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Kurzfilme
Transkript
00:00Nett, dass du den liebenden Ehemann spielst, aber wir sind schon lange wieder zusammen und haben dich die ganze Zeit
00:05verarscht.
00:05Hör zu, Henning. Ich kann verstehen, dass du wütend bist, aber du wusstest, worauf du dich einlässt.
00:09Ich wusste nicht, dass ich von euch belogen werde. Wir sind dir wirklich sehr dankbar für das, was du getan
00:13hast.
00:14Steck dir deine scheiß Dankbarkeit dahin, wo die Sonne nicht scheint.
00:18Auf der Abschiedsfeier von Helena, da ist mir klar geworden, dass Liebe ein großes Geschenk ist.
00:24Und wenn einem das Leben ein solches Geschenk macht, dann muss man es unbedingt annehmen.
00:30Soll das heißen, dass du mit mir zusammen sein willst?
00:37Ja. Ich möchte dich festhalten und möchte dich nie wieder loslassen.
00:45Ich liebe dich.
01:06Hey, what you looking for?
01:11No one has the answer.
01:14They just want more.
01:19Hey, who's gonna make it right?
01:25This could be the first day of my life.
01:40Du liebst mich wirklich?
01:42Ja.
01:44Und du willst mit mir zusammen sein?
01:46Ja, will ich.
01:50Ich weiß nicht, was ich sagen soll.
01:52Dann küss mich doch nochmal.
02:03Du glaubst nicht, dass es noch zu früh ist wegen Harald?
02:09Auf der Trauerfeier von Frau Bernstein ist mir klar geworden,
02:13wie kostbar eine neue Liebe ist.
02:15Und wie schnell alles vorbei sein kann.
02:19Und dass man die Zeit nutzen muss, die einem geschenkt werden.
02:25Harald hat uns seinen Segen gegeben. Davon bin ich fest überzeugt.
02:29Du meinst den Abschied in den Krankenhaus?
02:32Ja.
02:33Als er deine Hand in meine gelegt hat.
02:36Er wollte, dass wir zusammen sind, dass wir uns gegenseitig Halt geben.
02:41Bist du sicher, dass du Falkenthal verlassen bist?
02:47Was auch immer passiert,
02:50mit dir an meiner Seite werde ich's durchstehen.
03:12Es könnte so einfach sein.
03:14Simon und ich sind wieder zusammen.
03:16Ich muss Henning nicht mehr anlügen.
03:18Warum genießen wir unser Glück nicht einfach?
03:21Stattdessen bekommen wir immer wieder Streit.
03:23Nur weil Simon glaubt, dass Henning mich immer noch zurückgewinnen will.
03:27Haben Sie mal eine Spende für eine Mahlzeit?
03:33Mahlzeit?
03:35Schon klar.
03:45Henning!
03:46Hallo!
03:49Du mein Trauerfeld?
03:51Sehr schön.
03:54Es klingt zwar komisch, das über eine Trauerfeier zu sagen,
03:57aber es war so.
04:00Wir haben uns alle bemühtigt, traurig zu sein,
04:02sondern uns lieber daran zu erinnern,
04:03was für ein froher und lebensbejahender Mensch Helena war.
04:07Das war sie auch.
04:11Ja, dich hat ein paar bewegende Worte gesagt und dann haben wir alle getanzt.
04:16Etwas außergewöhnlich, aber ich denke, es hat uns allen sehr gut getan.
04:22Das klingt gut, wirklich.
04:24Ja.
04:25Ich glaube, es hätte Helena auch gefallen.
04:30Und wie geht es dir?
04:31Mir?
04:33Gut.
04:33Warum?
04:34Komm, Luisa, mir kannst du nichts vormachen.
04:36Du hast doch was.
04:38Ich kann dir wirklich nichts vormachen.
04:40Aber es ist nichts Ernstes.
04:42Es ist nur eine Art Missverständnis zwischen Simon und mir.
04:45Ich hoffe, es hat nichts mit mir zu tun.
04:48Wie kommst du denn darauf?
04:50Ja, Simon und ich, wir sind da vorhin ein bisschen aneinander geraten.
04:53Deinetwegen.
04:55Aber ich dachte, wir hätten geklärt, dass er und ich...
04:57Haben wir auch.
04:59Ich habe schon verstanden, dass ihr wieder zusammen seid.
05:02Aber für einen Moment sind wohl die Gefühle mit mir durchgegangen.
05:06Es war tun von mir und es wird auch bestimmt nicht wieder vorkommen.
05:10Wenn du willst, rede ich nochmal mit Simon.
05:12Nein, besser nicht.
05:14Gut, wie du meinst.
05:16Dann hoffe ich, dass der Streit zwischen euch bald wieder beigelegt ist.
05:19Henning, das ist kein Streit.
05:21Nur ein kleines Missverständnis.
05:24Wie glaubst du, wird Sebastian darauf reagieren?
05:28Ich meine, auf uns.
05:31Ich weiß es nicht.
05:33Obwohl ich das Gefühl habe, dass er in letzter Zeit etwas...
05:39Da kommt er ja schon.
05:44Hallo, Sebastian.
05:46Hi.
05:47Was gibt's?
05:48Wir beide würden gerne, ich meine ich, würde gerne mit dir reden.
05:55Tobias und ich, wir beide haben...
05:57Ich meine, wir beide sind...
05:59Ihr seid jetzt zusammen.
06:03So sagt man wohl, ja.
06:08Es freut mich.
06:10Ja, wir hoffen, dass da kein Problem damit...
06:13Nee, das ist Schnee von gestern.
06:15Mir ist mittlerweile klar, dass man gegen seine Gefühle machtlos ist.
06:18Außerdem seid ihr alt genug, um zu wissen, was ihr tut.
06:21Sind wir das?
06:23So.
06:24Und jetzt lasse ich euch beide auch wieder alleine.
06:26Wo willst du dann hin?
06:26Ich will nochmal nach Lissi sehen.
06:28Tschüss.
06:29Ja.
06:32Tja, es ist geschehen nach Zeichen und Wunder.
06:34Allerdings.
06:35Ich hatte doch ziemlich große Angst vor seiner Reaktion.
06:41Und wenn es doch noch irgendetwas gibt, was ich für dich tun kann?
06:45Das sagst ausgerechnet du.
06:46Du hast schon so viel für mich getan.
06:48Ich mach uns noch einen Tee.
06:50Wir sind Freunde, Luisa.
06:53Freunde tun sowas schon mal.
06:55Eine Frau heiraten, die einen anderen liebt?
06:58Das hab ich vorher gewusst.
06:59Und ich wusste auch, dass es nicht für immer ist.
07:02Zuerst bitte ich dich, mich zu heiraten.
07:06Und jetzt...
07:06Willst du die Scheidung?
07:09Natürlich, ich werde noch heute meinen Anwalt anrufen.
07:12Danke.
07:15Trotzdem wird es da noch eine Weile dauern, bis die Scheidung durch ist.
07:18Hauptsache, dieses Versteckspiel hat endlich ein Ende.
07:23Nicht ganz.
07:25Den wahren Grund, weshalb wir geheiratet haben, darf weiterhin niemand erfahren.
07:29Aber die Erpressung ist zu Ende.
07:31Oder glaubst du, man sollte Annabelle nach wie vor nicht über den Weg trauen?
07:35Ich glaube, wir sollten sie zumindest nicht herausfordern.
07:38Wenn ihr in aller Welt herum erzählt, dass Annabelle euch erpresst hat,
07:41wird sie das wohl kaum auf sich sitzen lassen.
07:45Aber es ist die Wahrheit.
07:47Dafür habt ihr leider keine Beweise.
07:50Aber ich hab keine Angst vor Annabelle.
07:52Und ich will, dass dieses Versteckspiel endlich aufhört.
07:54Glaub mir, es geht mir genauso.
07:56Aber überleg doch mal,
07:58was passiert, wenn zum Beispiel Richard von der Erpressung erfährt?
08:04Er wird Annabelle wahrscheinlich endgültig vor die Tür setzen.
08:08Und glaubst du im Ernst, sie wird das mit sich machen lassen?
08:12Vermutlich nicht.
08:12Im Gegenteil.
08:13Sie wird, fürchte ich, sehr wütend werden.
08:16Und an wem wird sie sich dann wohl zuerst rächen wollen?
08:22Annabelle ist krupellos, wie wir wissen.
08:24Ihr beide wärt in Gefahr, Luisa.
08:27Und ich würde mir nie verzeihen, wenn sie dir etwas antun würde.
08:32Was soll er denn erzählen?
08:36Wir sagen einfach, du hast nach der Hochzeit gemerkt,
08:39dass du Simon immer noch liebst.
08:43Nachdem ich ihn zuerst sitzen gelassen habe,
08:45als er ins Gefängnis kam.
08:46Mir gefällt es auch nicht.
08:48Aber glaub mir, es ist zu am Sichersten für euch beide.
08:55Scheinlich hast du recht.
09:01Nehmen Sie doch Platz. Danke.
09:03Frau van Weiden wird jeden Augenblick zurück sein.
09:07Van Weiden.
09:09Ja, so heißt sie nun mal.
09:10Das klingt trotzdem irgendwie komisch.
09:12Was machst du eigentlich hier?
09:13Wahrscheinlich das Gleiche wie du.
09:15Ich warte auf Lissi.
09:16Hat mir wohl die gleiche Idee.
09:17Sieht ganz danach aus.
09:20Die Trauerfeier war wirklich schön.
09:22Ja, stimmt.
09:25Ich fand es auch schön, mit dir zu tanzen.
09:28Das fand ich auch.
09:30Wollen wir vielleicht nachher noch was zusammen unternehmen?
09:35Lass uns doch lieber abwarten, wie es Lissi geht.
09:38Sie scheint mit dem Tod von Frau Bernstein klarzukommen, aber...
09:41Aber die Frage ist, ob sie das durchhält.
09:44Du hast recht.
09:47Oh, hallo, Lissi.
09:48Hallo.
09:49Herr van Weiden, hallo.
09:52Wie geht's dir?
09:54Gut.
09:56Wir waren gerade an Helenders Grab.
10:00Es tut wirklich gut zu wissen, dass es einen Ort gibt, wo wir ihr nah sein können.
10:05Ja, ich weiß dich in guten Händen.
10:08Bis später.
10:08Danke nochmal, Papa.
10:09Auf Wiedersehen.
10:10Auf Wiedersehen.
10:13Lissi, wenn wir irgendetwas für dich tun können, vielleicht können wir nochmal in die frische Luft gehen.
10:19Irgendwohin, wo nicht so viel los ist.
10:21Wir könnten mit dem Motorrad zum See fahren.
10:23Ja, ist eine gute Idee.
10:25Aber ich glaube nicht, dass wir zu dritt auf dein Motorrad passen.
10:27Ach, ich muss sowieso nochmal in die Manufaktur heute.
10:30Aber ein bisschen bleibst du noch.
10:32Klar.
10:34Ich freue mich, dass ihr da seid.
10:44Auf jeden Fall hat Henning zugegeben, dass er sich dir gegenüber ein bisschen unfair verhalten hat.
10:48Ja, so kann man das auch nennen.
10:50Du hattest recht und ich unrecht, okay?
10:53Ehemänner haben immer recht.
10:54Merkt ihr das schon mal?
10:57Ich bin froh, dass Henning so schnell in die Scheidung eingebilligt hat, aber...
10:59Aber?
11:01Mir gefällt es einfach nicht, dass wir den Van Weidens nichts davon erzählen sollen.
11:05Henning hat mich überzeugt, dass es so am sichersten ist. Für dich und für mich.
11:09Selbstlos von ihm.
11:10Was soll das jetzt schon wieder heißen?
11:14Ich glaube nicht, dass er dabei nur an uns gedacht hat.
11:17Woran sonst? Er hat doch nichts davon.
11:19Immerhin steht er jetzt als armer, betrogener Ehemann da und du als böse Ehebrecherin.
11:23Du glaubst also, Henning hat ein Interesse daran, mich schlecht dastehen zu lassen?
11:26Nein. Ich glaube, er hat ein Interesse daran, selbst gut dazustehen.
11:29Vor aller Welt und besonders vor dir.
11:30Das stimmt aber nicht. Er hat die ganze Zeit vollkommen selbstlos gehandelt.
11:34Er hat keine Sekunde an seinen Vorteil gedacht.
11:36Siehst du? Es funktioniert schon.
11:38Du sprichst von ihm wie von einem Heiligen.
11:40Ich finde, Hennings Argumente sehr vernünftig.
11:42Dann macht es dir also nichts aus, dass die ganze Welt weiterhin glaubt,
11:45du hättest mich sitzen lassen und deinen anderen geheiratet, während ich im Knast sitze.
11:49Und als ich wieder raus bin, ja, da lässt du dich einfach scheiden und bist wieder mit mir zusammen.
11:53Solange deine Familie und Eva die Wahrheit kennen, ist mir egal, was andere Leute von mir denken.
11:57Mir ist es aber nicht egal.
11:59Was schlägst du vor?
12:00Sollen wir Annabelle öffentlich beschuldigen?
12:03Und riskieren, dass sie dir wieder ihre Schläge auf den Hals hetzt?
12:05Und riskieren, dass sie dir die Schläge auf den Hals hetzt?
12:36Warum bist du eigentlich überrascht vom Testament?
12:38Ich weiß nicht.
12:39Ich hatte gedacht, dass Helena mir vielleicht ein Schmuckstück zur Erinnerung oder sowas ähnliches vermacht.
12:44Ich hätte niemals damit gerechnet, dass sie mir die Hälfte ihres Imperiums vererbt.
12:48Und was willst du jetzt machen?
12:50Willst du den Kurierdienst aufgeben?
12:52Nein.
12:53Ich habe meinen Vater gebeten, dass er mein Erbe erstmal verwaltet,
12:55bis ich bei den Bäckersboten genug Erfahrung gesammelt habe und mein Abitur habe.
13:00Sicher eine gute Idee.
13:02Ich hoffe es.
13:06Ich will Helena einfach nicht enttäuschen.
13:17Mal ganz ehrlich, es gibt auch keine Alternative zu Hennings Vorschlag.
13:23Vermutlich nicht.
13:24Dann lass uns doch mal überlegen, wie es weitergehen soll.
13:27Ich dachte, das wäre klar.
13:29Wir gehen weg von hier und eröffnen das Hotel.
13:32Da gibt es nur ein klitzekleines Problem.
13:34Das Hotel gehört Henning.
13:37Dann kaufe ich es ihm ab.
13:39Ich habe doch immer noch das Geld, mit dem er es mir damals abgekauft hat.
13:42Das wird ihm sicherlich nicht gefallen.
13:44Zumal wolltet ihr bis vor kurzem dort gemeinsam leben.
13:47Wir wollten das Hotel zusammenführen, als Freunde.
13:49Ja.
13:50Aber wahrscheinlich hat er gehofft, dass im Laufe der Zeit mehr daraus wird.
13:53Bitte nicht schon wieder.
13:54Ich glaube einfach nicht, dass Henning der selbstlose Freund ist, für den du ihn immer hältst.
13:58Er hat so viel für uns getan.
14:00Er hat sich auf eine Scheinehe mit mir eingelassen, um dich zu schützen.
14:03Oder um dich für sich zu gewinnen.
14:04Warum kannst du Henning nicht zugestehen, dass er ein guter Freund ist, dem wir viel zu verdanken haben?
14:08Ich habe ihn einfach auch schon ganz anders erlebt.
14:11Bei Helenas und Richards Junggesellenabschied.
14:14Da hat er mich die ganze Zeit provoziert.
14:15Und neulich ist er mir wieder so komisch gekommen.
14:17Wenn es dir schon so schwerfällt, Henning gegenüber dankbar zu sein,
14:20dann höre wenigstens auf, ihm jeden Preis schlecht zu machen.
14:24Wenn Henning so selbstlos ist, wie du sagst,
14:26dann bitte ihn doch einfach mal, ob er dir das Hotel zurückverkauft.
14:29Und wenn ihm dann sein falsches Lächeln im Hals stecken bleibt,
14:31dann weißt du, dass ich recht habe.
14:42Ihr wollt euch trennen?
14:44Oh, ihr habt doch gerade erst geheiratet.
14:46Ja, lange hat es nicht gehalten.
14:50Also, Entschuldige.
14:52Seid ihr euch sicher?
14:54Da gibt es nichts zu retten.
14:57Hm.
14:58Wie konntet ihr euch so irren?
15:01Vielleicht haben wir uns einfach etwas vorgemacht.
15:04Weil wir dann glauben wollten,
15:06dass wir den anderen glücklich machen können.
15:10Hm.
15:11Oder soll jetzt wirklich alles gewesen sein?
15:13Ich meine, ihr hattet so große Pläne,
15:14ihr wolltet ein Hotel gemeinsam leiten.
15:16Du wolltest sogar deinen Job in der Manufaktur dafür aufgeben.
15:19Ja.
15:20Vielleicht denke ich jetzt nochmal drüber nach.
15:23Hm.
15:24Wie konnte das passieren?
15:26Und erzähl mir jetzt nicht,
15:28ihr habt euch auseinandergelebt.
15:30Nein, das ist es nicht.
15:33Sondern?
15:40Als meine Mutter damals gestorben ist,
15:42da hatte ich lange Zeit so eine Kälte in mir.
15:48Wie ein Eisklumpen, der nie schmelzen will.
15:52Und dann kam Helena und
15:54der Eisklumpen war verschwunden.
15:59Schön, dass ihr euch so nahe standet.
16:02Ja.
16:04Dafür bin ich auch sehr dankbar.
16:06Ich wünschte nur, dass sie...
16:09Du wünschst es nur,
16:11sie hätte dich nicht allein gelassen.
16:15Ich versuche ja, ihr den Wunsch zu erfüllen
16:17und nicht zu trauern,
16:20aber es...
16:22es ist so schwer und...
16:26es tut weh.
16:51Na, ganz allein?
16:54Genau wie du, wenn ich mich nicht täusche.
16:56Einen Kaffee, bitte.
16:58Ich dachte, jetzt, wo ihr wieder zusammen seid,
17:00würdet ihr kein Zentimeter von einer Seite des anderen weichen.
17:03Wir sind durchaus hier in der Lage,
17:04auch ein paar Schritte ohne den anderen zu machen.
17:06Habt ihr Streit?
17:08Das wird dir gefallen, ha?
17:10Ganz im Gegenteil.
17:11Das würde mich betrüben.
17:12Du sitzt doch alles daran,
17:13um uns das Leben schwer zu machen.
17:15Schließlich konntest du es ja auch kaum erwarten,
17:16Henning auf die Nase zu binden,
17:17dass Luisa und ich wieder zusammen sind.
17:19Immer verlangen alle von mir,
17:20dass ich die Wahrheit sage.
17:21Und wenn ich es dann mal mache,
17:22ist es auch nicht recht.
17:24Weil du es aus purer Berechnung tust?
17:25Jetzt gib mir doch nicht die Schuld dafür.
17:27Wenn Luisa es mit ihrer Wahrheitsliebe
17:29ein bisschen genauer nehmen würde,
17:30dann hätte es Henning nicht von mir erfahren müssen.
17:32Luisa hatte ihre Gründe, damit zu warten, ja?
17:34Wie rücksichtsvoll.
17:35Es muss furchtbar für sie gewesen sein,
17:37ihm die Wahrheit zu sagen.
17:38Jemandem das Herz zu brechen,
17:39der so viel für sie getan hat.
17:41Henning wusste, worauf er sich einlässt.
17:42Ja?
17:43Sicher?
17:45Ja, ich glaube nicht,
17:46dass er sich über die Konsequenzen
17:47einer Scheinehe bewusst war.
17:48Schließlich wussten die beiden über Wochen.
17:50Das glaubhafte Paar mir.
17:52Gib dir keine Mühe.
17:52Ich weiß, dass es zwischen den beiden
17:54nichts gewesen ist.
17:55Ich meine, sowas schweißt doch zusammen.
17:57In dieser ganzen Zeit
17:58war Henning Luisas einziger Vertrauter.
18:01Dafür wird sie ihm ewig dankbar sein.
18:04Alles klar.
18:05Du hast erreicht, was du wolltest.
18:08Du hast mich erfolgreich vertrieben
18:09und kannst jetzt alleine hier am Tresen sitzen
18:10und an die Wand starben.
18:12Zufrieden?
18:23Das heißt, Simon Becker und Luisa
18:25sind schon länger heimlich ein Paar.
18:28Nachdem Simon aus dem Gefängnis entlassen wurde,
18:30hat Luisa offenbar entdeckt,
18:31dass sie ihn doch noch liebt.
18:34Hm.
18:35Ich verstehe.
18:36Das hätte ich von Luisa nicht gedacht,
18:37dass sie so leichtfertig
18:38mit den Gefühlen anderer Menschen umgeht.
18:40Für seine Gefühle kann man schließlich nichts.
18:43Man kann nur ehrlich dazu stehen
18:44und genau das hat Luisa getan.
18:47Also Henning, das ist jetzt wirklich sehr nobel,
18:48dass du sie in dieser Situation
18:49noch in Schutz nimmst.
18:50Wir haben uns in aller Freundschaft getrennt.
18:54So, in aller Freundschaft.
18:57Ja, also wenn ich irgendetwas für dich tun kann,
18:59dann...
19:00Ich möchte dich tatsächlich
19:01um einen Gefallen bitten.
19:03Okay, warum geht's?
19:04Ich möchte dich bitten,
19:05Luisa auch weiterhin im Gutshaus wohnen zu lassen.
19:10Ja, also ich hab nichts dagegen.
19:12Wenn ich dir damit wirklich einen Gefallen tue...
19:15Das tust du.
19:16Vielen Dank.
19:17Okay.
19:19Und was hast du jetzt vor?
19:21Willst du das Hotel allein öffnen?
19:22Nein, das war unser gemeinsamer Traum.
19:26Ich werde das Hotel verkaufen
19:27und mir irgendwo etwas Neues aufbauen.
19:30Herr Reichenbach,
19:30Sie wissen hoffentlich,
19:32dass es für Ihren Kosten
19:33in der Manufaktur
19:34noch keine Nachfolger gibt.
19:36Vielen Dank, das ist sehr nett.
19:38Nun, in meinem jetzigen Zustand
19:40bin ich wirklich auf professionelle Hilfe angewiesen
19:43und Sie haben immer hervorragende Arbeit geleistet.
19:46Ich werde darüber nachdenken.
19:50Entschuldige mich bitte.
19:51Ja, natürlich.
19:57Das ist sehr großzügig von dir.
19:58Ja, danke.
20:01Gern geschehen.
20:02Ich möchte mich auch noch bei dir bedanken,
20:05dass ich hier noch wohnen darf.
20:07Solange du darauf angewiesen bist.
20:24Danke, dass du so schnell
20:25mit deinem Anwalt gesprochen hast.
20:27Das ist doch selbstverständlich.
20:30Ich kann gut verstehen,
20:31dass du die Scheidung
20:32so zügig wie möglich
20:33über die Bühne bringen willst.
20:35Das stimmt,
20:36aber ich denke,
20:36dir geht es genauso, oder?
20:38Ach, ich habe es dir gar nicht so eilig.
20:42Wie meinst du das?
20:44Naja, es hat auch schließlich
20:46eine Menge Vorteile,
20:47mit seiner besten Freundin
20:48verheiratet zu sein.
20:50Und welche sind das?
20:53Man spart sich die ganzen Probleme,
20:55die sonst so in einer Ehe anfallen.
20:58Wir haben uns zum Beispiel
20:59nie darüber geschritten,
21:00wer den Müll rausbringt.
21:02Weil das andere für uns gemacht haben.
21:04Stimmt.
21:05Aber auch sonst
21:06haben wir uns nie geschritten.
21:08Ich würde sagen,
21:09wir waren ein ziemlich gutes Team.
21:12Und im Gegensatz
21:13zu den meisten Paaren,
21:14die sich scheiden lassen,
21:15werden wir auch danach
21:16gute Freunde sein.
21:18Und sogar weiterhin
21:19unter einem Dach wohnen bleiben.
21:21Das ist auch eher ungewöhnlich,
21:23denke ich.
21:26Wenn auch nicht mehr lange.
21:28Ich habe mit Sicherheit gesprochen.
21:30Du kannst weiter
21:31im Putshaus wohnen bleiben.
21:33Danke.
21:34Schön.
21:36Danke.
21:38Das ist wirklich sehr nett.
21:40Du bist...
21:41Der perfekte X-Mann in Spä.
21:44Danke.
21:46Bedanke dich nicht bei mir,
21:48sondern bei meinem Onkel.
21:50Das werde ich tun,
21:50wenn ich ihn sehe.
21:52Das heißt,
21:53du wirst das Angebot annehmen?
21:55Ich ziehe natürlich
21:56wieder in mein altes Zimmer zurück.
21:59Na, wenn das so ist.
22:02Nein, aber ich denke,
22:04ich kann die Gastfreundschaft
22:05deines Onkels
22:05nicht mehr allzu lang
22:06in Anspruch nehmen.
22:08Hast du denn schon Pläne?
22:12Ja.
22:14Lass mich raten.
22:15Ich schätze,
22:16Sie haben irgendwas
22:16mit Simon zu tun.
22:18Danke.
22:21Wir wollen uns nach wie vor
22:22unseren Traum erfüllen
22:24und gemeinsam
22:25ein Hotel eröffnen.
22:29Verstehe.
22:31Und zufällig
22:32habe ich gerade
22:33ein Hotel übrig.
22:58Es tut mir leid.
23:00Siehst du,
23:01ich bin überhaupt
23:01nicht so stark,
23:02wie du denkst.
23:03Doch, das bist du.
23:04Dazu gehört auch,
23:05zu seinen Gefühlen zu stehen.
23:06Diese Lektion
23:07muss ich auch erst lernen.
23:09Wahrscheinlich hast du recht.
23:12Und?
23:12Geht's dir jetzt besser?
23:15Ja.
23:16Genau das
23:17habe ich wohl gebraucht.
23:18Danke.
23:19Nichts zu danken.
23:21Ich habe ja gar nichts getan.
23:23Na doch,
23:23du hast mich hierher gebracht
23:24und mir zugehört
23:25und mir das Gefühl gegeben,
23:26dass du mich verstehst.
23:27Das tue ich auch.
23:29Ich weiß,
23:30wie du dich jetzt fühlst.
23:32Deshalb ist es auch so schön,
23:33bei dir zu sein,
23:34weil ich glaube,
23:35im Moment bist du der Einzige,
23:36der nachvollziehen kann,
23:36was mit mir los ist.
23:40Vielleicht können wir uns
23:40ja gegenseitig helfen,
23:41mit unserer Trauer umzugehen.
23:44Ja, das wäre schön.
23:47Ich bin jedenfalls froh,
23:48dass wir uns den Streit
23:49beigedickt haben
23:50und jetzt noch mal
23:51ganz von vorne anfangen können.
23:54Das freut mich auch.
24:05Simon freut sich für uns.
24:08Er will bald mal wieder
24:09zum Essen zu uns kommen
24:11und auch Luisa mitbringen.
24:12Du hast nie daran gezweifelt,
24:14dass es so reagieren würde.
24:16Nein,
24:16aber es ist trotzdem schön zu wissen,
24:18dass meine beiden Söhne
24:19uns unser Glück gönnen.
24:20Ich bin auch sehr froh drüber.
24:22Wenigstens ein Problem weniger.
24:26Weißt du,
24:27was Simon mir erzählt hat?
24:29Es ist unglaublich,
24:32aber...
24:33Also,
24:34Nora hat ihm erzählt,
24:35dass Frau Bernstein
24:36durch einen Anschlag
24:39von Annabelle
24:40ums Leben gekommen ist.
24:42Was?
24:45Ja,
24:45sie hat danach
24:46zwar alles wieder zurückgenommen
24:47und behauptet,
24:48sie hat sich das nur ausgedacht,
24:49um sich an Simon ranzumachen.
24:53Ja,
24:53unglaublich.
24:56Was wäre denn,
24:57wenn...
24:58wenn sie die Wahrheit gesagt hätte?
25:02Ich glaube nicht,
25:03dass da was dran ist.
25:05Du kennst doch Nora von Weiden.
25:06Sie ist durchaus in der Lage,
25:07sich sowas auszudenken.
25:09Aber wenn es so gewesen wäre,
25:10ist...
25:11Ich weiß,
25:11du willst mich entlasten,
25:12aber ich will nicht länger
25:13die Schuld bei anderen suchen.
25:15Ich stehe zu meiner Verantwortung.
25:16Tobias,
25:17ich möchte nur,
25:17dass wir...
25:18Lass uns nicht länger
25:18drüber reden,
25:19bitte.
25:20Also gut,
25:20wie du willst.
25:27Gravenberg.
25:28Ja,
25:28hallo,
25:28Delbrück.
25:29Ich habe schöne Neuigkeiten für Sie.
25:31Die Untersuchung des Unfallwagens
25:33ist abgeschlossen
25:33und ich habe dafür gesorgt,
25:35dass in dem Unfallbericht
25:36nichts über eine manipulierte
25:37Bremsleitung steht.
25:39Gute Arbeit.
25:41So,
25:42die Ermittlungen
25:42konzentrieren sich jetzt
25:43auf den Fahrer des Fahrzeugs,
25:44Tobias Becker.
25:46Wenn er Glück hat,
25:46kommt er mit Bewährung davon.
25:48Ja,
25:49wenn ihn diese kleine
25:50Schmüfflerin am Ende
25:51nicht doch noch da rausholt.
25:52Sophie Nowak,
25:53die ist hartnäckig.
25:55Aber ich bin hartnäckiger.
25:57Gut.
25:58Nora weiß inzwischen auch,
25:59was sie zu tun hat.
26:01Sie wird schweigen.
26:02Belassen Sie sich darauf.
26:02Na ja,
26:04dann haben Sie ja erreicht,
26:05was Sie wollten.
26:06Oder nein,
26:07warten Sie.
26:08Helena Bernstein ist tot
26:10und Richard van Weiden
26:11ist trotzdem immer noch
26:13nicht am Boden zerstört.
26:14Und zwischen Ihnen beiden
26:15wird es nie wieder so werden,
26:17wie es mal war.
26:20Warum hauen Sie nicht einfach ab
26:22und fangen irgendwo anders
26:24ein neues Leben an?
26:25Weil das hier mein Leben ist.
26:27Und das hole ich mir zurück.
26:36Ich war mit Henning im Lanzino
26:38und sein Anwalt hat alles
26:40in die Wege geleitet,
26:41damit die Scheidung
26:41so schnell wie möglich
26:42über die Bühne geht.
26:43Das ist gut.
26:44Und ja,
26:46ich habe mit ihm
26:47über das Hotel gesprochen.
26:49Ja, und was hat er gesagt?
26:50Zuerst war er ziemlich geschockt
26:52und ich dachte kurz,
26:53du hast wirklich recht
26:53mit deinem Verdacht.
26:54Und dann?
26:55Aber dann hat er gesagt,
26:56er kann es kaum glauben,
26:57dass er nicht schon selbst
26:58darauf gekommen ist.
26:59Das heißt,
26:59er will dir das Hotel verkaufen?
27:01Er hat seinen Anwalt angerufen
27:02und mit ihm darüber gesprochen.
27:03Der prüft jetzt,
27:04ob es günstiger ist,
27:05den Verkauf vor
27:06oder nach der Scheidung abzuwickeln.
27:08Verstehe.
27:08Aber wir können auch schon
27:09vorher dort wohnen
27:10und alles für die Eröffnung
27:10des Hotels vorbereiten.
27:12Das ist doch großartig.
27:13Ja, das ist gut.
27:16Simon,
27:17ich bin mir sicher,
27:18dass Henning mir wirklich nichts vorspielt.
27:22Das hätte ich gemerkt.
27:23Er will uns helfen.
27:25Gut.
27:26Wirklich gut.
27:27Sehr gut sogar.
27:29Das sagst du jetzt mir zulieber.
27:32Stimmt.
27:33Und weil ich fest entschlossen bin,
27:34nicht mehr wegen Henning zu streiten.
27:36Das ist eine gute Idee.
27:39Ich bin froh,
27:40dass ich dich endlich wieder habe.
27:41Und ich will keine Sekunde
27:42mehr mit sowas verschwinden.
27:45Ich auch.
27:48Das Einzige,
27:48was jetzt zählt,
27:49ist, dass wir zusammenhalten
27:50und dass wir uns unser Glück
27:51von niemandem zerstören lassen.
27:59Fasanen war immer eines von Helenas Lieblingsgerichten.
28:02Ja, ich musste auch die ganze Zeit daran denken.
28:05Sie hätte wahrscheinlich alle Beilagen weggelassen
28:07und den halben Fasanen allein gegessen.
28:09Und danach hätte sie zu uns gesagt,
28:11lasst mich nie wieder so viel essen.
28:13Das nächste Mal müsst ihr mich unbedingt stoppen.
28:17Mir ist nie klar gewesen,
28:19wie wichtig solche Kleinigkeiten sind.
28:21So Details,
28:23an die man sich später erinnert
28:24und die einem zeigen,
28:25wie gut man einen Menschen gekannt hat.
28:28Das ist es,
28:29was Familie ausmacht.
28:31Ich bin froh,
28:32dass wir gemeinsam
28:33so eine Familie sind,
28:34in der man sich gerne an Dinge erinnert,
28:36die man gemeinsam erlebt hat.
28:39Und zu dieser Familie
28:40gehörst natürlich auch du, Nora.
28:43Danke.
28:45Apropos Familie,
28:46wo sind eigentlich Henning und Luisa?
28:50Ich weiß es nicht,
28:51aber ich könnte mir vorstellen,
28:53dass den beiden heute nicht so der Sinn
28:54nach einem gemeinsamen Familienessen stand.
28:56Warum?
28:57Darf ich abholen?
28:57Ja, gerne.
28:58Es war wie immer vorzüglich, Frau Landmann.
29:01Luisa und Henning haben sich getrennt.
29:03Du wusstest wahrscheinlich schon länger davon.
29:05Allerdings.
29:06Der arme Henning.
29:08Warum denn so plötzlich?
29:10Offenbar hat Luisa gemerkt,
29:11dass sie Simon Becker doch noch liebt.
29:13Das gibt's doch gar nicht.
29:15Henning und Luisa
29:16wollten doch zusammen weggehen
29:17und ein Hotel eröffnen.
29:18Tja.
29:19Und was macht Henning jetzt?
29:21Er wollte doch in der Manufaktur kündigen.
29:23Will er jetzt das Hotel alleine führen?
29:25Ich weiß es nicht, was er vorhat,
29:27aber das Hotel will er verkaufen.
29:28Das hat er mir vorhin erzählt.
29:29Ach so.
29:32Ich muss dann wieder los.
29:35Schau mal nach Luisa.
29:37Dann war vorhin ziemlich durch den Wind.
29:39Na, tschüss.
29:42Das ist ja wirklich kaum zu glauben.
29:43Ja.
29:44Ich war auch sehr überrascht.
29:46Und wie geht's Henning jetzt?
29:48Also, es muss ja fürchterlich für ihn sein.
29:52Er hält sich tapfer.
29:56Hier bist du also.
29:57Ja, hier bin ich also.
29:59Habe ich das gerade richtig gehört?
30:00Du willst das Hotel verkaufen?
30:01Warum nicht?
30:02Ich habe schließlich keine Verwendung mehr dafür.
30:05Aber die Käuferin ist nicht zufällig meine Schwester.
30:07Wie clever du bist.
30:09Sag mal, bist du jetzt total übergeschnappt.
30:11Das Hotel ist dein letzter Trumpf, um Luisa und Simon daran zu hindern, von hier weg zu gehen.
30:16Wenn du es ihr jetzt verkaufst, hast du Luisa für immer verloren.
30:20Und wenn ich es ihr nicht verkaufe, verliere ich sie dann nicht?
30:23Versuch doch wenigstens, sie aufzuhalten.
30:26Ich kann mich doch nicht weigern, ihr das Hotel zu verkaufen.
30:28Ich meine, mit welchem Argument?
30:30Als ihr guter Freund muss ich es tun.
30:32Du hast doch gesagt, du willst nicht ewig ihr guter Freund bleiben.
30:35Es ist vorbei, nur.
30:38Luisa hat sich nun mal für Simon entschieden.
30:42Und das Hotel wird dein Hochzeitsgeschenk?
30:44Oder was?
30:45Der gemeinsame Lebenstraum von Luisa und Simon auf einem goldenen Tablett serviert, von Henning Reichenbach persönlich.
30:50Ich glaube es nicht.
30:52Es ist gut, nur.
30:53Im Gegensatz zu dir, weiß ich eben, wann ich verloren habe.
30:58Stimmt.
30:59Das ist genau das, was ich jetzt sehe.
31:01Ein Verlierer.
31:03Ach, du hast Simon auch verloren.
31:06Du willst es dir nur nicht eingestehen.
31:10Dann hol dich in deinem Selbstmitleid und lass dich volllaufen.
31:33Herr Reichenbach, Sie haben doch bestimmt Hunger.
31:36Sie haben heute doch noch gar nichts gegessen.
31:38Nein, ich bin nicht hungrig.
31:39Vielen Dank.
31:40Ich wollte mir nur ein Glas Wasser nehmen.
31:43Sind Sie sicher?
31:44Ich meine, es ist noch etwas Fasan übrig.
31:47Ich könnte Ihnen ganz schnell etwas warm machen.
31:49Danke, das ist nett von Ihnen, aber ich habe wirklich keinen Appetit.
31:53Entschuldigen Sie.
31:54Ich weiß, es geht mich ja auch eigentlich gar nichts an.
31:58Aber ich habe zufällig mitbekommen, wie Herr van Weiden beim Essen von Ihrer und Luisas Trennung gesprochen hat.
32:06Ja, ich wollte Luisa zuliebe nicht länger damit warten.
32:10Sie und Simon sollen sich nicht länger verstecken müssen.
32:13Darf ich Sie trotzdem etwas fragen?
32:15Warum haben Sie nicht die Erpressung erwähnt?
32:19Ich meine, Richard von Weiden sollte wissen, was Annabelle, Luisa, Simon und auch Ihnen angetan hat.
32:26Richard hat gerade seine Frau verloren.
32:29Er hat es schwer genug, finden Sie nicht?
32:33Außerdem glaube ich, hat es in diesem Haus schon zu viel Hass und Schmerz gegeben.
32:40Annabelle hat die Erpressung aufgegeben.
32:43Wir sollten die Sache damit auf sich beruhen lassen.
32:47Die Hauptsache ist doch, dass Luisa und Simon jetzt endlich gemeinsam glücklich sein können.
32:53Da haben Sie recht.
32:56Tun Sie mir einen Gefallen.
32:58Gerne, wenn ich es kann.
33:00Sagen Sie niemandem etwas von der Erpressung.
33:04Ja, natürlich, wenn Sie es wünschen.
33:06Das ist auch Luisas Wunsch.
33:08Wir sind beide der Ansicht, dass es so am sichersten ist, für Sie und Simon.
33:12Ich werde mit niemandem darüber sprechen.
33:15Darauf können Sie sich verlassen.
33:17Vielen Dank, Eva.
33:34Setzen Sie sich.
33:36Danke.
33:38Das können wir für Sie tun.
33:40Es geht um meinen Schwager.
33:42Ich mache mir große Sorgen um ihn.
33:45Er behauptet zwar, er sei bereit, die Verantwortung für den Tod von Frau Bernstein, Dankeschön, zu übernehmen,
33:50aber ich denke, die Sache macht ihm sehr zu schaffen.
33:55Das kann ich mir durchaus vorstellen, Frau Becker, aber ich warte noch immer auf das Zweitgutachten, das ich in Auftrag
34:00gegeben habe.
34:02Sobald ich etwas höre, werde ich mich mit Herrn Becker in Verbindung setzen.
34:06Gut.
34:08Tobias, also mein Schwager, hat mich zwar gebeten, alles auf sich beruhen zu lassen, aber ich habe da etwas erfahren,
34:17was ich Ihnen gerne sagen würde.
34:19Schießen Sie los.
34:22Ich habe heute einen Hinweis bekommen, dass der Unfall möglicherweise gar kein Unfall war.
34:27Was für ein Hinweis?
34:29Mein Sohn Simon hat mir gesagt, dass Nora ihm erzählt hätte, dass ihre Mutter einen Anschlag auf Frau Bernstein verübt
34:40hätte.
34:41Annabelle.
34:44Nora hat anschließend zwar alles wieder zurückgenommen, aber ich denke, Annabelle wäre so ein Anschlag doch durchaus zuzutrauen, oder nicht?
34:53Also wenn Sie mich fragen, ich traue Annabelle auch alles zu.
34:59Hat Ihr Sohn Ihnen ansonsten irgendwelche Details erzählt?
35:04Das heißt also, du bleibst vorerst im Gutshaus wohnen?
35:07Solange bis wir ins Hotel ziehen können, dann bin ich wenigstens in deiner Nähe.
35:12Und das Beste ist, du kannst mich jederzeit besuchen. Ganz offiziell.
35:17Was hältst du davon, wenn ich heute Nacht hier verbringe? Ganz offiziell.
35:22Das halte ich ganz offiziell für eine großartige Idee.
35:29Ja?
35:31Hallo Simon.
35:32Hallo Luisa.
35:34Hallo.
35:35Wolltest du zu mir?
35:36Nein, zu euch beiden.
35:39Ich wollte euch sagen, wie sehr es mich freut, dass diese Heimlichtuerei endlich ein Ende hat.
35:44Dann hat die Nachricht im Gutshaus schon die Runde gemacht.
35:47Herr von Weiden hat heute beim Abendessen darüber gesprochen.
35:51Und Henning war auch dabei?
35:53Nein.
35:54Er hat sich entschuldigen lassen.
35:56Also wenn ihr mich fragt, geht es ihm nicht gut.
36:02Ja, zum Abendessen hat er sich in die Bibliothek zurückgezogen.
36:06Und da habe ich dann später eine leere Flasche Wodka gefunden.
36:11Und kurz danach habe ich ihn in der Küche getroffen.
36:14Und da hat er sich dann nochmal eine neue volle Flasche eingesteckt.
36:19Na, wenn die andere leer war?
36:20Außerdem ist er ein erwachsener Mann.
36:24Es ist gerade etwas viel für ihn.
36:27Er ist durcheinander.
36:29Ja, ich habe mir auch Sorgen gemacht, weil ich meine, er sieht schon sehr mitgenommen aus.
36:36Also, obwohl er versucht, das zu verbergen.
36:42Danke Eva.
36:43Aber ich glaube, Henning weiß, was er tut.
36:46Ja, vielleicht hast du recht.
36:49Ja, also, dann wünsche ich euch noch einen schönen Abend.
36:52Tschüss.
36:53Danke, dir auch.
36:57Und?
36:58Lass mich raten, du machst dir Sorgen.
37:00Nein.
37:02Henning ist alt genug.
37:03Wenn du meinst.
37:05Ich hole mir meine Sachen.
37:07Und ich bereite eine kleine Überraschung für dich vor.
37:10Ja, bin ich jetzt schon gespannt.
37:13Noch einen.
37:15Noch einen.
37:15Noch einen.
37:35Ach, da bist du.
37:36Ich habe dich schon gesucht.
37:40Na?
37:44Du hast mir noch gar nicht erzählt, wie es mit Maika und Sebastian war.
37:46Ich war nur mit Sebastian unterwegs.
37:48Wir sind raus zum See gefahren.
37:52Darf ich fragen, was ihr gemacht habt?
37:57Ehrlich gesagt, habe ich die ganze Zeit geheult und ihr hatten mich im Arm gehalten.
38:04Ich weiß, Helena wollte nicht, dass wir weinen, aber ich...
38:08Oh, ich glaube, sie hätte das verstanden.
38:10Mir geht es auch viel besser.
38:11Es tat gut, einfach mal alles rauszulassen.
38:15Okay.
38:18War das nicht schwierig für euch?
38:20Ihr habt euch gerade erst getrennt.
38:23Nein, überhaupt nicht schwierig.
38:25Ganz im Gegenteil.
38:29Sag mal...
38:32Wie war das denn damals bei dir und Helena, als du dich das zweite Mal in sie verliebt hast?
38:40Schön war das.
38:44Ich hatte das Gefühl, das Schicksal gibt mir noch eine zweite Chance.
38:49Und als wir dann wieder zusammen waren, da war das so vertraut, so leicht.
38:57Warum, fragst du?
39:01Ich weiß nicht.
39:04Als wir beide da vorhin so standen zusammen,
39:07hatte ich einfach das Gefühl, dass da mehr zwischen uns ist als Freundschaft.
39:14Und glaubst du, dass es ihm genauso geht?
39:18Ich hoffe es.
39:20Du hattest recht.
39:22Lissi ist tapfer, aber sie trauert auch sehr um ihre Stiefmutter.
39:25Das ist nicht so leicht für sie.
39:27Ja, kein Wunder.
39:28Vor ein paar Monaten hat sie erst ihre Halbschwester verloren und jetzt das.
39:33Und wir beide haben ihr das Leben auch nicht gerade leicht gemacht in letzter Zeit.
39:38Das stimmt.
39:40Ich bin sehr froh, dass ihr beide euch wieder gut versteht.
39:43Und ich erst.
39:44Ich habe erst jetzt verstanden, wie wichtig mir die Freundschaft zu Lissi ist.
39:47Und das habe ich nicht zuletzt dir zu verdanken.
39:49Mir?
39:50Ja.
39:51Du warst für mich da, als es mir dreckig ging.
39:53Durch dich habe ich überhaupt erst erfahren, was Freundschaft wirklich bedeutet.
39:56Schön.
39:57Das war aber, bevor ich entdeckt habe, dass ich für dich mehr als Freundschaft empfinde.
40:04Da ist doch immer noch mehr als Freundschaft zwischen uns, oder?
40:15Ich muss jetzt weitermachen.
40:19Wir sehen uns.
40:46Endlich.
40:47Simon hat eingesehen, dass er Henning Unrecht getan hat.
40:49Im Augenblick fällt es ihm vielleicht noch schwer, das zuzugeben.
40:52Aber irgendwann wird auch er einsehen, dass Henning ein guter Freund ist, der uns nur helfen wollte.
40:57Und ich sage dir, das ganze Leben ist ein einziger Beschiss.
41:03Ist doch wahr.
41:05Aber da tut man alles für einen anderen Menschen und am Ende steht man doch mit leeren Händen da.
41:10Genau.
41:11Man tut alles und am Ende ist alles leer.
41:15Du spielst mir aus der Seele, mein Freund.
41:17Du verstehst mich.
41:19Wie heißt du nochmal?
41:20Klaus.
41:22Genau.
41:23Klaus.
41:25Du bist der einzige Freund, den ich habe.
41:27Hier, das ist für dich.
41:28Henning, was machst du denn da?
41:31Luisa, du bist hier?
41:35Ja, das ist sie.
41:38Das ist die Frau, von der ich dir erzählt habe.
41:41Die einzige, die ich je geliebt habe und immer noch liebe.
41:44Obwohl sie mir das Herz gebrochen hat.
41:54Er hat mich geheiratet, obwohl er wusste, dass ich dich liebe.
41:58Damit du in Sicherheit bist.
41:59Du kennst meine Meinung.
42:00So ganz uneigennützig war das nicht.
42:02Unstrittig ist, dass der Unfallwagen Annabelle Grafenberg gibt.
42:05Und Annabelle hat ihn Helena angeboten, höchstpersönlich.
42:08Ich konnte es nicht ertragen, dass Simon Becker mit meiner Schwester zusammen ist.
42:11Ich wollte, dass er für mich da ist, dass er mich beschützt.
42:13Und deshalb habe ich behauptet, dass Annabelle Helena umgebracht hat.
42:16Und jetzt hätte ich gerne die andere Version.
42:18Sie wissen schon, die mit der Wahrheit.
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