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  • vor 2 Tagen

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Kurzfilme
Transkript
00:12Untertitelung. BR 2018
00:56Untertitelung. BR 2018
01:28Untertitelung. BR 2018
01:46Untertitelung. BR 2018
01:58Untertitelung. BR 2018
02:30Untertitelung. BR 2018
03:02Untertitelung. BR 2018
03:09Untertitelung. BR 2018
03:10Die suchen jetzt raus in die Gegend ab.
03:16Sie hat sich gewehrt.
03:29Liebste,
03:31ich muss dir ein Geständnis machen,
03:32wenn ich dich sehe,
03:33ist alles Sonne, alles brennt.
03:36Und ich will immer bei dir sein.
03:40Das hat ein Mann geschrieben,
03:41würde ich sagen, oder?
03:44Wobei, nee, kann auch eine Frau
03:45gewesen sein. Was meinst du in der Affäre?
03:48CS.
03:52Das ist eine eigenartige Formulierung.
03:56Wenn ich dich sehe,
03:57ist alles Sonne,
03:58alles brennt.
04:01Sie kamen seit gut einem Monat.
04:04Zwei, dreimal,
04:04ganz unregelmäßig.
04:06Allein.
04:07Junge am Mann.
04:09Hier verkehrt keiner ganz alleine,
04:11wenn sie wissen,
04:11wo die Gnäle.
04:13Und die Männer?
04:14Nur einer.
04:16Immer derselbe.
04:17War wohl ihr Stammkunde.
04:19Name?
04:20Puh.
04:23Kein Name von ihr,
04:24kein Name von ihnen.
04:25Oh, okay.
04:28Ja, danke.
04:38Die Wirtin hat keine Personalien aufgenommen.
04:41Ist sie nicht per Meldergesetz
04:42verpflichtet,
04:42jeden Gast einzutragen?
04:43Ja, schon,
04:44aber sie sieht das nicht so eng.
04:45Sie vermietet gerne
04:46auch mal stundenweise.
04:48Das war keine Prostituierte.
04:50Welche Prostituierte
04:51macht sich solche Notizen?
04:52F-60,
04:54Gesprächsphase
04:55zur Einstimmung,
04:56Vorspiel,
04:57GV,
04:57Orgasmus,
04:59postkuritale Ruhephase
05:00und dann noch jede Menge
05:01Platz für Kommentare.
05:04Ist das jetzt beim Sex
05:04mitgeschrieben?
05:06Nee,
05:07dazu ist sie nicht mehr gekommen.
05:08Sie wollte das Treffen
05:10wissenschaftlich protokollieren.
05:13Ich habe die Autos
05:13überprüft,
05:14die draußen geparkt sind.
05:15Nur eines
05:16ließ sich keiner der Personen,
05:17die gerade im Hotel sind,
05:18zuordnen.
05:19Das ist der Name
05:19der Halterin.
05:21Anna Böttcher,
05:23Coaching und Therapie.
05:46Oh gut,
05:46was machst du denn hier?
05:47Ja, wie immer Objektschutz.
05:49Ah, okay.
05:52Ja, Mensch, alles Gute, ne?
05:53Hier auch.
05:54Tschüss.
05:57Wer war denn das?
05:58Kollege von früher.
06:00Macht Objektschutz.
06:01Das Archive vom Inselnabend.
06:10Noch ein Böttcher?
06:15Maud,
06:16meine Tochter ist,
06:20es tut mir sehr leid.
06:28Entschuldigen Sie,
06:28mir ist etwas flau.
06:30Können Sie mir ein Wasser
06:32geben?
06:33Natürlich.
06:41Ich lasse Ihnen lieber,
06:42wenn wir später nochmal kommen.
06:44Nein, nein,
06:44es geht schon,
06:45es geht schon.
06:48Dankeschön.
06:51Sie ist doch gerade
06:52erst zurückgekommen.
06:54Zurückgekommen?
06:55Wie meinen Sie das?
06:58Vor einem halben Jahr
06:59aus Amerika.
07:01Wir hatten jahrelang
07:02keinen Kontakt.
07:04Wie kann das?
07:13Ich habe ihr das Studium bezahlt.
07:17Aber sie hat abgebrochen,
07:18meinte,
07:19sie wolle meine
07:20Almosen nicht mehr.
07:23Meine Frau ist gestorben,
07:24da war Anna 14.
07:27Wir haben beide
07:27sehr darunter gelitten.
07:33Und ich konnte ja nicht
07:34erfahrt,
07:35dass sie eine
07:35sie gerne gehabt hätte.
07:37Auf einmal steht sie vor mir
07:38mit einem Bachelor-Degree
07:39in Psychologie.
07:41Fragt,
07:41ob ich einen Therapieraum
07:42für sie habe.
07:45Ich war so glücklich.
07:50Das war wie eine zweite Chance.
07:55Herr Dr. Pötcher,
07:57wir haben das Gefühl,
07:58dass der Mord an ihrer Tochter
07:59was mit ihrer Arbeit zu tun hat.
08:02Was für eine Art von Therapie
08:04oder Coaching
08:05hat sie denn angeboten?
08:08Sie hatte sich darauf
08:10spezialisiert,
08:12Menschen zu coachen
08:13mit Beziehungsproblemen
08:14in Sinn- und Lebenskrisen.
08:17Sie war keine Diplom-Psychologin,
08:20hatte also keine
08:20psychotherapeutische
08:21Zusatzausbildung.
08:24Aber so jemand wie Anna,
08:27solche Leute werden sehr gesucht.
08:29Meine Praxis ist überfüllt.
08:31Viele Patienten warten Monate,
08:33Jahre auf einen Therapieplatz.
08:36Und dabei brauchen sie
08:37manchmal nur jemanden,
08:38der ihnen zuhört.
08:40Ich würde mir gerne mal
08:42Anna's Praxis anschauen.
08:44Bitte.
08:48Da, direkt nebenan.
08:50Ja.
09:18Da, direkt nebenan.
09:26Ja.
10:03Was wissen Sie über die Bekannten, über die Freunde Ihrer Tochter?
10:06Wie hat sie ihre Abende, Nächte, ihren Urlaub verbraucht?
10:10Sie hat nur für ihre Arbeit gelebt.
10:12Da war kein Platz für irgendjemanden.
10:16Herr Dr. Wörtcher, wir möchten Ihre Zeit nicht unnötig in Anspruch nehmen.
10:19Ist das in Ordnung, wenn wir ein paar Sachen mitnehmen?
10:21Natürlich.
10:23Hat eigentlich das Therapieangebot von Ihrer Tochter auch sexuelle Handlungen beinhaltet?
10:29Wie kommen Sie darauf?
10:31Naja, offenbar hatte sie seit einigen Monaten mit drei Personen intimen Umgang.
10:35Den sie akribisch protokolliert hat, vom Streicheln übers Küssen bis zum Geschlechtsverkehr.
10:40Das kann nicht sein.
10:43Sie haben nichts davon gewusst?
10:44Nein.
10:46Auf einer Akte steht als Treffpunkt das Motel, in dem wir Anna gefunden haben.
10:51Es gibt noch regelmäßige Termine.
10:57Supervision Martin.
11:00Wir haben Kontrollgespräche geführt über Ihre Arbeit, die Patienten, die hier in die Praxis gekommen sind.
11:07Aber diese Fälle hier sind völlig unbekannt.
11:12Und dann, vor etwas über einem Monat, hört die Supervision abrupt auf.
11:16Am 24.
11:17Warum?
11:18Keine Zeit, wir hatten.
11:20Meiner waren sie nicht viel zu tun.
11:22Ist es nicht problematisch, wenn der Vater die Supervision der eigenen Tochter macht?
11:29Entschuldige es mir einen Augenblick.
11:42Was sagen wir, der Objektschutz, die haben ja Kameras da.
11:45Lass doch mal überprüfen, ob die den Praxiseingang auch drauf haben.
11:48Du glaubst, dass der Täter mal hier gewesen ist?
11:51Naja, hier war Annas Wirkungsstätte.
11:53Sie wird ja nicht gleich mit ihrem Mörder ins Motel gegangen sein.
11:59Tschüss.
12:01Alle Klienten, die Anna Böttcher beraten hat, also alle von denen, die ich gesprochen habe,
12:06beschreiben sie als empathisch, zugewandt und mit großem Engagement.
12:10Keiner von denen hat ja diese Geschenke gemacht.
12:12Anna hat die Geschenke auch gar nicht ausgepackt, als wenn sie sie nicht annehmen wollte.
12:16Und das sind alles teure Sachen.
12:19Ja.
12:20Aber die Kette hier, die wird sie getragen haben.
12:22Die lag im Hotel auf dem Tisch.
12:24Ich meine, vielleicht kommen die Geschenke auch von einem ihrer drei anonymen Klienten.
12:29Passt doch zu dem Liebesbrief.
12:31Hier zu den Fotos.
12:33Gruppengespräche mit entlassenen Straftäterinnen und Gespräche mit traumatisierten Flüchtlingen.
12:38Beides hat sie ehrenamtlich gemacht.
12:40Anna hatte kurz vor ihrem Tod Geschlechtsverkehr.
12:42Das hat die Obduktion ergeben.
12:44Aber keine Hinweise auf eine Vergewaltigung.
12:47Ich verstehe nicht, warum sie das macht.
12:49Also, offiziell arbeitet sie in der Praxis von ihrem Vater.
12:53Und coacht Leute mit normalen Problemen.
12:56Aber heimlich, da...
12:57Da wollte sie Methoden ausprobieren, die der Vater in seiner Praxis niemals gestattet hätte.
13:01Vielleicht wollte sie ihm irgendwas beweisen.
13:03Was?
13:05Dass sie Fälle therapieren kann, die er ihr nie zugetraut hätte.
13:09Ach, und da muss sie sich natürlich mit vollem Körperansatz an die Leute ranwerfen.
13:13Ja, wieso?
13:13Es gibt doch sowas wie Sexualbegleitung.
13:15Ja, bei Menschen mit Behinderung zum Beispiel oder bei Alten in Pflegeheimen.
13:19Das ist Triebbefriedigung.
13:20Das ist keine Therapie.
13:22Da gehen die Meinungen auseinander.
13:23Manche sagen auch, das tröstet, das lindert die Einsamkeit.
13:28Wir müssen auf jeden Fall rausfinden, wer F32, F60 und F66 sind.
13:34Die Kreditkartenfirma von Anna Böttcher hat gerade ihre letzten Buchungen rübergeschickt.
13:38Sie hat gestern Vormittag ein Doppelzimmer bezahlt in einem Hotel in der Fasanenstraße.
13:47Als wir den Champagner gebracht haben, sind Sie da dieser Frau begegnet?
13:50Nein.
13:52Nein, die, die die Tür aufgemacht hat, die war älter.
13:56Ja, ich würde sagen, kürzere Haare.
14:00Konservativ, ja.
14:03Danke.
14:04Ich wäre gerne nochmal mit allein.
14:50Max, eine der drei Personen, mit denen an der Böttcher intim gewesen ist, war eine Frau.
14:56Okay, ich bin gleich da.
15:02Weil das Archiv vom Innensenator ein potenzielles Terrorziel ist, werden die Aufnahmen von der
15:06Überwachungskamera Langzeit gespeichert.
15:09Und der Eingang von der Praxis ist voll mit drauf.
15:11Wir haben alle äußeren Merkmale, die Anna an ihren Protokollen erwähnt hat, in Phantombilder umgesetzt.
15:16Also ganz vage Bilder.
15:18Wir haben F66, Student, schlank, glatte blonde Haare, leicht gebeugter Gang und so weiter und so weiter.
15:25F32, Geschlecht inzwischen klar, weiblich, attraktiv, halblange dunkle Haare, unauffälliges Auftreten.
15:31Und F60, männlich, kräftig gebaut, machohaft, stark tätowiert, am auffälligsten ein rotes Herz auf der Brust.
15:39Wahnsinn, gute Arbeit.
15:43Und?
15:44Was?
15:45F32 und F66.
15:49Wie, ihr habt die schon gefunden?
15:51Bei ihr war es leicht.
15:53Mit dem Kennzeichen, das ist Christina Grasse, 41, nicht berufstätig, keine Vorstrafe.
15:59Das hier könnte F66 sein, bei ihm fehlt uns noch der Name.
16:05Geh doch mal zurück.
16:07Da, die Plastiktüte.
16:10Solche Plastiktüten gibt es in der Staatsbibliothek, damit die keine Bücher klauen können.
16:14Echt?
16:15Max, das hättest du eigentlich wissen müssen.
16:17Mir rutscht auch mal was durch.
16:19Finde ich aber enttäuschend, du.
16:20Finde ich auch enttäuschend.
16:35Finde ich auch enttäuschend.
17:04Finde ich auch enttäuschend.
17:06Finde ich auch enttäuschend.
17:18Finde ich auch enttäuschend.
17:21Finde ich auch enttäuschend.
17:28Finde ich auch enttäuschend.
17:43Finde ich auch enttäuschend.
17:55Finde ich auch enttäuschend.
18:14Finde ich auch enttäuschend.
18:44Finde ich auch enttäuschend.
18:55Finde ich auch enttäuschend.
19:13Finde ich auch enttäuschend.
19:42Finde ich auch enttäuschend.
20:00Finde ich auch enttäuschend.
20:00Finde ich auch enttäuschend.
20:08Finde ich auch enttäuschend.
20:45Finde ich auch enttäuschend.
20:59Finde ich auch enttäuschend.
21:02Finde ich auch enttäuschend.
21:04Finde ich auch enttäuschend.
21:33Finde ich auch enttäuschend.
21:35Finde ich auch enttäuschend.
21:41Ich hatte pillemaphobie.
21:43Wie zeigt sich das?
21:45Ja.
21:45Darin.
21:46Dass ich solche Sachen gemacht habe.
21:49Und Frau Betty hat mir gezeigt, dass ich Kussangst hatte.
21:52Kussangst?
21:53Und was muss ich mir darunter vorstellen?
21:56Na ja.
21:57Genau genommen hatte ich Angst vor dem, was ...
21:59nach dem Küssen kommt.
22:01Und von dieser Angst hat Frau Böttcher Sie befreit?
22:03In Gesprächen,
22:05praktischen Übungen, in denen Sie die Rolle
22:06Ihrer Partnerin übernommen hat, ja?
22:08Ja.
22:10Sie hat mir gezeigt, wie man eine Frau anfasst
22:12und wie mein Körper reagiert,
22:15wenn es zum Kuss kommt
22:16und dann weitergeht.
22:18Wie man damit umgeht, als Mann.
22:22Armer Hund.
22:24Wieso?
22:24Der hat doch Glück gehabt, dass sie ihm die Angst genommen hat.
22:29Wir hatten immer Picknicks gemacht.
22:31Im Wald.
22:32Ich hatte euch immer erzählt, dass ich als Kind
22:33den Duft von Tannen so gern hatte.
22:37Und Sie haben sich verliebt?
22:42Dann haben Sie ihr Geschenke gemacht?
22:48Es ist nicht von mir.
22:50Und diesen Liebesbrief?
22:52Den haben Sie ihr geschrieben?
22:54Das ist überhaupt nicht meine Schrift!
22:58Frau Böttcher war meine Lehrerin, ja?
23:00Nicht meine Freundin.
23:03Aber durch sie hatte ich schon zwei Dates.
23:05Und eins davon sogar mit Küssen.
23:11Hören Sie,
23:12ohne Frau Böttcher hätte ich das nie geschafft.
23:14Ihr Vater hatte recht.
23:16Doktor Böttcher?
23:17Der wusste davon?
23:19Ja.
23:20Mit ihm habe ich ja das Eingangsgespräch gemacht.
23:23Und dann hat er sie an seine Tochter überwiesen?
23:26Ja.
23:27Gott sei Dank.
23:31Die Weitergaben von Privatgeheimnissen,
23:33dazu zählen auch die Inhalte psychotherapeutischer Sitzungen,
23:35ist strafbar.
23:36Ist europarechtlich verboten und mit einem Bußgeld belegt?
23:39Ich weiß.
23:40Aber ich begreife einfach nicht,
23:41wie Ihnen das wichtiger sein kann,
23:43als die Aufklärung des Mordes an Ihrer Tochter.
23:47Verstehen Sie doch, ich...
23:51Ja.
23:52Ich fühle mich schuldig am Tod meiner Tochter.
23:54Hätte ich ihre Arbeit nicht unterstützt,
23:55würde sie heute noch leben.
23:58Ich verstehe Sie.
24:00Sie waren immer noch tief verunsichert.
24:02Sie hofften auf eine zweite Chance
24:04für die ungelebte Beziehung zu ihrer Tochter.
24:07Sie haben ihre berufliche Verantwortung
24:08vollkommen außer Acht gelassen.
24:10Sie waren ja, ja, blind vor Sehnsucht nach Anna.
24:13Sie hat in Amerika die Methoden
24:14der US-Mediziner Masters und Johnson kennengelernt
24:17und wollte nach denen hier praktizieren.
24:19Erweiterte körperliche Heilmethoden,
24:21die auf die Sexualität mit einschließen.
24:23Sie wollte als Sexualsurrogat arbeiten,
24:25als Übungspartnerin.
24:27Herr Dr. Bött, Sie wissen, wie umstritten das ist.
24:31Wie schnell Patienten ihre Gefühle
24:33auf Therapeuten übertragen.
24:34Wie leicht sich bei sexuellen Kontakten
24:37ein Gefühl von Liebe einschleichen kann,
24:38weil Zurückweisung Hass.
24:41Haben Sie mal darüber nachgedacht,
24:42warum sich ihre Tochter ausgerechnet
24:43diesen Beruf ausgesucht hat?
24:47In Amerika ist das weit verbreitet
24:49und vieler anerkannter als bei uns.
24:51Hier, das ist ein Masters und Johnson.
24:54Ich habe Anna nur Patienten vermittelt,
24:56von denen keinerlei Gefahr ausging.
24:58Offensichtlich nicht.
25:00Sonst wäre sie ja jetzt nicht tot.
25:03Sie haben ihr Daniel Kastrup geschickt.
25:06Wen noch?
25:07Christina Grasse?
25:08Beides Patienten, denen Anna helfen konnte.
25:11Frau Grasse litt unter Kopfschmerzen,
25:12Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen.
25:15Sie hatte in meiner Praxis nur Patienten
25:17den Platz weggenommen, die ihn nötiger haben.
25:19Wer war der Dritte?
25:20Wer noch?
25:23Niemand?
25:23Es gab noch einen Dritten.
25:26Einen Mann, den Anna als F-60 geführt hat.
25:29Aggressiv, machohaft, gewalttätig,
25:31tätowiert.
25:32Er war möglicherweise derjenige,
25:33der mit Anna kurz vor ihrem Tod geschlafen hat.
25:35Ich schwöre Ihnen, diese Person hat Anna
25:37nicht über mich kennengelernt.
25:42Entschuldigen Sie mich.
25:47Böttcher?
25:48Hallo?
25:49Hier ist Frau Grasse.
25:51Ich brauche Hilfe.
25:53Frau Grasse, bleiben Sie ganz ruhig.
25:55Mein Mann ist am Durchdrehen.
25:56Ich habe mich eingeschlossen.
25:58Sie haben sich eingeschlossen.
25:59Das ist gut.
26:00Das ist gut.
26:00Aber jetzt ritt die Tür ein.
26:02Ich habe Angst.
26:11Polizei aufhören!
26:12Aufhören Sie die Tür!
26:15Fennsteinschlagen.
26:19Komm runter!
26:22Ich kann die Tür ein!
26:24Du, was ist die Tür?
26:27Die Tür auf!
26:30Nehmen Sie den Haken runter!
26:32Den Haken runter!
26:33Raus da aus meinem Haus!
26:34Wo ist Ihre Frau?
26:35Ist sie da drin?
26:37Geht's Ihnen gut?
26:38Ob's ihr gut geht?
26:40Die hat mich betrogen mit dieser Frau!
26:42Das ist ein Missverständnis.
26:44Das gehört zur Therapie!
26:48Ganz ruhig.
26:48Noch ist nichts passiert.
26:50Gehen Sie da rein.
26:50Gehen Sie ins Wohnzimmer.
26:52Ich will mit Ihnen reden.
26:53Warum hat sie das gemacht?
26:56Das ist so demütigend.
27:10Frau Grasse, ich bin Schumann.
27:13Ihr Mann hat sich beruhigt.
27:19Frau Grasse?
27:22Ist alles in Ordnung?
27:24Ist alles in Ordnung?
27:41Das ist gut.
27:43Das ist gut.
27:44Er ist weg.
27:52Danke.
28:00Frau Grasse,
28:03ist Ihr Mann öfter Ihnen gegenüber gewalttätig gewesen?
28:06Nein.
28:06Nein, nein.
28:08Wie würden Sie Ihre Ehe beschreiben?
28:11Lieblos.
28:12Ich bin seine zweite Frau.
28:16Wahrscheinlich hat die erste Ehe seiner Gefühle aufgebraucht.
28:20Deswegen Wahnsinn-Therapie.
28:21Ja.
28:23Ich hatte das Gefühl,
28:24bei meinem Mann nur den leeren Platz auszufüllen,
28:26den seine Ex-Frau hinterlassen hat.
28:30Beim Repräsentieren in der Firma.
28:34Und Anna Böttcher?
28:41Seinem eigenen Leib wieder liebevoll Aufmerksamkeit widmen.
28:45So hat sie es genannt.
28:48Und dass ich zu viel an mir selbst zweifle,
28:50hat sie gesagt.
28:54Anna hat Ihnen gut getan.
29:01Ich bin nicht lesbisch oder so.
29:04Wissen Sie,
29:05ich...
29:06Anna ist eine...
29:07Ja.
29:08Eine richtige Freundin geworden.
29:12Ja.
29:13Ja.
29:17Ja.
29:19Ja.
29:20Ja.
29:21Ja.
29:21Ja.
29:22Ja.
29:24Ja.
29:24Ja.
29:27Wir haben die Läden ermittelt,
29:29in denen die Sachen gekauft wurden.
29:32Die Bezahlung
29:34lief immer über Ihre Kreditkarte.
29:39Ja.
29:43Das stimmt.
29:44Ich...
29:45Ich wollte Anna eine Freude machen.
29:47Ich...
29:47Ich habe ihr so viel zu verdanken.
29:51Anna hat die Sachen gar nicht ausgepackt.
29:55Das wusste ich nicht.
29:58Als Sexualsurrogate,
29:59als...
29:59Als Ihre Übungspartnerin,
30:01da konnte sie das nicht.
30:02Sie durfte das gar nicht.
30:04Sie musste immer darauf achten,
30:06dass sie ihre Begleiterin,
30:07ihre Helferin blieb.
30:08Und auf gar keinen Fall
30:10ihre Geliebte wurde.
30:12Ja,
30:12sie hat mal gesagt,
30:13ich biete Hilfe
30:14und
30:15Liebe verkauft eine Prostituierte.
30:19Aber Sie haben Anna geliebt.
30:25Ja,
30:27vielleicht.
30:29Auf eine gewisse Weise.
30:37Haben Sie die auch geschenkt?
30:41Nein.
30:43Das habe ich noch nie gesehen.
30:45Wie hat Ihr Mann
30:46von den Treffen zwischen Ihnen
30:47und Frau Böttcher erfahren?
30:49Er wusste es von Herrn Dr. Böttcher.
30:51Seit etwa drei Wochen.
30:53Er hatte mir seitdem verboten,
30:54weiter zur Therapie zu gehen.
30:56Er meinte,
30:57ich würde es bereuen,
30:58wenn ich damit weitermache.
31:00Aber Sie haben Sie nicht
31:01an das Verbot gehalten?
31:02Ich wollte.
31:03Ich...
31:04Ich konnte darauf nicht verzichten.
31:07Ich...
31:07Da ist er besser von ihr
31:08auch so ausgerastet.
31:12Glauben Sie,
31:14dass Lars sie...
31:18Was glauben Sie?
31:21Was?
31:25Ich denke,
31:26ich kenne meinen Mann
31:26gar nicht richtig.
31:29Und manchmal glaube ich,
31:32er wäre zu allem fähig.
31:39Wie geht es mir einer Frau?
31:41Sie will sie bis auf weiteres
31:43nicht sehen.
31:44Es gibt auch ein
31:44richterliches Kontaktverbot.
31:47Diese Therapeutin
31:50hat Christina schamlos manipuliert.
31:52Wie kommt sie darauf?
31:55Weil sie in letzter Zeit
31:56völlig verändert war.
31:58Inwiefern?
32:00Fröhlich war sie.
32:06Kaufte Blumen.
32:07Manchmal hat diese Summen,
32:08wenn sie im Bad war,
32:09das hat sie alles früher nicht gemacht.
32:11Seiner Frau geht es
32:12zum ersten Mal wieder gut
32:13und Ihnen macht das misstrauisch?
32:14Kann man doch verstehen.
32:15Ist doch normal in der Ehe.
32:16Nee, Max, das ist nicht normal.
32:18Ich meine,
32:18dass man da misstrauisch wird.
32:20Als wir geheiratet haben
32:23vor einem guten Jahr,
32:26da habe ich mich wirklich
32:27um meine Frau bemüht.
32:29Ich weiß ja nicht,
32:30was sie von mir erwartet hat.
32:33Ich habe dann...
32:38Ich habe dann öfter länger gearbeitet.
32:40Sie haben sie vernachlässigt.
32:42Und als sie dann plötzlich
32:43wie verwandelt war,
32:45haben sie geglaubt,
32:46dass sie ein Verhältnis
32:47mit ihrem Psychotherapeuten hat,
32:48mit Herrn Dr. Böttcher.
32:49Ich habe mich angerufen, ja.
32:52Er hat mich ausgelacht.
32:54Sie hat gesagt,
32:54dass Christina bei seiner Tochter ist.
32:56Warum haben Sie vor drei Wochen
32:57ihrer Frau verboten,
32:59weiterhin zu Frau Böttcher zu gehen?
33:00Weil das immer schlimmer wurde.
33:03Prinzessin macht munter Therapie
33:05und zu Hause bleibt alles liegen?
33:08Der hat ja wirklich alles vernachlässigt.
33:11Vor allem gegen Sie.
33:20Besitzen Sie eine Waffe, Herr Grasse.
33:27Will ich damit sagen,
33:28ich habe diese Frau umgebracht?
33:29Sie haben meine Frage nicht beantwortet.
33:32Welche Frage?
33:32Nein!
33:33Ich habe keine Waffe.
33:35Ich wusste doch überhaupt nichts
33:36von diesem Treffen im Hotel.
33:38Durch Sie habe ich doch erst erfahren,
33:39was meine Frau da wirklich getrieben hat.
33:41Deshalb habe ich ja zu viel getrunken.
33:42Mein Verhalten tut mir leid.
33:44Sagen Sie das Ihrer Frau,
33:45nicht mir.
33:48Kann jemand bestätigen,
33:50wo Sie vorgestern tagsüber gewesen sind?
33:52Ja, im Büro.
33:53Wir hatten den ganzen Tag Conference Calls.
33:56Ich habe ja diese Frau nicht ermordet.
34:01Nee.
34:03Kann ich mich wirklich nicht erinnern an so Ihnen.
34:06Ich konnte ja auch nur vage den Mann beschreiben,
34:09der hier zusammen mit der Frau war,
34:10die gestern ermordet wurde.
34:11Manche Männer wollen hier nicht gesehen werden.
34:14Ach, und dann gucken Sie auch nicht so genau hin?
34:16Kann man so sagen.
34:19Aber das Mädchen, also die junge Frau,
34:21das war eine besondere.
34:23Ganz feine war das.
34:26Anna Böttcher.
34:28Sie hat als Therapeutin gearbeitet.
34:30Das sagen die Frauen alle,
34:32die hier nur für ein paar Stunden ein Zimmer buchen.
34:35Sie war aber wirklich Anna.
34:40Arme Ding.
34:43Also, wenn ich Ihnen was sagen soll über den,
34:46der Sie hier ein paar Mal besucht hat,
34:48auch ohne genau hinzukicken,
34:49hat der mir schon irgendwie Angst gemacht.
34:52Wieso?
34:53Als ob der durch Ihnen durchkippt.
34:55Nee, als ob der Ihnen durchschaut.
34:57Wissen Sie, was ich meine?
34:59Klugere Beobachter?
35:00Nee, eher nicht.
35:02Mehr erinnern, der er Macht über Ihnen hat.
35:04Oh Mensch, jetzt habe ich Ihnen ja
35:06keinen Kaffee angeboten, wollen Sie?
35:07Gerne.
35:09Eine Frage noch.
35:10Die Türen hier,
35:11wenn die von innen nicht verschlossen sind,
35:13kann man die dann von außen öffnen?
35:14Ja, kann man.
35:16Wenn nicht abgeschlossen ist, ja.
35:19Dann kommt ja praktisch jeder
35:20als Mörder in Frage,
35:21der hier im Haus gewesen ist.
35:23Zumindest jeder,
35:23den Sie hier nicht vorbeigehen sehen haben.
35:27Jetzt ein Kaffee?
35:45Oh, Herr Schumann.
35:47Herr Dr. Böttcher.
35:49Ich wollte mich erkundigen.
35:50Wie geht's, Frau Krasse?
35:52Ganz gut.
35:55Sind Sie extra deswegen hierher gekommen?
35:56Nein, ich, ähm,
35:58ich habe mir Gedanken gemacht
35:59und ich wollte,
36:01kann man Sie irgendwo ungestört unterhalten?
36:03Bitte, kommen Sie in meinem Büro.
36:06Ich glaube, ich weiß jetzt,
36:08warum Anna die Supervision
36:09immer wieder verschoben hat.
36:11Nicht nur wegen der vielen Arbeit.
36:13Nein, ich, danke.
36:16Nein, ich halte es für,
36:18ich, ich halte es für möglich,
36:20dass zwischen Anna und Frau Krasse,
36:22dass da, dass da mehr war.
36:24Frau Krasse hatte sich tatsächlich
36:26in Ihre Tochter verliebt.
36:29Das habe ich befürchtet.
36:31Deswegen hatte ich ich jeglichen Kontakt
36:32mit Frau Krasse untersagt.
36:34Daran hat Anna sich aber nicht gehalten.
36:37Sie hat sich heimlich weiter
36:38mit ihr getroffen in einem Hotel.
36:40Dann hat Anna mich belogen.
36:42Sie hatte mir versichert,
36:43sie würde niemals
36:44ohne meine Supervision arbeiten.
36:47Anna hatte auch außerhalb der Praxis
36:49heimlich eigene Patienten.
36:51Also jedenfalls den einen.
36:53F-60.
36:56Anna ist dritter Patient.
37:02Wissen Sie, was F-60 bedeuten könnte?
37:04Äh, ja, das ist ICD,
37:06International Classification of Diseases,
37:08eine Standardklassifizierung
37:10von Krankheiten, alphabetisch.
37:13Und wofür steht dann F-60?
37:16Dissoziale Störung,
37:17auch asoziale, antisoziale,
37:19psychopathische Störung?
37:22Psychopathen planen ihre Taten lange
37:24und bereiten sie mich nur ziös vor.
37:27So einen würde ich niemals behandeln.
37:30Wie konnte Anna sich nur
37:32mit so jemandem einlassen?
37:34Wenn ich das wüsste,
37:35wüsste ich, wer der Mörder ist.
37:54Sadistische Gewalt.
37:59Langjährig vorfantasierte Szenarien.
38:09Manipulatives Verhalten.
38:11Liebste,
38:12ich muss dir ein Geständnis machen.
38:14Wenn ich dich sehe,
38:15ist alles Sonne,
38:16alles brennt.
38:17Und ich will immer bei dir sein.
38:28Alles Sonne,
38:31alles brennt.
38:54Eine Sex-Drogatin?
38:56Das finde ich irre spannend.
38:59Hm,
38:59habe ich mir gedacht.
39:01Na ja,
39:01Sex tut gut.
39:02Wir beide sind doch
39:03das beste Beispiel, oder?
39:04Und treffen uns auch
39:05auf den Hotels.
39:07Stimmt.
39:11Mit stetig wachsendem Erfolg.
39:20Und was ist mit dem
39:22Exklusivitätsrecht?
39:28Du meinst die Liebe.
39:29Zum Beispiel?
39:32Die typische Ausrede
39:34für schlechten Sex.
39:36Du meinst,
39:37alles ist rein sexuell?
39:39Romantiker.
39:44Morgen.
39:45Was Neues?
39:46Ja.
39:48Wir haben einen Typen gefunden,
39:49auf den die F-60-Beschreibung passt.
39:51War lange in der Fahndung,
39:52wurde aber nie gefasst.
39:54Drei Angriffe gegen Frauen
39:55in den letzten sechs Monaten.
39:56Wurden alle brutal zusammengeschlagen.
39:59Zwei von denen
39:59hat ihren Revolver
40:00in den Hals gedrückt
40:01und hat sie vergewaltigt.
40:03Die Frauen haben ihn
40:03aber identisch beschrieben.
40:05Hier.
40:06Das ist doch unser F-60.
40:09Und immer das gleiche Handlungsmuster.
40:11Kennenlernen im Internet,
40:13verabreden,
40:13schönen Kaffee trinken,
40:14nach Hause bringen
40:15und da ist dann passiert.
40:17Das ist so riskant von ihm.
40:20Deshalb konnten die Frauen
40:21ja auch so gut beschreiben.
40:23Das Vertrauen der Opfer,
40:25das gibt ihm den Kick.
40:27Das letzte Opfer,
40:29Charlotte Siemsen,
40:3038, wurde vor fünf Tagen überfallen.
40:32Charlotte Siemsen?
40:35CS?
40:36Die, die Gravur auf dem Anhänger.
40:39Holt die Frau sofort her.
40:41Sie würden ihn also
40:42jederzeit wiedererkennen?
40:46Ja.
40:50Gehört die Ihnen?
40:52Ja.
40:54Die Geld hat mir
40:55mein Vater mir geschenkt.
40:57Zur Meisterpumpfung.
41:00Er hat sie mir abgerissen
41:01und sie mitgenommen.
41:06In Ihrer Anzeige,
41:07da haben Sie
41:07zu Protokoll gegeben,
41:10dass sein Hemd
41:11aufgeknüpft war.
41:12Ja.
41:13Er war überall tätowiert.
41:16Und hier hatte er
41:17ein Herz.
41:19Ein rotes Herz.
41:22Darauf musste ich
41:23die ganze Zeit gucken.
41:34Aber er hatte keine Waffe.
41:37Nee.
41:39Es kam auch nicht
41:40zu einer Vergewaltigung.
41:43Danke, Frau Siemsen.
41:45Ich rufe jetzt
41:46eine Kollegin,
41:47die wird sich um Sie kümmern.
41:48Und die bringt Sie
41:48dann auch nach Hause her.
41:52Es tut mir sehr leid.
41:55Er trägt Tattoos
41:56und eins davon
41:57ist nur gutes Herz.
41:58Genau das hat Anna
41:59über ihren F60 geschrieben.
42:01Konnte F60
42:02nur vor Übergriff stoppen,
42:04indem ich mit Abbruch
42:05der Behandlung gedroht habe.
42:07Er hat sie umgebracht.
42:09Und vorher hatte er
42:10noch Sex mit ihr.
42:10Das ist total krank.
42:12Das war Teil
42:13der Inszenierung,
42:14die er sich für Anna
42:14ausgedacht hatte.
42:16So nah,
42:16wie er anangekommen ist.
42:17So nah ist er
42:18an keine andere Frau
42:19rangekommen.
42:24Abgegeben wurde
42:24der Schuss aus nächster Nähe.
42:25Das ist klar.
42:26Der Täter stand also
42:27direkt vor ihr.
42:28Aber wir haben auch
42:29auch an ihren Händen
42:30Schmauchspuren gefunden.
42:32An beiden Händen?
42:33An beiden.
42:34Wer die Waffe in der Hand hatte,
42:36als der Schuss fiel,
42:37lässt sie nicht mit Sicherheit sagen.
42:38Auf jeden Fall aber
42:39ist der Revolver
42:40beim Abdrücken
42:40verrissen worden.
42:42Also kann sie auch
42:43die Waffe in der Hand
42:44gehabt haben
42:44und auf jemanden
42:45gezielt haben.
42:56F-60.
42:58Sie wollte sich
42:59vor ihm schützen
43:00und er hat sich
43:00auf sie gestürzt.
43:08Bruno,
43:09wir sind durch
43:10mit Böttchers Akten.
43:11Da ist kein einziger
43:12Patient dabei,
43:12der auch nur annähernd
43:13auf F-60 passt.
43:15Wo hat die denn
43:16aufgegabelt?
43:18Ihr ehrenamtliches Engagement.
43:20Frauengefängnis
43:21und Flüchtlinge.
43:23Habt ihr mal gecheckt,
43:24ob sie sonst noch
43:24irgendwo tätig gewesen ist?
43:26Ja, haben wir.
43:28Schau mal.
43:31Anonyme gegen Gewalt.
43:33Ja, das ist eine
43:35anonyme Selbsthilfegruppe
43:36für Männer,
43:37die Probleme
43:37mit ihren Gewaltausbrüchen haben.
43:39Bis vor zwei Monaten
43:41hat Anna
43:41da hin und wieder
43:42gearbeitet.
43:50Hallo, hallo.
43:51Fühl dich wohl hier.
43:53Danke.
44:07Der könnte es auch sein.
44:10Vorgestern,
44:11das war ein scheiß Tag,
44:13wieder so ein absoluter
44:14Scheißtag im Büro
44:16und abends fängt meine Frau
44:17an, mich wegen Urlaub
44:18zu nerven.
44:19Und dann war das
44:20wie ein Blitz.
44:22Für einen Moment
44:22sehe ich,
44:23wie ich ihren Kopf
44:24in den Kühlschrank stecke
44:25und die Tür zuhaue.
44:26Immer wieder.
44:29Aber ich habe nur
44:29durchgeatmet.
44:32Ganz tief durchgeatmet.
44:34Reden wir mal um drüber,
44:35Schatz,
44:35habe ich gesagt
44:36und bin raus
44:36und bin raus
44:37in den Garten.
44:38Gut gemacht.
44:39Gut gemacht.
44:45Du bist neu.
44:47Magst du was sagen?
44:48Ich glaube,
44:49ich bin noch nicht so weit.
44:50Ich würde gerne erstmal
44:51ein bisschen zuhören.
44:54Gut.
44:54Lassen wir hier
44:55alles an negativer Energie raus,
44:56Jungs,
44:57damit wir es nicht mehr
44:57nach Hause nehmen.
45:06Kopf im Nacken
45:08und zur Mitte ziehen,
45:10Arme lang strecken,
45:12zur Mitte rüber ziehen,
45:14gerade zur Mitte rüber,
45:15Arme strecken,
45:16gerade zur Mitte rüber,
45:19über das linke Bein rüber,
45:24ohne zu federn.
45:26Okay, Jungs,
45:27es reicht jetzt.
45:29Immer zu zweit,
45:30ab an die Sandsäcke.
45:33Ich muss los.
45:37Und wir beide?
45:40Ja.
45:41Los, komm.
45:42Oh, komm.
45:44Versuch mal den Körper
45:45in deine Schläge rein zu legen.
45:47Okay, und wechsel.
46:11Oh, Rübung.
46:15Wow.
46:16Nächstes Tintengemälde.
46:17Stark.
46:19Tintengemälde, er hat ihn.
46:21Ich habe schon überlegt,
46:22mir das wegmachen zu lassen,
46:23aber scheiß Leserei,
46:24rüst ja.
46:25Ja,
46:26ja, sonst erkennt man dich ja auch.
46:28Schuhe meiner LKA,
46:29sie sind vorläufig festgenommen.
46:37Hinten über den Kopf.
46:37Hinten über den Kopf.
47:00Hinten über den Kopf.
47:01Danke, dass Sie ihn gekriegt haben.
47:04Alles Gute.
47:08Drei Frauen.
47:10Allein in den letzten sechs Monaten.
47:12Wollen Sie was dazu sagen,
47:13Herr Domien?
47:15Keine Reue.
47:17Kalt wie ein Fisch.
47:27Herr Domien?
47:28Das war ich nicht.
47:30Die da, okay, aber das, das war ich nicht.
47:36Sie haben sich mit Anna Böttcher
47:38in diesem Hotel getroffen.
47:40In diesem Zimmer.
47:42Ja, habe ich.
47:42Seit wann?
47:44Etwa sechs Wochen.
47:45Waren Sie vor drei Tagen,
47:46also vergangenen Donnerstag
47:47bei Frau Böttcher
47:48in diesem Hotelzimmer?
47:49Ja, war ich.
47:50Und das hat mir jedes Mal echt geholfen.
47:54Aber kurz davor
47:55hatten Sie doch schon wieder
47:55das Vertrauen einer Frau erschlichen.
47:58Sind über sie hergefallen,
47:59haben sich auf sie gesetzt,
48:01sie geschlagen.
48:01Aber sonst nichts.
48:04Nein, sonst nichts.
48:05Sonst nichts.
48:06Sonst nichts.
48:09Ach, nur geschlagen.
48:11Das ist natürlich eine super Leistung.
48:13Du bist doch irre.
48:15Und Sie glauben,
48:15das haben Sie der Therapie
48:17von Anna Böttcher zu verdanken?
48:20Dass Sie auf einmal Hemmungen hatten,
48:22ihr Ritual wie üblich durchzuziehen?
48:25Da wollen wir in den Hals vergewaltigen.
48:27Ja, definitiv.
48:28Das, was Frau Böttcher mit mir gemacht hat,
48:31das Streicheln und so,
48:32das hat mich verändert.
48:34Ich konnte nicht mehr.
48:36Ich habe keinen Hass mehr gespürt.
48:38Nichts.
48:39Nichts.
48:41Stattdessen haben Sie der Frau
48:42diese Kette abgerissen
48:44und Sie Frau Böttcher geschenkt.
48:46Ja, als Dankeschön.
48:47Ich konnte sie doch nicht bezahlen.
48:48Sie hat die ganze Therapie
48:49umsonst für mich gemacht.
48:51Hat meiner Tante gehört,
48:52habe ich ihr gesagt.
48:55Aber das hier,
48:56das ist mehr als ein Dankeschön.
48:58Nein, ja, also ich,
48:59den habe ich geschrieben.
49:00Aber der war nicht für Frau Böttcher.
49:03Gehört so das zur Therapie?
49:04So eine Art Hausaufgabe?
49:09Ich habe ihn ihr zum Durchlesen gegeben.
49:12Sie hat mir versprochen,
49:13ein paar Ausdrücke zu ändern.
49:16Bei mir im Haus, da wohnt,
49:19da wohnt eine Frau.
49:21Wir grüßen uns,
49:22manchmal reden wir am Briefkasten und so.
49:24Und Frau Böttcher hat mir Tipps gegeben,
49:26wie ich sie ansprechen soll.
49:28Und so.
49:34Na, dann hat Anna ihm doch tatsächlich
49:36was beigebracht.
49:37Ach, Quatsch.
49:38Die Frau wäre doch sein nächstes Opfer gewesen.
49:42Anna war freundlich zu Ihnen.
49:45Hat sich auf Sie eingelassen.
49:47Hat Ihnen Scotch geschenkt,
49:49Zigarillos und Liebe.
49:51Nein, keine Liebe.
49:53So ein Ersatz.
49:55Ein Ersatz für Liebe.
49:57Ersatz?
49:58Na ja.
50:00So eine Art Anleitung für richtige Liebe.
50:03Weiche Liebe.
50:05So was habe ich mich ja sonst nie eingelassen.
50:09Weil es eins eine gemachte geht.
50:11Das hat Ihnen Angst gemacht.
50:13Ihr hat das ja auch was gebracht.
50:14Ach.
50:16Inwiefern?
50:16Nur so.
50:18Das spürt man.
50:20Hat ihr gefallen.
50:22Sonst hätte sie doch so was nie gemacht.
50:25Auf jeden Fall hat Anna Ihnen geholfen,
50:27ihr brutales Ritual zu durchbrechen.
50:29Aber nicht, weil Sie plötzlich geheilt waren
50:31von ihren krankhaften Neigungen.
50:32Ganz im Gegenteil.
50:34Annas Anleitung zur Liebe
50:35hat ihre Fantasie beflügelt.
50:38Dadurch wurde Anna selbst
50:39zum Objekt ihrer Begierde.
50:41Sie haben die Frau ermordet,
50:42die sie heilen wollte.
50:46Nein, ich war das nicht.
50:48Und die Frau im Briefkasten,
50:49die kaufe ich Ihnen nicht ab.
50:50Die haben Sie erfunden.
50:50Nein.
50:51Doch.
50:52Nein.
50:53Doch.
50:55Dieser Liebesbrief,
50:56diese Kette,
50:57das ist alles nur Teil
50:58einer neuen Inszenierung,
50:59die Sie sich für Anna ausgedacht hatten.
51:02Sie haben erst mal
51:02Ihr Vertrauen erschlichen.
51:04Dann haben Sie
51:04Ihren Behandlungserfolg vorgespielt.
51:07Und die ganze Zeit
51:08hatten Sie überhaupt
51:08nur ein Ziel vor Augen.
51:09Anna sollte Ihr nächstes Opfer werden.
51:11Niemals.
51:12Ich habe ihr sogar
51:13meinen Revolver gegeben.
51:14Ich wollte ihn gar nicht mehr.
51:15Sie lügen.
51:16Den Revolver,
51:17den haben Sie ja nur gegeben,
51:18damit sie sich sicher fühlt.
51:19Dann haben Sie mit ihr geschlafen,
51:20dann haben Sie
51:21den Revolver zurückverlangt.
51:22Das Opfer
51:23überreicht dem Täter
51:24die Mordwaffe.
51:25Das muss für Sie
51:26ein Hochgefühl gewesen sein.
51:27Sie hatten die totale Kontrolle.
51:29Und dann haben Sie
51:30Ihr Ritual erweitert
51:31um Mord.
51:35Wo ist die Waffe?
51:36Die habe ich bei ihr gelassen.
51:38Ich habe sie auch
51:38nicht mehr zurückverlangt.
51:40Frau Böttcher
51:40hat die Waffe behalten.
51:42Die müssen Sie doch
51:43bei ihr gefunden haben.
51:45Und ich sage Ihnen was,
51:46die Nachbarin,
51:47die Nachbarin,
51:48die gibt es sehr wohl.
51:53Wo ist die Waffe?
52:04Domine.
52:06Achim Domine,
52:07ja natürlich.
52:10Vor
52:10etwa drei Monaten
52:12hat Anna mich gebeten,
52:14ihn zu begutachten.
52:16Er war in ihrer
52:16Selbsthilfegruppe.
52:18Er war hier,
52:19aber ich habe es abgelehnt,
52:20ihn zu therapieren.
52:21Er war ein absoluter Psychopath.
52:23Er gehörte in die Klinik,
52:23nicht in eine ambulante Therapie.
52:34Er.
52:37Er hat Anna.
52:40Anna hat mit ihm gearbeitet.
52:44Genau wie mit Christina Grasse
52:45und Daniel Kastrup.
52:47Warum?
52:49Warum?
52:50Ich verstehe es einfach nicht.
52:51Helfen Sie mir.
52:52Wahrscheinlich war es
52:53Ihre Vatersuche.
52:57Das war ihr fast
52:58eine Vatersucht.
53:00Deswegen wahrscheinlich
53:01auch Ihre Arbeit
53:02als Surrogat.
53:03Als Ersatz?
53:04Mhm.
53:10Also ich meine,
53:12Sie meinen,
53:13Anna hat darunter gelitten,
53:15dass sie ihr nicht
53:16die richtige
53:17Vaterliebe
53:18geben konnten.
53:19Also ich meine,
53:19so wie sie sich gewünscht hat
53:21und dann ist sie
53:21auf Dominen gestoßen
53:23und
53:24ja klar,
53:25Psychopathen haben
53:26ein sehr feines Gespür
53:27für
53:27die Schwächen anderer,
53:29für die Leiden.
53:30Nee.
53:30Das hat er ausgenutzt.
53:32Er hat eine Weile
53:33so Therapie gespielt
53:34mit Anna,
53:35das hat ihn erregt
53:35und irgendwann
53:36hat er dann die Kontrolle
53:37über seine Triebe
53:38verloren.
53:38Nein, nein, nein.
53:39Ich glaube eher,
53:40dass er von Anfang an
53:41vorhatte,
53:41sie umzubringen.
53:43Und hat sich auf sie
53:44gestürzt und
53:45damit erschossen.
53:51Aber so kann ich
53:52das nicht beweisen.
53:55Verstehen Sie,
53:56ich muss mir
53:56genau vorstellen können,
53:58wie es passiert ist,
54:00also wenn er
54:01oder anders,
54:04sehen Sie mal an.
54:10Sie sind Domin
54:11und ich bin
54:12Ihre Tochter
54:14und
54:14Sie stehen jetzt
54:16vor mir,
54:16also vor,
54:17vor,
54:17vor Anna,
54:18ja?
54:19Sie haben den Revolver
54:20in der Hand
54:20und
54:22was jetzt?
54:24Was tut Anna?
54:24Wie reagiert sie jetzt?
54:26Anna,
54:30Anna
54:30verwirrt sich.
54:31Wie?
54:32Sie hat hier keine Zeit
54:33nachzudenken.
54:34Was tut sie?
54:34Was tut sie jetzt?
54:37Ich glaube,
54:38sie versucht,
54:38ihm den Revolver
54:39zu entreißen.
54:42So?
54:43Ja, möglich.
54:44Nee.
54:47Ihre Tochter hat vielleicht
54:48Domains Gefährlichkeit
54:49unterschätzt,
54:50aber sie war nicht verrückt.
54:52Jeder vernünftige Mensch
54:53hätte in der Situation
54:54den Raum verlassen
54:55oder gesagt,
54:56legen Sie die Waffe weg.
54:57Aber niemand wäre
54:57auf jemanden zugestürzt,
54:59der eine Waffe
54:59in der Hand hält.
55:00Aber Sie,
55:02Sie haben es getan.
55:03Sie sahen Ihre Tochter
55:05halbnackt
55:05in Unterwäsche vor sich
55:06und Sie wussten ganz genau,
55:08dass Sie gerade
55:08mit einem Psychopathen
55:09geschlafen hatte
55:10und Sie hatten Angst.
55:12Sie hatten Angst,
55:13dass Anna das nächste
55:14Opfer sein würde
55:15und genau in dem Moment
55:16haben Sie einfach
55:17die Kontrolle verloren.
55:19Sie haben sich
55:19auf Sie gestürzt
55:20wie ein verletzter Liebhaber.
55:28Annas Arbeit
55:28hat sie aufgewühlt.
55:30Am Anfang sind Sie
55:31noch damit klargekommen,
55:32haben wir den kleinen
55:32Studenten zugeschustert,
55:34Christina Grasse.
55:35Aber als Sie dann
55:36Domain als Patienten
55:37abgelehnt haben,
55:38da hat sie irgendwann
55:39die Angst überfallen,
55:40dass Anna auch mit ihm
55:41ins Bett geht.
55:42Und da wollten Sie sich
55:43Gewissheit verschaffen
55:44und haben Ihre Akten
55:46durchsucht
55:46und sind auf F60 gestoßen,
55:48Domain.
55:49Und da konnten Sie
55:50nicht mehr stillhalten.
55:52Ich hatte wahnsinnige Angst
55:53um Anna.
55:55In seinen Unterlagen
55:56fand ich
55:58den Termin
55:58für das nächste Treffen
55:59im Hotel immer schön.
56:02Das hatte schon angefangen.
56:03Ich bin hin
56:04und dann habe ich
56:04nur noch weggehen sehen.
56:06Und da sind Sie rein.
56:07Ich habe Anna
56:08zur Rede gestellt
56:09und sie hat gelacht.
56:11Sie hat gelacht
56:12und zieht einen Revolver
56:14aus ihrer Tasche.
56:16Seinen Revolver,
56:16den hat er ihr gegeben,
56:17den solle sie immer
56:18bei sich tragen.
56:19und sie zeigt ihn mir
56:20als Beweis,
56:21als Beweis dafür,
56:22wie weit sie mit ihm
56:22schon gekommen ist.
56:23So hat er sich schon manipuliert.
56:24Das haben Sie
56:25als Teil seiner
56:27Gewaltfantasie interpretiert.
56:29Und da haben Sie
56:30Angst bekommen,
56:32dass Anna
56:32sein nächstes Opfer wird.
56:33Ihre Anna.
56:35Und in der Sekunde,
56:36da konnten Sie Ihre Gefühle
56:37nämlich nicht mehr kontrollieren.
56:38Da haben Sie kapituliert.
56:39Nein!
56:40Ich habe...
56:42Es ist passiert.
56:44Ich habe doch nur...
56:44Ich habe Ihre Hand gegriffen.
56:46Ich wollte den Revolver.
56:47Ich habe...
56:48Und dann war...
56:50Und dann wäre ich es.
56:53Ich...
56:54Wo ist die Tatwaffe,
56:55Herr Böttcher?
56:57Im Hof.
56:58Ich habe sie vergraben.
57:02Ich habe das nicht gewollt.
57:04Das müssen Sie mir glauben.
57:05um mich.
57:07Ihre Tochter ist tot.
57:10Welche Schuld sie trifft,
57:12das muss ein Richter entscheiden.
57:32Kommen Sie.
57:35Kommen Sie bitte.
57:43Diese Surrogatgeschichte
57:44passt doch nicht für uns.
57:46Ach ja?
57:47Warum nicht?
57:49Zu riskant?
57:50Tja.
57:52Irgendwie
57:53kommen beim Sex
57:54doch immer Gefühle
57:55mit ins Spiel.
57:59Komm,
58:00lass uns noch eine Runde drehen.
58:04Okay.
58:11Kommen Sie.
58:26Kommen Sie.
58:43Untertitelung des ZDF, 2020
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