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KurzfilmeTranskript
00:28Untertitelung. BR 2018
00:59Untertitelung. BR 2018
01:14Untertitelung. BR 2018
01:41Untertitelung. BR 2018
02:28Untertitelung. BR 2018
02:43Untertitelung. BR 2018
03:09Untertitelung. BR 2018
03:10Sie heißt Johanna Waller. Die Nachbarin hat sie gefunden.
03:16Hier riecht es nach Mandeln.
03:25Sie hat Schleimhautblutungen.
03:27Zyankali.
03:29Sieht so aus.
03:33Wer wohnt hier noch?
03:35Soweit ich weiß, keiner.
03:36Apa?
03:38Apa?
03:39Zyankali.
03:40Zyankali.
03:51Zyankali.
03:55Zyankali.
04:07Uans.
04:19Was ist das?
04:37Irgendwas ist total beklemmend hier, findest du nicht?
04:40Nicht nur beklemmend, hier ist noch irgendwas im Raum.
04:52Hier hat jemand Angst.
04:54Genau, hier kriegt man Angst.
05:38Bruno, die Wohnung ist nur von Johanna Waller gemietet.
05:41Die Leute im Haus wissen nichts von irgendwelchen Mitbewohnern.
05:43Aber hier wohnen noch mindestens zwei Frauen und ein Kind.
05:47Die teilen sich den Schrank und die Zimmer.
05:51Vielleicht sogar drei.
05:53Johanna Waller, Magda, die Gärtnerin.
05:57Und Stefanie.
06:01Jedes elfte Mal umsonst kommen.
06:04Ist ja reizend.
06:05Eine Frau, die ins Pornokino geht.
06:07Und sich hinterher desinfiziert.
06:10Bruno?
06:13Das ist der Enkel der Frau, die im Erdgeschoss wohnt.
06:16Er möchte dir was zeigen.
06:30Sie sieht total verängstigt aus.
06:33Das war um 22.45 Uhr.
06:36Da hat der Junge das mit seinem Handy gefilmt.
06:38Er war draußen eine Rauchen, weil er das bei seiner Oma nicht darf.
06:41Und kurz nach 23 Uhr hat die alte Dame dann einen Krachen gehört.
06:45Ja, und da wurde Johannas Tür eingetreten.
06:47Sie rennt halbnackt und panisch durch die Stadt.
06:50Und kurz darauf wird bei ihr eingeworfen.
06:52Pass auf, Schlampe.
06:53Laut KTU ist das nicht erst heute Nacht aufgesprüht worden.
06:56Das heißt, Johanna Waller wurde unmittelbar vor ihrem Tod verfolgt.
06:59Aber sie ist schon davor bedroht worden.
07:00Vielleicht hat sie deswegen die Tasche gepackt.
07:02Sie wollte fliehen.
07:03Aber der Täter hat sie vorher abgefangen.
07:05Habt ihr keine Angehörigen gefunden?
07:07Wir haben die Akte noch nicht.
07:08Irgendwas ist da kompliziert.
07:10Ich guck mal, ob sie inzwischen da ist.
07:15Keine Spur hier von den Mitbewohnern und dem Kind?
07:17Ja, sie wurde öfter mit dieser kurzhaarigen Frau gesehen.
07:20Aber von Mitbewohnern weiß keiner was.
07:23Vielleicht hat sie heimlich untervermietet.
07:26Ausgerechnet heute Nacht war niemand da?
07:30Johanna Waller war bloß der Deckname des Opfers.
07:33Darum hat das auch so lange gedauert mit der Akte.
07:35Sie hieß ursprünglich Lilly Bergmann.
07:37Sie wurde als Kind von ihrem Vater weggesperrt und misshandelt.
07:41Was ist mit der Mutter?
07:42Die ist gestorben, als Lilly fünf war.
07:44Danach hat es angefangen und ging drei Jahre.
07:46Hat er sie sexuell missbraucht?
07:48Ja, das auch.
07:52Warum Vogelmädchen?
07:53Der Vater hat ihr einen Vogel im Käfig in die Wohnung gestellt.
07:56Das war außer ihm jahrelang der einzige Kontakt, den sie hatte.
08:00Ein Nachbar hat dann irgendwas gemerkt.
08:01Lilly kam ins Heim, ist da aufgewachsen und hat den neuen Namen bekommen.
08:05Johanna Waller.
08:06Nach der Schule hat sie ein paar Ausbildungen angefangen und wieder abgebrochen.
08:10Und vor zwei Jahren hat sie vom Sozialamt eine Therapie bekommen bei Dr. Sibylle Ulrich.
08:15Was ist mit dem Vater passiert?
08:17Wilhelm Bergmann.
08:18Vier Jahre Haft.
08:19Was, das gibt's doch nicht.
08:20Nach ist er in die Schweiz ausgewandert und arbeitet seitdem bei einem Verwandten in Zürich.
08:25Mit der Auflage, sich Johanna nicht mehr zu nähern.
08:28Und was passiert, wenn er es trotzdem macht?
08:30Dann muss er sehr viel Geld bezahlen.
08:32Guck mal hier.
08:33Auf die Frage nach ihrem Namen antwortet das Mädchen mit Schlampe.
08:37Denn so hat ihr Vater sie genannt.
08:38Pass auf, Schlampe!
08:41Holt mir den Vater zur Vernehmung.
08:45Es sieht so aus, als hätte ihr jemand den Mund aufgedrückt und dann das Zyankali eingeflößt.
08:51Zeitpunkt des Todes war circa 23 Uhr.
08:55Die Wunde am Jochbein, die muss sie sich aber davor schon zugezogen haben.
09:01Die hatte Haut unter den Fingernägeln und es gab Anzeichen eines heftigen Geschlechtsverkehrs.
09:06Wurde sie vergewaltigt?
09:08Möglicherweise, aber ich hab kein Sperma gefunden.
09:11Am Kopf hat sie noch weitere Narben, aber die sind alle älteren Datums.
09:17Sie hat sich geritzt.
09:19Ja, an den Oberschenkeln ebenfalls, aber das ist alles schon Jahre her.
09:26Was dieser Körper alles durchgemacht hat.
09:38Hallo, Stephanie.
09:41Wollen Sie mich verarschen?
09:43Ich bin auf der Suche nach Stephanie.
09:44Schumann, LKA.
09:46Komm mal rum.
09:58Sie war länger nicht mehr hier.
10:00Sie kennen sie?
10:00Na ja, kennen sie.
10:02Frauen fallen hier auf.
10:04Ist sie das?
10:06Nee, viel jünger.
10:08Ende 20.
10:09So eine große, ernste.
10:12Hat immer so einen hellen Regenmantel an.
10:15Beigen Trenchcoat?
10:16Genau.
10:18Wie Marlene Dietrich, ein Zeug in der Anklage.
10:21Franzi!
10:21Was denn?
10:23Sie kriegt das rote Zeug vom Spiegel nicht ab.
10:25Dann lass die Scheiße dran.
10:27Okay.
10:39Wer war das?
10:41Keine Ahnung.
10:41Irgend so ein Idiot.
10:43Wann?
10:45Vorgestern Nacht.
10:46Hallo?
10:46Kommen Sie mal her.
10:48Da ist jemand von der Polizei.
10:50Der sucht diese Stephanie, die manchmal hier war.
10:52Sie haben doch mal mit der gequatscht.
10:56Hallo?
11:02Warten Sie mal einen Moment.
11:04Harten Sie.
11:05Bleiben Sie stehen.
11:05Ah!
11:12Ist sie okay?
11:16Wie heißt der Mann?
11:18Keine Ahnung.
11:20Sie müssen doch wenigstens seinen Vornamen wissen.
11:22Der steht doch auf der Karte.
11:23Der hat keine Bonuskarte.
11:26Sie haben gesehen, wie er mit Stephanie geredet hat, ja?
11:28Ja.
11:29Einmal ist er sogar mit ihr weggegangen.
11:32Wenn das nächste Mal hier auftaucht, dann kriegen Sie seinen Namen raus und rufen mich an.
11:35Ich frag doch keinen nach einem Namen, wenn er das nicht will.
11:38Ich will doch gar nicht wissen, wie die alle heißen.
11:40Mir reicht schon, weil ich mir vorstellen muss, wie die alle drinsitzen und wichsen.
11:43Den Namen.
11:44Ist das klar?
11:48Danke für das nette Gespräch.
11:54Hi, Bruno.
11:55Wilhelm Bergmann war die letzten drei Tage hier in Berlin.
11:58Das hat mir sein Arbeitgeber in Zürich erzählt.
12:00Ich hab Bergmann auf dem Handy erwischt.
12:02Da wollte er gerade in den Zug zurück in die Schweiz steigen.
12:05Ja.
12:06Jetzt ist er auf dem Weg hierher.
12:09Was macht er da?
12:12Beten vielleicht.
12:18Guten Tag, Herr Schumann.
12:22Guten Tag.
12:31Meine Tochter ist tot?
12:34Ja.
12:39Sie war so ein liebes Kind.
12:46Jetzt ist sie erlöst.
12:49Wovon?
12:52Vom irdischen Dasein.
13:00Wann haben Sie sie zum letzten Mal gesehen?
13:04Vor 20 Jahren.
13:06Und in den letzten Tagen?
13:09Es gibt eine Auflage vom Gericht, dass ich sie nicht sehen darf.
13:13Das ist sehr traurig, aber ich halte mich daran.
13:17Was haben Sie in Berlin gemacht?
13:18Wo waren Sie mit?
13:19Mit wem haben Sie sich getroffen?
13:20Name, Adresse und Telefonnummer von den Leuten hätte ich gern.
13:24Ich habe mir die Stadt angeschaut.
13:27Meine Tochter darf ich nicht sehen.
13:29Aber Berlin.
13:30Das neue Berlin, das hat man mir nicht verboten.
13:33Ach so.
13:35Dann war das quasi so eine Art reiner Zufall,
13:38dass Sie nach 20 Jahren hier wieder auftauchen als Tourist
13:41und Ihre Tochter kurz darauf tot in Ihrer Wohnung liegt.
13:46Ich bringe doch mein Kind nicht um.
13:49Sie haben Sie eingesperrt und missbraucht.
13:55Dafür habe ich gebüßt.
13:58Und man hat mir verziehen.
14:02Wer?
14:05Ich habe im Gefängnis zum Glauben gefunden.
14:10Ach ja.
14:18Gut.
14:20Schreiben Sie Passaufschlampe.
14:23Den Druckschäfte.
14:25Warum sollte ich das...
14:26Schreiben Sie.
14:31In Druckbuchstaben habe ich gesagt.
14:35So haben Sie Ihre Tochter doch genannt.
14:39Schlampe.
14:50Bergmann sagt, er hat den Nachtzug um 22.22 Uhr nach Zürich verpasst,
14:55ist zurück in seine Pension gegangen und hat da eine weitere Nacht verbracht.
14:59Das stimmt.
15:00Er kam kurz nach Mitternacht zurück in die Pension.
15:03Er Todeszeitpunkt war aber gegen 23 Uhr, also kein Alibi.
15:06DNA- und Schrifttest läuft übrigens.
15:08Die Kollegen haben gerade angerufen, im Bergmanns Pensionszimmer wurde eingebrochen.
15:12Gestern Mittag.
15:13Er selber war aber nicht da.
15:14Was?
15:15Er hat mir nichts davon erzählt.
15:17Ein Hotelgast hat berichtet, dass ein Typ mit Sportklamotten oder Trainingsanzug mit Kapuzen poliert fliehen sehen.
15:22Sie haben ihn aber nicht erwischt.
15:23Es ist nichts geklaut worden.
15:25Der Hausmeister von Johanna Waller ist am Telefon.
15:28Die Tür hier ist schon ewig kaputt.
15:32Hier kann praktisch jeder rennen.
15:36Letztes Jahr bin ich da unten mal über einen Penner gestolpert.
15:40Vorsicht.
15:41Kopf einziehen.
15:47Da drin.
15:53Da.
15:57Haben Sie schon was angefasst?
15:59Na klar.
16:00Und zwar von allen Seiten.
16:01Du musst da schließlich rauskriegen, wie ihr Ding funktioniert.
16:04Da hat jemand die Frau Waller gefilmt.
16:45Der war vorhin auch schon da.
16:46Und zwar keinen Anspruch.
16:47Du hast ihn ja yellow in die Gäste gekonmet.
16:54Aber ich bin ja presidentin.
17:05Der war aber nicht so promptly.
17:08Und zwar versichert mich.
17:12Amen.
17:42Amen.
18:29Das war die letzte Aufnahme von gestern Mittag. Also, elf Stunden, bevor sie umgebracht wurde.
18:45Bewegt sich wie eine Marionette.
18:48Guck mal, das könnte die Hand von Bergmann sein.
18:51Was sich da in ihrem Gesicht abspielt, die ist doch völlig traumatisiert.
18:55Jetzt brauchst du eigentlich nur noch zwei und zwei zusammen zu zählen.
18:58In der Nacht flieht Johanna in Panik vor ihrem Verfolger mit der Videokamera.
19:03Und am nächsten Morgen sitzt sie ihm wie, wie hast du gesagt eben, wie eine Marionette.
19:08Ja.
19:08Genau. So erstarrt. Aber auch wie ein Kind sitzt sie dem Mann gegenüber.
19:15Wer könnte so widersprüchliche Reaktionen bei ihr hervorrufen?
19:18Wer könnte so eine Macht auf sie ausüben? Nur einer. Der Vater.
19:22Ich habe nie etwas gefilmt. Ich kenne diese Kamera nicht.
19:25Mir ist nie etwas aus meinem Pensionszimmer gestohlen worden.
19:28Ich wiederhole, ich habe nie etwas gefilmt. Ich kenne diese Kamera nicht.
19:31Ich kann ihre Hörsticht nicht mehr hören. Ein gläubiger Mensch? Sie?
19:36Wissen Sie an, was ich glaube? An unser Labor.
19:40Die prüfen gerade, ob ihre Fingerabdrücke auf der Kassette sind.
19:46Ja?
19:47Ach, Bruno. Wir haben die Tango-Bar. Nennt sich Salon Rouge.
19:52Ja, ist im Theater des Ostens. Johanna hat hier immer mit einem gewissen Jochen Pohl getanzt.
19:58Der hat eine kleine Autowerkstatt im Pankow.
20:02Ne, Benna, komm.
20:04Tschüss. Tschüss, war's gut.
20:07Nee, Benna.
20:08Tschüss.
20:30Mac, Ka nearly doin.
20:32Entschuldigung.
20:34Sind Sie Jochen Pohl?
20:36Ja.
20:37Guten Tag, mein Name ist Weber, LKA.
20:40Wir haben Ihre Adresse von Ihrem Tango-Verein.
20:42Ich müsste Sie bitten, mich zu begleiten.
20:45Wohin? Warum?
20:46Es geht um Johanna Waller.
20:50Jochen Pohl, 36, restauriert historischer Oldtimer.
20:53Geschieden, zwei Töchter.
20:55Bei der Scheidung hat seine Frau behauptet, er hätte die Kinder sexuell missbraucht.
20:59Vor Gericht ist aber freigesprochen worden.
21:03Ja, vielleicht hat Johanna sich wieder einen Täter gesucht.
21:06Wieso Täter?
21:08Naja, da sehen die beiden doch wie ein Liebespaar aus.
21:13Ja, aber du hast doch eben gesagt, er wurde freigesprochen.
21:15Das muss ja nicht unbedingt heißen, dass er tatsächlich unschuldig ist.
21:18Nee, aber es kann genauso gut möglich sein, dass er zu Unrecht beschuldigt wurde.
21:25Hat Inge Johannas Therapeutin inzwischen erreicht?
21:27Die ist seit vorgestern in ihrer Praxis krank gemeldet.
21:30Und an ihr Handy geht sie nicht ran.
21:33Henry hat sich gemeldet. Die sind jetzt losgefahren.
21:36Gut.
21:40Bitte. Jetzt sagen Sie mir doch bitte, was Sie von mir wollen.
21:44Herr Pohl.
21:44Ja?
21:46Hatten Sie ein Verhältnis mit Johanna Waller?
21:49Nein. Wir haben nur zusammen getanzt.
21:52Wo? Zeigen Sie doch mal.
21:54Ja.
21:55Hier.
21:58Ja.
21:58Was ist denn mit Johanna?
22:02Sie ist tot.
22:04Sie wurde ermordet.
22:08Oh Gott.
22:10Was ist denn vorgestern Abend hier passiert?
22:14Wir haben getanzt wie immer.
22:17Und plötzlich ist Johanna zusammengebrochen.
22:20Und zwar als sie den Mann gesehen hat mit der Kamera.
22:22Da stand einer, hat gefilmt.
22:23Und zwar hier oder hier jedenfalls direkt neben der Säule.
22:28Ist das der Mann, der gefilmt hat?
22:33Ich bin mir nicht sicher.
22:35Schauen Sie genau hin.
22:40Ich weiß es wirklich nicht.
22:43Danke.
22:47Ich habe mich ja nur um Johanna gekümmert.
22:49Sie ist mir aus den Armen gerutscht, zu Boden gesackt und hatte Beinkrämpfe.
22:53Ich bin dann gleich zur Bar, habe Wasser geholt und als ich zurückkam, da war sie weg.
22:57Ich habe noch versucht, die ganze Nacht sie anzurufen, aber hat nicht abgenommen.
23:01Haben Sie sich seit vorgestern Abend noch mal gesehen?
23:03Nein.
23:04Nein, das war das letzte Mal.
23:07Gut, Herr Pohl.
23:08Wir bräuchten dann trotzdem noch eine DNA-Probe, aber das ist ja kein Problem, oder?
23:11Und wieso brauchen Sie die von mir?
23:13Damit wir jede Möglichkeit ausschließen können?
23:16Ich habe doch Johanna nichts getan.
23:18Eben, das meinte ich ja.
23:19Es ist ja kein Problem.
23:21Natürlich.
23:22War das Ihr Vater?
23:25Warum?
23:26Warum fragen Sie?
23:27Als Johanna hier lag, da hat sie geschluchzt wie so ein kleines Mädchen und hat immer das
23:32Gleiche gesagt.
23:35Liebkind, Vati.
23:37Liebkind, Vati.
23:44Liebkind, Liebkind, aus die See und in den See.
24:04Liebkind, Liebkind, aus die See und in den See.
24:08Liebkind, Liebkind, aus die See und in den See.
24:11Liebkind, aus die See und in den He ocas.
24:14Das war's.
25:11Untertitelung. BR 2018
25:42Untertitelung. BR 2018
26:10Untertitelung. BR 2018
26:16Das war alles Sie selbst?
26:18Ja, davon gehe ich aus.
26:20Die Kleider, die Mäntel, die Hosen, die Schuhe, alles.
26:22Alles hat dieselbe Größe.
26:24Johanna Waller hatte wahrscheinlich eine multiple Persönlichkeitsstörung.
26:28Guck mal, also jeder von uns erlebt doch Enttäuschungen, Verletzungen.
26:32Und indem wir uns das anschauen, uns damit auseinandersetzen, akzeptieren wir auch, dass das ein Teil von uns ist und
26:38wachsen daran.
26:38Aber das, was Johanna als Kind erlebt hat, das muss so entsetzlich gewesen sein, dass sie sich damit gar nicht
26:44auseinandersetzen konnte.
26:46Ihre Seele hat sich aufgespalten. Die ist plötzlich quasi zersplittert.
26:52Johanna war Johanna, aber wenn sie es nicht mehr ausgehalten hat, dann war sie Magda, dann war sie Stefanie oder
26:57das Kind. Das Liebkind.
27:00Aber du hast doch erzählt, dass die im Treibhaus meinten, Magda wäre eher blond, Anfang 20 und fröhlich.
27:08Ja.
27:08Und Stefanie war ernst, eher dunkel, Ende 20. Das kann doch nicht ein und dieselbe Person gewesen sein.
27:14Zwei Zeugen, zwei Aussagen. Kennst du doch.
27:16Ja, aber so unterschiedliche Aussagen.
27:18Die Menschen haben total unterschiedliche Seiten. Wie viele hast du? Zwei? Drei? Na, mindestens drei, würde ich sagen.
27:23Also, das würde ich von mir behaupten. Du bist natürlich straight, du hast nur eine.
27:28Sie hat doch in der Nacht, nach dieser Geschichte im Tango-Club, da hat sie doch die ganze Nacht und
27:33am nächsten Morgen immer wieder versucht, ihre Therapeutin anzurufen.
27:36Was ist mit der eigentlich? Ist die immer noch krank?
27:38Na, jedenfalls kann ich sie nicht erreichen. Die ist wie vom Erdboden verschluckt.
28:11Das ist wie vom Erdboden verschluckt.
28:21Was ist, was wollen Sie?
28:22Schumann, LKA. Wir versuchen seit zwei Tagen, sie zu erreichen.
28:26Ich bin krank, ich lag die ganze Zeit im Bett.
28:30Besser wollen Sie mich sprechen?
28:33Johanna Baller ist tot.
28:52Zion Kali.
28:55Das ist doch furchtbar.
28:59Wir gehen davon aus, dass es ihr unter Zwang eingeflößt wurde.
29:03Kennen Sie Ihren Vater?
29:05Ich, nein, woher?
29:07Er durfte sie ja gar nicht nähern.
29:10Er ist hier.
29:12Johannas Vater ist hier, hier in Berlin.
29:15Hat sie davon nichts erzählt?
29:18Ich hab sie in den letzten Tagen nicht gesprochen.
29:22Johanna hat sie angerufen.
29:24Ja, ich, ich hatte mein Telefon nicht an.
29:30Ja, was kann ich tun?
29:31Wie soll ich Ihnen helfen, einen Täter zu finden?
29:34Sie können mir helfen.
29:37Mich interessiert die Seele des Opfers.
29:40Als Johanna zu mir kam, hatte sie das Gefühl, aus unzähligen Personen zu bestehen.
29:45Die meisten davon konnten wir integrieren und haben vier zentrale Persönlichkeiten rausgearbeitet.
29:50Johanna, Magda, Stefanie und das Kind waren für mich in der Wohnung spürbar.
29:54Ja.
29:55Ich geh schon mal vor.
30:00Achtig Blumen.
30:03Johannas Mutter war Polin und liebte Blumen.
30:06Das war Johannas einzige schöne Kindheitserinnerung.
30:09Als Magda hat sie diese Erinnerung ausgelebt.
30:14Und Stefanie?
30:17Stefanie war eine Art Tabu-Persönlichkeit.
30:20Als Stefanie ist sie manchmal nachts losgezogen, um Männer anzusprechen.
30:24Sie hat sie aufgeheizt, aber sich nie mit einem eingelassen.
30:27Aus Rache?
30:27Nein, nein, es war eher eine Art Selbstversuch, sich grenzwertiger Sexualität zu nähern.
30:33Im Pornokino konnte sie das tun, ohne sich in Gefahr zu bringen.
30:36Sind Sie sicher, dass sie sich nicht in Gefahr gebracht hat?
30:39Ihr fanden nach einem Mann, mit dem sie zusammen aus so einem Kino weggegangen ist.
30:43Ach ja?
30:44Davon weiß ich nichts.
30:59Ich weiß.
31:01Wo ist der Vogel?
31:10Der Vogel stand für das Böse.
31:13Das Böse war im Grunde das verkörperte Trauma.
31:16Die Erinnerung an den Missbrauch.
31:20Die Wut des Kindes auf sich selbst, weil es keinen Weg gefunden hat, sich zu wehren, weil es keine Stimme
31:25hatte, um zu schreien.
31:27Die Empörung, der Schmerz, die Ohnmacht.
31:31All das.
31:35Wenn das von Johanna Büssitz ergriffen hat, hat sie mit dem Kopf gegen die Wand geschlagen, um die Bilder loszuwehren.
31:43Aber sie konnte auch aggressiv gegen andere wehren.
31:47Wir haben das Bild des schwarzen Raben dafür gefunden und das Böse sozusagen eingesperrt.
31:53Damit Johannas aggressives Potenzial den Körper nicht mehr übernimmt.
31:59Hat das funktioniert?
32:03Es hat sie seit zwei Jahren in Ruhe gelassen.
32:09Warum ist der Vogel jetzt raus aus dem Käfig?
32:11Wahrscheinlich hat der Vater ihn rausgelassen.
32:13Um sie zu verängstigen.
32:15Möglicherweise hat Johanna ihr ganzes Kindheitstrauma nochmal durchgemacht.
32:20Daran ist sie nicht gestorben, Frau Dr. Ugerich.
32:23Johanna wurde vergiftet.
32:30Darf ich nochmal für einen Moment in Johannas Wohnung?
32:33Natürlich.
32:34Ich guck mal hier nach dem Hausmeister.
32:36Das Team muss ja raus.
32:43Ah!
32:46Ah!
32:53Ah!
33:11Das Team muss ja rauskriegen.
33:16Das Team muss ja rauskriegen.
33:17Das Team muss ja rauskriegen.
33:17Das Team muss ja rauskriegen.
33:17Das Team muss ja rauskriegen.
33:17Das Team muss ja rauskriegen.
33:17Das Team muss ja rauskriegen.
33:17Das Team muss ja rauskriegen.
33:17Das Team muss ja rauskriegen.
33:17Das Team muss ja rauskriegen.
33:17Das Team muss ja rauskriegen.
33:18Das Team muss ja rauskriegen.
33:19Das Team muss ja rauskriegen.
33:20Das Team muss ja rauskriegen.
33:22Das Team muss ja rauskriegen.
33:24Das Team muss ja rauskriegen.
33:31Ja?
33:34Okay, komm gleich.
33:36Vielen Dank, dass Sie mich nochmal in Johannas Wohnung gelassen haben.
33:45Das sind Ihre Fingerabdrücke, Herr Bergmann.
33:48Die haben wir auf der Kassette gefunden.
33:54Was ist, beten Sie, Herr Bergmann?
33:58Wahrheit braucht vor allem Vertrauen.
34:02Ich will versuchen, mich Ihnen anzuvertrauen, Herr Schumann.
34:08Ich bin nicht ehrlich gewesen.
34:10Die Kamera gehört mir, ja.
34:13Aber sie ist mir bei dem Einbruch gestohlen worden.
34:15Mit den Aufnahmen habe ich nichts zu tun.
34:20In die Pension wurde am Montagmittag eingebrochen, Herr Bergmann.
34:24Diese Aufnahmen hier, die wurden am Sonntag und am Montagvormittag gemacht.
34:34Sie war so schön.
34:44Ich habe vor kurzem in einer Zeitschrift ein Foto von meiner Tochter entdeckt.
34:48Es war ein Bericht über Tango-Bars in Berlin.
34:53Ich wollte Sie einfach wiedersehen, nach so vielen Jahren.
34:58Ich konnte es nicht verstehen, Herr Schumann.
35:03Ich wollte mich ihr nicht nähern.
35:05Deshalb habe ich sie gefilmt.
35:07Ich wollte ein Andenken von ihr haben.
35:12Ein Andenken?
35:18Amüsieren Sie sich, Herr Bergmann?
35:20Nein.
35:23Warum lächeln Sie dann immer zu?
35:28Ich versuche nur, die Fassung zu bewahren.
35:31Haben Sie so wenig gespürt für meine Situation?
35:35Ich habe meine Tochter verloren.
35:37Mein Kind ist tot.
35:38Sie haben Ihre Tochter verfolgt, Herr Bergmann.
35:41Sie haben Sie mit der Kamera gejagt und terrorisiert.
35:43Sie haben sich ihr genähert, obwohl Sie das nicht dürfen.
35:46Sie haben Sie gezwungen, Ihnen gegenüberzusitzen.
35:48Sie haben mit ihr geredet.
35:49Sie haben Sie angefasst.
35:50Ich wollte doch nur ein paar Worte mit ihr wechseln.
35:52Hören, wie es hier geht.
35:54Wahrscheinlich nicht besonders gut, wenn Sie, pass auf, Schlampe an Ihre Wände schmieren.
35:57Das war ich nicht.
36:00Haben Sie Ihre Tochter vorgestern vergewaltigt?
36:02Um Gottes Willen.
36:03Sind Sie zu ihr nach Hause gegangen und haben Sie vergiftet?
36:05Nein.
36:07Sie war mein liebes Kind immer.
36:09Und das wird sie auch bleiben.
36:10Nein, Sie ehren sich, Herr Schumann.
36:19Bruno, kommst du mal kurz?
36:21Es ist dringend.
36:27Was ist denn?
36:28Guck mit.
36:29Ich hatte Angst, dass du gleich die Beherrschung verlierst.
36:32Nee, nee, nee.
36:34Trotzdem, danke.
36:36Ich habe keine Pause, ganz gut gebraucht.
36:42Hast du nicht gedacht, ich hau die Beine rein?
36:46Henry.
36:48Also, ich glaube, ich hätte es getan.
36:51Sie war immer mein liebes Kind.
36:54Es ist krank.
36:57Die DNA der Hautpartikel unter Johannas Fingernägeln stimmt nicht mit Bergmanns überein.
37:01Und die Handschrift auch nicht.
37:02Absolut sicher?
37:03Absolut.
37:04Das gibt es doch nicht.
37:06Dann haben wir es jetzt mit zwei Leuten zu tun.
37:09Also, Bergmann hat Johannas gefilmt.
37:10Der muss irgendwer anders ihm die Kamera gestohlen haben, hat sie im Keller versteckt und an Johanneswand geschrieben.
37:14Pass auf, du Schlampe.
37:15Und den Spiegel im Pornokino beschmiert und sie vergewaltigt und wahrscheinlich auch ungewahrt.
37:19Der Typ im Trainingsanzug, den der Hotelgas gesehen hatte.
37:23Die Fahndung nach denen muss ergänzt werden.
37:24Mordverdacht.
37:25Das gleiche gilt für den Typen aus dem Pornoladen.
37:27Wir müssen komplett umdenken.
37:30Ich muss noch mal mit der Ulrich reden.
37:32Okay.
37:37Wenn Johanna parallel verschiedene Leben gelebt hat, dann könnte es doch sein, dass der Täter nicht Johanna töten wollte, sondern
37:43eine ihrer anderen Persönlichkeiten.
37:46Wer sollte Magda umbringen wollen oder das Kind ist, glaube ich, nicht, nein.
37:50Ich auch nicht, aber Stefanie vielleicht.
37:56Im Pornokino war genau wie in der Wohnung der Spiegel mit roter Farbe besprüht.
38:04Galt das Pass auf, Schlampe, an der Wand.
38:06Vielleicht gar nicht Johanna, sondern Stefanie.
38:09War sie die Schlampe?
38:10Die Frau, die ins Pornokino gegangen ist?
38:12Ich weiß es nicht.
38:15Aber, also, als Hypothese wäre es doch zumindest denkbar, wenn sie nicht.
38:20Mag sein, ja.
38:23Mag sein, Frau Dr. Ulrich.
38:25Ich wäre Ihnen wirklich sehr dankbar, wenn Sie etwas fundierter dazu Stellung nehmen würden.
38:29Sie waren Johannas wichtigste Bezugsperson.
38:31Ich brauche Ihre Mitarbeit.
38:32Ich war Johannas Therapeutin.
38:37Johanna hatte ein Foto von Ihnen neben Ihrem Bett zu hängen.
38:42Und vorhin in der Wohnung.
38:47Wie Sie sich da an Johannas Kissen geklammert haben.
38:52Waren Sie vielleicht mehr als nur Ihre Therapeutin?
38:55Das ist doch absurd.
38:57Jeder Patient fordert seine eigenen Grenzen ein.
39:00Johanna brauchte wirklich engen Kontakt und Verlässlichkeit.
39:03Und dann waren Sie ausgerechnet in den letzten Tagen nicht für Sie erreichbar?
39:07Ich war krank.
39:08Und Sie haben kein einziges Mal Ihr Handy eingeschaltet, obwohl Sie wussten, in was für einem Zustand Johanna war.
39:12Ich war krank.
39:15Warum glaube ich Ihnen das nicht mehr?
39:20Verschweigen Sie mir irgendwas?
39:23Jetzt nicht.
39:24Nur kurz, Bruno.
39:25Nur eine kurze Frage.
39:27Meinen Sie, ich kann morgen wieder zurück nach Zürich fahren, Herr Schumann?
39:29Nein, Sie bleiben auf jeden Fall hier in Berlin.
39:33Inge, erklärt Ihnen bitte die Rechtskommenslage dafür.
39:35Inge, bitte, ja?
39:38Sie lassen den laufen?
39:40Der Vater hat sich mit Johanna getroffen.
39:42Er hat sie auch gefilmt.
39:42Aber er ist höchstwahrscheinlich nicht der Täter.
39:45Es war noch jemand anders hinter Johanna hier, beziehungsweise hinter Stefanie.
39:48Wer?
39:51Wissen Sie was darüber?
40:01Ich danke Ihnen für Ihren Besuch.
40:03Ich muss auch Sie bitten, die Stadt nicht zu verlassen.
40:05Das ist doch nicht Ihr Ernst.
40:07Das liegt ganz bei Ihnen.
40:08Sie können das ändern.
40:12Verstehe Sie nicht.
40:29Wir haben den DNA-Abgleich.
40:33Herr Pohl, der Durchsuchungsbeschluss.
40:36Und warum?
40:38Wir haben DNA-Spuren von Ihnen unter Johanna Wallers Fingernickeln gefunden.
40:54Ja, Johanna war hier.
40:57Nach dem Zusammenbruch in der Tango-Bar, da habe ich die ganze Nacht nichts von ihr gehört.
41:02So, am nächsten Abend steht sie plötzlich hier vor der Tür, kommt rein, reißt sich die Klamotten runter
41:10und wirft sich praktisch auf mich.
41:12Ich hatte es selber geholt, habe sie nicht vergewaltigt.
41:16Auf jeden Fall haben sie mit ihr geschlafen.
41:18Ja, habe ich.
41:20Aber plötzlich, ohne Grund, da fängt sie an zu schreien, schlägt um sich.
41:27Woher kam die Wunde an Johanners Kopf?
41:31Gegen die Wand geknallt.
41:34Hatte sich in meinem Oberarm festgebissen und das tat so weh und da habe ich sie von mir weggestoßen.
41:42Welcher Arm?
41:44In welchen Armen hat Johanna sie gebissen?
41:48Darf ich den einmal sehen?
41:53Johanna war überhaupt nicht mehr zu bändigen und plötzlich ist sie wieder rausgeräumt.
41:57Halb nackt?
41:58Ja, direkt aus dem Bett hat sich nur irgendwas gegriffen.
42:04Herr Pohl, warum haben Sie mir das nicht früher gesagt?
42:08Warum?
42:10Weil mir keiner mehr glaubt.
42:13Kindes Missbrauch.
42:16Das ist ein Vorwurf.
42:18Den wird mir nie wieder los.
42:21Seit meine Ex diesen Scheißdreck hat's hildert,
42:24da traut mir doch jeder alles zu.
42:27So, und jetzt das.
42:30Was ist denn an mir?
42:34Warum passiert mir sowas?
42:37Bruno!
42:41Sie sind vorläufig festgenommen.
42:43Kommen Sie bitte mit.
42:47Das ist die Hose von Johanna.
42:49Zeig mal.
43:13Friedrich Brede, Ihre Nachricht bitte.
43:18Friedrich Brede.
43:21Friedrich Brede?
43:23Aber das ist doch der für...
43:24Entschuldigung, darf ich da mal ran?
43:26Auf den Weg.
43:28Danke, Johanna.
43:28Bitte.
43:29Was ist denn?
43:31Ja, von der Vereinigung Deutscher Unternehmer, der Vorsitzende, weißt du, der im Rollstuhl sitzt.
43:35Saß, der ist tot.
43:37Ach so.
43:38Ja, aber sein Handy noch nicht.
43:39Da gab's dann mal irgendwie so eine peinliche Nummer, so Gerüchte.
43:44Friedrich, Präsident der VDU, er liegt einem Herzleiden.
43:47Wirtschaftsminister Mäuser kontrolliert Brede Junior.
43:49Ja, kannst du da mal näher ran?
43:51Mhm.
43:57Das ist der aus dem Pornokino.
44:09Erkennen Sie mich?
44:10Wir sind uns gestern im Pornokino begegnet.
44:13Wer sind Sie?
44:13Was wollen Sie?
44:14Schumann, LKA.
44:15Wir können sofort dorthin fahren und Sie von der Kassiererin identifizieren lassen.
44:20Bitte.
44:33Ich wollte das nicht gesehen werden.
44:35Das wäre ungemein rufschädigend.
44:40Es tut mir leid.
44:42Ich komme natürlich für alles auf.
44:46Tut's noch weh?
44:48Für Sie wird's schmerzhafter werden.
44:51Wieso?
44:53Was haben Sie vor?
44:55Sie haben für Ihren Vater gearbeitet?
44:57Ja.
45:00Und jetzt verwalte ich seinen Nachlass.
45:04Haben Sie auch sein Liebesleben verwaltet?
45:05Bitte?
45:08Ich kenne die nicht.
45:09Ich habe die nur ein paar Mal im Kino gesehen.
45:10Sie haben mit ihr das Kino verlassen?
45:13Wir sind zur gleichen Zeit gegangen.
45:14Sonst nichts.
45:16Und wie ist die junge Dame dann an die Handynummer Ihres Vaters gekommen?
45:25Es gab Gerüchte um den Tod Ihres Vaters.
45:27Ihr Butler hat der Polizei gesagt, er hätte Ihren Vater nackt im Rollstuhl gefunden,
45:31in Anwesenheit einer jungen Dame, die ebenfalls nackt war.
45:34Der Butler hat das zurückgenommen.
45:35Ach ja?
45:36Oder hat er vielleicht etwas unter Druck gesetzt?
45:40Für die Öffentlichkeit wäre die Aussage ja, wie Sie vorhin so schön gesagt haben,
45:43ungemein rufschädigend gewesen.
45:45Mein Vater ist im Schlaf gestorben.
45:47In seinem Bett.
45:51War Sie die nackte junge Frau, die bei ihm war?
45:56Ich werde jetzt meinen Anwalt rufen.
45:58Unbedingt, Herr Vrede.
46:00Ich sage dir, es wird schmerzhaft.
46:08Natürlich, das macht absolut Sinn.
46:11Johanna hat ihn erpresst.
46:12Und Vrede musste verhindern, dass sie jetzt die Wahrheit sagt.
46:14Das ist eine ganz heiße Spur.
46:15Und warum sollte Vrede
46:17in Bergmanns Pensionszimmer einbrechen?
46:19Das wird er uns erklären müssen.
46:22Warum schüttelst du den Kopf?
46:24Ich glaube es einfach nicht.
46:26Ich kann es dir nicht erklären.
46:29Das war eine Tasche von Johannas Jacke, die Sie bei Pol gefunden haben.
46:34Für mein Liebkind.
46:37Jetzt wissen wir, was Bergmann Johanna in dem Café gegeben hat.
46:41Kleines Präsent aus der Schweiz.
46:44Hauptbahnhof 22.22 Uhr.
46:47Sag mal, wann ging der Nachzug von Bergmann nach Zürich?
46:49Hauptbahnhof 22.22 Uhr.
46:52Der wollte Sie mitnehmen.
46:53Deswegen ist jetzt die Jochen Pol geflüchtet.
46:55Der soll Sie beschützen.
46:56Vor dem Vater.
46:57Oder vor sich selbst.
46:59Damit sie nicht schwach wird.
47:01Wie meinst du das?
47:02Ja, wir wissen doch, welche Macht Bergmann über sie hatte.
47:05Johanna hatte doch schon ihre Tasche gepackt.
47:06Die wollte mit ihm gehen.
47:12Schumann?
47:14Was?
47:15Wer war gerade bei Ihnen?
47:18Er stand dann plötzlich vor der Tür und hat mich gefragt, was ich über Johanna weiß.
47:23Worüber wir in der Therapie gesprochen haben.
47:26Und ob Johanna was von seinem Vater erzählt hat, wollte er wissen.
47:30Von Friedrich Frede.
47:31Und ja, als ich sie dann anrufen wollte, dann hat er zugeschlagen.
47:36Den Herrn kenne ich.
47:37Der schlägt gern mal zu.
47:39Hatte Johanna was erzählt?
47:40Nein, nie.
47:42Und was haben Sie mir bisher noch nicht erzählt, Frau Dr. Ungrich?
47:46Vorgestern wurde Ihre Patientin ermordet.
47:48Heute hat man sie überfallen.
47:49Wenn es das nächste Mal klingelt, steht möglicherweise Ihr Mörder vor der Tür.
47:52Es ist was sehr Persönliches.
47:53Ich...
47:56Ich hatte bis jetzt nicht die Kraft, darüber zu reden.
48:03Johanna ist rund um die Nacht nach der Tango-Bar direkt zu mir gekommen.
48:07Sie war völlig außer sich.
48:09Ich...
48:10Ich hatte sie noch nie so erlebt.
48:13Sie hat mich beschimpft und getreten.
48:14Und ich habe ja nicht gewusst, dass sie ihren Vater gesehen hat.
48:17Ich...
48:17Ich dachte, irgendetwas wäre schiefgelaufen bei unserer Therapie.
48:23Johanna hat sie die ganze Nacht immer wieder angerufen.
48:25Ja, voller Aggression.
48:27Die stand ja nächsten Tag wieder vor der Tür.
48:29Ich...
48:29Ich bin einfach nicht mal an die Tür gegangen.
48:31Ich...
48:32Ich habe auch nicht mehr das Telefon abgenommen.
48:34Ich...
48:44Sie hatten Angst.
48:47Ja, ich...
48:49Ich hatte Angst.
48:50Ich hatte Angst um mein Leben.
48:54Johannas Dämon war ich einfach nicht gewachsen.
49:03Na ja.
49:05Sie haben Johanna immerhin zwei lebenswerte Jahre ermöglicht.
49:10Ja, ich...
49:11Im entscheidendsten Moment habe ich sie allein gelassen.
49:14Ich...
49:14Ich habe sie im Stich gelassen.
49:17Sie haben getan, was Sie konnten.
49:21Leider reicht das manchmal nicht aus.
49:49Ich habe sie im Stich gelassen.
49:52Ich habe sie im Stich gelassen.
50:21Draußen.
50:22Ich sehe ein Vier-Augen-Gespräch.
50:24Nein, sechs Augen.
50:25Mein Kollege bleibt hier.
50:28Ich bin einverstanden.
50:31Aber warum in diesem Keller?
50:32Ich bin Victimologe, Herr Vrede.
50:34Ich schaue mir das Leben des Opfers an
50:36und versuche zu verstehen, warum es Opfer geworden ist.
50:39So finde ich den Mörder.
50:43Johanna Waller war eine schwer traumatisierte junge Frau.
50:46Als Kind hat man sie das Vogelmädchen genannt.
50:49Ein Menschenkind, dessen Seele man zerrissen hat.
50:52Hier, in diesem Keller, fühle ich mich eher im Nächsten.
50:55Hier spüre ich die Gewalt, die man ihr angetan hat.
50:57Mit all dem habe ich nichts zu tun.
51:01Ich werde Ihnen jetzt die Wahrheit erzählen.
51:04Ich höre.
51:06Mein Vater.
51:08Er hat gern mit jungen Frauen über Sexuelles geredet.
51:11Er war der Rotik.
51:13Er war nackt dabei, die Mädchen auch.
51:17Und Sie dachten, Johanna Waller, alias Stefanie, sei dafür geeignet?
51:21Sie wirkte diskret.
51:23Wir wussten, dass sie zur Therapie geht.
51:25Aber trotzdem, sie wirkte immer so selbstbewusst.
51:28Normal.
51:29Ja, so kann man sich täuschen.
51:33Ich habe sie meinem Vater vorgestellt.
51:37Ja, und in gewisser Weise hat er sie auch missbraucht.
51:44Für seinen Freitod.
51:47Er hat vor ihren Augen Zion Kali geschluckt.
51:51Der Butler hat ihn im Rollstuhl gefunden.
51:53Mit Schaum vor dem Mund und mit der nackten Frau.
51:56Oh, ich wollte die ihm ersparen, dass dieses Bild von ihm üblich bleibt.
52:02Und deshalb haben Sie Johanna bedroht.
52:03Und dass es nicht funktioniert hat, haben Sie sie umgebracht.
52:06Nein, nein, ich habe ihr nur Geld gegeben, damit sie schweigt, sonst nichts.
52:13Johanna Waller wurde mit Zion Kali getötet, Herr Wrede.
52:16Davon haben Sie ja offensichtlich zu Hause was im Schrank.
52:19Sie stand Sonntagnacht vor meiner Tür.
52:22Was?
52:24Sie hat mir gesagt, ich soll ihr ja was von dem Zion Kali geben, sonst würde sie reden, alles an
52:28die Öffentlichkeit bringen.
52:29Haben Sie ihr Zion Kali gegeben?
52:33Ich mache mir wirklich schwere Vorwürfe.
52:34Ja oder nein?
52:36Was sollte ich denn machen?
52:38Also ja?
52:41Ja, aber ich habe sie doch nicht in den Mund geschoben.
53:04Heinrich, nimm ihm die Handschellen ab.
53:05Er kann gehen.
53:07Was?
53:08Du weißt, was ich sage.
53:11Lass ihn laufen.
53:31Und Polo und Bergmann auch.
53:34Der offene Käfig, verdammt nochmal.
53:39Der freifliegende Vogel.
53:40Ja, was? Was ist mit dem?
53:43Henry, ich habe in jeder von Johannas Persönlichkeiten immer nur ein mögliches Opfer gesehen.
53:47Aber der Vogel war nicht mehr im Käfig.
53:50Das Böse von Johanna war nicht mehr eingesperrt.
53:52Das heißt, jemand hat all ihre zerstörerischen Kräfte freigesetzt.
53:57Das wäre ja...
54:02Das ist Wahnsinn.
54:04Johanna entdeckt ihren Vater.
54:07Johanna entdeckt ihren Vater.
54:07Ihr System bricht zusammen.
54:09Sie lässt den Vogel aus dem Käfig.
54:11Nicht der Vater, sie selbst hat ihn rausgelassen.
54:13Und von dem Moment an haben in Johanna zwei Seelen miteinander gekämpft.
54:17Eine, die ihrem Vater folgen wollte und eine, die das um jeden Preis verhindern wollte.
54:21Sie flüchtet zu ihrer Therapeutin, die versagt völlig.
54:24Und daraufhin verschafft sich Johanna noch in derselben Nacht das Zyankali von Vrede.
54:28Aber sie hat es nicht genommen.
54:30Richtig.
54:31Von dieser Sonntagnacht bis Montagnacht um 23 Uhr hat sie den Kampf ihres Lebens gekämpft.
54:36Und als letztes war sie bei Jochen Pohl.
54:38Ja, ein verzweifelter Versuch, sich an irgendjemandem festzuhalten.
54:42Aber warum flippt sie dann so aus?
54:43Schlägt ihn, kratzt ihn, beißt ihn?
54:46Weil sie intuitiv begriffen hat, dass sie ihrem Vater nirgendwo und mit niemandem entkommen konnte.
54:50Dann ist sie bei Pohl wieder weg und hat sie in ihrer Wohnung versteckt.
54:53Wo schon das Zyankali liegt.
54:55Und an den Wänden steht, pass auf Schlampe.
54:58Aber das war nicht als reine Drohung gemeint.
54:59Sondern?
55:00Das war auch eine Warnung.
55:01Pass auf dich auf.
55:03Geh nicht mit dem Alten nach Zürich, das überlebst du nicht.
55:06Ich habe das die ganze Zeit falsch interpretiert.
55:08Pass auf Schlampe war Warnung und Drohung in einem.
55:11Geschrieben von jemandem, der alle ihre Identitäten kannte.
55:14Und der notfalls auch bereit war, Johanna umzubringen, bevor sie sich wieder ihrem Vater ausliefert.
55:18Jemand, der so verletzt war, dass er sein Spiegelbild nicht ertragen konnte.
55:22Der Typ im Trainingsanzug mit Kapuzenpulli, der Einbrecher im Pensionszimmer, der Bergmanns-Kamera-Geklauter.
55:28Den konnten wir nicht finden, weil es außer Johanna niemanden gab.
55:33Sie war es selbst.
55:48Ja?
55:54Man sagte mir, ich würde sie hier finden.
55:58Ich kann nicht nach Zürich fahren, ohne ihnen noch etwas zu sagen.
56:06Ich war in der Tat nach Tier.
56:10Hier in der Wohnung.
56:13Ich weiß.
56:15Als Johanna nicht an Bano verschienen ist, sind sie hierher gefahren und haben die Tür eingetreten.
56:21Aber sie hatte das Gift schon genommen.
56:23Richtig?
56:26Ich habe es versucht rauszuholen, was sie im Mund suchen.
56:33Es war zu spät.
56:39Hätten sie mir von Anfang an geglaubt, wenn ich ihnen die ganze Wahrheit gesagt hätte?
56:45Nein.
56:47Nein, das hätten sie nicht.
56:50Für sie war ich der Mörder meiner Tochter.
56:54Für mich bleiben sie das auch.
57:03Bern,
57:05wenn sie darum kommen Sie habenוצres natürliche,
57:23Und Sie haben also seine Wang in den Medien,
57:48Untertitelung des ZDF, 2020
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