- vor 6 Wochen
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00:00Guten Abend meine Damen und Herren, Sie wissen es sicher aus Ihrer Zeitung, der Überfall auf das Munitionsdepot Lebach ist geklärt.
00:07Zwei Männer aus Landau, Wolfgang Dietz und Hans-Jürgen Fuchs, wurden festgenommen.
00:11Vor zwei Tagen haben sie ein Geständnis abgelegt.
00:14Der entscheidende Hinweis, der zu ihrer Festnahme geführt hat, kam, wie Sie vielleicht auch wissen, nach der letzten XY-Sendung.
00:2125 Millionen Menschen saßen während unserer letzten Sendung vor den Fernsehgeräten.
00:2525 Millionen Menschen sahen die Abbildung eines Erpressertelegramms mit dem fingierten Absender Dr. Sardo Paris.
00:33Und sie hörten auch die Frage, wer ist dieser Dr. Sardo?
00:37Eine Zuschauerin wusste die richtige Antwort.
00:41Auch bei ihr hatte sich ein Dr. Sardo vorgestellt.
00:44Fünf Tage vor unserer letzten Sendung hatte er ihr noch unter diesem Namen ein Telegramm aus Heidelberg geschickt.
00:50Die Zuschauerin konnte diese Sonderkommission Lebach auf die entscheidende Spur führen.
00:57Sie hat sich das Autokonzeichen des Dr. Sardo aufgeschrieben gehabt.
01:02Wieder einmal hat der Bildschirm damit bewiesen, wie treffsicher er die Arbeit der Kriminalpolizei unterstützen kann.
01:08Wieder hat er gezeigt, dass er in der Lage ist, schlagartig die richtigen Kontakte zwischen Bürger und Polizei herzustellen,
01:14die zur Klärung so komplizierter und undurchsichtiger Vorgänge notwendig sind.
01:18Diese fort einsetzenden Ermittlungen bestätigten auch die Richtigkeit einer älteren Spur, die zuerst nicht zum Erfolg geführt hatte.
01:27Jetzt aber begann sich die Beweiskette, um Dietz und Fuchs zu schließen.
01:31Um die Verdächtigen nicht vorzeitig zu warnen, musste die Sonderkommission und die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe natürlich strengste Stillschweigen bewahren.
01:39So ist es vielleicht verständlich, dass es zu zahlreichen Spekulationen kam, dass auch Zweifel laut wurden.
01:46Zweifel, ob denn die Sonderkommission überhaupt auf dem richtigen Wege sei, ob der vierfache Mord von Lebach tatsächlich der Auftakt zu einer Serie von Erpressungen großen Stils sein könnte.
01:58Derartige Methoden, wie sie von der Mafia und ähnlichen großen Gangstersyndikaten praktiziert werden, hat es in der Tat in der deutschen Kriminalgeschichte bisher nicht gegeben.
02:07Lebach sollte vermutlich der Anfang sein.
02:10Aber der Versuch wurde im Keime erstickt.
02:14Nicht zuletzt dank des unerhörten Einsatzes, des persönlichen Einsatzes jedes einzelnen Beamten der Sonderkommission.
02:21Die Männer haben bis zur Erschöpfung gearbeitet, nicht selten tagelang rund um die Uhr.
02:27Inzwischen zweifelt auch niemand mehr daran, von ein paar Besserwissern vielleicht abgesehen,
02:32dass die Sonderkommission in kriminalistischer Hinsicht hervorragende Arbeit geleistet hat.
02:37Diese Arbeit wird, wenn das Ermittlungsergebnis endgültig abgeschlossen ist und man darüber reden kann,
02:43sicherlich ganz zweifellos in die Kriminalgeschichte eingehen.
02:48Die Festgenommenen selbst schweigen sich noch aus über das Motiv der Tat.
02:53Die Sonderkommission ist deshalb darauf angewiesen, mit ihrer Hilfe, meine Damen und Herren,
02:59zu versuchen, weitere Mosaiksteine für den endgültigen Nachweis des Tatmotivs zusammenzutragen.
03:04Sie kennen Regierungskriminalrat Becker vom Bundeskriminalamt sicherlich noch aus unserer letzten Sendung.
03:09Herr Becker, das Motiv Erpressung haben Dietz und Fuchs möglicherweise nicht erst nach dem Überfall in Lebach für sich entdeckt.
03:18Ja, es besteht der Verdacht, dass Sie auch schon in der Vergangenheit besucht haben,
03:24an zahlungskräftige Leute heranzukommen, unter anderem mit Hilfe von Lokinseraten.
03:30Bereits vor zweieinhalb Jahren haben Sie in einer großen deutschen Tageszeitung diese Anzeige aufgegeben.
03:38Fünf Zimmer Luxusvilla, St. Moritz, zwei Bäder, Park, alle Zimmer Stereoanschluss,
03:45umstände halber sofort für 200.000 DM Verhandlungsbasis bar von privat zu verkaufen.
03:52Es konnte bisher erst eine einzige Person ermittelt werden, die sich auf dieses Inserat bei Dietz und Fuchs gemeldet hat.
04:00Frage, wer ist noch über dieses Inserat oder über ähnliche Angebote mit Dietz und Fuchs in Kontakt gekommen?
04:08Wer hat irgendwelche Zahlungen geleistet?
04:11Wer hat mit einem der beiden festgenommenen geschäftlicher Verhandlung gestanden,
04:14bei denen es um den An- oder Verkauf größerer Objekte bzw. um hohe Bargeldbeträge ging?
04:22Die bisherigen Ermittlungen haben ergeben, dass die beiden Verdächtigen in den vergangenen Jahren
04:27umfangreiche Auslandsreisen unternommen haben.
04:30So sollen sie, teils gemeinsam, teils einzeln, 1966 der Reihe nach in Spanien, in Italien, in London, in der Schweiz,
04:45in Südfrankreich und wieder in Spanien gewesen sein.
04:491967 hielten sich die Festgenommenen in Südfrankreich und Paris auf, in Madrid und in Belgien.
05:03Südfrankreich, Paris, Spanien, Belgien.
05:11Wolfgang Dietz reiste im Frühjahr 1968, er trug zeitweise einen Bart,
05:17Er reiste damals, wie er Bekannten erzählt hat, nach Waduz, Lichtenstein also, und nach Sizilien.
05:27Waduz, Lichtenstein, Sizilien.
05:32Im Februar und März 1969, also in den Monaten nach der Lebachtat,
05:40reisten beide gemeinsam, so die bisherigen Feststellungen, nach Italien und hielten sich in Sanremo auf.
05:48Danach waren sie für vier bis fünf Tage in Paris und in Amsterdam und in vielen Orten der Bundesrepublik auch noch.
05:58Unsere Sendung, meine Damen und Herren, wird weder in London noch in Sizilien gesehen.
06:05Aber es ist durchaus denkbar, dass jemand von Ihnen Näheres über diese geheimnisvollen Reisen der beiden Festgenommenen weiß.
06:11Wer also kann Auskünfte geben über diese Reisen?
06:16Wer kann Auskünfte geben, mit wem Dietz und Fuchs bei diesen Reisen zusammengetroffen sind?
06:21Wer weiß etwas über Verkehrsmittel und ein bestimmtes Privatflugzeug, das Sie möglicherweise benutzt haben?
06:28Wenn Sie zu einer dieser Fragen etwas sagen können, wenden Sie sich bitte an die Sonderkommission Lebach.
06:35Telefon 3975 3975 Vorwahl 06881 06881 an jede andere Polizeidienststelle oder an eines der Aufnahmestudios in Zürich, Wien oder Wiesbaden.
06:55Vielen Dank, Herr Becker.
06:57So viel vorläufig zum Fall Lebach, meine Damen und Herren.
07:01Aber auch zu den anderen Fällen der letzten Sendung sind noch ein paar Worte zu sagen.
07:06Wenige Tage nach dem 11. April wurde Klaus-Dieter Rettemeier auf einer Landstraße zwischen Kassel und Fritzlar von einer Polizeistreife erkannt und festgenommen.
07:15Sie erinnern sich, er wird beschuldigt, am Ostermontag bei Hannover eine 77-jährige Witwe ermordet und beraubt zu haben.
07:21Da er mit der Fahndungssendung rechnete, versteckte er sich am Abend der Sendung auf einem Autofriedhof bei Kassel und blieb zwei Tage lang in diesem Schlupfwinkel.
07:31Nach seiner Festnahme hat er bei der Polizei in Hannover den Mord gestanden.
07:35Einen Tag später endete in Augsburg die Flucht eines Mannes, dessen Wirken vor allem in der Schweiz aufsehen erregt hatte.
07:42Damit ist ein weiterer Fall abgeschlossen, über den Sie berichtet hatten, Herr Vetterli.
07:45Ja, das handelt sich um Georg Gamrat. Er gab sich bekanntlich Gastarbeitern gegenüber gerne als Polizist aus und beraubte bei dieser Gelegenheit die Gastarbeiter.
07:58Im Sommer 68 hat er in Bern, seine ehemalige Zimmervermieterin, eine 81-jährige Frau, hat er einen Raubüberfall ihr gegenüber begangen.
08:09Nach unserer ersten gemeinsamen Sendung, also im Januar dieses Jahres, hat er sich dann offenbar nach Österreich abgesetzt.
08:18In Augsburg wurde er, wie gesagt, von einem Fernsehzuschauer erkannt.
08:23Die benachrichtigte Polizei konnte Gamrat festnehmen.
08:27Er trug mehrere falsche Personalpapiere bei sich, die vermutlich für ihn mehr als nur Erinnerungswert hatten.
08:35Gamrat wird sich auch für Straftaten in Österreich und Deutschland zu verantworten haben.
08:41Das Strafverfahren selbst wird hier in der Bundesrepublik stattfinden.
08:44Ein anderer Mann aus unserer letzten Sendung ist vor zwei Tagen in Brüssel festgenommen worden, Gerhard Lüttje.
08:51Er steht im Verdacht, an dem dreifachen Mord, dem Café Litt in Essen, beteiligt gewesen zu sein.
08:56Lüttje soll kurz vorher noch in Wien gewesen sein, Herr Potroski.
08:59Ja, das ist richtig, das hat man angenommen und die Interpol hat auch sofort die Fahndung aufgenommen.
09:06Lüttje war aber zu diesem Zeitpunkt schon wieder weg.
09:09Nun, damit ist dieser Fall für uns erledigt.
09:12Bleiben wir aber gleich in Wien, Herr Potroski.
09:14Unser erster Fall kommt heute aus Österreich, meine Damen und Herren.
09:17Es geht um den Mord an der Witwe Maria Katzlinger aus Pfaffing in Oberösterreich.
09:23Der zuständige Erhebungsbeamte, so nennt man das in Österreich, Oberleutnant Scherleitner, ist im Wiener Aufnahmestudio.
09:28Ja, der Mord vom Pfaffing zählt zu jenen Verbrechen, bei denen man mit Entsetzen feststellen muss,
09:37wie wenig manchen Rechtsbrechern ein Menschenleben wert ist.
09:42Für eine Beute von vielleicht nur 60 Schilling musste ein Mensch sein Leben lassen.
09:4960 Schilling, meine Damen und Herren, das sind etwa 10 Mark.
09:53Der Tatort liegt im Übrigen nicht weit von der deutschen Grenze und es ist möglich, dass der Täter sich hier vielleicht in Deutschland befindet.
10:02Alle Fahndungsmaßnahmen in Österreich hatten keinen Erfolg.
10:05So kann man annehmen, dass er vielleicht hier in der Bundesrepublik, aus der Bundesrepublik gekommen ist oder hier jetzt ist.
10:13Es ist diesig und kühl in der kleinen Ortschaft Pfaffing zwischen Linz und der deutschen Grenze bei Passau.
10:19Etwas außerhalb des Dorfes, in dem Haus der Witwe Maria Katzlinger, hält sich ein unbekannter Mann auf.
10:24Ob er mit oder ohne Zustimmung der 57-jährigen Frau ins Haus kam, ist nicht bekannt.
10:29Irgendwann an diesem Tag fällt ein Schuss.
10:35Im 500 Meter entfernten Dorf hört niemand etwas davon.
10:44Einen Tag danach, am 3. Mai, bringt der Briefträger des Ortes eine Einladung für Frau Katzlinger zu einer Händel- und Entenpartie in einer nahegelegenen Gastwirtschaft.
10:57Frau Katzlinger!
10:59Frau Katzlinger!
11:03Die Post!
11:05Machen Sie doch auf, Frau Katzlinger!
11:08Ich habe eine Überraschung für Sie!
11:11Hallo!
11:13Frau Katzlinger!
11:15Der Postbote, der die Lebensgewohnheiten der Frau kennt, wundert sich, dass die Witwe sich nicht meldet.
11:24Frau Katzlinger!
11:25Dem Beamten fällt außerdem auf, dass zwei Türen des Küchenbuffets offen stehen.
11:31Aber er denkt sich dann doch nichts weiter dabei und setzt seinen Botengang fort.
11:35Am Abend dieses Tages macht sich der Landwirt Johann Nusser auf, um bei der alleinstehenden Frau nach dem Rechten zu sehen.
11:57Der Briefträger hatte ihm seine Beobachtungen erzählt und der Bauer hatte sich auch selbst schon gewundert, dass die Frau seit zwei Tagen nicht mehr zu ihm auf den Hof gekommen ist, um wie üblich die Milch zu holen.
12:08Ein Fenster ist nur angelehnt. Es führt ins Schlafzimmer.
12:15Frau Katzlinger!
12:17Ich bist der Nusser!
12:20Sind Sie da drin?
12:21Hören Sie mich nicht!
12:23Frau Katzlinger!
12:25Auch der Landwirt Nusser erhält keine Antwort.
12:29Im Kegel seiner Taschenlampe entdeckt er schließlich einen durchwühlten Kleiderschrank im Schlafzimmer.
12:35Von der Frau selbst sieht er nichts.
12:36Mein Lieber!
12:44Der Bauer ist überzeugt, dass der Frau etwas zugestoßen sein muss.
12:48Er fährt mit dem Traktor zum nächsten Gendarmerie-Posten in Aschach an der Donau.
13:06Frau Katzlinger!
13:16Aufmachen, Gendarmerie!
13:17Da rührt sich nichts.
13:20Rein gar nichts.
13:21Gib den Dietrich her.
13:22Ich gehe ins Schlafzimmer.
13:32Ich gehe ins Schlafzimmer.
13:48Schau, du kannst Wein in der Küche haben.
13:49Ist gut.
13:50Und aufpassen, keine Spuren vermischt.
13:52Pasch auf.
13:52Auch der Gendarmerie-Beamte ahnt nichts Gutes, als er den zerwühlten Schrank sieht.
14:12Und er befürchtet das Schlimmste, als er schließlich blutbeschmierte Schlüssel findet.
14:23Du, schau mal her.
14:25Schnell!
14:34Blut.
14:35Und da eine Schleifspur.
14:37So, komm, ich werde nur zugesperrt.
15:02Mach ich drauf.
15:07Die Befürchtungen haben sich bestätigt.
15:29Maria Katzlinger ist tot.
15:31Noch vor Mitternacht treffen Beamte der Linzer Mordkommission am Tatort ein.
15:40Sie finden nur wenige verwertbare Spuren.
15:42Maria Katzlinger ist durch einen Kopfschuss ermordet worden.
15:45Der Schuss ist beim Hinterkopf hinein und über dem linken Auge wieder hinaus.
15:49Kaliber 6,35.
15:51Hier ist das Projektil und die Hülsen haben wir auch gefunden.
15:54Das wäre im Moment alles.
15:55Das ist nicht viel.
15:58Aber vielleicht hilft es uns später wieder weiter.
15:59Die Hoffnung des Beamten erfüllt sich unerwartet schnell.
16:03Der Gendarmerie-Posten erinnert sich an einen Einbruch in einem Nachbarort, der mit dem Mord in Pfaffing zusammenhängen könnte.
16:09Entschuldigen Sie, wenn ich unterbreche, aber sagten Sie nicht 6,35?
16:16Ja?
16:17Wieso?
16:18Weil, naja, ich weiß nicht recht, aber es ist am Montag oder am Dienstag in einem Wochenendhaus in Feldkirchen,
16:25kaum einen Kilometer weit weg von hier, eingebrochen worden.
16:27Und in der Woche davor im gleichen Haus schon einmal, wahrscheinlich derselbe Kerl.
16:32Und bei seinem ersten Einbruch hat er außer zwei Kofferradios auch noch eine Pistole gestohlen.
16:38Eine FN Browning Baby Kaliber 6,35.
16:42Hm.
16:43Da gibt es vielleicht tatsächlich eine Verbindung.
16:46Wir müssen uns auf jeden Fall darum kümmern.
16:48Ja, aber wie sollen wir feststellen, ob die Frau hier wirklich mit der gestohlenen Pistole ermordet worden ist?
16:54Es fehlen so Vergleichsgeschosse zu dieser Pistole.
16:57Das ist es ja, was ich sagen will.
16:58Der Einbrecher hat in dem Wochenendhaus herumgeschossen.
17:01Und die Projektile, die stecken noch immer in der Bettbank und in der Kaminumrandung.
17:05Ich glaube, vier Stück.
17:07Was?
17:07Wieso seid ihr da noch nicht rausgeholt worden?
17:09Das war halt nicht notwendig.
17:11Es gab keinen Grund, die Möbel unnütz zu beschädigen.
17:14Jetzt schaut das natürlich ganz anders aus.
17:16Das will ich meinen.
17:18Wenn die Frau mit der gestohlenen FN erschossen worden ist, dann kommt der Einbrecher auch für den Mord hier in Frage.
17:25Das heißt, wir könnten auch dem Liebesgut aus dem Wochenendhaus fanden.
17:33Sagen Sie, was ist eigentlich damals bei dem Einbruch alles weggekommen?
17:37Ja, vor allem zwei Radioapparate.
17:42Bereits am nächsten Morgen gehen die Beamten der Mordkommission der neuen Spur nach.
17:46Sie stellen insgesamt vier Geschosse sicher, die der Einbrecher in dem Wochenendhaus verfeuerte,
17:52bevor er mit der FN-Pistole das Weite gesucht hat.
17:56Drei der Projektile hatten sich in das Holz der Bettbank gebohrt.
18:00Ein viertes steckte in der Kaminumrandung.
18:02Die geborgenen Geschosse werden sofort ins kriminaltechnische Labor gebracht.
18:09Und recht schönen Dank, dass Sie es geworfen haben.
18:11Ach, keine Ursache. Hoffentlich haben Sie Erfolg.
18:13Einiges werden wir schon brauchen können.
18:15Die Linzer Beamten warten ungeduldig auf das Ergebnis der Untersuchung.
18:35Na, wie schaut's aus? Können Sie schon was sagen?
18:41Ja, leider. Fürs Erste muss ich Sie enttäuschen.
18:44Die Sache ist viel komplizierter, als Sie sich gedacht haben.
18:47Die Mordkugel stammt nicht aus der gestohlenen FN.
18:50Dann haben wir uns umsonst Hoffnungen gemacht.
18:52Ja, das auch wieder nicht.
18:54Der Einbrecher besitzt nämlich eine zweite Pistole.
18:57Ja, wie kommen Sie denn da drauf?
18:59Ganz einfach.
19:01Die vier Geschosse, die Sie mir da gebracht haben,
19:04sind nicht aus einer und derselben Pistole verfeuert worden.
19:09Passen Sie mal auf.
19:14Diese drei Projektile stammen einwandfrei aus der gestohlenen FN.
19:19Das vierte Projektil kommt aus einer anderen Waffe.
19:23Ja, bravo. Haben Sie noch mehr solche Überraschungen für uns?
19:25Oh, doch, doch.
19:25Das sind wir aber neigerlich.
19:27Ja, das können Sie auch.
19:29Die zweite Pistole, das ist nämlich die Mordwaffe.
19:32Oh.
19:33Ja, es gibt gar keinen Zweifel.
19:35Bitte schauen Sie selber nach.
19:40Na, sehen Sie die gleichen Spuren?
19:44Tatsächlich.
19:45Die Verfeuerungsmerkmale stimmen haargenau überein.
19:51Der Einbrecher aus dem Wochenendhaus kommt also doch als Mördeinfrage.
19:55Ja.
19:55Und er hat seit dem Einbruch zwei Waffen.
19:59Mehr kann ich Ihnen nicht sagen.
20:01Jetzt sind Sie dran.
20:07Die kriminaltechnischen Untersuchungen zeigen eine Möglichkeit,
20:11wie man dem Täter auf die Spur kommen kann.
20:13Zwischen dem Einbrecher, der im Wochenendhaus herumgeschossen hat und dem Mörder, der Witwe Katzlinger,
20:18muss es eine Verbindung geben, Herr Schierleitner, nicht wahr?
20:20Ja, wenn es uns gelingt, die bei dem Einbruch gestohlenen Gegenstände zu finden, dann haben wir auch eine Möglichkeit, an den Mörder heranzukommen.
20:30Ja, und neben den nicht so markanten Gegenständen, die aus dem Wochenendhaus gestohlen wurden, gibt es zwei Transistorradios, die entwendet wurden und außerdem eine Pistole, die ja schon mitgespielt hat im Film, die Sie schon gesehen haben.
20:48Eines dieser Radios ist ein österreichisches Erzeugnis, Marke Heer Exquisit.
20:57Das Gehäuse ist aus Teakholz und das Gerät trägt die Herstellungsnummer 178 620.
21:10Das zweite Gerät ist wesentlich kleiner.
21:15Es ist ein japanisches Taschenradio, Marke Dicker Super Deluxe.
21:21Es ist mit einer Kunstledertasche gestohlen worden.
21:24Es könnte aber auch ohne Tasche weiter veräußert worden sein.
21:30Ja, und so sieht die gestohlene Pistole aus.
21:34Es ist eine FN Browning Baby, Kaliber 635.
21:40Sie trägt an der Seite die Nummer 178 40.
21:48178 40.
21:49Das waren also die Gegenstände, die der Einbrecher gestohlen hat.
21:56Dieses Handtuch hat er im Wochenendhaus zurück, zusammen mit anderen Gegenständen zurückgelassen.
22:04Wir wissen bis heute nicht, woher es stammt.
22:07Es könnte auch aus einem früheren Einbruch gestohlen worden sein.
22:11Wenn uns jemand sagen kann, woher dieses Handtuch kommt, könnten wir vielleicht ein gutes Stück weiter kommen.
22:20Ja, vielleicht noch nähere Details.
22:22Es ist von grau-blauer Farbe und an jedem Ende ist mit groben Stichen je eine Schlaufe angenäht.
22:30Die Frage lautet also, wer kann sich an dieses Handtuch erinnern und wer hat vielleicht diese Schlaufen sogar selbst angenäht?
22:41Es ist, wie gesagt, nicht ausgeschlossen, meine Damen und Herren, dass der Einbrecher aus Deutschland gekommen ist und somit auch das Handtuch aus Deutschland kommt.
22:50Aus manchen Anhaltspunkten kann man auch den Schluss ziehen, dass es sich bei dem Täter vermutlich um einen Mann ohne festen Wohnsitz handelt.
22:56Für Hinweise, die zur Klärung des Verbrechens führen, sind Belohnungen von insgesamt 15.000 Schilling ausgesetzt.
23:05Hinweise bitte an das Landesschandameriekommando für Oberösterreich in Linz, am Telefon 26171, die Vorwahl innerhalb Österreichs, aber bitte nur innerhalb Österreichs, meine Damen und Herren, 07222.
23:20An jede andere Polizeidienststelle oder an eines unserer Aufnahmestudios in Wien, Zürich und Wiesbaden.
23:26Noch einmal die Telefonnummern. Wien 82 36 21, 23 56 50 in Zürich und Wiesbaden 36 001.
23:40Noch eine Bitte, meine Damen und Herren, wenn Sie uns hier in Wiesbaden anrufen, wählen Sie nicht die Nummer der normalen ZDF-Zentrale.
23:47Sie können auf diesen Leitungen nicht durchgestellt werden, hier herunter in Studio zu den Aufnahmeplätzen.
23:52Benutzen Sie bitte die 36 001.
23:56Im nächsten Fall, nun, meine Damen und Herren, geht es um einen Mann, der der Polizei im vergangenen halben Jahr viele Rätsel aufgegeben hat.
24:0540 Panzerschrankeinbrüche mit einer Beute von 130.000 Mark verbuchte die Polizei allein in den letzten Monaten auf seinem Konto.
24:14Sie erkannte ihn jedes Mal an seiner speziellen Arbeitsweise.
24:19Wer sich aber hinter dieser Handschrift verbarg, war bis vor drei Wochen unbekannt.
24:25Am 20. April, also vor 19 Tagen, wurde der Mann schließlich in Bamberg identifiziert.
24:30Der Mann, dem die mysteriösen Panzerschrankeinbrüche seitdem zur Last gelegt werden, heißt Dieter Schulz.
24:37Er wohnte zuletzt unter dem Falschnamen Dieter Wolf in Karlsruhe.
24:42Schulz ist 34 Jahre alt, 1,86 groß und schlank, sportlich.
24:47Er hat blaugraue Augen und von Natur hellblonde Haare.
24:53Vielleicht trägt er in den letzten Wochen zur Tarnung eine Brille oder eine andere Haarfarbe.
25:00Er ist von Beruf Maurer, gibt sich aber gern als gutverdienender Architekt aus
25:05und erzählt oft, dass er an Bauprojekten für die Olympischen Spiele in München beteiligt sei.
25:12Einiges deutet darauf hin, dass sich Schulz möglicherweise nach Österreich oder in die Schweiz abgesetzt hat.
25:17Besondere Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang vielleicht dem Kanton St. Gallen zu.
25:22Für Hinweise, die zur Klärung des Verbrechens führen und zur Festnahme des Täters Entschuldigung,
25:27sind Belohnungen von insgesamt 2000 Mark ausgesetzt.
25:31Hinweise bitte an die Kripo Bamberg, Telefon 22 951, Vorwahl 0951,
25:41an jede andere Polizeidienststelle oder an eines der Aufnahmestudios.
25:46Die nächsten zehn Minuten, meine Damen und Herren, sind einer Frau gewidmet.
25:52Sie wird seit fünf Jahren von der Polizei gesucht.
25:54Die Taten, die man ihr vorwirft, mögen im Einzelfall relativ geringfügig erscheinen.
26:00Sieht man sich die Vorgänge aber im Zusammenhang an, so kommt man notwendigerweise zu einem anderen Standpunkt.
26:07In den vergangenen Jahren ist mehrfach versucht worden, der Frau mit regionalen Fahndungsaktionen
26:14mithilfe örtlicher Zeitungen habhaft zu werden.
26:17Aber es ist der Gesuchten dann jedes Mal gelungen, aus dem Verbreitungsgebiet dieser Zeitungen in ein anderes Revier überzuwechseln.
26:24Eine überregionale Fahndung mithilfe des Bildschirms erscheint deshalb heute notwendig und sinnvoll.
26:30Die Frau heißt Sigrid Schild. Sie ist 35 Jahre alt, sieht aber älter aus.
26:38Als dieses Bild aufgenommen wurde, war sie 29.
26:41Sehen Sie sich bitte an, auf welche Weise Sigrid Schild die Polizei immer wieder beschäftigt.
26:45Hamburg, 7. Januar 1965. Ein Donnerstag.
26:58Frau Landau?
27:11Ja, hier spricht Frau Hansen. Ich rufe wegen Ihres Inserats an. Sie suchen doch eine Putzfrau, nicht?
27:17Ach ja, das ist aber nett, dass Sie anrufen. Wann könnten Sie denn mal zu uns kommen?
27:22Tja, das ist mal so eine Sache. Wo ist denn das eigentlich bei Ihnen?
27:26Im Parkweg.
27:27Parkweg 23, gleich an der Bushaltestelle.
27:30Tja, das wäre...
27:31Gar nicht so übel. Da kriege ich nämlich gleich in der Nähe eine Wohnung. In der Gleichstraße nämlich.
27:36Naja, da hätten Sie es ja morgens gar nicht so weit zu gehen.
27:37Ja, aber ich weiß noch nicht.
27:39Ach, wissen Sie, schauen Sie sich's doch erst einmal an. Wann können Sie denn vorbeikommen?
27:45Das wird Ihnen bestimmt gefallen.
27:46Naja, wenn Sie meinen, ich kann ja heute Nacht wieder mal längs kommen. So gegen vier?
27:51Na, großartig. Ich erwarte Sie dann. Auf Wiederhören.
27:5617 Uhr.
27:57Möchten Sie noch eine...
27:58Ilse Hansen, die für die Stelle der Raumpflegerin Interesse gezeigt hat, ist noch immer im Gespräch mit Frau Landau.
28:04Tja, da wird sich mein Mann aber freuen, dass er, wo er doch so lange krank war, dass er nur endlich ein Zuhause kriegt.
28:10Es ist schon das dritte Krankenhaus in München, wo er jetzt liegt. Die haben ihn doch immer von einem Arzt zum anderen geschickt.
28:16Oh, das kann ich Ihnen gut nachfühlen.
28:17Ja, dann kann ich ja gleich am Montag hier anfangen. Denn die Kanadier, die jetzt noch in der Wohnung in der Kleistraße sind, ziehen ja am Sonnabend aus.
28:25Ach, ich verstehe. Dann könnten Sie am Wochenende gleich Ihren eigenen Umzug machen.
28:28Ich müsste aber erst nach München fahren und meinen Mann abholen.
28:30Ja, kann denn jemand schon so weit reisen, wenn er so lange bettlägerig war?
28:33Ich denke schon. Der Doktor ist jetzt nach der letzten Operation recht zufrieden mit ihm.
28:37Na schön, dann sind wir uns ja einig. Dann wünsche ich Ihnen eine gute Reise und vor allem für Ihren Mann alles Gute.
28:44Tja, nur ist das. Nun komme ich mal bloß mit dem Geld in Schwierigkeiten.
28:48Wegen der Reise und so. Wieso haben Sie denn kein Geld?
28:51Doch, doch. Nur ich muss doch den Kanadier den Abstand für die Wohnung noch zahlen.
28:55Aber das habe ich natürlich zusammen. Aber jetzt die Reise und so.
28:59Ich habe ja gar nicht gewusst, dass alles so schnell geht. Mit der Wohnung und jetzt hier.
29:02Das kommt jetzt alles zusammen.
29:04Aber wenn Sie am Montag gleich bei mir anfangen, dann...
29:06Na, das ist es ja eben.
29:08Bevor ich meinen Mann nicht aus München geholt habe, habe ich natürlich keine Ruhe.
29:11Und wenn ich dann jeden Tag bei Ihnen bin, habe ich keine Zeit mehr.
29:14Soll ich Ihnen vielleicht einen kleinen Vorschuss geben?
29:17Wenn Sie das tun würden, da würden Sie mir aber wirklich sehr helfen.
29:22Dann könnte ich auch gleich am Montag bei Ihnen anfangen.
29:25Wie viel brauchen Sie denn?
29:26Tja, ein bisschen habe ich ja noch, wenn ich die Kanadier ausgezahlt habe.
29:31200 Mark.
29:32Na schön, das kann ich Ihnen geben.
29:34Ich unterschreibe Ihnen auch gleich die Quittung.
29:36Schreiben Sie am besten Vorschuss für Lohn ab Montag.
29:40Drei.
29:43100.
29:45Zu Frau Landau wird am Montag keine Aufwartefrau kommen.
29:49Ahnungslos gibt sie der angeblichen Frau Hansen das Geld.
29:52Die Wohnungsinhaberin weiß nicht, dass sie es mit einer der routiniertesten Lohnvorschuss-Schwindlerinnen zu tun hat,
29:58die seit Jahren in der Bundesrepublik umherreist.
30:02Die Quittung, die die soeben eingestellte Aufwartefrau zurücklässt,
30:15landet nach einigen Umwegen beim Schriftsachverständigen des Landeskriminalamtes.
30:20Er besitzt eine ganze Sammlung ähnlicher Papiere mit den gleichen Schriftzügen.
30:23Alle stammen sie von Sigrid Schild.
30:3550, 60, 90, 300.
30:37Auch in Bielefeld sind Aufwartefrauen knapp.
30:46Hier beweist Sigrid Schild, heute nennt sie sich Anneliese Förster,
30:50dass sie trotz ihrer Stereotypen-Arbeitsweise besondere Gelegenheiten schnell zu nutzen versteht.
30:56Mein Mann wird sich aber freuen, wo er doch so lange im Krankenhaus war, dass er wieder ein Zuhause kriegt.
31:01Ich fahre auch gleich morgen nach München und hole ihn.
31:04Ach, wissen Sie, da könnten Sie mir eigentlich gleich einen Gefallen tun, Frau Förster.
31:07Aber natürlich, Frau Vollbrecht.
31:09Ich muss schnell noch etwas besorgen.
31:10Mein Mann bringt nämlich heute Abend Gäste mit und ich habe noch nicht abgewaschen.
31:13Ah, das mache ich schon.
31:15Gehen Sie mal ruhig.
31:16Ach, das ist aber nett von Ihnen.
31:18Gegenüber ist die Küche.
31:20Dankeschön, Frau Förster.
31:23So, hier ist alles, was Sie brauchen.
31:25Handtücher und Spülmittel.
31:26Ich komme schon zurecht.
31:27Es dauert nicht lange.
31:28Ich bin nach einer halben Stunde wieder da.
31:29Also auf Wiedersehen, Frau Förster.
31:30Auf Wiedersehen, Frau Vollbrecht.
31:45Sigrid Schild legt keinen Wert darauf, die Rückkehr der Hausfrau abzuwarten.
31:49Ich bin nachdem, Frau Vollbrecht.
32:19Ohne lange zu zögern, untersucht sie die Wohnung nach Wertgegenständen, für die sie Verwendung zu haben glaubt.
32:30Nicht immer ist sie dabei besonders wählerisch.
32:32Die Schule, die Hände wieder heraus abandonnladı.
32:36Die Schule, die Hände in einem Geräusche.
32:53Gut, gut, gut, gut, gut.
32:54So gehört ein Diaprojektor genauso zu ihrer Beute wie zum Beispiel die Urkunde eines Bausparvertrages, den sie wohl kaum zu Geld machen kann.
33:24Leichter wird es ihr mit gestohlenem Schmuck fallen.
33:54Sigrid Schild trifft bei ihrer dubiosen Tätigkeit nicht nur auf Menschen, die den Verlust eines 100-Mark-Scheines verschmerzen können.
34:15Auch das Rentner-Ehepaar Mewes gerät in ihre Fänge.
34:23Karl Mewes wohnt mit seiner kränklichen Frau in einer Mansardenwohnung in Hamburg.
34:45Soll ich dir nun deinen Galentee machen?
34:53Ach ja, Vater, sei so gut.
34:55Ich habe das Wasser schon aufgesetzt.
34:57Aber nur hör mal zu, oder so geht das nicht weiter.
34:59Ich habe mir das alles überlegt.
35:01Ich meine, kochen und aufwaschen, das kann ich ja.
35:04Aber zum Reimachen, da muss jemand kommen.
35:07Das mit meinem Kreuz wird immer schlimmer.
35:08Ich schaffe das einfach nicht mehr.
35:10Tja, was soll man da machen?
35:12Ich habe schon Inselrat in die Zeitung gesetzt, wegen der Putzfrau.
35:17Aber Karl, wie soll man denn das bezahlen?
35:21Ach, sie braucht ja nur einmal die Woche kommen.
35:25Ich muss mir denn eben meine Zigarren verkneifen.
35:27Das sind schon sieben Mark in der Woche.
35:30Und das kommt ungefähr hin.
35:32Aber Karl, keine Zigarren mehr?
35:38Lass mal, Mutter.
35:40Lieber nicht mehr raufen.
35:42Als dass ich mich noch weiter mit dem Aufwischen abquehle.
35:48Und gar nicht mehr rauchen?
35:51Och, lass mal, Mutter.
35:57Schon am Tag, an dem das Inselrat erschienen ist,
36:00glaubt Herr Mewes, eine tüchtige Hilfe in Elserabe gefunden zu haben.
36:04So hat sich Sigrid Schild hier dem Rentner-Ehepaar vorgestellt.
36:07Na, dann wissen Sie ja selbst, wie das ist, wenn man so lange krank ist.
36:12Mein Mann kann es natürlich kaum erwarten, dass er wieder ein Zuhause bekommt.
36:16Ja, ja, das verstehe ich nur zu gut.
36:18Ich könnte ja am Montag das erste Mal kommen.
36:21Aber da muss ich meinen Mann noch vorher aus dem Krankenhaus aus München holen.
36:27Nun weiß ich mal bloß nicht, wie das mit dem Fahrgeld ist,
36:30weil ich doch den Kanadiern den Abstand für die neue Wohnung in der Barmbecker Straße noch zahlen muss.
36:36Können Sie mir nicht einen kleinen Vorschuss geben?
36:39Wir können das ja nachher verrechnen.
36:42Tja, schon.
36:45Wir haben nur nicht viel im Haus.
36:48Unsere Rente kriegen wir ja erst Ende des Monats.
36:50Tja, dann weiß ich gar nicht, wie ich das machen soll, dass ich am Montag wieder hier bin.
36:56Warten Sie mal.
36:57Parmak haben wir ja auch noch in Spartopf.
37:00Wie viel brauchen Sie denn?
37:01Na ja, so 60, 70 Mark.
37:06So, ja, ja.
37:08Mal sehen, was wir dachen.
37:1020, 30, 40, 45, 50, 52, 54.
37:36Das alles.
37:38Mehr haben wir nicht.
37:39Das macht nichts.
37:40Das reicht schon.
37:44Ein bisschen habe ich ja noch über.
37:49Vor fünf Jahren, meine Damen und Herren, wurde Sigrid Schild das letzte Mal zur Bewährung aus dem Gefängnis entlassen.
37:56Seitdem bekommt die Polizei laufend neue Anzeigen über neue Betrügereien.
38:01Die Schilderungen der Geschädigten gleichen sich bis in die letzten Einzelheiten.
38:05Kriminalrat Bramow aus Hamburg wäre vermutlich sehr froh, wenn er die Akte Schild für einige Zeit schließen könnte.
38:11Ja, das ist richtig, Herr Zimmermann.
38:12Die Frau Schild ist eine sehr beharrlich arbeitende Täterin und ihre Gefahr liegt darin, dass sie einen hohen Personenkreis einer langen Zeit schädigt.
38:21Im Sinne dieser vielen betrogenen Menschen und in unserem Sinne lege ihre baldige Festnahme.
38:27Wo ist sie denn zuletzt aufgetreten?
38:29Ihr letztes Auftreten war in Nordrhein-Westfalen.
38:33Das ist aber nicht sicher, dass sie noch dort ist.
38:35Sie tendelt zwischen dem norddeutschen und dem westdeutschen Raum und ihr Aufenthalt kann also von hier aus nicht festgesagt werden.
38:43Die Polizei konnte 19 Falschnamen feststellen, deren sich Sigrid Schild immer wieder bedient.
38:50Diese Liste ist sicher nicht vollständig, aber es besteht die Möglichkeit, dass Sigrid Schild bereits morgen bei irgendjemand von Ihnen, meine Damen und Herren, sich vorstellt.
38:58Denn auch morgen unter einem dieser Namen, die Sie gleich hören werden, denn auch morgen wird sie vielleicht noch die Stellenangebote in den Zeitungen studieren.
39:06Frau Schild führt eine große Anzahl leicht zu merkender und einfacher Familiennamen.
39:13Zum Beispiel die Namen Böhmer, Weber, Rabe, Brinkmann, Schneider, König, Steinhoff, Beckmann, Förster, Berg, Hansen, Steinbrink, Kramer, Kröger, Schäfer, Wagner, Fischer, Kern, Brand.
39:41Das sind die uns bekannten Aliasnamen. Daneben ist aber durchaus die Möglichkeit gegeben, dass sie unter anderen Falschnamen auftritt.
39:52Sigrid Schild ist wie gesagt 35 Jahre alt, 1,61 groß. Sie hat dunkelblonde, meist glatt nach hinten gekämmte Haare und graubraune Augen.
40:03Ihr Personalausweis auf den Namen Schild muss seit längerer Zeit abgelaufen sein.
40:08Sie dürfte sich deshalb auch heute noch innerhalb der Bundesrepublik aufhalten.
40:12Für Hinweise, die zu Ihrer Festnahme führen, ist eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt.
40:19Hinweise bitte an die Kriminalpolizei Hamburg, ruf Vorwahlnummer 0411 und dann 24 82 01 an jede andere Polizeidienststelle oder eines der Aufnahmestudios.
40:39Vielen Dank, Herr Bramow.
40:41Meine Damen und Herren, es gibt eine Sorte von Rechtsprechern, für die sich die Polizei besonders interessiert, weil sie den Namen der Polizei auf besondere Weise belasten.
40:52Ich meine die falschen Polizisten und die ehemaligen Polizisten.
40:57Hans-Jürgen Beutel, 25 Jahre alt, war früher Polizist.
41:01Er spricht gut Englisch und beherrscht auch die Umgangsformen amerikanischer Soldaten.
41:05Er gibt sich deshalb gerne als amerikanischer Offizier aus.
41:09Während seiner zweieinhalbjährigen Dienstzeit bei der Polizei hat er die Methoden der Verbrechensbekämpfung recht gut studieren können
41:15und offensichtlich auch einige schwache Stellen im Fahndungsapparat herausgefunden.
41:22Diese Schwächen nutzt er heute nun mit Erfolg aus und kann deshalb, wie es scheint, mit relativ geringem Risiko einem neuen Beruf nachgehen,
41:30mit dem er seinen alten Kollegen recht viel Arbeit macht.
41:35Sonntag, 24. November 1968.
41:40Kurz nach Mitternacht stattet ein Einbrecher einem Kaufhaus in Worms am Rhein einen Besuch ab.
41:45Mit einem speziellen Kunstgriff hat er eine der Seitentüren geöffnet und sich auf diese Weise Einlass verschafft.
41:52Der Mann bedient sich zuerst in der Elektroabteilung.
41:55Die großen Einkaufstaschen hat er sich vorher in der Abteilung für Lederwaren geholt.
42:05Er interessiert sich besonders für Gegenstände, die erfahrungsgemäß leicht wieder abzusetzen sind.
42:10Im ersten Stock des Kaufhauses findet er die gut sortierte Konfektionsabteilung.
42:19Der Mann nutzt die Gelegenheit, sich neu einzukleiden.
42:29In der Eile merkt er nicht, dass er beim Umziehen eine Spur hinterlässt,
42:40die am nächsten Morgen für die Kriminalpolizei von besonderer Wichtigkeit sein wird.
42:43Mit zwei prall gefüllten Einkaufstaschen, die unter anderem auch eine erhebliche Menge Schmuck enthalten,
43:03verlässt er das Kaufhaus.
43:07Niemand hört etwas, niemand hat etwas gesehen.
43:13Die Kriminalpolizei kann deshalb, als sie am Sonntagmorgen an den Tatort gerufen wird,
43:20keine Zeugen vernehmen.
43:21Sie ist auf andere Spuren angewiesen und sie findet sie auch.
43:26Chef, schauen Sie mal, das haben wir in der Konfektionsabteilung gefunden.
43:30Der Kerl muss sich wohl umgezogen haben.
43:32Dabei hat er hier den Kalender und die Fotos verloren.
43:36Zeig mal her. Schlag mal auf.
43:39Ja, Name steht natürlich nicht drin.
43:41Ja, aber hier hinten auf den Fotos steht der Name.
43:43Beutel.
43:45Beutel?
43:47Sollte das etwa unser Freund sein?
43:49Der ehemalige Polizist Beutel?
43:52Der war doch auch auf Warenhäuser spezialisiert.
43:55Arbeitsweise könnte hinhauen.
43:57Vielleicht ist das hier seine Tochter.
43:59Der hat doch ein Mädchen in dem Alter.
44:01Der Beutel?
44:02Nee, das passt nicht.
44:03Der hat doch über vier Jahre gekriegt.
44:05Der sitzt noch im Knast.
44:06Nur mindestens bis 71.
44:07Die Fotos stammen tatsächlich von Hans-Jürgen Beutel.
44:11Spätere kriminaltechnische Untersuchungen beweisen es.
44:15Und auch das Rätsel, wer die Bilder verloren hat, löst sich, als die Beamten in ihr Büro zurückkommen.
44:20Sie finden dort eine Meldung der Strafanstalt Zwei Brücken.
44:23Der Gefangene Hans-Jürgen Beutel ist in der vergangenen Nacht entwichen.
44:27In unmittelbarer Nähe des Gefängnisses hat er in einer Wohnsiedlung für NATO-Angehörige einen Wagen mit kanadischem Kennzeichen gestohlen.
44:36Dieser Wagen wird in Worms verlassen aufgefunden.
44:42Kriminalbeamte behalten das Fahrzeug im Auge.
44:45Sie hoffen, dass der Dieb zurückkommt.
44:49Nach mehreren Tagen muss die Aktion jedoch ohne Erfolg abgebrochen werden.
44:54Der geflohene Häftling hat die Stadt offensichtlich schon verlassen.
44:57Zwei Monate später, in der letzten Januarwoche 1969, erhält ein großes Kaufhaus in Mainz nächtlichen Besuch.
45:20Der Einbrecher interessiert sich wieder für Schmuck und optische Geräte.
45:27Insgesamt packt er Waren im Wert von 40.000 Mark in den Aktenkoffer, den er vorher wieder aus der Lederwarenabteilung geholt hat.
45:40Im Erfrischungsraum des Kaufhauses versorgt sich der Mann noch mit Kleingeld, ehe er verschwindet.
45:52Die Kripo findet am nächsten Tag keine Spuren.
46:11So bleibt der Einbruch vorerst ungeklärt.
46:13Drei Wochen später, am 13. Februar, bringt ein Verkehrsunfall in der Nähe von Heidelberg aber den ersten Hinweis auf den Täter.
46:23Gegen 17 Uhr an diesem Tag fährt ein amerikanischer Offizier mit einer Ford-Limousine von dem Dorf Meckesheim nach Neckar-Gmünd.
46:34Der Fahrer nennt sich John Boots.
46:37Neben ihm sitzt ein deutscher Automechaniker.
46:40Der Amerikaner hat ihn als Anhalter mitgenommen.
46:42Kurz vor der Ortschaft Mauer kommt der Wagen auf der eisglatten Straße ins Schleudern.
46:47Ist Ihnen etwas passiert?
47:14Mein rechtes Bein, ja.
47:16Oh, ich komme nicht raus.
47:19Ich hole Hilfe. Bleiben Sie ruhig, keine Angst.
47:23Aber nicht so lange.
47:25Okay, ganz schnell.
47:32Stopp!
47:35Der angebliche John Boots fährt mit einem Lastwagen zum nächsten Ort und verschwindet.
47:43Er holt keine Hilfe.
47:46Erst von nachfolgenden Autofahrern werden der Rettungsdienst und die Polizei verständigt.
47:52Auch die amerikanische Militärpolizei trifft ein.
47:57Der deutsche Automechaniker wird mit erheblichen Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert.
48:04Alles okay?
48:06Der Verletzte hat gesagt, dass der Offizier sich John Boots genannt hat.
48:14Oh, die Leitze.
48:16Let's see.
48:22Bei der Untersuchung des verunglückten Wagens macht der amerikanische Militärpolizist eine weitere Entdeckung.
48:27Aus dem Kofferraum fallen ihm Fotoapparate, Ferngläser, andere Geräte und ein Aktenkoffer entgegen.
48:39Das gibt Arbeit, Leute.
48:54Amerikanische und deutsche Kriminalpolizei ermitteln die Herkunft der aufgefundenen Gegenstände.
49:12Ein Teil stammt aus dem Kaufhauseinbruch in Mainz, ein anderer aus dem Kaufhauseinbruch in Worms, der Rest aus einer Reihe anderer Straftaten.
49:20Beim Einbruch in Worms war Hans-Jürgen Beutel bereits als Täter identifiziert.
49:28Nun weiß die Polizei, dass auch die anderen Straftaten mit großer Wahrscheinlichkeit auf Beutels Konto gehen.
49:34Die Ermittlungen ergeben auch, dass der geflohene Häftling mit großem Erfolg als amerikanischer Offizier auftritt.
49:44Die Fahndung nach ihm wird deshalb auf den Bereich der NATO-Truppen ausgeweitet.
49:48Aber auch die gemeinsame Aktion amerikanischer und deutscher Dienststellen führt nicht zum Ziel.
49:55Der Boden in der Bundesrepublik ist ihm offensichtlich zu heiß geworden.
50:01Am 13. März, vier Wochen nach dem Unfall bei Heidelberg, kommt am deutsch-österreichischen Grenzübergang Marktschellenberg bei Berchtesgaden
50:09gegen 13 Uhr ein fabrikneuer Chrysler Newport mit amerikanischem Kennzeichen von der österreichischen Seite an den deutschen Schlagbaum.
50:18Grüß Gott, Papiere bitte.
50:23Ja, ja, das ist nur der internationale Führerschein, haben Sie nicht einen richtigen Pass, Passport, understand?
50:31I am American, I am living in Oversalzberg, in General Walker Hotel.
50:36Ja, ja, aber einen Pass brauchen Sie trotzdem an der Grenze. Wo waren Sie denn?
50:40In Austria, you see. I am living in General Walkers.
50:44Ja, ja, äh, sagen Sie, hier stehen ja zwei Namen. Two Names.
50:54Äh, John Boats und William Freyley. Was ist denn nun richtig?
50:59God damn, I am living in General Walkers.
51:02Einen Moment mal.
51:03Der Beamte zieht das Fahndungsbuch zu Rate.
51:14Halt! Halt!
51:15Dieser verfälschte internationale Führerschein, der bei dem Grenzbeamten zurückgeblieben ist,
51:30erlaubt es der Polizei später, Beutel einwandfrei zu identifizieren.
51:34Kommissar Schöneberg aus Worms hat dieses Papier hier mit ins Studio gebracht.
51:38Ja, aber dieser Führerschein ist nicht das einzige falsche Papier aus Beutels Besitz, das die Polizei beschlagnahmt hat.
51:46Wir haben hier noch weitere 22 verschiedene amerikanische und deutsche Ausweispapiere.
51:52Sie stammen allesamt aus dem Fahrzeug, mit dem er an der Grenze geflohen ist.
51:57Beutel hat dieses Fahrzeug, das übrigens ebenfalls gestohlen war, wenig später stehen gelassen.
52:03Aber Sie haben doch nicht nur Papiere in dem Wagen gefunden?
52:05Nein, es wurden auch Waffen sichergestellt.
52:09Und das lässt natürlich den Schluss zu, dass Beutel bei einer Festnahme von einer Schusswaffe möglicherweise Gebrauch machen wird.
52:17Hans-Jürgen Beutel wischt der Polizei immer wieder mit Erfolg aus.
52:22Offensichtlich bewährt sich seine Tarnung als Amerikaner.
52:25Er benutzt fast ausschließlich amerikanische Fahrzeuge und trägt auch mitunter Uniformen.
52:31Als ehemaliger Polizist kennt er natürlich recht genau die kleinen Lücken, die sich in der Zusammenarbeit zwischen deutschen und amerikanischen Polizeibehörden mitunter ergeben.
52:41Besondere Aufmerksamkeit ist auch an allen europäischen Tankstellen, ESSO-Tankstellen, geboten.
52:48Beutel hat nämlich eine größere Menge Benzingutscheine der US-Armee entwendet, die nur an ESSO-Tankstellen eingelöst werden können.
52:56Hans-Jürgen Beutel ist 25 Jahre alt, 1,80 groß und kräftig.
53:04Er hat dunkelblonde Haare, braune Augen.
53:07Schon auf diesem letzten Polizeifoto trägt er die Haare ziemlich kurz geschnitten.
53:11Dieses sicher neuere Foto stammt aus dem beschlagnahmten internationalen Führerschein.
53:18Danach hat Hans-Jürgen Beutel zweifellos zugenommen.
53:21Die über der Stirn deutlich gelichteten Haare trägt er heute offenbar noch kürzer als auf dem Polizeifoto.
53:28Beutel spricht im Übrigen ein sehr gutes Englisch mit amerikanischem Akzent.
53:32Vielen Dank, Herr Schöneberg.
53:55Meine Damen und Herren, wir wollen Sie jetzt noch für eine wichtige Personenverhandlung um Ihre Aufmerksamkeit bitten.
54:00Vorher möchte ich aber in den Aufnahmestudios anfragen, was es dort inzwischen an Neuigkeiten zu berichten gibt.
54:06Herr Potkroski, wie sieht es bei Ihnen aus? Sie hatten heute den ersten Fall aus Österreich.
54:09Ja, ich glaube, wir haben einige recht konkrete Hinweise, vor allem im Mordfall Pfaffink-Katzlinger.
54:18Die Nachforschungen sind im vollen Gang.
54:22Aber wir kommen jetzt noch mit einem sehr dringenden Fall, meine Damen und Herren,
54:25der auch, wie die letzten Erhebungen ergeben haben, für die Deutsche Bundesrepublik von Bedeutung sein dürfte.
54:32Es geht um einen äußerst gefährlichen Verbrecher, der in Wien ein Kind erstochen hat
54:36und von dem die Polizei befürchtet, dass er weitere Bluttaten begehen könnte.
54:42Der 27-jährige Kellner Günter Pinkiewicz steht im dringenden Verdacht,
54:47die 13-jährige Wiener Sonderschülerin Silvia Wilczek ermordet zu haben.
54:52Die gefesselte Leiche des seit dem 9. April vermissten Kindes
54:55wurde in einem Kasten in der Wohnung des Kellners gefunden.
54:59Pinkiewicz selbst ist flüchtig.
55:01Günter Pinkiewicz ist 1,80 Meter groß, schlank, hat schwarzes Haar und braune Augen,
55:08wulstige Lippen und gute Zähne.
55:10Er hat auf beiden Armen und auf der Brust Tätowierungen.
55:13Auf der Brust einen Frauenkopf, auf dem Arm eine Schlange.
55:17Pinkiewicz war schon einmal nach einer Straftat nach Hamburg geflüchtet
55:21und er dürfte versuchen, im Gastgewerbe Arbeit zu finden.
55:25Auf die Ergreifung des Mörders wurde eine Prämie von über 6.000 Schilling oder 1.000 Mark gesetzt.
55:34Meldungen bitte an unsere Aufnahmestudios, an das Wiener Sicherheitsbüro
55:39mit der Nummer 34 55 11 oder an jede Sicherheitsdienststelle.
55:46Das war unsere Fahndung, Herr Zimmermann.
55:49Hier in der Bundesrepublik, meine Damen und Herren,
55:51der Einfachheit halber natürlich an die nächste Polizeidienststelle eine kurze Nachricht.
55:55Aber auch in Zürich sind inzwischen Nachrichten eingetroffen.
55:58Herr Vetterli, was können Sie uns sagen aus Zürich?
56:01Nichts Konkretes, aber das überrascht uns eigentlich nicht,
56:05weil ja die Fälle nur ganz am Rande an die Schweiz heranspielen.
56:09Und die Leute, die in der heutigen Sendung gesucht werden,
56:11die scheinen die Schweiz zu meiden und darüber sind wir offengestanden gar nicht unglücklich.
56:17Nun ja, die Schweiz hat ja eine sehr gute Polizei, wie eingeweihte Wissen.
56:21Vielen Dank, Herr Vetterli.
56:22Und in unserem Aufnahmestudio, Peter Hohl, wie sieht es da aus?
56:24Ja, ich glaube, es sieht so aus, als ob sich Herr Vetterli etwas zu früh gefreut hätte.
56:29Der gesuchte Dieter Schulz soll sich heute über die Grenze in die Nordschweiz begeben haben,
56:33und zwar nach Bad Ragaz in der Nordschweiz.
56:37Herr Vetterli, Sie haben es gehört, ja?
56:38Ja, ja, ja.
56:39Auch in einem anderen Fall ist die Polizei bereits unterwegs in dieser Minute.
56:44Da ist ein sehr heiser und, wie es aussieht, zutreffender Hinweis gekommen.
56:49Vielleicht können wir schon in den nächsten Minuten weitersehen.
56:51Nun ja, wir haben ja auch noch eine zweite Ausgabe.
56:53Vielen Dank, Peter Hohl.
56:54Und nun, meine Damen und Herren, wie angekündigt, noch eine wichtige Personenverhandlung.
56:59Für diesen Fall möchte ich vor allem auch die Zuschauer in der Schweiz um ihre Aufmerksamkeit bitten,
57:04auch wenn Herr Vetterli gerade gesagt hat, dass es also aus der Schweiz nichts gäbe.
57:07In diesem Fall, glaube ich, ist es besonders wichtig.
57:10Es geht um einen Mann, dem Betrügereien mit einem persönlichen Gewinn von beinahe einer Million Mark vorgeworfen werden.
57:17Er ist vermutlich aus Deutschland geflohen.
57:19Er muss sich aber aus devisentechnischen Gründen zumindest zeitweise in der Schweiz aufhalten oder vielleicht auch in Österreich.
57:26Der Mann heißt Günter Hörster.
57:29Er ist 34 Jahre alt, 1,82 groß.
57:32Er hat blaue Augen und schütteres, brünettes Haar mit beginnender Stirnglatze.
57:38Hörster besitzt gute Fachkenntnisse in der Teppichbranche und ist stets elegant gekleidet.
57:44Wie die Polizei feststellen konnte, verkehrt er mit seinen in Deutschland lebenden Angehörigen über eine Schweizer Deckadresse.
57:50Interpol ist deshalb auch besonders daran interessiert zu erfahren, wo er sich in den letzten drei Monaten aufgehalten hat.
57:56Für Hinweise, die zur Festnahme des Gesuchten führen, ist eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt.
58:03Hinweise bitte an die Kripo Heilbronn, Telefon 88061, die Vorwahl von Heilbronn 07131, an jede andere Polizeidienststelle oder eines der Aufnahmestudios.
58:17So viel für jetzt, meine Damen und Herren.
58:19Sie wissen, wir melden uns im Laufe des Abends noch einmal wieder, um Sie über weitere Ergebnisse zu informieren.
58:24Wir zeigen Ihnen dann auch noch einmal alle Fahndungsfotos des heutigen Abends.
58:29Hier in der Bundesrepublik kommen wir wieder gegen 22.15 Uhr, in der Schweiz gegen 23.05 Uhr und in Österreich gegen 23.20 Uhr.
58:38Und bis dahin, guten Abend.