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Hauptkommissar Siska - Peter Kremer /
Drehbuch - Albert Sandner /
Regie _ Hans-Jürgen Tögel
Drehbuch - Albert Sandner /
Regie _ Hans-Jürgen Tögel
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TVTranskript
00:28Untertitelung. BR 2018
00:42Untertitelung. BR 2018
01:28Untertitelung. BR 2018
01:44Untertitelung. BR 2018
02:00So, Hade, bitte schön.
02:03Na los.
02:04Das ist Gruppenzwang. Eine besonders üble Art von Gruppenzwang. Warum spielen wir nicht Schach?
02:09Ach, Hade, aber bitte, wo soll man denn hier die Figuren aufstellen?
02:12Ja, du komm, dann machen Sie schon. Das tut nicht weh.
02:14Vorausgesetzt, du zielst in die richtige Richtung.
02:17Ich kann dir bei diesem Spiel nie die Rede merken.
02:19Hade, Mann, mit Ihrer Auffassungsgabe. Ich bitte Sie.
02:22Außerdem, ich bin verletzt.
02:24Ja.
02:26Also gut.
02:27Aber ich setze noch eine Runde aus, wenn Sie möchten.
02:30Also recht ist es nicht.
02:31Bitteschön.
02:43Kobi!
02:45Kobi!
02:47Oh nein, vom Regen in die Traufe.
02:52Eberhard!
02:53Ja!
02:54Wie geht's da?
02:56Gut geht's.
02:57Was gibt's?
03:00Morgen, ja.
03:01Du, Kui, Morgen.
03:03Ja, was denn sonst, Eberhard?
03:06Das ist Lohmann.
03:09Der Herr Eberhard Lohmann.
03:11Der, der Eberhard Lohmann.
03:16Herr Lohmann war, ist kriminaler Reporter, wenn er auch in der letzten Zeit nicht mehr so viel veröffentlicht hat.
03:23Immer auf Recherche, Kobi. Immer auf Recherche.
03:28Man wird bald wieder von mir reden.
03:31Oh ja, bald.
03:32Wir sind gespannt, Eberhard.
03:34Aber weißt du, dummerweise sind wir mitten in einem Spiel.
03:41Kobi, Kobi, ich hab ihn.
03:45Wen?
03:46Den Fall der Fälle.
03:51Der schreibt mal ein Leben lang über Fälle überall in der Welt.
03:56Und wo findest du den raffiniertesten Mörder?
04:03Weißt du das?
04:06Im eigenen Haus.
04:08Ja, im eigenen Haus, Kobi.
04:13Wollen Sie uns was anzeigen?
04:15Ha?
04:18Alles zu seiner Zeit, mein Freund.
04:21Alles zu seiner Zeit.
04:25Mein Gott.
04:27Mein Gott, das Leben ist schön.
04:42Nicht zu fassen.
04:45Er war wirklich mal eine große Nummer.
04:48Ja, auf jeden Fall hat er wohl eine große Liebe.
04:52Kobi.
04:53Das ist die Verkleinerungsform von Jakob.
04:56Ich war nicht mehr ganz nüchtern damals, als er mir das Du angeboten hat.
05:00Schließlich war ich auch mal jung.
05:02Ich rufe mein Taxi.
05:07Ich wäre sehr dankbar, wenn wir daraus jetzt nicht einen Dauerwitz machen.
05:12Ja?
05:13Woraus, dass Sie mal jung waren?
05:20Kobi.
05:38Kobi.
05:39Loderweg 9.
05:41Loderweg 9.
05:44Man hat mir gesagt, da wohnen Sie.
05:46Ach so, das hat man gesagt.
05:48Ja.
05:49Macht 2840.
05:51Bisschen viel, nicht?
05:53Oder?
05:54Ja.
05:55Kannst du nicht erinnern?
05:56Stimmt so.
05:59Haben Sie Frauen und Kinder?
06:01Hä?
06:02Frauen und Kinder.
06:03Nein?
06:04Nein.
06:05Raus mit dem Wechselgeld.
06:081,60 Mark.
06:10Hier.
06:11Ja, gut.
06:12Gute Nacht.
06:14Macht.
06:15Macht.
06:50Zaguridi hier.
06:52Ja.
06:59Oh ja, das ist eine tolle Kombinationsgabe.
07:08Spät wie immer, schöne Frau.
07:10Man hat es nicht leicht, wenn man im Beruf steht.
07:12Ja, ich habe es auch immer schwer mit dem Stehen.
07:18Na, haben Sie sich das überlegt?
07:21Überlegt?
07:22Nein.
07:22Auf gelegenen Bekanntschaft zwischen uns, die Klo.
07:25Ja?
07:26Ja.
07:27Ja, ich habe es mir überlegt.
07:29Und die Antwort ist nein.
07:31Das ist aber ein Fehler.
07:33Der Fehler ist viel größer als Sie glauben.
07:35Wer bin ich der Erste in meinem Leben?
07:37Ja, das kann ich mir denken.
07:40Bitte?
07:45Ich weiß ja, mit wem Sie zusammen sind.
07:48Bitte?
07:49Ja.
07:49Ich weiß auch, was das für einer ist.
07:54Das geht nicht gut.
07:56Das ist nie, nie gut gegangen, so was.
08:00Zu Ihren Zeiten vielleicht.
08:02Aber jetzt haben wir andere.
08:10Andere?
08:21Herr Lummer, Sie wissen ganz genau, wie laut das hier in meinem Treppenhaus heilt.
08:25Das habe ich Ihnen jetzt schon oft genug gesagt.
08:27Guten Abend, lieber Erstauglinger.
08:30Na, wie geht...
08:32Oh, eine neue Matte.
08:37Ja, die ist handgewebt.
08:40Handgewebt.
08:41Von frisch geschorenen Lämpchen, nicht?
08:44Ach, Sie schlimmer, Sie...
08:45Herr Lummern, Sie sind wirklich unmöglich.
08:54Ich...
08:59Ich bin unmöglich.
09:03Ach.
09:04Ach.
09:06Ach.
09:08Ach.
09:09Ach.
09:23Oh, oh, oh.
10:08Geht?
10:22Gerhard, ich habe was gehört.
10:25Ja, ja, mich natürlich.
10:28Du stehst doch sonst nicht auf mitten in der Nacht.
10:32Ich hatte Durst.
10:34Dein Blumenkohl im Pfeffermantel, der hat es wirklich in sich.
10:38Dabei habe ich nur drei Chili genommen.
10:40Zwei weniger als im Rezept.
10:43Hat genügt.
10:45Ach, war auch egal.
10:49Komm, lass uns ins Bett gehen.
10:53Du hast ja noch gar nichts getrunken.
10:58Ja, richtig, ja.
11:25Sieht aus wie ein Unfall, aber ich kann mir das nicht vorstellen.
11:29Da war nichts mehr zu machen.
11:30Ja.
11:35Da sieht man sich jahrelang nicht, dann innerhalb weniger Stunden.
11:40So ist das Leben.
11:42Mich wundert es, dass er lächelt.
11:44Würden Sie lächeln, wenn Sie da runterfallen?
11:46Kommt drauf an, wie viel Alkohol ich getrunken habe.
11:49Ja, um so das Gleichgewicht zu verlieren, mindestens drei Promille.
11:52Wie könnte er gehabt haben?
11:55Und gesehen hat es natürlich niemand.
11:56Und, Mitternacht, der Mann oben, der hat ihn gefunden.
12:04Ja, ja, natürlich.
12:06Und denken Sie an die gestreiften Westen.
12:07Ja, auf dem hinteren Wühltisch.
12:09Ja, die müssen ausgezeichnet werden.
12:12Herr Meiner.
12:13Ach, wissen Sie was, lassen Sie es.
12:14Lassen Sie es einfach.
12:15Ich mache es selber.
12:16Ja, ich komme, sobald ich kann.
12:18Wenn man sich nicht um alles selber kümmert.
12:20Ja, wem sagen Sie das?
12:21Ja.
12:21Sie haben den Toten gefunden, Herr?
12:23Staudlinge.
12:24Mit L.
12:26Das sieht ihm wieder ähnlich.
12:28Einen Tag vor Schlussverkauf.
12:30Und wann haben Sie ihn gefunden?
12:33Als ich die Wohnung verließ.
12:34Um zehn vor sieben, genau.
12:36Ehrlich gesagt, zuerst dachte ich mir, er ist betrunken wieder mal.
12:39Aber dann bin ich in so etwas Ekliges gestiegen, in so etwas Glitschiges.
12:44Und ehrlich gesagt würde ich jetzt unheimlich gern meine Schuhe wechseln, ja?
12:48Gleich, gleich.
12:48Haben Sie an seiner Position irgendwas verändert?
12:50Für Gottes Willen, nein, nein, nein.
12:52Ich habe ihn so liegen lassen, wie er war.
12:54Und sofort 110 angerufen, ja.
12:57Und seitdem stehe ich jetzt hier rum.
12:59Und ehrlich gesagt müsste ich im Geschäft sein.
13:01Haben Sie in der Nacht irgendwas gehört?
13:03Nein.
13:05Ach, ich habe ja zwei Schlaftabletten genommen.
13:08Ja, aber vor einem Schlussverkauf bin ich immer so wahnsinnig kribbelig.
13:11Verstehen Sie?
13:12Gut, danke.
13:14Sagen Sie, wer wohnt denn da?
13:15Äh, das ist Ehepaar Sterz.
13:17Ein junges Ehepaar.
13:19Sehr nette junge Leute.
13:21Und sie trennen ihren Müll.
13:22Ah ja, schön.
13:23Gut, vielen Dank.
13:24Danke.
13:29Was gehört?
13:32Wissen Sie, ich habe die Wohnung nicht zuletzt wegen der guten Schallisolierung gekauft.
13:35Nehmen Sie, nehmen Sie doch Platz.
13:37Danke.
13:38Wissen Sie, wann es passiert ist?
13:41Ach, der Arzt sagt vor fünf bis sechs Stunden, also nachts gegen zwei.
13:45Ach, wenn die Wohnungstür zu ist, dann hört man hier nichts.
13:49Ja, da lege ich auch Wert drauf.
13:51Wissen Sie, ich habe tagsüber genug Hektik.
13:53Was machen Sie?
13:54Ich bin Kreditberater bei der Sparkasse und ja, da will ich abends meine Ruhe haben.
13:59Das verstehe ich ja.
14:00Arbeiten Sie auch bei der Sparkasse?
14:02Nein, ich arbeite freiberuflich, als Übersetzerin.
14:06Das heißt, Sie sind tagsüber zu Hause?
14:08Ja.
14:09Ja, dann kacken Sie Herrn Lohmann vielleicht etwas näher.
14:11Der blieb ja tagsüber auch zu Hause.
14:12Herr Lohmann hat tagsüber wahrscheinlich geschlafen, war eher nachtaktiv.
14:17Jedenfalls hat seine Schreibmaschine laut genug geklappert.
14:20Das muss man sich mal vorstellen, heutzutage eine Schreibmaschine.
14:24Also hört man doch etwas.
14:27Durchs Fenster, wenn es offen ist.
14:30Wir leben hier unten ziemlich abgeschieden.
14:33Vielleicht fragen Sie mal die Frau Krug aus dem ersten Stock.
14:37Bei der war er, glaube ich, ziemlich aufdringlich.
14:41Aufdringlich?
14:42Das ist zu viel gesagt.
14:44Ich kann mir die Leute durchaus vom Leib halten.
14:46Sie leben hier allein, Frau Krug?
14:49Mein Freund ist gelinglich hier.
14:50Und ich bin gelinglich bei ihm.
14:52Wir können uns nicht entscheiden, die Wohnung zusammenzulegen.
14:55Ja, sowas kommt vor.
14:56Und letzte Nacht?
14:57War ich hier, allein.
15:00Und Sie haben nichts gehört?
15:02Nein, ich habe nichts gehört.
15:06Kannten Sie Herrn Lohmann näher?
15:08Das fliegt noch.
15:09Ich meine, ich fand ihn nicht für dich unsympathisch.
15:12Solange er auf Abschied blieb.
15:14Und, blieb er?
15:15Naja, die letzten Monate wurde er mir zu übermütig.
15:18Er war ziemlich aufgedreht.
15:20Er wollte sogar Stunden nehmen.
15:21Stunden?
15:22Ja, ich bin Fitnesslehrerin.
15:25Ich gebe auch Privatstunden.
15:27Aber in seinem Fall habe ich ihn doch lieber abgelehnt.
15:31Sie sagten, die letzten Monate und zuvor?
15:33Zuvor?
15:35Habe ich ihn kaum bemerkt.
15:36Da war er irgendwie anders.
15:39Zurückgezogen, schweigsam, alt.
15:41Und dann wurde er plötzlich, wie soll ich sagen,
15:44junger, frischer, vielleicht frecher, ja wacher.
15:48Wie ein Mann, der auf einmal eine Aufgabe hat.
15:50Oder ein Ziel.
15:51Und was für eine Aufgabe, das wissen Sie nicht.
15:54Ich ließ ihn nie mehr als zwei Sätze an mich waren.
15:56Ich spürte, er war ein schwieriger Mensch
15:58und mein Bedarf an Schwierigkeiten ist gedeckt.
16:02Entschuldigung.
16:03Lohmanns Tochter ist unten.
16:04Ach, wer hat sie denn verständigt?
16:06Niemand.
16:07Sie ist vorbeigekommen, einfach so.
16:09Einfach so?
16:14Kommen Sie öfter vorbei?
16:16Ich wusste nicht mal, dass er eine Tochter hat.
16:22Was haben Sie denn gemacht?
16:24Ich habe den Müll zurück in die Tüte gepackt.
16:26Das ist ja nicht Ordnungssinn.
16:28Nee, das ist ja nicht Ermittlungen.
16:30Und wissen Sie was?
16:31Ich habe die Tüte nicht mal ein Drittel voll gekriegt.
16:34Schau an.
16:35Na, ist doch merkwürdig.
16:36Ich meine, wer bringt nachts um zwei eine Mülltüte runter,
16:38die noch nicht mal ein Drittel voll ist?
16:41Sinnlos Betrunkener?
16:45Das ist ja betrunken, habe ich gesehen.
16:46Aber so sinnlos betrunken kann man mir gar nicht vor.
16:49In der Tüte war auch nichts, was Stingendes hier.
16:51Das ist die Tochter von der Lohmann.
17:04Frau Lohmann?
17:07Hinze.
17:08Ich bin verheiratet, mein Mann.
17:10Guten Tag.
17:10Guten Tag.
17:11Siska, Kripo München.
17:14Mein Beileid.
17:16Danke.
17:18Darf ich Sie trotzdem gleich fragen,
17:19warum Sie ausgerechnet heute hierher gekommen sind?
17:22Ich meine, ich habe gehört,
17:24dass Sie Ihren Vater nicht allzu oft besucht haben.
17:26Er hat mich herbestellt.
17:28Herbestellt?
17:29Ja.
17:30Er wollte mir irgendetwas zu lesen geben.
17:33Er hat mich gestern angerufen.
17:35Wann war das, Lothar?
17:36So gegen halb acht.
17:37Ja, ich denke ja.
17:39Ich habe nicht aufgepasst.
17:40Ich war mitten in einem Artikel.
17:42Mein Mann ist Geologe.
17:43Er schreibt gerade irgendwas Wichtiges
17:45über metronome Gesteine.
17:48Metamorphesgestein.
17:49Ja.
17:51Und ich muss sagen,
17:53mein Vater hatte einen Ton drauf,
17:56wie ich ihn seit Jahren nicht mehr gekannt habe.
18:01Inwiefern?
18:04Triumphierend.
18:06Ich weiß nicht,
18:07wie ich es anders nennen soll.
18:09Ja, nun interessiert es mich aber wirklich sehr,
18:11was der Vater Ihnen zu lesen geben wollte.
18:14Können wir?
18:19Und warum sind Sie hierher gekommen?
18:21Aus reiner Neugier?
18:22Nein, nein, das ist halt der andere Kunde.
18:25Naja.
18:26Und welche?
18:29Müssen Sie das wissen?
18:31Bitte.
18:33Ich habe gerade keinen Führerschein.
18:38Verstehe.
18:50Mein Gott.
18:52Das sieht ja aus wie im Museum.
18:56Ich möchte alles sein,
18:57bloß nicht sein Nachlass verwalten.
19:02Kann ich vorstellen,
19:03das ist Herr Lohmanns Tochter,
19:04Frau Hinze,
19:05Ihr Mann,
19:05mein Kollege Hane.
19:07Frau Hinze sagt,
19:08Ihr Vater wollte ihr etwas zu lesen geben,
19:10etwas Wichtiges.
19:11Ja, bitte.
19:12Bedienen Sie sich gern.
19:13Gibt es hier irgendwas,
19:14was neu aussieht?
19:15Oh, überall liegt Staub drauf.
19:17Fast überall.
19:19Und er hat Ihnen auch nicht gesagt,
19:21worum es sich handelt?
19:22Nein.
19:23Er hat nur gesagt,
19:24es würde mir zeigen,
19:25dass man sich in einem Menschen
19:26gewaltig täuschen kann.
19:29Und Sie wissen auch nicht mehr?
19:31Nein.
19:32Und offen gestanden finde ich,
19:34diese Erkenntnis ist gerade
19:35weltbedingt neu.
19:36Vielleicht liegt ein Schreiben im Safe.
19:40Im Safe?
19:49Triumph der Stahlindustrie.
19:52Haben Sie eine Ahnung,
19:52wo der Schlüssel ist?
19:54Nein.
19:55Dann kann es noch eine Weile dauern,
19:57bis wir wissen,
19:57was drin ist.
20:05So, wer passt zusammen?
20:08Nur nicht drängeln.
20:09Ein Unfall,
20:11wie er öfter mal vorkommt.
20:12Ja, aber mit einigen Eigenheiten.
20:14Ja, die man aber alle
20:15irgendwie erklären könnte.
20:17Sie wissen,
20:17an was wir denken?
20:18Oh ja.
20:19An gestern Abend
20:20und was er da gesagt hat.
20:22Über den raffiniertesten Mörder.
20:25Im eigenen Haus.
20:27Jetzt fahren Sie endlich.
20:29Kannst du trotzdem noch kommen?
20:32Na und?
20:35Es bleiben noch zwei Stunden,
20:36ist doch besser als gar nichts.
20:37Lohmann war seinerzeit
20:39der Kriminalreporter.
20:40Die absolute Nummer eins.
20:42Er hatte sogar eine eigene Kolumne.
20:44Kein Mord ohne Lohmann.
20:46Wer weiß,
20:47vielleicht ist er diesem Spruch
20:48ja treu geblieben bis zuletzt.
20:50Es hat mir natürlich gefallen,
20:51dass er mich mochte.
20:52Er hat immer gesagt,
20:53Kobi,
20:54aus dir wird noch was.
20:56Ein Prophet.
20:58Also Verbrüderungen zwischen Polizei
21:00und Presse sind immer was Kniffliges.
21:03Aber ich muss sagen,
21:04er wollte nie Informationen von mir.
21:06Im Gegenteil.
21:07Ich bekam sogar welche von ihm.
21:09Das einzige Problem dabei war nur,
21:11dass man mit ihm nachts
21:12durch die Kneipen ziehen musste.
21:14Und das ist nun mal nicht meine Natur.
21:17Ich bin Frühaufsteher.
21:18Ja,
21:19was Sie nicht sagen,
21:20Kollege.
21:22Naja,
21:23und dann kommt der Computer.
21:24Neue Zeiten,
21:25neue Methoden,
21:26neue Verbrücken.
21:27Nicht mehr seine Welt,
21:28he?
21:28Das einzige,
21:29was noch so war wie früher,
21:30war der Whisky.
21:32Ich glaube,
21:33es war mindestens fünf Jahre her,
21:34dass ich ihn zum letzten Mal
21:35müchtig gesehen habe.
21:36Er hat auch gearbeitet.
21:37Oh ja,
21:38an seine Erinnerungen.
21:40Den Titel hatte er schon.
21:41Lohmanns gesammelte Mörder.
21:43Möchte wissen,
21:44was daraus geworden ist.
21:45Ich nehme die nächste Bahn.
21:51Siska?
21:53Frau Hinze.
21:56Frau Hinze.
21:57Frau Hinze.
21:58Ja,
21:58als ich sagte,
21:59wir schicken Ihnen
21:59einen Spezialisten für den Safe.
22:01Ja,
22:01aber da war nicht gemeint,
22:02dass er innerhalb der nächsten
22:03fünf Minuten kommt.
22:05Ja,
22:05wir machen das schon.
22:06Heute Nachmittag.
22:08Danke.
22:11Ja.
22:12Ja.
22:14Ja.
22:21Danke,
22:22Frau Hinze.
22:22Danke.
22:31Ja.
22:32Das war die Frau Hinze,
22:34die Tochter vom Lohmann.
22:35Ja,
22:35das haben wir schon mitgekriegt.
22:37Aber was hat sie gesagt?
22:38Sie hat irgendwas gefunden,
22:39irgendwelche Schriftstücke,
22:40Verfügungen,
22:42gezeichnet von Lohmann,
22:43betreffend einem gewissen Herrn,
22:44der auch mal jung war.
22:47Kobi.
22:51Wir haben gesagt,
22:52wir machen keinen Dauerwitz daraus,
22:53ja?
22:54Sie haben gesagt,
22:55Sie wollen alles sein,
22:56nur nicht
22:56so ein Nachlassverwaltung.
22:59Sie sind's.
23:07Fiska,
23:08Sie wollen mich verkohlen.
23:10Der Glückwunsch.
23:15Oh nein.
23:33Wissen Sie,
23:34es ist schon längere Zeit her,
23:35dass ich Ihren Vater kannte.
23:37Ich möchte nicht
23:37auf seiner alten Regelung bestehen.
23:40Verwandte ersten Garde
23:41sind für er zuständig
23:42für den Nachlass.
23:45Ja, ja.
23:46Wir überlegen uns das.
23:54Ich weiß gar nicht,
23:55wie Vater sein Geld angelegt hat.
23:57Vielleicht sind Wertpapiere drin.
23:59Ach, Arnie.
24:01Mein Vater war keiner,
24:02der das Geld anlegt.
24:03Er war einer,
24:03der es ausgibt.
24:09Überhaupt Lohmann,
24:10wie der Fluch des Hauses Chester fiel.
24:12So was hat er auch geschrieben?
24:13Ja,
24:14alles,
24:14was Geld brachte.
24:17Eisiger Nebel kroch,
24:18die Themse herauf.
24:19Big Ben schlug Mitternacht.
24:21Rebecca,
24:22du kommst sogar,
24:23wie heißt die,
24:24Dunswizzle,
24:26schlug fröstelnd
24:27den Kragen
24:27ihres Regenmantels hoch,
24:28der nur knapp
24:29die wohlgefundenen Schenkel
24:30verdeckte.
24:31Du kannst es ruhig mitnehmen.
24:32Kennerlesen das
24:32zu Hause im Bett.
24:35Kannten Sie Ihren
24:36Schmiedervater eigentlich gut?
24:39Gut.
24:40So weit hat es
24:41nicht kommen lassen.
24:43Ich erkläre im Hagenau
24:45den Unterschied
24:45zwischen Gneiss,
24:46Glimmer und Phyllith.
24:47Und was macht er?
24:49Er fragt mich,
24:50haben Sie einen Waffenschein?
24:51Ich sage,
24:52warum, nein?
24:54Sagt er,
24:55Sie bräuchten einen.
24:56Sie langweilen
24:57doch jeden zu Tode.
25:01Und ansahen wir uns
25:02so noch selten.
25:05Metamorphes Gestein
25:06hat eine tiefe
25:07innere Schönheit.
25:11Aber das ist einem Laien
25:12nur ganz schwer
25:13begreiflich zu machen.
25:14Ja, jeder Beruf
25:15hat seine Schattenseiten.
25:22Sie langweilen.
25:35Sie langweilen.
25:43Und wie Sie im
25:45den Waffenschein
25:45haben,
25:45dann kann er
25:45nacha楽eien
25:46den Waffenschein
25:46auch
26:11Zeitungsartikel, nichts als Zeitungsartikel.
26:34Zeitungsartikel, nichts als Zeitungsartikel, nichts als Zeitungsartikel.
27:03Zeitungsartikel, nichts als Zeitungsartikel.
27:05Und zwar?
27:07Um Roland.
27:08Um den Roland?
27:10Den Roland.
27:12Es wäre schon schön, wenn mir mal jemand sagen würde, worum es geht.
27:16Roland ist ein Phantom, ein Auftragsmörder der Mafia.
27:19Niemand weiß, wer er ist, kommt, tötet, verschwindet.
27:22Das einzige, was man von ihm kennt, ist diese Beschreibung hier.
27:27Wieso heißt der Roland?
27:29Einer der Ermittler hat ihn so getauft.
27:32Vielleicht nach seinem Schwiegervater.
27:35Lohmann hat zu drei Fällen die Artikel gesammelt.
27:39Allesamt aus diesem Jahr.
27:41Mord an einem Dealer in Frankfurt.
27:43Mord an einem Dealer in Berlin.
27:45Mord an einem Staatsanwalt in Florenz.
27:47Und alle nach der gleichen Vorgehensweise.
27:50Auf offener Straße erschossen.
27:52Was hat Lohmann damit machen wollen?
27:55Ein Buch schreiben?
27:58Da würde er doch nicht irgendwelche Zeitungsartikel im Safer stecken.
28:02Und uns erzählt er im Suft, dass er ein Mörder auf der Spur ist.
28:05Aus dem eigenen Haus.
28:10Wenn beides zusammenhängt, was wäre dann die einfachste Folgerung?
28:14Er wusste, wer Roland ist.
28:20Jetzt machen Sie mal nicht so ein Gesicht, als wäre es ein unsinnliches Angebot.
28:23Selbst wenn das zusammenhängt, bleibt immer noch die Möglichkeit,
28:26dass Lohmann sich in eine fixe Idee verrannt hat.
28:29Von den Leuten im Haus sieht niemand so aus.
28:33Naja gut, er wird ja wohl kaum in seinem privaten Umfeld
28:35in seiner Roland-Maskerade rumlaufen.
28:43Ich will alles wissen, was über Roland bekannt ist.
28:46Alles?
28:47Mhm, alles.
28:49Weiterbildung kann nie schaden.
28:52Ich schlage vor, wir stellen mal fest, ob einer von den Hausbewohnern
28:55zur fraglichen Zeit in Berlin, Frankfurt oder Florenz gewesen ist.
28:58Ah ja, da gibt es noch einen Hausbewohner, den Freund von der Fitnesslehrerin.
29:01Der geht da auch ein und aus.
29:03Mit der könnte ich mich übrigens nochmal schnell unterhalten.
29:05Die Muckibude liegt doch bei mir auf dem Heimweg.
29:07Was für eine Bude?
29:09Muckibude.
29:11Hane, das Fitnessstudio.
29:12Schönen Feierabend allerseits.
29:18Hey, lass die Luft raus.
29:20Hey, lass die Luft raus.
29:49Ich habe Ihnen doch gesagt, er war letzte Nacht nicht bei mir.
29:52Ich möchte es einfach gerne mal von ihm persönlich hören, dann ist die Sache erledigt.
29:55Nein.
29:56Bitte?
29:57Nein, das möchte ich nicht.
29:58Mein Freund war nicht da, es gibt nichts, was er Ihnen sagen könnte.
30:01Und ich habe dringend zu tun.
30:03Ist er verheiratet?
30:04Nein.
30:05Hat er Schwierigkeiten mit der Polizei?
30:06Nein, nichts dergleichen.
30:07Warum betreiben Sie so einen Aufwand?
30:08Warum betreiben Sie so eine Geheimniskrimerei?
30:10Ich verstehe es nicht.
30:11Ihr Freund geht bei Ihnen ein und aus, da kennt ihn doch sowieso jeder.
30:14Schon.
30:15Aber wenn er zu mir kommt, sieht er sich mal was anderes.
30:19Können Sie mich zwingen, seinen Namen preis zu geben?
30:22Nein, ich kann Sie jetzt nur bitten.
30:24Kann ich jetzt mal eine Arbeit?
30:26Ich habe eine Wohnung nachzuzeigen.
30:39Siska?
30:40Siska, Ihr Feierabend ist gestrichen.
30:43Ja, aber dafür dürfen Sie mit Lorenz in den Perlaher Faust.
30:54Das war ein kurzer Feierabend, oder?
30:57Nachts im Wald, wie ich das liebe.
31:01Wer hat ihn gefunden?
31:02Die beiden da drüben, die es hier so romantisch finden.
31:05Er saß auf dem Fahrersitz.
31:07Sie haben ihn rausgezogen und versucht wieder zu beleben.
31:09Aber es war schon zu spät.
31:11Er hat die Abgase ins Auto reingeleitet.
31:14Klassische Variante.
31:18Heute früh kam er mir gar nicht vor wie jemand, der sich am Abend umringt.
31:25Unsere schnelllebige Zeit.
31:29Sie werden zynisch, Herr Kollege.
31:31Und ich dachte, ich werde weise.
31:33Gibt es da überhaupt einen Unterschied?
31:35Was?
31:35Oh ja, oh ja, oh ja, den gibt es.
31:38Guten Abend.
31:39Nachts.
31:39Also entweder ist das hier ein ganz besonders hässlicher Zufall, oder es besteht ja wirklich irgendein, irgendein übler Zusammenhang.
31:55Ich hatte den Eindruck, dass bei ihm alles in Ordnung war. Geistig und körperlich.
32:01Das lässt sich ja feststellen.
32:02Je schneller, desto besser.
32:06Er hat sich nicht umgebracht. Niemals.
32:10Die Umstände sprechen leider dafür.
32:13Frau Stelz, welchen Grund könnte Ihr Mann gehabt haben?
32:16Keinen.
32:18Einer wie Gerhard bringt sich nicht um.
32:20Er hat von einer Villa in Marbella geträumt.
32:24Er hat jeden Abend nur darauf gewartet, dass seine Aktien steigen.
32:28Sich umzubringen wäre das Letzte, was er getan hätte.
32:33Das Allerletzte.
32:42Frau Stelz, heute früh habe ich gesagt, dass der Unfall hier im Haus letzte Nacht gegen zwei passiert sein muss.
32:47Ich hatte den Eindruck, dass Sie dazu etwas sagen wollten, aber Ihr Mann hat Sie daran gehindert.
32:55Es war nicht wichtig.
32:58Sagen Sie es trotzdem, bitte.
33:04Gerhard ist letzte Nacht aufgestanden, um etwas zu trinken.
33:09Ziemlich genau um diese Zeit.
33:11Nur um etwas zu trinken, sonst nichts.
33:13Sonst nichts.
33:16Frau Stelz, ich glaube Ihnen gern, dass jemand nur aufgestanden ist, um etwas zu trinken.
33:19Aber trotzdem, vielleicht hat er irgendwas gesehen oder gehört.
33:22Wenn, dann hat er mir nichts davon gesagt.
33:25Gut.
33:26Vielen Dank.
33:28Ach, Frau Stelz, kennen Sie den Freund von Frau Krug im ersten Stock?
33:33Netter Mann.
33:34Könnten Sie ihn beschreiben?
33:38Mitte 30.
33:40Dunkelblond, schlank.
33:42Trinkt ein Bart.
33:44Kein Bart.
33:46Gut.
33:47Gut.
33:48Vielen Dank einst, Frau Stelz.
33:54Na gut, ganz so abwegig ist das nicht, dass er irgendwas gesehen hat oder irgendjemanden.
33:59Und zwar jemand, bei dem er dachte, der lässt sich viel Geld holen.
34:03Eine todsichere Anlage sozusagen.
34:06Ich bin nicht zynisch, ich denke nur logisch.
34:08Ja, ich gebe Ihnen ja recht.
34:09Natürlich nur, wenn alle Fans stimmen, mit denen wir es hier zu tun haben.
34:17Niemand da. Machen wir jetzt.
34:19Ich habe ja mal gelesen, es gibt irgendwo Menschen, die gehen in den Walsch laufen.
34:25Echt?
34:26Na schön, dass es aber nicht zur Gewohnheit wird, hm?
34:39Ich bin nicht zählisch, wenn wir alle Jacksonen hier aufhören müssen.
34:40Ich bin nicht zählisch, oder?
34:42Ich bin nicht zählisch.
34:43Nasch in die Nacht, ich bin nicht ausgehört.
34:45Und die Walsch aufhören.
34:45Oh!
34:50Oh!
34:51Oh!
34:51Oh!
34:56Oh!
35:04Herr Staudling, aber wo waren Sie denn hier?
35:07Mein Gott, haben Sie mich erschreckt.
35:09Ich suche meinen...
35:13Staubsauger.
35:19Ihren Staubsauger?
35:20Ja.
35:22Der Herr Lohmann hat ihn sich vorgestern bei mir ausgegeben.
35:25Anscheinend das einzige, was er nicht besessen hat.
35:29Ich dachte mir, es wird wohl am unkompliziertesten sein, wenn ich ihn mir ganz diskret zurückhole.
35:36Ah, da ist er ja.
35:43Benutzt hat er ihn anscheinend nicht.
35:48Herr Staudling, wie sind Sie hier reingekommen? Wollen Sie uns erzählen, die Tür war offen?
35:53Aber nein. Ich habe aufgesperrt.
35:56Sehen Sie, der Schlüssel zum Heizungskeller, der passt hier für sämtliche Wohnungen.
36:02Das weiß hier jeder, aber niemand sagt etwas.
36:05Das ist ein richtig offenes Haus hier.
36:07Ja.
36:08Zufrieden?
36:09Nein, aber Sie können trotzdem gehen.
36:11Danke.
36:13Eine Frage hätte ich noch. Reisen Sie viel?
36:16Ja, aber natürlich. Was meinen Sie, was ich rumkomme als Einkäufer?
36:20Deutschland, Frankreich, Italien?
36:22Ja, ja. Italien. Wunderbar. Frankreich weniger.
36:26Also Frankreich ist ja meiner Meinung nach in der Herrenmode hoffnungslos überschätzt.
36:31Gut zu wissen.
36:33Leben Sie allein?
36:34Ja, aber natürlich.
36:35Hat doch nur Vorteile.
36:38Ja.
36:39Nicht für uns.
36:43Good night.
36:45Good night.
36:47Good night.
36:53Good night.
36:58Good night.
37:05Good night.
37:06Good night.
37:06Good night.
37:07Good night.
37:07Good night.
37:09Good night.
37:15Was ist denn das für eine Nummer?
37:21Wissen Sie, ich habe mich letzte Nacht sehr lange mit meiner Frau unterhalten.
37:25Wir wollen nichts von dem, was mein Schwiegervater zurücklässt.
37:28Sie können frei darüber verfügen.
37:29Ja, danke.
37:30Diese ganzen Sachen, die er da gesammelt hat, was sollen wir denn damit?
37:34Das ist ja nicht unsere Welt.
37:37Und die alte Verfügung von ihm, die klärt das ja eindeutig.
37:41Ehrlich gesagt, wir sind ganz erleichtert.
37:45Ja, Sie vielleicht.
37:46Machen Sie damit, was Sie wollen.
37:49Ich denke, mein Schwiegervater wusste schon, was er tat.
37:53Jedenfalls damals noch.
37:55In letzter Zeit war das ja nicht mehr so eindeutig feststellbar.
38:00Sie meinen, er wusste nicht mehr, was er tat?
38:03Naja, er hatte so seine Merkwürdigkeiten.
38:09Zum Beispiel?
38:11Am schlimmsten Beispiel leiden wir immer noch.
38:14Wissen Sie, warum meine Frau keinen Führerschein mehr hat?
38:16Ja.
38:17Ja?
38:18Fahrerflucht.
38:19Ich habe nachgeschaut.
38:20Sie hat eine ältere Dame angefahren.
38:22Sie war es nicht.
38:24Mein Schwiegervater war im Steuer.
38:25Sie hat es auf sich genommen.
38:28Sie war immer so stolz auf ihren Vater.
38:32Sie konnte es nicht ertragen, dass er Defizite hatte.
38:39Aber die hatte er.
38:40Er hat schon immer viel getrunken und in den letzten Jahren begann das ihm zu greifen.
38:47Es tut schon weh, wenn man erleben muss, wie sich ein ehemals scharfer Verstand verwirrt.
38:52Vielleicht war es deshalb, dass wir mehr und mehr Abstand zu ihm genommen haben.
38:56Unbewusst.
39:24Tja.
39:26Das ist ein Gerümpel endgültig am Hals.
39:56Telefon von sämtlichen Ermittlern, die sich jeweils mit ihm beschäftigt haben.
40:02Herr Anne, manchmal wünschte ich mir, Sie wären nicht zu gründlich.
40:08Kommen Sie.
40:09Ich weiß was Besseres.
40:11Wie was? Billiand?
40:12Ja.
40:12Oh nein.
40:13Doch.
40:13Damit hat alles angefangen.
40:14Ja.
40:15Oh nein.
40:15Nicht mit mir.
40:16Doch.
40:20Ja, was denn jetzt, wo es spannend wird?
40:22Hier der Obduktionsbericht von Gerhard Sterz.
40:25Das ging ja schnell wie noch nie.
40:27Wie haben Sie das geschafft?
40:27Ich war freundlich.
40:29Und?
40:29Schön gelesen?
40:30Ja.
40:31Prinzip ein klarer Fall.
40:32Er war nüchtern.
40:33Kein Alkohol, keine Drogen.
40:34Und die Todesursache steht eindeutig fest.
40:37Kohlenmonoxidvergiftung.
40:39Ja, nun nick nicht so zufrieden.
40:40Es gibt da nämlich noch eine kleine Merkwürdigkeit.
40:42Nämlich.
40:42Haben Sie extra veranlasst, dass man den Toten auf Spuren äußerer Gewalt untersucht?
40:47Hab ich ja.
40:48Das war so ein Gedanke.
40:49Er hatte eine leichte Schwellung am Kinn.
40:51Kaum wahrnehmbar.
40:52So als hätte man ihn betäubt mit einem gezielten Schlag?
40:55Vielleicht.
40:56Und wenn es so war, dann muss der Schlag genau das wichtige Maß gehabt haben.
41:01Soll heißen, gerade mal stark genug, um ihn bewusstlos ins Auto zu setzen?
41:04Und das Gas reinzuleiten, ja.
41:05Und wenn das so war, dann heißt das was?
41:07Das heißt, dass derjenige, der den Schlag ausgeführt hat, sich mit sowas sehr, sehr gut auskennen muss.
41:14Ein Profi?
41:15Ein Profi.
41:17So, dann bringen Sie das mal weg und kommen Sie mit, es ist eh Mittagszeit.
41:21Jo.
41:22Ah, Sepp, bist du so nett und legst uns bitte mal bei uns ins Büro.
41:25Danke.
41:26Ein Mann stürzt die Treppe runter.
41:29Gemäß allen vergleichbaren Fällen ist das ein Unfall.
41:33Ein anderer Mann, zufällig aus dem selben Haus, erstickt in seinem Auto.
41:37Gemäß allen vergleichbaren Fällen ist das ein Selbstmord.
41:40Ja.
41:40Das sind die einzig wirklichen Fakten.
41:43Alles andere ist ein ewiges Wenn, Wenn, Wenn, Wenn.
41:46Hane, jetzt holen Sie mal Tiefluft.
41:48Tut mir leid, wenn ich pingerlich bin, aber wenn es ich nicht bin, dann ist es hier keiner.
41:51Außerdem sind Sie noch schockiert von dem gigantischen Aktenberg, den ich Ihnen auf den Tisch gelegt habe.
41:56Was denn für ein Aktenberg?
41:58Ach, ach, ach, Hane, zu Ihrer Information.
41:59Das meiste ist mir schon bekannt, so und jetzt steigen Sie gefälligst ein.
42:02Ich habe Ihnen etwas zu erzählen, ich war nämlich nicht untätig, Sie auch.
42:07Das grundsätzliche Problem mit Roland ist, er hinterlässt keine Anhaltspunkte,
42:12abgesehen von der immer gleichen Vorgehensweise.
42:14Die Beschreibungen von ihm sind sehr, sehr vage, er tritt ja auch nur in Maskierung auf.
42:18Fazit, die Ermittlung tritt auf der Stelle.
42:21Was macht man in so einem Fall?
42:22Man erstellt Psychogramme.
42:25Genau, genau.
42:27Es gibt über Roland jede Menge psychologischer Profile.
42:30Alle untersuchen die Frage, was ist er für ein Mensch?
42:32Was hat er für eine Persönlichkeit und was treibt ihn an?
42:40Ja und?
42:41Was?
42:44So, und darin sind sich alle einig.
42:46Die Liebe zum Handwerk.
42:50Dieser Mann ist ein stiller, gründlicher Profi, der seine ganze Befriedigung in einer gut geleisteten Arbeit findet.
42:59So wie, wie Hale zum Beispiel.
43:03Nur auf der Gegenseite.
43:05Oh, danke, ich nehme das als Kompliment.
43:07Nur wenn der in Rente geht, dann tut er das auf einer Yacht in der Karibik.
43:11Also die Liebe zum Geld scheint doch eine gewaltige Triebfeder zu sein.
43:15Hale, Sie können doch immer noch umsatteln.
43:18Also inzwischen geht man davon aus, dass er sich in aller Sorgfalt eine unauffällige, bürgerliche Tarnexistenz aufgebaut hat.
43:28Noch eine Gemeinsamkeit mit dir.
43:29Genau.
43:30Und wer weiß, wieso einer reagiert, wenn seine Tarnung aufzufliegen droht.
43:34Er legt alle um.
43:38Dieser Roland, der schießt seine Opfer.
43:40Weder Lohmann ist erschossen worden, noch Sterz.
43:43Wenn ihm jemand aus seinem bürgerlichen Umfeld auf die Schliche kommt,
43:46dann wird er sich doch davor hüten, ihn auf die Art umzubringen, die sein Markenzeichen ist.
43:49Genau.
43:52Naja, viel Schönes dran.
43:54Aber alles nur Hypothese, leider.
43:57Ja, zugegeben.
43:59Trotzdem sagt mir mein Gefühl, dass wir uns im Fall Lohmann ein paar Dinge nochmal näher anschauen müssen.
44:03Du bist dran.
44:04Und zwar?
44:06Den unbekannten Freund von Frau Krug zum Beispiel.
44:10War unser braver Herr Staudliger im Lande zu den Terminen, als Roland zuschlug, oder war er geschäftlich unterwegs?
44:17Ja, und dieses Pärchen, das den Sterz gefunden hat, unmittelbar nachdem es passiert war.
44:24War es heimlich geübt, oder was?
44:26Ich reife an meinen Aufgaben.
44:35Wunderschön, sehen Sie?
44:36Ich komme gleich zu Ihnen.
44:38Fragen?
44:39Zu unserem Herrn Staudlinger?
44:40Na, dann fragen Sie mal.
44:42So viel Sie wollen.
44:44Könnten Sie einfach mal nachschlagen, ob er an diesen Tagen hier war?
44:48Nachschlagen, sowas muss ich doch nicht nachschlagen.
44:51Sowas habe ich im Kopf.
44:52Ganz wichtig.
44:57Rohrfisch?
44:58Möchten Sie?
44:59Reine Hirnabend.
45:00Danke.
45:0227. April.
45:03Nein, da war er nicht da.
45:04Er war im Urlaub.
45:05Vom 17. April bis 8. Mai.
45:07Und wissen Sie wo?
45:08Ja, natürlich, in Marokko.
45:11Er hat dort einen Kurs gemacht, im Teppichweben.
45:15Praktisch sein einziges Thema auf sämtlichen Betriebsfeiern.
45:194. Juni.
45:256. August.
45:29Nein, da war er auch nicht da.
45:32Weder am 4. noch am 6.
45:34Aber das ist doch nicht weiter verwunderlich.
45:37Warum?
45:38Weil beide Tage ein Sonntag waren.
45:40Und noch ist dieses Haus hier sonntags geschlossen.
45:43Aber das wussten Sie natürlich, hm?
45:46Naja, natürlich.
45:49Danke.
45:50Ich muss jetzt telefonieren.
45:57Jetzt verstehe ich.
45:58Sie haben die Daten aus dem Zeitungsartikel notiert,
46:01ohne im Kalender nachzuschauen, welche Wochentage es waren.
46:05Ja, na und?
46:07Hane!
46:08Hane!
46:08Ja, hin und wieder darf man es doch merken, dass Sie ein Mensch sind.
46:12Aber genau so hat er ausgesehen.
46:15Ja gut, das mit dem Gut ist auch nicht so wichtig.
46:18Hauptsache ist, Sie sind sich in all den anderen Details einig.
46:21Sind wir.
46:23Ja, Sie haben uns sehr geholfen.
46:24Vielen Dank.
46:25Kommen Sie mit, bitte.
46:28Auf Wiedersehen.
46:29Auf Wiedersehen.
46:31Auf Wiedersehen.
46:34Und?
46:35Haben Sie irgendwen gesehen?
46:37Außer dem Toten?
46:38Ja.
46:39Ein Mann ist Ihnen entgegengekommen.
46:40Aha.
46:41Konnten Sie ihn beschreiben?
46:43Hier ist das Phantombild.
46:45Oh nein.
46:50Noch ein Zufahr?
46:52Ab jetzt ist es einer zu viel.
46:57Ich bin ein Zufahrer.
47:05Ja.
47:07Ich bin ein Zufahrer.
47:22Wechseln, Mitte, und das war's für heute. Danke.
47:37Du lieber Gott, Sie müssen ja ganz schön unterbeschäftigt sein.
47:40Im Gegenteil, ich bin beschäftigt wie selten, nicht zuletzt Ihre Wege.
47:43Immer noch die gleiche Frage?
47:44Ja, immer noch die gleiche Antwort?
47:45Ja.
47:45Dann muss ich Ihnen leider sagen, dass Sie sich über den Ärzterlager nicht im Klaren sind.
47:48Ich ermittle hier in einem Mordfall.
47:50Florian?
47:51Ja.
47:52Und Herr Sterz.
47:54Er wohnte ebenfalls bei Ihnen im Haus.
47:56Mein Freund hat nichts zu mir zu tun.
47:58Nein, so einfach geht das jetzt nicht mehr.
48:00Und ich biete Ihnen hiermit die letzte Möglichkeit, es diskret zu erledigen.
48:04Ich kann Ihnen nichts sagen, ohne ihn vorher zu fragen.
48:08Gut, dann tun Sie das.
48:11Ich kläre es von Ihnen persönlich ab.
48:15So schnell wie möglich, bitte.
48:22Arne, sie geht gerade raus.
48:25Gut, dann tun Sie das.
49:05Musik
49:34Musik
50:02Musik
50:31Ziska?
50:33Ja, Hane, endlich!
50:35Die steigt aus
50:37und wartet.
50:39Die hält von der Kirche.
50:41Eine Kirche, in der gerade eine Hochzeit ist.
50:44Eine Hochzeit?
50:46Die Frau kommt gut rum.
50:49Gut, bis später, ja.
50:52Musik
50:56Ja, Wiegand?
50:58Wen wollen Sie sprechen?
51:00Ach, den netten Herrn Hane, ja.
51:02Ja, der ist leider im Moment nicht da.
51:04Aber ich kann ihm gern was ausrichten.
51:07Um wen?
51:08Um den Herrn Staudlinger geht's.
51:10Ah ja?
51:12Ja, und wo war der am 4. Juni?
51:14Er war bei einem Klassentreffen
51:16in der Lüneburger Heide.
51:17Ja, ich weiß das noch so genau,
51:19weil er mir damals erzählte,
51:20dass er jedem einen selbstgewebten Bettvorleger geschenkt hat.
51:23Also ich hab mich doch gefragt,
51:24was die sich wohl alle gedacht haben.
51:27Und, äh, wissen Sie etwas Näheres?
51:29Ich meine, wo genau in der Lüneburger Heide er war?
51:32Nein, das weiß ich nicht,
51:33aber das finden Sie doch ganz leicht heraus.
51:37So leicht ist das auch nicht für uns.
51:39Äh, sagen Sie, können Sie nicht den Herrn Staudlinger
51:41einfach ans Telefon holen?
51:42Nein, das kann ich nicht.
51:44Und raten Sie mal, warum.
51:45Weil er heute schon weg ist.
51:47Danke.
51:47Wiederhören.
51:514. Juni, das war der Mord in Florenz.
51:54Tja, wenn unser süßer Herr Staudlinger
51:56tatsächlich in der Lüneburger Heide war,
51:57dann ist dein Alibi nicht zu übergüten.
51:59Oh, das will ich aber schon noch genau wissen.
52:01Aber so wie es aussieht,
52:02sind wir damit wieder bei Frau Krug und ihrem Vorhand.
52:08So, die Leute sind jetzt draußen
52:13und nehmen Aufstellung für ein Foto.
52:16Was macht Frau Krug?
52:18Hält sich abseits.
52:22Jetzt gehen die Leute zu ihren Autos.
52:24Sie steht immer noch dort.
52:27Moment, der Pfarrer kommt.
52:29Sie geht auf ihn zu.
52:31Die unterhalten sich.
52:33Ziemlich eindringlich.
52:36Beschreiben Sie mal den Pfarrer.
52:38Gut aussehend.
52:39Dunkelblond, schlank.
52:411,90 groß.
52:42Mitte 30?
52:44Etwa.
52:45Alles klar.
52:46Kein Wunder, dass Sie es geheim hält.
52:47Hane, kommen Sie zurück.
52:49Das fällt Ihnen unser Ressort.
52:51Na, sowas.
52:52Aber dem Vatikan werde ich's melden.
52:54Ja.
53:06flop.
53:09Wow.
53:13Ja.
53:15Ja.
53:17Ja.
53:17Ja.
53:17Ja.
53:18Ja.
53:19Ja.
53:20Ja.
53:21Ja.
53:22Ja.
53:23Ja.
53:38Untertitelung. BR 2018
54:13Er wollte mich betäuben und aufhängen. Es sollte aussehen wie ein Selbstmord. Genauso wie bei Gerhard. Warum?
54:20Haben Sie den Mann bekannt?
54:22Es ging alles so schnell. Ich hoffe, er hat jetzt einen Finger weniger. Meine Zähne tun mir immer noch weh.
54:29Frau Sterz, das ist nicht ohne Grund passiert. Wissen Sie etwas über den Tod von Lohmann, dass Sie uns verschwiegen
54:35haben?
54:36Nein.
54:38Über den Tod Ihres Mannes?
54:40Nein.
54:42Gut. Wir leiten die Fahndung ein.
54:47Mein Kollege Hane wird bei Ihnen bleiben. Erzählen Sie ihm ruhig alles, was Ihnen sonst noch einfällt.
54:53Ach komm, lass das in der Fahndung.
54:54Ja, wie jetzt.
54:55Es bringt doch alles nichts. Hut, Bart, Brille, hatte doch alles schon längst abgelegt. Auf jeden Fall hier. Der Schlüssel
55:01zum Ganzen liegt hier. Der alte Lohmann hatte recht. Der muss da wirklich auf etwas gestoßen sein. Im eigenen Haus.
55:09Dieses Buch vom Lohmann, das Sie da gerade lesen. Wie heißt das?
55:13Der Fluch des Hauses Chesterfields.
55:15Aber da geht es nicht um ein Haus, sondern um eine Familie.
55:18Ja und? Haus ist doch nur ein anderes Wort für Familie. Halt mehr dichterisch.
55:24Ach so. Genau. Ach so.
55:30Ob wir Kontakt zu Lohmanns Tochter hatten? Nein.
55:34Wir kennen Sie natürlich vom Sehen, Sie und Ihren Mann.
55:39Das heißt, ich weiß nicht, ob das wichtig ist, aber als ich letzte Nacht Gerhards Eltern anrufen wollte, da war
55:46da eine Nummer in der Wahlwiederholung, die ich nicht kannte.
55:50Es muss die letzte Nummer gewesen sein, die Gerhard gewählt hat. Ich habe dann da angerufen, um zu wissen, wer
55:56dran ist.
55:57Ja, und?
55:59Es war der Schwiegersohn von Herrn Lohmann. Ich habe ihn dann gefragt, warum mein Mann ihn angerufen hat.
56:05Und was hat er gesagt?
56:08Er hat gesagt, er erklärt es mir später.
56:13Vielleicht ist das ja seine Art, sich von einer Erklärung zu drücken.
56:17Hane?
56:18Großes Aufgeburt.
56:19Genau. So, hilfst du mal bitte.
56:24Das ist komisch, dass du dich jetzt plötzlich bei diesem Kongress wieder dabei haben wollen?
56:28Anni, du weißt, ich bin kein Angeber, aber ich bin vielleicht doch wichtiger, als du denkst.
56:36Lothar?
56:38Du bist so viel unterwegs.
56:42Manchmal habe ich das Gefühl, ich kenne dich überhaupt nicht richtig.
56:45Du hast recht.
56:47Doch alles zu seiner Zeit.
56:51Alles zu seiner Zeit.
56:53Alles zu seiner Zeit.
57:09Tag, Herr Hintze.
57:11Ja?
57:12Ist Ihre Frau zu Hause?
57:14Ja, natürlich. Die ist um.
57:16Danke.
57:19Ach, Herr Hintze. Können Sie mir sagen, wie spät es ist?
57:28Hey, noch. Komm, komm, komm, komm, komm, komm.
57:40Bravo!
57:54Musik
58:23Musik
58:42Musik
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