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Kurzfilme
Transkript
00:12Untertitelung. BR 2018
00:58Untertitelung. BR 2018
01:14Untertitelung. BR 2018
01:47Untertitelung. BR 2018
01:59Untertitelung. BR 2018
02:00Untertitelung. BR 2018
02:17Untertitelung. BR 2018
02:17Untertitelung. BR 2018
02:33Untertitelung. BR 2018
02:49Sieht gar nicht aus wie eine Prostituierte.
02:54Isabel Schütze. Den haben wir bei ihr gefunden. Sonst hatte sie nichts bei sich.
03:03Wurde sie erwirkt? Ja. Vermutlich mit einem Gürtel. Aber sie wurde nicht hier ermordet. Man hat sie nur hier abgelegt.
03:08Was ist denn das da? Wohl Farbe oder sowas. Die KTO checkt das gerade.
03:12Es gibt keine verwertbaren Reifenspuren, keine Augenzeugen, obwohl die ganze Nacht hier so viel los ist.
03:18Ist das der Aufpasser da?
03:20Ja. Der hat auch den Leichenfund gemeldet. Aber er sagt, er kennt sie nicht. Im Augenblick scheint es so, als
03:26hätte der Täter die Leiche hier zufällig entsorgt.
03:29Glaub nicht an Zufälle. Der Täter muss den Ort hier genau gekannt haben.
03:34Die Albaner. Die kontrollieren hier alles.
03:38Schumann, Herr Kahn. Die gehört nicht zu Ihnen, oder?
03:42Nein. Kenn ich nicht. Das sind alles meine Stammgrenze.
03:46Okay. Ruft mal bei Ihrer Uni an. Guckt mal, was wir über Sie rausfinden können.
03:51Alles klar.
04:16Max, schickst du bitte ein KTU-Team zu Isabel Schützes Wohnung? Ja. Einbruch. Okay, bis gleich.
04:27Okay.
05:20Die Kollegen von der KTU sind da. Okay. Sie war bei einer Privatuni eingeschrieben.
05:26Zweites Semester ethisches Management. Sie hätten Kredit aufgenommen. 30.000.
05:32Ja. Diese Privatuni sind wahnsinnig teuer. Ich meine, die wollte Sie denn das abbezahlen?
05:35Seit einem halben Jahr gibt es monatliche Überweisungen. Teilweise über 2.000 Euro. Die Firma heißt Trust Test.
05:42Kümmer ich mich drum.
05:44Und dann hatte sie offenbar auch einen Laptop, den der Einbrecher mitgenommen hat. Inge soll sich mal ihre Online-Aktivitäten
05:50anschauen.
05:51Okay.
05:52Okay.
05:58Okay.
06:05Okay.
06:09Okay.
06:09Okay.
06:10Okay.
06:11Okay.
06:27Okay.
06:30Okay.
06:30Okay.
06:31Okay.
06:46Okay.
06:46Okay.
06:59Okay.
07:03Okay.
07:13Okay.
07:19Okay.
07:26Okay.
07:27Sind Sie sicher, dass es easy ist?
07:30Es tut mir sehr leid.
07:42Frau Schütze?
07:59Ist gut, Margot.
08:06Ist Ihnen in letzter Zeit irgendwas aufgefallen? Hat sie sich verändert?
08:11Für unsere Situation hier im Haus, das hat sie schon beschäftigt.
08:17Dieses scheiß Studium hat sie verändert. Sie wollten nicht, dass sie studiert?
08:21Natürlich. Sie war ja schon im vierten Semester. Ökologie und Umweltplanung.
08:25Aber dann schmeißt sie hin und fängt an mit Wirtschaft.
08:28In so einer Kaderschmiede für menschenverachtende Nachwuchsausbeuter.
08:32Hat Isabels Studienwechsel Sie enttäuscht?
08:35Wir wollten nur, dass sie weiß, dass es im Leben ...
08:38... nach all dem, was wir in der DDR erlebt haben.
08:41Erst recht bei dem, was dann dieses schöne Land für uns bereitgehalten hat.
08:45Es ist doch jetzt egal, Paul.
08:48Wir wollten, dass sie weiß, dass es im Leben um mehr geht als um schicke Klamotten und Unkonsum.
08:52Wie bei den anderen Kindern.
08:53Isabelle sollte begreifen, dass Besitz nur fesselt.
08:58Die Seele tötet.
09:02Haben Sie sie finanziell unterstützt?
09:04Woher denn?
09:06Der Buchladen, in dem ich arbeite, wirft kaum noch was ab.
09:09Die Leute gehen doch alle ins Internet.
09:12Margaret arbeitet in der ambulanten Pflege.
09:17Wussten Sie, dass Ihre Tochter für Ihr Studium Kredit aufgenommen hat? Über 30.000 Euro?
09:2230.000? Wie wollte sie das abbezahlen?
09:26Sagt Ihnen der Name Trust Test was?
09:30Was soll das sein?
09:31Das ist die Firma, die ihrer Tochter monatlich Geld überwiesen hat. Teilweise über 2.000 Euro.
09:39Und was hat sie da gearbeitet?
09:42Falls Sie oder Ihre Frau Probleme haben, rufen Sie mich an.
09:50Ja, das passiert hier von morgens bis abends.
09:54Die wollen uns raus tyrannisieren.
09:56Wir werden jetzt Luxusbuden draus.
09:58Wir sollen verschwinden, damit es die Reichen schön protzig haben.
10:02Dabei wollte nach der Wende hier gar keiner wohnen.
10:05Die Besitzer, die haben es verfallen lassen. Wir haben ja alles renoviert, in Stand gesetzt.
10:13Ich gehe hier nur mit den Füßen zuerst raus.
10:28Meine Kunden möchten wissen, ob sie ihrem Partner vertrauen können und ich helfe ihnen das herauszufinden in realistischen Tests.
10:34Alles komplett legal.
10:37Sie sind ja einer der wenigen Männer, die unsere Dienste in Anspruch nehmen.
10:40Was kann ich für Sie tun?
10:46Geht es um Ihre Ehefrau?
10:50Schumann, LKA. Es geht um Isabel Schütze.
10:53Sie wurde ermordet.
10:58Also, wenn ich das richtig verstehe, war sie sowas wie ein Lockvogel.
11:01Kontakt darin.
11:03Wie weit geht denn der Kontakt?
11:06Nur so weit, bis wir unserem Auftraggeber ein eindeutiges Ergebnis präsentieren können.
11:11Ob die Zielperson potenziell untreu ist.
11:15Es kommt niemals zu Intimitäten oder gar Sex.
11:20Wie präsentieren Sie dem Auftraggeber das Ergebnis?
11:23Die Tests werden heimlich mitgefilmt. So haben wir auch immer einen Zeugen dabei.
11:28Ich brauche eine Liste der treuen Testkandidaten, mit denen Isabel Schütze in den letzten Monaten Kontakt hatte.
11:33Und natürlich auch die entsprechenden Videos.
11:36Selbstverständlich.
11:39Ich mache Ihnen eine Kopie.
11:55Wer hat eigentlich die Treue-Tests von Frau Schütze gefilmt?
12:01Ich würde Sie gerne um Ihre Unterstützung bitten. Es geht um Isabels Treue-Tests. Sie haben ja da quasi Regie
12:06geführt. Also können Sie uns sicherlich mehr dazu sagen als andere.
12:10Isabel kam aus einem ewig gestrigen Antikapitalistenhaushalt.
12:14Ihre Eltern haben lieber das Geld für Flugblätter ausgegeben, als für Geschenke zu ihrem Geburtstag.
12:19Klingt ja nicht nach einer grandiosen Kindheit.
12:22Nein. Ich glaube, ich hätte meine Eltern vermutlich an die Wand geklatscht.
12:27Aber Isabel, sie hat sie in meinen Schutz genommen.
12:35Und ich habe Isabel bei Trustest reingebracht.
12:37Wie kam sie auf die Idee, dass sie ihr geeignet wäre?
12:39Naja, sie hat so das gewisse Etwas gehabt.
12:42Sie hat es nicht mal mit Absicht gemacht, glaube ich. Das war so ihre Art.
12:47Also ich könnte mir vorstellen, auch einfach nur Hausmann an der Seite einer erfolgreichen Frau zu sein.
12:51Ich finde es toll, wie sie so mit beiden Beinen im Leben stehen.
12:55Ich mag unabhängige Frauen wie Sie.
12:57Die was anpacken, sich was trauen. Das imponiert mir einfach total, wie Sie da...
13:04Was ist denn da gestern passiert?
13:05Was habe ich denn gesagt?
13:07Ja, da ist sie plötzlich aufgestanden und ist raus.
13:09Ich bin ihr hinterher, aber sie war weg.
13:13Ich habe mal die rausgestellt, die für uns interessant sein könnten.
13:18Doktor Thomas Klingel, 55 Jahre, Schönheitschirurg mit eigener Klinik.
13:26Hallo.
13:31Bitte.
13:39Salud.
13:41Salud.
13:56Das Wichtigste an der plastischen Chirurgie ist ja...
13:58...die Symmetrie.
14:02Und wie ist die bei mir so?
14:06Schauen wir mal.
14:08Sehr schön.
14:09Sehr schöne Halspartie.
14:15Toller Kinn-Schwung.
14:18Du bist fast perfekt.
14:20Fast.
14:24Wie wäre es denn, wenn wir in meine Praxis waren?
14:30Hier kann ich das nicht hundertprozentig beurteilen.
14:36Nein.
14:37Du bist ja ungestört.
14:41Und ich habe da auch noch irgendwo eine Flasche Champagner.
14:45Klingt verführerisch.
14:50Ich muss nur noch kurz mal für kleine Mädchen.
14:52Heilig.
14:58Ich tippe mal, sie kommt nicht zurück.
15:00Nein, es gibt einen Hinterausgang.
15:03Und wir hatten alles, was wir für die Auftraggeberin brauchten.
15:06Konstanze Klingel, die Ehefrau.
15:08Ihr Job war erledigt.
15:09Ja, richtig.
15:15Wenn jeder nur noch auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist,
15:17dann funktioniert das System nicht.
15:20Ob man es nun Kapitalismus oder soziale Marktbeschäfte nennen möchte.
15:25Sie haben absolut recht.
15:27Frank Herzog, 47 Jahre,
15:29betreibt das Maklerbüro Herzog & Herzog zusammen mit seiner Frau.
15:34Es muss eine Umorientierung geben.
15:38Eine Rückbesinnung auf das Miteinander.
15:41Und jeder muss die Lebensumstände des anderen respektieren.
15:45Es tut wirklich gut, mit jemandem drüber zu sprechen, ohne versteckte Agenda.
15:49Wie ein Geschäft oder ein Flirt.
15:54Dann empfeile ich ihn gar nicht.
15:56Doch.
15:58Das wirkt wie ein echtes Date.
16:00Ja, das ist das, was ich meinte mit ihrer besonderen Begabung.
16:03Sie sind wunderschön.
16:05So ihre Haltung, ihre Intelligenz, ihr Wesen.
16:09Das soll jetzt keine plumpen Anmacher sein.
16:11Aber wirkliches Angebot ist es jetzt nicht.
16:16Nein, das ist es nicht.
16:20Warum gucken wir das dann?
16:21Den Treue-Test hat er bestanden.
16:26Aber ich muss sagen, gegen einen kleinen Flirt hätte ich nichts mehr zu finden.
16:33Was ist das denn?
16:39Ja, das ist Birgit Herzog.
16:39Ist das deine Frau?
16:40Ja, das ist Birgit Herzog. Das ist die Auftraggeberin.
16:45Passiert sowas öfter?
16:46Ja, einige Klienten möchten gerne beim Treue-Test vor Ort sein.
16:49Aber dabei kommt es vor, dass sie nicht ertragen können, was sie sehen.
16:52Da ist der dritte Kandidat ganz anders.
17:05Am wichtigsten bei der Berechnung des Equity Value ist der Marktwert des Fremdkapitals.
17:10Tatsächlich vergessen viele dabei den Vergleich der sonstigen Nebenkosten mit denen am Markt üblichen.
17:14Ach, wirklich?
17:17Also, ich finde Risikomanagement-Prozesse in Corporate Finance sehr interessant.
17:21Florian Eder, 42 Jahre. CFO einer Venture Capital Firma.
17:26CFO?
17:28Chief Financial Officer.
17:30So was wie der Oberzahlen, Maxe.
17:33Es gibt da etwas, das ich wahrscheinlich gerne tun würde.
17:38Aber meine Frau, die will davon nichts wissen.
17:42Und was denn?
17:47Nein, das würde sie zu sehr schockieren.
17:51Kram sie sich.
18:13Ich könnte Ihnen ja auch entgegenkommen.
18:17Wollen Sie Geld? Ich könnte Ihnen Geld geben.
18:221.000 Euro, oder?
18:24Was sagen Sie?
18:25Ich sage, interessant.
18:30Ich würde gerne kurz darüber nachdenken.
18:33Solange gehe ich für kleine Mädchen einverstanden.
18:37Ja, natürlich.
18:49Was hat er ihr denn geflüstert?
18:52Das hat sie mir nicht erzählt.
18:55Hast du gefragt?
18:58Das gehörte ja nicht zum Job. Der war ja damit erfüllt.
19:02Gar nicht neugierig?
19:06Doch.
19:08Ich war neugierig. Ich habe sie gefragt.
19:10Und sie wollte mir keine Antwort geben.
19:12Und dann habe ich sie nicht weiter belästigen wollen.
19:18Ich finde, er sieht gestresst aus.
19:21Also, mir ist er unheimlich.
19:28Wie war Isabel eigentlich im Studium?
19:31Isabel war extrem motiviert.
19:35Sie hat fest daran geglaubt, dass man mit der richtigen Einstellung Konzerne zu einem besseren Ort machen kann.
19:42Das klingt, als würden Sie das naiv finden.
19:44Sie studieren doch auch ethisches Management.
19:47Ja, richtig. Aber ich will später in die PR.
19:51Die meisten Sprüche von wegen werteorientiertes Handeln, nachhaltige Produktion, sind nur Windowdressing.
19:56Jeder Konzern muss heute so tun, als ob er auf was Wert legt.
20:00In Wahrheit geht es immer um Profit.
20:03Oder?
20:05Mhm.
20:06Vielen Dank.
20:08Auf Wiedersehen.
20:09Auf Wiedersehen.
20:23Die Mutter sagt, sie hat keine besondere Veränderung bemerkt.
20:26Aber laut ihrer Chefin war sie in letzter Zeit unzuverlässig geworden.
20:30Was war denn da los?
20:32Hatte sie keine Lust mehr auf den Job?
20:34War sie verliebt?
20:36Und wollte sich nicht mehr mit fremden Männern treffen?
20:38Na, wir waren an der Uni.
20:40Sie hat keinen festen Freund.
20:42Die hatte noch nicht mal einen engeren Freundeskreis.
20:44Vielleicht sollten wir uns erstmal diese drei Treuetesttypen vornehmen.
20:48Mhm.
20:51Aber nicht nur die Männer.
21:05Ich habe selbstverständlich sofort die Scheidung eingereicht.
21:07Sofort?
21:09Das Video ist doch eindeutig.
21:10Thomas würde mich bei erstbester Gelegenheit betrügen.
21:13Und wie hat Ihr Mann darauf reagiert?
21:16Keine Ahnung.
21:17Ich verkehre nur noch über Anwalt mit ihm.
21:34Endlich mal eine konsequente Frau.
21:47Sie war wunderschön.
21:49Ich habe lange gewartet. Sie kam.
21:52Wunderschön.
21:54Dann ging sie ganz kurz raus.
21:56Kam nicht wieder.
22:02Das war ein wunderschöner Abend.
22:04Aber das hat Ihre Ehe zerstört.
22:06Ja.
22:07Das ist das Beste, was mir je passieren konnte.
22:11Ich wollte schon ewig die Scheidung.
22:13Ich habe mich einfach nicht getraut, das anzugehen.
22:16Naja, das war auch ganz schön konsequent.
22:18Haben Sie nach dem Treuetest Frau Schütze noch mal getroffen?
22:22Nein, ich hatte überlegt, mich zu bedanken und wollte Blumen schicken zu dieser Agentur.
22:29Aber letztlich fand ich das dann doch unpassend.
22:34Wo waren Sie gestern Abend?
22:40Bei Elke.
22:41Elke?
22:42Elke.
22:43Einer meiner Arzthelferinnen.
22:47Früher hätte ich mich gar nicht getraut, sowas anzufangen.
22:49Aber jetzt...
23:01Hat die junge Dame jetzt Anzeige erstattet? Oder...
23:03Warum sind wir hier?
23:05Ich würde mich wirklich gerne noch mal persönlich bei ihr entschuldigen.
23:09Die ganze Sache tut mir leid.
23:11Ich schäme mich.
23:14Vor allem für das Misstrauen gegen meinen Mann.
23:16Ah, Liebling, es ist schon okay. Wir haben drüber gesprochen.
23:21Wissen Sie, unsere Firma hat gerade einige große Bauprojekte.
23:24Und mein Mann spricht oft mit wohlhabenden Kundinnen.
23:28Da habe ich mich...
23:29in was reingesteigert.
23:36Wo waren Sie gestern Nacht?
23:38Zu Hause. Wieso?
23:52Frau Schütze wurde ermordet.
23:57Und ähm...
23:58Warum glauben Sie, das hat...
24:00irgendetwas mit uns zu tun?
24:04Wir waren zu Hause.
24:12Es ist wirklich schrecklich mit dieser jungen Frau, aber ich weiß gar nicht, wie wir Ihnen da helfen können.
24:20Sie haben Frau Schütze ein Angebot gemacht.
24:26Tausend Euro für bestimmte Gefälligkeiten, von denen ich mal annehme, dass sie sexueller Natur gewesen sind.
24:33Hat Frau Schütze das Angebot angenommen?
24:37Nein.
24:39Das war eine Entgleisung, für die ich meine Frau um Verzagt gebeten habe.
24:43Ja, Schatz.
24:45Und?
24:47Was bitte?
24:48Haben Sie einen Verziehen?
24:50Wir haben beschlossen, in unserer Ehe zu arbeiten.
24:53Wir gehen zu einem Tampatherapeut.
24:56Was wollten Sie von Frau Schütze?
24:58Wofür haben Sie ihr so viel Geld geboten?
25:01Das willst du jetzt auch gerne wissen, ne?
25:03Du nicht?
25:08Wie gesagt, das war ein Ausrutscher. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.
25:14Wo waren Sie gestern Abend?
25:16Auf einem Gründerpitch. Den ganzen Tag.
25:19Internetunternehmer stellen potenziellen Geldgebern...
25:21Speed-Dating mit Investoren. Ich weiß, was das ist, Herr Eder.
25:25Meine Kollegen werden das überprüfen.
25:47Die Sprechstundenhilfe von diesem Schönheitschirur, die hat gesagt, dass er die ganze Nacht bei ihr war.
25:50Einer weniger.
25:52Guten Morgen.
25:53Das ist der Inhalt von Isabel Schützes Laptop.
25:56Du hast ihren Laptop gefunden?
25:58Ich habe ihre Cloud gehackt.
26:01Das meiste sind studienrelevante Unterlagen.
26:04Hausarbeiten, Klausuren und so weiter.
26:06Bis auf das hier.
26:12Alternativvorschlag aus unternehmensethischer Sicht zu Bauprojekt Karlshammer Platz.
26:16Das ist das Haus von ihren Eltern. Es wird gerade total saniert.
26:20Die Alternative dazu, die Isabel für den Bauhahn gefunden hatte, ist ein altes, leerstehendes Fabrikgebäude.
26:28Da hätte man wunderbar luxuriöse Lofts reinbauen können.
26:32Mehr Quadratmeter, bessere Infrastruktur und Null-Gentrifizierungsdebatte.
26:38Recherche beim Bauamt, Kalkulation? Da hat sie eine Menge Arbeit reingesteckt.
26:43Geschickt hat sie das Ganze an die Metropolitan Living Berlin.
26:46Die machen die Sanierung vom Haus der Schützes. Steht ja dick draußen dran.
26:50Das ist eine Tochterfirma. Von der Firma hier.
27:09Die kennen wir doch.
27:15Hallo, Herr Herzog. Hier, Schumann. Ich bin jetzt gleich da.
27:18Ja, hallo. Wenn Sie da sind, fahren Sie direkt in den Aufzug rein.
27:23Wo soll ich reinfahren?
27:24In den Autoaufzug, ja. Zweiter Stock.
27:26Alles klar.
27:39Scheiß Zetten! Schmieren überall ihre Parolen ran.
27:42Aber die hat doch immerhin was.
27:44Die haben gut reden. Sie müssen sie auch nicht wegmachen.
27:47Stimmt auch wieder.
28:14All the floors are Italian marble
28:16and of course the central air condition for the hot Berlin nights.
28:20Herr Schumer, just a second.
28:41And now the kitchen, Mr. Sakamoto, you see it's beautifully made in Germany.
28:45It's a lifetime warranty with very, very comfortable design, luxurious details and modern equipment.
28:51And you know, while cooking the whole family can sit by the table.
28:55So it's really nice and your wife is going to like it.
28:58And let me show you the extra bathroom with an extra shower, with the toilet and the beautiful, it's all
29:05modern.
29:07All right, thank you very much.
29:08And on the way out you can take a look at the swimming pool on the roof.
29:13Okay, it's for exclusive use.
29:15Bye, bye. Thank you very much.
29:19Herr Schumann.
29:27Sie hat wohl recherchiert, dass, ähm, dass unsere Firma an der Umwandlung des Gebäudes beteiligt ist, die, äh, in dem
29:34ihre Eltern wohnen.
29:36Warum haben Sie das nicht gesagt?
29:38Sie haben ja meine Frau erlebt. Ihre, äh, etwas überbordende Eifersucht. Sie können sich vorstellen, was passiert wäre.
29:45Hm.
29:46Also, was genau hat Frau Schütze von Ihnen gewollt?
29:48Sie wollte, dass wir das Projekt stoppen.
29:51Sie hat sich diesen, äh, alternativen Vorschlag überlegt, in dem sozusagen bei gleichbleibendem Investitionsrahmen viel mehr verkaufbare Grundfläche entstehen würde
29:59und so.
30:01Und so weiter und so weiter. Und, äh, dass Ihre Eltern dann in dem Gebäude wohnen bleiben können.
30:09Wissen Sie, ich, ich wollte diesen Gefallen nicht abschlagen. Sie tat mir ein bisschen leid.
30:13Sie haben es aber trotzdem abgelehnt.
30:15Man kann sowas in Zukunft als Projekt vielleicht in Erwägung ziehen, aber eine bereits laufende Sanierung, das ist nicht mehr
30:21zu stoppen. Das geht nicht.
30:22Da ist schon zu viel geflossen. Stimmt die Rendite nicht mehr.
30:26Statt 23 Prozent hätten Sie nur noch zwölf beim Verkauf der Wohnungen verdient. Ich hab das mal so spaßeshalber überschlagen.
30:32Äh, ja, das, das trifft es ziemlich genau. Es gibt aber noch einen anderen Grund.
30:38Welcher?
30:40Ich kann so eine Entscheidung nicht alleine fällen. 70 Prozent der Firma gehört meiner Frau.
30:50Haben Sie das Frau Schütze so gesagt?
30:52Ich hab ihr gesagt, dass ich nichts für sie tun kann.
30:55Wie hat sie denn das aufgenommen?
30:57Sie waren enttäuscht, aber ich konnte ihr nicht helfen.
31:09Isabel ist gescheitert. Sie konnte ihr in den Ländern gar nicht helfen.
31:13Herzog hat ihren Antrag abgelehnt.
31:16Bruno, wir haben was. Unser Investor Eder, der war auf diesem Gründerpitch.
31:20Aber zwischen zwei Terminen, die er da hatte, lagen über drei Stunden Pause.
31:23Wir lassen ihn noch mal kommen.
31:24Ja, unbedingt.
31:26Ich glaube, es bringt mehr, wenn wir noch mal mit der Frau reden.
31:29Allein.
31:56Was auch immer ihr Mann von Isabel Schütze gewollt hat,
31:58Sie war davon genauso abgestoßen wie Sie.
32:01Sein Alibi ist geplatzt. Eine 22-jährige Frau ist tot, die Sie beauftragt haben.
32:06Was wissen Sie noch?
32:17Als ich Florian mit dem Treuhentest konfrontiert habe,
32:19da hat er mir ins Gesicht gesagt, das wäre meine Schuld, dass er sich so verhält.
32:23Ich nicht auf seine Bedürfnisse eingehe.
32:27Aber das, was er will, ich kann das einfach nicht.
32:30Ich brauch keine Details.
32:32Aber er ist doch mein Mann.
32:34Trotz allem.
32:43Ich habe ihn einfach nicht im Büro erreicht.
32:45Deswegen habe ich vergangene Woche einen privaten Ermittler engagiert.
32:51Er...
33:00Sehen Sie.
33:02Diese hier.
33:07...
33:11...
33:16...
33:18...
33:39Die wurden vorgestern gemacht, als Sie angeblich auf der Veranstaltung waren, Herr Eder.
33:48Er hat im Alibi gelogen, kurz vor der Tat das Opfer getroffen, dann das Opfer bedroht. Also auf die Ausrede
33:54bin ich gespannt.
33:56Ja gut, es stimmt, aber es ist nicht das, wonach es aussieht.
34:11Man hat mich erpresst.
34:17Das müssen Sie mir schon etwas genauer erläutern.
34:20Eine Woche nach der Falle in der Bar, da hat mich Isabel, Frau Schütze, hat mich kontaktiert und gesagt, sie
34:27habe über mein Angebot nachgedacht.
34:28Und darauf haben Sie sich eingelassen? Trotz des Ärgers, den Ihnen der Treue-Test eingebrockt hat?
34:33Der hat gesagt, sie ist Studentin und braucht das Geld. Es wäre nur eine einmalige Sache.
34:41Sie haben sich also mit Frau Schütze getroffen und sie hat Ihnen gedroht, es Ihrer Frau zu erzählen?
34:46Nein, Sie nicht. Sie war gar nicht da.
34:49Wurden Sie jetzt von Frau Schütze erpresst oder nicht?
34:51Diese andere junge Frau ist gekommen. Sie hat gesagt, sie sei Isabels Freundin und würde einspringen.
34:55Wer war das?
34:56Sie hat gesagt, sie heißt Lydia. Aber ich glaube nicht, dass das ihr richtiger Name war.
35:01Wer hat sie denn jetzt erpresst? Diese Lydia oder Isabelle?
35:04Das weiß ich ja auch nicht so genau.
35:12Ich habe dieses Video zugeschickt bekommen, bitte.
35:18Wenn das an die Öffentlichkeit kommt, ich koordiniere gerade einen großen IPO.
35:24IPO?
35:26Börse.
35:27Wie Börse?
35:29Das ist ein Börsengang.
35:30Wie Börsengang?
35:34Aktien, Geld.
35:35Ja, schon klar.
35:39Wie viel haben Sie bezahlt?
35:41Bislang 20.000.
35:45Das Geld hat immer Isabelle abgeholt.
35:49In irgendwelchen Hotels.
36:05Was war da los?
36:07Für mich sieht das so aus, als würden Sie Isabelle bedrohen.
36:10Ich habe ja gesagt, dass Schluss ist.
36:12Ich kann nicht mehr zahlen.
36:13Meine Frau kriegt das sonst mit.
36:14Das soll Sie Ihrer Komplizin sagen.
36:18Ich habe ihr nichts getan.
36:19Das müssen Sie mir glauben.
36:21Dieses Erpresservideo.
36:22Haben Sie das noch?
36:27Herr Hilda, Ihre wirre Story wird momentan durch gar nichts gestützt.
36:33An Ihrer Stelle würde ich jetzt alles tun, um mich selbst zu entlasten.
36:53Erst würde ich es löschen, aber dann habe ich es doch aufgehoben.
36:58Sie haben ja auch genug dafür bezahlt, oder?
37:06Sie haben ja auch genug.
37:46Wenn Sie es bitte anziehen.
38:18Als Ede Isabelle dieses Angebot gemacht hat, das war die Gelegenheit.
38:25Endlich nicht mehr diese untreuen Typen anbaggern.
38:27Der Kerl hatte ja genug Kohle.
38:30Sie haben zusammen mit Isabelle über 20.000 Euro erpresst und jetzt ist Isabelle tot.
38:36Entweder Sie reden jetzt, oder ich übergebe das hier der Staatsanwaltschaft zur Anklageerhebung.
38:42Ich hatte keinen Grund, Isabelle umzubringen.
38:44Sie hat von dem Geld nichts gewollt.
38:49Ich habe sie bequatscht.
38:51Ich habe sie bequatscht und dann...
38:53Dann ist sie mit ihrem moralischen Scheiß gekommen.
38:56Was meinen Sie damit?
38:58Was du nicht willst, dass man dir tue, das füge auch keinem anderen zu.
39:02Sie hat gesagt, das hat ihr ihr Vater fürs Leben mitgegeben.
39:06Die beiden.
39:10Da sitzen die in ihrem besetzten Haus und...
39:13Ich meine, die haben keine Kohle.
39:15Sie haben nichts Anständiges anzuziehen.
39:17Aber sie fühlen sich moralisch überlegen.
39:20Sie sind stolz darauf.
39:23Bewundernswert, nicht?
39:25Meine Welt ist es nicht.
39:29Wenn Isabelle mit der Erpassung nichts zu tun haben wollte...
39:33Wieso hat sie denn dann bei Eda das Geld abgeholt?
39:36Haben Sie sie wirklich nur bequatscht?
39:37Oder haben Sie sie gezwungen?
39:47Ich habe sie gezwungen.
39:49Womit?
39:52Wenn sie es nicht tut, dann erzähle ich unserer Chefin von ihrer Affäre.
39:59Eine Affäre mit einem der Kandidaten?
40:01Ja.
40:02Mit welchem?
40:03Das weiß ich nicht.
40:05Sie hat den Namen nicht sagen wollen, aber es war ja auch egal.
40:09Isabelle wäre bei Trust Test rausgeflogen.
40:11Und sie brauchte das Geld für den Unikredit.
40:47Das hier sind alle Männer, die Isabelle in den letzten Wochen getroffen hat.
40:50Ihr Liebhaber musste dabei sein.
40:53Es waren zwei Steuerberater, ein Wirtschaftsprüfer, ein Werber, ein Anwalt für Wirtschaftsrecht,
40:58zwei Unternehmensberater und der Schönheitschirurg.
41:01Aber ich glaube, der kommt nicht in Frage.
41:03Okay.
41:04Müssen wir die Videos alle nochmal angucken.
41:07Wir haben ja alle was mit Geld zu tun.
41:08Da muss doch einer dabei sein, mit dem Isabelle was anderes verbunden hat.
41:12Sonst hätte sie sich ja nicht in ihn verliebt.
41:15Ein guter Kapitalist?
41:17Gibt's so was?
41:19Gibt's so was?
41:20Gibt alles.
41:22Was ist denn mit dem da?
41:27Der hier.
41:28Dieser treue Test kurz vor ihrem Tod, wo sie plötzlich abgehauen ist.
41:32Ja, aber den haben wir gecheckt.
41:34Der kann es nicht gewesen sein.
41:35Vielleicht nicht der Täter, aber er kann doch ihr Liebhaber gewesen sein.
41:38Achso.
41:41Also ich könnte mir vorstellen, doch einfach nur Hausmann an der Seite einer erfolgreichen Frau zu sein.
41:46Ich finde es toll, wie sie so mit beiden Beinen im Leben stehen.
41:49Ich mag unabhängige Frauen wie Sie.
41:52Die was anpacken und sich was trauen.
41:54Das imponiert mir einfach total, wie sie...
42:00Was habe ich denn gesagt?
42:02Ja, okay.
42:08So guckt man nicht, wenn man verliebt ist.
42:10Ich habe jetzt die Abrechnung von Isabels Kreditkarte.
42:13Sie hat sich eine Kamera gekauft, und zwar eine Mikrokamera mit WLAN.
42:17Die Dinger sind kleiner als ein Tischtennisball, ungefähr so groß.
42:21Was hat sie damit gefilmt?
42:23Vielleicht hat sie auch jemanden erpresst.
42:26Die Wohnung war das so durchwühlt.
42:29Da hat jemand nach dem Material gesucht.
42:33Was hat sich in den letzten zwei Wochen bei ihr aufgestaut?
42:36Das plötzlich in der Nacht raus musste.
42:44Hinnert sie so provoziert, oder...
42:49Oder...
42:50...
43:00Musik
43:23Frau Schütze, haben Sie sich doch entschieden, aus Ihrer alten Wohnung auszuziehen?
43:28Sie hat man uns angeboten, als er sagt, das ist ein bisschen unheimlich.
43:36Können Sie sich die mal anschauen, ob Sie einen von denen kennen?
43:44Wer ist es?
43:48Es hat ein Mann in Isabels Leben gegeben. Sie war verliebt.
43:54Verliebt? In einen von denen hier? Und warum hat sie uns davon nichts erzählt?
44:00Er ist verheiratet. Ja. Ein Geldmensch.
44:04Also, jemand, den Sie wahrscheinlich nicht so gerne als Schwiegersohn gehabt hätten, vielleicht deswegen.
44:16Der hat's hier.
44:19Hat Isabelle Ihnen was von irgendwelchen Aufnahmen erzählt? Ich glaube, dass sie den Mann gefilmt hat.
44:24Hat sie Ihnen in letzter Zeit was gegeben?
44:26Nein.
44:29Ich kenne niemanden davon.
44:33Wo ist eigentlich Ihr Mann?
44:35Wer ist zu Hause? Die will das hier nicht sehen. Der ist ja schon beim ersten Mal nicht mitgekommen.
44:42Naja, es war vielleicht auch besser so. Der wäre bestimmt noch wütender geworden als Isabelle.
44:46Sie waren mit Isabelle hier?
44:48Ja.
44:48Wann?
44:49Na, einen Tag vor Ihrem Tod, da ist das Angebot gekommen.
44:53Das war so eine Frechheit. Genau wie die 8000 Euro.
44:57Man hat Ihnen Geld angeboten, damit Sie ausziehen?
44:59Ja, da war Isabelle schon richtig wütend. 8000 Euro, ich meine. Dafür, dass wir dann kein Zuhause mehr haben.
45:09Dass wir dann hier waren. Da ist sie einmal durch die Wohnung gegangen. Und dann wortlos wieder raus.
45:20Also, das Geld und die Wohnung. Beides wurde Ihnen kurz vor Isabels Tod angeboten.
45:26Ja, seltsam.
45:28Eigentlich haben diese Investoren immer nur ihre Anwälte auf uns gehetzt.
45:32Aber, sie sehen ja seltsam.
45:34Am Ende war das nur so ein Trick, um uns mürbe zu machen. Das hat Paul gleich gesagt.
45:38Was hat Ihr Mann gesagt?
45:40Na, gelacht hat er, als das Angebot kam.
45:42Er hat zu Isabelle gesagt, die waren das nur gescheißen. Diese Typen wirst du niemals ändern. Sie sei einfach zu
45:50weich, zu naiv.
45:54Das hat er aber nicht so gemeint.
45:59Jetzt ist er zu Hause.
46:02Mal irgendein Plakat plant. Eine neue Demo.
46:07Das hat er aber gar nicht zu kennenlernen. Das ist Isabelle Todes.
46:11Vielleicht kann er das jetzt einfach noch nicht.
46:15Soll ich Sie mitnehmen?
46:18Nein, ich...
46:20Danke.
46:24Bleib mal ein bisschen hier.
46:30Ich habe sie ja das letzte Mal gesehen.
47:01Ich habe sie ja das letzte Mal gesehen.
47:02Geht vorbei an diesen ganzen schicken Gated Communities.
47:07Die werden uns ordentlich hören.
47:14Sie haben gewusst, dass Isabel versucht hat, ihr Heim zu retten.
47:17Mit Methoden, die sie in ihrem Studium gelernt hat.
47:21Deswegen haben sie gelacht, als man ihnen die Ersatzwohnung angeboten hat.
47:26Sie haben zu Isabel gesagt, dass sie naiv ist.
47:40Vor einem Monat oder so, da war sie da mit ihr.
47:43Hat von Connections gesprochen.
47:47Die Demos und die Proteste auf der Straße, das wäre alles Unsinn.
47:50Heute würden die Dinge anders laufen.
47:52Heute gäbe es Tools.
47:56Ethisch-betriebswirtschaftliche Logik.
47:57Ich habe ja gesagt, dass das alles Unsinn ist.
48:01Man kann den Kapitalisten, den Feind doch nicht zum Gutmenschen umerziehen.
48:06Aber Isabel hat an sich geglaubt.
48:09Ja, das hat sie. Das hat sie immer.
48:13Ich hätte ihr die Enttäuschung gerne erspart.
48:16War gut verarbeiten.
48:18Da stand sie heulend vor der Tür.
48:21Das Konzept war abgelehnt worden.
48:23Haben Sie sie getröstet?
48:25Nein.
48:29Ich hätte es tun müssen.
48:33Es gibt nichts, was ich mehr bereue.
48:39Aber ich war so wütend.
48:44Am selben Tag haben uns doch die Arschlöcher den Räumungsbescheid zugestellt.
48:52Verwertungskündigung, Karestas Zauberwort.
48:55Wenn der Mieter nicht mehr genug Rendite abwirft, dann fliegt er.
48:58Ethik.
49:01Scheiße.
49:03Das war zwei Wochen, bevor sie ermordet wurde.
49:06Wie hat sie denn darauf reagiert?
49:09Sie ist ganz ruhig geworden.
49:12Hat gesagt, dass ich wahrscheinlich recht habe.
49:16Aber man muss den Feind mit seinen eigenen Mitteln schlagen.
49:30Akrylfarbe.
49:32Ja, geht am besten.
49:47Der Spruch, woher haben Sie denn?
49:50Aus einem alten philosophischen Buch.
49:52Ja, sagt Ihnen etwa, es kommt nur auf das gute Ergebnis an.
49:56Der Weg dahin ist egal.
49:59War das ein Buch von Isabel?
50:01Na ja, sie hat es mir gegeben, einen Tag bevor man sie...
50:06Einen Tag bevor ihrem...
50:08Also vor ihrem Tod?
50:11Kann ich das mal sehen?
50:14Es war ihr Heiligtum.
50:18Es würde beschreiben, wie man sich zur Wehr setzen kann.
50:23Der Satz war unterstrichen.
50:25Ich habe gedacht, ich kann ihn für die Demo verwenden.
50:42Ich habe ihn für die Demo verwenden.
51:02Ich habe ihn für die Demo verwenden.
51:03Ich habe ihn für die Demo verwenden,
51:10aber es wird für ihre Ver Schönheit Park ausgebringen.
51:10Ich habe mich schon wieder zurückumugt...
51:17...wettet ihn für Kotze przezárçalz
51:44So hat es begonnen.
51:45So wie es jetzt ist, kann es einfach nicht weitergehen, verstehen Sie?
51:48Wenn jeder nur noch auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist, dann...
51:51Die Art, wie Isabelle sie anflirtet, mein Kollege sagte, das sieht so echt aus.
51:55Und er hatte recht.
51:56Bei Ihnen hat Isabelle sich nicht verstellt.
51:59Damals hat sie sich in sie verliebt.
52:04Ich weiß nicht, wovon Sie reden.
52:06Doch, wissen Sie. Wissen Sie.
52:11Das war der Beginn der Affäre und das hier ist das Ende.
52:21Isabelle hat sie geliebt.
52:23Schauen Sie es bitte aus.
52:23Sie hat sie geliebt. Auch dann noch, als sie begriffen hat, dass Sie hinter dem Metropolitan Living Berlin stecken.
52:28Dieser Firma, die Ihre Eltern rausschmeißen wollte.
52:30Machen Sie das bitte sofort aus. Bitte.
52:33Sie hat geglaubt, sie könnte sie überzeugen, Ihre Eltern nicht aus der Wohnung zu vertreiben.
52:38Und Sie haben sie auch in diesem Glauben gelassen.
52:40Bis Isabelle dieses Konzept erstellt hat, dann mussten Sie Farbe bekennen.
52:44Sie haben es abgelehnt.
52:45Und kurze Zeit darauf hat Ihre Firma den Schützes die Räumungsklage zugestellt.
52:50Und da hat Isabelle begriffen, was für ein Mensch Sie eigentlich sind.
52:52Ein skrupelloser Egoist.
52:56Und gegen den durfte man für eine gute Sache mit seinen eigenen Methoden vorgehen.
53:04Moral ist nichts als die Regulierung des Egoismus.
53:08Also hat Isabelle sich eine Minikamera gekauft und dieses Sexvideo aufgenommen.
53:12Sie durfte sie erpressen.
53:18Was haben Sie empfunden?
53:22Was waren Ihre Gefühle?
53:33Ich habe mein Alibi.
53:34Wofür?
53:35Dafür, dass Sie keine Gefühle haben?
53:40Meinen Sie nicht, dass Ihr Alibi zusammenbricht,
53:42wenn ich Ihrer Frau dieses Video zeige?
53:46Isabelle wollte, dass Sie die Sanierung stoppen.
53:48Das wäre für Sie ein Liebesbeweis gewesen.
53:50Das war es, was sie von Ihnen wollte.
53:52Aber das stand überhaupt nicht in Ihrer Macht.
53:54Also haben Sie es erst mal mit Geld versucht,
53:55dann haben Sie es mit einer Ersatzwohnung versucht.
53:57Sie haben wirklich gedacht,
53:59Sie könnten Sie auf diese Weise beschwichtigen.
54:02Sie haben gar nicht begriffen,
54:03was für eine unglaubliche Kränkung das gewesen ist.
54:05Kein Mensch hat heutzutage Anricht auf lebenslang billige Miete.
54:11160 Quadratmeter bei 5 Euro.
54:13Das hätte Sie verstehen müssen.
54:22Darum geht es doch gar nicht.
54:33Es geht nicht darum.
54:36Darum geht es doch gar nicht, Herr Herzog.
54:43Isabelle
54:45wollte von Ihnen was spüren.
54:50Sie wollte wissen, was in Ihnen vorgeht, da.
54:55Das wollte sie.
55:00Die Ersatzwohnung, ja,
55:01das war vielleicht der Tropfen,
55:04der das Fass zum Überlaufen gebracht hat.
55:05Aber nein,
55:08es ging um Sie.
55:15Sie kam zu mir.
55:21Ich habe...
55:22Was mit dem Gürtel, das war?
55:29Sie wollte zu meiner Frau,
55:31was ist...
55:32Das konnten Sie nicht zulassen.
55:34Nein.
55:35Sie wollten das Video haben,
55:36Sie mussten das Video haben.
55:37Ja.
55:39Ich wollte sie aufhalten.
55:46Sie hat geschrien.
55:48Sie hat...
55:52Sie hat...
55:54Geschrien.
55:57Ich habe...
56:00Ich habe...
56:02verstanden,
56:04was passiert ist,
56:07als...
56:09äh...
56:10als sie nicht mehr geatmet hat.
56:14Sie hat aufgehört zu atmen.
56:20Und dann haben Sie sie weggeworfen.
56:25Einfach so.
56:40Es war doch nicht geplant.
56:44Ich wollte das nicht.
56:46Das müssen Sie mir glauben.
56:51Das tue ich sogar.
56:55Entfernen.
57:00Ich kann es nicht mehr.
57:03Entfernen.
57:06Ich kann es nicht mehr.
57:45Untertitelung des ZDF, 2020
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