- vor 2 Tagen
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SpaßTranskript
00:04Die knüpfen wir uns vor.
00:07Und wie?
00:07Der Herburger hat doch diesen Almausschank.
00:10Das Waldstöberl.
00:12Haben Sie da schon mal die Parkplätze gezählt?
00:14Na.
00:15Aber ich, einer zu wenig.
00:17Mein Vorgänger hat beide Augen zugemacht.
00:20Ich mach sie wieder auf.
00:22Aha. Und der Seiler?
00:24Ist Ihr Fall.
00:25Wieso das?
00:26Weil Sie sein Fall sind.
00:28Aha.
00:30Machen Sie ihm ein paar schöne Augen.
00:31Dann ist er zufrieden.
00:33Wer tanzen will, dem ist gut geigen.
00:37Herr.
00:39Was?
00:40Vollmondkonzerte.
00:42Ich glaube, es ringt gleich wieder.
00:43du mit...
01:14Sie bleiben hier.
01:40Sie bleiben hier.
01:47Sie bleiben hier.
01:48Sie bleiben hier.
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11:43Sie bleiben hier.
11:45Sie bleiben hier.
11:49Sie bleiben hier.
11:52Nur flüchtig.
11:54Wenn Sie Herrn Lind ein Sterbenswörtchen sagen.
11:57Ich darf tot umfallen, wenn nur ein Wort über meine Lippen kämmert hat.
12:01Kann ich mich darauf verlassen?
12:04Selbstverständlich.
12:05Gut.
12:07Ach, Herr Dr. Hepp, warum haben Sie eigentlich den Herrn Lind?
12:11War nur so eine Frage.
12:17Wir waren ja nicht nur Segelpartner.
12:19Aber wir hatten auch beruflich einiges miteinander vor.
12:24Ich bin Architekt und Bauunternehmer.
12:28Also wenn ich Ihnen ein Haus baue, dann kriegen Sie auch ein Haus und keine Bruchbude.
12:34Meine Konkurrenz fürchtet mich, weil ich gut bin.
12:39Und gute Leute glauben es nicht, dass sie sich nicht erkennen.
12:42Sie erkennen sich untereinander.
12:46Und, äh...
12:49Dr. Krüger war also so ein guter Mann.
12:51Ja.
12:53Andere hielten seine unorthodoxen Naturheilmethoden für hokus pokus.
12:58Ich bin Realist.
13:00Für mich zählt nur, was unter dem Strich steht.
13:02Und was steht da?
13:04Dass er meine Frau geheilt hat.
13:07Vivian litt unter schwersten Migräneattacken.
13:11Geht's wieder.
13:12Geht's wieder.
13:15Möchtest du was zu trinken, Liebes?
13:19Ich erzähl gerade, wie Christoph dir geholfen hat.
13:23Was waren das für Geschäfte, die Sie gemeinsam auf den Weg bringen wollten?
13:26Ich wollte ihm eine Klinik bauen.
13:28An der schönsten Stelle Rosenheims.
13:31Versteh schon.
13:32Der Geldgebende Architekt und der Wunderheiler, oder wie?
13:35Eine Goldgrube wäre das gewesen.
13:37Bei dem Arzt...
13:39Dr. Krüger sollte auch ein begnadeter Segler gewesen sein.
13:42Wissen Sie, ich musste mir alles harter arbeiten.
13:47Beruflich.
13:49Sportlich.
13:52Christoph ging alles von der Hand.
13:54Mit einer geradezu magischen Leichtigkeit.
13:58Dafür bewunderte ich ihn.
14:00Nun, die Bewunderung hat ja bekanntlich auch einen unschönen Bruder.
14:03Leid.
14:05Kenn ich nicht.
14:08Ehre, wem Ehre gebührt.
14:11So richtig sicher bin ich mir bei Marlinger nicht.
14:13Mein Krüger war ein Frauentyp.
14:15Und Marlingers Frau ist erheblich jünger als ihr Mann.
14:18So?
14:19Sie meinen, der Marlinger hat den Krüger gar nicht so vergötet.
14:23Sondern eher zum Teufel gewünschen,
14:25weil der Herr Doktor mit sehr irdischen Methoden
14:27zur Heilung seiner Frau beigetragen hat.
14:29Aber wer bringt schon die Kuh um, die er melken will?
14:33Das ist eine alte bayerische Weisheit.
14:34Sie machen Fortschritte, Herr Lind.
14:50Ja, servus Michi.
14:51Soll ich dir vielleicht noch eine Tasse Kaffee bringen, hm?
14:53Mei, das wär nett.
14:54Wie bitte?
14:55Ach so.
14:56Nein, nein.
14:57Nein.
14:58Du, Kabinian.
15:00Ja, Michael.
15:01Wieso liest denn der Lind eigentlich lauter Pflanzenbücher?
15:03Du hast ihn ja demnächst in eine Gärtnerei straft versetzt.
15:08Und die ist?
15:09Du legst wieder hin.
15:12Ja, also der Lind und ich, wir haben alle Hämmer.
15:16Weiß ich.
15:17Ja.
15:18Und dann hab ich in seinem Auftrag sämtliche...
15:20Weiß ich auch schon.
15:21Ja.
15:22Und der Lind hat vollkommen recht gehabt.
15:24Schweißer Pickhämmer werden in erster Linie in Schlossereien verwendet.
15:28Und da gibt's in ganz Rosenheim und der Umgebung acht Stück.
15:32Hast du das auch schon gewusst?
15:34War ein Linkshänder dabei.
15:36Nein, aber etwas anderes.
15:38Einer ohne Hände.
15:39Nein, aber ein Rechtshänder.
15:41Und der hat einen Unfall gehabt und jetzt kann er nicht mehr links.
15:45Arbeiten.
15:48Mei, so eine schöne Wohnung.
15:50Ich werd direkt neidisch.
15:53So, Frau Stockl, was kann ich Ihnen denn für diese hervorragende Vermittlung anbieten?
15:56Ja, nix.
15:58Gar nichts.
15:59Herr Lind, das hab ich gern gemacht für Sie.
16:01Kann ich Sie nicht wenigstens auf einen Kaffee einladen oder ein Eis?
16:06Ja, wenn's meinen.
16:09Gleich da?
16:10Ja, warum nicht?
16:13An die Bar?
16:14Ja, gern.
16:23Hallo.
16:24Grüß Gott.
16:25Guten Tag.
16:27Guten Tag.
16:29Sie sind meine ersten Gäste.
16:32Ist doch schön.
16:35Ist es nicht.
16:37Wieso das denn?
16:39Weil ich Ihnen leider nichts anbieten kann.
16:42Ich hab nichts.
16:44Nichts zu trinken und nichts zu essen.
16:52Ich hab den Liefertermin für das Eis mit dem Termin für den Rest verwechselt.
16:57Ist doch schön.
16:59Wie bitte?
17:00Wir wollen nämlich Eis.
17:02Nur Eis.
17:05Ach ja?
17:06Wir sind nicht nur die Ersten, sondern offenbar auch die richtigen Gäste.
17:12Cap Runticello, Cap Todi, Cap Cherry, Cap Melba, Cap Tiramisu, Cap Mazedonien und meine Spezialität?
17:21Der Cap Bartel.
17:25So heiß ich.
17:27Bartel.
17:28Ronald Bartel.
17:29Verstehe.
17:30Das ist Frau Stockl.
17:31Stockl.
17:32Das ist Gott.
17:32Christian Lind.
17:33Herr Lind.
17:34Ähm, Bartel?
17:36Bartel.
17:37Bartel.
17:37Bartel.
17:38Zweimal.
17:39Sofort.
17:40Ah, Entschuldigung.
17:41Wo sind denn hier die Toiletten?
17:43Gleich hier rechts.
17:45Neben Gentleman.
17:47Danke.
17:48Tja, Herr Bartel, da sind wir jetzt wohl Nachbarn.
17:50Ich bin heute da drüben eingezogen.
17:52Ja, dann können Sie mich ja öfters hier besuchen kommen.
17:53Wenn Sie dann was anzupicken haben, gerne, ja.
17:57Ihnen werden noch die Augen übergehen.
17:58Das, was Sie bei mir kriegen, kriegen Sie nirgendwo in Rosenheim und Umgebung.
18:02Der Name Times Square ist bei mir im Programm.
18:05Waren Sie schon mal da?
18:09Unter uns.
18:09Ich bin noch nie so richtig aus Rosenheim rausgekommen.
18:13Aber was soll's.
18:14Ich reise kulinarisch.
18:20Ein ganz tolles Möbelcenter.
18:22Da kenne ich die Elf hier und die wieder.
18:24Und?
18:24Sie haben vollkommen recht gehabt.
18:26Schweißer Pickhämmer werden verwendet in erster Linie für die Herausforderung.
18:29Danke, Michi.
18:30Das genügt.
18:30Du darfst im Übrigen hierbleiben, gell?
18:32Und mir haben wir's vor.
18:33Kommen Sie mit?
18:34Wohin?
18:35Der Matthias Ziller in Kunstschlosser.
18:37Der hat einen Unfall gehabt und kann jetzt seinen rechten Arm nicht mehr bewegen.
18:40Ah ja, was für ein Anfall?
18:41Müssen wir hier mitteln.
18:42Jetzt ist er bei seinem Arzt, Dr. Hausleitner.
18:44Vom hin?
18:45Gut, bis dann.
18:47Servus.
18:50Du!
18:51Ja, und?
18:53Eis essen wollen wir noch.
18:55Mein Lind.
18:56Mhm.
19:00Ich glaube, du isst gut Eis.
19:01Kommt aufs Eis an.
19:02Saber.
19:10Ich zähle jetzt bis drei.
19:12Bei drei bist du wach und fühlst dich frisch und ausgeruht.
19:20Eins, zwei, drei.
19:37Wie fühlt sie dich?
19:39Mhm.
19:42Tee?
19:44Ja.
20:03Wie geht's Training voran?
20:05Ist schwer.
20:07Alles mit längst zu machen.
20:10Was lachst?
20:11Klingt komisch.
20:13Schwer, alles mit links zu machen.
20:14Geh weiter.
20:15Jetzt vergrab dich in deinem Kummer.
20:18Jetzt bist du tot, bevor du gestorben bist.
20:22Selbstmitleid hilft nicht.
20:25Dein Talent sitzt da.
20:29Nicht da.
20:30Das ist Vergangenheit.
20:33Das ist die Zukunft.
20:34Da musst du arbeiten.
20:43Guten Tag.
20:46Lind, Gripbo Rosenheim.
20:48Das ist mein Kollege, Herr Hofer.
20:49Grüß Gott.
20:50Entschuldigen Sie bitte die Störung.
20:52Wer von Ihnen beiden ist Herr Ziller?
20:54Wie?
20:55Können wir Sie kurz sprechen?
20:57Ja?
20:58Gib mir ein bisschen.
20:58Also, ich bleib hier.
21:00Glück.
21:04Ja, schön haben Sie es hier, Herr Hausleitner.
21:08Können Sie laut sagen.
21:11Ihr Haus?
21:12Seit zwei Jahren.
21:15Gekauft.
21:17Geschenkt wäre schöner gewesen.
21:18Bitte.
21:19Ja, danke.
21:22Herr Ziller, kennen Sie den Dr. Krüger?
21:28Ja.
21:29Persönlich?
21:32Nein.
21:34Der ist tot.
21:37Aha.
21:38Er mordet.
21:42Besonders gesprächig sind Sie ja nicht.
21:46Was soll in der Saison?
21:48Sie könnten zum Beispiel fragen, wie es passiert ist.
21:51Das machen die Leute oft in der Situation.
21:58Ich habe Dr. Krüger nicht besonders gut gekannt.
22:00Ich verkenne nicht in seinen Kreisen.
22:02Sie wissen schon, Yachtclub und so.
22:03Ich bin lieber mit mir allein in den Bergen, aber...
22:06Was behandeln Sie eigentlich bei Herrn Ziller?
22:09Das fällt unter die Schweigepflicht.
22:11Ich kann auch mit dem entsprechenden Beschluss wiederkommen.
22:13Weiß ja sowieso jeder.
22:15Herr Ziller ist Künstler.
22:17Und er leidet wie viele seiner sensiblen Kollegen unter...
22:21Bitte.
22:22Pavo Nocturnus.
22:28Schlafwandel.
22:30Der äußere Anlass ist bei ihm der Vollmond.
22:33Aber er verwandelt sich nicht in einen Wehrwolf.
22:35Wenn er schlafwandelt, dann macht er...
22:37Oder dann hat er zweierlei gemacht.
22:39Entweder er hat an seinen Kunstwerken gearbeitet oder...
22:42Wie? Mitten in der Nacht?
22:42Dafür war er sehr beliebt bei seinen Nachbarn.
22:44Oder er hat in den Straßen von Rosenheim herumkakeht.
22:47Wie darf ich mir das vorstellen?
22:48Ja, wie ein Betrugner.
22:50Geschimpft, gebrüllt, gesungen.
22:52Brüder zur Sonne, zur Freiheit, was nicht gerade ein Hit ist hier in Bayern.
22:55Er war äußerst aggressiv.
22:58Am nächsten Tag konnte er sich an nichts mehr erinnern.
23:01Ist er sonst auch aggressiv?
23:02Überhaupt nicht.
23:04Durch seine nächtlichen Eskapaden wurde er so eine Art Rosenheimer Original.
23:08Alle nannten ihn nur noch den Mondhias.
23:10Hier, es ist so eine bayerische Abkürzung für Matthias.
23:12Sein Vorname.
23:15Mondhias?
23:16Mhm.
23:17Ja.
23:18Ja, gehört habe ich schon von Ihnen, dass Sie nachts bei Vollmond durch Rosenheim ziegern.
23:23Am nächsten Morgen kann ich mich allweil nichts mehr erinnern.
23:26Deswegen bin ich beim Doktor Hausleitenden in Behandlung.
23:30Und war einer von denen nächtlichen Ausflüge?
23:32Hat mir ein Ackforn.
23:34Daher der Arm.
23:38Jetzt muss ich auf links umlernen.
23:40Nicht leicht, bei meinem Beruf.
23:43Wann war der Unfall?
23:46Vor einem halben Jahr.
23:49Wo waren Sie gestern Abend?
23:53Im Bett.
23:54Da kann man sich bei Ihnen ja nicht so sicher sein.
24:08Tja, und als ich von seinem Unfall gehört habe, bin ich zu ihm gegangen und habe ihm gesagt, ich kann
24:15Ihnen helfen.
24:17Und warum wollten Sie ihm helfen?
24:19Das ist ja die Herausforderung für mich.
24:21Und mit meiner Hypnose und Visualisationstherapie habe ich sein Leiden in den Griff gekriegt.
24:26Seit zwei Monaten kakeelt er nicht mehr durch die Straßen, wenn Vollmond ist.
24:31Und wenn er gestern Abend einen Rückfall hatte?
24:37Also sowas kann man nie ausschließen, aber...
24:40Gut, dann danke ich Ihnen erstmal, Herr Hausleitner.
24:44Ich bin selbst raus.
24:50Eine Frage hätte ich noch.
24:53Ja?
24:57Könnte man Herrn Ziller unter Hypnose befragen, wo er gestern Abend war?
25:02Schon.
25:05Aber eine solche Aussage wäre nicht gerichtsrelevant.
25:10Vielleicht komme ich darauf zurück.
25:15Sie haben es wirklich schön hier.
25:191996, das ist in Kanada, ein Mann nachts in sein Auto gestiegen, ist 20 Kilometer bis zu dem Haus seiner
25:25Schwiegereltern gefahren,
25:26hat seine Schwiegermutter erstochen, den Schwiegervater schwer verletzt und hat dann vor Gericht glaubhaft geltend gemacht,
25:31dass er sich vorher zum Schlafen hinbelegt hatte und wohl dann als Schlafwandler wieder aufgestanden ist.
25:35Also, dass man nachts einmal zum Kühlschrank wandelt, das kann ich nachvollziehen.
25:39Und dass man jemand Schlafwandler mit dem Hammer erschlägt, das glaube ich einfach nicht.
25:43Wenn Sie mich fragen, hat der Ziller den ganzen Budenzauber zwecks Publicity veranstaltet.
25:49Als Künstler ein bisschen irr, mondsüchtig, das macht doch was her.
25:54Also ich habe jetzt die Akte von dem Zillerunfall studiert und ich kann nur eines sagen, hochinteressant.
26:04Danke, Herr Lind.
26:07Also folgendes, am 14. Oktober wurde der Ziller von einem Auto angefahren, bei Vollmond.
26:14Der Fahrer flüchtete, unerkannt, zwei Stunden später ist der Ziller gefunden worden und man hat ihn ins Krankenhaus gebracht.
26:21Hätte man ihn vorher gefunden, da wäre sein Arm noch zu retten gewesen.
26:26Das ist tragisch.
26:27Herr Lind, Sie nehmen mir das Wort aus dem Mund.
26:30Was für eine feige Sau muss denn das gewesen sein, dass er den Ziller da in seinem Blut belegen lässt?
26:35Kabinian, so etwas regt mich auf.
26:38Aber weiter.
26:40Das Unfallauto war ein schwarzer Sportwagen.
26:44Dann muss es ja einen Zeugen gegeben haben.
26:46Ganz genau.
26:47Und dieser Zeuge hat angegeben, dass er just vor dem Unfall von einem schwarzen Sportwagen überholt worden ist.
26:53Er hat das dann am nächsten Tag gemeldet, wie er im Radio von der Fahrerflucht gehört hat.
26:57Warum erst am nächsten Tag?
26:59Ja, aber ich dachte, dass der Sportwagen nur ein Wild angefahren hat.
27:03Aber jetzt kommt's.
27:04Der Zeuge hat angegeben, dass am Steuer von dem schwarzen Sportwagen eine Frau gesessen ist.
27:10Und dann beifahrt er sie zwar ein Mann.
27:12Und wisst ihr, wem so ein Auto gehört?
27:13Nein.
27:14Aber du wirst es uns gleich sagen.
27:16Christoph Krüger.
27:16Ja, genau.
27:18Dem toten Doktor.
27:20Weil zufällig war der schwarze Sportwagen am Tag nach dem Unfall in der Werkstätte zum Lackieren.
27:26Aber der Besitzer von der Werkstätte hat gesagt, dass der Termin für die Lackierung, dass der schon längst festgestanden hat.
27:32Also lang vor dem Unfall.
27:33Außerdem hat der Dr. Krüger ein Alibi.
27:37Das ihm wahrscheinlich Karl Malinger gegeben hat.
27:41Jetzt sagen Sie mal, Herr Lind, kennen Sie diese Akte?
27:44Super, Michi.
27:45Ich würde vorschlagen, Arbeitsteilung.
27:47Sie den Unfallzeugen, ich den Lackieren.
27:50Ja, Herr Lind, ihr werdet jetzt da.
27:55Dann schickt Sie ihn rein.
27:57Alles gut.
27:58Na, was gibt es denn so dringend, dass man den Humor direkt vom Schalter wegholen muss?
28:02Ich hoffe, Sie kriegen keine Schwierigkeiten mit Ihrem Vorgesetzten.
28:05Ja, das nicht, aber ein bisschen blöd ausschauen tut das schon.
28:07Ich werde Sie gar nicht lange von der Arbeit abhalten.
28:09Christian Lind.
28:10Grandauer.
28:10Nehmen Sie Platz.
28:11Okay.
28:15Sie sind also Xaver Grandauer, geboren am 8. Mai 1956, ja?
28:20Ja, lang ist her.
28:23Herr Grandauer, Sie waren vor circa einem halben Jahr Zeuge einer Fahrerflucht.
28:27Ah, da sitzt der Hase im Pfeffer.
28:29Haben Sie die Frau jetzt erwischt?
28:31Noch nicht.
28:32Mich interessiert nur, warum Sie damals nicht am Unfallort geblieben sind.
28:36Ja, das habe ich damals alles angegeben.
28:37Ich habe das ja ursprünglich für einen Wildschaden, habe ich das gehalten.
28:40Natürlich.
28:42Im Protokoll steht, dass Sie vor dem Unfall im Waldstübel zum Schafkropfen waren.
28:48Ja, das ist richtig.
28:51Die Resi hat Sie da bedient.
28:52Sie erinnern sich?
28:54Dunkel.
28:54Mein Kollege, der Herr Hofer, kennt die Resi ganz gut und hat sich mit ihr unterhalten.
28:58Und ich muss schon sagen, diese Frau hat ja ein phänomenales Gedächtnis.
29:01Danke.
29:02Ja, Sie werden es nicht glauben, aber sie konnte auf Anhieb alles aufzählen, was Sie an dem Abend getrunken haben.
29:08Sapperlund.
29:09Ich glaube, ich habe es sogar irgendwo hier im Moment.
29:13Das waren zwei Weißbier, drei Helle, vier Obstler.
29:17Das war aber über den ganzen Abend verteilt.
29:19Und zwei Jägertee. Was ist das?
29:21Das heißt, Jägertee und das trinkt man gern, wenn es ein bisschen kalt ist.
29:24Ist da Rum drin?
29:26Schuss.
29:28Und da konnten Sie noch gut Schafkopf spielen?
29:30Locker.
29:31Und auch locker Autofahren?
29:34Ja.
29:36Mit so einem vollen Tank hält man natürlich ungern an und wartet auf die Polizei, nicht wahr?
29:41Ist das nicht der wahre Grund, warum Sie sich erst am nächsten Tag gemeldet haben?
29:44Ja, es ist doch irgendwie menschlich, oder?
29:50Keine Sorge, Herr Grandauer.
29:54Das muss ja den Raum nicht verlassen.
29:57Entschuldigung.
30:00Ich muss ja ausziehen.
30:07Und, Michi, was sagt der Grandauer?
30:09Er ausgeschickt hat er mich.
30:10Der Grandauer?
30:11Nein, der Lind.
30:13Gerade wie Spanner tun das.
30:14Sie haben bei Ihrer ersten Vernehmung ausgesagt, dass Sie die Frau wiedererkennen würden.
30:19Und als Sie denn einige Tage später ein Phantombild zeichnen sollten,
30:22da konnten Sie sich plötzlich gar nicht mehr an Ihr Aussehen erinnern.
30:25Ja, es kann ja nicht jeder Mensch so ein phänomenales Gedächtnis wie die Rezi haben.
30:30Hatten Sie nicht zwischendurch Damenbesuch?
30:32Ja.
30:36Vielleicht von der Dame, die in dem Sportwagen saß?
30:43Vielleicht von Vivian Marlinger.
30:44Mein Gott, warum fragst du denn überhaupt, wenn sie eh schon alles wissen?
30:48Ich will das in Ihrem Mund hören.
30:50Bleibt es dann auch unter uns.
30:55Also.
30:59Wie viel hat sie Ihnen geboten?
31:02Mein Gott, ich gehe auch jetzt dann irgendwann in Pension und die Renten werden immer mehr besteuert.
31:08Wie viel?
31:11Fünftausend.
31:14Danke.
31:22Frau Marlinger.
31:29Darf ich?
31:30Bitte.
31:35Toll.
31:37Wirklich toll.
31:39Ach ja, wenn ich ein bisschen mehr Zeit hätte, würde ich vielleicht auch mit dem Segeln anfangen.
31:42Haben Sie so viel zu tun?
31:45Verhöre, Verhöre, Verhöre.
31:48Gerade eben habe ich mit Herrn Grandauer gesprochen.
31:51Den Postboten, kennen Sie ihn?
31:54Kann sein.
31:56Tun Sie mir den Gefallen und setzen Sie die Brille auf.
31:59Wieso?
32:00Dann können wir unter vier Augen sprechen.
32:11Wo ist Ihr Mann?
32:12Nur ein paar Besaugerungen machen.
32:14Eine so schöne Frau sollte man nie allein lassen.
32:18Weil sie sonst auf dumme Gedanken kommt?
32:21War das so?
32:23Wann?
32:24An dem Abend.
32:26Vor dem Unfall.
32:27Sie wissen es doch schon.
32:30Nur abstrakt.
32:33Ja, ich war mit Christoph zusammen an dem Abend.
32:36Davor auch.
32:39Nach dem schlimmen Unfall haben wir damit aufgehört.
32:43Sie hatten Angst, dass durch den Unfall alles auffliegt.
32:46Deshalb die Fahrerflucht.
32:51Sie hatten ja auch beide viel zu verlieren.
32:53Sie, Ihren Mann.
32:55Krüger, seine Klinik.
32:58Warum sind Sie gefahren?
33:01Übermut.
33:04Verstehe.
33:06Werden Sie es meinem Mann sagen?
33:10Ich fürchte, das lässt sich nicht umgehen.
33:14Er wird Ihnen verzeihen.
33:17Entschuldigung.
33:19Lind?
33:21Ah, Herr Hofer.
33:23Was für eine Überraschung.
33:25Jetzt sitzen Sie nicht rum, hören Sie lieber zu.
33:27Ich habe nicht den ganzen Tag Zeit.
33:28Der Marlinger hat den Lackierer unter Druck geschätzt.
33:31Wenn er nicht lügt, gibt es keine Aufträge mehr.
33:33Frau Marlinger hat die Fahrerflucht gestanden.
33:36Sie hatte ein Verhältnis mit Krüger.
33:37Die übliche Nummer also.
33:39Na ja, ich sitze trotzdem auf den Ziller.
33:40Ich habe den Marl mal hingeschickt mit einem Durchsuchungsbefehl.
33:44Für den war doch das ein abgekartetes Spiel.
33:45Was Rache meinen Sie?
33:47Mit dem Armer, der die ganze Existenz verloren hat.
33:49Die Künstler kann der an den Nagel hängen.
33:51Wissen Sie was?
33:51Kommen Sie einfach nachher raus,
33:53dann können wir die Verhörstrategie festlegen.
33:55Es gibt auch Kuchen von meiner Schwester.
33:56Sie sind wirklich...
33:57Ein Hund, ich weiß.
33:58Also Servus.
34:06Sie schon wieder.
34:07Sie haben Krüger ein falsches Alibi verschafft.
34:09Sagt wer?
34:11Ihre Frau.
34:14Sie wollen mich reinlegen.
34:16Bin ich aus der Baubranche?
34:19Warum sagt sie sowas?
34:21Sie hatte was mit ihm.
34:27Erzählen Sie meine direkte Art.
34:29Ich bin nicht der harte Knochen, für den Sie mich halten.
34:34Jeder hat seinen Schwachpunkt.
34:37Vivian ist meiner.
34:39Na kommen Sie.
34:40Ein alter Silberrücken wie Sie wird das schon verkraften.
34:44Christoph war völlig aufgelöst.
34:47Er erzählte mir von dem Unfall.
34:50Und dass er ein Verhältnis mit einer verheirateten Frau hätte,
34:55deren Identität er unbedingt schützen müsse.
34:59Der hat mir einfach nassforscht mit der Wahrheit ins Gesicht gelogen.
35:10Das nächste Mal machst du schon nicht so haltlose Ansagen.
35:14Dem Linde einfach ein Kuchenversprechen, ohne mich vorher gefragt zu haben.
35:17Du warst ja nicht da.
35:18Weil ich auch arbeite.
35:20Stell dir mal vor.
35:22Was willst du überhaupt auf?
35:23Wir hätten den Kuchen ja auch beim Meierbeck kaufen können.
35:26Meierbeck.
35:27Das wäre ja noch schöner,
35:27so eine Glutamatpampe für meinen Kuchen auszugeben.
35:29Was soll denn denn denn von mir denken?
35:31Dass meine Schwester den besten Kuchen der Welt macht.
35:36Kennen Sie den?
35:38Ihr arbeitet mit sowas nicht.
35:40Dann gehört der also nicht Ihnen.
35:42Na?
35:44Warum haben wir dann bei Ihnen gefunden?
35:46Keine Ahnung.
35:52Herr Lindh, vom Labor die Genanalyse.
35:55Danke.
36:03Und warum sind da Ihre Fingerabdrücke drauf?
36:06Fett und Breit.
36:07Weiß nicht.
36:08Gehen Sie uns auf mit der Unschuldstuhe.
36:10Warum hätt ich das tun sollen?
36:15Das sind die Vermögensverhältnisse
36:17und das ist eine Patientendiste von den Patienten,
36:19die wurden zu den Krüger heruntergezogen.
36:21Ja, ich bin schon da.
36:25Warum?
36:28Rache.
36:29Weil der Krüger ihr Leben ruiniert hat.
36:31Rache.
36:32Was hättet ihr denn davon?
36:34Rache ist süß.
36:35Davor wird mir auch mal nicht lebendig.
36:37Und übrigens, mal angenommen,
36:38wie wär's gewesen.
36:39Warum hebe ich den Hammer auf?
36:41Schäbled.
36:41Nein.
36:43Vielleicht sind Sie ein ganz überheblicher
36:46und haben geglaubt,
36:48dass wir Ihnen nie auf die Schliche kommen.
36:53Vielleicht sind Sie einfach nur geizig.
36:55Der schöne Hammer.
36:57Vielleicht haben Sie einen Ordnungstick.
36:59Das Blut haben Sie ja feinsäuglich abgewischt.
37:01Nur Blutspuren und Fingerabdrücke
37:04kriegt man leider nicht sonderlich leicht weg.
37:07Vielleicht sind Sie in Panik geraten.
37:09Vielleicht sind Sie aber auch wirklich nur blöd.
37:13Bisschen viel.
37:14Vielleicht.
37:15Vielleicht.
37:16Ist mir aber wurscht.
37:18Sie haben kein Alibi,
37:19Sie haben ein Motiv,
37:20Ihre Fingerabdrücke,
37:21das reicht für einen Indizienprozess.
37:23Und schlafgewandelt sind Sie nicht.
37:25Das müssen Sie gar nicht erst erzählen.
37:27Das nimmt Ihnen keiner ab.
37:29Keiner.
37:30Ist doch so, oder?
37:33Augenblick.
37:38Sagen Sie bitte allein hier,
37:39was machen Sie denn die ganze Zeit?
37:41Kommen Sie mal.
37:43Augenblick.
37:50Also, was ist?
37:52Nehmen wir doch mal an,
37:54jemand hat Ziller diesen Hammer untergeschoben.
37:56Und?
37:56Ja, dann muss sich der Täter
37:57diesen Hammer ja irgendwo besorgt haben.
37:59Oder ist auch Schluss.
38:00Ja, das schließen wir mal aus.
38:02Ich habe Frau Stockel recherchieren lassen.
38:04In den letzten vier Wochen
38:06wurden in allen Baumärkten im Landkreis
38:07nur drei Schweißer-Pekammer verkauft.
38:10Leider haben alle barbezahlt.
38:11Das haben wir jetzt schlau, oder wie?
38:12In einem Baumarkt,
38:14und zwar in Aschau,
38:15ist neben dem Schweißer-Pekammer
38:16ein Ahorn-Bonsai verkauft worden.
38:18Und?
38:19Ich habe doch am Tatort
38:20dieses Blatt gefunden.
38:22Jetzt raten Sie mal,
38:23woher das Blatt stammt.
38:24Von einem Ahorn-Bonsai.
38:26Von einem Ahorn-Bonsai, ganz genau.
38:31Und?
38:32Sitzt Sie schon weiter?
38:34Klar, Sie vor dem Abschluss.
38:36Ach ja?
38:37Darf man erfahren, wer es ist?
38:39Na, freilich.
38:41Schöne Pflanzen haben Sie hier.
38:44Ja, ja.
38:45Das ist ein Ahorn-Bonsai, richtig?
38:48Ja.
38:49Schwer zu halten.
38:50Kommt auf die Pflege an.
38:53Wissen Sie was?
38:55Manchmal wäre ich zu gern Mäuschen,
38:58wenn jemand einen Mord vorbereitet.
38:59Nur um dem Zufall bei der Arbeit zuzuschauen.
39:02Ich kann Ihnen jetzt nicht ganz folgen.
39:04Das macht nichts.
39:05Sie werden es gleich verstehen.
39:06Passt uns gut auf.
39:08Der Mörder erschlägt sein Opfer
39:09und verliert dabei ein Blatt.
39:12Was für ein Blatt?
39:14So einen Ahorn-Bonsai-Blatt zum Beispiel.
39:16Sehen Sie, das würde ich zu gern wissen,
39:18wie so ein kleines...
39:22verräterisches Blatt an den Tatort kommt.
39:25Der Täter wird es mir nicht sagen können.
39:26Wahrscheinlich weiß er es selbst nicht.
39:27Vielleicht hat er den Mantel angehabt,
39:29wie er den Bonsai beschnitten hat.
39:31Und dabei hat sich eins hingeheftet.
39:34Ja, oder er hat es vom Boden aufgehoben,
39:36hat es acht Uhr in die Manteltasche gesteckt,
39:37weil er es dann später wegwerfen wollte
39:38und dann...
39:40Zack.
39:41Zieht er es mit dem Hammer aus der Manteltasche.
39:45Sie verdächtigen mich?
39:50Bei meinem letzten Besuch habe ich mir erlaubt,
39:52für ein Blatt mitzunehmen.
39:57Notgenanalyse sind beide Blätter identisch.
40:00Wissen Sie, was das heißt?
40:03Das Blatt am Tatort
40:04stammt zweifelsfrei von diesem Bonsai.
40:08Die Fingerabdrücke von Herrn Ziller
40:09auf die Tatwaffe zu zaubern,
40:10war für Sie ein Kinderspiel.
40:12Sie haben ihm ganz einfach unter Hypnose
40:14den Hammer in die Hand gedrückt.
40:17Am 21. Mai, 14.12 Uhr.
40:19Wo waren Sie da?
40:20Das war Sie nur beim besten Willen.
40:21Warum?
40:22Weil der Täter genau zu der Zeit
40:23Hammer und Bonsai
40:24im Baumarkt in Aschau gekauft hat.
40:27Und der Herr Ziller kann es nicht gewesen sein,
40:29weil der war da im Krankenhaus
40:30zu einer Nachuntersuchung.
40:32Und wo waren Sie vorgestern um 23.30 Uhr?
40:35Zu Hause.
40:36Allein?
40:37Ja, allein.
40:38So ein Pech aber auch.
40:42Deshalb wollten Sie dem Herrn Ziller
40:43so gern helfen,
40:44damit Sie ihn klammheimlich
40:45als Täter aufbauen können.
40:46Ein Motiv hat er ja gehabt,
40:48der Herr Ziller.
40:49Jetzt haben Sie nur noch mal
40:50eine Spur gebraucht,
40:51die zu ihm führt.
40:52Und dass die vorhanden ist,
40:53dafür haben Sie gesorgt.
40:55Und bei Ihnen ist es umgekehrt.
40:57Wir haben die Spur,
40:58jetzt hätten wir gern ein Motiv.
41:01Spur.
41:03Sie haben kein Alibi
41:05für die Dauerzeit.
41:07Und durch das Blatt
41:08wissen wir,
41:09dass Sie im Tatort waren.
41:11Und derjenige,
41:12der den Hammer gekauft hat,
41:13der hat auch den Bonsai gekauft.
41:14Und Herr Ziller
41:15kann es nicht gewesen sein.
41:17Und Sie haben für diese Zeit
41:18kein Alibi.
41:21Und die Kassiererin
41:22im Baumarkt
41:24wird sich sehr genau
41:25an den Mann erinnern,
41:26der Schweißerpickhammer
41:27und auch einen Bonsai-Barm gekauft hat.
41:30Gebt es auf,
41:31Herr Hausleitner.
41:39Was denken Sie jetzt?
41:41Wie dumm von mir,
41:42dass ich den Bonsai gekauft habe?
41:45Ich habe außerdem
41:45Ihre Vermögensverhältnisse
41:46überprüfen lassen.
41:48Sie haben vor zwei Jahren
41:49dieses wunderschöne Haus gekauft
41:51und sich ziemlich hoch verschuldet.
41:53Was ja kein Problem ist,
41:54wenn die Praxis gut läuft,
41:55aber dummerweise
41:56hat sich genau zu dem Zeitpunkt
41:58Dr. Krüger hier niedergelassen
41:59und so langsam
42:00liefen ihm die Patienten weg.
42:03Und wenn Herr Marlinger
42:04dem Krüger noch
42:05seine Klinik gebaut hätte,
42:07wäre ich ruiniert gewesen.
42:12Das ist ein schöner Ausblick,
42:13nicht wahr?
42:14Hm.
42:15Kein Vergleich zu dem,
42:17den Sie in den nächsten Jahren
42:18haben werden.
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