- vor 2 Tagen
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KurzfilmeTranskript
00:00:00Musik
00:00:34Musik
00:01:10Musik
00:01:41Musik
00:02:07Sie haben ein Wort
00:02:09Ich krieg raus, woran Ihre Frau wirklich gestorben ist
00:02:13Diesen Halbgöttern weiß, machen wir Feuer unterm Arsch
00:02:17Ich mach das nicht nur, weil das eine gute Story ist, Herr Esche
00:02:21Meine Frau, sie ist vor sechs Jahren gestorben
00:02:26Ich weiß, wie das ist, plötzlich allein zu sein
00:02:35Das hätten wir geschlossen nie reponiert bekommen
00:02:38Dann machen wir eine schöne Platte drauf und fertig
00:02:40Das sehen Sie doch sicher genauso, Frau Kollegin
00:02:43Aber ja, Herr Oberarzt
00:02:45Reine Routineoperation
00:02:46Genau so ist es
00:02:49Und damit Sie nicht aus der Übung kommen, machen Sie ihm einen schönen Gips danach
00:02:52Das können Sie doch sicher, oder?
00:02:53Nur zu Ihrer Information, Herr Dr. Wolf
00:02:55Ich bin Fachärztin, keine Stuckateurin
00:02:57Wie lange wollen Sie Ihre Macho-Tour noch durchhalten?
00:03:00Sie kennen den Preis
00:03:03Eine Nacht mit mir und ich bin Ihr Sklave
00:03:05Eher suche ich mir einen neuen Job
00:03:07Ich kann warten
00:03:08Ich bin Fachärztin, keine Stuckateurin
00:03:15Ich bin Fachärztin, keine Stuckerin
00:03:18Ich bin ein Beck.
00:03:20Ich bin Fachärztin, keine Stuckerin
00:03:44Entschuldigung, ich suche Herbert Schneider, äh, mit dem Arm
00:03:49Hm, der ist von einer Stunde auf dem Opierhaus, Zimmer 14
00:03:51Zimmer 14, das letzte Zimmer auf der linken Seite, Dankeschön
00:04:01Unser dritter Exitus
00:04:02Herr Schmidt?
00:04:05Ich hab nur versucht zu reanimieren, aber...
00:04:07Schon wieder mehr geht es, hm?
00:04:09Ja, doch was kommt vor, Frau Kollegin?
00:04:11Kämpfer, sorgen Sie dafür, dass er so schnell wie möglich in die Pathologie kommt, ja?
00:04:14Danach traben Sie bei mir an
00:04:17Frau Doktor Busse
00:04:19Ich bin sicher, Sie haben alles getan, was in Ihrer Macht stand
00:04:22Und weitere Vorfälle dieser Art sind ja wohl nicht zu erwarten, oder?
00:04:26Also, wozu die ganze Auflegung?
00:04:29Das werde ich mir nie verzeihen
00:04:58Hallo?
00:05:01Ach, Herbert!
00:05:05Hüppsteinverband!
00:05:07Wusste gar nicht, dass Sie sowas auch im Blöhm machen
00:05:09Ist ein komplizierter Bruch
00:05:11Und da bist du wohl noch stolz drauf, was?
00:05:13Mein Gott, mein Gott, wie oft soll ich dir noch sagen?
00:05:17Sport ist Mord!
00:05:19Besonders Dienstsport!
00:05:20Aber es musste immer so kommen, nicht?
00:05:22Komm, Mensch, ist doch hinterher passiert
00:05:24Wie?
00:05:26Was glaubst du mir sowieso nicht?
00:05:28Sag es
00:05:29Beim Duschen
00:05:31Ich bin auf ein Stück Seife ausgerutscht
00:05:34Du, du wirst mich verarschen, oder?
00:05:38Na ja
00:05:39Das passt zu dir
00:05:40Ja
00:05:42Aber stell die Blumen irgendwo hin
00:05:44Dann lass mich in Ruhe, mir ist schlecht
00:05:47Wahrscheinlich von der Narkose
00:05:49Na ja, wo sind denn hier?
00:05:50Farsen
00:05:52Schwester!
00:05:55Schwester!
00:05:56So, Herr Preis
00:05:58Wir haben Sie von Kopf bis Fuß durchgecheckt
00:06:00Das EKG zeigt ja eine leichte Linksherzbelastung
00:06:03Ah ja
00:06:04Aber sonst gibt es keinerlei Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung
00:06:07Damit können Sie 100 werden, wenn Sie ein bisschen aufpassen
00:06:08Und woher kommt dann dieses Stechen?
00:06:10Trinken Sie weniger Kaffee und lassen Sie die Zigaretten weg, ja?
00:06:13Sie holen sich bitte morgen den Bericht für Ihren Hausarzt ab, das wärs
00:06:19Das wärs?
00:06:20Ja
00:06:22Es gibt keinen Grund, Sie noch länger hier zu behalten
00:06:24Wiedersehen
00:06:24Ich
00:06:25Hab da noch so einen brennenden Magen
00:06:28Ja ja, dafür schreibe ich Ihnen auch was auf
00:06:29Sie sind doch sicher froh, wieder nach Hause zu kommen zu Ihren Lieben, oder?
00:06:32Ich bin Single
00:06:33Ah
00:06:36Sagen Sie, Sie sind Kraftwerkstechniker, richtig?
00:06:38Ja
00:06:39Gibt es bei Ihnen nicht so eine Betriebssportgruppe?
00:06:41Treiben Sie mal ein bisschen Sport machen, werden Sie aktiv
00:06:43Dann klappt es auch wieder mit den Frauen
00:06:46Danke
00:06:46Keine Ursache für den Tipp
00:06:50Herr Doktor?
00:06:53Der Mann ist ein Simulant, hier, öffnen Sie das ab
00:06:56Kommen Sie denn da drauf?
00:06:57Er hat als Beruf Kraftwerkstechniker angegeben, aber er ist Journalist bei den hallischen neuesten Nachrichten
00:07:02Warum wohl, hm?
00:07:04Und Kämpter?
00:07:06Behalten Sie ihn mal ein bisschen im Auge, ja?
00:07:08Ich will nicht, dass er seine Nase in Dinge steckt, die ihn nichts angehen
00:07:10Dann schicken Sie den nächsten gleich ran
00:07:45Bis zum nächsten Mal
00:07:48Oh, oh, oh.
00:08:16Oh, oh, oh.
00:09:09Was wollen Sie denn mit dem Schlüsselerpreis?
00:09:11Oh, oh, oh.
00:09:58Können Sie mal festhalten?
00:09:59Ja.
00:10:05Wo ist denn der Mann hin?
00:10:07Der Herr Preiß.
00:10:09Ist er verlegt worden?
00:10:10Nee.
00:10:13Der ist letzte Nacht leider verstorben.
00:10:24Aber Kollegen, ihr wisst doch, dass ich vom Dienstensport befreit bin.
00:10:29Habt ihr nicht meine Atteste?
00:10:32Na also, Kollegen Schneider, ja, den hat sie nur erwischt.
00:10:37Ein ziemlich komplizierter Bruch.
00:10:40Ja, ein Präsentkorb.
00:10:42Darüber würde er sich freuen.
00:10:44Wollen Sie zu mir?
00:10:45Herr Schmückke?
00:10:47Äh, 20 Euro, nur seid noch nicht so knausrig.
00:10:50Ja, das hört sich schon anders an.
00:10:53Gut, in Ordnung.
00:10:55Ja, junge Frau, was kann ich denn für Sie tun?
00:10:56Ich bin Kirsten Nolte von den Halleschen Neuesten Nachrichten.
00:11:00Mein Chef ist tot.
00:11:01Mhm.
00:11:03Tja, na dann, kommen Sie mal mit.
00:11:06Hier lang.
00:11:07Herr Preiß hat mich gestern Abend angerufen und hat mir gesagt, dass er heute entlassen wird.
00:11:12Ich wollte ihn abholen, aber als ich ins Krankenhaus komme, da sagen die mir, er ist über Nacht gestorben.
00:11:17Ja, das ist ja bedauerlich, aber weshalb kommen Sie denn zu uns?
00:11:20Ja, Herzversagen, das kann doch überhaupt nicht sein.
00:11:22Herr Preiß war doch absolut gesund.
00:11:23Er hat sich doch bloß einweisen lassen, weil er da recherchieren wollte.
00:11:27Recherchieren, das ist ja interessant. Worüber denn?
00:11:29Ich weiß nicht genau, ich bin ja nur Volontärin.
00:11:31Aber er hat gesagt, dass da irgendjemand unter ziemlich seltsamen Umständen gestorben ist.
00:11:35Ah.
00:11:36Und dass er diesen halbgötternen Weiß mal auf die Zehen latschen will.
00:11:40Klingt ja spannend.
00:11:42Aber stimmt fast nicht.
00:11:43Die wollten mir nicht mehr den Laptop rausrücken.
00:11:45Angeblich, weil ich keine Angehörige bin.
00:11:47Ja, das verstehe ich schon, aber...
00:11:48In der Redaktion sagen Sie, dass Leo Preiß ein richtiges Trüffelschwein ist.
00:11:52Der hat schon alle möglichen Skandale aufgedeckt.
00:11:54Ah.
00:11:55Na gut, äh, Frau Neute.
00:11:58Schönen Dank für Ihren Hinweis. Wir werden der Sache nachgehen.
00:12:01Und ich verspreche Ihnen,
00:12:03sollte Ihr Kollege wirklich eines unnatürlichen Todes gestorben sein,
00:12:06dann kriegen wir das raus.
00:12:07Hm? Wiedersehen.
00:12:09Dankeschön.
00:12:10Tja, Herr Kriminalhauptkommissar, wie soll ich sagen, das ist alles nicht so ganz einfach.
00:12:14Na, ich will doch nur den Totenschein sehen und dann einen Blick auf den Verstorbenen darf.
00:12:18Und was, was ist denn daran so kompliziert?
00:12:20Ja, wieso wollen Sie denn den Mann überhaupt sehen?
00:12:21Ich meine, an der Todesursache gibt es doch nicht die geringsten Zweifel.
00:12:23Haben Sie ihn obduziert?
00:12:25Ja, wieso hätte ich ihn denn obduzieren sollen?
00:12:27Das Ableben von Herrn Preiß kam zwar etwas überraschend,
00:12:29aber die Ursache war eindeutig ein Herzinfarkt.
00:12:32Sagt Dr. Wolf.
00:12:33Na, dann stellen Sie mir den Toten doch endlich vor, Herr Dr. Jakobi.
00:12:36Ja, ich sag ja, es gibt da noch ein kleines Problem.
00:12:40Na, und?
00:12:41Der Leichnam ist nämlich verschwunden.
00:12:49Wie so etwas passieren konnte, da bin ich leider momentan auch etwas überfragt.
00:12:53Aber ich werde natürlich veranlassen, dass die Angelegenheit geklärt wird.
00:12:55Ja, dann veranlassen Sie das mal.
00:12:57Und wenn der Tote wieder aufkreuzt, würden Sie auch veranlassen,
00:13:00dass er sofort in die Rechtsmedizin überstellt wird.
00:13:03Gibt es dafür einen speziellen Grund?
00:13:05Ja.
00:13:06Ich möchte gern wissen, woran Herr Preiß verstorben ist.
00:13:09Herzinfarkt.
00:13:10Exitus um drei Uhr morgens.
00:13:11Waren Sie dabei?
00:13:12Nein.
00:13:13Aber die Kollegen, die Nachtdienst hatten.
00:13:14Mit denen würde ich auch gerne mal reden.
00:13:16Also wenn Herr Wolf sagt, es handelt sich um einen Herzinfarkt...
00:13:19Dann muss ich das noch lange nicht glauben.
00:13:21Wir haben bei Ihnen eine leichte Linksherzbelastung festgestellt.
00:13:24Sie können gern die Krankenakte einsehen.
00:13:25Das würde ich tun.
00:13:28Sie haben doch nichts dagegen, dass ich mich in Ihrem Haus noch etwas umsehe, Herr Professor.
00:13:32Nein, bitte.
00:13:34Informieren Sie aber die Kollegen, Herr Dr. Wolf.
00:13:37Wir haben nichts zu verbergen, Herr Kommissar.
00:13:44Die Nachtschwester hat Herrn Kempter alarmiert, Herr Kommissar.
00:13:48Aha.
00:13:48Herr Preiß zeigte alle Anzeichen eines schweren Infarkts.
00:13:51Aber er lebte noch.
00:13:51Ja.
00:13:52Herr Kempter war sofort bei ihm.
00:13:55Ja.
00:13:56Der Patient klagte über starke Brustschmerzen, Atemnot.
00:14:00Ich habe sofort Frau Dr. Knabe rufen lassen.
00:14:03Kurz bevor ich kam, setzte ein Herzstillstand ein.
00:14:06Wir haben natürlich versucht, ihn zurückzuholen.
00:14:08Aber da war leider nichts mehr zu machen.
00:14:10Ein AIPler ist aber durchaus in der Lage, eine Reanimation durchzuführen.
00:14:13Was ist ein AIPler?
00:14:16Arzt im Praktikum, Herr Kempter.
00:14:18Ah.
00:14:18Ich bin mir sicher, die beiden haben alles getan, was in ihrer Macht stand.
00:14:21Aber die ärztliche Kunst hat ihre Grenzen.
00:14:24Ja, ja.
00:14:25Soweit mir bekannt ist, hielt sich Herr Preiß nicht nur als Patient in ihrer Klinik auf,
00:14:30sondern auch aus beruflichen Gründen.
00:14:31Er war Journalist.
00:14:32Ach ja?
00:14:33Ja, für welches Weltblatt hat er denn geschrieben?
00:14:36Für die heiligen Neuesten Nachrichten.
00:14:39Tut mir leid, sowas lese ich nicht.
00:14:41Und wie kommt das hierher?
00:14:42Das ist das Schwesternzimmer.
00:14:44Wer hat denn noch alles nachts Zugang zu dieser Station?
00:14:51Jeder, der möchte.
00:14:52Wir sind kein Gefängnis.
00:14:53Gut.
00:14:54Ich möchte gerne das Zimmer von Herrn Preiß sehen.
00:14:56Herr Kempter wird Sie hinbringen.
00:14:57Sie entschuldigen mich.
00:14:58Ich muss mich um meine Patienten kümmern.
00:15:03Ja.
00:15:24Wir haben die Kripo im Haus.
00:15:26Ich habe doch gesagt, dass dieser Schmierfink Einer macht.
00:15:29Gibt es jetzt Schwierigkeiten?
00:15:31Das Krankenhaus.
00:15:32Da sterben Leute.
00:15:33Schon was vor heute?
00:15:35Ja.
00:15:51Das Bett mussten wir natürlich wieder belegen.
00:15:53Wir können uns hier keinen Leerstand leisten.
00:15:54Ja, ja, natürlich.
00:15:55Wo sind denn seine Sachen?
00:15:59Im Schwesternzimmer.
00:16:00Gut.
00:16:07So, hier ist alles drin.
00:16:09Aha.
00:16:15Ja, wo ist der Laptop?
00:16:17Der Mann hatte auch noch einen Laptop.
00:16:20Doch, hast du eine Ahnung, wo der Laptop von Herrn Preiß hin ist?
00:16:22Nicht.
00:16:23Aber als ich das Zimmer ausgekommen habe, war er schon weg.
00:16:26Das heißt also, nicht nur Herr Preiß ist verschwunden, sondern auch sein Laptop.
00:16:31Ja, so was kommt hier öfter vor.
00:16:33Was?
00:16:34Hier wird geklaut.
00:16:35Wer klaut hier?
00:16:37Aushilfspersonal, Patienten, hier gibt es zu wie auf einer Piazza in Verlärmung.
00:16:40Wir sagen unserem Patienten immer, Sie sollen auf Ihre Wertsachen aufpassen.
00:16:43Na, Herr Preiß hat offensichtlich nicht auf uns hören wollen.
00:16:45Tja.
00:16:46Gut, dann nehme ich das mal mit, bevor das auch noch verschwindet.
00:17:03Wie siehst du denn aus?
00:17:11Ist heute Abend schon was vor?
00:17:13Ja.
00:17:16Hör zu, Albert, du bist wirklich ein netter Kerl, aber das mit uns beiden ist vorbei.
00:17:19Also hör endlich auf zu klammern.
00:17:30Sehen Sie zu, dass die Leiche von diesem Journalisten hier wieder auftaucht.
00:17:34Egal, wo Sie die ausgaben.
00:17:37Und dass mir keiner irgendeinen Quatsch an die Presse gibt.
00:17:40Was wolltet ihr hier eigentlich?
00:17:43Sie kennen doch diese Figuren, Herr Professor.
00:17:46Ohne Skandal verkaufen Sie Ihre Wurstblätter nicht.
00:17:47Und wenn Sie keinen haben, befinden Sie eben etwas.
00:17:50Gut.
00:17:51Ruhe ist die erste Bürgerpflicht.
00:17:53Es wird weitergearbeitet wie bisher.
00:17:56Harmonisch und professionell.
00:17:57Noch Fragen?
00:18:01Entschuldigung, Herr Professor, aber der Herr Preis, also, der ist wieder da.
00:18:07Und von dem Herzinfarkt hast du nichts bemerkt?
00:18:11Ich war doch so krockig, bin gleich wieder eingeschlagen.
00:18:14Ja, du bist vielleicht ein Klassezeuge, das kann ich dir sagen.
00:18:16Na, hör mal, ich konnte doch nicht ahnen, dass...
00:18:17Ich verstehe auch gar nicht, was das für ein Fall sein soll.
00:18:21Ein Mann, relativ gesund, stirbt plötzlich, verschwindet und mit ihm sämtliche Aufzeichnungen.
00:18:26Das ist doch, ist doch merkwürdig, oder?
00:18:28Wissen die Leute hier, dass du bei der Polizei bist?
00:18:31Glaube ich nicht.
00:18:31Sonst hätte irgendwer bestimmt schon eine dusselige Bemerkung gemacht.
00:18:36Gut.
00:18:37Dann sperr mal ab jetzt deine Lausche ein bisschen auf.
00:18:40Wir müssen wissen, wer mit diesem Zeitungsmenschen hier Kontakt hat.
00:18:44Ich soll mich schäumen.
00:18:46Du sollst dir nur die Ohren ein wenig aufmachen.
00:18:49Und nicht einen Handstand hier auf einem Arm.
00:18:51Hier ist so ein junger Bursche, AIP, oder wie das heißt.
00:18:54Der war dabei, als dein Bettnachbar verstorben ist.
00:18:57Knöpfe dir den mal vor.
00:18:58Ja, mach ich.
00:19:00Ach, Herbert, wir leben so in den Tag hinein und jede Minute kann es vorbei sein.
00:19:06Sag mal, wirst du auf deinen alten Tage noch religiös?
00:19:09Herbert, das Leben ist endlich.
00:19:12Unsere Tage sind gezielt.
00:19:14Unsere Stunden, unsere Minuten.
00:19:18Hab mal keine Angst.
00:19:20Du wirst alt wie Braunkohle.
00:19:22Guten Tag, Herr Schneider.
00:19:24Guten Tag.
00:19:24Guten Tag.
00:19:25Dass Sie unsere Patienten verhören, geht allerdings ein bisschen zu weit, Herr Kommissar.
00:19:29Ich finde, dass hier Leichen verschwinden, das geht ein bisschen zu weit, Herr Professor.
00:19:33Wenn Sie die Güter hätten, sich in die Pathologie zu begeben, Dr. Jakobi, erwartet Sie.
00:19:36Das kleine Malheur hat sich aufgeklärt.
00:19:38Kleines Malheur.
00:19:39Die sind vielleicht ein Gemütsmenschen.
00:19:41Ach, Wiedersehen, Herr Fischer.
00:19:43Schönen Dank.
00:19:43Schneider.
00:19:44Ach ja, richtig halbvergessen.
00:19:45Ist ja auch ein ehrbarer Beruf, nicht?
00:19:54Was haben Sie dem Herrn Kommissar denn alles erzählt?
00:19:57Nur, dass dieser Journalist die ganze Nacht neben mir lag und quicklebendig wirkte.
00:20:01Und dass er wie ein Irrer auf seinen Laptop eingehakt hat.
00:20:06Haben Sie eine Ahnung, woran er geschrieben hat?
00:20:08Nein.
00:20:10Na, das sieht doch ganz gut aus.
00:20:13Was meinen Sie, Frau Knabel?
00:20:15Ja, achsgerechte Stellung der Fraktur, gute Arbeit.
00:20:20Sehr gut.
00:20:21Wiedersehen.
00:20:22Gute Arbeit.
00:20:23Gute Besserung.
00:20:24Hätte ich nicht besser machen können.
00:20:26Zwartinie.
00:20:30Tschüss.
00:20:31Wiedersehen.
00:20:49Das ist also Herr Preiß.
00:20:50Aber nein, das ist der Herr Preuß.
00:20:56Lieber Herr Doktor, vielleicht sollten Sie mal zwei, drei Tage Urlaub machen.
00:21:00Na, ewig, das Formalin, das kann ja nicht gesund sein.
00:21:03Ich habe lediglich gesagt, dass sich der Leichnam wieder angefunden hat.
00:21:07Nicht, dass er sich hier im Haus befindet.
00:21:08Ja, wo befindet sich denn nur Herr Preiß?
00:21:12Sehen Sie, das ist so.
00:21:15Der Herr Preuß hier hat seinen Körper nach seinem Tod dem Heidelberger Institut für Plastination vermacht.
00:21:22Heute Morgen sollte er abgeholt werden.
00:21:24Und wegen der Namensähnlichkeit kam es zu einer dummen Verwechslung.
00:21:28Also, Preiß, Preuß.
00:21:31Verstehen Sie?
00:21:35Das ist jetzt ein Witz.
00:21:37Ja, als wir den Irrtum bemerkten, haben wir den Fahrer vom Beerdigungsinstitut sofort angerufen.
00:21:41Er hat auf der Stelle kehrt gemacht und ist bereits auf dem Weg zurück.
00:21:44Aha.
00:21:45Gut, gut.
00:21:47Also, wenn Herr Preiß hier eintrifft, sorgen Sie dafür, dass er sofort der Rechtsmedizin überstellt wird.
00:21:53Geht das ohne Verwechslung oder brauchen Sie dazu die Hilfe der Marine?
00:21:56Nein, ich glaube, das ist nicht nötig.
00:21:58Fein.
00:21:59Aber es gibt da noch ein kleines Problem.
00:22:02Wie da ein kleines Problem?
00:22:04Der Tote.
00:22:05Was ist mit dem Toten?
00:22:07Der Tote hatte einen Unfall.
00:22:23Tja, das war mal ein nagelneuer Bestattungswagen.
00:22:2790 PS, 160 Spitzengeschwindigkeit, zusätzliche Sargraum B und Entlüftung und GSWS.
00:22:33GSG was?
00:22:37Gardinentafelschnellwechselsystem.
00:22:37Oh Gott, hast du dir sich alles einfallen lassen?
00:22:41Wann ist denn das passiert?
00:22:42Vor einer guten Stunde.
00:22:44Aha.
00:22:45Und wo sind die Fahrer?
00:22:46War nur einer und der hat sich abgesetzt.
00:22:48Ach.
00:22:48Sieht ganz so aus, als hätte er den Wagen absichtlich da unten geparkt.
00:22:52Und der Sarg?
00:22:53Na, der ist noch drin.
00:22:57Wie groß sind denn die Chancen, dass der Tote noch gerichtsmedizinisch untersucht werden kann?
00:23:01Ach.
00:23:01Ist ja nicht schlecht.
00:23:02Selbst bei verkohlten Leichen sind oft die Organe noch gut erhalten.
00:23:06Ach ja?
00:23:06Aber ja.
00:23:08Dann wird er also das Geheimnis seines Todes nicht mit ins Graben nehmen.
00:23:12Ich hoffe, das können wir verhindern.
00:23:14Nein.
00:23:19Herzinfarkt, abgestürzt, verbrannt.
00:23:21Warum haben Sie auf den armen Kerl nicht noch eine Bombe geschmissen?
00:23:24Meinen Sie, an der Sache ist was faul?
00:23:26Oberfaul.
00:23:30Oh, wieder negativ.
00:23:32Ich komme einfach nicht rein.
00:23:34Oh, Passwort.
00:23:35Ja, das muss Ihnen passen.
00:23:36Ja, deshalb heißt ja Passwort.
00:23:37Also kommen wir nicht weiter.
00:23:39Wir haben jetzt sämtliche Narben aller Gäule durch, mit denen Herr Preis irgendwo, irgendwann mal beim Pferderennen ein Euro gewonnen
00:23:48hat.
00:23:48Hat er Kinder?
00:23:49Nee.
00:23:49Wie hieß denn seine Mutter?
00:23:50Ich weiß es nicht.
00:23:52Gut.
00:23:53Also mit der Recherche ist erstmal Schluss.
00:23:56Aber...
00:23:56Sollte die Geschichte stimmen, sind Sie die Erste, die daraus eine Story machen kann?
00:24:00Ehrlich?
00:24:00Ja, das verspreche ich Ihnen.
00:24:02Sehen Sie, das hier, das sind Kerle.
00:24:05Wissen Sie, wer das ist?
00:24:06Ich weiß nicht.
00:24:07Vielleicht Freunde von Herrn Preis.
00:24:08Kindchen.
00:24:09Das sind Karl Bernstein und Bob Woodward.
00:24:13Die haben die Watergate-Affäre aufgedeckt.
00:24:16Was für eine Affäre?
00:24:18Worte.
00:24:20Stehen Sie auf.
00:24:21Sagen Sie mal, Sie wollen Journalistin werden und wissen nicht, was Watergate ist.
00:24:26Oh Gott, Watergate.
00:24:30So sieht das aus.
00:24:31Passt.
00:24:34Tatsächlich.
00:24:54Ist alles in Ordnung?
00:24:56Natürlich.
00:24:57Was soll denn nicht in Ordnung sein?
00:24:58Sie nehmen Amphital.
00:25:02Das ist...
00:25:03Ja, harter Tobak.
00:25:06Das hilft mir nur ein bisschen wach zu bleiben.
00:25:09Ich bin jetzt seit 24 Stunden im Dienst und habe noch eine 12-Stunden-Schicht vor mir.
00:25:13Und das ist normal?
00:25:16Nach der Ausbildung will ich hier anfangen.
00:25:17Da muss ich schon zeigen, dass ich motiviert bin.
00:25:19Eine grauselige Vorstellung.
00:25:21Eine übermüdete Arzt, der sich aufputscht.
00:25:23Ich darf jedoch Ihnen ein paar Pflaster auflegen und den anderen Ärzten zusehen.
00:25:27Da bekommt man doch so einiges mit.
00:25:30Natürlich.
00:25:31Viel mehr als im Studium.
00:25:33Nein, ich meine Dinge, die nicht so laufen, wie sie sollen.
00:25:36Für die sich dieser Journalist preis zum Beispiel interessiert hat.
00:25:41Ich weiß jetzt nicht, was Sie meinen.
00:25:42Sie wissen nicht, was ich meine.
00:25:46Amphital, das fällt doch eigentlich unter das Betäubungsmittelgesetz, soviel ich weiß.
00:25:50Und das Zeug macht er aussüchtig.
00:25:54Tja, da werde ich das mal Ihrem Chef und meinen Kollegen von der Drogenverhandlung melden müssen.
00:26:00Sie sind Polizist?
00:26:01Seit über 30 Jahren und zwar gerne.
00:26:06Scheiße.
00:26:07Na, Camper, dann erzählen Sie mal.
00:26:10Das sind ja nur unappetitliche Storys.
00:26:15Brauchskandal, Schmiergeld, Drogen.
00:26:19Was ist denn das?
00:26:21Unsere Kripo faul, erfolglos, arbeitsscheu.
00:26:25Ach, der hat das geschrieben.
00:26:28Ja, das war Leos letzter großer Artikel über die Kripo.
00:26:31Ein echter Hammer.
00:26:33Ja, echter Hammer, kann man nur sagen.
00:26:35Ich habe mich damals fast tot gelacht.
00:26:37Ich werde Ihren Kollegen noch für den Pulitzerpreis vorschlagen.
00:26:40Postum leider.
00:26:42Es ist ja kein Wunder, dass der Mann wohl Feinde hatte.
00:26:45Aber warum steht da nichts über Krankenhäuser?
00:26:49Sagen Sie mal, hat der nur so ein Zeug gequalmt?
00:26:52Ja.
00:26:53Ich rauche auch.
00:26:54Aber das, das ist ja der blanke Teer.
00:26:58Und wenn er doch was am Herzen hatte?
00:27:00Ja, und warum hat man versucht, seine Leiche zu beseitigen?
00:27:03Und warum ist sein Laptop verschwunden und seine Notizen?
00:27:05Na ja, haben Sie auch wieder recht.
00:27:08Fangen Sie mal an, alles hier zu besuchen, ja?
00:27:11Ja, mein Gott.
00:27:14Ja, Herbert?
00:27:15Ich bin's.
00:27:16Was ist denn?
00:27:18Ich denke, du liegst im Bett?
00:27:20Ja, lieg ich ja.
00:27:21Aber trotzdem habe ich einen armen, ausgebeuteten Jungarzt ausgequetscht.
00:27:24Schreib mit Jutta Esche.
00:27:26Ja, Moment, warte, warte, warte.
00:27:27Haben Sie mal Papier.
00:27:29Herbert?
00:27:30Ja.
00:27:31Danke.
00:27:32So.
00:27:36Jutta Esche.
00:27:37Was ist mit der?
00:27:38Das ist eine Patientin, die vor vier Wochen hier gestorben ist.
00:27:41Und für die sich dieser Preis interessiert hat.
00:27:44Angeblich weiß er auch nicht mehr, als dass sie mit einem gebrochenen Knöchel hier eingeliefert
00:27:48wurde und drei Tage nach der Operation an Hirnhautentzündung gestorben ist.
00:27:54Gut.
00:27:55Na siehste, so krank wüsste doch gar nicht.
00:27:59Dann leg dich mal wieder hin.
00:28:00Ah ja, vielleicht.
00:28:01Du liegst ja schon.
00:28:02Danke.
00:28:07Sagen Sie mal, sagt Ihnen der Name Jutta Esche was?
00:28:25Wir haben einen Ausflug gemacht.
00:28:28Mit den Kindern.
00:28:32Jutta ist mit dem Fahrrad gestürzt und hat sich den Knöchel gebrochen.
00:28:36Im Krankenhaus haben sie dann operiert.
00:28:40Eigentlich kein großer Akt, aber drei Tage später war sie tot.
00:28:45Und gestorben ist sie an Hirnhautentzündung.
00:28:49Die haben mir die ganze Zeit gesagt, ich bräuchte mir keine Sorgen machen.
00:28:52Mit dem Knöchel, das wäre ein Routinefall.
00:28:54Und dann, aus heiterem Himmel, einfach so.
00:28:59Glauben Sie, die Ärzte haben einen Fehler gemacht?
00:29:01Was denn sonst?
00:29:02Jutta hat plötzlich Fieber gekriegt.
00:29:04Sie hat förmlich geglüht.
00:29:07Und kein Mensch konnte mir sagen, wo das herkommt.
00:29:10Vielleicht vom Bruch irgendeiner Mundinfektion.
00:29:13Das habe ich die auch gefragt.
00:29:14Das hätten die mir doch sagen können.
00:29:16Aber die haben nur gemauert und dummes Zeug gefragt.
00:29:18Sie hatten also den Eindruck, das stimmte irgendwas nicht.
00:29:20Ich habe den Libude eingerahmt.
00:29:23Vom Oberarzt bis zum Chefarzt.
00:29:24Immer das Gleiche.
00:29:26Besonders diesen Wolf, der meine Frau operiert hat.
00:29:31Den habe ich gefressen.
00:29:34Waren Sie mal bei einem Anwalt?
00:29:36Er hat mir erklärt, dass man im Grunde keine Chance hat, einem Arzt einen Fehler nachzureisen.
00:29:40Und was das nicht alles kosten würde.
00:29:43Weshalb sind Sie also mit der ganzen Sache zur Zeitung, zu diesem Herrn Preiss?
00:29:47Er ist ja nur auch gestorben.
00:29:50Tja.
00:29:55Ich kann die Kinder nicht werden.
00:30:17Ah, danke dir.
00:30:18Bitte.
00:30:21Ich kann mir auch etwas Besseres vorstellen, als in der Nacht hier mitten in der Pampa rumzustellen.
00:30:25Okay, das glaube ich.
00:30:27Danke.
00:30:28Bitte.
00:30:47Edith!
00:30:49Na, wird ja Zeit.
00:30:51Wo warst du denn so lange?
00:30:52Sag mal, wusstest du, dass es in Deutschland jedes Jahr 100.000 ärztliche Behandlungsfehler gibt?
00:30:57Und 25.000 Menschen sollen an sogenannten Kunstfehlern sterben?
00:31:01Da schreibt hier ein Journalist, die Hauptursachen sind Inkompetenz, Selbstüberschätzung und Überbelastung.
00:31:09Das gilt ja wohl nicht nur für Ärzte.
00:31:12Wie meinst du das?
00:31:13Wenn du nicht so schrecklich überbelastet wärst, hättest du mich sicher heute vom Theater abgeholt.
00:31:18Um Gottes Willen.
00:31:20Waren wir verabredet?
00:31:23Behandlungsfehler.
00:31:24Ich behandle dich wahrscheinlich zu gut, sonst hättest du das bestimmt nicht vergessen.
00:31:28Ach, entschuldige, Edith, aber.
00:31:30Das war ja nur mein 30-jähriges Bühnenjubiläum.
00:31:33Oh Gott.
00:31:34Und wer taucht nicht auf?
00:31:35Mein sogenannter Lebensgefährte.
00:31:37Ja, du, Edith, das ist, äh, äh, Herbert.
00:31:42Herbert geht es ganz schlecht.
00:31:44Was?
00:31:45Ja, äh, sein Bruch, verstehst du, das ist ein regelrechter Trümmerbruch.
00:31:50Vier Splitter.
00:31:51Und nun hat er Angst, dass der Arm nicht richtig zusammenwächst und dass er krumm bleibt.
00:31:55Ach, du lieber Gott.
00:31:56Ja, das nimmt ihn natürlich mit.
00:31:59Natürlich nimmt ihn das mit.
00:32:00Er hat sogar geweint.
00:32:02Ich hab immer gesagt, ihr müsst mehr aufpassen bei diesem gefährlichen Beruf.
00:32:08Edith, es ist halt mein Job.
00:32:11Oh, meine Schmücke.
00:32:13Oh, meine Schmücke.
00:32:33Heiner?
00:32:34Ich weiß, Kleines.
00:32:37Da war es auch nicht übel.
00:32:39Wollte ich gar nicht sagen.
00:32:42Willst du nicht doch mal bei mir übernachten?
00:32:46Könnte es dann einfach den Arm ausstrecken?
00:32:49Ich würde neben dir liegen.
00:32:52Verlockend.
00:32:53Ich denke drüber nach.
00:32:54Ehrlich?
00:32:54Ehrlich.
00:32:56Da könnte ich uns morgens Frühstück machen und wir könnten zusammen laufen gehen.
00:33:00Laufen gehen?
00:33:01Ja, das ist gut für die Ausdauer.
00:33:02Das würde dir auch nicht schaden.
00:33:03Ach, du Schatz.
00:33:04Mir kommt das allein ein bisschen zu schnell.
00:33:07Du weißt doch, ich bin ein eingefleischter Junggeselle.
00:33:10Nichts.
00:33:11Ich bin ein Eend'er.anstalt.
00:33:12Da. Nee,
00:33:12nee. Ich bin ein Eend
00:33:16'er. Ich bin ein Eend
00:33:16'er. Ich bin ein Eend
00:33:25'er.
00:33:36Was ist denn hier los?
00:33:38Psst, lassen Sie ihn noch ein Stündchen.
00:33:41Ich habe dem armen Kerl gesagt, er soll Sie noch ein bisschen hinlegen.
00:33:44Ich halte so lange Stallwache.
00:33:46Aber er müsste eigentlich vorne im Bereitschaftsraum sein.
00:33:48Keine Sorge, in den letzten vier Stunden war nichts.
00:33:52Außerdem habe ich ja seinen Pieper.
00:33:55Geben Sie mal her.
00:34:00Aber nicht betzen.
00:34:03Sie gehen aber jetzt wieder auf Ihr Zimmer.
00:34:07Eigentlich kann ich gar nicht mehr schlafen.
00:34:10Wollen Sie einen Kaffee?
00:34:11Um die Zeit? Gerne.
00:34:22Das war sehr nett von Ihnen.
00:34:25Wenn der Oberarzt den jungen Mann gefunden hätte, wäre das wohl nicht so ausgegangen.
00:34:29Kann schon sein.
00:34:31Dr. Wolf führt ihn ganz gern mal vor.
00:34:33Als ob es nicht schon reicht, dass er ihm die Freundin ausgespannt hat.
00:34:37Schwester Dorothea.
00:34:39Welch?
00:34:40Gerne, ja.
00:34:43Ziemliches Ekel, dieser Dr. Wolf, was?
00:34:46Kann man wohl sagen.
00:34:48Er lässt Sie nicht operieren.
00:34:51Ach.
00:34:53Das hat Ihnen unser AIPler erzählt?
00:34:56Nee.
00:34:57Nee, nee.
00:34:58Jeder Patient, der hier länger als drei Tage liegt, weiß das doch.
00:35:04Ich weiß nicht, ob Sie das verstehen, aber ich würde ganz gerne mal zeigen, was ich kann.
00:35:08Ich meine, man bindet sich keine langjährige Ausbildung ans Bein, um immer nur Haken zu halten und zuzureichen und zu
00:35:14gipsen.
00:35:14Hm.
00:35:16Diese Patientin, die vor kurzem an einer Hirnhautentzündung gestorben ist, Frau Esche, wer hat die eigentlich operiert?
00:35:23Der Oberarzt.
00:35:24Und Sie haben...
00:35:25Assistiert.
00:35:27Warum all diese Fragen?
00:35:28Warum wollen Sie das alles wissen?
00:35:30Sind Sie auch Journalist?
00:35:31Nee.
00:35:32Ich bin nur ein Patient, der sich Sorgen macht, ob er auf dieser Station auch gut aufgehoben ist.
00:35:37Wie meinen Sie das?
00:35:39Naja, man...
00:35:40Man hört so dies und das.
00:35:44Da wird eine junge Frau mit einem gebrochenen Knöchel eingeliefert.
00:35:47Kurz darauf stirbt sie an einer Hirnhautentzündung.
00:35:50Und in der Nacht, in der ich eingeliefert wurde, ist da nicht auch ein Patient an Hirnhautentzündung gestorben,
00:35:55nachdem Dr. Wolf seinen Leistenbruch operiert hat?
00:35:59Woher wissen Sie das alles?
00:36:00Und dann tritt auch noch mein Bettnachbar ab.
00:36:02Und das aus heiterem Himmel.
00:36:06Unser kleines Täter-Tät ist beendet, Herr Schneider.
00:36:10Soll ich Ihren Kollegen wecken?
00:36:11Das mache ich schon selbst.
00:36:13Leo Preiss weckt niemand mehr auf.
00:36:15Kein Arzt, kein Pieper, kein nix.
00:36:21Sie waren also mit Ihrem Bestattungswagen auf dem Rückweg nach Halle.
00:36:25Aber das habe ich doch auf dem Revier schon alles erzählt.
00:36:28Ich würde die Geschichte auch gern hören.
00:36:30Sie soll ja so rührend sein.
00:36:33Also ich habe angehalten, weil ich eine Pause machen wollte.
00:36:36Und als ich den Wagen verlassen habe, da habe ich wahrscheinlich vergessen, die Handbremse anzuziehen.
00:36:40Und ehe ich mich versehe, da rollt der Wagen los, knallt durch die Brüstung und naja.
00:36:46Wie lange sind Sie denn schon Kraftfahrer?
00:36:4925 Jahre.
00:36:51Ja.
00:36:52Und vergessen Sie kurz vor dem Aussteigen die Handbremse zu ziehen?
00:36:57Sie verlangen doch nicht von mir, dass ich Ihnen das glaube.
00:37:01Naja, ich bin momentan ein bisschen durcheinander.
00:37:04Meine Frau hat mich vor zwei Tagen verlassen.
00:37:07Ich habe angehalten, weil ich nichts mehr sehen konnte.
00:37:10Wieso, war Nebel?
00:37:11Nein, ich konnte nichts mehr sehen, weil ich geheult habe wie ein Schloss.
00:37:16Und ich komme über die Sache einfach nicht drüber hinweg.
00:37:19Herr Malik, warum sind Sie denn nicht dageblieben und haben die Polizei gerufen?
00:37:26Da hätten Sie doch alles in Ruhe erklären können.
00:37:28Ich, ich habe getrunken.
00:37:30Aha.
00:37:32Und da hatten Sie Angst, Ihren Job zu verlieren. Ist das richtig?
00:37:36Ja.
00:37:38Haben Ihre Auftraggeber denn nicht ein bisschen vorgesorgt mit ein paar Scheinchen?
00:37:42Meine Auftraggeber?
00:37:44Na, irgendjemand muss Sie doch dafür bezahlen, dass die Leiche verschwindet.
00:37:47Was?
00:37:48Na, wer war es denn? Dr. Jakobi, Dr. Wolf, Professor Walter?
00:37:51Ich weiß überhaupt nicht, wovon Sie reden.
00:37:53Herr Malik.
00:37:55Sie sind vorbestraft, und zwar wegen Diebstahl, Hehlerei und anderer Delikte.
00:38:02Sie sind ein hervorragender Komplize für so etwas.
00:38:05Herr Ehrlich, ich verstehe kein Wort von dem, was Sie hier sagen.
00:38:08Na gut, gut.
00:38:10Wie Sie wollen.
00:38:13Herr Malik ist bis auf weiteres unser Gast. Zeigen Sie doch bitte sein Zimmer.
00:38:18Kommen Sie bitte mit.
00:38:22Und überlegen Sie mal ein bisschen.
00:38:24Vielleicht fällt Ihnen hier noch was ein.
00:38:32Na, das sieht ja aus.
00:38:34Gott sei Dank, dass da ein Tod da drin lag.
00:38:38Der Malik hat mir ein Ammenmärchen erzählt.
00:38:42Aber den kriege ich schon noch klein.
00:38:44Was ist denn mit der Abduktion?
00:38:46Ich würde nicht von morgen mit einem Ergebnis rechnen, Herr Kommissar.
00:38:49Gut.
00:38:50Dann werde ich jetzt etwas machen, worüber Sie sich Herr Preis hundertprozentig freuen würden.
00:38:53Ach, und das wäre?
00:38:54Den Halbgötternen weiß kräftig auf die Zehen treten.
00:38:57Und zwar mit allem Drum und Dran.
00:39:00Na dann, viel Erfolg.
00:39:02Danke.
00:39:05Wir werden es mit einem langen Gamma-Nagel versuchen.
00:39:07Dann können wir die Fraktur auffädeln.
00:39:09Der Patient wäre dann soweit. Wir können anfangen.
00:39:11Sehr gut.
00:39:12Frau Dr. Brusse, haben Sie die alten Nadeln entsorgt?
00:39:16Selbstverständlich, Herr Oberarzt.
00:39:18Eventuell brauchen wir eine Serklage. Mal sehen, wie es sich einstellt.
00:39:22Schön wäre es nicht wegen der Durchblutung.
00:39:23Besser so als ein steifes Bein.
00:39:25Oder wollen Sie die OP machen?
00:39:26Hören Sie auf, mich zu verarschen.
00:39:28Sie könnten es so leicht haben, schöne Julia.
00:39:30Aber Sie kennen ja die Weisung vom Chef.
00:39:32Bis auf Weiteres assistieren Sie mir nur.
00:39:38Wissen Sie übrigens, dass dieser Kommissar wieder im Haus ist?
00:39:41Dieser Schmücke?
00:39:43Und dieser Unterarmbruch, dieser Schneider.
00:39:45Also wenn der nicht auch von der Polizei ist, dann fresse ich ein Bild.
00:39:56Ah, hier ist sie.
00:39:59Esche Jutta, bitte.
00:40:02Was denn?
00:40:04Sind das alle Befunde?
00:40:06Wo sind denn die Röntgenaufnahmen?
00:40:08Geben Sie dem Herrn die Daten aus dem Computer zum Gegencheck.
00:40:10Okay.
00:40:12Was wollen Sie mit all dem eigentlich?
00:40:15Unser Gerichtsmediziner möchte sich die Krankenakte gerne mal ansehen.
00:40:19Ich weiß zwar nicht, wozu, aber wenn Sie mir mit einer richterlichen Anordnung kommen, dann muss ich wohl.
00:40:26Wie kann denn das passieren, dass seine Frau mit einem gebrochenen Knöchel auf einmal an einer Hirnhautentzündung stirbt?
00:40:33Ich habe es dem Ehemann von Frau Esche schon zu erklären versucht.
00:40:37Eine Meningitis wird ausgelöst durch Bakterien oder Viren, meist in Folge einer bereits vorhandenen Infektion.
00:40:42Eine Mittelohrentzündung, einem vereiterten Zahn, einem Schnupfen.
00:40:45Dagegen sind Sie machtlos?
00:40:47Tja, wenn der Patient uns seine Vorerkrankung nicht mitteilt, aber die Annahme, Herr Kommissar, dass hier irgendetwas nicht mit rechten
00:40:53Dingen zugeht, ist zum Höchsten gerade lächerlich.
00:40:56Ich bin sicher, dass Herr Wolf und seine Mitarbeiter alles getan haben, was in ihrer Macht stand.
00:41:01Sie entschuldigen mich bitte. Ich muss mich an meine Patienten kümmern.
00:41:08Das sagen Sie immer.
00:41:13Verdammte Drecksau.
00:41:13Wie sieht denn überhaupt aus?
00:41:17Esche, wir haben Sie in den Doktor fliegen. Gehen Sie weg!
00:41:20Das sind alles Börder.
00:41:22Komm, die Doktor.
00:41:23Aber gut, ich um Gottes willen.
00:41:25Schwester!
00:41:27Schwester!
00:41:29Kümmern Sie sich bitte um den Doktor, ja?
00:41:33Schauen Sie, was denn in Sie gefahren?
00:41:35Ja.
00:41:36Lesen Sie das mal.
00:41:37Das lag heute Morgen in der Post.
00:41:39Hier.
00:41:40Was war denn hier los?
00:41:41Das sehe ich dir gleich.
00:41:45Hm?
00:41:47Das ist ja interessant.
00:41:48Herr Escher hat Post von einem Toten bekommen.
00:41:58Kleine Überraschung.
00:42:02Was ist das?
00:42:03Das ist ein Brief des Journalisten Leo Preis an Volker Escher.
00:42:06Er hat ihn kurz vor seinem Tod geschrieben.
00:42:09Äußerst spannend.
00:42:15Das ist doch Unsinn.
00:42:19Der Mann war kein Mediziner.
00:42:21Dieses Schreiben klingt durchaus, als wüsste er, wovon er redet, Herr Professor.
00:42:25Ja, das ist ja möglich.
00:42:27Ich finde es übrigens sehr befremdlich von Ihnen, Herr Hauptkommissar Schneider, sich hier einzuschleichen und herumzuspionieren.
00:42:34Was heißt hier einschleichen?
00:42:35Ihr glauben Sie, ich habe mir den Arm absichtlich gebrochen?
00:42:38Also so weit geht mein Dienstleifer nicht, Herr Professor.
00:42:41Es gibt hier nichts zu verbergen.
00:42:43Wie oft soll ich Ihnen das noch sagen?
00:42:44Gut.
00:42:45Dann möchten wir gerne mit Ihrer Ansthesistin, Frau Dr. Busse, sprechen.
00:42:48Ja, bitte.
00:42:50Das ist kein Problem.
00:42:52Danke.
00:42:53Man sagte uns, dass in diesem Operationsraum vor vier Wochen Jutta Escher operiert worden ist.
00:43:01Sie ist vom Fahrrad gestürzt und hatte sich den Knöchel gebrochen.
00:43:05Erinnern Sie sich?
00:43:06Ja, ich erinnere mich.
00:43:08Sie waren damals für die Narkose verantwortlich.
00:43:11Ja.
00:43:12Wie haben Sie denn die gemacht?
00:43:14Sie hat eine Spinalanästhesie bekommen.
00:43:16Was ist das?
00:43:17Das ist eine Spritze in den Rücken, sodass nur die Beine betäubt waren.
00:43:21Aha.
00:43:22Wenn ich richtig informiert bin, braucht man dazu eine spezielle Nadel.
00:43:26Eine Spinalnadel.
00:43:28Sie sind richtig informiert.
00:43:30Können Sie uns so eine Nadel mal zeigen?
00:43:33Sicher.
00:43:38Bitte.
00:43:40Mit dir stechen Sie ins Rückenmark.
00:43:43Das Betäubungsmittel wurde in den Rückenmarkskanal appliziert, ja.
00:43:49Bei unsachgemäßer Lagerung solch einer Nadel können sich doch Keime festsetzen, die dann direkt ins Rückenmark gelangen.
00:43:58Ist das richtig?
00:44:00Das ist nicht sehr wahrscheinlich, aber das kann passieren.
00:44:06Wenn zum Beispiel das Materiallager im Keller ist und es dort zu einem Rohrbruch kommt, wie bei Ihnen hier in
00:44:13der Klinik.
00:44:21Aus dem Brief von Leo Preis an Volker Esche geht unter anderem hervor, dass das Material, das im Keller gelagert
00:44:29wurde und durch einen Rohrbruch unbrauchbar geworden ist, trotzdem von Ihnen verwendet wurde.
00:44:38Stimmt das?
00:44:40Leo Preis hat behauptet, dass Sie, Herr Professor, die Devise ausgegeben haben, wo immer nur möglich, Kosten zu reduzieren.
00:44:48Das ist richtig.
00:44:49Er hat auch behauptet, dass es Prämien für das Personal gab, wenn fleißig gespart wurde.
00:44:56Ist das so?
00:44:57Das ist richtig, aber ich habe niemals an Erweisung erteilt, aus Kostengründen gegen elementare Hygienevorschriften zu verstoßen.
00:45:06Hat Ihr Chefarzt die Verwendung der Nadeln und des übrigen Materials aus dem überschwemmten Keller angewiesen, Frau Dr. Busse?
00:45:14Nein.
00:45:16Oft waren die Verpackungen noch unversehrt.
00:45:18Bei den Riesenverlusten durch den Rohrbruch sollte jeder Cent gespart werden.
00:45:23Wer hat die Anweisung gegeben?
00:45:29Das war... Dr. Wolf.
00:45:33Das ist doch Unsinn, Frau Dr. Busse.
00:45:36Natürlich wurden wir alle zur Sparsamkeit angehalten.
00:45:38Was ja auch kein Wunder ist bei der finanziellen Schieflage des Hauses.
00:45:43Aber dass das jemand derartig missdeutet und dabei das Kleine einmal eins der Medizin außer Acht lässt
00:45:48und das auch noch einem Kollegen anlasten will, das ist eine Frechheit.
00:45:50Das ist ein intrigantes Arschloch.
00:45:52Na, na, na, na, Frau Doktor.
00:45:53Sie haben das ganz alleine verbockt.
00:45:55Sie waren die Anästhesistin.
00:45:56Und Sie werden dafür gerade stehen müssen.
00:45:58Herr Preiss schreibt, dass der gleiche Brief auch an die Angehörigen von Klaus Hombach und Andreas Schmidt gegangen ist.
00:46:07Die OPs waren Kreuzband und Leistenbruch.
00:46:39Die Anordnung für die Anordnung für die Anordnung für die Anordnung für die Freigabe der Akten wird Ihnen die Staatsanwaltschaft
00:46:42zusammeln.
00:47:12Sie spielen können.
00:47:12Der Klavier.
00:47:14Ist doch klar, was da gelaufen ist.
00:47:16Der rasende Reporter ist hinter diese Schweinerei gekommen
00:47:19und die Götter in Weiß haben ihn in den Himmel geschickt.
00:47:21Bloß gut, dass ich da raus bin. Guck mal.
00:47:24Ach, na, Herr Esche?
00:47:27Ja, und?
00:47:28Was und?
00:47:29Ja, warum lochen Sie die nicht alle ein?
00:47:31Das ist nicht so einfach.
00:47:33Was soll das heißen?
00:47:34Bis jetzt wissen wir mit einiger Sicherheit nur,
00:47:37dass die Anästhesistin im OP geschlampt hat.
00:47:40In dem Brief steht doch, dass dieser Dr. Wolf...
00:47:42Ja, dass er dafür verantwortlich ist,
00:47:44dass die unsterilen Nadeln gebraucht wurden.
00:47:47Aber das müssen wir ihm nachweisen. Verstehen Sie?
00:47:50So, das heißt denn, der Wolf kommt ungeschoren davon, ja?
00:47:53Zuerst müssen wir erklären,
00:47:55unter welchen Umständen Ihre Frau verstorben ist.
00:47:57Ob es Meningitis war.
00:47:59Und dazu ist es leider nötig, Ihre Frau obduzieren zu lassen.
00:48:03Sie wollen Jutta wieder...
00:48:05Ja.
00:48:06Und dazu brauchen wir Ihre Einwilligung.
00:48:10Das war gerade erst beerdigt.
00:48:17Was ist denn mit Ihrem Auto?
00:48:21Batterie ist leer.
00:48:22Gut, dann schieben wir die Karre an.
00:48:25Wir, Herr Harbert, ich...
00:48:30Herr Harbert, zieh doch deinen schönen Mantel aus,
00:48:32sonst machst du dich vielleicht schmutzig.
00:49:02Ach, Herr Harbert, Sie ist ja ganz verschwitzt.
00:49:04Ich ziehe deinen Mantel schnell wieder an,
00:49:06sonst erkältest du dich.
00:49:08Das ist wirklich rührend.
00:49:10Deine falsche Fürsorge.
00:49:20Deine Tasche trägst du selber.
00:49:39Ich wollte Ihnen nur sagen, wie leid mir das alles tut.
00:49:44Das geschieht mir ganz recht.
00:49:46Ich hätte mich den Anweisungen von Wolf von Anfang an widersetzen müssen.
00:49:50Jetzt habe ich die Quittung.
00:49:52An Menschen sind tot.
00:49:53Aber die gehen doch auf das Konto von Wolf.
00:49:56Ich kann der Polizei ja mal erklären, wie hier die Machtverhältnisse sind.
00:50:00Und ich glaube nicht, dass ich mich auf einen Befehlsnotstand berufen möchte.
00:50:03Die Verantwortung für sein Tun trägt jeder Arzt selbst.
00:50:07Ich war einfach zu feiern.
00:50:10Das stimmt.
00:50:11Aber eigentlich müssten wir alle zur Verantwortung gezogen werden.
00:50:15Wir haben alle davon gewusst.
00:50:21Danke.
00:50:25Der Chef hat die Busse beurlaubt.
00:50:27Ich glaube, wir müssen uns eine neue Anästhesistin suchen.
00:50:30Anästhesisten gibt es wie Sand am Meer.
00:50:32Mich würde nur interessieren,
00:50:33wer diesem Zeitungsfritzen die Geschichte gesteckt hat.
00:50:35Du meinst, das war jemand von unserer Station?
00:50:38Ich habe hier nicht nur Freunde.
00:50:40Dann kann sie eigentlich nur die Knabe gewesen sein,
00:50:42weil du sie nicht operieren lässt.
00:50:43Warum eigentlich nicht?
00:50:45Arrogante Zicke.
00:50:46Glaubt, sie kann schon alles.
00:50:48Solche Leute machen am ehesten Fehler.
00:50:50Selbstüberschätzung ist der Feind aller Ärzte.
00:50:52Oh, das war Albert.
00:50:53Der kleine Schneichzapfen.
00:51:27Und?
00:51:28Die Witwe von dem Herrn Hombach
00:51:30ist auch damit einverstanden,
00:51:31dass der Mann exhumiert wird.
00:51:32Der Schmidt ist ja nur leider schon eingeerschönt.
00:51:34Ja.
00:51:35Hast du die Briefe?
00:51:36Ja.
00:51:37Waren bei allen heute Morgen in der Post.
00:51:39Ja.
00:51:40Weißt du, was ich nicht verstehe?
00:51:41Weshalb der Preis Briefe verschickt,
00:51:43wenn er sowieso einen Artikel schreiben wollte?
00:51:46Na, vielleicht wollte er nicht,
00:51:47dass die Angehörigen das durch die Presse erfahren.
00:51:50Ja, zumindest mit dem Escher hätte er sich da konsultieren können.
00:51:53Die beiden kannten sich ja schon.
00:51:55Das ist richtig.
00:51:57Guck mal da.
00:52:36Papa, Papa!
00:52:39Papa, Papa!
00:52:43Ah, ist er.
00:52:55Klaus Hombach, Alexander Schmidt, Jutta Esche.
00:52:58Drei Opfer eines tödlichen Sparsamkeitswahns.
00:53:02Leo Preis von den Halleschen Neusten-Nachrichten
00:53:04kriegt das raus
00:53:05und bekommt eine Feuerbestattung der besonderen Art.
00:53:10Das stinkt drei Meilen gegen den Wind.
00:53:14Herzlich willkommen daheim.
00:53:16Und das ist ein Gruß von den Kollegen.
00:53:19Das wäre dann nicht nötig gewesen.
00:53:21Ja, das habe ich auch gesagt,
00:53:22aber wir wollten dir unbedingt eine kleine Freude machen.
00:53:25Gute Besserung, Kollege Schneider.
00:53:28Danke.
00:53:28Das ist wirklich eine Überraschung.
00:53:32Original Thüringer Rotwurst.
00:53:35Und das ist doch ein Baumkuchen, original aus Salzwäle.
00:53:38Können wir jetzt weitermachen?
00:53:39Ja, sicher.
00:53:41Was ist mit Frankenstein?
00:53:42Hat er sich schon die Krankenakten angesehen?
00:53:44Ja.
00:53:45Dr. Riepe ist der Meinung,
00:53:46da ist manipuliert worden.
00:53:48Nach der OP gab es kein Blutbild mehr
00:53:49und von Meningitis war da nicht die Rede.
00:53:51Das passt doch ins Bild.
00:53:53Das passt hier nicht so ins Bild.
00:53:55Was denn?
00:53:56Die Briefe, die Preise an die Angehörigen geschrieben hat.
00:54:00Wenn man sich das durchliest,
00:54:03der reine Medizinerschalkon,
00:54:05der wirft mit Fachausdrücken um sich wie ein Professor,
00:54:08nicht wie ein Journalist.
00:54:09Sehen Sie sich doch mal die Unterschriften an.
00:54:11Die sind doch vollkommen deckungsgleich, finde ich.
00:54:14Das ist doch nicht der kleinste Unterschied.
00:54:18Das ist mir auch aufgefallen.
00:54:19Also, wenn ich unter so etwas mein Willer mache,
00:54:22differiert das immer ein bisschen.
00:54:23Ja.
00:54:23Meinen Sie, die Briefe sind gefälscht?
00:54:25Das meine ich.
00:54:26Wir sollten das untersuchen.
00:54:27Mit wir meinen Sie aber mich.
00:54:29Ja, Frau Weigand.
00:54:30Sind Sie nicht dafür ausgebildet?
00:54:32Ja.
00:54:33Nicht nur dafür.
00:54:45Hast du diesem Journalisten die Sache gestellt?
00:54:47Ich.
00:54:48Wie kommst du denn da drauf?
00:54:49Ich finde es eine solche Schweinerei.
00:54:51Ja.
00:54:52Ich finde es eine Schweinerei,
00:54:52was den Dr. Wolf hier so abzieht.
00:54:54Lässt eine Kollegin einfach über die Klinge springen.
00:54:56Ich weiß, dass du ihn nicht leiden kannst.
00:54:57Aber ihn auf die Art und Weise fertig zu machen,
00:54:59ist wirklich mies.
00:54:59So naiv wie du, ja, möchte ich auch mal sein.
00:55:02Dein Heiner ist ein Oberarschlock.
00:55:03Er ist die ganze Sache mit den Spinalnadeln
00:55:05und dem idiotischen Gesparen
00:55:06wegen ein paar tausender Provisionen.
00:55:08Und ist dir eigentlich klar,
00:55:09dass dein lieber Heiner hier alles fecht,
00:55:11was nicht bei drei auf den Bäumen ist?
00:55:13Du bist einfach ein schlechter Verlierer.
00:55:14Nee, du bist ganz mächtig am Verlieren.
00:55:16Weil irgendwann wird die liebe Frau Dr. Knaben
00:55:18mit deinem Heiner in die Kiste springen.
00:55:19Allein, dass ich endlich mal operieren darf.
00:55:21Und dann, mein Schatz, bist du Geschichte.
00:55:23Ich werde das essen.
00:55:36Haben Sie heute eigentlich schon was vor, Jule?
00:55:40Ich werde früh ins Bett gehen, Herr Oberarzt. Alleine.
00:55:43Ich habe nichts dagegen, früh ins Bett zu gehen.
00:55:46Ist das Ihre Vorstellung von einem erfolgreichen Tag?
00:55:49Erst kicken Sie Dr. Busse raus.
00:55:52Als kleines Bauernopfer,
00:55:53damit Ihre Regentschaft hier nicht ins Wanken gerät.
00:55:55Und dann ficken Sie die Stationsärztin.
00:55:57Lassen Sie uns doch endlich Frieden schließen.
00:55:59Sie sehen doch, was dabei rauskommt,
00:56:00wenn man sich mit mir anlegt.
00:56:02Korrigieren Sie mich, wenn ich mich irre,
00:56:04aber haben Sie nicht bereits eine kleine Freundin,
00:56:05Schwester Dorothea?
00:56:07Ach, Schwester Do-ho.
00:56:10Ich habe gerade eine Granate im Bett.
00:56:12Da hoffe ich mir von Ihnen schon etwas mehr.
00:56:15Also, was ist jetzt?
00:56:18Nein!
00:56:19Lutherstraße 55, richtig.
00:56:21Ich bring den Champagner mit.
00:56:27Okay.
00:56:40Ach, Idiot.
00:56:41Ich habe den Präsentkopf stehen gelassen.
00:56:44Der läuft ja doch nicht weg.
00:56:46Aber da war so schöne Thüringer Rotwurst im Glas
00:56:48und ich habe wohl nichts mehr zu Hause.
00:56:50Kommst du mit zu mir?
00:56:51Boah, da gibt es so eine Sache,
00:56:52die kann man nicht mal aussprechen.
00:56:54Na, Königsberger Klopps,
00:56:55du wirst da wohl aussprechen können.
00:56:57Oh, das ist ja was Feines.
00:57:39Hallo?
00:57:40Du, mein Schatz.
00:57:42Du, hör mal, ich muss dir leider absagen für heute.
00:57:44Ich bin einfach zu kaputt.
00:57:47Bist mir doch nicht böse kleines, oder?
00:57:49Nein.
00:57:52Macht ja nichts.
00:57:54Wir sehen uns dann morgen.
00:57:55Bis dann.
00:58:13Herbert, danke dir,
00:58:14dass du das alles so schön klein machst.
00:58:16Aber warum hast du Edith erzählt,
00:58:18ich hätte eine Krise durchlitten wegen meiner Verletzung?
00:58:22Ach, was?
00:58:24Du hast dir sogar erzählt,
00:58:25ich hätte geweint.
00:58:27Ach, nee.
00:58:29Nee, nee, nee.
00:58:30Also da hast du was völlig in den falschen Hals bekommen, Edith.
00:58:35Das glaube ich eigentlich nicht.
00:58:36Doch, doch.
00:58:38Ich habe gemeint,
00:58:39dass ich,
00:58:40ich fast geweint hätte,
00:58:42als ich ihn so liegen sah in seinem Krankenbett.
00:58:45Kein Nachttisch.
00:58:47Aber warum denn?
00:58:49Wer so frech lügt,
00:58:50kriegt keinen Nachttisch.
00:58:52Recht hast du, Edith.
00:58:56Kein Verlust.
00:59:12Kein Verlust.
00:59:30Vielleicht war das ein stinknormaler Verkehrsunfall mit Fahrrad.
00:59:33Ja, ja.
00:59:34Vielleicht ist Dr. Wolf von Außerirdischen entführt
00:59:37und dann hier abgeworfen worden.
00:59:39Ja.
00:59:39Und zum Abschied haben Sie ihm noch Blumen
00:59:42und eine Flasche Champagner nachgeschmissen.
00:59:43Herbert.
00:59:46Meine Herren?
00:59:47Ja?
00:59:47Ich habe hier was für Sie.
00:59:49Das wird uns bestimmt weiterbringen.
00:59:51Das sind rote Lackreste einer Fahrzeugkarosserie.
00:59:54Ach, nee.
00:59:55Doch.
00:59:56Was fällt dir denn spontan zu einem roten Auto ein?
01:00:01Der Ford von Volker Esche.
01:00:15Herr Esche.
01:00:17Mit Ihrem Wagen wurde vor einer guten Stunde Dr. Wolf überfahren.
01:00:22Was sagen Sie dazu?
01:00:24Das Blut.
01:00:28Der Dr. Wolf?
01:00:29Der, dem Sie heute Morgen an die Kehle gegangen sind.
01:00:33Ist er tot?
01:00:34Ja.
01:00:35Wo waren Sie die letzten zwei, drei Stunden?
01:00:39Ich war hier.
01:00:39Ich muss morgen früh raus.
01:00:41Kann das jemand bezeugen?
01:00:43Arbeitsbeginn ist um sieben.
01:00:44Kann man meinen Chef fragen?
01:00:45Nein, nein.
01:00:46Wir fragen, ob jemand bezeugen kann,
01:00:48dass Sie die letzten zwei, drei Stunden hier waren, Herr Esche.
01:00:52Meine Töchter.
01:00:54Das ist schon super, Alibi.
01:01:15Ich habe diesen Doktor nicht überfahren.
01:01:18Ich habe zwei Kinder.
01:01:20Was soll aus denen werden, wenn ich in den Knast gehe?
01:01:24Herr Esche, ich will Ihnen ja gerne glauben,
01:01:27aber wer sollte denn Ihr Auto klauen,
01:01:30um damit Herrn Dr. Wolf zu überfahren?
01:01:32Weiß ich nicht.
01:01:33Ja, wer?
01:01:38Na, zum Beispiel jemand aus dem Krankenhaus.
01:01:40Ich war doch mit dem Wagen da.
01:01:41Da kann mich Gott und die Welt gesehen haben.
01:01:43Und meine Adresse haben die auch.
01:01:44Hm.
01:01:50Ja, weil mir einer von denen Mord anhängen will.
01:01:56Also die Todesursache ist eindeutig.
01:01:59Absolut.
01:02:00Die beiden Patienten sind in einer Hirnhaut entzündet und verstorben,
01:02:03die wiederum durch Staphylococcus ausgelöst wurde.
01:02:06Genau wie in dem Schreiben an die Angehörigen beschrieben.
01:02:09Schau mal.
01:02:11Hier diese weiß-gelblichen Belege,
01:02:14die sind ganz typisch für Staphylococcus aureus.
01:02:16Und das lag an diesen unsterilen Nadeln?
01:02:19Mit hoher Wahrscheinlichkeit.
01:02:21Aber ich bezweifle, dass Ihr Vorgericht damit durchkommt.
01:02:24Wieso?
01:02:25Weil die Nadeln sicher schon längst entsorgt wurden.
01:02:27Sonst ist es praktisch unmöglich zu beweisen,
01:02:30dass sich Frau Esch und die beiden anderen Patienten
01:02:32im OP infiziert haben.
01:02:35Und der Reporter?
01:02:37Mit dem sind wir fertig.
01:02:40Aber ich fürchte, unser Bericht wird dir nicht gefallen.
01:02:43Wieso nicht?
01:02:44Ist gut.
01:02:46Es war ein transmoraler Myokardinfarkt
01:02:49nach kompletten Gefäßverschluss durch Traumbusbildung.
01:02:53Folge einer koronaren Herzkrankheit.
01:02:57Es handelt sich um einen natürlichen Todesfall.
01:03:00Fremde Entwirkung ausgeschlossen.
01:03:03Herr Preiß ist kein Mordopfer.
01:03:05Kann ich also gehen?
01:03:08Tja, Herr Malik,
01:03:09manchmal sind ja auch die unwahrscheinlichsten Geschichten wahr.
01:03:13Heißt das, Sie haben eingesehen,
01:03:15dass ich unschuldig bin
01:03:15und nicht der Komplize von irgendwelchen Leuten,
01:03:18die ich gar nicht kenne?
01:03:19Das heißt es, Herr Malik.
01:03:21Wiedersehen.
01:03:21Auf Wiedersehen.
01:03:23Wiedersehen.
01:03:24Wiedersehen.
01:03:34Ist noch was?
01:03:37Ist irgendwas nicht in Ordnung, Herr Malik?
01:03:39Bei mir zu Hause ist doch kein Mensch mehr.
01:03:43Wenn dich deine Frau einmal verlassen hat,
01:03:45da kommt sie nicht zurück.
01:03:48Da hilft kein Bitten und Betteln,
01:03:49da hilft gar nichts.
01:03:51Ich bin doch am Ende.
01:03:57Ja, das verstehen wir.
01:03:58Dann nehmen Sie mal das hier
01:04:01als kleine Entschädigung.
01:04:03Ah, gute Heimfahrt
01:04:05und vielleicht drängt sich das mit Ihrer Frau wieder ein.
01:04:07Danke, Herr Kommissar.
01:04:08Gut.
01:04:08Würden Sie den Mann bitte nach Hause fahren?
01:04:12Das fass ich ja nicht.
01:04:17Das habe ich doch jetzt geträumt.
01:04:19Nee, Herbert.
01:04:21Wir sind doch gute Menschen.
01:04:23Das war mein Willkommensgeschenk.
01:04:27Na, auf den Fresskorb wirst du doch mal verzichten können.
01:04:30Schau dir mal an, wie du aussiehst.
01:04:33Außerdem habe ich ganz andere Sorgen.
01:04:36Preis ist nicht ermordet worden.
01:04:39Wir sind einem Phantom nachgejagt.
01:04:42Aber Dr. Wolf ist ermordet worden.
01:04:44Der verschenkt einfach meinen Präsentkopf.
01:04:52Sie hatten den richtigen Riecher.
01:04:54Die Schreiben,
01:04:55die an die Angehörigen
01:04:57der verstorbenen Patienten geschickt wurden,
01:04:59also der Absender ist nicht dieser Leo Preis.
01:05:01Der Autor der Briefe,
01:05:03wer auch immer das war,
01:05:05hat anscheinend die Originalunterschrift durchkopiert
01:05:07und dann einfach mit einem Kugelschreiber nachgezogen.
01:05:10Ich habe den Abdruck eines Handballen sichtbar machen können.
01:05:14Sehen Sie hier?
01:05:15Und Handballen sind genauso individuell wie Fingerabdrücke.
01:05:20Also, wenn wir Ihnen den richtigen Handball liefern,
01:05:22dann können Sie...
01:05:23Kann ich problemlos überprüfen,
01:05:25ob er wirklich der Autor war.
01:05:26Das ist doch schon was.
01:05:29Also, diese Briefe muss jemand geschrieben haben.
01:05:31Die genau wusste, was auf der Station lief.
01:05:34Jemand mit guten medizinischen Kenntnissen
01:05:36und Zugriff auf die Krankenakten.
01:05:38Und er muss an dem Abend, als Preis verstorben ist,
01:05:41Dienst gehabt haben
01:05:42und ist so an seinen Laptop gekommen.
01:05:44Und wer kommt da so in Frage?
01:05:46Na, die Nachtschwester und die beiden Ärzte,
01:05:48die Leo Preis wieder übernehmen wollen.
01:05:50Also, Frau Dr. Knabe in dieser AIP kämpft.
01:05:52So ist es.
01:05:53Wie weit ist denn die Untersuchung von Esches Wagen?
01:05:55Ja, die läuft noch.
01:05:57Ich denke, der Bericht kommt so gegen Mittag.
01:06:06Ja, was ist?
01:06:07Der Herr Escher möchte ich dir noch einmal sprechen.
01:06:09Ja, was denn muss, Herr Escher?
01:06:11Es ist ja noch was eingefallen.
01:06:12Ich weiß nicht, ob es wichtig ist, aber...
01:06:13Nehmen Sie Platz, Herr Escher.
01:06:17So.
01:06:19Ich glaube, die Busse wollte gestern Nachmittag zu mir.
01:06:23Die Anästhesistin?
01:06:24Sie stand vor meinem Haus, als ich vom Friedhof kam.
01:06:26Was wollte Sie von Ihnen?
01:06:28Weiß ich nicht.
01:06:28Ich habe sie ja stehen lassen.
01:06:34Herr Kommissar, kann ich gehen?
01:06:37Ich kann meine Kinder nicht ewig bei der Nachbarin lassen.
01:06:40Und einen Job habe ich auch noch zu erledigen.
01:06:46Ja, gut, Herr Escher, Sie können gehen.
01:06:48Aber bleiben Sie in der Stadt zu unserer Verfügung, ja?
01:06:53Äh, Herr Escher, die Untersuchung unserer Rechtsmedizin hat ergeben, dass Ihre Frau tatsächlich an Hirnhautentzündung verstorben ist.
01:07:08Die Busse, ob die, ich werde dem nie mal vorknöpfen.
01:07:13Ja, mach das.
01:07:15Vielleicht hast du Glück und findest sie.
01:07:18Soviel ich weiß, ist sie ja vom Dienst suspendiert.
01:07:22Ja, ja.
01:07:22Und du, ich fahre jetzt ins Krankenhaus und spreche mal mit Dr. Knabe und dem AIP-Ler.
01:07:29Frau Walgand, die kommen mit, schnappen sich ihr Silber das Körnchen.
01:07:34Das brauchen wir nämlich.
01:07:35Jo.
01:07:43Frau Dr. Busse.
01:07:44Ah, der Undercover-Unterarmbruch.
01:07:47Ihnen scheint ja der Humor nicht ausgegangen zu sein.
01:07:50Schon mal was von Geigenhumor gehört?
01:07:53Was machen Sie denn hier?
01:07:54Ich habe Sie gesucht.
01:07:56Wie haben Sie mich gefunden?
01:07:58Sie haben sehr auskunftsfreudige Nachbarn.
01:08:01Verstehe.
01:08:02Und die haben ja auch erzählt, dass Sie gestern Abend nicht zu Hause waren.
01:08:05Das ist richtig. Ich war gestern Abend noch unterwegs.
01:08:08Würden Sie mir auch noch verraten, wo?
01:08:09Ich habe jemanden besucht, eine Kollegin, Dr. Knabe. Sie kennen sie.
01:08:13Sie hätte mich angerufen und zu sich eingeladen.
01:08:15Wie lange waren Sie bei Ihnen?
01:08:16Lange, bis nach zwölf.
01:08:18Was wollte Dr. Knabe von Ihnen?
01:08:20Dr. Wolf hatte sich angekündigt.
01:08:22Zu einem privaten Besuch?
01:08:24Nicht, dass sie ihn dazu ermuntert hätte, aber Ihnen ist vielleicht auch aufgefallen,
01:08:29dass Dr. Wolf vor Selbstbewusstsein kaum noch gerade ausgehen kann.
01:08:32Also Dr. Wolf war mit Champagner und Blum unterwegs zu Ihrer Kollegin,
01:08:36wo Sie Stallwache gehalten haben, falls der Herr zudringlich werden sollte.
01:08:40Ja, sie hatte mich darum gebeten, ja.
01:08:42Aber eigentlich ist doch Dr. Wolf mit Schwester Dorothea zusammen.
01:08:47Ja.
01:08:48Was glauben Sie es für einen notorischen Jäger wie Dr. Wolf die reizvollere Beute?
01:08:52Eine hübsche Assistenzärztin, die sich weigert, mit ihm ins Bett zu gehen?
01:08:55Oder eine kleine Krankenschwester mit dem Selbstbewusstsein einer Feldmaus?
01:09:01Naja, aber er ist ja dann doch nicht gekommen.
01:09:03Warum interessiert Sie das?
01:09:06Dr. Wolf ist tot und er ist nicht an einer Gehirnhautentzündung verstorben.
01:09:18Hör bitte auf zu heulen, Doro.
01:09:21Das hat er doch gar nicht verdient.
01:09:23Halt die Klappe, Albert.
01:09:25Du bist mal so chistin.
01:09:26Rauchst du das, so ein Typ, der dich so richtig scheiße behandelt?
01:09:30Ich will selber, dass ich eine Idiotin bin.
01:09:34Du kannst jederzeit zu mir zurückkommen, Doro.
01:09:37Jederzeit.
01:09:38Ich muss da alleine durch.
01:09:41Aua!
01:09:45Was hat sie denn?
01:09:46Nichts. Kann ich helfen?
01:09:47Äh, ich suche Frau Dr. Knabe.
01:09:50Die ist im OP, Vertritt Dr. Wolf.
01:09:53Hast du es ja geschafft.
01:09:55Darfst du das Kalpell schwingen?
01:10:18Na nun, Herr Barth.
01:10:20Schon fertig mit der Busse?
01:10:21Ja, ja.
01:10:22Die Frau hat ein Alibi und das will ich mir hier bestätigen lassen.
01:10:25Von Frau Dr. Knabe?
01:10:26Ja.
01:10:27Der Amtinnen-Oberärzt.
01:10:29Ah, ja?
01:10:30Wollen Sie zu mir?
01:10:31Ja.
01:10:32Wir würden Sie bitten, uns kurz nach nebenan zu begleiten.
01:10:36Warum?
01:10:36Warum?
01:10:38Niemand profitiert ja so sehr von Dr. Wolfs Ableben wie Sie, Frau Dr. Knabe.
01:10:44Halten Sie mich für eine Mörderin?
01:10:46Wir halten Sie erst einmal für eine Urkundenfäsche.
01:10:49An die Unterschrift von Leo Preiss sind Sie durch sein Aufnahmeprotokoll gekommen.
01:10:55Sie haben die Unterschrift mit einem Bleistift auf die Briefe probiert und dann mit einem Kugelschrauber nachgezogen.
01:11:03Sehen Sie, die Unterschriften sind vollkommen deckungsgleich.
01:11:11Für das Schreiben der Briefe haben Sie den Laptop des Reporters benutzt.
01:11:16Wahrscheinlich ist darauf irgendwo ein Standardbriefkopf der Redaktion abgespeichert.
01:11:23Kommen Sie, nehmen Sie Platz.
01:11:26Warum hätte ich denn das tun sollen?
01:11:28Na ja, so wie die Machtverhältnisse hier sind, war es für Sie sicher nicht einfach offen, gegen Ihre männlichen Chefs
01:11:34aufzutreten, nicht?
01:11:37Deshalb haben Sie sich hinter dem toten Reporter versteckt.
01:11:40Einerseits konnten Sie so auf die Missstände in dieser Klinik aufmerksam machen.
01:11:43Und andererseits wollten Sie Ihrem Intimfeind Dr. Wolf eins reinbringen.
01:11:48Er natürlich äußerst geschickt reagierte und Frau Dr. Busse zum Sündenbock machte.
01:11:54Aber wie man sieht, ist die Stelle des Oberarztes ja auf andere Weise vakant geworden.
01:11:59Ich habe Dr. Wolf nicht umgebracht. Ich habe ein Alibi.
01:12:02Ja, das von Frau Dr. Busse, die die halbe Nacht bei Ihnen war.
01:12:06Ja.
01:12:07Sind Sie fertig, Frau Reinhardt?
01:12:09Ja.
01:12:09Dann lassen Sie mal sie ab.
01:12:11Hier habe ich einen Abdruck, den ich in einem der Briefe sichergestellt habe.
01:12:16Und dieser hier gehört dem Arzt im Praktikum, Herrn Kempter.
01:12:20Wie Sie sehen, an Kontur und Größe gibt es gravierende Abweichungen.
01:12:24Ganz im Gegensatz zu diesem Vergleichspaar, das deutliche Übereinstimmung in den Hautleisten ausweist.
01:12:33Aber wenn Sie das nicht überzeugt, Frau Dr. Knabe, können wir aufgrund zurückgebliebener Epithelzellen gerne eine DNA-Analyse anfertigen lassen.
01:12:41Nein.
01:12:42Das ist ja schon gut.
01:12:45Wir hören.
01:12:48Ich habe Herrn Preiss dabei erwischt, wie er versucht hat, an Patientenakten heranzukommen.
01:12:52Natürlich hätte ich das melden müssen.
01:12:54Aber Sie haben es nicht getan?
01:12:55Nein.
01:12:57Im Gegenteil.
01:12:59Ich habe ihm alles erzählt, was ich wusste.
01:13:01Unter der Voraussetzung, dass er meinen Namen aus der Sache raushält.
01:13:05Und plötzlich ist er dann auf diese mysteriöse Weise verstorben.
01:13:10Ihnen war der plötzliche Herzinfarkt auch nicht geheuer?
01:13:15Bei bestimmter Disposition des Patienten kann man einen Herzinfarkt auch auslösen.
01:13:20Herr Preiss litt ja tatsächlich an einer Linksherzbelastung.
01:13:24Ja, die ist an sich nicht gefährlich, wenn man nicht nachhilft.
01:13:28Und womit nachhilft?
01:13:31Mit einem Medikament, das man nicht ins Krankenblatt einträgt.
01:13:35Nee, nee, nee, Frau Knabe.
01:13:38Das haben wir untersuchen lassen.
01:13:40Unser Gerichtsmediziner hat Fremdeinwirkung ausgeschlossen.
01:13:45Herr Preiss ist kein Mordopfer.
01:13:49Wohl aber, Herr Dr. Wolf.
01:13:51Warum haben Sie diese Briefe an die Angehörigen geschrieben?
01:13:55Weil ich von den Zuständen hier den Kanal voll hatte.
01:13:58Nicht, weil Sie Dr. Wolf eins auswischen wollten?
01:14:01Nein.
01:14:05Wo ist Ihr Laptop des Reporters jetzt?
01:14:08In mir zu Hause.
01:14:16Tja, das sind ja ausgesprochen unorthodoxe Methoden, die Sie hier praktizieren, Frau Dr. Knabe.
01:14:23Ihr Nachbar hat tatsächlich Frau Busse kommen Sie.
01:14:25Na, sehen Sie.
01:14:27Aber vielleicht war Frau Dr. Busse nur hier, um Sie abzuholen.
01:14:30Vielleicht gehörte das zu Ihrem Plan.
01:14:34Das hier.
01:14:36Das gehörte zum Plan.
01:14:41Die Kamera gehört Dr. Busse.
01:14:45Und die war hier.
01:14:48Hier war die versteckt.
01:14:49Wie?
01:14:50Ja, ein paar Gläser Champagner, ein selbstgefälliger Casanova.
01:14:55Ich hätte den Wolf schon dazu gebracht, sich um Kopf und Kragen zu reden.
01:14:59Ach, nee.
01:15:01Das verstehe ich.
01:15:03Dr. Wolf sollte gewissermaßen vor laufender Kamera zugeben,
01:15:07dass er die Anweisung gegeben hat,
01:15:09das verkeimte Material nicht zu entsorgen, sondern weiter zu verwenden.
01:15:13Korrekt.
01:15:14Und das soll wir Ihnen glauben?
01:15:16Es ist die Wahrheit.
01:15:23Wir haben Fingerabdrücke von mindestens 20 Personen gefunden.
01:15:27Mikrofasern, Haare, einen prähistorischen Schokoriegel,
01:15:31Bonbonpapier, naja, so Dinge in der Art.
01:15:33Das hilft uns ja kolossal weiter.
01:15:35Aber das Blut an der Scheibe ist eindeutig von Dr. Wolf.
01:15:38Was aber nicht darüber aussagt, wer den Wagen in der Tatzeit gefahren hat.
01:15:42Das Fahrzeug ist nicht mit einem Schlüssel,
01:15:44sondern mit einer flachen Stahlschiene geöffnet worden.
01:15:46Ja, und dann haben Sie die Elektronik kurz geschlossen.
01:15:49Also doch nicht, Escher.
01:15:50Oder Escher hat diesen Wagen Diebstahl nur geturkt.
01:15:53Nee, das glaube ich nicht.
01:15:55So ausgewufft ist der nicht.
01:15:57War das alles?
01:15:58Ja, tut mir leid, dass er nicht auch noch seinen Personalausweis im Wagen hinterlegt hat.
01:16:03Aber Frau Weigern, was ist denn?
01:16:05Ich möchte einmal erleben, dass Sie mit meiner Arbeit zufrieden sind.
01:16:08Naja, aber das, das, das sind wir doch.
01:16:11Nicht wahr, Herbert?
01:16:12Sie sind doch hier unsere Perle.
01:16:14War das nur alles?
01:16:16Nein.
01:16:17In Esches Wagen gab es Erdanhaftungen an der Fußmatte,
01:16:20die mit großer Wahrscheinlichkeit vom letzten Benutzer des Wagens stammen.
01:16:24Wir haben das Erdreich analysiert.
01:16:26Es ist mit Schwermetallen belastet, mit Cadmium und Blei.
01:16:30Cadmium und Blei?
01:16:31Ja, und das besagt, dass der Fahrer mit einem Schwermetall belasteten Boden Kontakt hat.
01:16:37Ja, aber wie kriegen wir raus, wo das ist?
01:16:39Frau Weigern, rufen Sie doch mal im Umweltamt an.
01:16:42Die müssten doch da sowas wissen.
01:16:45Nicht?
01:16:45Ja, ich kann das machen.
01:16:48Dann machen Sie das mal.
01:16:53Der Esche arbeitet in so einem alten Werk, in so einer Industrieruine.
01:16:57Ja?
01:16:58Also vielleicht doch Esche?
01:17:00Ja.
01:17:01Weißt du, wo das ist?
01:17:02Ja.
01:17:02Komm.
01:17:04Komm.
01:17:05Ja.
01:17:05Ja.
01:17:05Ja.
01:17:15Musik
01:17:31Ach, Mensch, waren sie zehn Schuhe?
01:17:33Was kaufst du dir aus, das teure Gericht?
01:17:35Ja, weil sie schick sind.
01:17:37Jetzt aber nicht mehr.
01:17:55Tag, wir suchen Herrn Esche.
01:18:00Danke.
01:18:09Herr Esche!
01:18:11Herr Esche!
01:18:15Entschuldigen Sie, Herr Esche.
01:18:16Aber würden Sie uns kurz aufs Präsidium begleiten?
01:18:19Wir müssen dann auch was überprüfen.
01:18:21Na, Sie haben nervt.
01:18:22Die scheiß Ärzte lassen Sie laufen.
01:18:24Aber wir wollen Sie einen Mord anhängen, ja?
01:18:25Ziehen Sie bitte Ihre Schuhe aus.
01:18:28Was?
01:18:29Sie sollen Ihre Schuhe ausziehen und in diese Plastiktüte tun.
01:18:32Können Sie hier reinschlüpfen?
01:18:35Wir brauchen eine Erdprobe von Ihren Schuhen.
01:18:38Und wenn sie negativ ist, dann sind Sie in zwei Stunden wieder hier.
01:18:43Und ich hab gedacht, Sie wären auf meiner Seite.
01:18:53Die Proben aus Esches Wagen sind chemisch nicht identisch mit den Proben vom Werksgelände.
01:18:58Oh, Frau Kollege.
01:19:00Der Esche war's nicht.
01:19:02Die Suche geht also weiter.
01:19:03Ach, das kann ich mir nicht vorstellen.
01:19:06Die Erde in dem Werk ist nicht Schwermetall belastend?
01:19:09Ja, doch, doch.
01:19:10Aber in zehnfach höherer Konzentration als die Probe von der Fußmatte.
01:19:14Äh, Schmücke hier.
01:19:16Sie können Herrn Esche nach Hause schicken.
01:19:19Also kann der Dreck von überall herstammeln.
01:19:21So verseucht es Halle nun auch wieder nicht.
01:19:23Ich hab mit dem Umweltamt gesprochen.
01:19:25Die Leute wissen ziemlich genau Bescheid.
01:19:27Die haben dort von fast ganz Halle Erdproben da.
01:19:30Und die können dort eine Atomabsorptionsspektrometeranalyse machen.
01:19:35Können Sie das normal sein?
01:19:36Nee.
01:19:38Aber das Spektrometer liefert uns genaue Angaben über die chemische Zusammensetzung.
01:19:43Und das führt uns unter Umständen direkt zum Ziel.
01:19:46Ah, meinen Sie.
01:19:48Mhm.
01:19:49Ich bin da sehr optimistisch.
01:19:51Gut, vielen Dank, Frau Waller.
01:19:52Gerne.
01:19:54Na bitte.
01:19:55Was ist eine Atomabsorptionsspektrometeranalyse?
01:20:03Füll das bloß ordentlich ein.
01:20:05Das macht uns Rosamunde zur Schnecke.
01:20:08Ja, ich weiß schon, wie das geht.
01:20:10Ich hab das ja mal gelernt.
01:20:11Aber bitte, wenn du es besser kannst hier.
01:20:13Würde ich ja gerne, aber...
01:20:16Mäuchler.
01:20:18Bist du sicher, dass wir hier richtig sind?
01:20:21Natürlich.
01:20:22Rosamunde sagt,
01:20:23Die Messungen vom Umweltamt mit diesem Spektrometer sind äußerst präzise.
01:20:28Die Erde aus Esches Wagen muss von hier stammen.
01:20:33Na, warum nehmen wir da überhaupt noch eine Probe?
01:20:35Na, sicher ist sicher.
01:20:37Also gut, nehmen wir mal an, der Täter hat sich hier rumgetrieben, bevor er Esches Auto geklaut hat.
01:20:41Aber was wollte der hier?
01:20:44Meditieren?
01:20:45Quatsch.
01:20:47Fühle ich doch um.
01:20:48Das ist hier ein Joggingpfad.
01:20:50Du interessierst dich auf einmal für Sport?
01:20:53Nee.
01:20:54Aber das sagt mir, der Täter muss ein Joggingfritze sein.
01:21:00Also du meinst, der zieht seine Sportklamotten an, setzt sich ins Auto, fährt hierher Joggen und anschließend zur Esche?
01:21:07Ja.
01:21:08Klaut er das Auto?
01:21:09Und da er seine Sportschuhe anhat, bleiben Erdreste von diesem Weg in Esches Auto zurück.
01:21:16Ja, klar, so kann es gewesen sein.
01:21:18Ja.
01:21:19Sag mal, du solltest dich doch in deinem Krankenhaus ein bisschen umhören.
01:21:23Wer ist denn da ein großer Jogger?
01:21:24Soll das ein Witz sein? Danach habe ich doch nicht gefragt.
01:21:27Puh, dann hol das jetzt mal nach.
01:21:39Na, da bist du ja endlich.
01:21:41Und, was hast du rausgefunden?
01:21:44Die Ärzte leben genauso ungesund wie du.
01:21:47Ich lebe nicht ungesund, ich treibe nur keinen Leistungssport.
01:21:50Ja, wie die meisten Ärzte auch.
01:21:53Frau Dr. Knabe meint, sie hat zu wenig Freizeit.
01:21:56Dieser Kämpfer ist dauermüde und Professor Walter, gib mir auch mal einen Kaffee.
01:22:02Professor Walter macht nur Sport, den man im Sitzen ausüben kann.
01:22:05Was soll das sein?
01:22:07Er fährt Motorbrot.
01:22:08Ach, nee.
01:22:09Und dieser Dr. Wolf, das weißt du ja...
01:22:11Dieser Wolf interessiert nicht, der ist tot.
01:22:14Da gibt es ja noch niemanden, der schockt.
01:22:16Die Straßen sind doch voll mit diesen Frischluft-Fanatikern.
01:22:19Doch, doch.
01:22:21Schwester Dorothea.
01:22:23Ach, sieh mal rein.
01:22:35Plastische Chirurgie ist eine richtige Goldgrube.
01:22:37Nicht so ein Knochenjob wie bei uns im Krankenhaus.
01:22:43So eine kleine, feine Klinik in den Bergen, das wär's wirklich.
01:22:47Hm?
01:23:12Tag, Schwester Dorothea.
01:23:14Darf ich reinkommen?
01:23:15Bitte.
01:23:15Danke.
01:23:17Ich habe eine Frage.
01:23:20Joggen Sie?
01:23:21Ja.
01:23:22Ich laufe regelmäßig am Saaleufer.
01:23:23Es ist nicht so weit entfernt.
01:23:24Warum?
01:23:25Ist das wichtig.
01:23:26Das erkläre ich Ihnen später.
01:23:27Wann sind Sie denn das letzte Mal gelaufen?
01:23:30Gestern Abend.
01:23:31Allein.
01:23:32Ich laufe nicht gerne allein.
01:23:35Früher ist mein Ex-Freund immer mit mir gelaufen.
01:23:38Ich versuche gerade, ihn wieder dazu zu überreden.
01:23:41Wir sind wieder zusammen.
01:23:45Schön.
01:23:47Harbert?
01:23:48Ja, schieß los.
01:23:49Jetzt schau mal die Ohren auf.
01:23:50Es wird vielleicht ein bisschen kompliziert.
01:23:54Das Erdreich auf der Fußmatte des Tatwagens ist chemisch identisch mit dem Erdreich vom Joggingfad.
01:24:01Inzwischen haben Sie auch eine biologische Analyse gemacht.
01:24:04Da haben Sie was Interessantes festgestellt.
01:24:05Die Erde in Esches Wagen enthält Pollen von Weidenkätzchen, die ja bekanntlich nicht zu dieser Jahreszeit gedeihen, sondern März, April.
01:24:14Hast du das kapiert?
01:24:15Natürlich habe ich das kapiert.
01:24:16Ich bin ja nicht blöde.
01:24:18Der Täter hatte Schuhe mit denen, der das letzte Mal im schönen Frühling über den Trimmlichwad gelaufen ist.
01:24:24Weißt du was?
01:24:26Mir fällt da auch schon jemand ein.
01:24:28Ach nee.
01:24:33Schwester Dorothea, wann haben Sie sich eigentlich von Albert Kempter getrennt?
01:24:37Im März.
01:24:38Bis dahin sind Sie mit ihm gemeinsam gelaufen.
01:24:41Hat ihm das Spaß gemacht?
01:24:42Er hat's gehasst.
01:24:47Wissen Sie, wo ich ihn jetzt finden könnte?
01:24:49Allerdings, er ist hier niemand.
01:25:26Ja, Mann, lieber.
01:25:28Die hätten Sie wegschmeißen sollen.
01:25:37Aua!
01:25:39Bleiben Sie stehen!
01:25:40Sie sollen stehen bleiben!
01:25:44Mist!
01:25:46Kempter!
01:25:56Wie hast du denn das fertiggebracht?
01:25:58Nur mit einem Arm.
01:26:00Gips ist Waffe.
01:26:01Hieß doch früher so, oder?
01:26:04Aua!
01:26:05Kunst, Herbert.
01:26:06Kunst ist Waffe.
01:26:16Du bist doch sonst der Meinung, Sport ist Mord.
01:26:20Guck mal da.
01:26:21Was denn?
01:26:22Die Überschrift in der Zeitung.
01:26:26Sparen bis ins Grab von Kirsten Nold und Leo Preis.
01:26:30Entschuldigen Sie, junger Mann.
01:26:32Junger Mann, sollten Sie uns die Zeitung verkaufen?
01:26:36Ha?
01:26:36Hier.
01:26:39Dankeschön.
01:26:43Sparen bis ins Grab.
01:26:45Weiter Seite 3.
01:26:46Schönen Dank.
01:26:47Ja, bitte.
01:26:49Ah ja.
01:26:51Klinikskandal.
01:26:52Hauptkommissar Herbert Schmücke löste den spektakulären Klinikfall.
01:26:58Hervorragende Ermittlungsarbeit bringt Licht in Krankenhausskandal.
01:27:02Und, äh, schönes Bild von mir.
01:27:06Und über mich steht da nichts?
01:27:09Nö.
01:27:10Ah, doch hier.
01:27:12Der Polizist, 59, zurzeit leicht behindert, der sportlich interessiert, sucht auf diesem
01:27:19Wege rüstige Endvierzigerin, zwecks Gedankenaustausch.
01:27:24Ich nehme mal die Zeitung, du lügst doch.
01:27:26Ich werde doch meinen einzigen besten Freund nicht belügen.
01:27:28Das ist ja schon wieder eine Lüge.
01:27:30Komm, drehen wir nochmal um.
01:27:32Die Joggerin.
01:27:33Die Joggerin.
01:27:34Ja, komm.
01:27:35Du musst das in die Hand.
01:27:36Komm, komm.
01:27:40Die Joggerin.
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