- vor 25 Minuten
Oberinspektor Derrick - Horst Tappert /
Drehbuch - Herbert Reinecker /
Regie - Alfred Weidenmann
Drehbuch - Herbert Reinecker /
Regie - Alfred Weidenmann
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TVTranskript
00:02Musik
00:17Entschuldigen Sie, was ist denn das? Ein Mikrofon?
00:22Ja, es gibt Fernrohre, aber mit diesem Gerät kann ich fernhören.
00:30Ich nehme Vogelstimmen auf, wissen Sie, von weit entfernt und speichere sie auf meinem Turnband.
00:36Warten Sie, ich führe Ihnen das mal vor.
00:47Und wie weit sind diese Vögel entfernt?
00:50So ungefähr 200, 300 Meter.
00:55Ich suche jetzt neue Vogelstimmen.
01:01Ich fühle Sie. Ich blehe Sie an, bitte.
01:06Nein!
01:07Was war das?
01:08Nein!
01:10Da ist jemand umgebracht worden.
01:12Umgebracht worden? So ein Quatsch. Was meinen Sie?
01:15Was Sie gehört haben, war ein Todesschrei.
01:18Vom anderen Ufer, drüben aus dem Wald.
01:22Und jetzt, was ist das?
01:23Ein Auto, das wegfährt.
01:26Was machen wir? Das muss sofort gemeldet werden.
01:28Ich werde nachsehen. Da hinten ist eine Brücke. Ich gehe rüber.
01:30Du gehst da nicht hin.
01:31Wenn da jemand umgebracht wurde.
01:33Bleib bitte hier.
01:34Unsinn, du hast doch gehört, da ist ein Auto weggefahren.
01:36Ich gehe rüber.
01:58Da ist was.
02:10Ich gehe rüber.
02:15Das ist ein Auto weggefahren.
02:34Soll ich?
02:35Ja, ja.
02:37Nein!
02:39Nicht!
02:40Bitte nicht!
02:43Lassen Sie mich leben!
02:45Bitte tun Sie das nicht!
02:48Lassen Sie das, was Sie mich umbringen!
02:53Ich fliehe Sie an, bitte!
02:55Nein!
02:57Nein!
03:03Wo waren Sie mit Ihrem Gerät?
03:06Drüben, auf der anderen Seite der Isar.
03:08Wie weit etwa entfernt?
03:10200 Meter etwa.
03:12So haben wir das noch nie gehört, weh.
03:14Die Tote heißt Elisabeth Kraus, 22 Jahre alt.
03:22Meine Schwester ist tot.
03:26Sie ist am Mordetor.
03:34Paul.
03:41Kriminalpolizei.
03:46Elisabeth ist tot.
03:49Sie ist ermordet worden.
03:57Ich bin Paul Kraus.
04:00Meine Schwester Elisabeth ist umgebracht worden.
04:03Ich hab's schon gesagt.
04:05Sie wurden in einem Waldstück an der Isar gefunden.
04:08Und können Sie hier irgendwo ein Band abspielen?
04:13Ein Ornithologe hat mit seinem hochempfindlichen Mikrofon Vogelstimmen aufnehmen wollen.
04:18Und stattdessen hat er den Mord auf seinem Band gehabt.
04:23Und es tut mir leid.
04:26Ich weiß eigentlich gar nicht, ob ich Ihnen das anzuhören zumuten kann.
04:43Nein!
04:45Nein!
04:47Nicht!
04:48Bitte nicht!
04:51Lassen Sie mich leben!
04:54Bitte tun Sie das nicht!
04:56Lassen Sie das, was mich umbringt!
04:59Ich flehe sie an. Ich flehe sie an, bitte.
05:03Nein! Nein!
05:22Ist das die Stimme ihrer Schwester?
05:29Ja.
05:30Dann sagen Sie einmal alles, was Ihnen jetzt spontan einfällt. Wen können Sie auf Anhieb mit diesem Mord in Zusammenhang
05:38bringen?
05:41Was macht, äh, was machte denn Ihre Schwester beruflich?
05:46Sie war freiberuflich tätig.
05:49Als was genau?
05:52Sie arbeitete mit Hotels zusammen für Geschäftsleute zur Begleitung, die sich nicht auskannten in München und die gerne ins Konzert
05:59oder ins Theater oder ins Museum gehen wollten.
06:02Na, das ist natürlich ein größerer Bekanntenkreis, das so schwer zu ermitteln ist. Wen wollen Sie anrufen?
06:15Ich muss meine Mutter anrufen. Sie wohnt nicht in München.
06:22Mama?
06:24Mama, ich bin's.
06:27Es ist was Schreckliches passiert. Lissi ist tot.
06:33Hast du gehört, Mama? Man hat sie umgebracht.
06:38Sie ist tot.
06:50Ich nehm den nächsten Zug.
06:57Ich nehm den nächsten Zug.
07:20Ihr habt auf eure Schwester nicht aufgepasst.
07:29Du hast ja einen neuen Wagen.
07:31Ja, gleich.
07:41Tut mir leid. Gabriele und ich, wir sind in keiner guten Verfassung.
07:47Warum habt ihr auf eure Schwester nicht aufgepasst?
07:50Wir leben zwar in einer Wohnung, wir Geschwister, aber wir haben durchaus jeder unser eigenes Leben gelebt.
07:56Und das deiner Schwester kennst du nicht?
07:59Nein.
08:00Habt ihr denn nicht miteinander geredet?
08:02Er leidt zusammen in einer Wohnung und redet nicht miteinander.
08:27Er leidt zusammen in einer Wohnung und redet nicht miteinander.
08:34Jetzt selber.
08:39Bitte lass mich allein.
08:41... Musik ...
09:12Ein Audi, blau-Metallik, der muss doch zu finden sein, behaltet euch doch mal ein bisschen.
09:18Frau Kraus ist da.
09:20Ja, ich weiß Bescheid.
09:26Guten Morgen.
09:27Guten Morgen.
09:28Ich bin Frau Kraus, die Mutter von Elisabeth.
09:31Ja.
09:32Sind Sie die Herren, die das bearbeiten?
09:35Ja, das sind wir.
09:36Kommen Sie, nehmen Sie Platz.
09:40Sie wissen noch nicht, wer das Kind umgebracht hat?
09:43Nein.
09:45Nein, das wissen wir noch nicht.
09:49Ich habe gehört, dass Sie ein Tonband haben, auf dem die Stimme meiner Tochter zu hören ist.
09:55Ja, ein Mann, der eigentlich Vogelstimmen aufnehmen wollte, der hat zufällig die Stimme, das heißt die Schreie ihrer Tochter gehört.
10:05Könnten Sie mir das Band vorspielen?
10:07Warum wollen Sie sich das antun?
10:09Nein.
10:10Ich bitte Sie darum.
10:26Nein.
10:28Nein.
10:30Nein.
10:31Bitte nicht.
10:33Lassen Sie mich leben.
10:36Bitte tun Sie das nicht.
10:38Lassen Sie das, was mich umbringt.
10:40Ich blähe Sie an.
10:43Ich blähe Sie an, bitte.
10:46Nein.
10:48Nein.
10:54Ich habe Ihren ersten Schrei gehört und jetzt Ihren letzten.
10:59Und dazwischen lag ihr Leben.
11:00Was für ein Leben war das?
11:02Sie wissen gar nicht, was Ihre Tochter fährt.
11:06Ich meine, was sie in Ihrem Leben so gemacht hat und...
11:09Nein.
11:11Ich habe zu meinen Kindern gesagt, jetzt seid ihr erwachsen oder halb erwachsen.
11:16Jetzt müsst ihr mit eurem Leben allein fertig werden.
11:20Ich habe keine Möglichkeit mehr, euch zu helfen.
11:24Jeder hat seinen Weg, den er finden muss.
11:27Sie wissen nicht, dass Ihre Tochter eine Hostess war?
11:31Was ist das eigentlich, eine Hostess?
11:33Hat Ihre Tochter Ihnen das nicht erklärt?
11:36Doch.
11:37Und ich habe gesagt, das ist ein interessantes Leben, was du da führst.
11:41Da lernst du viele Leute kennen.
11:44Bleiben Sie in München jetzt?
11:46Ja, ich wohne bei meinen Kindern, bei den beiden, die mir noch geblieben sind.
11:53Darf ich mich wieder mal erkundigen, wie weit sie gekommen sind?
11:56Ich meine, mit der Suche nach dem... nach dem Mörder?
12:01Ja, tun Sie das nur.
12:04Die Polizei hat mir nicht viel sagen können.
12:07Ich konnte Ihnen auch nichts sagen.
12:09Ich konnte Ihnen nur sagen, dass ich über das Leben meiner Tochter, meiner Kinder...
12:15Nichts weiß.
12:18Ich kenne es nicht.
12:21Ich kenne euch ja nicht mehr.
12:26Du siehst gut aus.
12:29Du bist gut angezogen.
12:32Ich weiß nicht, was Kleider heutzutage kosten, aber...
12:37Womit verdienst du dein Geld?
12:41Irgendwie, Mama, irgendwie.
12:45Und du, was machst du?
12:47Das Auto, mit dem du mich abgeholt hast, das gehört dir?
12:52Das ist mein Auto, ja.
12:54Teurer Wagen.
12:57Ist er bezahlt?
12:58Der ist bezahlt, ja.
13:00Und was ist dein Beruf?
13:04Was machst du?
13:05Ich bin als Vermittler tätig für Geschäftsleute, denen ich bei der Durchführung ihrer Geschäfte behilflich bin.
13:11Und was für Geschäfte sind das?
13:13Das sind Geschäfte, bei denen man jemanden braucht, der gut verhandeln kann, der seinen Verstand beisammen hat...
13:18...und der natürlich auch weiß, wie man sich bei Geschäften dieser Art verhält.
13:24Das ist nicht das, was ich gelernt habe.
13:26Was hast du denn gelernt?
13:27Deine Rede sei Ja oder Nein.
13:32Aber so, dass man das Ja versteht und mit dem Nein keine Schwierigkeiten hat.
13:42Ich habe euch alle drei in die Großstadt gehen lassen.
13:48Wo habt ihr eure Chancen gesucht?
13:56Wo hat Lissi sie gesucht?
13:58Sie hatte Angst vor dem Leben, Mama.
14:02Das hast du nie gemerkt.
14:05Man muss doch vor dem Leben keine Angst haben.
14:09In welchem Hotel hat Elisabeth gearbeitet?
14:17Entschuldigen Sie, ich bin die Mutter von Elisabeth Kraus.
14:20Ist Ihnen der Name bekannt?
14:22Der Name ist mir bekannt.
14:23Nehmen Sie die nächste Tür.
14:25Danke.
14:33Das ist Frau Kraus, die Mutter von Elisabeth.
14:37Herr Derrick, Sie erkundigen sich sicher nach den Gästen, die mit meiner Tochter zusammen waren.
14:46Man will von mir eine Liste haben.
14:47Der Personen, mit denen Ihre Tochter Kontakt hatte.
14:51Aber ich kann diese Liste nicht geben.
14:53Ich bin unseren Gästen gegenüber zur Verschwiegenheit verpflichtet.
14:57Verschwiegenheit?
14:58Meine Tochter ist ermordet worden.
15:01Und er redet dieser Mann von Verschwiegenheit?
15:04Unter diesen Gästen befindet sich der Mörder ganz bestimmt nicht.
15:07Können Sie da so sicher sein?
15:10Stimmt das, Herr Derrick?
15:12Nein.
15:13Weil man eines anderen Menschen niemals sicher sein kann.
15:18Kommen Sie, Frau Kraus.
15:24Ach ja, ich komme noch mal vorbei.
15:27Und dann, dann haben Sie die Liste für mich.
15:30Ist das klar?
15:33Was heißt eigentlich Hostess?
15:35Ich habe gehört, dass Leute, die in der Stadt fremd sind, gerne Begleitung haben.
15:40Mhm.
15:41Museum zu gehen, Konzerte, Theater.
15:43Ist das richtig?
15:44Das ist absolut richtig, ja.
15:46Gewöhnlich sind es wohl alleinstehende Herren.
15:49Ist das auch richtig?
15:50Ja, das ist auch richtig.
15:51Darf ich Sie zu einem Café einladen?
15:53Hier hast du eine hübsche kleine Bar mit einem Pianisten.
15:56Und der hat Elisabeth gut gekannt.
15:59Wirklich?
16:00Ja, bitte.
16:00Ja.
16:11Wir möchten gerne mit Ihnen sprechen.
16:13Spielen Sie ruhig erst zu Ende.
16:15Ich muss nichts zu Ende spielen.
16:17Im Moment hört mir sowieso keiner zu.
16:19Ja, mein Name ist Derrick, ich bin Kriminalbeamter.
16:22Ich habe einen Mord zu klären.
16:23Ich weiß, wovon Sie sprechen.
16:26Die kleine Lissi Kraus.
16:27Das ist Ihre Mutter, das ist Frau Kraus.
16:30Guten Tag.
16:32Wie gut kannten Sie?
16:35Sie war fast jeden Abend hier bei mir in der Bar.
16:42Manchmal allein, manchmal nicht allein.
16:47Das hier war Ihre Lieblingsmelodie.
16:50Sie hat mich sehr oft gebeten, sie für Sie zu spielen.
16:53Ein junges Mädchen, verloren in einem Dschungel von Fragen, auf die sie keine Antwort hatte.
16:59Und wenn Sie nicht allein in die Bar kam, dann hatte sie einen Kunden, dem sie zu einem besonderen Erlebnis
17:07verhelfen sollte.
17:09Manche Menschen können eben nicht alleine sein, nicht mal beim Abendessen.
17:12Am nächsten Tag kam sie dann immer zu mir in die Bar und ich fragte sie, na, wie war denn
17:16dein Abend gestern?
17:16Und sie sagte, oh, nichts Besonderes.
17:19Die Menschen sind immer auf der Flucht vor dem Alleinsein.
17:22Und ich bin es auch.
17:24Aber Sie war doch nicht allein, Sie lebte zusammen mit Ihren Geschwistern.
17:29Ja, ich weiß.
17:34Schauen Sie, der Mörder, der könnte natürlich unter den Gästen sein, mit denen Sie, ja, auch hier, hier in der
17:41Bar war.
17:43Könnten Sie irgendetwas dazu sagen?
17:45Ja, daran muss ich auch immer denken.
17:47Immer wenn die Tür aufgeht und jemand reinkommt, dann denke ich, der vielleicht?
17:50Der oder der.
17:54Ja, das ist aber auch alles, was ich dazu sagen kann.
17:58Danke.
17:59Danke.
18:05Ich sagte, sie war doch nicht allein, sie lebte zusammen mit Ihren Geschwistern.
18:09Haben Sie gehört, was er da gesagt hat?
18:11Ja, er sagte, ich weiß.
18:13Ich glaube, er könnte mehr sagen.
18:16Aber was?
18:19Fragen Sie Ihre Kinder.
18:22Ja, ich werde sie fragen.
18:46Ihre Mutter.
18:48Ja?
18:50Warum haben Sie diese Frau mitgebracht?
18:52Was hätten Sie mir denn gesagt, wenn ich die Frau nicht mitgebracht hätte?
18:56Dann hätte ich Ihnen gesagt, dieses Mädchen war so jung und so kaputt.
19:01Was heißt das?
19:03Kaputt.
19:04Ja, es gibt viele Menschen, die innerlich nicht in Ordnung sind.
19:07Zerstört, die keine innere Ruhe mehr haben.
19:10Und sie war...
19:14Na, was war sie?
19:15Was war mit dem Mädchen?
19:21Sie war eine Nutte, aber eine sehr entzückende, ratlose, hilflose.
19:25Ich habe sie mal gefragt, würdest du auch mit mir schlafen?
19:27Sie hat gesagt, nein.
19:28Ich habe gefragt, warum denn nicht?
19:30Sie hat gesagt, weil ich dich gerne habe.
19:35Ich nenne Ihnen ein paar Namen von Männern, mit denen sie hier bei mir in der Bar waren, die
19:40ich kenne und denen vielleicht weiterhelfen.
19:44Hast du was rausbekommen?
19:46Ich habe nur einen Satz gehört, der mir im Gedächtnis geblieben ist.
19:50Was war das für ein Satz?
19:51Und von wem?
19:53Von einem Klavierspieler.
19:55Im Hotel.
19:57Ja, den kennen wir.
19:58Was hat er gesagt?
19:59Er sagte, sie sei sehr allein gewesen.
20:02Ich sagte aber, das war sie nicht.
20:04Sie lebte doch zusammen mit ihren Geschwistern.
20:09Sie hat sich verirrt, meinte er.
20:12Verirrt.
20:14Habt ihr euch auch verirrt?
20:18Womit verdienst du dein Geld?
20:21Du hast gesagt, irgendwie, Mama.
20:25Was heißt irgendwie?
20:29Mama, ich nehme Jobs an, die sich ergeben.
20:32Irgendwie, irgendwo und irgendwann.
20:34Und was für Jobs sind das?
20:36Ich will darüber nicht reden.
20:38Es ist uninteressant für dich.
20:41Paul und ich sind der Meinung, dass wir die Beerdigung abwarten sollten.
20:44Dann fährst du nach Hause.
20:46Weil du dich mit Fragen beschäftigst, die dich nur verwirren.
20:50Ja, das kann sein.
20:52Verwirrt bin ich.
20:55Aber, liebes Kind, ich kann nicht nach Hause fahren.
21:00Und ich werde nicht nach Hause fahren, bis ich alles weiß.
21:06Paul.
21:09Was heißt, sie verdient ihr Geld irgendwie?
21:14Jeder verdient sein Geld irgendwie.
21:18Und es gibt eine ganze Menge Leute, denen gefällt es nicht, wie sie ihr Geld verdienen.
21:22Es gefällt ihr also nicht, was sie tut.
21:24Das spielt da gar keine Rolle.
21:27Ob das jemandem gefällt, wie er sein Geld verdient oder nicht.
21:30Die Hauptsache ist, dass er essen kann, dass er trinken kann.
21:33Und große Wagen fahren kann.
21:44Kraus?
21:45Ja, guten Tag, Herr Kraus.
21:46Hier ist Derry.
21:47Ich habe hier eine Liste mit einigen Namen.
21:50Ich würde sie Ihnen ganz gerne vorlesen.
21:53Es ist doch möglich, dass Sie vielleicht den einen oder anderen Namen kennen.
21:57Was denn für Namen?
21:58Na ja, es sind Namen von Leuten, die mit ihrer Schwester Elisabeth Kontakt hatten.
22:04Wollen Sie sich die Namen aufschreiben?
22:09Gut, ich habe diese vier Namen, aber keiner der Namen sagt mir irgendwas.
22:13Nein, keiner.
22:14Gut, ich kann auch noch meine Schwester fragen, ja.
22:18Wiederhören, Herr Derryk.
22:20Er hat den Namen genannt.
22:21Ja, er hat mir Namen genannt, aber Namen, mit denen ich ins Anfang kann.
22:25Keiner der Namen sagt mir was.
22:28Was willst du mit dem Zettel? Gib den Zettel her.
22:30Wieso, du wolltest den doch wegwerfen.
22:32Paul, das stimmt fast nicht.
22:36Irgendeinen Namen davon kennst du doch.
22:38Ich kenne den Namen nicht, keinen einzigen.
22:40Wirf den Zettel weg, Mama.
22:42Auf einmal hast du Angst, Paul.
22:44Du hast Angst.
22:45Wenn du wirklich was für uns tun willst, dann fahr nach Hause.
22:56Herr Derryk, Frau Kraus ist wieder da.
23:02Entschuldigen Sie, Herr Derryk.
23:04Wenn ich Sie schon wieder störe, ich habe, mein Sohn hat die Namen aufgeschrieben und gesagt, dass er keinen davon
23:10kennt.
23:11Was ich ihm nicht glaube.
23:13Ja, wieso glauben Sie ihm das nicht?
23:14Ich kenne meinen Sohn.
23:16Er war erschrocken, zutiefst erschrocken.
23:19Ja, wir beschäftigen uns gerade mit den Leuten.
23:22Ich habe mich bei einem gewissen Herrn Ruperti angemeldet.
23:25Der steht als Erster auf der Liste.
23:27Ein Mann, der mit Lissi zusammen war.
23:30Ja.
23:31Hätten Sie etwas dagegen?
23:33Ich meine, wenn ich Sie begleite.
23:36Bitte.
23:39Nein, das ist gut.
23:42Das ist eine gute Idee.
23:52Wer ist eigentlich dieser Herr Ruperti?
23:55Das kauft man so.
23:57Etwa 60 Jahre alt.
23:58Er ist Witwer.
24:00Vor einigen Jahren ist seine Frau gestorben.
24:03Er findet sich allein nicht mehr zurecht.
24:05Das kann ich sehr gut verstehen.
24:07Ich finde mich auch nicht mehr zurecht.
24:10Im Moment wenigstens nicht.
24:15Mein Name ist Derryk.
24:17Wir haben miteinander telefoniert.
24:19Und das ist Frau Kraus.
24:21Das ist die Mutter von Elisabeth.
24:25Freut mich.
24:26Sie kennen zu, Herr Rupert.
24:28Sie haben wirklich einen Grund, traurig zu sein.
24:32Ich bin es auch.
24:35Denn ich kenne Elisabeth.
24:37Und wie haben Sie sie kennengelernt?
24:41Ein Freund von mir machte mich aufmerksam.
24:46Es gäbe eine Möglichkeit für mich, meiner Einsamkeit zu entfliehen.
24:50Er empfahl mir eine Hostess.
24:53Ich zögerte zunächst.
24:55Aber dann dachte ich mir, na ja, warum nicht?
24:58Probier's mal.
24:59Und so lernte ich Ihre Tochter kennen.
25:03Was wollen Sie jetzt von mir wissen?
25:05Wo waren Sie mit ihr?
25:08Zunächst einmal bin ich mit ihr essen gegangen.
25:10Ein gutes Restaurant.
25:11Wir hatten gute Gespräche.
25:13Alles war gut und schön.
25:15Und dann haben Sie das Mädchen zurück ins Hotel gebracht?
25:18Beim ersten Mal ja.
25:20Beim zweiten Mal hatte ich Sie gebeten,
25:24hier zu mir zu kommen, in mein Haus.
25:27Sie hat sich sehr viel Musik interessiert.
25:29Und wir saßen dann zusammen auf dem Boden umringt von Platten und hörten Musik.
25:36Das war ein großes Erlebnis für mich.
25:39Elisabeth saß immer gern auf dem Boden, wenn sie Musik gehört hat.
25:43Ich habe Sie dann umarmt und mich bei ihr bedankt für den schönen Abend.
25:49Da sah sie mich an, fast staunend, und sagte,
25:52Sie bedanken sich bei mir?
25:55Hat Elisabeth mit Ihnen über Ihren Beruf gesprochen?
25:59Hat sie vielleicht Gäste erwähnt, die Sie, na sagen wir mal abends,
26:04oder vielleicht auch nachts, in Anspruch genommen haben?
26:08Nein.
26:10Lassen Sie es mich wissen, wann sie beerdigt wird.
26:14Ich werde dabei sein.
26:17Hat uns dieser Besuch weitergeholfen?
26:20Nicht viel.
26:24Aber ich lerne Ihre Tochter immer ein bisschen besser kennen.
26:28Sie sitzt auf dem Boden und hört Musik.
26:31Ja, das ist richtig.
26:32Das passt zu ihr.
26:34Würden Sie mir bitte Ihre Tochter Gabriele und Ihren Sohn ins Präsidium schicken?
26:40Bitte, ja?
26:49Schön, dass Sie gekommen sind. Wollen Sie sich setzen?
26:52Wird das lange dauern?
26:54Nein, das wird nicht lange dauern.
26:56Macht es Ihnen was aus, wenn wir stehen bleiben?
26:58Nein, ich habe nichts dagegen, wenn Sie stehen bleiben.
27:01Sie können meine Fragen natürlich auch im Stehen beantworten.
27:03Also, wie verdienen Sie Ihr Geld?
27:06Ich habe mal als Buchhalter in einer Firma gearbeitet, die ich dann aber verlassen habe.
27:11Beziehungsweise verlassen musste, weil sie bankrott gemacht hat.
27:14Und seitdem lebe ich von meinen Rücklagen.
27:17Ich überlasse Sie jetzt meinem Kollegen.
27:19Er wird Ihnen noch einige Fragen stellen.
27:22Kommen Sie.
27:30Wollen Sie sich nicht setzen?
27:34Sie scheinen sich nicht sehr wohl zu fühlen, habe ich recht?
27:40Da haben Sie recht.
27:41Wollen Sie mir sagen, weshalb Sie sich nicht wohlfühlen?
27:45Nein.
27:47Ich habe mit Ihrer Mutter gesprochen.
27:49Sie sagte zu mir, meine Kinder haben Angst.
27:54Ich meine, wenn Sie Angst haben, dann sagen Sie mir doch wenigstens, wovor Sie Angst haben.
28:00Meine Schwester ist ermordet worden.
28:02Gibt es denn da eine Beziehung zwischen dem Tod Ihrer Schwester und Ihnen?
28:10Ja, haben Sie meine Frage verstanden?
28:18Ihr Schweigen sagt ja.
28:23Gut.
28:25Bitte sehr, Sie können gehen.
28:28Groß Herrgott.
28:40Ja, bitte?
28:41Wer ist am Apparat?
28:43Sagen Sie, mit wem Sie sprechen wollen.
28:46Wiederhole.
28:47Wer ist da am Apparat?
28:48Hier ist Frau Krause.
28:49Ich bin die Mutter von...
28:51Hallo?
28:52Wäre nett, wenn du mal zurückrufst.
28:59Du kannst ja nicht ans Telefon gehen.
29:02Kann ich nicht oder soll ich nicht?
29:03Nein, sollst du nicht.
29:07Großer Gott, Mama, verstehe mich doch.
29:10Das habe ich auch gerade gesagt, großer Gott.
29:14Fahr nach Hause.
29:20Frau Krause?
29:24Entschuldigen Sie, es ist mitten in der Nacht.
29:28Warum sind Sie hier?
29:30Weil ich nicht schlafen konnte.
29:32Ich erinnerte mich an den Klavierspieler, der ein Freund von Lissi war.
29:38Vielleicht der einzige Freund.
29:40Und da habe ich gedacht, es würde mir gut tun, mit ihm zu reden.
29:45Und Sie, warum sind Sie hier?
29:47Ich habe dauernd daran gedacht, dass Elisabeth hier in dieser Bar verkehrt hat.
29:51Dass sie oft hier war.
29:53Es wäre gut, wenn wir jetzt alle zu Bett gehen würden.
29:57Schon wieder einer, der nicht mit mir reden will.
30:01Hat er Ihnen was gesagt?
30:05Das Geschäft Ihrer Tochter.
30:08Das ist ja die Prostitution gewesen, die sie zusammen mit ihren Geschwistern betrieben hat.
30:14Zusammen mit ihren Geschwistern?
30:18Sagt der Pianist, sie hat es ihm erzählt.
30:23Und?
30:24Er meinte, Geschäft sei Geschäft.
30:29Brauche man sich ja gar nicht aufzuregen.
30:32Ich meine, es sei ja nichts Besonderes.
30:37Ein Geschäft, das meiner Tochter das Leben gekostet hat.
30:41Nichts Besonderes.
30:46Jetzt wissen wir wenigstens, um was es geht.
30:51Sie können weiterspielen.
31:11Wer ist das eigentlich zu dem Gefahrenen?
31:13Das ist sein Ehepaar.
31:15Ich habe den Mann angerufen und ihn nach dem Kontakt zu ihrer Tochter Elisabeth gefolgt.
31:20Den er hatte?
31:21Ja, den er hatte.
31:24Und er war damit einverstanden, dass sie kamen.
31:28Er hat eine kurze Pause gemacht.
31:30Als wir hatten ihm die Fragen unangenehm.
31:32Aber dann beeilte er sich.
31:33Er beeilte sich zu sagen, nein, kommen Sie nur.
31:37Sehr gerne.
31:38Kommen Sie nur.
31:40Sie haben vorhin bei mir angerufen.
31:42Ja, ja, das war ich.
31:43Und wer sind Sie, wenn ich fragen werde?
31:44Das ist die Mutter von der Elisabeth.
31:47Mit der Sie einmal, war es einmal?
31:49Oder was, mehrere Mal zusammen waren.
31:52Die Mutter, nehmen Sie doch bitte Platz.
31:57Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, Herr Derrick.
32:00Ich würde natürlich auch gerne mit der Mutter reden.
32:02Nur, was soll ich ihr mehr sagen, als dass es mir ausgesprochen leid tut, was mit Ihrer Tochter passiert ist.
32:08Wie oft waren Sie mit Elisabeth zusammen?
32:13Zwei, dreimal.
32:15Was für einen Eindruck hat sie auf Sie gemacht?
32:18Einen guten.
32:19Sehr guten sogar.
32:21Sie zeigt Interesse für Musik.
32:23Sie wissen, dass Ihre Tochter sehr musikalisch ist?
32:25Oh ja, das weiß ich.
32:28Ja, worum geht's denn eigentlich, Herr Derrick?
32:34Elisabeth ist ermordet worden.
32:36Der Mörder ist noch unbekannt.
32:38Und jetzt muss ich mir ein Bild machen von dem Mädchen.
32:42Ich brauche natürlich einen Informanten, der mir bei der Suche nach dem Mörder hilft.
32:48Bei der Suche nach dem Mörder kann ich Ihnen wirklich nicht behilflich sein.
32:52Ich habe die Dienste der jungen Frau in Anspruch genommen.
32:56Zwei, maximal drei Stunden.
32:57Dann habe ich sie wieder abgeliefert.
33:00Darf ich was fragen?
33:01Ja, bitte, fragen Sie mal.
33:03Sie haben die Dienste meiner Tochter in Anspruch genommen.
33:08Und Ihre Frau ist im Haus?
33:11Tja, sie ist im Haus. Warum wollen Sie das wissen?
33:14Weiß Sie, weswegen wir hier sind?
33:16Ich habe es ihr gesagt.
33:18Legen Sie Wert darauf, dass Sie es bestätigen?
33:21Hertha!
33:22Hertha, kommst du bitte mal runter!
33:29Hertha, das ist der Derrick von der Kriminalpolizei.
33:32Guten Tag.
33:33Guten Tag.
33:35Und das ist Frau Kraus.
33:37Die Mutter von der jungen Frau, die mich manchmal begleitet hat.
33:40Du weißt schon, wenn du keine Zeit hattest oder keine Lust.
33:45Ja, das ist richtig.
33:48Sie sind die Mutter?
33:51Ja, ich bin die Mutter.
33:53Dann werden Sie Ihre Tochter besser gekannt haben als mein Mann.
33:58Wonach wird denn hier gefragt?
34:00Ja, Hertha, der Mörder der jungen Frau ist noch nicht gefasst.
34:03Also informiert man sich bei den Leuten, die mit ihr bekannt waren.
34:08Sie haben ja diese junge Dame gar nicht gekannt.
34:11Nein.
34:13Was so viel heißt wie, ich kann nichts über Sie sagen, kann ich jetzt wieder gehen.
34:17Aber sicher, Hertha, sicher.
34:20Sie sehen, meine Frau weiß sicher nichts, was Ihnen weiterhelfen könnte.
34:23Haben Sie eigentlich gewusst, dass Ihre Tochter einen so merkwürdigen Beruf hat?
34:26Es ist das gute Recht meiner Frau, den Beruf Ihrer Tochter für merkwürdig zu halten.
34:30Und ich habe ihn akzeptiert.
34:44Was ist?
34:47Worauf wartet Ihr?
34:49Darauf, dass du was sagst.
34:52Habt Ihr Angst vor dem, was ich sagen könnte?
34:55Angst nicht, aber ich würde es gern wissen.
34:58Wir würden es gern wissen.
35:00Ach, es waren reiche Leute.
35:06Ein Mann, um seine Frau zu anstrengen ist, darum hat er die Dienste von Elisabeth in Anspruch genommen.
35:15Ihren Beruf akzeptiert.
35:18Den seine Frau für sehr merkwürdig hält.
35:27Wisst ihr, wie er jetzt aussieht?
35:28Wie sehen wir denn aus?
35:31Als hättet Ihr Angst gehabt, mir zu hören.
35:35Stefan, das ist Herr Kranz.
35:37Nummer drei auf unserer Liste.
35:39Genau.
35:40Herr Kranz ist öfters mit Elisabeth Kraus ausgegangen.
35:43Guten Tag, Herr Kranz.
35:45Guten Tag.
35:47Ja, und das mit größtem Vergnügen.
35:49Wir haben zusammen gegessen.
35:51Wir haben auch Lokale besucht, in denen man tanzen konnte.
35:55Sie war ein lebenslustiges Mädchen.
35:56Genau das, was ich brauchte, wenn mir der Sinn danach war, ein paar schöne Stunden zu verbringen.
36:02Dann rief ich im Hotel ein und sagte, ihre Hostess, Elisabeth, hat sie Zeit für mich?
36:08Ich war drei oder viermal mit ihr zusammen.
36:11Und da passierte etwas, was mir den Spaß genommen hat.
36:15Sie sagte, sie laden mich immer ein.
36:17Darf ich sie mal einladen?
36:18Ich fragte, wozu wollen sie mich einladen?
36:20Und sie meinte, sie könnten sich meine Wohnung ansehen.
36:25Ich habe das, was sie sagte, begriffen als das, was es war.
36:29Eben eine Einladung.
36:30Oder mehr noch, ein Versprechen.
36:34Die Wohnung war ein Apartment.
36:37Sehr behaglich eingerechnet.
36:39Wir hörten Musik, haben was getrunken.
36:42Ja, und dann, äh, und dann passierte es.
36:45Sie zog sich aus, ich zog mich aus.
36:46Und dann hatten wir eine vergnügte Zeit miteinander.
36:49Die mich glücklich gemacht hat.
36:51Wenigstens für einen Tag.
36:54Nein, äh, für zwei Tage.
36:56Ja, und dann, dann bekam ich einen Brief.
37:00Mit Fotos.
37:01Sehr hübschen Fotos.
37:04Die mich noch einmal nachvollziehen lassen,
37:06wie vergnügtig die Nacht mit Elisabeth gewesen war.
37:09Nichts gegen diese Fotos, aber
37:11den Fotos
37:13war ein Brief beigelegt.
37:15Der eine glatte Erpressung war.
37:18Wir verkaufen Ihnen diese Fotos
37:20und versprechen Ihnen,
37:21sie nicht Ihrer Frau zu zeigen.
37:23Ja, das ist allerdings Erpressung.
37:25Ich meine, jetzt wissen wir endlich, worum es geht.
37:28Meine Frau ist eine, wie Sie es nennen würden,
37:30sehr ehrbare Frau.
37:32Tätig in der Kirchgemeinde
37:33und voll der besten Vorsätze
37:35über Wohl und Wehe von Menschen.
37:37Ich habe bezahlt.
37:39Ja, und warum haben Sie bezahlt?
37:40Eine Scheidung hätte mich viel mehr gekostet.
37:43Was Sie uns da erzählt haben,
37:45das hilft uns sehr.
37:47Aber es wäre gut von Ihnen zu hören,
37:49wohin man sie gebracht
37:51und wo man sie fotografiert hat.
37:54Keine Ahnung.
37:56Ich hatte vorher schon viel getrunken
37:58und weiß nur,
38:00dass wir in eine Tiefgarage hineingefahren sind.
38:03Wir haben einen Fahrstuhl benutzt
38:05und sind irgendwo angekommen.
38:07Ich weiß nicht einmal,
38:09in welchem Stockwerk das Apartment lag.
38:13Elisabeth hatte uns telefonisch angemeldet,
38:16obwohl wir dann im Apartment selbst
38:18allein waren.
38:20Hat sie denn einen Schlüssel
38:21für dieses Apartment gehabt?
38:23Ja.
38:25Könnte es der gewesen sein?
38:27Ich habe den Schlüssel nicht angesehen.
38:29Weil für diesen Schlüssel
38:29haben wir noch keine Tür gefunden.
38:30Ich meine, es könnte doch der Schlüssel
38:31für dieses Apartment gewesen sein.
38:34Interessant ist natürlich,
38:36dass sie sich vorher angemeldet hat.
38:38Na logisch.
38:40Es muss ja noch den Fotografen geben.
38:42Eben.
38:43Ja, und dann den,
38:44der das Geld kassiert hat.
38:45Wie haben Sie denn das Geld übergeben?
38:47Ich sollte mich in meinen Wagen setzen
38:49und losfahren.
38:51Man hat mich mit dem Handy dirigiert.
38:54Offenbar so lange,
38:55bis sie ganz sicher waren,
38:56dass ich keine Polizei alarmiert hatte.
38:59Irgendwann wurde ich aufgefordert,
39:01den Umschlag mit dem Geld
39:03aus dem Wagenfenster zu werfen.
39:05Und da war mir klar,
39:07das sind professionelle Leute.
39:09Tu, was sie sagen
39:10und kümmere dich weiter darum.
39:12Haben Sie Elisabeth
39:13nachher nochmal wieder gesehen?
39:15Um Himmels Willen.
39:17Ich habe das Hotel
39:18nicht mehr aufgesucht.
39:20Vor allem nicht die Bar,
39:22wo sie gewöhnlich
39:23auf ihre Kunden gewartet hat.
39:35Und wo bist du gewesen?
39:39Ich war mit Herrn Derek zusammen.
39:43Wir haben gegessen
39:45und was getrunken.
39:47Ich habe viel getrunken.
39:55Gibst du mir was zu trinken?
39:57Du bist schon betrunken.
39:59Ich glaube,
40:01ich habe den Boden
40:04unter den Füßen verloren.
40:09Da bist du ja, Mama.
40:11Wir haben uns schon Sorgen gemacht.
40:13Komm, setz dich.
40:15Ich möchte mit meinen Kindern
40:17zusammen etwas trinken.
40:21und dann noch etwas fragen.
40:36Wer von euch weiß,
40:38zu welcher Tür
40:42dieser Schlüssel gehört?
40:44Was ist das für ein Schlüssel?
40:47Das ist der Schlüssel.
40:50Das ist der einzige Schlüssel,
40:52den man in Elisabeths Tasche gefunden hat,
40:55von dem man nicht weiß,
40:56wohin er gehört.
41:00Was ist das für ein Schlüssel?
41:01Wisst ihr es?
41:06Das ist der Schlüssel
41:07zu einem Apartment,
41:10in dem eure Schwester Elisabeth
41:13mit Männern
41:15in einer Situation
41:16fotografiert wurde,
41:19die man dann benutzt hat,
41:20um diese Männer zu erpressen.
41:23Ah, sie läuft weg.
41:27Jetzt habe ich endlich
41:28eine Erklärung
41:29für das, was ich sehe,
41:30für die schöne Wohnung,
41:33die teure Kleidung
41:36und das große Auto.
41:41Meine Kinder
41:41sind zu Verbrechern geworden.
41:48Eine Schwester
41:49soll sich anziehen
41:50und dann werden wir
41:51gemeinsam dort hinfahren,
41:52wo die Tür ist,
41:53zu der dieser Schlüssel passt.
42:12Mama,
42:13steh.
42:15Steh.
42:45Untertitelung. BR 2018
42:55Das war also Ihr Arbeitsplatz.
42:58Können wir jetzt etwas sagen?
43:01Willst du versuchen, mir etwas zu erklären?
43:03Ja, ich möchte den Versuch machen, dir etwas zu sagen.
43:08Als wir damals nach München kamen, waren wir wirklich wie verloren.
43:12Wir hatten gar keine Chance. Es ging uns miserabel.
43:15Ich suchte verzweifelt einen Job.
43:18Gabriela arbeitete als Bedienung in einem Lokal.
43:21Elisabeth verdiente sich irgendwas als Kindermädchen.
43:24Wir waren arm und wir gerieten immer mehr in Schulden.
43:27Und wenn du umringt wirst von Schwierigkeiten, die du nicht bewältigen kannst,
43:31dann fragst du irgendwann deinen Verstand oder das bisschen, was davon noch übrig ist, was jetzt?
43:35Und dann kam Elisabeth und sagte, ich habe einen Job.
43:38Als Hostess in einem Hotel.
43:40Ich kann Gäste ausführen, zum Essen, ins Theater.
43:43Und wir sagten, das klingt gut, okay.
43:47Aber dann machten diese Gäste ihr eben Angebote, eindeutige Angebote.
43:51Und sie waren bereit dafür zu bezahlen.
43:54Eines Tages hatte sie dann einen Gast, ein Italiener, der sagte,
43:57Kind, Sie haben gar keine Ahnung, was für Möglichkeiten Sie haben, großes Geld zu verdienen.
44:01Sie brauchen gar nichts tun.
44:02Wir mieten ein Apartment und was dort geschieht, ist unsere Sache.
44:07Unsere Sache, verstehst du?
44:09Es war Ihre Sache. Sie machten es zu Ihrer Sache.
44:13Daraus sind wir eingegangen.
44:16Aber dann, dann konnten wir nicht mehr zurück.
44:19Denn die Leute, die das eigentliche Geschäft machen, die kennen keine Gnade.
44:24Das sind erbarmungslose Geschäftsleute, die uns finanzieren, aber die das meiste Geld selbst einstecken.
44:32Gibt es hier auch was zu trinken?
44:36Ja, Mama.
44:46Du kennst dich hier also auch aus.
44:49Ja.
44:52Hast du dich auch zur Verfügung gestellt?
44:56Manchmal.
44:59Und du, Paul?
45:01Was ist dein Anteil an diesem Geschäft?
45:05Ich habe versucht zu verhindern, dass dem Mädchen was passiert.
45:11Als Elisabeth so ein oder zwei Jahre alt war,
45:16da brachte sie mir ihre zerbrochene Puppe und sagte,
45:20Mama, kaputt.
45:22Kaputt, das war das erste Wort, das sie gelernt hat.
45:25Ich sagte, deine Puppe ist kaputt.
45:29Mama, wird sie wieder ganz machen.
45:33Jetzt habe ich immer eure kaputten Puppen repariert.
45:37Euer Vater sagt, weißt du, was du bist?
45:41Du bist Mama Kaputtke.
45:46Mama Kaputtke.
45:48Ich frage mich, was ich hier noch reparieren kann.
45:53Mama Kaputtke ist selber kaputt.
46:10Wenn ich ihn den Namen nenne, bin ich morgen erledigt.
46:14Der Mann ist nicht allein.
46:16Und wenn Sie den verhaften,
46:17dann sind da andere, die mich dafür bezahlen lassen.
46:20Und zwar mit dem Leben.
46:29Darf ich die Kinder mitnehmen?
46:31Ja, ja, Sie dürfen sie mitnehmen.
46:34Die beiden haben mir gesagt, dass sie in Lebensgefahr sind,
46:37wenn sie Namen verraten.
46:39Haben Sie Namen genannt?
46:40Nein, Sie haben keine genannt.
46:42Gut.
46:44Dann gehen wir.
46:49Wir werden einen Rechtsanwalt brauchen.
46:52Könnten Sie uns einen empfehlen?
46:54Aber er sollte so gut sein,
46:57dass Sie ihn nicht mögen, Herr Darek.
46:59Ich werde Ihnen den richtigen empfehlen.
47:24Unter den Gästen, die Elisabeth hier traf,
47:28muss ein Italiener gewesen sein.
47:31Wissen Sie, was da holen?
47:33Sind Sie schon soweit?
47:36Wissen Sie, was Sie da von mir verlangen?
47:39Dass ich glühende Kohlen anfasse.
47:41Ja, das ist aber als erster Teil
47:43einer Antwort schon sehr gut.
47:46Lassen Sie mir noch einen Moment.
47:58Der Mann, der das Mädchen kaputt gemacht hat,
48:02heißt Ernesto Caldoni.
48:04Er steht im Telefonbuch.
48:19Er steht im Telefonbuch.
48:46Machen Sie auf.
49:09Wir sind gerade beim Kofferpacken.
49:11Ich habe Sie noch gar nicht gefragt,
49:13ob wir das dürfen.
49:15Aber wir laufen ja nicht weg.
49:17Ich denke, ich versuche nur,
49:18meine Kinder in Sicherheit zu bringen.
49:22Ist das in Ordnung?
49:23Ja, natürlich.
49:24Es ist in Ordnung, ja.
49:27Wir haben letzte Nacht noch den Chef verhaftet.
49:29Wir haben sein Haus durchsucht
49:31und haben Hinweise auf seine Organisation gefunden.
49:35Und?
49:36Ja, es waren Fotos dabei mit Ihrer Tochter.
49:43Fotos mit meiner Tochter?
49:44Nein, mit Ihrer Tochter.
49:45Solche Fotos?
49:46Ja.
49:49Aber es geht mir mehr um den Herrn, der da drauf ist.
49:51Ja, das kann ich nicht sehen.
49:52Moment.
49:53Ich will das nicht sehen.
49:54Einen Herrn, den Sie kennen.
49:56Schauen Sie sich das Foto an.
50:01Reuter.
50:02Ja.
50:04Reuter.
50:11Herr Oberinspektor, Frau Braus.
50:15Gibt es einen Grund, mich noch mal aufzusuchen?
50:17Ja, den gibt es ja.
50:19Ja, dann kommen Sie rein, bitte.
50:22Danke.
50:23Okay.
50:30Na gut.
50:32Dann wissen Sie es also.
50:35Ich werde mir diese Fotos natürlich nicht einrahmen.
50:38Ich will sie auch nicht behalten.
50:40Und jetzt wollen Sie natürlich wissen, ob ich gezahlt habe.
50:42Haben Sie gezahlt?
50:43Nein, habe ich nicht.
50:46Ich habe die Fotos meiner Frau gezeigt.
50:49Ich sagte, es tut mir leid.
50:51Was ich dir jetzt zeigen muss, wird dir nicht gefallen.
50:53Aber ich hoffe nur, dass dir noch weniger gefallen wird,
50:56dass man versucht, mich mit diesen Fotos zu erpressen.
50:58Ihre Frau hat diese Fotos hier gesehen.
51:02Ja, sie hat sie sich sehr genau angesehen.
51:04Und zwar länger, als mir lieb war.
51:07Dann sagte sie,
51:09jetzt weiß ich endlich, wie du deine Abende verbringst.
51:12Dann fügte hinzu,
51:14sollst du die Fotos zahlen?
51:17Komm, gib mir das Geld.
51:20Ich gab ihr das Geld.
51:22Genau die Summe, die die Erpresser von mir haben wollten.
51:24Und damit war die Sache zwischen uns beiden erledigt.
51:29Sie noch mal.
51:31Alter, man hat mir gerade die Fotos gezeigt,
51:34die du schon kennst, du weißt schon.
51:36Ich erklärte, dass wir uns nicht haben erpressen lassen.
51:40Jetzt möchte man, dass du das auch bestätigst.
51:43Ja, ich bestätige das.
51:48Warum werden mir diese Fotos eigentlich noch mal gezeigt?
51:51Ja, wir haben den Mörder noch nicht.
51:53Und, äh,
51:55Sie suchen ihn da, wo,
51:56wo große Emotionen im Spiel sind.
51:58Sehe ich das richtig?
51:59Das sehen Sie absolut richtig, ja.
52:01Damit können wir leider nicht dienen.
52:05Haben Sie eine Anlage,
52:07wo man ein Tonband abspielen kann?
52:12Ja.
52:13Ja, das,
52:14das haben wir.
52:16Wollen Sie uns was vorspielen?
52:17Na, ja, ich habe ein Tonband,
52:19das Sie bestimmt interessieren wird.
52:21Würden Sie Frau Kraus helfen,
52:23das Tonband einzulegen?
52:25Ja.
52:27Gerne.
52:28Machen Sie mich ganz neugierig.
52:29Kommen Sie bitte.
52:32Darf ich?
52:36Was wird das?
52:37Eine Musikvorführung?
52:39Nein, das wird keine Musikvorführung.
52:41Das wird eine Überraschung für Sie.
52:43Eine Überraschung?
52:44Das machen Sie ja richtig spannend.
52:45Da müssen Sie drücken.
52:50Ich kann das nicht.
52:58Nicht.
52:59Bitte nicht.
53:02Lassen Sie mich leben.
53:04Bitte tun Sie das nicht.
53:07Lassen Sie das, was mich umbringt.
53:10Wer spricht da?
53:12Ich bläge Sie an.
53:13Aufhören, aufhören, aufhören.
53:14Nein!
53:16Was ist das für eine Stimme?
53:19Das ist die Stimme meiner Tochter
53:20ein paar Sekunden
53:22vor ihrem Tod.
53:26Nein, das ist sie nicht.
53:27Das kann sie nicht sein!
53:29Tun Sie das nicht!
53:31Lassen Sie das, was mich umbringt!
53:33Leute, was ist das?
53:35Ich bläge Sie an.
53:36Erklär es mir.
53:37Ich bläge Sie an.
53:37Oder erklären Sie mir es.
53:39Nein!
53:41Nein!
53:43Das kann niemand aufgenommen haben!
53:46Ist das Ihre Stimme?
53:47Du hast mir doch besagt,
53:48du warst allein mit ihr.
53:49Ja, und da war niemand, niemand!
53:55Woher kommt das Band?
53:56Woher haben Sie das?
53:58Ein Ornithologe hat mit einem
53:59hochempfindlichen Richtmikrofon
54:02Vogelstimmen aufnehmen wollen.
54:04Und dann hat er stattdessen
54:05diese Mordszene auf Band.
54:08Und meine Frau kam zu mir
54:10und sagte,
54:12ich habe sie umgebracht,
54:14die Frau, mit der du mich betrogen hast.
54:20Ich sagte nur,
54:25dann wollen wir hoffen,
54:26dass es niemand erfährt.
54:35Die Frau, mit der du mich betrogen hast.
54:51Untertitelung des ZDF für funk, 2017
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