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Transkript
00:20Love is Enough
00:30We can make it for stormy weather
00:32As long as we stay together
00:37Love is Enough
01:11Love is Enough
01:14Love is Enough
01:18Love is Enough
01:29Wunderschön aus.
01:30Danke.
01:34Ich bin so aufgeregt wie noch nie in meinem Leben.
01:36Hast du doch nicht Angst, oder?
01:38Doch, dafĂŒr, dass du sagst,
01:39edge-belch, reingefallen und wegrennst.
01:42Ich glaub, du hast zu viele romantische Komödien gesehen.
01:44Ich fĂŒhl mich grad selbst wie in einer.
01:46SpÀtestens werden wir morgen total verkatert zusammen
01:48den Festsaal aufrĂ€umen mĂŒssen,
01:50um zu merken, dass das hier echt ist.
01:52Da freu ich mich wahnsinnig drauf.
01:57Jetzt gibt's kein ZurĂŒck mehr.
02:02Deine Atemnot ist die Aufregung.
02:07Anna!
02:23Hallo, guten Morgen!
02:24Morgen!
02:25Anna Kluge, sie ist vor dem Standesamt zusammengebrochen,
02:27war laut Aussagen von Zeugen nicht bewusstlos,
02:30bei Eintriffen ansprechbar, Puls bei 96,
02:32Blutdruck stabil bei 110, Systole.
02:34Hallo! Sie muss schön hören, meine Verlobte Anna Kluge.
02:37Hallo, Dr. Stein, in den Schattraum bitte.
02:39Herr Kluge, tragen Sie ein Korsett?
02:42Nein.
02:43Ist das Kleid irgendwie zu eng, zu schwer?
02:46Nein, ich hab mich total wohlgefĂŒhlt,
02:47bis ich plötzlich dachte, irgendwas zieht mir die FĂŒĂŸe weg.
02:50Ist Ihnen das Schamot passiert?
02:51Nein.
02:52Dann gucken wir uns das mal an.
02:58Das ist alles wie besprochen?
03:00Ja, sicher. Es ist nur...
03:02Ja, der Umzug nach Leipzig und die Probezeit.
03:05Aber, dass Sie die bestehen daran,
03:06habe ich ĂŒberhaupt keinen Zweifel nach den Lobeshymnen,
03:08die Frau Dr. Globisch und Dr. Stein auf Sie angestimmt haben.
03:13Ich hoffe, es ist nicht nur der Tatsache zu verdanken,
03:16dass Alexander mein Ex-Mann ist.
03:18Das könnte man eher als Hindernis begreifen.
03:21Wir brauchten dringend eine Herzchirurgin in unserem Team.
03:24Und wenn Dr. Stein jemanden empfiehlt,
03:26dann kann man sich hundertprozentig darauf verlassen.
03:28So hatte der Unfall Ihres Sohnes doch nichts Gutes.
03:31An Moritz' Unfall war gar nichts Gutes.
03:33NatĂŒrlich nicht. Entschuldigung.
03:35Abgesehen von der hervorragenden Behandlung
03:36hier in der Sachsenklinik natĂŒrlich.
03:39Moritz wird wieder vollstÀndig gesund.
03:41Und er kann sich hier alle Zeit der Welt lassen.
03:43Sie sind jetzt in seiner NĂ€he.
03:45Jetzt mĂŒssen Sie uns nur noch vertrauen.
03:48SelbstverstÀndlich.
04:00Herzlich willkommen in der Sachsenklinik.
04:02Danke.
04:03Auch von meiner Seite auf eine gute Zusammenarbeit.
04:07Dankeschön.
04:09Vielen Dank auch Ihnen, vor allem Ihnen.
04:11Auf gute Zusammenarbeit.
04:13Ich muss da wieder rein.
04:25Post von der Uni?
04:28Nein, Àh, ein Befund.
04:29Ach, werden die im Haus jetzt mit Briefmarke verschickt?
04:33Ich mache ihn ja auf, aber nicht jetzt.
04:35Ein PrĂŒfungsergebnis ist kein Whisky, der mit den Jahren besser wird.
04:39Ich habe ihr gerade die aktuellen Werte Ihrer Mutter angesehen.
04:41Sie sind, naja, sagen wir mal, bescheiden.
04:45Der Genesungsfortschritt nach dem Schlaganfall verlÀuft ungewöhnlich langsam.
04:51Ich vermute die Psyche.
04:52FĂŒr diese Vermutung muss man nicht Medizin studieren.
04:55Sie wurde gerade verlassen, kurz nach Ihrem Schlaganfall.
04:59Hm.
05:02Und die Physiotherapie, macht sie die ordentlich?
05:05Das kontrolliere ich gleich mal.
05:07So drĂŒcken.
05:10Nun, wie kommt Ihr voran?
05:12Wir tun Ihr unser Bestes, nicht wahr, Frau Brenner?
05:15Versuchen Sie es noch einmal.
05:17Richtig fest so drĂŒcken.
05:19Nein, ich kann nicht greifen.
05:21Also musst schon mitmachen, Mutti.
05:24Ich bin mĂŒde.
05:25Wir sind jetzt auch fertig.
05:27TschĂŒss, Frau Brenner.
05:29TschĂŒss.
05:32Wir reden spÀter.
05:34WorĂŒber redet Ihr spĂ€ter ĂŒber mich?
05:36Mutti, Du musst Dich mehr anstrengen.
05:40Du willst doch wieder mobil werden.
05:42Ja, ja, ist ja gut.
05:43Ab morgen.
05:45Hast Du jetzt endlich Nachricht, ob Du die PrĂŒfung bestanden hast?
05:49Nein, noch nicht.
05:51Ist doch gemein, die Studenten so lange warten zu lassen.
05:54Der Brief kommt sicher in den nÀchsten Tagen.
05:57Hast Du etwa Angst vor dem Ergebnis?
05:59Ich?
06:00Nein.
06:01Du hast bestimmt bestanden.
06:03Jetzt geht's erstmal um Dich.
06:08Na?
06:09Hallo, Mama.
06:11Was ist das denn alles?
06:12Das hat mir Onkel Fritz geschickt.
06:13Ach.
06:14Hier, ich soll Dich schönen grĂŒĂŸen.
06:21Was ist denn?
06:23Na, ich hab grad meinen Vertrag hier unterschrieben.
06:25War das nicht von vornherein klar?
06:27Dir vielleicht.
06:28Ich war mir da nicht ganz so sicher.
06:30Ja.
06:30Was solltest Du denn sonst machen, als Du in MĂŒnchen nicht ĂŒbernommen wurdest?
06:33Ach, danke.
06:34Nett, dass Du mich daran erinnerst.
06:35Dann freu Dich doch lieber.
06:37Hier will man Dich unbedingt.
06:38Und dieser Professor aus MĂŒnchen, dieser Schwachkopf, der hĂ€tte Dich doch gar nicht verdient.
06:42Ich war mir sicher, dass die mir einen Vertrag anbieten.
06:44Ja, Mama.
06:45Ist mir klar.
06:46Aber trotzdem, hier beginnt grad was ganz Neues.
06:48Und was Neues ist doch immer gut.
06:50Wir mĂŒssen doch das Beste aus unserer Situation machen.
06:51Das hast Du immer gesagt.
06:53Also?
06:55Wo hab ich denn diesen schlauen Sohn her, bitte?
06:57Von Papa?
07:02Ich muss in die Notaufnahme.
07:04Oh.
07:05Na dann, viel Spaß bei Deinem ersten Arbeitstag.
07:06Danke, mein Schatz.
07:08Das EKG lÀuft noch.
07:10Gedulden Sie sich noch ein bisschen.
07:12Ganz ruhig.
07:14Sie haben ein hĂŒbsches Klettern.
07:16Dankeschön.
07:18Guten Tag.
07:19Hallo.
07:19Hallo.
07:20Ich bin Doktor Weber.
07:21Anna Kluge.
07:23Da waren Sie mÀchtig aufgeregt, hm?
07:25Ja, man heiratet ja auch nicht jeden Tag.
07:27ErzÀhlen Sie mir doch bitte nochmal ganz detailliert, wie es zu dem SchwÀcheanfall gekommen ist.
07:31Ach, naja.
07:31Als ich in der Limousine saß, da war ich schon aufgeregt.
07:35Aber dann hab ich gesehen, wie Timo da stand und auf mich gewartet hat.
07:39Und dann bin ich ganz ruhig geworden.
07:41Aber als wir dann reingegangen sind, hab ich plötzlich das GefĂŒhl bekommen, dass ich keine Luft mehr kriege.
07:45Und dann...
07:46Dann war ich plötzlich am Boden.
07:48Sie können sich also an alles erinnern.
07:51Kann das nicht sein, dass man im besonders glĂŒcklichen Moment einen Herzinfarkt bekommt?
07:55Ich hab das vor kurzem irgendwo gelesen.
07:57Sie meinen, dass einem vor lauter GlĂŒck das Herz in der Brust zerspringt?
08:00Genau.
08:01Nein, was ich hier sehe, ist Ihr Herz völlig intakt.
08:04Das EKG ist unauffÀllig.
08:07Sie können also so glĂŒcklich sein, wie Sie möchten.
08:09Das heißt, ich kann jetzt gehen?
08:10Wir mĂŒssen noch die Ergebnisse der Blutuntersuchung abwarten.
08:13Ach.
08:17Vier Stunden sollen wir noch warten.
08:19Das heißt, wir können die ganze Hochzeit vergessen.
08:22Es tut uns wirklich sehr leid, aber es geht nicht anders.
08:25Dr. Stein, könnten Sie bitte kommen?
08:27Ach, SĂŒĂŸe.
08:28Hauptsache, du bist gesund.
08:29Heiraten können wir doch ein andermal.
08:31Und was wird aus der Kirche?
08:32Und was ist mit der Feier?
08:34Die Band, das Essen, die Show.
08:36Alle GĂ€ste sind umsonst gekommen.
08:37Ich weiß, wie wichtig dir das ist, aber Kirche, GĂ€ste interessieren mich im Moment null.
08:41Sie können ja immer noch feiern.
08:44Und was sollen wir dann feiern?
08:46Frau Kluge, wir brauchen in den nÀchsten zwei Stunden noch weitere Blutproben von Ihnen.
08:50Das heißt, wir machen Ihnen jetzt mal ein Zimmer hier fertig und dann ruhen Sie sich auch mal aus, ja?
08:56Das ist doch gut nach der Aufregung.
08:58Hm?
09:00Ich sag kurz den Eltern Bescheid und bin gleich wieder bei dir.
09:05Gut in den schlechten Zeiten.
09:10Mit der Organisation hĂ€tte man ein Team von fĂŒnf Leuten in den Burnout hitzen können.
09:14Was die alles veranstalten wollten.
09:16Wie in dem Hollywood-Film.
09:17Die Frau hat offenbar eine stark ausgeprÀgte romantische Ader.
09:20Romantisch oder kitschig?
09:22Da bin ich mir nicht so sicher.
09:24Jedenfalls ist es gut möglich, dass sie sich einfach ĂŒbernommen hat.
09:27Das wĂ€re natĂŒrlich die angenehmste ErklĂ€rung.
09:29Ja.
09:32Also Sie finden eine große Hochzeit kitschig?
09:36Nicht grundsÀtzlich.
09:37Aber wenn Rosen aus einem Hubschrauber geworfen werden und kleine MĂ€dchen in weißen Kleidern mit Blumen im Haar Tauben fliegen
09:44lassen.
09:45Dann ja.
09:46Dann finde ich das kitschig.
09:48Aber genau so wĂŒrde ich mir meine Hochzeit vorstellen.
09:53Dann kann ich sie nur wahren.
09:54Ich hatte so eine.
09:55Einen Tag und eine Nacht voller Illusionen wie im Traum.
09:59Eine herrliche Hochzeitsreise.
10:00Aber die RealitÀt danach sah leider ganz anders aus.
10:04Sie meinen also ohne Trauschein wĂ€re Ihre Beziehung glĂŒcklicher gewesen?
10:09Zumindest hĂ€tte es nicht so viel Zeit, Geld und Ärger gekostet, sie zu beenden.
10:13Kommt.
10:15So abgebrĂŒht und unromantisch sind Sie doch gar nicht.
10:18Seien Sie da mal nicht so sicher.
10:26Ich bin gleich da.
10:28Ach, Herr Brenner, was ist denn eigentlich mit Ihrer PrĂŒfung?
10:32Ich kenne das Ergebnis noch nicht.
10:34Sobald Sie es haben, wÀhlen Sie sich bei mir.
10:41Hans-Peter, warum schwitzt du denn so? Stimmt was nicht?
10:44Der Brief, das PrĂŒfungsergebnis.
10:47Es war heute in der Post.
10:49Du bist doch nicht durchgefallen.
10:51Nein, ich weiß es nicht. Ich habe ihn ja noch nicht geöffnet.
10:54Was?
10:56Ich habe dir doch erzÀhlt, wie es war.
10:58Mutti war gerade eingeliefert worden.
11:00Ich war ziemlich spÀt dran und dann hatte ich auch noch die Zulassungsbescheinigung vergessen.
11:04Ja, aber an den anderen PrĂŒfungstagen lief es gut.
11:06Ja, das war so ein GefĂŒhl kurz danach.
11:09Ich war auch eher erleichtert, das hinter mir zu haben.
11:12Blödsinn. Ich habe dich doch kurz vorher noch abgefragt.
11:15Du warst super vorbereitet.
11:17Soll ich ihn aufmachen?
11:18Ach nein.
11:19Dann machen wir es zusammen.
11:20Ich will es nicht wissen, nicht heute.
11:23Mutti geht es immer noch nicht besser.
11:25Sie hat immer noch eine ausgeprÀgte Kraftminderung der linken Seite.
11:28Ich habe das GefĂŒhl, sie will einfach nicht.
11:30Eine Depression?
11:32Möglich.
11:33Wenn sie jetzt noch erfÀhrt, dass ich durchgefallen bin.
11:36Ich kann sie doch nicht anregen.
11:38Vielleicht bist du gar nicht durchgefallen.
11:40Also gib mir noch ein bisschen Zeit.
11:43Irgendwann musst du ihn aufmachen.
11:45Morgen.
11:47Vielleicht.
11:51Leipzig ist wirklich eine schöne Stadt.
11:53Die Leute hier sind freundlich und die Kollegen haben sogar Humor.
11:58NatĂŒrlich vermisse ich MĂŒnchen.
12:00Und euch noch viel mehr.
12:02Aber ich habe mich so entschieden.
12:04Und jetzt ziehe ich das auch durch.
12:07Jetzt mach es mir nicht schwerer, als es sowieso schon ist.
12:09Ich hoffe, du kommst mich bald mal besuchen.
12:11Besonders begeistert schienen sie nicht, als sie vorhin den Vertrag unterschrieben hat.
12:15Es gibt ja wohl schlimmeres, als in der Sachsen-Klinik arbeiten zu dĂŒrfen.
12:18Schon aber nicht, wenn man lieber in MĂŒnchen geblieben wĂ€re.
12:21Aber der Sohn hat bekommen, was er wollte.
12:23Und fĂŒr Alexander ist das auch ideal.
12:25Er muss nicht nach MĂŒnchen ziehen.
12:26Und das wiederum ist es doch, was du wolltest.
12:30Und die Sachsen-Klinik profitiert auch noch.
12:33Also, alle sind glĂŒcklich.
12:35Bis auf Sie.
12:38Das wird schon noch.
12:41Ich muss es dir sagen.
12:43Wir sind jetzt Kollegen.
12:45Wir mĂŒssen ein VertrauensverhĂ€ltnis aufbauen.
12:46Wenn da immer diese LĂŒge zwischen...
12:47Das ist keine LĂŒge.
12:49Das ist höchstes ein Geheimnis.
12:51Ach, Matti.
12:53Okay, Kathrin.
12:55Dann gehe ich ihr zu ihr und sage ihr, dass ich in deinem Auftrag den Professor davon ĂŒberzeugt habe, ihr
12:58keinen Vertrag zu geben.
13:00Was meinst du wohl, wie wird sie reagieren?
13:03Sie wird nie wieder Vertrauen zu uns haben.
13:05Sie wird dich hassen.
13:07Und mich auch.
13:08Du hast gemacht, worum ich dich gebeten habe.
13:10Oh ja.
13:10Und das ist natĂŒrlich so viel sympathischer.
13:14Pass auf, sieh es doch mal so.
13:16Du hast ihr zu einem tollen Job in der Sachsen-Klinik verholfen.
13:20Redet ihr ĂŒber unsere neue Kollegin?
13:23Auch mich macht es einen sehr guten Eindruck.
13:26Wie habt ihr es eigentlich geschafft, sie davon zu ĂŒberzeugen, von MĂŒnchen nach Leipzig zu kommen?
13:31Das mussten wir gar nicht.
13:33Sie hat in meine Augen geschaut und alles war klar.
13:49So, Frau Brenner, jetzt gibt es die Insulinspritze und dann können Sie was essen.
13:57Was gibt es denn?
13:59Lasagne. Schmeckt super, habe ich schon probiert.
14:01Ne, lassen Sie mal, nehmen Sie das wieder mit.
14:04Aber Sie mĂŒssen was essen. Das HĂŒhnchen gestern haben Sie auch nicht angerĂŒhrt.
14:08Wovon soll man denn hier Appetit kriegen, wenn man den ganzen Tag liegt?
14:11Wollen Sie aufstehen? Sie können sich gerne mit dem Rollstuhl an den Tisch setzen.
14:18Was ist denn los? Warum wollen Sie denn nicht gesund werden?
14:22Was haben Sie gesagt?
14:23Sie sind nicht meine erste Schlaganfallpatientin. Ich merke das.
14:27Ob sich jemand wirklich MĂŒhe gibt oder nicht.
14:30Wollen Sie denn nicht wieder nach Hause? Die Dinge selber machen? Selber einkaufen? Selber kochen?
14:36Wen soll ich denn kochen?
14:38Ich verstehe. Alleine essen macht keinen Spaß. Achtung, jetzt piekt es.
14:46FrĂŒher habe ich immer fĂŒr Horst gekocht, aber dem schmeckt es nicht mehr bei mir.
14:53Na, dann mĂŒssen Sie wieder unter Leute. Jemand kennenlernen.
14:57Alte gelÀhmte Frau, die will doch keiner mehr.
14:59Meine Nachbarin, die hat jetzt Speed-Dating gemacht. FĂŒr Senioren.
15:03Die hat in einer Stunde sechs Herren kennengelernt und mit dem einen macht sie jetzt einen Tanzkurs.
15:08Ich verspreche Ihnen, in einem halben Jahr, wenn Sie ordentlich mitmachen, dann schwingen Sie auch wieder das Tanzbein.
15:16Meinen Sie?
15:17Ja, aber Sie mĂŒssen halt auch was dafĂŒr tun. Ab und zu mal aufstehen und was essen.
15:28Guten Appetit.
15:37Und?
15:46Du hast einfach die Hochzeit abgesagt?
15:48Doch, nicht die Hochzeit.
15:51Papa redet mit der Standesbeamtin, ob sie uns heute Nachmittag noch reinschieben kann.
15:56Ich weiß, auf die Kirche mĂŒssten wir verzichten, aber wir wĂ€ren verheiratet.
16:00Und die Feier könnte auch stattfinden.
16:03Es sei denn, das Ganze ist hier nur ein Trick, um mich loszuwerden.
16:05Blöd Mann.
16:12Sag mal, ist das nicht unbequem?
16:18Ja, aber du hast keine Ahnung, was das fĂŒr ein Akt ist, das an- und wieder auszuziehen.
16:25Also, ich muss mal hier raus.
16:30Die Ärztin meint ĂŒbrigens, dass ich mich einfach nur beanstrengend haben könnte.
16:34Ja, ich hab von Anfang an gesagt, lass uns das Ganze ein bisschen kleiner halten.
16:37Ja, du hÀttest ja am liebsten ganz ohne GÀste geheiratet.
16:39In dem Fall wÀren wir wahrscheinlich verheiratet.
16:45Also, bin ich selbst schuld, oder wie?
16:47Siehst du, so hab ich das nicht gemeint.
16:50Komm.
16:53Sei nicht beleidigt.
16:56Wir haben da jetzt wirklich andere Sorgen, hm?
16:58Es wĂ€re mir weniger anstrengend gewesen, wenn ich dich nicht immer hĂ€tte mitziehen mĂŒssen.
17:04Wollen wir uns das wirklich streiten?
17:14Was wird das?
17:16Hans Peters PrĂŒfungsergebnis.
17:20Bist du...
17:21Leg den zurĂŒck.
17:22Er traut sich nicht, ihn aufzumachen.
17:25Verstehe.
17:26Du glaubst doch nicht, dass er durchgefallen ist.
17:28DafĂŒr hĂ€tte er eine FĂŒnf schreiben mĂŒssen.
17:30Total Blackout.
17:31Er hat gesagt, so hat sich das angefĂŒhlt.
17:33Leg ihn zurĂŒck.
17:36Bist du nicht neugierig?
18:18Was?
18:20Frau Brenner.
18:22Was ist es?
18:23Die Schulter?
18:23Schmerz?
18:24Die Schulter?
18:25Bleiben Sie liegen.
18:25Bleiben Sie liegen.
18:26Oh Gott.
18:28Alles in Ordnung.
18:30Die Herzenzyme sind unauffÀllig.
18:31Sie hat definitiv keinen Herzinfarkt.
18:34Also, Sie lagen richtig. Ein SchwÀcheanfall.
18:37Wenn Sie anverstanden sind, dann wĂŒrde ich Frau Kluge gerne entlassen.
18:41Mhm.
18:42Irgendwelche EinwÀnde?
18:45Nein.
18:48Aber Sie zögern.
18:51Wenn Ihr Instinkt Ihnen was anderes sagt, also meiner schlÀgt gerade nicht an.
18:56Alle Befunde sind harmlos.
18:59Weitere Untersuchungen werden nichts ergeben, denke ich.
19:04Wahrscheinlich haben Sie recht.
19:06Ich weiß auch nicht.
19:09Ihre Patientin.
19:11Entscheiden Sie?
19:17Echt, Papa? Das ist ja der Hammer. Danke.
19:20Die vier Stunden sind eigentlich vorbei und ihr geht's super, oder?
19:24Du, ich melde mich gleich.
19:26Die Standesbarmtin hat sich bereit erklÀrt, uns hinten dran zu hÀngen.
19:29Das heißt, wir können doch noch heiraten?
19:30Ja. Falls jetzt nichts weiter rausgekommen ist.
19:33Nein. Also, einen Herzinfarkt können wir sicher ausschließen.
19:37Also, tatsÀchlich nur ein kleiner SchwÀcheanfall?
19:40Vermutlich.
19:42Kann ich denn jetzt gehen?
19:43Ich möchte Ihrer Hochzeit natĂŒrlich nicht im Wege stehen.
19:46Also ja.
19:47Danke.
19:51Also, an den Tag werden wir uns sicher erinnern.
19:53Ich rufe uns ein Taxi an.
19:55Auf Wiedersehen.
19:55Auf Wiedersehen.
19:57Nicht vergessen, Ihre Jacke.
20:00Auf Wiedersehen.
20:01Ich hoffe ja nicht.
20:02Danke.
20:07Ja, dann wollen wir mal sehen.
20:12Ein TrĂŒmmerbruch.
20:14Genauer gesagt, eine Humoriskopf-Luxationsfraktur.
20:18Sie wissen, was das bedeutet.
20:20Sie muss operiert werden.
20:22Ich will mit in den OP.
20:23Brenner, Sie wissen doch ganz genau.
20:25Ja, ja, keine Angehörigen.
20:26Sie stehen am Kopfende.
20:28Aber wenn Sie auch nur einmal...
20:29Danke.
20:32Gebrochen.
20:33Mehrfach.
20:34Und nicht nur das.
20:35Du hast ja die Schulter auch noch ausgekugelt.
20:38Heilt das wieder?
20:39Na sicher heilt das.
20:40Warum denn nicht?
20:41KnochenbrĂŒche in meinem Alter.
20:43Erst musst du operiert werden.
20:45Dann wird ja deine Schulter eingerenkt.
20:48Und dann wird der Bruch mit einer Platte verschraubt.
20:51Noch eine Operation.
20:54Ich bin bei dir die ganze Zeit.
20:57Aber warum bist du denn aufgestanden?
20:59Weil ihr alle gesagt habt, ich soll mich mehr anstrengen.
21:03Ich wollte doch nur in den Rollstuhl.
21:05Ja, aber doch nicht ohne Hilfe, Mutti.
21:08Wie war denn dein erster Tag bis jetzt?
21:10Gut.
21:11Fast schon zu gut.
21:13Klar, ja.
21:14So eine Schicht ohne Todesfelder und Kunstfehler gibt einem schon zu denken.
21:18Du, wir mĂŒssen uns nicht darĂŒber unterhalten.
21:19Du scheinst dir zu tun zu haben.
21:21Nee, nee, du keine Sorge.
21:22Das funktioniert nur weiter irgendwie nicht.
21:24Ich höre dir zu.
21:25ErzÀhl ruhig weiter.
21:28Ich hÀtte einfach gerne noch ein paar Untersuchungen mehr gemacht.
21:32Aber weißt du, wenn das dann am Ende nichts bringt, dann stehe ich vor den Kollegen schlecht da.
21:36Und die Patientin, die wÀre auch sauer auf mich.
21:38Die will nÀmlich heute noch heiraten.
21:41Oh, das war's.
21:43Ganz einfach.
21:44Kabel vertauscht.
21:50Oh mein Gott.
21:52Ich weiß, was sie hat.
21:54Danke, mein Schatz.
21:55Danke.
22:18Entschuldigung, wie weit ist es bis zum Standesamt?
22:21FĂŒnf Minuten.
22:22Da können Sie auch zu Fuß hingehen.
22:23Danke.
22:26Ich freue mich so, dass es doch noch klappt.
22:29Du hast uns allen einen ziemlichen Schrecken eingejagt.
22:32Nee, ich weiß, Mama, aber jetzt wird alles gut.
22:34Kannst du Papa kurz vor Tante Elke retten, bitte?
22:36Frau Kluge?
22:37Oh, hallo, Frau Dr. Weber.
22:39Sie sind ein bisschen zu frĂŒh zum Gratulieren.
22:41Wir warten noch.
22:42Deshalb bin ich nicht hier.
22:44Sehen?
22:45Hast du Dr. Weber gesehen?
22:46Schon eine Weile nicht mehr.
22:48Frau Dr.
22:49Hallo.
22:50Wenn es das ist, was ich vermute, mĂŒssen wir sofort handeln.
22:54Kann das nicht bis morgen warten?
22:56Hallo.
22:58Tut mir leid, es war ein Notfall.
23:00Frau Kluge, die Braut mit der Atemnot.
23:03Ich habe den Verdacht auf CTGA und deswegen bin ich gerade zum Standesamt gerannt und habe sie zurĂŒckgeholt.
23:08Wie?
23:09Eine korrigierte Transposition der großen Arterien?
23:11Wie kommen Sie denn darauf?
23:13Sie hat bei der Einlieferung von Atemnot gesprochen und wir haben nur ein einfaches EKG gemacht.
23:17Ja, aber eine CTGA ist extrem selten und wird meistens schon in der Kindheit diagnostiziert.
23:22Und Atemnot allein, das ist kein zwingendes Indiz.
23:25Ich weiß.
23:26Es ist auch mehr so ein GefĂŒhl.
23:28Ein GefĂŒhl?
23:29Und dafĂŒr verlassen Sie das Krankenhaus und bringen eine Hochzeit zum Platzen?
23:32Wenn ich recht habe, steht Frau Kluge in Lebensgefahr.
23:34Es wird jetzt gerade ein Belastungs-EKG geschrieben und danach mache ich einen Ultraschall vom Herzen.
23:39In spÀtestens einer Stunde haben wir die Ergebnisse.
23:42TatsÀchlich eine CTGA.
23:44So etwas hatten wir ja auch noch nicht so oft.
23:46Es gibt Patienten, nicht viele, bei denen die Probleme tatsÀchlich erst im Erwachsenenalter auftreten.
23:51Meist wegen einer zunehmenden Insuffizienz der Trikospidalklappe und Überbelastung der rechten Kammer.
23:57Was schlagen Sie vor?
23:59Eine operative Korrektur?
24:01Was meinen Sie?
24:02Ein Double Switch?
24:04Haben Sie das schon mal gemacht?
24:06Nein, noch nie.
24:07Sie?
24:08Ja, habe ich.
24:09Die Double Switch wird nicht generell empfohlen, aber ich denke, hier in unserem Fall steht die Indikation.
24:16Assistieren Sie mir?
24:18Gerne.
24:20Sie sind ja ein echter GlĂŒckstreffer fĂŒr uns.
24:24Scharfer Haken.
24:26Sekunde, haben Sie auch einen Spreiz auf dem Tisch?
24:29Dann nehme ich den.
24:34Schere.
24:39Pinzette?
24:50Erbrenner.
24:52Alte Menschen sind oft zÀher, als man denkt.
24:59Es ist ein seltener angeborener Herzfehler.
25:04Die Lungenarterie und die Aorta sind seitenvertauscht.
25:08In Ihrem Fall sprechen wir von einer korrigierten Transposition, weil auch die beiden Herzkammernseiten vertauscht angelegt sind.
25:14Das heißt, der Blutkreislauf muss statt von der linken Herzkammer von der rechten aufrechterhalten werden, die dafĂŒr gar nicht vorgesehen
25:19ist.
25:20Das kann recht lange funktionieren.
25:21In Ihrem Fall waren es immerhin 26 Jahre, aber jetzt beginnt Ihr Herz zu dekompensieren.
25:27Das heißt, zu versagen.
25:28Und was macht man da normalerweise? Muss man das operieren?
25:33Man kann das operativ korrigieren, ja.
25:36Das heißt, wir öffnen Ihren Brustkorb und gleiten den Blutfluss so um, dass die linke Herzkammer den Kreislauf aufrecht erhĂ€lt.
25:43So wie es eigentlich vorgesehen ist.
25:45Dieses Verfahren nennt sich Double Switch.
25:47Aber das ist eine Riesenoperation.
25:50Das ist ein sehr schwerer Eingriff, ja.
25:52Wir mĂŒssen Sie dafĂŒr an die Herz-Lungen-Maschine anschließen.
25:55Und was, wenn ich keine Operation will?
25:56Dann werden sich solche VorfÀlle in Zukunft wiederholen und schlimmer werden.
26:01Sehr viel schlimmer.
26:03Sie wollen damit sagen, dass ich daran sterben kann?
26:07Es kann zu Einheitsversagen kommen, ja.
26:10Aber mit OP wĂŒrde Anna wieder völlig normal weiterleben können?
26:15Davon gehen wir aus, ja.
26:17Allerdings wird dieses Double Switch-Verfahren erst einige Jahre angewandt.
26:20Das heißt, es gibt noch keine Langzeitstudien dazu.
26:23Sehr ruhigend.
26:24Das heißt, man weiß gar nicht, welches Risiko das höhere ist.
26:27Eindeutig, wenn Sie sich nicht operieren lassen.
26:29Um das nochmal ganz deutlich zu sagen.
26:31Sie leiden an einem schweren, angeborenen Herzfehler.
26:35Das wird nicht von selbst besser.
26:45Hans-Peter, komm mal her.
26:53Es ist möglicherweise ein bisschen meine Schuld, dass sie aufgestanden ist.
26:58Du hast ja gesagt, sie soll sich mehr anstrengen.
27:01Dasselbe habe ich ja heute Morgen auch gesagt.
27:04Hat sie sich etwas zu sehr zu Herzen genommen?
27:07Ja, aber wer konnte denn ahnen, dass sie gleich aus dem Bett springt?
27:13Man weiß, dass dieser Tag kommt.
27:15Man hat Angst davor.
27:17Aber wenn er dann da ist...
27:18ist man trotzdem unvorbereitet.
27:20Na klar, wie kann man sich denn auf sowas vorbereiten?
27:23Ich dachte, sie hat vielleicht noch ein paar gute Jahre.
27:26Aber es ist doch nicht vorbei.
27:27Sie kann doch wieder gesund werden.
27:34Mutti.
27:36Hey, endlich bist du wieder wach.
27:40Ich habe so wundervoll tief geschlafen.
27:45Hey, jetzt nicht wieder einschlafen.
27:47Wir sind ja nicht zum Spaß hier.
27:50Wir wissen ja gar nicht, wie die OP gelaufen ist.
27:52Offenbar lebe ich ja noch.
27:54Es ist alles gut gegangen.
27:56Die Schulter ist repariert und wie neu.
27:59Hans-Peter,
28:00Was ist denn das?
28:02Hast du Schwester Ulrike eigentlich schon mal zum Essen eingeladen?
28:08Mama, bitte.
28:10Der ist immer so schĂŒchtern.
28:11Nee, so schĂŒchtern ist der gar nicht.
28:14Jedenfalls scheint mit dir wieder alles beim Alten zu sein.
28:21Wenigstens wissen wir jetzt,
28:22dass nicht die große Feier der Grund dafĂŒr war,
28:24dass ich umgekÀmpft bin.
28:25Ich wĂŒnschte, es wĂ€re so.
28:26Es wÀre alles viel einfacher.
28:29Du wĂŒrdest dich ausruhen,
28:30ich wĂŒrde dich pflegen.
28:33In ein paar Monaten wĂŒrden wir einen neuen Termin machen.
28:36Ganz ohne große Feier.
28:38Mit?
28:40Die wĂŒrde ich organisieren.
28:43Du dĂŒrftest keinen Finger rĂŒhren,
28:47nur in dein Hochzeitskleid steigen und ja sagen.
28:56Oder wir machen es hier.
28:59Wir lassen uns vor deiner OP trauen.
29:02Hier?
29:03Ja.
29:06Ich will, dass du meine Frau wirst
29:07und ich will nicht mehr lÀnger warten.
29:11Wir trauen im Krankenhaus.
29:12Ich glaube, das geht.
29:18Ich weiß, es ist nicht so,
29:19wie du das vorgestellt hast.
29:30Ich finde es irgendwie total romantisch.
29:37Ich wĂŒrde dich ĂŒberall heiraten.
29:40Und das ist fest.
29:42Das können wir auch nachholen.
29:44Ja, hoffentlich.
29:47Das ist der schönste Tag unseres Lebens.
29:49Da geht nichts schief.
29:52Also, was meinst du?
29:56Ja, ich will.
29:57Ja.
30:00Ja.
30:30Good morning.
30:31Morgen.
30:33Waren Sie schon bei Ihrer Mutter?
30:34Ein Kaffee?
30:35Ich bin gerade gewaschen.
30:38Ihnen ist klar,
30:39dass das vermutlich das nÀchste Jahr so bleiben wird.
30:41Ja, was?
30:42Vielleicht wird sie auch in einem halben Jahr
30:44schon wieder mobil sein.
30:46Das halte ich bei der komplizierten Fraktur,
30:48danke,
30:49in Verbindung mit den Folgen des Schlaganfalls
30:51und in Anbetracht des Alters Ihrer Mutter
30:53fĂŒr sehr unwahrscheinlich.
30:54Muss das jetzt sein?
30:56Herr Brenner,
30:57einer von uns beiden wird ihr
30:59diese traurige Wahrheit mitteilen mĂŒssen.
31:01Ich halte nichts davon,
31:03Patienten falsche Hoffnung zu machen.
31:04Sie nehmen Ihnen lieber die Hoffnung.
31:06Hoffnung ist eine Medizin,
31:09möglicherweise die wirkungsvollste ĂŒberhaupt.
31:11Aber auch sie
31:12will richtig eingesetzt werden.
31:15Ich werde selber mit dir reden.
31:17Dann werde ich das Thema
31:18von mir aus auch nicht anschneiden.
31:22Apropos Wahrheit,
31:23haben Sie inzwischen mal
31:24Ihren Brief aufgemacht?
31:25Ja, gestern war so viel los.
31:26Meine Post, bitte.
31:27Der Unfall von Mutti.
31:31Sie hatten den erstaunlichen Mut,
31:33dieses Studium zu beginnen.
31:34Und jetzt sind Sie zu feige,
31:35das Ergebnis zu erfahren?
31:37Was, wenn die vielen Jahre
31:38völlig umsonst waren?
31:39In dem Moment,
31:41wenn ich weiß,
31:42ich bin durchgefallen,
31:43muss ich meinen Kittel ausziehen,
31:44kann nach Hause gehen.
31:45Dann wÀren Sie immerhin
31:46der kompetenteste Pfleger,
31:47den die Welt je gesehen hat.
31:48Ja, das wĂ€re ich frĂŒher.
31:50Jetzt wÀre ich nur
31:50ein gescheiterter Medizinstudent.
31:52Blödsinn.
31:53Ihre Worte.
31:54Das habe ich doch nur gesagt,
31:55um Ihnen Angst zu machen,
31:57damit Sie zu der verdammten
31:58PrĂŒfung gehen.
31:59Und jetzt machen Sie
31:59endlich Ihren Brief auf.
32:04Nun frage ich Sie,
32:05Timo Schönherr.
32:06Wollen Sie mit der hier
32:07anwesenden Frau Anna Kluge
32:09die Ehe schließen?
32:10So antworten Sie bitte
32:11mit Ja.
32:13Ja.
32:14Ich richte meine Frage
32:15nun auch an Sie,
32:16Anna Kluge.
32:17Wollen auch Sie mit dem
32:18hier anwesenden
32:19Herrn Timo Schönherr
32:20die Ehe eingehen?
32:21So antworten auch Sie
32:23bitte mit Ja.
32:25Ja.
32:26Damit erklÀre ich Sie
32:27zu rechtmĂ€ĂŸig
32:28verbundenen Eheleuten
32:30und darf Sie nun bitten,
32:31sich gegenseitig
32:32die Ehe anzuschieben.
32:33Anna, das ist doch
32:34wahre Liebe, oder?
32:36Mag sein.
32:38Sie sind gerne negativ.
32:40Gar nicht.
32:42Wissen Sie,
32:43was ich mich zum Beispiel
32:44gerade frage?
32:45Wie Sie die Hochzeit
32:46vielleicht doch noch
32:47verhindern können?
32:47Nein.
32:48Wie unsere Hochzeit
32:50eigentlich aussehen wird.
32:51Ich wĂŒnsche Ihnen,
32:52dass sich alles erfolgt,
32:54was sich...
32:54Scherz.
33:04Hans-Peter.
33:07Ich habe gehört,
33:08deine Mutter ist...
33:09Sie ist gestern gestĂŒrzt.
33:12TrĂŒmmerbruch der Schulter.
33:14Ausgerechnet auf der
33:15gesunden Seite.
33:17Sie braucht auf Monate hin
33:18intensive Pflege.
33:20Es tut mir so leid.
33:22Sie hat es so gehasst,
33:23in der Wohnung rumzusitzen.
33:25Sie wollte immer raus,
33:26was erleben,
33:27aktiv sein.
33:29Es ist jetzt alles vorbei.
33:32Ich weiß gar nicht,
33:33wie ich ihr das beibringen soll.
33:36Wir mĂŒssen den Tatsachen
33:38ins Auge blicken.
33:40Ich bin jetzt soweit.
33:44Jetzt?
33:45Bitte, mach du ihn auf.
33:47Bist du sicher?
33:48Ja?
33:53Ja.
34:11Ich gratuliere,
34:12du hast bestanden.
34:13Was?
34:13Eine 2,5.
34:15Eine 2,5.
34:16Das ist ja Wahnsinn.
34:17Ich habe tatsÀchlich bestanden.
34:18Ich habe es gewusst.
34:19Ich habe es gewusst.
34:43Ich werde mich dafĂŒr einsetzen,
34:45dass Sie Ihre alte Pflegerstelle
34:46wiederbekommen.
34:49Sie sind doch durchgefallen, oder?
34:51Ich habe bestanden mit einer 2,5.
34:53Und warum machen Sie dann ein Gesicht,
34:55als wÀren Sie in ein Essigfass gefallen?
34:58Ihnen wÀre es wahrscheinlich lieber gewesen,
35:00Sie wÀren durchgefallen.
35:01Damit Sie sich in Ihrem Selbstmitleid
35:03so richtig suhlen können.
35:05Ich freue mich ja.
35:08Aber anders, als ich gedacht hatte.
35:11Ich habe 6 Jahre dafĂŒr gearbeitet.
35:13Meine GĂŒte, ja.
35:15Manch einer schafft es in 4 Jahren.
35:18So wie ich zum Beispiel.
35:19Aber ich musste ja auch nicht hauptamtlich
35:21als Pfleger arbeiten.
35:23Danke.
35:27Im Grunde ist das nur ein StĂŒck Papier.
35:29Nein, Herr Kollege, das ist es nicht.
35:31Es ist vielleicht der grĂ¶ĂŸte Erfolg Ihres Lebens.
35:36Haben Sie mich gerade
35:37Herr Kollege genannt?
35:39Hab ich das.
35:41Wir sind jetzt Kollegen?
35:43Besser, Sie bilden sich nicht zu viel
35:45darauf ein.
35:51Jetzt bist du ein richtiger Arzt.
35:53Ja, ich habe mein Examen bestanden
35:55und jetzt darf ich meinen Facharzt machen.
35:57Sag ich doch.
35:59Wir mĂŒssen allerdings noch ĂŒber was anderes sprechen,
36:01was nicht so erfreulich ist.
36:04Wir mĂŒssen nĂ€mlich ĂŒberlegen,
36:05was wir mit dir machen,
36:06wenn du hier aus dem Krankenhaus rauskommst.
36:09Ich glaube nicht,
36:10dass du zurĂŒck in deine Wohnung kannst.
36:13Bis du wieder fit bist,
36:14da war das mindestens ein halbes Jahr.
36:17Eher ein ganzes.
36:18Ich habe auch schon darĂŒber nachgedacht.
36:20Ich werde in ein Pflegerheim gehen.
36:22Ich wĂŒrde dich nur bitten,
36:23mir ein schönes auszusuchen.
36:25Also es kommt gar nicht in Frage,
36:26du ziehst zu mir.
36:29Bist du sicher?
36:30Ja, Platz ist genug da.
36:33Wo tragen wir uns denn da noch?
36:36Das will ich doch hoffen.
36:38Eine Bedingung hÀtte ich allerdings.
36:41Ja.
36:42Bitte versuche nicht weiter,
36:43mich mit Schwester Ulrike zu verkuppeln.
36:54Klemme.
36:55Maschine ist hochgefahren.
36:57Maschine hat vollen Schluss.
37:03Atmung ist ab.
37:04Schere, Pinzette.
37:06Machen Sie sich auf eine grĂ¶ĂŸere Blutung befasst.
37:09Aha.
37:13Trauen Sie sich zu,
37:14die Pulmonalartherie zu prÀparieren?
37:16Ja.
37:16Gut.
37:17Die Rekonstruktion ĂŒbernehme ich da wieder.
37:19Kann ich auch machen,
37:20wenn ich schon dabei bin.
37:22Wie ich sehe,
37:23beschrÀnkt sich Ihre Scheu
37:24vor Herzensangelegenheiten
37:25nur auf dem metaphorischen Part.
37:27Auch vor diesem Part
37:28scheue ich mich nicht, Herr Kollege.
37:30Allerdings habe ich eine gewisse Scheu
37:31vor Vertragsangelegenheiten,
37:32insbesondere,
37:33wenn denn Ihnen GefĂŒhle
37:34festgeschrieben werden sollen.
37:38Der tiefere Sinn der Ehe
37:40hat sich mir einfach nie erschlossen,
37:41obwohl ich danach gesucht habe,
37:42jahrelang.
37:44Alles, was ich gefunden habe,
37:46ist ein anderer Nachname.
37:48Den haben Sie ja immerhin behalten.
37:50Warum eigentlich?
37:52Wegen Moritz
37:53und aus Bequemlichkeit.
37:56Ich prÀpariere jetzt die Aorta.
38:01Guck dir alles in Ordnung?
38:03Alles entspannt.
38:09Sehr gute Arbeit, Frau Kollegin.
38:11Danke.
38:12Was meinen Sie?
38:13Sollten wir nicht
38:14auf Ihren gelungenen Einstand
38:16anstoßen?
38:17Warum nicht?
38:19Das ist doch schön
38:19hier an der Sachsenklinik, oder?
38:22MĂŒssen zugeben,
38:23wir haben die vielen netteren Kollegen.
38:25Es tut mir schon leid,
38:26dass ich die Klinik in MĂŒnchen
38:26verlassen musste.
38:27Ich verstehe jetzt auch,
38:28warum sie Professor Heinlein
38:29nicht gehen lassen wollte.
38:32Er hat mich gehen lassen.
38:37Was fĂŒr uns alle
38:38ja auch ein großes GlĂŒck ist.
38:39Sie werden es hier
38:40sehr weit bringen.
38:41Ich wusste gar nicht,
38:41dass Sie mit Professor Heinlein
38:42ĂŒber mich gesprochen haben.
38:43Doch, habe ich.
38:45Und da hat er gesagt,
38:46dass er mich behalten möchte?
38:48Nein, also nicht so direkt.
38:50Er hat sich sehr positiv
38:51ĂŒber Sie geĂ€ußert.
38:52Ach, ja dann frage ich mich,
38:54warum er mir keinen
38:54Vertrag angeboten hat.
38:59Haben Sie mich abgeworben?
39:01hinter meinem RĂŒcken?
39:02Nein.
39:03Ich habe nur,
39:04bevor wir Ihnen
39:04ein Angebot gemacht haben,
39:06mit ihm gesprochen.
39:07Und wann war das?
39:09Ach, das weiß ich jetzt nicht mehr.
39:10Ich glaube,
39:11es ist an der Zeit,
39:11etwas klarzustellen.
39:12Nein, wir mĂŒssen hier gar nichts.
39:13Wir mĂŒssen Ihnen was sagen.
39:14Katrin, bitte.
39:14Martin, ich möchte,
39:15dass Sie das jetzt erfÀhrt.
39:18Bitte, was soll ich erfahren?
39:25Dass Professor Heinlein
39:26Sie nicht ĂŒbernommen hat,
39:27ist meine Schuld.
39:33Ich kann absolut verstehen,
39:35dass Sie sauer sind.
39:35Sauer?
39:36Sie glauben,
39:37ich bin sauer?
39:38Das trifft es sich mal annÀhernd.
39:39Was bilden Sie sich ein?
39:40Lassen Sie es mich bitte erklÀren.
39:42Sie können sich Ihre ErklÀrung
39:43sonst wohin stecken.
39:44Und Sie,
39:45Sie,
39:46halten Sie sich in Zukunft
39:47fern von mir.
39:55Danke.
39:56Vielen Dank.
39:59Tut mir leid.
40:00Weißt du,
40:01manchmal ist Ehrlichkeit
40:02auch einfach nur noch Dummheit.
40:04Du bist die ChefÀrztin,
40:05hast du es vergessen?
40:06Wie stehen wir denn jetzt da?
40:19Ist alles in Ordnung?
40:21Ja.
40:23Ihre Werte sind gut.
40:24Okay.
40:25Sie wird bestimmt
40:26gleich aufwachen.
40:29Übrigens,
40:30alles Gute
40:31zur Hochzeit
40:32von den Kollegen.
40:33Danke.
40:35Ich weiß,
40:36Ihre Frau
40:36hat sich eine romantischere
40:37Hochzeit gewĂŒnscht,
40:38aber ich finde,
40:39romantisch als das
40:40vorhin geht was gerne.
40:42Das ist lieb
40:42und sie wird sich
40:43total darĂŒber freuen.
40:46Gehen Sie ruhig zu ihr.
41:18Ich dachte,
41:19das muss gefeiert werden.
41:20Danke.
41:23Danke.
41:24Kann ich kurz was sagen?
41:25dich darf man ja
41:26keine Sekunde
41:27aus den Augen lassen.
41:29Aber,
41:29wo ihr jetzt schon
41:30alle hier seid,
41:32ohne euch
41:33und sie
41:33hÀtte ich das
41:33niemals geschafft.
41:34Als ich vor vielen Jahren
41:36als Pfleger
41:37an der Sachsen-Klinik
41:38anfing,
41:39wÀre ich im Traum
41:39nie auf die Idee gekommen,
41:41dass ich
41:41eines Tages mal
41:43als Arzt
41:44vor ihnen stehen wĂŒrde.
41:46Es war ein
41:47langer Weg
41:48und...
41:48Und wir waren
41:49alle dabei.
41:52Herzlichen GlĂŒckwunsch!
41:54Sekt soll man trinken,
41:55solange er perlt.
41:57Du hast es geschafft.
41:59Respekt.
42:00Danke.
42:00Drei,
42:01vier.
42:03Herzlichen GlĂŒckwunsch!
42:04Danke.
42:07Auch von meiner Seite.
42:09Kommen Sie morgen frĂŒh
42:09in mein BĂŒro,
42:10dann plaudern wir
42:11ĂŒber Ihre Zukunft
42:12an der Sachsen-Klinik
42:13und wenn Sie mit
42:13Frau Mark
42:14vertreten,
42:14verhandeln Sie ruhig,
42:15hart.
42:15Sie haben meine
42:16UnterstĂŒtzung.
42:17Danke.
42:19Herr Brennerchen,
42:22Prost,
42:22Tata.
42:23Kinderherr
42:28Ja,
42:29ja,
42:29Das ist ein Gott.
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