des Glases, meine Damen und Herren, auch irgendwo versucht, es reparieren zu lassen.
14:18Und es erinnert sich heute irgendjemand daran.
14:20Das Fernglas ist erst 1968 bei der Firma Quelle erworben worden.
14:26Es ist ein 8x30er Glas mit vergüteter Optik und trägt links die Bezeichnung Revue mit der Nummer AA1-263-77.
14:44Ich wiederhole, AA1-263-77.
14:51Diese Nummer müsste auch auf der Rechnung des Käufers stehen.
14:56Der letzte Besitzer dieses Fernglases, möglicherweise der Mörder, soll so ausgesehen haben.
15:04Alle Zeugen haben ihn übereinstimmend wie folgt beschrieben.
15:0828 bis 30 Jahre alt, 1,78 Meter groß, schlanke Gestalt, kräftig, ovales, volles Gesicht, mittelblonde Haare.
15:21Der Mann führte ein dunkles, möglicherweise dunkelblaues, neuwertiges Fahrrad mit Kronfelgen und verkromten Schutzblechen.
15:32Das Futteral des Fernglases, das die Jungen wieder ins Wasser geschmissen haben, konnte trotz mehrerer Suchaktionen nicht gefunden werden.
15:39Es ist vermutlich im Werthag-Kanal abgetrieben.
15:42Frage, wo ist dieses Futteral vielleicht gefunden worden?
15:46Sie wissen, meine Damen und Herren, es geht nicht nur um ein Verbrechen, sondern um eine ganze Frauen-Mordserie.
15:53In einem der anderen Fälle wurde dieses Abzeichen gefunden.
15:58Hier die Originalgröße.
16:01Diese goldfarbenen Abzeichen sind sehr selten.
16:05Sie werden von einem einzigen deutschen Jarmark-Schießstand nur an solche Schützen ausgegeben,
16:11die dreimal hintereinander eine Zwölf treffen.
16:15Der fragliche Schießstand war zur Tatzeit im September 1967 auf einem Volksfest in Augsburg, dem sogenannten Herbstblärer.
16:25Wer kennt eine Person, die auf dem Augsburger Herbstblärer 1967 ein solches goldfarbenes Schießabzeichen erworben hat
16:34und es nach dem 9. September, also bereits kurz darauf, nicht mehr besaß?
16:38Für Hinweise, die zur Klärung dieses Verbrechens oder zur Festnahme des Täters führen,
16:45sind im Mordfall Fopper insgesamt 4.000 D-Mark als Belohnung ausgesetzt.
16:50In den übrigen Fällen 11.000 D-Mark.
16:53Hinweise erbittet die Landpolizeidirektion Schwaben in Augsburg mit der Rufnummer 266-61
17:03und der Vorwählzahl 0821 jeder andere Polizeidienststelle oder eines der Aufnahmestudios.
17:13Vielen Dank, Herr Tittrich.
17:15Meine Damen und Herren, Sie wissen, Sie erreichen uns hier in München und zwar unter der Vorwahl 0811
17:21und der Rufnummer 4849-41.
17:27In Wien unter der Nummer 82-36-21 und in Zürich unter der Nummer 23-56-50.
17:41Der nächste Fall, meine Damen und Herren, kommt aus dem Bereich der Wirtschaftskriminalität.
17:46Es geht um einen Mann, der aus Ungarn stammt, der sich aber in den letzten Jahren vorwiegend in Österreich aufgehalten
17:53hat.
17:53Er ist heute auch vermutlich mit einem in Österreich zugelassenen Wagen flüchtig.
17:58Der Mann heißt Georg Horner.
18:01Er wird wegen umfangreicher Betrügereien mit einem bisher festgestellten Schaden von über einer Million Schilling gesucht.
18:08Als Inhaber und Gesellschafter mehrerer Firmen hat er es verstanden, sich größere Waren und Bar-Kredite zu verschaffen
18:15und ist damit dann plötzlich verschwunden.
18:19Georg Horner ist 37 Jahre alt und auffallend klein, nur 1,65.
18:25Er hat blaugraue Augen, braune Haare und eine Stirnglatze.
18:31Horner, der wie gesagt aus Ungarn stammt, spricht vermutlich nur sehr schlecht Deutsch.
18:36Er besitzt einen amerikanischen Fremdenpass und einen österreichischen Flüchtlingsausweis.
18:41Wahrscheinlich benutzt der Gesuchte zur Zeit zusammen mit Familienangehörigen diese Fahrzeuge.
18:47Einen grauen Mercedes 220 S mit dem Wiener Kennzeichen W 662 735
18:56und einen Wohnwagen Markus Breit Typ Alpin mit dem Kennzeichen W 804 042.
19:06Noch einmal die beiden Kennzeichen.
19:09Einen Pkw Wien 662 735 und einem Wohnwagen Wien 804 042.
19:20Für Hinweise, die zur Festnahme des Gesuchten führen, ist eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt.
19:26Hinweise bitte an die Polizeidirektion Wien, Telefon 3455 11, an jede andere Polizeidienststelle oder eines unserer Ausnahmestudios.
19:39Soviel zum Fall Horner.
19:42Meine Damen und Herren, es zeigt sich immer wieder.
19:44Rechtsbrecher nutzen neue technische Möglichkeiten und Geräte sehr schnell für ihre Arbeit aus.
19:51Eine raffinierte Ausrüstung kann aber auch leicht einmal zum Ballast werden.
19:57Für uns bietet diese Kehrseite der Technik heute Abend vielleicht die Möglichkeit,
20:02zwei einfallsreiche Tressortspezialisten, sogenannte Schränker, zu überführen.
20:15In der kleinen schleswig-holsteinischen Stadt Elmshorn beginnt der Wachmann Hendrik Winter um 22.30 Uhr seinen ersten Kontrollgang.
20:2440 Geschäfte und Betriebe gehören zu seinem Revier.
20:49Der Wachmann bemerkt nichts Auffälliges an diesem Abend.
20:52Auch an einem Textilkaufhaus in der Königstraße scheint alles in Ordnung zu sein.
20:57Türen und Fenster sind geschlossen.
21:02Am seitlichen Personaleingang fällt ihm ebenfalls nichts Verdächtiges auf.
21:10Und doch gibt es etwas Besonderes an diesem Abend in Elmshorn.
21:23Okay, der ist weg, Kurt. Kannst weitermachen.
21:26Na also, dann pass mal weiter hübsch auf.
21:30Im Innern des Kaufhauses arbeitet ein unbekannter Einbrecher seit geraumer Zeit an einer Tresortür,
21:36hinter der die Tageseinnahme des Betriebes liegt.
21:43Der Mann hat sich bei Geschäftsschluss im Kaufhaus versteckt und einschließen lassen.
21:50Er ist Spezialist für sogenannte kalte Arbeit.
21:54Eine anstrengende und zeitraubende Arbeit.
22:10Kurz nach Mitternacht kommt Polizeimeister Fleischmann auf seinem Streifengang an dem Textilkaufhaus vorbei.
22:16Das Warnsystem funktioniert.
22:19Mach das Licht aus der Gottenbulle.
22:37Okay, ist weg.
22:39Okay, mit den Bohrlöchern bin ich bald fertig.
22:42Okay.
23:11Kurz vor ein Uhr beginnt der Schränker mit dem schwierigsten Teil seiner Arbeit.
23:22Zwei Stunden später gibt es noch einmal eine Störung.
23:25Du, da kommen ein paar Besoffene.
23:28Hör lieber auf.
23:30Ich will mir doch nicht stehen.
23:31Was konnte ich denn stehen?
23:34128 Euro.
23:35Oh, du, nee.
23:36Komm mal, komm mal.
23:37Guck immer nur auf den Freist.
23:38Komm schon, nach dem Freist guckt man sich keine Kleidung mehr an.
23:44Ist wieder okay.
23:48Okay.
23:49Mhm.
24:10Komm schon, nach der
24:13Komm schon, nach der
24:30Morgens kurz nach vier ist der Dieb am Ziel.
24:35Der Einbrecher findet Bargeld in Höhe von fast 18.000 Mark und ein paar Schecks und Kassenabrechnungen, mit denen er
24:41aber später vermutlich nicht viel anfangen kann.
24:44Er verpackt seine gesamte Beute in einer Tasche, die er vorher aus der Lederwarenabteilung geholt hat.
24:51Etwa zur gleichen Zeit stehen der Polizeimeister Fleischmann und der Wachmann Hendrik Winter eine Straßenecke weiter bei einem kleinen Plausch
24:57zusammen.
24:58Die beiden kennen sich seit vielen Jahren.
25:01Sag mal, hast du nächste Woche wieder Frühschicht?
25:03Ja, meine Frau will wieder ballig maulen, weißt du, weil sie so früh aufstehen muss zum Kaffee kochen.
25:07Ist ja auch nicht schön, nicht?
25:09Dafür entschied ich es über Badernachtsschicht. Wenn ich aus dem Haus komme, mache ich den Kaffee.
25:12Das war ja von dir.
25:15Doch, noch drei Stunden, du.
25:17Ich wollte auch, die Nacht wäre erst vorbei.
25:19Also, tschüss.
25:20Tschüss, Hendrik.
25:22Der Wachmann hat noch eine Runde zu gehen.
25:24Auch am Textilkaufhaus in der Königstraße wird er vorbeikommen.
25:41Die Hörer! Was ist denn los?
25:52Halt! Stehenbleiben! Und ich schieße!
25:56Es gelingt den beiden Tätern, unerkannt zu entkommen.
26:00Ihr Werkzeug aber bleibt am Tatort zurück.
26:08Dieses Werkzeug, meine Damen und Herren, ist nicht mehr in dem Zustand, wie man es im Geschäft kaufen kann oder
26:14wie man es in normalen Handwerksbetrieben vorfindet.
26:17Es wurde speziell für Tresoreinbrüche präpariert und umgerüstet.
26:21Hauptkommissar Gerhard Hamm aus Pinneberg kann Ihnen das etwas genauer erklären.
26:25Ja, Herr Zimmermann.
26:27An einigen der Werkzeugen, insbesondere an dieser Brustleier, ist sehr exakt und fachgemännisch geschweißt worden.
26:35Wir können wohl mit Recht vermuten, dass die Täter selbst nicht die notwendigen speziellen Fertigkeiten besaßen.
26:45Es ist deshalb anzunehmen, dass ein Fachmann, vielleicht ein argloser Bekannter, diese Arbeiten ausgeführt hat.
26:53Wie Sie gesehen haben, meine Damen und Herren, haben die Täter offensichtlich in der Absicht, Lärm zu vermeiden, mit einer
27:01Handbohrwinde gearbeitet.
27:03Allerdings nicht mit dem normalen Bohrfutter.
27:06Stattdessen wurde ein Maschinenbohrfutter angeschweißt.
27:11Auch der Bohrfutter-Schlüssel wurde verändert.
27:16Der Hebel wurde ebenfalls festgeschweißt.
27:18Auch einige andere Werkzeuge sind von den Tätern für den Einbruch verändert worden.
27:25So ist ein Montiereisen und ein Schraubensier so zugefeilt, dass die Enden scharfkantig und breit sind.
27:35Die Schenkel dieses Bolzenschneiders aus rot lackiertem Stahlrohr sind gekürzt, vermutlich damit er in die Werkzeugtasche hineinpasste.
27:47Auch eines der beiden Funkgeräte, das die Täter benutzt haben, meine Damen und Herren, besitzt ein besonderes Kennzeichen.
27:53Und zwar ist auf der Rückseite des einen Gerätes in den schwarzen Lack ein A eingeritzt.
27:59Wenn man das Gerät umdreht, könnte es auch ein V sein.
28:02Ich halte das für ein sehr bemerkenswertes Detail.
28:06Möglicherweise hat jemand von Ihnen dieses Gerät schon einmal irgendwo gesehen oder vermisst es sogar.
28:12Es handelt sich um ein japanisches Fabrikat, Marke Pony Transziver 9TR.
28:20Die Täter haben das Geld mitsamt diesen roten Plastikbeutel bzw. Leinbeutel mitgenommen,
28:29sowie mit mehreren solcher Kästen.
28:32Vielleicht sind diese Kästen irgendwo aufgefunden worden oder in anderer Weise aufgefallen.
28:40Weggetragen haben die Täter ihre Beute mit dieser einer solchen Tasche, die sie vorher im Kaufhaus gestohlen haben.
28:47Auf der Flucht ist ein Henkel von dieser Tasche abgerissen.
28:52Frage also, wo ist nach der Tat, also nach dem 26. April 1969,
29:00eine solche Tasche mit nur einem Henkel aufgefallen oder repariert worden?
29:06Für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens führen, sind 1000 D-Mark Belohnung ausgesetzt.
29:13Hinweise bitte an die Kriminalpolizeistelle Pinneberg, Telefon, Vorwahl 041 01 22 22 2.
29:26An jede andere Polizeidienststelle oder an eines der Aufnahmestudios.
29:31Vielen Dank, Herr Hamm.
29:33Meine Damen und Herren, die Kriminalistik kennt seit Jahrzehnten einen besonders üblen Typ von Betrüger,
29:40die sogenannten Grußbesteller.
29:42In den letzten Nachkriegsjahren tauchten sie mit Vorlieben bei Ehefrauen und Müttern von Kriegsgefangenen und Vermissten auf
29:50und gaben sich dort als Leidensgenossen aus.
29:54Meist behaupteten sie dann, Kontakte zu den Vermissten herstellen zu können
29:58und erwarben auf diese Weise viel Geld.
30:01Inzwischen haben sich die Methoden der Grußbesteller etwas geändert.
30:05Heute nutzen sie vor allem die Arglosigkeit und das nachlassende Gedächtnis älterer Menschen aus.
30:12Mit einem Blumenstrauß in der Hand erscheinen sie beispielsweise in Altersheimen oder Rentnerwohnungen
30:18und verstehen es, sich als gute alte Bekannte auszugeben.
30:23Ganz zufällig befinden sie sich dann meist in einer plötzlichen Geldverlegenheit
30:27und beschwatzen ihre Opfer mit unglaublichem Geschick, ihnen eben mal auszuhelfen.
30:33Nicht so selten erbeuten sie auf diese Weise erstaunliche Beträge.
30:37In Einzelfällen bis zu mehreren tausend Macht.
30:40Mehr als 20 Staatsanwaltschaften suchen seit Jahren eine Frau,
30:44der unzählige derartige Straftaten vorgeworfen werden.
30:48Sie heißt Helga Roswitha Puhl und ist in letzter Zeit vor allem im süddeutschen Raum aufgetreten.
30:56Helga Puhl ist 40 Jahre alt, etwa 1,65 groß und voll schlank.
31:02Sie hat schwarze Haare, dunkle Augen und eine dunkle Gesichtsfarbe.
31:07Sie ist möglicherweise mit motorisierten Landfahrern unterwegs.
31:11Helga Puhl ist sehr redegewandt.
31:13Sie spricht Schriftdeutsch und bevorzugt Dirndl und Trachtenkleidung.
31:17Seit kurzer Zeit ist sie im Besitz eines Personalausweises auf den Namen Elisabeth Strauß.
31:23Für Hinweise, die zur Festnahme der Gesuchten führen, ist eine Belohnung von tausend Macht ausgesetzt.
31:30Hinweise bitte an die Kriminalpolizei München,
31:34Vorwahl 0811
31:36und die Rufnummer 2141
31:39an jede andere Polizeidienststelle
31:42oder eines unserer Aufnahmestudios.
31:46Meine Damen und Herren, unser nächster Fall spielt in einem sozialen Milieu,
31:51das eigentlich nicht mehr so recht in das Bild unserer Wohlstandsgesellschaft passt.
31:56Es ist nichts Neues, dass schlechte soziale Verhältnisse das Verbrechen begünstigen.
32:02Und es ist Aufgabe der Sozialpolitiker, sich um solche Verhältnisse zu kümmern.
32:07Noch gibt es dieses Milieu, das den folgenden Fall kennzeichnet
32:11und das möglicherweise zu einem schweren Verbrechen beigetragen hat.
32:16Im Mittelpunkt dieses Falles steht ein anderthalbjähriges Kind.
32:21Vieles spricht dafür, dass es tot ist.
32:23Wenn es aber noch leben sollte,
32:26so besteht heute vielleicht die letzte Chance, es zu finden.
32:3321. Dezember 1966, Mittwoch vor Heiligabend.
32:37In der Nähe von Rolfsbüttel bei Wolfsburg
32:40sucht der Fahrer eines Volkswagens das abgelegene Haus Nummer 23.
32:44Der Mann kommt mit seiner Frau aus Leer in Ostfriesland.
32:47Die beiden möchten ein kleines Kind adoptieren.
32:51Im Haus Rolfsbüttel Nummer 23 wohnt die Familie Heiroth,
32:54die über ein Zeitungsinserat Adoptiveltern für ein neugeborenes Kind gesucht hat.
33:01Außer dem Ehepaar Wegene aus Leer
33:03hat sich auch noch ein amerikanisches Ehepaar für das Baby interessiert
33:06und seinen Besuch angemeldet.
33:12Hallo?
33:14Hallo?
33:18Wollen Sie Herr Heiroth?
33:20Ja.
33:20Mein Name ist Wiegener.
33:22Ich komme aus Leer.
33:24Sie haben uns doch geschrieben, nicht wahr?
33:27Ach ja.
33:29Christa Rabine, kommt rein.
33:30Und bringt den Martin mit.
33:32So, kommen Sie rein.
33:33Die Familie Heiroth hat nicht zum ersten Mal Besuch dieser Art.
33:38Von ihren sieben Kindern leben bereits drei bei Pflege- oder Adoptiveltern.
33:42Aber auch für die verbliebenen vier Kinder reicht das Geld nicht aus,
33:46denn der Vater bringt nur unregelmäßig Geld nach Hause.
33:49Die beiden Mädchen Christa und Sabine sollen bei den Eltern bleiben.
33:52Für die zwei jüngsten Kinder, den eineinhalbjährigen Martin und das erst 14 Tage alte Baby Claudia,
33:58sucht Karl-Heinz Heiroth aber noch Adoptiveltern.
34:02Er glaubt ohnehin, dass er nicht der Vater dieser beiden Kinder ist.
34:08Tatsächlich ist Martin vom Gericht für unehelich erklärt worden
34:11und trägt den Mädchennamen der Mutter.
34:14Er war seit seiner Geburt in einem Kinderheim.
34:16Dort hat er seine Eltern nie gesehen.
34:20Einen Tag vor dem angekündigten Besuch des Ehepaares aus Ostfriesland
34:24haben die Eltern den kleinen Martin nach Hause geholt,
34:27wahrscheinlich in der Hoffnung, ihn zusammen mit dem im Inserat angebotenen Baby loszuwerden.
34:32Ja, das ist also der Martin.
34:34Na ja, das ist ein netter Junge.
34:38Aber ich denke, es geht um ein Baby.
34:40Sie hatten doch bereits im November annonsiert, als es noch gar nicht geboren war.
34:45Ja, das schon.
34:47Aber Sie können sich den Jungen ja mal ansehen.
34:49Martin, komm mal her.
34:54Martin!
34:57Martin, komm her!
35:02Nichts, es kommt ja sofort, wenn ich rufe!
35:18Ruhig!
35:20Hören Sie mal!
35:22Wir wollen den Jungen doch gar nicht!
35:24Wo ist denn das Baby?
35:26Wenn wir das jetzt bitte mal sehen könnten...
35:28Ruhig auf mit dem Geflinge!
35:30Verdammter Bengel!
35:38Staffine, Christoph!
35:47Entschuldigung, heulende Kinder machen mich immer ganz wahnsinnig.
35:52Karl-Heinz Heiroth gilt als unbeherrscht und jähzornig.
35:55Im Umgang mit möglichen Pflegeeltern seiner Kinder lässt er jedoch bedächtige Sorgfalt erkennen.
36:02Sein Schriftwechsel mit Adoptiveltern und dem Jugendamt ist auffallend akkurat in einem Ordner abgelegt.
36:09Alle Pflegeeltern können später gefunden und als Zeugen vernommen werden.
36:24Ach, ist das lieblich!
36:27Wie heißt sie denn?
36:28Claudia!
36:30Kann ich sie Oma haben?
36:38Christine, zeig doch mal!
36:50Das Ehepaar Wegener entschließt sich schnell.
36:53Das Baby gefällt ihnen.
36:55Sie nehmen es zunächst kostenlos in Pflege.
36:58Später, wenn die vorgeschriebene Wartefrist verstrichen ist, wollen sie das Kind adoptieren.
37:06Ja, Herr Heiroth, da habe ich wohl alles.
37:09Wir fahren dann wieder.
37:11Gut.
37:12Die beiden Besucher fahren noch am selben Tag mit dem Kind zurück nach Ostfriesland.
37:20Ja, dann auf Wiedersehen.
37:21Wiedersehen.
37:23Ich bringe Sie noch raus.
37:24Ja, in Ordnung.
37:25Dankeschön.
37:26Dankeschön.
37:29Dankeschön.
37:31Dankeschön.
37:40Am nächsten Tag, am 22. Dezember, kommt das amerikanische Ehepaar in das einsame Haus bei Rolfsbüttel.
37:47Auch Mr. Cardiff und seine Frau, eine Deutsche, hatte das Zeitungsinserat interessiert.
37:52Enttäuscht hören sie jetzt davon, dass das Kind nicht mehr da ist.
37:55Wieder bietet Karl-Heinz Heiroth den eineinhalbjährigen Martin zur Adoption an.
37:59Und hier, der Junge? Der würde sich doch auch an Sie gewöhnen.
38:06They want to offer us this boy.
38:08I got this all right. But this is completely order the question.
38:12I would like to have a little baby.
38:16Mein Mann möchte lieber ein ganz kleines Baby haben.
38:19Ich eigentlich auch. Das müssen Sie verstehen.
38:23Ich weiß gar nicht, was ich wollen. Der Junge ist doch klein.
38:27Vergeblich bemüht sich Karl-Heinz Heiroth, das Ehepaar für den kleinen Martin zu gewinnen.
38:32Aber die Amerikaner bestehen auf dem Baby.
38:34Gesund war er auch immer. Der war immer gesund.
38:37Sie versuchen noch einmal alles, Karl-Heinz Heiroth zu überreden, das Baby zurückzuholen und es Ihnen zu überlassen.
38:43Verhältnis. Nun, das Kind wird es bestimmt gut bei uns haben.
38:47Außerdem könnten wir Ihnen 400 Mark Entbindungskosten zurückerstatten.
38:51Überlegen Sie doch noch mal.
38:55Na gut, meinetwegen.
38:57Vielleicht hat es das Kind bei Ihnen tatsächlich besser als bei den Leuten in Leer.
39:01Wir können ja hinfahren und Claudia holen, wenn Sie wollen.
39:10Karl-Heinz Heiroth fährt tatsächlich mit dem amerikanischen Ehepaar nach Ostfriesland.
39:16Er nimmt dem Ehepaar Wegener das Kind wieder ab und übergibt es den neuen Pflegeeltern.
39:32In Leer versucht er noch einmal, die Wegeners für Martin zu gewinnen.
39:36Ohne Erfolg.
39:39Der kleine Junge kann nun auch nicht ohne weiteres wieder ins Kinderheim zurück.
39:42Sein Platz dort ist inzwischen besetzt.
39:45Er muss also in einem Haus bleiben, in dem er nicht erwünscht ist.
39:48Und in dem man sich nicht gerade mit Samthandschuhen anfasst.
39:54Vier Wochen später.
39:55Es ist der 17. Januar 1967.
40:02Frau Heiroth hat an diesem Tag wieder einmal eine heftige Auseinandersetzung mit ihrem Mann gehabt.
40:07In der Nacht verlässt sie das abgelegene Haus bei Rolfsbüttel.
40:13Die beiden größeren Mädchen und der kleine Martin bleiben allein beim Vater zurück.
40:25Irgendwann in den folgenden Wochen ist Martin dann plötzlich verschwunden.
40:29Karl-Heinz Heiroth gibt in der nächsten Zeit dafür die unterschiedlichsten Erklärungen ab.
40:33Seinen Töchtern sagt er
40:35Da waren Leute da heute vor Mittag, da wart ihr noch in der Schule.
40:39Wir haben den Martin abgeholt.
40:46Kurz darauf, im Februar 1967, sucht Heiroth seine Frau bei ihren Eltern auf, in einem Dorf bei Braunschweig.
40:53Hier sagt er
40:55Komm wieder nach Hause, dein Junge ist tot.
41:00Als seine Frau nach Rolfsbüttel zurückkommt, überrascht er sie mit einer anderen Version.
41:06Du, das mit dem Martin, das war nur Spaß.
41:08Ich habe ihn weggegeben, Pflegeeltern.
41:11Ich wollte nur, dass er wieder nach Hause kommt.
41:17Wenige Monate später hat Frau Heiroth ihren Mann erneut und diesmal endgültig verlassen.
41:23Nach einem Jahr erfährt auch das Jugendamt von dem Verschwinden des Kindes.
41:27Einer Fürsorgerin, die ihn nach dem Verbleib des Jungen fragt, antwortet er
41:31Meine Frau hat ihn in Pflege gegeben, irgendwo bei Köln.
41:36Und wo ist Ihre Frau?
41:38Ich habe keine Ahnung.
41:42Das Jugendamt gibt sich mit der Erklärung nicht zufrieden.
41:46Im Januar 1969 wird die Kriminalpolizei eingeschaltet.
41:50Auch der Beamte, der Herrn Heiroth aufsucht, bekommt wieder eine neue Erklärung für das Verschwinden.
41:55Herr Martin, dann müssen Sie meine Frau fragen.
41:58Die ist in Hamburg, glaube ich.
41:59Und den Jungen hat sie mit.
42:01Und wo wohnt Ihre Frau in Hamburg?
42:03Das weiß ich doch nicht.
42:04Sie können sich ja suchen.
42:09Die Kripo findet Frau Heiroth in Hamburg.
42:12Sie hat Martin nicht bei sich.
42:14Nun sagt Herr Heiroth wieder, er habe das Kind selbst in Pflege gegeben.
42:19Der Richter ordnet eine Hausdurchsuchung bei Karl-Heinz Heiroth an.
42:29Sagen Sie, Herr Heiroth, sind das Martins Kleider?
42:33Ja.
42:34Glaub schon.
42:36Sie haben doch erzählt, dass Sie das Kind in Pflege gegeben haben.
42:39Ohne Kleider?
42:41Die haben ihn so mitgenommen, was er anhatte.
42:44Die wollten ihm neue Sachen kaufen.
42:49Hier sind ja die ganzen Unterleiben drin über Ihre Kinder.
42:53Na, da werden wir ja bald die Adresse finden von den Pflegeeltern.
42:57Nichts werden Sie finden.
42:59Ich habe die Adresse nicht.
43:01Merkwürdig.
43:02Wissen Sie denn wenigstens den Namen von den Leuten, oder?
43:05Die Stadt, wo Sie wohnen?
43:06Gar nichts weiß ich.
43:08Ich hatte die Adresse in meinem Notizbuch aufgeschrieben,
43:10aber das Notizbuch haben Sie mir geklaut.
43:12Zusammen mit der ganzen Aktentasche.
43:14Ich weiß nur, dass die Leute irgendwo in der Nähe von Köln gewohnt haben.
43:21Herr Heiroth, sind das Martins Schuhe?
43:26Werden Sie wohl sein.
43:28Warum?
43:31Herr Heiroth, wir wissen von Ihrer Frau, dass Martin nur ein einziges Paar Schuhe hatte.
43:36Haben Sie ihm barfuß mitgegeben?
43:42Weiß ich nicht mehr.
43:46Ich glaube, Herr Heiroth, Sie müssen mal mitkommen.
43:50Was?
43:52Karl-Heinz Heiroth wird festgenommen.
43:54Der Richter erlässt Haftbefehl.
43:56Der Beschuldigte bleibt jedoch bis heute bei seiner Behauptung,
43:59er habe das Kind bei dem unbekannten Ehepaar aus der Gegend von Köln in Pflege gegeben.
44:06Ein knappes halbes Jahr war Karl-Heinz Heiroth in Untersuchungshaft.
44:10Inzwischen ist er wieder aus der Haft entlassen,
44:12aber die Frage nach dem verschwundenen Kind ist immer noch ungeklärt.
44:17Kriminaloberkommissar Thies aus Wolfsburg und seine Mitarbeiter haben sich bis heute vergeblich bemüht,
44:22Klarheit in Heiroths widersprüchliche Erklärung zu bringen.
44:25Ja, leider.
44:26Vieles spricht dafür, dass der kleine Martin tot ist.
44:30Aus diesem Grunde haben wir auch umfangreiche Suchaktionen nach der Leiche des Kindes gestartet,
44:35allerdings ohne Erfolg.
44:38Selbstverständlich haben wir uns auch darum bemüht,
44:40eine Bestätigung für Heiroths Aussage zu finden,
44:43wonach er das Kind unbekannten Pflegeeltern mitgegeben haben will.
44:48Aber nach wie vor sprechen viele Tatsachen gegen diese Version.
44:52Trotzdem wollen Sie heute Abend aber unter anderem nach diesen Pflegeeltern suchen.
44:56Ja, denn es ist nicht Aufgabe der Kriminalpolizei,
45:00Belastungsmaterial nur gegen den Beschuldigten zu sammeln.
45:04Es geht darum, die Wahrheit zu finden.
45:06Und daher ist es unsere Pflicht, mit allen Mitteln nach diesen Pflegeeltern zu forschen,
45:12auch wenn wir annehmen müssen, dass es sie überhaupt nicht gibt.
45:16Ihre Existenz freilich würde Herrn Heiroth von einem Verdacht befreien,
45:21in den er sich selbst gebracht hat.
45:23Herr Heiroth ist im Übrigen über unsere heutige Sendung informiert
45:27und er ist auch damit einverstanden,
45:29dass wir auf diesem Wege nach dem kleinen Martin suchen.
45:32Die Polizei möchte deshalb folgende Fragen an Sie richten, meine Damen und Herren.
45:36Wer war Anfang 1967 bei Karl-Heinz Heiroth in Rolfsbüttel, Haus Nummer 23?
45:44Wer hat dort einen kleinen Jungen abgeholt und ihn in Pflege genommen?
45:50Ein Jungen, der damals etwa anderthalb Jahre alt war.
45:53So sah der kleine Martin etwa vier Monate vor seinem Verschwinden aus.
45:58Er heißt mit Familiennamen im Übrigen nicht Heiroth, sondern Fabian.
46:03Er ist für unehelich erklärt und trägt deshalb den Mädchennamen seiner Mutter.
46:08Martin hatte damals lange blonde Haare, blaue Augen und ein blasses Gesicht.
46:14Er müsste heute viereinhalb Jahre alt sein.
46:18Frage also, wer kann uns sagen, ob und gegebenenfalls wo dieses Kind Anfang 1967 aufgetaucht ist?
46:27Wer hat überhaupt jemals mit Karl-Heinz Heiroth, hier sein Foto,
46:32oder mit seiner Frau über eine Adoption oder eine Pflegestelle für ein Kind verhandelt?
46:37In der Regel nahm er über Inserate in der Zeitung Heim und Welt Kontakt mit möglichen Pflegeeltern auf.
46:45Das ist eines von Heiroths Inseraten aus dieser Zeitung.
46:50Suche für mein Baby, liebe Adoptiveltern.
46:53Genehmigung des Jugendamtes müsste vorliegen.
46:56Auf diese Anzeige meldete sich das Ehepaar aus Ostfriesland
46:59und auch das amerikanische Ehepaar, das sie im Film gesehen haben.
47:04Wir haben jedoch festgestellt, dass sich noch drei weitere Interessenten auf diese Anzeige gemeldet haben.
47:10Allerdings sind uns die Namen nicht bekannt.
47:13In diesem Zusammenhang folgende Frage.
47:16Wer hat Ende 1966 auf dieses Inserat geantwortet?
47:22Es versteht sich von selbst, dass wir eventuelle Angaben dieser Art mit der gebotenen Vertraulichkeit behandeln werden.
47:30Vielleicht noch ein Wort an die Pflegeeltern, wenn es sie wirklich geben sollte.
47:35Der für diesen Fall zuständige Untersuchungsrichter wird sich selbst dafür einsetzen,
47:39dass sie den Jungen behalten können, wenn sie sich heute melden.
47:43Die Mutter hat ihr Einverständnis dazu bereits gegeben.
47:47Für Hinweise, die dazu führen, das Los des kleinen Martin Fabian zu klären,
47:53ist eine Belohnung in Höhe von 1000 Deutsche Mark ausgesetzt.
47:59Hinweise bitte an die Kriminalpolizei Wolfsburg, Vorwahl 053 61, Telefon 5081,
48:13an jede andere Polizeidienststelle oder an eines der Aufnahmestudios.
48:18Vielen Dank, Herr Thies.
48:20Meine Damen und Herren, auch im nächsten Fall geht es um ein Kind.
48:24Dieses Kind ist tot, aber der Fall hat mit Sicherheit nichts mit dem verschwundenen Jungen aus Rolfsmittel zu tun.
48:32Die Leiche des Kindes, um das es jetzt geht, wurde vor einem Dreivierteljahr auf einem Müllplatz an der Mosel gefunden,
48:39eingewickelt in einen alten Zuckersack.
48:42Von dem toten Kind war nur noch das Skelett und Reste der Kleidung erhalten.
48:46Es konnte deshalb auch nicht mehr festgestellt werden, ob es ein Junge oder ein Mädchen war.
48:51Es gibt leider nicht sehr viel konkrete Fragen, die die Polizei an sie richten kann.
48:56Aber ich meine, wenn es um ein Verbrechen geht an einem Kind, an einem wehrlosen Kind,
49:03dann sollte man jeden Versuch machen, dem Täter auf die Spur zu kommen,
49:06auch wenn die Chancen relativ gering sind.
49:09Es kommt jetzt in erster Linie darauf an, das tote Kind zu identifizieren.
49:14Es muss zwischen sechs und acht Jahre alt gewesen sein und hatte blondes Haar.
49:19Es trug diese grüne Strickjacke mit schwarz umrandeten roten Rauten.
49:25Die Jacke hatte auf beiden Seiten Knopflöcher und auswechselbare Doppelknöpfe.
49:31Sie kann also, je nachdem, ob sie von einem Jungen oder einem Mädchen getragen wird,
49:36links oder rechts geknöpft werden.
49:40Die hellbraunen Halbschuhe mit einer auffälligen Doppelschnalle, die das Kind getragen hat,
49:46sind ab Dezember 1967 in einem Kaufhaus der Firma Karstadt gekauft.
49:52Nur die Filialen in folgenden Städten haben sie geführt.
49:56Lübeck, Braunschweig, Bielefeld, Dortmund, Düsseldorf, Köln und München.
50:05In München ist die Firma Karstadt auch unter dem Namen Oberpollinger bekannt.
50:10Die Leiche des Kindes ist vermutlich im September oder im Oktober 1968 auf den Schutzplatz gebracht worden.
50:18Frage, wo fehlt seit dieser Zeit ein Kind von sechs bis acht Jahren,
50:23das möglicherweise diese Kleidung besessen hat und blonde Haare hatte?
50:27Für Hinweise, die zur Identifizierung des Kindes führen, ist eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt.
50:37Hinweise bitte an die Kriminalpolizei Koblenz, Telefonvorwahl 0261, Rufnummer 2431,
50:48an jede andere Polizeidienststelle oder eines unserer Aufnahmestudios.
50:54Meine Damen und Herren, inzwischen werden draußen in den Aufnahmestudios schon einige Hinweise eingegangen sein
50:59und ich glaube, wir sollten einmal nachfragen, wie die ersten Nachrichten aussehen.
51:03Werner Vetterli in Zürich, was ist denn inzwischen bei Ihnen eingegangen?
51:06Ja, sehr wenig. Ich glaube, die Leute sind so beeindruckt, vor allem von den beiden letzten Fällen,
51:12dass sie bis jetzt gar nicht telefoniert haben.
51:15Die Polizeibeamten bei uns hatten es eigentlich ziemlich ruhig während der Sendung,
51:19vielleicht auch darum, weil ja die Fälle nicht direkt in die Schweiz hineingespielt haben.
51:23Nun, das ist begreiflich, aber wir werden sehen, im Laufe des Abends können wir ja nochmal miteinander sprechen.
51:27Vielen Dank, Werner Vetterli.
51:28Danke.
51:29Und bei Ihnen in Wien, Teddy Podkorski, wie sieht es da aus?
51:36Vielen Dank.
51:44Vielen Dank.
52:17Vielen Dank.
52:44Vielen Dank.
53:13Vielen Dank.
53:45Vielen Dank.
54:14Vielen Dank.
55:00Vielen Dank.
55:10Vielen Dank.
55:46Vielen Dank.
56:08Vielen Dank.
56:11Vielen Dank.
56:35Vielen Dank.
56:50für die Fahndungsfotos aller heute gehandelten Fälle und bis dahin, guten Abend.

Empfohlen