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KurzfilmeTranskript
00:13Untertitelung. BR 2018
00:43Untertitelung. BR 2018
01:22Lopi! Lopi!
01:25Das ist mein Kind! Das ist mein Kind!
01:28Lopi!
01:32Lopi!
01:41Lopi!
01:57Die Leiche der 14-jährigen Schülerin Sophie Wolthau wurde vor zwei Wochen zufällig von einem Jogger im Volkspark entdeckt.
02:04Wie uns die Berliner Polizei beteilte, gibt es noch keine Angaben zum Tathergang oder zu einem möglichen Motiv.
02:11Am morgen, den 1. Januar, wäre Sophie 15 Jahre alt geworden.
02:15Lopi!
02:20Lopi!
02:24Lopi!
02:28Lopi!
02:45Die Alleinerziehende Carola Wolthau trauert um ihre ermordete Tochter Sophie.
02:50Sophie verschwand vor zwei Wochen an einem Donnerstag und wurde einen Tag später von einem Jogger in einem abgelegenen Ballstück
02:57tot aufgefunden.
02:59Im Mordfall der 14-jährigen Schülerin Sophie Wolthau hat die Berliner Polizei keinerlei Neuigkeiten.
03:04Wie der zuständige Hauptkommissar Bruno Schumann gestern mitteilte, laufen die Ermittlungen auf Hochtouren.
03:09Angaben zur Todesursache oder zum möglichen Tathergang werden aus ermittlungstechnischen Gründen bisher nicht gemacht.
03:30Ich liebe dich.
03:37Volker, ich weiß, dass ich Fehler gemacht habe.
03:43Ich weiß, dass sie dir viel bedeutet hat.
03:49Ich liebe dich.
04:04...
04:09...
04:18Hey Lara, alles okay? Ja, wieso? Nee, du klingst nur so... Ich komme gerade aus der Dusche.
04:28Uno, es tut mir leid. Ich glaube, es wird ein bisschen später. Du, das passt hervorragend.
04:33Ich wollte dich sowieso fragen, ob wir uns nicht lieber bei mir im Präsidium treffen können.
04:35Ich muss nochmal zurück was klären. Perfekt. Ich komme sobald ich fertig bin.
04:41Okay. Bruno, ich freue mich. Ich mich auch.
04:54Ach Volker, warum können wir nicht einfach im Club feiern und Spaß haben und feiern wie alle anderen?
05:00Weil es meine Firma ist, weil es meine Leute sind und weil es nun mal zu meinen Pflichten gehört.
05:04Pflichten an Silvester. Das ist doch scheiße.
05:09Hättest du dir nicht was anderes anziehen können?
05:14Was hättest du denn gern gehabt? Weiß mit Blümchen? Rein, sauber, hochgeschlossen. Findest du mich nicht hübsch?
05:25Na komm.
05:36Noch ein bisschen.
05:37Nimm den Pütz.
05:40Nimm den Pütz.
05:45Oh, Herrschaften, das geht mir auf den Zeiger. Hier wird noch gearbeitet.
06:07Komm schon, Henry, Silvester, was ist denn los mit dir?
06:09Der kann einfach nicht feiern.
06:11Richtig, dass hier auch im Polizeirevieren kein Festsaal.
06:13Und alle fünf Jahre sind wir dran mit der Ausrichtung der Silvesterfeier für die Kollegen im Dienst.
06:17Und Herr Weber, das schließt Sie mit ein.
06:19Alle fünf Jahre, herrlich. Mir kommt das vor, als wäre das alle zwei Jahre der Fall.
06:22Ihr auch.
06:24Och Bruno, endlich. Rette mich von diesen Feierzombies hier. Wo warst denn du?
06:28Ich musste noch kurz was überprüfen.
06:29Hier, das sind die Akten, die du haben wolltest.
06:31Danke.
06:32Das ist jetzt nicht wahr. Ihr wollt nicht heute noch arbeiten.
06:35Der Fall Sophie Wolter ist noch nicht abgeschlossen.
06:37Das weiß ich, aber du wirst den Fall dieses Jahr nicht mehr lösen.
06:40Jedenfalls nicht, wenn wir jetzt schon anfangen, hier Luftballons aufzublasen.
06:55Pütz.
06:57Guten Abend, Herr Pütz. Hier Bruno Schumann.
06:59Schumann?
07:00LKA, wir haben vor einer Woche miteinander gesprochen. Ich bin der ermittelnde Hauptkommissar im Mordfall Sophie Wolter.
07:06Entschuldigen Sie, ich habe Sie nicht gleich einordnen können. Was gibt's denn, Herr Schumann?
07:09Ich habe da ein, zwei Fragen, die ich gern klären würde mit Ihnen.
07:13Jetzt? Heute?
07:15Ja, jetzt. Immerhin haben Sie die Leiche gewonnen.
07:18Gut. Stellen Sie Ihre Fragen.
07:20Ich würde Sie bitten, kurz vorbeizukommen.
07:23Vorbeizukommen?
07:23Ja, hier im Präsidium.
07:25Lieber Herr Schumann, vielleicht ist Ihnen aufgefallen, wir haben Silvester.
07:29Es hat doch wohl Zeit bis nach Neujahr.
07:32Ich muss nur noch mal Ihre Aussage mit Ihnen durchgehen, wie gesagt, ein, zwei Fragen klären.
07:36Dann müssen Sie die Aussage unterschreiben und fertig. Das dauert höchstens zehn Minuten.
07:40Herr Schumann, ich bin auf dem Weg zu einer großen Silvesterfeier in meiner Firma.
07:44Mir geht's ja genauso. Ich habe heute Abend auch noch was vor.
07:46Deswegen würde ich es gut finden, wenn wir das heute noch klären könnten.
07:52Zehn Minuten, sagen Sie?
07:53Zehn Minuten.
07:56Herr Schumann, Herr Schumann. Gut, ich komme.
08:00Danke.
08:01Danke.
08:41Was soll denn das? Das ist doch reine Schikane. Ruf uns einen Anwalt an.
08:47Liebes, er will nur ein paar Fragen klären. Das ist doch ganz normal.
08:50Die suchen nach einem Mörder.
08:51Und ich bin ein wichtiger Zeuge.
08:53Aber heute.
08:55Jetzt.
08:57Es wird nicht lange dauern. Warte, bitte.
09:01Punkt, bitte.
09:05Punkt, bitte.
09:17Und jederzeit.
09:26Punkt, bitte.
09:29Punkt, bitte.
09:30Herr Pütz, kann ich Ihnen helfen?
09:33Nein, Herr Schumann rief an.
09:35Ich warte, mich noch mal vorbeizukommen.
09:37Ach so, Bruno?
09:40Herr Pütz, danke, dass Sie gekommen sind.
09:43Herr Schumann, mein Fahrer wartet und meine Frau wartet, wenn wir da schnell geredet werden.
09:47Nehmen Sie doch schon mal da drin Platz, ich komme sofort.
09:52Was hast denn du vor, Bruno?
09:55Zeichne es bitte auf.
10:04Das ist ein Vernehmungszimmer, doch so offiziell.
10:07Ja, hier sind wir ungestört. Sie haben ja gesehen, was da draußen los ist.
10:10Silvester eben. Sie wollen noch arbeiten.
10:14Ich kann nicht anders. Mir ist nicht nach Feiern.
10:17Ich muss an Sophies Mutter denken. Ihre Tochter wäre morgen 15 Jahre alt geworden.
10:28Öfter Januar.
10:30Ich hoffe, es ist Geburtstag.
10:36Sie war Ihr Nachbarskind. War oft in Ihrem Haus. Hat dort ganze Nachmittage verbracht.
10:41Ja.
10:43Sie war sowas wie unsere Tochter. Die Tochter, die ich nie hatte.
10:50Was schreiben Sie jetzt schon auf?
10:53Das ist eine Antwort auf Ihre Fragen?
10:55Nein, nicht wirklich. Aber ich habe das so in Ihrem Vernehmungsprotokoll nicht gelesen.
11:00Ich bin heute Abend noch mal in den Park gewesen. Also habe mir den Fundort noch mal angesehen.
11:07Ich sage Fundort, weil wir können mittlerweile mit Sicherheit davon ausgehen, dass der Ort, an dem Sie die Leiche von
11:11Sophie gefunden haben, nicht der Tatort gewesen ist.
11:13Wie gesagt, ich habe mir das noch mal angesehen, bin Ihre Joggingstrecke noch mal abgegangen, den Weg, den Sie täglich
11:20laufen.
11:21Herr Schumann. Herr Schumann, Sie sprachen von zehn Minuten.
11:25Wenn wir jetzt bei Adam und Eva anfangen, dann...
11:35Gut. Sie waren also noch mal am Tatort. Fundort. Und?
11:44Von dem Weg aus kann man das Gebüsch, in dem Sie die Leiche von Sophie gefunden haben, gar nicht sehen.
11:51Kann man das Gebüsch nicht sehen? Ja, und?
11:56Da ist ein kleiner Hügel, eine Erhöhung. Und wenn ich unten auf dem Weg stehe oder da vorbeilaufe, dann kann
12:01ich das Gebüsch, in dem Sophie lag, ich kann das von dort gar nicht sehen.
12:05Wissen Sie, ich frage mich, was Sie dazu veranlasst haben könnte, von Ihrer täglichen Joggingstrecke abzuweichen.
12:12Weil, also, das müssen Sie ja getan haben, denn sonst hätten Sie die Leiche von Sophie nicht finden können.
12:19Nichts? Gar nichts hat mich veranlasst. Das ist meine Joggingstrecke.
12:23Wie? Der Weg über den Hügel?
12:26Ja, das ist meine tägliche Joggingstrecke. Über den Hügel bei den Sträuchern, die da am Weg stehen.
12:31Also, laut Ihrer Aussage hier laufen Sie um den See und den Weg außen um den Park herum.
12:39Richtig. Also, falsch. Das soll niemand wissen.
12:45Alle glauben, ich laufe um den ganzen Park herum. In Wirklichkeit kürze ich meine Joggingstrecke ab.
12:50Mach ich seit Jahren so.
12:54Das ist so.
12:56Gut, aber das steht hier nicht so.
12:58Ich habe vergessen, das ausdrücklich zu erwähnen.
13:03Vergessen?
13:04Ich habe nicht gedacht, dass das von Wichtigkeit ist.
13:07Ich kürze meine Joggingstrecke ab, Herr Schumann.
13:11Warum haben Sie das der Polizei nicht erzählt?
13:12Warum ich der Polizei nicht erzählt habe, dass ich mich beim Training bescheiße?
13:16Wie Millionen anderer Jogger auch?
13:19Millionen andere Jogger, die nicht zufällig die Leiche ihres Nachbarkennens finden.
13:23Herr Kurt noch mal, ich habe nicht dran gedacht.
13:26Ich mache das viermal die Woche. Ich kürze meine Joggingstrecke ab.
13:30Das macht mich doch jetzt nicht verdächtig, oder?
13:33Doch, das macht dich verdächtig.
13:35Hört ihr mal selbst zu, Mensch.
13:37Nachdem Sie die Leiche gefunden haben, sind Sie als erstes zurück nach Hause gelaufen.
13:42Ja.
13:43Aber wenn das so in Ihren Akten steht, wird es ja wohl so gewesen sein.
13:47Hier steht auch drin, dass Sie die Leiche zufällig auf Ihrer Joggingstrecke entdeckt haben.
13:51Habe ich auch.
13:52Die, wie es der Zufall will, mitten durchs Unterholz führt.
13:55Ja, das habe ich doch gerade erklärt.
13:57Herr Pütz, gibt es irgendjemanden, der das bestätigen kann?
14:00Welche Strecke ich gelaufen bin?
14:01Ja.
14:03Wahrscheinlich nicht. Ich laufe allein.
14:06Sie sind also der Einzige, der über Ihren Joggingbetrug, wie Sie es nennen, Bescheid weiß,
14:10der diesen Weg viermal in der Woche läuft
14:12und der dann zufällig auf diesem abgekürzten Weg die Leiche seines Nachbarkindes findet.
14:18Ja.
14:19Das steht aber nicht so in Ihrer Aussage drin.
14:24Dann schreiben Sie es doch verdammt noch mal jetzt so rein.
14:28Ich schreibe, dass Sie eine falsche Angabe bei der Polizei gemacht haben.
14:31Schreiben Sie, was Sie wollen.
14:34Aber schreiben Sie bitte auch, dass ich bestimmt nicht so blöd bin,
14:36so wie Wolthau zu töten, um Sie an einem Ort zu verstecken, den nur ich kenne,
14:40um Sie dann zufälligerweise dort selber zu finden.
14:44Wie dumm ist das denn?
14:46Das wäre wirklich ziemlich dumm.
14:48Genau.
14:51Und wenn Sie jetzt keine weiteren Fragen mehr haben,
14:53würde ich das Gespräch gerne nächste Woche fortsetzen.
14:55Draußen wartet mein Wagen, meine Frau.
14:57In meiner Firma warten meine Leute.
14:59Ich habe es wirklich sehr eilig.
15:00Ich würde jetzt gerne gehen.
15:02Ich bin noch nicht fertig.
15:05Herr Schumann, Ihre zehn Minuten sind schon lange um.
15:07Dann dauert es eben länger, Blödmann.
15:09Dann dauert es eben länger.
15:11Warum haben Sie nicht sofort vom Fundort aus die Polizei angerufen?
15:16Ich habe beim Laufen kein Telefon dabei.
15:19Es ist die einzige Zeit am Tag, wo ich mal ungestört sein will.
15:21Wo ich nicht erreichbar sein will.
15:24Sehen Sie, das ist doch eine gute Erklärung.
15:29Das ist doch eine gute Erklärung.
15:54Sofie.
16:01Sofie.
16:03Und dann sind Sie nach Hause gelaufen.
16:07Um die Polizei anzurufen, natürlich.
16:09Sie finden eine Leiche und das Erste, woran Sie denken, ist, einen Kilometer zurück nach Hause zu joggen?
16:15Ich hatte kein Telefon dabei.
16:17Ja, ja, ich weiß, aber Sie hätten doch irgendjemanden auf der Straße ansprechen können.
16:22Keine Ahnung, hat niemanden gesehen.
16:25Vielleicht war ich in Panik.
16:26Waren Sie in Panik?
16:29Es war immerhin Sophie.
16:31Sie wissen doch, dass ich Sophie kannte.
16:34Wie reagiert man denn normalerweise, wenn man die Leiche der Nachbarstochter findet?
16:38Gut.
16:38Sie sind entsetzt, stehen unter Stock, laufen panisch nach Hause, stürzen zum Telefon und wählen sofort die Notrufnummer der Polizei.
16:45Berliner Polizei, Leitstelle.
16:47Was kann ich für Sie tun?
16:48Ich habe eine Leiche im Volkspark gefunden.
16:50Okay, dann nennen Sie mir bitte Ihren Namen.
16:52Ich habe eine Leiche gefunden, im Volkspark, am kleinen See.
16:56Ich brauche Ihren Namen.
16:57Hören Sie nicht, fahren Sie, schicken Sie Ihren Wagen in den Volkspark.
17:00Ich habe Ihre Nummer in meinem Display. Ich kann Sie jederzeit zurückverfolgen.
17:04Was ich nicht verstehe, ist, warum Sie nicht sofort Ihren Namen genannt haben.
17:08Warum Sie nicht gesagt haben, dass es sich bei der Leiche um Sophie Wolltau handelt, die Tochter Ihrer Nachbarin.
17:16Schock? Panik?
17:18Haben Sie doch gerade selber gesagt.
17:21Verstehe.
17:25Ich weiß nicht mal mehr, ob ich sofort gesehen habe, dass es Sophie ist.
17:32Wie bitte?
17:34Sie haben gerade eben gesagt, dass Sie in Panik geraten sind, weil es die Leiche von Sophie war.
17:40Ja, richtig.
17:43Aber ich glaube, ich habe die Leiche gesehen.
17:45Und nicht sofort erkannt, dass es Sophie ist.
17:50Ich habe einen fetzen Stoff im Gebüsch gesehen.
17:54Ich konnte Ihr Gesicht gar nicht sehen.
17:57Sie lag auf dem Bauch.
17:59Sie sind sicher, dass sie auf dem Bauch lag?
18:02Ja.
18:03Haben Sie sich zu ihr runtergebeugt?
18:07Nein.
18:09Sie haben nicht versucht, Ihren Puls zu führen.
18:16So hat die Polizei Sophie gefunden.
18:19Wenn Sie nun sagen, dass sie auf dem Bauch lag, dann muss sie ja wohl irgendjemand in der Zwischenzeit umgedreht
18:23haben.
18:23Ich sagte, ich weiß es nicht mehr.
18:25Ich war in Panik, Schock.
18:27Ich habe eine Leiche gefunden.
18:29Ich weiß nicht mehr, ob sie so oder so lag.
18:30Ist das so ungewöhnlich?
18:32Sie kennen sich da besser aus als ich.
18:33Ist das so ungewöhnlich, dass man sich da nicht mehr erinnern kann?
18:37Nein, überhaupt nicht ungewöhnlich.
18:38Da sehen Sie.
18:40Ich habe möglicherweise falsch reagiert, mag sein.
18:44Aber da ist ein unschuldiges Kind gestorben.
18:58Tun Sie das bitte weg.
19:11Wie ist Sophie ermordet worden?
19:13Er wird.
19:18Sie wurde erwürgt.
19:26Scheiße, wie lange dauert das denn noch?
19:33Klotz nicht.
19:38Du musst dir doch nicht wirklich sorgen, oder?
19:41Ich habe es dir doch gesagt.
19:43Ich liebe ihn.
19:47Der Typ ist 20 Jahre älter als du.
19:5025.
19:51Und der Typ ist mein Ehemann.
19:56Ich schau.
20:01Ist das alles aufgezeichnet?
20:02Ja.
20:03Willst du ihn festlegen?
20:04Nee, wir haben ja nichts in der Hand.
20:06Wir haben nichts in der Hand?
20:07Bruno, der verstrickt sich ja in immer neue, völlig wilde Aussagen.
20:10Wenn du der Mörder wärst, würdest du dir doch eine Geschichte zurechtlegen, die wasserdicht ist.
20:14Ja, aber seine Geschichte ist eben nicht wasserdicht.
20:16Der versucht ja nicht mal seine alte Aussage zu untermauern.
20:18Ja, wie denn auch?
20:19Wen ruft denn der jetzt an?
20:24Ich krieg das nicht lauter.
20:25Soll ich zu ihm gehen?
20:26Nee, nee, ist schon okay.
20:35Was ist, wenn er die Kleine abgemuckst hat?
20:37Was?
20:38Nee, überleg doch mal.
20:39Der ist doch schon ziemlich lange da oben.
20:40Was ist, wenn die Bohnen was rausgefunden haben?
20:43Oh Gott.
20:44Oh Gott.
20:48Oh Gott.
20:49Oh Gott.
20:53Guck mal hier, das ist mit der Joggingstrecke.
20:55Du bist dann nochmal rausgefahren.
20:56Ja.
20:57Siehst du?
20:57Und das wusste er nicht.
20:58Und das hat ihn völlig aus der Bahn geworfen.
21:00Was ist denn hier jetzt?
21:01Nehmen wir ihn fest?
21:02Noch nicht.
21:03Nicht ohne einen einzigen stichhaltigen Beweis.
21:06Das ist doch Beweis genug, dass der sich hier ständig irgendwie...
21:09Bruno, das ist Barbara Pütz, die Ehefrau von Herrn Pütz.
21:24Bruno Schumann, freut mich.
21:25Was macht mein Mann da noch?
21:28Wir, ähm...
21:29Wir haben da noch ein paar Fragen zu klären.
21:31Was?
21:31Was denn für Fragen?
21:35Ich würde gerne mit meinem Mann sprechen.
21:37Natürlich.
21:38Bitte, kommen Sie.
21:51Warte bitte unten im Wagen.
21:54Wie die Dame es wünscht.
22:04Bitte.
22:09Volker?
22:11Wir müssen doch los.
22:13Wir warten da unten auf dich.
22:16Was ist denn los?
22:18Ja, was ist los, Herr Schumann?
22:20Warum kann ich nicht gehen?
22:22Frau Pütz, ich glaube, das wird heute nichts mehr mit Silvester.
22:25Wie bitte?
22:26Was soll das heißen?
22:28Mein Kollege da draußen wird Sie am liebsten sofort verhaften.
22:36Aber?
22:38Ich brauche nur einen Beweis.
22:40Was bedeutet das, Volker?
22:41Was denken die hier?
22:43Denken die, du hast so viel umgebracht?
22:47Denken Sie das, Herr Schumann?
22:49Denken Sie das?
22:51Ich habe gerade meine Anwälte angerufen.
22:53Die schicken so schnell wie möglich jemanden her.
22:55Mein Mann hat mit dem Mord nichts zu tun.
22:58Sie wissen in den Wagen, fahren deinen Club und haben ein bisschen Spaß.
23:01Wolltest du doch sowieso.
23:03Du gehörst sie nicht hin.
23:05Ich bleib hier.
23:07Ich bleib bei dir.
23:14Frau Pütz, als Ihr Mann vom Joggen kam, waren Sie da zu Hause?
23:19Ja.
23:22Er war fix und fertig.
23:23Ist sofort unter die Dusche gegangen.
23:26Ich bin ihm nach, weil...
23:27Weil ich gespürt habe, dass da was nicht stimmt.
23:32Volker?
23:35Volker, was ist denn los?
23:44Ich habe eine Leiche gefunden.
23:48Park.
23:52Du hast was?
23:56Volker!
24:00Ich glaube...
24:05Ich habe Sophies Leiche gefunden.
24:08Sophie?
24:11Welche Sophie?
24:16Sophie?
24:17Sophie?
24:25Er hat Ihnen also gesagt, dass er im Park die Leiche von Sophie gefunden hat?
24:29Ja.
24:31Sophies Leiche.
24:32Hast du gesagt.
24:35Nicht?
24:39Ich weiß es nicht mehr.
24:42Was spielt das denn auch für eine Rolle jetzt?
24:45Frau Pütz, ich muss Sie bitten, draußen zu warten.
24:47Volker?
24:49Wir warten nicht auf unsere Anwälte?
24:54Kommen Sie.
24:57Ich warte draußen.
25:06Sie haben also sofort gesehen, dass es die Leiche von Sophie war.
25:11Herr Schumann.
25:16Wie stellen Sie sich einen Engel vor?
25:20Schön, rein, unschuldig.
25:26Mädchen in Sophies Alter sind oft nicht sehr selbstbewusst, entdecken aber gleichzeitig ihre Persönlichkeit.
25:33Ich habe sehr viel gelernt von Sophie.
25:36Sie haben von ihr gelernt?
25:38Was denn?
25:42Im tiefsten Inneren ist die Jugend einsamer als das Alter, Herr Schumann.
25:47Da sind Eltern oft keine Hilfe.
25:50Hat Sophie bei Ihnen Hilfe gesucht?
25:53Sophie hat mir vertraut.
25:56Sie hat sich mir anvertraut.
25:59Sie waren also...
26:02Ihr Freund.
26:06Wenn Sie es schon nennen wollen.
26:08Und sie war mehr als nur ihr Nachbarskind.
26:14Hat sie Ihnen Dinge erzählt, die Sie mit niemandem sonst besprechen konnte?
26:21Wissen Sie, Herr Schumann...
26:25Kinder wie Sophie sind oft sehr alleingelassen.
26:29Besonders, wenn sie schöner, intelligenter weiter sind als andere.
26:36Barbara war auch schrecklich einsam, als sie zu mir gekommen ist, aus diesem furchtbaren Internat.
26:44Hat Sophie...
26:47Ihnen von ihrer ersten Liebe erzählt?
26:51Von ihrem Freund?
26:53Erste Erfahrung mit der Sexualität?
26:58Ich verstehe nicht.
27:00Na ja, wenn Sie ihr Vertrauter waren.
27:02Der Mensch, mit dem Sie über alles reden konnte.
27:05Dem Sie sich anvertrauen konnte.
27:08Vielleicht hat sie Ihnen ja Dinge erzählt, die sie nicht mal Ihrer Mutter erzählt hat.
27:13Sie war Teenager.
27:14Wissen Sie...
27:15Da findet man irgendwann keinen Zugang mehr.
27:19Irgendwann erzählen die einem einfach nichts mehr.
27:23Sie war interessiert, ja.
27:29Sexuell.
27:31Hat sie sich ausprobiert.
27:34War sicherlich weiter als andere Mädchen in ihrem Alter.
27:40Hatte Sophie einen festen Freund?
27:44Sie hat fast ihre gesamte Freizeit da drüben verbracht, bei diesem Pütz.
27:54Sie liebte es zu schwimmen.
27:56Und dann ist sie eben rübergegangen, um zu schwimmen.
28:02Das hat er ausgenutzt.
28:04Inwiefern hat er das ausgenutzt?
28:07Mein Mann starb, da war Sophie noch sehr klein.
28:11Und ich habe die ganze Zeit arbeiten müssen.
28:15Seitdem sie da rüber geht, hat sich ihr Verhalten einfach komplett verändert.
28:19Sie wurde immer verschlossen.
28:22Und eines Tages...
28:25Eines Tages kam sie dann und hat gesagt...
28:29Dass sie mir nicht mehr vertraut.
28:31Und dass sie mir nichts mehr erzählen will.
28:34Dass sie Volker als ein Rapp ist.
28:37Dass das ein echter Freund für sie ist.
28:39Und dass sie dem vertraut.
28:44Und dass ich ihn deswegen nicht leiden kann.
28:50Haben Sie noch nie davon gehört, dass Mütter mit Töchtern in diesem Alter Probleme haben?
28:54Doch, doch.
28:56Sophie war hübsch.
28:58Aufgeweckt.
28:58Witzig.
29:00Unschuldig und rein, haben Sie gesagt.
29:04Und sie hat jemanden gesucht, der ihr zuhört.
29:07Und der wenigstens versucht, sie zu verstehen.
29:11Natürlich, aber ich bemerke, dass ich mehr für sie bin als der nette Nachbar mit dem Swimmingpool.
29:17Haben Sie mehr zugelassen?
29:22Ich habe sie gern gehabt.
29:26Äh, sorry, Bruno.
29:29Ihre Anwältin ist da.
29:41Frau Solofjev.
29:44Hauptkommissar Schumann.
29:47Sorry, dass es so lange gedauert hat, aber ich war eigentlich heute Abend verabredet.
29:51Sie kennen sich?
29:52Ja, wir kennen uns.
29:56Sie haben einfach mit der Vernehmung weitergemacht, obwohl mein Klient nach seinem Anwalt gefragt hat?
30:02Mit meinem Anverständnis.
30:04Was werfen Sie meinem Klienten vor?
30:05Ich werfe Ihrem Klienten gar nichts vor.
30:07Noch nicht.
30:08Ich muss nur seine Aussage von letzter Woche auf ein paar Unstimmigkeiten hin überprüfen.
30:14Ich schlage vor, dass wir das Ganze auf nächste Woche vertagen.
30:17Dann kann ich mich in den Fall einarbeiten.
30:19Mhm.
30:19Dann nehme ich Herrn Pütz bis dahin in U-Haft.
30:23Nein, nein, nein.
30:24Auf keinen Fall.
30:25Das bringen wir heute hier zu Ende.
30:29Dann brauche ich jetzt fünf Minuten mit meinem Klienten unter vier Augen.
30:36Fünf Minuten.
30:40Bruno?
30:46Henry?
30:48Schade.
31:03Was passiert denn jetzt?
31:06Kommen Sie.
31:10Er ist unschuldig.
31:12Haben Sie das Mädchen umgebracht?
31:16Ich muss Sie das fragen.
31:18Und es ist wichtig, dass Sie mir die Wahrheit sagen.
31:23Und wenn?
31:34Sie waren 13 Jahre, als Sie Ihren Mann kennengelernt haben.
31:39Ja.
31:41Meine Mutter hatte Volker in die Firma geholt, weil sie es alleine nicht hingekriegt hat, nachdem mein Vater gestorben war.
31:47Volker hat die Firma gerettet.
31:49Er hat bei uns zu Hause gelebt und die Firma geleitet.
31:52Ähm, ich war zu der Zeit in der Schweiz im Internat.
31:55Und hab Volker immer nur in den Ferien gesehen.
31:58Als ich 15 war, da wollte ich einfach wieder zurück nach Berlin.
32:02Und da hab ich Volker dann kennengelernt.
32:05Also richtig kennengelernt.
32:08Wie meinen Sie das?
32:10Richtig kennengelernt.
32:12Ich fand ihn attraktiv.
32:14Ich hab mich sofort in ihn verliebt.
32:18Mit 15.
32:20Also er war da Mitte 40.
32:23Wir haben ganz viel miteinander unternommen.
32:25Und er war für mich da.
32:28Psychologisch ist das ganz einfach zu erklären.
32:31Keine Vaterfigur, ein Teenager auf der Suche nach sich selbst.
32:35Wie aus dem Lehrbuch.
32:40Und Ihr Mann?
32:42Wie war das für ihn?
32:43Also ich meine, hat er Ähnliches für Sie empfunden?
32:46Für ihn war ich ein Engel.
32:49Ein reiner, unschuldiger Engel.
32:51Das hat er immer gesagt.
32:55Ich konnte mit ihm über alles sprechen.
32:57Meine Mutter, die war da eher eine Fremde für mich.
33:01Wann haben Sie sich ineinander verliebt?
33:05Nachdem meine Mutter gestorben war,
33:07haben wir zusammen in unserem alten Haus gelebt.
33:10Da waren Sie...
33:1116.
33:15Haben Sie da schon mit ihm geschlafen?
33:18Nein.
33:21Es wäre für Volker nicht in Frage gekommen.
33:23Ich wollte vielleicht schon, aber...
33:26Kein Sex für ihn.
33:28Er hat mir einen Heiratsantrag gemacht, als ich 17 wurde.
33:32Aber kein Sex.
33:35Hatte Ihr Mann sexuellen Kontakt zu Sophie Boltau?
33:38Nein.
33:42Sophie hat mit Volker gespielt.
33:48Und sie war bestimmt auch neugierig, sexuell.
33:52Ich glaube, dass sie versucht hat, Volker zu reizen.
34:05Aber...
34:06Und Ihr Mann?
34:10Sie verstehen das nicht.
34:15Als ich meinen Mann kennengelernt habe,
34:17da habe ich alles versucht.
34:19Wirklich alles.
34:22Einmal habe ich mich nachts nackt in sein Zimmer geschlichen.
34:26Er hat mich gesehen
34:28und gesagt, dass ich stehen bleiben soll.
34:31Und dann hat er mich angeschaut.
34:33Verstehen Sie?
34:35Einfach nur angeschaut.
34:37So lange, bis...
34:39ich das nicht mehr ausgehalten habe
34:41und in mein Zimmer gelaufen bin.
34:44Wann hätten Sie das erste Mal Sex mit Ihrem Mann?
34:52Sie verstehen das nicht.
34:54Was verstehe ich nicht?
35:01Ich liebe meinen Mann.
35:05Aber...
35:11Frau Pütz,
35:14Versuchen Sie mir gerade zu erklären,
35:16dass Sie
35:17überhaupt noch nie mit Ihrem Mann geschlafen haben?
35:21Noch nie.
35:35Ich habe Sie in weniger als einer Stunde hier raus.
35:38Nein, ich will das hier und jetzt zu Ende bringen.
35:40Gut.
35:42Ihr Mann kürzt seine tägliche Joggingstrecke ab.
35:45Wissen Sie das?
35:45Natürlich.
35:47Gehen wir durch die kleine Kuhle im Wald.
35:52Das wissen Sie.
35:53Ich bin seine Frau.
35:55Ich kenne alle seine kleinen Geheimnisse.
35:58Sie haben ausgesagt,
36:00dass Sie am Donnerstagabend,
36:01als Sophie Wolthau ermordet wurde,
36:03nicht zu Hause waren.
36:04Ich war mit meinen Freundinnen aus.
36:06Donnerstag ist mein Ausgeh- und Feiertag.
36:09Und Ihr Mann?
36:10Ist er dann allein zu Hause?
36:13Er kann es nicht ertragen, wenn ich ausgehe.
36:16Donnerstags bleibt er meist länger weg,
36:17geht mit Kunden essen
36:18oder legt sich irgendwelche Termine auf den Abend.
36:21Er sagt, er will nicht alleine zu Hause sein.
36:23Er sagt, dass es Ihnen schmerzt,
36:25alleine zu Hause zu sein
36:26und zu wissen, dass ich mich amüsiere.
36:29Ja?
36:31Herr Schumann?
36:32Ich möchte Sie kurz sprechen.
36:36Ja.
36:37Entschuldigen Sie mich kurz.
36:41Alles in Ordnung?
36:44Bitte.
36:49Donner, was soll das?
36:50Jetzt vernimmst du auch noch Barbara Pütz.
36:52Das kann ich so nicht durchgehen lassen.
36:53Ich fände überhaupt niemanden.
36:55Ich überprüfe lediglich die Aussagen.
36:59Ich habe mich über Deinen Anruf gefreut.
37:01Und ich habe mich sehr gefreut,
37:03dass Du Zeit für mich hattest.
37:06Volker Pütz ist unschuldig.
37:08Hat er dir gesagt?
37:09Ja.
37:10Glaubst Du ihn?
37:10Ja.
37:11Ich nicht.
37:12Aber Bruno...
37:13Da ist was faul an der Sache.
37:14Ich könnte Ihnen nullkommanichts hier rausholen,
37:16das kostet mich ein Lächeln.
37:18Dann lächle doch mal.
37:20Aber er will mit dem Verhör weitermachen.
37:23Okay, dann machen wir weiter.
37:24Und er will, dass seine Frau dabei zusieht.
37:26Über die Monitor.
37:28Gut.
37:45Herr Pütz, was ist denn Reinheit für Sie?
37:49Hat es was mit kindlicher Naivität zu tun,
37:51oder meinen Sie das eher im sexuellen Sinn?
37:55Solas.
37:59Wenn ein Mädchen seine Jungfräulichkeit verliert,
38:02verliert es in Ihren Augen dann auch seine Reinheit,
38:05seine Unschuld?
38:07Was ist denn das für Quatsch?
38:09Kein Mädchen verliert seine Unschuld.
38:14Unschuld wird geraubt, vernichtet,
38:16tagtäglich, vor unser aller Augen.
38:18Weil niemand mehr Respekt hat, Demut vor diesen reinen Seelen,
38:22dieser, dieser Schönheit, Engelhaftigkeit.
38:26Haben Sie deswegen nicht mit Ihrer Frau geschlafen?
38:29Das geht Sie überhaupt nichts an.
38:35Fühlen Sie sich bedroht, wenn eine Frau Sie sexuell begehrt?
38:39Ich diskutiere doch meine Sexualität nicht mit wildfremden Menschen.
38:42Warum nicht?
38:43Was bilden Sie sich überhaupt ein?
38:45Wissen Sie was, Herr Schumann, Sie tun mir leid,
38:48sich täglich in diesen Dreck begeben zu müssen.
38:51In diesen Albtraum von Perversion und Abartigkeit.
38:54Aber lassen Sie mich damit in Ruhe!
38:59Sophie Wollthau wurde am Donnerstagabend
39:01zwischen 19.30 Uhr und 21 Uhr umgebracht.
39:03Wo waren Sie zu diesem Zeitpunkt, Herr Pütz?
39:15Ich war den ganzen Tag unterwegs.
39:17Ich habe mit Kunden zu tun gehabt.
39:19Das können ja dann sicher einige bestätigen.
39:20Nennen Sie mir bitte die Namen und die Adressen der Kunden,
39:22die Sie am Donnerstagabend zwischen 19.30 Uhr und 21 Uhr aufgesucht haben.
39:26Herr Pütz!
39:28Wo waren Sie zwischen 19.30 Uhr und 21 Uhr?
39:36Natürlich waren da viele Menschen.
39:39Ich weiß allerdings nicht, ob sich jemand an mich erinnern kann.
39:43Gesehen haben mich sicher viele.
39:45Jetzt überprüfen wir schon mögliche Alibis.
39:48Auf Sophie Wollthau aus Haut wurden Chlor-Rückstände festgestellt.
39:51Chlor, wie man es in privaten Schwimmbädern benutzt.
39:53Jede Zusammensetzung ist anders.
39:55Die Rückstände auf Sophies Haut stammen eindeutig aus ihrem Pool.
39:58Am Tag ihres Todes ist sie in ihrem Pool geschwommen.
40:03Sophie hatte ihren eigenen Schlüssel für die Gartentür.
40:05Die Tür, die vom Pool direkt in den Garten führt.
40:09Sie haben mir doch erzählt,
40:10dass sie immer nur in ihrer Anwesenheit geschwommen ist.
40:13Wenn ich zu Hause war.
40:16Aber sie hatte ihren eigenen Schlüssel,
40:17damit sie jederzeit in den Pool konnte.
40:37Sagen Sie mir einen guten Grund,
40:38warum ich Sophie umbringen sollte.
40:40Sagen Sie mir einen guten Grund für Mord.
40:43Vielleicht wollten Sie sie nicht teilen.
40:46Sophie geht abends, also am Donnerstagabend,
40:49wo sie sicher sein kann,
40:49dass weder sie noch ihre Frau zu Hause sind in ihr Schwimmbad.
40:55Vielleicht bringt sie ihren Freund mit.
40:57Vielleicht haben die beiden Sex.
40:58Sie kommt früher als erwartet nach Hause.
41:00Es kommt zum Streit.
41:03Sophie hatte keinen Freund.
41:06Sie war keine Jungfrau mehr.
41:07Das geht aus ihrem Obduktionsbericht hervor.
41:10Wenn sie keinen Freund hatte,
41:11mit wem hatte sie dann Geschlechtsverkehr?
41:17Mit mir.
41:19Herr Pilz.
41:23Ich habe mit dir geschlossen.
41:28Vielleicht sollten Sie besser rausgehen.
41:31Ich will das sehen.
41:32Das geben Sie zu.
41:34Sophie war 14 Jahre alt.
41:36Diese kleine, dreckige Nuttel.
41:41Ich weiß, dass Sie das nicht verstehen können, Herr Schumann.
41:48Wie lange schon?
41:51Was spielt das für eine Rolle?
41:54Wollten Sie deshalb, dass Ihre Frau uns zuschaut?
41:57Damit sie das erfährt?
42:07Ich liebe meine Frau und es tut mir leid.
42:10Sie müssen nicht weiterreden.
42:18Sie haben vorhin gesagt, dass Sie Sophie einen Schlüssel gegeben haben.
42:23Dieser Schlüssel, der hing an einer Kette, stimmt.
42:28Und diese Kette, die hat sie immer getragen.
42:30Immer und überall.
42:31Das hat mir Ihre Mutter erzählt.
42:34Wo ist diese Kette jetzt, Herr Pilz?
42:37Bei der Leiche haben wir sie nicht gefunden.
42:42Herr Pilz, wo ist diese Kette?
42:54Ich weiß nicht.
42:56Ich weiß es nicht.
43:00Ich habe so viel nicht rumgebracht.
43:07Könnte ich doch gar nicht.
43:13Zehn, neun, acht, sieben, sechs, fünf, vier, drei, zwei, eins.
43:29Frohes neues Jahr!
43:33Frohes neues Jahr!
43:39Frohes neues Jahr!
43:40Frohes neues Jahr!
43:44Frohes?
44:00Darf ich mal die Kette sehen?
44:10Ist das der Schlüssel von Sophie?
44:20Woher haben Sie diese Kette?
44:23Gefunden. Bei uns im Pool.
44:26Vor oder nach, Sophie's Tod?
44:27Danach.
44:29Ich gehe jeden Sonntagmorgen schwimmen und da habe ich sie entdeckt auf dem Boden des Pools.
44:52Warum haben Sie das niemals erzählt?
44:54Ich war so eifersüchtig auf diese Kette. Auf den Schlüssel.
44:58Volker hat ihr eine Kette mit dem Schlüssel für unser Zuhause geschenkt.
45:02Können Sie sich vorstellen, wie sehr das wehtut?
45:04Und als ich die Kette gefunden habe, habe ich mich einfach gefreut, dass sie wieder bei der Frau ist, der
45:09sie zusteht. Bei mir.
45:11Das Labor hat genaue Angaben gemacht über die Form und die Art der Kette, mit der Sophie Wolter erwirkt wurde.
45:17Aber wir konnten sie nirgends finden.
45:18Diese Kette?
45:19Ja, diese Kette. Natürlich diese Kette.
45:25Sie waren eifersüchtig, Frau Sophie.
45:27Ja.
45:29Diese kleine Schlampe war dabei, mir mein komplettes Leben zu zerstören.
45:34Ich habe sie gehasst.
45:36Und dass sie tot ist, macht mich froh.
45:38Richtig froh.
45:47Das reicht mir nicht.
46:03Sophie war kein Engel.
46:05Sie entsprach nicht ihrer Vorstellung von Reinheit.
46:12Und sie war auch nicht mehr unschuldig.
46:16Was war das?
46:20Sophie ging an einem Donnerstagabend, als Sie nicht zu Hause waren, bei Ihnen schwinden.
46:25Sie konnte ganz sicher sein, dass Sie nicht da sein würden.
46:27Denn donnerstags ist ja der Abend, an dem sich Ihre Frau auswärts vergnügt
46:30und Sie nicht allein zu Hause sitzen wollen, weil Sie das zu sehr schmerzt.
47:21Sophie hat Ihnen von dem Verhältnis zwischen Ihrer Frau und Ihrem Chauffeur erzählt.
47:25Ja, und?
47:27Herr Pfütz, ich glaube, Sie haben ein Leben lang nach einer Projektionsfläche für Ihre Fantasien gesucht.
47:33Was denn für Fantasien?
47:35Wovon reden Sie überhaupt?
47:37Meine Frau hat...
47:38Ihre Frau kam nicht mehr in Frage.
47:40Nicht nachdem Sie sich Ihre sexuelle Befriedigung, die Sie von Ihnen nicht bekam, bei anderen Männern geholt hat.
47:46Aber wenn die Leinwand schmutzig wird, dann tauschen Sie doch nicht den Film aus.
47:51Sie suchen nach einer anderen Leinwand.
47:53Einer sauberen.
47:59Sie haben immer wieder gegen ein Begehren angekämpft, von dem Sie gar nicht wussten, woher es kam.
48:05Ich weiß, ich hätte nicht mit Sophie schlafen dürfen.
48:13Nein, das hätten Sie nicht gedurft, Herr Pfütz.
48:20Und ich glaube, Sie haben es auch nicht getan.
48:25Warum sollten Sie?
48:26Es war doch alles gut so, wie es war mit Sophie.
48:29Warum sollten Sie das gefährden?
48:33Aber...
48:34Vielleicht hat Sophie mehr von Ihnen erwartet.
48:37Vielleicht war Sie nicht bereit, sich so zu arrangieren wie Ihre Frau.
48:41Das ist so völliger Quatsch.
48:43Beenden Sie das bitte.
48:45Sophie war in Sie verliebt.
48:47Nachdem Sie Ihre Frau mit Ihrem Chauffeur erwischt hätte,
48:50da stand doch Ihrer Liebe nichts mehr im Weg.
48:53Sie könnte zu Ihnen gesagt haben...
48:56Volker, ich will mit dir schlafen.
49:00Hör auf.
49:01Was denn?
49:03Du schaust mich stundenlang an.
49:05Du sagst, du magst mich.
49:07Hör auf damit, Sophie.
49:13Schlaf mit mir.
49:18Sophie sagt das nie wieder.
49:20Nie wieder, hörst du.
49:23Was denn? Warum denn?
49:26Sophie, ich möchte, dass alles zwischen uns bleibt, wie es ist.
49:30Dass du bleibst, wie du bist.
49:34Mensch, Volker, du bist doch nicht der Erste.
49:39Aber mit dir, da wird das anders.
49:41Mit dir, da wird das was Besonderes.
49:43Du bist anders.
49:46Du verstehst mich doch.
49:49Volker, bitte, ich bin mir geübt zu sein.
49:52Ich bin deine Frau.
49:55Nein!
50:00War es so?
50:02Oder so ähnlich?
50:10Herr Schumann.
50:13Jetzt fangen Sie langsam an, mir Angst zu machen.
50:19Wo nehmen Sie denn sowas her?
50:23Wo nehmen Sie denn sowas her?
50:30Nachdem Sophie ihre Frau bei ihrem Schäferstöhnchen mit dem Chauffeur erwischt hätte,
50:34da haben sich die beiden Frauen unterhalten.
50:36Barbara und Sophie, ihre beiden Engel.
50:39Die für sie so rein und unschuldig sein sollten wie Kinder.
50:43Was willst du?
50:44Was glaubst du, was ich will?
50:46Sag Volker nichts, bitte.
50:49Warum?
50:50Du kannst alles haben, was du willst.
50:53Was ich will, das kannst du mir nicht geben.
50:55Was willst du denn?
50:56Ich will Volker.
50:57Volker?
50:58Ja, ich liebe ihn.
51:00Du kennst ihn doch überhaupt nicht.
51:02Ich werde Volker das geben, was du ihm niemals geben.
51:04Was denn?
51:05Ich werde seine Kinder zur Welt bringen.
51:11Hat ihm Barbara das erzählt?
51:14Ja.
51:18Und das ist auch der Grund, warum Sophie Wolthau sterben musste.
51:22Die Kluft zwischen ihrem Ideal, ihrem reinen Engel und der echten Sophie
51:30war plötzlich unerträglich groß.
51:33Unüberbrückbar.
51:36Bitte helfen Sie mir.
51:38Herr Schumann, als ich heute hier ankam, hat der Pütz mir sofort erzählt,
51:41dass er den Verdacht hat, dass seine Frau Sophie Wolthau getötet hat.
51:46Natürlich.
51:48Zwei Fliegen mit einer Klappe, das war von Anfang an ihr Plan.
51:52Beide mussten weg.
51:54Damit sie ihr Selbstbild aufrechterhalten können.
51:58Alles, was Sie mir heute erzählt haben,
52:03hätte von Anfang an nur ein Ziel.
52:06Am Ende sollte feststehen,
52:08dass ihre Frau aus Eifersucht Sophie Wolthau umgebracht hat.
52:16Herr Schumann, erklären Sie mir eins.
52:20Woher sollte ich wissen, dass Sie mich heute anrufen?
52:25Woher hätte ich wissen sollen, dass meine Frau heute hier ist?
52:28Das konnten Sie nicht wissen.
52:30Aber Sie haben ganz bestimmt geahnt, dass wir noch mal zu Ihnen kommen würden.
52:33Und darauf waren Sie vorbereitet, sehr gut vorbereitet.
52:36Angefangen von Ihrer Abkürzung der Joggingstrecke.
52:40Sie wussten ganz genau,
52:42dass Ihre Frau diese Abkürzung kannte.
52:43Und Sie wussten, dass ich das rausfinden würde.
52:50Am Donnerstagabend sind Sie zu Ihrem Haus geschlichen
52:52und haben Sie viel abgefangen.
53:17Herr Schumann, ich habe Ihnen doch gesagt,
53:19dass Herr Pütz kurz nach meiner Ankunft
53:21von seinem Verdacht erzählt hat.
53:23Was hätte er Ihnen denn sonst erzählen sollen?
53:35Ich wollte meine Frau schützen.
53:39Barbara war eifersüchtig.
53:49Meine Frau hat Sophie umgebracht.
53:56Wie bitte?
54:03Sie haben mich doch gefragt,
54:04wo die Kette ist,
54:05mit der Sophie erdrossel worden ist.
54:12Wo haben Sie die gefunden?
54:19Bei Ihrer Frau.
54:27Ich kann nichts mehr für Sie tun.
54:47Ich kann nichts mehr für Sie tun.
54:52Das Ergebnis der Gerichtsmedizin kam kurz bevor ich Sie angerufen habe.
54:56Ja, aber Sie haben gesagt, dass Sophie mit der Kette...
54:59Nein.
55:00Ich habe gesagt, dass Sophie Wolthau erwürgt wurde.
55:03Das wissen wir seit einer Woche.
55:05Aber erst seit heute wissen wir,
55:08dass sie mit einer Kette erwürgt wurde.
55:11Mit dieser.
55:16Die kommt jetzt in die Kette und wird auf Hautpartikel hin untersucht.
55:20Die auch vom Chlor aus ihrem Pool nicht vernichtet worden sein können.
55:24Hautpartikel von Ihnen.
55:27Die nur durch starken Zug
55:31am Silberhaften bleiben.
55:47Bringst du den in die Kette U?
55:49Der gleich gesagt ist.
55:50Der ist wahr.
56:08Du Sau.
56:12Alte, jämmerliche Drecksau.
56:30Taxi?
56:38Komm, ich bring dich nach Hause.
56:42Echt?
56:43Du warst noch nie bei mir zu Hause.
56:47Stimmt.
56:48Es ist Zeit, dass wir das ändern.
57:02Du warst noch nie bei mir zu Hause.
57:21Untertitelung des ZDF für funk, 2017
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