- vor 16 Minuten
Oberinspektor Derrick - Horst Tappert /
Drehbuch - Herbert Reinecker /
Regie - Theodor Grädler
Drehbuch - Herbert Reinecker /
Regie - Theodor Grädler
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TVTranskript
00:00Ich bin sicher, dass ich im Namen aller Zuhörer spreche,
00:28wenn ich Ihnen Dank sage für den hervorragenden Kunstgenuss, den Sie uns bereitet haben.
00:33Und nun bitte ich alle nebenan zum Buffet.
00:58Ah, das ist nett. Danke sehr.
01:19Hat es Ihnen gefallen?
01:24Oh ja, sehr gut. Wir haben es geschafft, den Mann hierher zu bekommen.
01:28Er hat einen großen Namen und das zu Recht.
01:30Ich habe ihn gut bezahlt.
01:32Ach so.
01:33Das ist Herr Sauters.
01:35Herr Sauters, guten Abend.
01:36Ich habe ihm erzählt, dass Sie Kriminalkommissar sind, was ihn sehr interessiert hat.
01:41Ich fürchte, er hat die Absicht, Sie in Beschlag zu nehmen.
01:43Sagen Sie mir Bescheid, falls er Ihnen lästig wird.
01:47Ich werde um Hilfe rufen.
01:48Ich werde ihn nicht strapazieren.
01:50Bis nachher.
02:01Ach, mein Kompliment, Sie waren großartig. Vielen Dank.
02:04Es ist so, Ihr Beruf interessiert mich.
02:10Ah ja.
02:11Fasziniert mich.
02:12Sie sind wirklich Leiter einer Mordkommission.
02:14Ja, aber so faszinierend ist es nicht.
02:16Nein, ist Mord denn für Sie so etwas Alltägliches?
02:19Nein, das nun auch wieder nicht.
02:21Ja, die Menschen kehren einem immer ihre Fassaden zu, ihre Außenseiten, die hervorragend aussehen, weil sie sehr sorgfältig gepflegt werden.
02:28Haben Sie auch so eine Außenseite?
02:29Ja, wahrscheinlich habe ich auch so eine.
02:31Ja, Sie haben ja mehr zu tun mit dem, was sich hinter den Fassaden befindet.
02:35Ja, ja, so ist es.
02:37Vorne befindet sich die reine Höflichkeit.
02:42Aber dahinter beginnt sie, die irrsinnige, düstere, aufregende Landschaft des Menschen.
02:47Vielleicht ein bisschen bombastisch ausgedrückt, aber das ist nicht falsch, nicht falsch.
02:51Ich sage es Ihnen ganz ehrlich, ich wollte mir einen Eindruck verschaffen, wer Sie sind.
02:54Haben Sie herausgefunden, ja?
02:56Ja, ich glaube ja.
02:57Hätten Sie mal Zeit, mich zu besuchen?
02:59Ich möchte Ihnen meinen Mörder vorstellen.
03:04Na, hat er Sie gelangweilt?
03:07Nein.
03:08Das nun wirklich nicht.
03:17Klein?
03:19Ja?
03:20Ja, wenn Sie mal mitbewarten, bitte.
03:22Stefan, Telefon.
03:29Einer Sauters möchte ich sprechen.
03:30Sauters?
03:31Er hat nicht gesagt, warum.
03:32Ah, er hat mich gefragt, ob er mir bei Gelegenheit mal seinen Mörder vorstellen darf.
03:36Was, aber das ist doch ein Witz.
03:37Ja, ja.
03:38Ja, der Rick?
03:46Ich bin es, Sauters.
03:47Haben Sie den Klavierabend noch in Erinnerung?
03:50Ja, und Sie auch.
03:52Sie haben nicht vergessen, was ich Ihnen gesagt habe?
03:55Nein, dazu war es eigentlich viel zu originell.
03:57Sie wollten mir Ihren Mörder vorstellen.
04:00Nun, äh, haben Sie mich überhaupt ernst genommen?
04:03Ernst, ich fand es eigentlich sehr witzig, sagen wir mal.
04:09Hätten Sie heute Abend Zeit?
04:11Ja, wollen Sie mich einladen?
04:12Es wird nicht lange dauern.
04:13Wir nehmen einen Drink zusammen.
04:15Und Sie sehen sich den Mann an, der, ich habe es Ihnen gesagt, mich umbringen wird.
04:21Passt es Ihnen heute Abend um 8 Uhr?
04:24Parkstraße 14.
04:33Was heißt, er verrückt?
04:35Ich weiß nicht.
04:45Das ist mein Zuhause.
04:47Gefällt es Ihnen?
04:48Oh, doch.
04:49Ja, ja.
04:51Es hat alles sein Geld gekostet.
04:55Sie haben sich erkundigt, wer ich bin.
04:57Ja, ich habe mich erkundigt, natürlich.
05:00Und, was hat man Ihnen gesagt?
05:01Dass Sie ein erfolgreicher Geschäftsmann sind.
05:04Naja, sowas könnte man ja auch abfällig sagen.
05:07So, als wollte man zu verstehen geben.
05:09Vorsicht, der Sautas ist ein gerissener Hund.
05:12Als Geschäftsmann bin ich ein gerissener Hund.
05:15Und ich stehe dazu.
05:16Trinken Sie einen Whisky mit?
05:17Ich trinke einen Whisky mit.
05:22Wenn Ihnen Leute sagen, der Sautas ist ein unangenehmer Zeitgenosse,
05:28dann lassen Sie sich nicht irritieren.
05:30Denn die Leute haben recht.
05:34Ich war es immer.
05:36Von Anfang an und bis heute.
05:39Na, fein, dann zeigen Sie mir mal Ihren Mörder.
05:42Och, der kommt schon noch.
05:44Meine Frau.
05:45Aha.
05:46Sie hat Ihren Hausschlüssel nicht dabei.
05:48Und dann hubt sie.
05:49Auf ihr Wohl.
05:52Hm.
05:53Sie hören schon heraus, dass sie jetzt ärgerlich ist.
05:55Eine fantastische Frau.
05:58Rassig, hübsch.
05:59Eine Schönheit.
06:01Viel jünger als ich.
06:02Und sehr vital.
06:04Ich gehe jetzt erst mal zur Tür.
06:06Bitte nehmen Sie doch Platz.
06:07Vielen Dank.
06:07Wie lange dauert das, bis du aufmachst?
06:18Willst du den Wagen in der Garage?
06:20Ja, gerne.
06:23Ich habe einen Gast, den ich dir vorstellen möchte.
06:27Was für ein Gast?
06:28Ich sage dir ja, ich werde ihn dir vorstellen.
06:30Das ist Oberinspektor Derek.
06:35Er ist bei der Kriminalpolizei.
06:37Er leitet eine Mordkommission.
06:39Und das ist meine Frau.
06:40Guten Abend.
06:41Guten Abend.
06:41Sie kommt gerade aus der Stadt.
06:43Von wo kommst du?
06:44Du sagst es ja.
06:45Aus der Stadt.
06:48Leiter der Mordkommission.
06:50Ja, ja.
06:51Und Sie sind ein Bekannter meines Mannes?
06:53Na ja, ein Bekannter.
06:54Wir haben uns jetzt kürzlich.
06:55Das war vor ein paar Tagen.
06:56Wir haben uns kennen gelernt bei einem Klavierkonzert.
06:58Du erinnerst dich vielleicht.
07:01Du warst mit eingeladen.
07:02Aber du hattest ja keine Zeit.
07:05Ja, ja, ich weiß.
07:06Der Derek machte einen großen Eindruck auf mich.
07:09Dieses Metier, ein ständiger Umgang mit Mord und Mördern.
07:14Ich habe ihm gesagt, dass ich das aufregend finde.
07:17Und ihn eingeladen, mich zu besuchen.
07:20Uns zu besuchen.
07:22Da hast du einen Fehler gemacht.
07:24Nämlich den, mir nichts davon gesagt zu haben.
07:26Kann ich irgendwas für Sie tun?
07:31Ich sehe, haben Sie schon einen Drink?
07:34Möchtest du auch einen Drink?
07:36Bitte, bleib ein paar Minuten.
07:38Meine Frau hat sonst ihr eigenes Reich.
07:40Oben, im ersten Stock.
07:42Sie zieht sich da gern zurück.
07:43Auf die Länge eines Drinks.
07:45Ist ja schon gut.
07:48Weißt du,
07:49Herr Derek
07:50kennt sich aus in
07:53in schlechten Menschen.
07:55Schlechte Menschen
07:58sind für ihn normale Menschen.
08:01Oder sehen Sie das anders?
08:03Ja, sehe ein bisschen anders.
08:06Was denn?
08:08Ist der Mensch nicht von Haus aus schlecht?
08:09Das ist Ihre Meinung.
08:11Aber ja, das ist meine Meinung.
08:12Wie siehst du das?
08:13Ist der Mensch von Haus aus schlecht?
08:15Hören Sie sich einmal an, was Sie dazu sagt.
08:16Ich verstehe die Frage nicht ganz.
08:17Jetzt könnte man natürlich sagen,
08:19kein von Haus aus schlechter Mensch
08:20versteht die Frage nicht.
08:22Bitte fall jetzt nicht über mich her.
08:23Darf ich Sie mal was fragen?
08:26Natürlich.
08:27Nehmen Sie meinen Mann
08:28und sein Geschwätz eigentlich ernst?
08:29Ach, wissen Sie, ernst.
08:30Ich nicht.
08:32Das Harald.
08:33Meine Waage steht noch vor der Garage.
08:34Gib mir den Autos.
08:37Da kommt mein Sohn.
08:39Nehmen Sie mein Geschwätz ernst?
08:41Na, ich denke,
08:42Sie werden einen Grund dafür haben.
08:44Eine gute Antwort.
08:45Die beweist,
08:46ich habe mich nicht in Ihnen getäuscht.
08:48Was höre ich?
08:49Wir haben einen Kriminalkommissar zu Besuch.
08:51Ich bin Harald Sauters.
08:52Guten Abend.
08:54Ist er etwa dienstlich hier?
08:55Was bedeuten würde,
08:56müssen wir nett zu ihm sein?
08:59Das ist mein Sohn Harald.
09:00Wir haben einen lockeren Umgangston.
09:02Es macht ihm nichts aus,
09:03dass er ihn für missraten halte
09:04und ich nehme es hin,
09:06dass er mich für einen Idioten hält.
09:08Ist das etwa ein Gesprächsthema zwischen Ihnen?
09:10Ich meine,
09:11muss ich dazu Stellung nehmen?
09:12Dein Drink, meine Liebe.
09:17Ulrich.
09:18Jetzt blockiere ich die Garage.
09:19Das ist Ulrich Kemp,
09:22mein Kompagnon.
09:23Er wohnt hier im Haus.
09:25Oben.
09:25Im ersten Stock.
09:27Sag ihm doch bitte,
09:28dass ich einen Kriminalkommissar mitgebracht habe.
09:35Tja,
09:36mehr Leute wohnen hier nicht.
09:37So lernen Sie alle kennen.
09:40Kriminalkommissar?
09:40Ich habe schon gefragt,
09:41ob er dienstlich hier ist,
09:42aber er ist nur ein Bekannter von meinem Vater.
09:43Ja.
09:43Ja.
09:49Mein Name ist Kemp.
09:51Ah ja.
09:52Guten Abend.
09:54Guten Abend.
09:55Hast du ihm schon von mir erzählt?
09:57Ich sagte,
09:57dass du mein Kompagnon bist.
09:58Willst du einen Drink mit uns nehmen?
10:00Nein, danke.
10:01Ich möchte nach oben.
10:02Ich muss da was tun.
10:03Und vor allem nicht stören.
10:06Guten Abend.
10:08Komm mit.
10:10Ach ja, mein Drink.
10:12Entschuldigung.
10:15Oder muss ich ihn hier trinken?
10:16Nein, nein.
10:17Die nur nach oben.
10:26Tja.
10:28Wir haben hier nicht die nötige Ruhe.
10:29Gehen wir mal in mein Arbeitszimmer?
10:31Gerne.
10:46Sie wollten mir einen Mörder vorstellen.
10:49Haben Sie es vergessen?
10:50Nein.
10:56Kommst du mal da runter?
11:16Er lässt fragen, ob es wirklich wichtig ist.
11:22Er soll sich die kleine Mühe machen.
11:24Nur ein paar Minuten.
11:38Der, der jetzt kommt, ist es.
11:40Entschuldige, dass ich dich störe.
11:48Du hattest einen anstrengenden Tag.
11:50Ja, das hatte ich.
11:51Er ist ein prachtvoller Arbeiter in der Firma,
11:53die ihm jetzt zur Hälfte mitgehört.
11:55Ein tüchtiger Mann mit einem klugen Kopf,
11:57den er auch zu gebrauchen weiß.
11:58Und mit der nötigen Unerschrockenheit,
12:02auf die es im Leben ja ankommt.
12:03Ich sage doch nichts Falsches,
12:04wenn ich von deiner Unerschrockenheit rede.
12:06Hat es irgendeinen Sinn, darüber zu reden,
12:08wie tüchtig und unerschrocken ich bin?
12:11Geh nur wieder nach oben.
12:14Was soll dieser Auftritt?
12:15Kannst du mir das mal sagen?
12:16Ich wollte dich nur vorstellen.
12:18Und das habe ich getan.
12:20Und jetzt geh nach oben.
12:33Was für einen Eindruck haben Sie von ihm?
12:35Na ja, er ist selbstsicher, fühlt sich hier zu Hause
12:38und weiß, was er will, nehme ich doch an.
12:41Großartig.
12:43Sie sind bestimmt ein Ass in Ihrem Beruf.
12:44So.
12:45Ich erzähle Ihnen jetzt, wie ich ihn kennengelernt habe.
12:48Aber vorher möchte ich Ihnen noch etwas sagen.
12:53Ich bin das Gegenteil von einem guten Menschen.
12:57Die sogenannten guten Menschen machen sich nämlich etwas vor.
13:01Sie verleugnet sich selber und das, was wirklich in Ihnen ist.
13:05Kälte, Grausamkeit, Egoismus.
13:09Sagen Sie mir, wenn Sie anderer Ansicht zünden.
13:11Nein, jeder hat seine Schwierigkeiten.
13:13Nein?
13:15Mein Mörder.
13:18Ich lernte ihn kennen,
13:21im Spätsommer vor drei Jahren,
13:23als er in Schwierigkeiten war.
13:26Ich traf ihn nachts auf einer U-Bahn-Station.
13:38Er fiel mir auf,
13:39weil er ziemlich dicht an der Bahnsteigkante stand.
13:41Ich sagte mir,
13:46jetzt wirst du gleich was erleben.
13:49Das ist ein Lebensmüder,
13:50der sich vor den Zug stürzen wird.
13:54Diese Art, sich das Leben zu nehmen,
13:56muss eine große Anziehungskraft haben,
13:59die ich zwar nicht verstand,
14:00aber was soll's.
14:03Ich dachte,
14:04er wird schon wissen, was er tut.
14:06Der Zug kam,
14:10aber mein Freund sprang nicht.
14:13Man saß, er war in den Startlöchern.
14:16Aber er lieb drin sitzen.
14:18Eine Art Fehlstand.
14:32Zeigbar.
14:36Eins war ganz offensichtlich.
14:40Er hatte seinen Plan nicht aufgegeben.
14:42Er wartete auf den nächsten Zug.
14:45Da bin ich hingegangen zu ihm.
14:49Verzeihen Sie, dass ich mich einmische.
14:52Aber ganz offensichtlich
14:53haben Sie den richtigen Zeitpunkt verpasst.
14:58Was wollen Sie von mir?
15:01Nichts Besonderes.
15:03Ich habe Sie beobachtet und denke,
15:04dass das,
15:07was Sie zu tun vorhaben,
15:09absolut idiotisch ist.
15:15Was ich zu tun vorhaben?
15:17Naja, Sie wollen sich das Leben nehmen.
15:19Verstehen Sie mich recht,
15:20ich will Sie nicht daran hindern.
15:22Ich will Ihnen nur sagen,
15:24dass Sie offensichtlich schwachsinnig sind.
15:26Warten Sie.
15:42Schwachsinnig, haben Sie gesagt.
15:44Kommen Sie mit.
15:45Da wusste ich.
16:01Jetzt habe ich ihn am Hals.
16:04Jetzt will er über
16:05sein Problem mit mir sprechen.
16:07Und der Mann, der dabei war,
16:08sich das Leben zu nehmen,
16:09der interessierte Sie gar nicht daran.
16:10Sie wollten ihn auch gar nicht daran hindern,
16:12sich das Leben zu nehmen.
16:13Tja, warum sollte ich?
16:16Es lag mir nur daran,
16:17ihm zu sagen,
16:17dass er ein Idiot ist.
16:19Hat er Ihnen von seinen Problemen erzählt?
16:21Oh ja.
16:23Und es war absolut banal.
16:25Eine Liebesgeschichte.
16:26Ein Mädchen bekam ein Kind von ihm.
16:28Ein Mädchen,
16:29das er nicht liebt,
16:29aber heiraten sollte.
16:31Er fühlte sich schuldig.
16:32Man sagt ihm,
16:32was er schuldig sei.
16:33Sie wissen doch,
16:35man muss einem Menschen nur sagen,
16:36dass er schuldig sei.
16:37Und dann können Sie alles mit ihm machen.
16:39Die Schuld.
16:40Selbst die Eingebildete
16:42treibt ihn auch an eine Bahnsteigkante.
16:46Ich nahe ihn also mit.
16:48Ich sagte,
16:49los,
16:49kommen Sie.
16:52Werden Sie los,
16:52was Sie auf dem Herzen haben.
16:55Wir suchten die nächstbeste Kneipe auf.
16:57Ich habe mir alles angehört.
17:02Und dann habe ich nur den Kopf geschüttelt.
17:07Und das nennen Sie ein Problem.
17:11Dass Sie sich wie einen Strick
17:13um den Hals legen.
17:21Jetzt sagen Sie mir mal,
17:22wer Sie sind.
17:25Schulbildung, Abitur.
17:25Ja.
17:28Studiert.
17:32Betriebswirtschaft.
17:32Ich bin Betriebswirt.
17:34Allerdings ohne Anstellung.
17:39Ich meine,
17:40ich lebe in ganz bescheidenen Verhältnissen.
17:43Und wenn Sie sagen,
17:44dass ich mir da etwas um den Hals lege,
17:46dann ist es das.
17:51Keine Arbeit,
17:52kein Geld
17:53und keine Aussicht auf Besserung.
18:00Aber überhaupt keine.
18:02Wissen Sie,
18:03was mir an Ihnen gefällt?
18:05Dass Sie anfangen,
18:06sich aufzuregen.
18:07Ihre Vitalität kehrt zurück.
18:18Wo wohnen Sie denn?
18:19Ich habe ein möbliertes Zimmer.
18:23Darf ich mir das ansehen?
18:30Ich bin es,
18:31Frau Sassner.
18:33Mit wem sprechen Sie?
18:35Mit meiner Zimmerwirtin.
18:36Sie will es so,
18:37dass jeder, der hereinkommt,
18:38sich laut zu erkennen gibt.
18:39Und da melden Sie sich?
18:41Ja.
18:42Als Sie es so will.
18:45Ja, das sag ich doch.
18:45Und Sie machen immer das,
18:47was jemand von Ihnen will.
19:04Ich sah mir alles an.
19:06Übliches,
19:07nur Übliches.
19:08Fotos an der Wand,
19:09gerahmte Urkunden,
19:11Fußball oder so etwas.
19:12Um Himmels Willen dachte ich.
19:15Ein naiver,
19:17gehorsam gegen Gott
19:18und seine Zimmerwirtin.
19:23Ich machte,
19:24dass ich davon kam.
19:26Ich sage Ihnen ehrlich,
19:27was ich dachte.
19:29Die Welt hätte nicht viel verloren,
19:30wenn er gesprungen wäre.
19:31Und jetzt ist er Ihr Kompagnon,
19:33wohnt in Ihrem Haus.
19:35Wo?
19:35Na ja,
19:37staunen Sie nur.
19:39Ich staune auch.
19:41Ich verließ ihn
19:42und ging die Treppe hinunter.
19:52Ich machte einen Fehler.
19:55Ich ging nochmal zurück.
19:56Ich mache einen Fehler.
20:05Ich bin das nochmal,
20:16Frau Sassner.
20:17Können Sie mir bitte
20:18Ihre Telefonnummer geben?
20:20Meine Telefonnummer?
20:21Ja.
20:26568-188.
20:28Ich habe mich nochmal
20:30mit ihm getroffen.
20:31Sie sehen ja,
20:34was daraus geworden ist.
20:37Ach,
20:37du hast noch Besuch.
20:39Wie du siehst.
20:40Ich hätte etwas
20:41Geschäftliches
20:42mit dir zu besprechen.
20:43Aber nein,
20:43ich wollte ja gerade gehen.
20:44Nein, nein,
20:45ich wollte jetzt nichts stören.
20:47Bleib nur hier,
20:47darf ich Sie hinausbeleiten?
20:48Das ist sehr lieb von Ihnen.
20:50Vielen Dank.
20:52Ich bin gleich zurück.
20:58Ich werde mich
20:59noch bei Ihnen melden.
21:00Irgendwie.
21:02Heute wollte ich Ihnen
21:03nur vorstellen.
21:05Ihren Mörder, ja.
21:07Ich sagte es Ihnen.
21:08Ja.
21:09Kommen Sie gut nach Hause.
21:11Danke.
21:12Gute Nacht.
21:13Gute Nacht.
21:21Und er sagte,
21:22der wird es sein,
21:24mein Mörder.
21:26Ja.
21:28Vielleicht meine ich das.
21:29im übertragenen Sinne.
21:31Nein.
21:33Ich glaube nicht,
21:34dass er es so gemeint hat.
21:37Es wäre nicht das erste Mal,
21:39dass wir es mit einem
21:39Verrückten zu tun haben.
21:41Ja, schon richtig.
21:43Aber ich weiß nicht,
21:43wie ich das Ganze
21:44einordnen soll.
21:45Es ist gerade ein Wort gemeldet worden.
21:51Jemand wurde erschossen.
21:53Angeblich ein ganz bekannter Mann,
21:55ein Kaufmann.
21:56Äh,
21:57Sauters.
21:57Sauters?
21:58Lass mal sehen.
22:02Sauters.
22:03Ich habe dir erzählt,
22:03von mir
22:04er ist ermordet worden.
22:07Der Mann hat also recht gehabt.
22:13Und wenn er recht hat,
22:15haben wir dann auch seinen Mörder.
22:17Ist es der,
22:18den er dir vorgestellt hat?
22:21Wo ist er ermordet worden?
22:23In seiner Jagdhütte.
22:24Wo seid ihr jetzt?
22:32Wir fahren gerade
22:33an einer Kapelle vorbei.
22:34Ach,
22:35dann habt ihr es ja gleich.
22:36Noch ein paar hundert Meter,
22:38dann rechts
22:38in den Forstweg hinein.
22:40Und ihr seht dann
22:41links ein Gehöft.
22:42Da bin ich.
22:43Richtig verstanden.
22:54Von hier aus sind es noch
22:58circa zweihundert Meter
22:59bis zur Jagdhütte.
23:00Man muss durch
23:01einen Gatter hindurch.
23:02Angerufen wurde hier
23:03vom Gehöft.
23:05Da wohnt ein Waldarbeiter,
23:06der Telefon hat.
23:08Wer hat den Toten gefunden?
23:11Ach,
23:12dieser Mann da.
23:16Das gibt's doch nicht.
23:18Wieso,
23:18was ist?
23:19Das ist der Mann,
23:20der mir Sauters
23:21als seinen Mörder
23:22vorgestellt hat.
23:23Sie,
23:24Herr Derrick,
23:25untersuchen Sie den Fall?
23:26Ja,
23:27das ist mein Kollege
23:28ins Weckler Kleintag.
23:29Wir haben uns doch
23:30vor ein paar Tagen
23:31erst gesehen.
23:31Richtig.
23:33Und jetzt?
23:35Das Autos ist tot,
23:36liegt in der Jagdhütte
23:37auf dem Boden
23:37und ist tot.
23:39Man sagte mir,
23:40Sie haben den Toten gefunden.
23:42Was gefunden?
23:43Ich war dabei.
23:45So gut wie dabei
23:46beim Mord.
23:49Kommen Sie,
23:49lassen Sie uns reingehen.
23:50Kommen Sie.
23:53Das ist Herr Schönlechner,
24:02er ist Waldarbeiter
24:04und Jagdaufsier.
24:06Ich muss jetzt was erklären.
24:08Die Hütte liegt
24:09etwa 200 Meter
24:10von hier im Wald.
24:11Man muss durch
24:12einen Gatter hindurch,
24:13das immer abgeschlossen ist.
24:14Wenn man also zur Hütte will,
24:15kommt man zuerst hierher,
24:16holt sich von Herrn Schönlechner
24:18den Schlüssel
24:18und lässt den Wagen hier stehen
24:20und geht zu Fuß weiter.
24:22Das stimmt.
24:24Ich war auf
24:25mal halbem Wege,
24:28als ich Schüsse hörte.
24:30Erst einen
24:30und dann noch einen.
24:32Wissen Sie,
24:32Schüsse im Wald
24:32sind nichts Besonderes.
24:35Ich wunderte mich nur,
24:36weil
24:36es war sehr nah.
24:40Gut, ich ging weiter,
24:44nichts Böses ahnt,
24:45mach die Tür zur Hütte auf
24:47und da liegt's autos
24:47auf dem Boden
24:48und ist tot.
24:51Ich lief sofort hierher zurück
24:52und sagte zu Herrn Schönlechner,
24:54es muss was passiert sein,
24:55wir müssen die Polizei rufen.
24:57Waren das meine Worte?
25:00Ja.
25:00Also gut,
25:03dann schauen wir uns das mal an.
25:05Arifa,
25:05du mit Berge voraus,
25:06wir gehen zu Fuß.
25:26Wo haben Sie
25:27die Schüsse gehört?
25:30Hier,
25:38hier war's.
25:40Hier war's.
25:41Na, von hier kann man
25:42die Hütte noch nicht sehen.
25:44Aber sie ist nicht weit weg.
25:46Also,
25:47Sie haben zwei Schüsse gehört,
25:48sonst nichts.
25:49Sie haben nichts gesehen.
25:51Das wäre wohl wichtig,
25:52was?
26:00Also,
26:07Sie kamen zur Hütte.
26:09War die Tür zu?
26:12Ja, ja,
26:13die Tür war zu.
26:14Ich dachte nämlich noch,
26:15wenn er jetzt im Wald herumschießt,
26:18was ich meine auf der Jagd ist,
26:19dann wird er wohl abgeschlossen haben
26:20und ich,
26:20ich stehe hier herum.
26:22Aber die Tür war nicht abgeschlossen.
26:26Mhm.
26:29Na,
26:29kommen Sie.
26:32Wie sieht's denn aus?
26:33Sind Totenflecke vorhanden?
26:35Die sind bereits wohl ausgeprägt.
26:37Mhm.
26:37Er wurde erschossen.
26:53Zwei Schüsse in die Brust.
26:57Na,
26:57Sie wissen ja wohl,
26:58auf welchen Gedanken
26:59ich jetzt kommen muss,
27:00nicht?
27:02Nein,
27:03sagen Sie ihnen mir.
27:05Haben Sie Sautas,
27:06Ihren Kompagnon,
27:08den Mann,
27:08der da liegt,
27:10haben Sie den erschossen?
27:14Das ist ja eine wahnsinnige Frage,
27:16die Sie da stellen.
27:18Ich habe diesen Mann,
27:18der da liegt,
27:19wie Sie sagen,
27:20nicht erschossen.
27:22Nein,
27:22absolut nein.
27:26Besitzen Sie eine Waffe.
27:28Waffe?
27:29Ja.
27:30Ja,
27:31ich habe eine Pistole.
27:33Wissen Sie,
27:33wo die liegt?
27:35In meinem Büro.
27:36Im Schreibtisch.
27:39Und da liegt sie noch.
27:42Im Schreibtisch?
27:43Im Schreibtisch?
27:43Ich finde,
27:51ich finde da keine Pistole.
28:14Ja, aber sie muss da liegen.
28:15Nein,
28:16da ist keine.
28:17Wieso fragst du noch eine Pistole?
28:20Weil ein Mann tot ist.
28:22Weil jemand ihn erschossen hat.
28:27Sie findet sie nicht.
28:29Was nichts bedeutet.
28:31Wir werden zusammen in die Firma fahren
28:32und dort wird sie liegen.
28:34Herr Schönlechter,
28:35haben Sie heute Morgen
28:36von Herrn Saunders gesehen?
28:38Ja,
28:38am Morgen.
28:40Er holte sich Milcheier
28:41und Speck.
28:43Und er sagte,
28:43ich erwarte meine Kompagnon.
28:46Und dann sagte er noch,
28:48es kann sein,
28:48dass es bei uns heute
28:49sehr laut wird.
28:51Ich habe eine schwierige
28:52Unterredung mit Herrn Kemp.
28:54Es kann sein,
28:55dass er mir an den Kragen will.
28:57Vielleicht muss ich Sie,
28:58Herr Schönlechner,
28:59um Hilfe bitten.
29:01Sind Sie verrückt,
29:01Schönlechner?
29:10Ich muss Sie mitnehmen
29:11ins Präsidium.
29:14Machen Sie, was Sie wollen.
29:15Sie werden sich bei mir
29:16entschuldigen müssen.
29:17Darf ich mit meinem Wagen fahren?
29:18Sie steigen bei uns ein.
29:20Dann soll ich den Wagen hier stehen lassen.
29:21Ich fahre Ihnen doch nicht davon.
29:22Ist Ihr Wagen abgeschlossen?
29:23Ja, er ist abgeschlossen.
29:24Nehmen Sie mir die Autoschüsse.
29:25Wozu?
29:26Geben Sie mir die Schlüssel.
29:42Was bedeutet das?
29:55Zwei Patronen fehlen.
30:11So, Stefan.
30:13Es ist die Mordwaffe.
30:15Wir haben den Täter.
30:16Ich frage mich nur,
30:17warum er leugnet?
30:19Wir haben noch nie
30:19jemanden klar überführt.
30:21Haben wir?
30:21Jetzt will ich dir mal sagen,
30:25was mich stört an der ganzen Sache.
30:27Der Tote stört mich.
30:28Mich stört, was er gesagt hat.
30:30Mich stört, wie er es gesagt hat.
30:31Nebenbei, so nach einem Klavierkonzert.
30:34Du, ich habe das Gefühl,
30:35der macht sich lustig über mich.
30:36Über dich,
30:37ach was, über uns.
30:38Ich habe keine Ahnung.
30:39Ich glaube,
30:40der will noch mit dem Spaß
30:41ab ins Jenseits.
30:44Herr Kemp ist da.
30:45Das soll reinkommen.
30:46Willst du ihn verhören?
30:50Er hat noch nicht gestanden,
30:51also verhöre ich ihn noch.
31:03Ich glaube,
31:03ich lasse dich besser allein mit ihm.
31:16Setzen Sie sich.
31:38Wollen Sie es noch mal hören,
31:40dass ich nicht der Mörder bin?
31:41Sie haben mal in einer U-Bahn-Station
31:44ganz vorne an der Bahnsteigkante gestanden,
31:47mit der Absicht,
31:47sich vor den Zug zu werfen.
31:52Woher wissen Sie das?
31:54Hinter Ihnen stand ein Mann.
31:56Sautas.
31:57Er hat sie beobachtet.
31:58Er hatte nicht etwa die Absicht,
32:00sich daran zu hindern,
32:01das zu tun,
32:02was sie sich da vorgenommen hatten.
32:04Aber schließlich ging er auf sie zu.
32:06Er sagte zu ihnen,
32:07dass er ihre Absicht
32:08für völlig idiotisch halte.
32:11Waren Sie dabei?
32:13So gut wie.
32:16Und dann sind Sie zusammen
32:17in ein Lokal gegangen.
32:23Sie erzählten ihm Ihre Geschichte.
32:25Arbeitslose Akademiker,
32:27kein Geld in absoluter Notlage,
32:28dazu noch eine Frau,
32:29der Sie ein Kind gemacht hatten.
32:31Na ja,
32:32immerhin sind das Probleme,
32:33die sich Ihnen wie ein Strick
32:34um Ihren Hals gelegt hatten.
32:36Ist das richtig?
32:44Das mit dem Strick um den Hals.
32:47Er ist dann mit Ihnen
32:48in Ihre Wohnung gegangen.
32:50Langer Flur,
32:51viele Türen.
32:53Sie riefen laut,
32:54Frau Sassner.
32:54Ich bin ganz Frau Sassner.
32:56Sautas fragte,
32:57warum tun Sie das?
32:58Und Sie sagten,
32:59jeder muss sich hier laut melden.
33:00Denn Sie will wissen,
33:03wer da reinkommt.
33:04Hören Sie auf.
33:07Sautas verließ Ihre Wohnung
33:08und ging die Treppe hinunter.
33:11Er kam aber wieder zurück
33:12und sagte zu Ihnen,
33:14geben Sie mir Ihre Telefonnummer.
33:19Könnten Sie mir
33:20was zu trinken geben?
33:22Ja, ja, natürlich.
33:24Sautas bezeichnete sich selbst mal
33:26als einen unangenehmen Zeitgenossen
33:28und war der Meinung,
33:30jeder Mensch sei von Haus aus schlecht
33:32und man tue gut daran,
33:34das zu akzeptieren
33:35und selbst schlecht zu sein
33:37im Sinne von rücksichtslos,
33:39mitleidlos.
33:41Der Sinn des Lebens
33:42bestünde eigentlich darin,
33:44nur gut gegen sich selbst zu sein.
33:50Sautas hatte sich entschlossen,
33:57Ihnen das beizubringen.
34:00Na?
34:03Hören Sie,
34:04ich weiß nicht,
34:04woher Sie das alles wissen,
34:07aber Sie haben recht.
34:11Wo haben Sie sich dann getroffen?
34:15In seinem Büro,
34:17in seiner Firma.
34:17er stellte mir ein paar Fragen.
34:23Wie alt ist denn die Frau?
34:2718.
34:28Das ist ja noch ein Kind.
34:32Geben Sie dieses Mädchen?
34:33Warten Sie,
34:33ich werde es Ihnen sagen.
34:35Sie sind da reingeraten,
34:37eine Beziehung
34:38ohne größere Bedeutung.
34:40Es war sehr bequem für Sie.
34:42Sie hatte nur leider eine Folge,
34:44ein Kind.
34:45Ist das so?
34:46Ja, so ist es.
34:51Das Mädchen hat Familie,
34:53Eltern.
34:54Und die rücken Ihnen jetzt
34:55auf den Leib, wie?
34:57Ja.
35:00Jetzt lernen Sie erst einmal etwas.
35:03Vergessen Sie Ihr Gefühl.
35:05Und merken Sie sich eins.
35:06Gefühl ist eine Fessel.
35:09Gefühl verdirbt den Verstand.
35:12Gefühl verdirbt den Verstand.
35:14Na ja,
35:15ich habe schon viel Blödsinn gehört
35:16in meinem Leben.
35:19Mir leuchtete es ein.
35:21Der Mann hat recht.
35:22Der weiß es besser als du.
35:26Der kennt sich aus.
35:28Und dann haben Sie sich
35:29von den Mädchen getrennt.
35:30Wie?
35:31Was heißt wie?
35:32Wie heißt wie?
35:33Wie haben Sie es gemacht?
35:34Ich möchte gerne wissen, wie.
35:36Na, ich bin hingegangen.
35:43Machen Sie es kurz und bündig.
35:45Und vor allen Dingen,
35:46weinen Sie nicht dabei.
35:47Kommen Sie mit drauf?
35:57War er dabei?
36:00Ja, er war dabei.
36:02Er stand da und sah mir zu.
36:06Wie jemand, der wissen wollte,
36:07ob ich meine Lektion gelernt habe.
36:11Es ging dann auch leichter,
36:13als ich dachte.
36:13Sautas hatte recht.
36:18Es ist eine Schwelle,
36:19die man übertreten muss.
36:21Wenn das geschafft ist, dann...
36:23dann geht alles viel leichter.
36:27Ich sagte zu ihr,
36:30es ist Schluss.
36:34Aus und vorbei.
36:35Schluss.
36:39Das muss Ihnen nicht gefallen.
36:43Aber ob Sie es glauben oder nicht,
36:50ich war irrsinnig erleichtert.
36:56Ja und,
36:56was hat denn unser Autos
36:57mit dem Mann gemacht,
36:58der da gerade
36:59seine Gesellentrüfung abgelegt hat?
37:01Er nahm mich mit in die Firma.
37:07Er stellte mich
37:08seinen Mitarbeitern vor.
37:10Sagte,
37:10das ist Herr Kemp,
37:11der jetzt bei uns arbeiten wird.
37:13Er wird klein anfangen
37:16und er hat den Auftrag,
37:18sich hochzuarbeiten.
37:21Wir werden sehen,
37:21was daraus wird.
37:22Er fängt hier an
37:23als reiner Dummkopf,
37:27der zu beweisen hat,
37:29dass er es nicht ist.
37:30Nein.
37:37Ein Dummkopf bin ich nicht geblieben.
37:41Was ich bald gezeigt habe,
37:43auch ihm
37:43und ihm besonders.
37:47Und ganz nach seinem Grundsatz
37:49sei dir selbst der Nächste
37:50und nimm keine Rücksicht.
37:51in zwei Jahren
37:55hatte ich es geschafft.
37:57Saß in einem Büro
37:58neben seinem
37:59und war sein bester Mann
38:02und wurde sein Kompagnon.
38:06Seien Sie sich so bescheiden.
38:08Nicht nur das.
38:09Sie wohnen ja schließlich
38:10auch in seinem Haus.
38:12Stimmt, ich.
38:13In seinem Haus, ja.
38:15Sie gehören zur Familie.
38:17So kann man es sehen,
38:18ja, ich gehöre zur Familie.
38:20Sie haben es weit gebracht.
38:21Man kann einen Kempf abführen.
38:37Kommen Sie bitte.
38:43Moment.
38:47Warum haben Sie eine Waffe im Schreibtisch?
38:51Eine der ersten Ratschläge,
38:54die Sautos mir gab.
38:56Kaum, dass ich in die Firma
38:56eingetreten war.
38:58Legen Sie sich eine Pistole
38:59in den Schreibtisch.
39:01Nicht, dass Sie sie benutzen sollen.
39:03Aber sie verkörpert Aggression.
39:06Die Aggression muss
39:06ein Teil ihrer Person werden.
39:21Na, was ist?
39:39Hat er gestanden?
39:41Nein.
39:44Worüber habt ihr denn dann gesprochen?
39:45Über die merkwürdige Beziehung
39:47zwischen einem Toten
39:48und seinem Mörder,
39:50falls es denn ist.
39:51Ja, aber wie?
39:52Was, falls es denn ist?
39:54Zweifelst du daran?
39:55Na, immerhin ist es
39:56eine Überlegung wert.
39:58Was wäre denn,
39:59wenn, wenn Kemp recht hätte?
40:01Wie?
40:02Wenn er recht hätte?
40:03Na ja, nehmen wir doch mal an,
40:04Kemp lügt gar nicht.
40:05Der ist rausgefahren
40:06zur Jagdgütte,
40:07ist dann zu Fuß
40:08über den Waldweg gegangen,
40:09auf der Hälfte des Weges
40:10hört er zwei Schüsse
40:11und findet den Toten.
40:14Aber Stefan,
40:16da müsste es ja
40:16einen anderen Mörder geben.
40:19Ja.
40:22Ja.
40:26Einen anderen Mörder,
40:27der Sautos erschießt,
40:28während Kemp
40:29auf dem Weg zur Hütte ist.
40:30Ein Mörder,
40:31der sich dann davon macht,
40:32die Mordwaffe im Handschuhfach
40:34vom Wagen von Kemp versteckt,
40:35der abgeschlossen ist,
40:36den wir ja erst
40:37aufschließen mussten.
40:39Also Stefan,
40:40es gibt nur eine
40:41logische Konsequenz.
40:42Kemp ist der Täter.
40:45Ja, aber das könnte
40:46genau das sein,
40:47was Sautos
40:48uns glauben machen will.
40:51Ach so,
40:52das,
40:53das würde ja bedeuten...
40:55Das bedeutet,
40:57mal allgemein gesprochen,
40:58ein bisschen oberflächlich,
41:00Sautos hatte keine Lust
41:01mehr am Leben.
41:02Aber er hatte große Lust,
41:03seinen Kompagnon zu vernichten.
41:05Oh,
41:06das wäre ja perfide.
41:09Ein geplanter Mord.
41:11Ein halber Selbstmord.
41:13Aber den musst du erst mal finden,
41:14der da mitmacht.
41:16Ja, ich gebe zu,
41:16das ist ein schwieriger Punkt.
41:18Aber wenn er einen solchen Mann
41:19gefunden hätte,
41:20dann würde sich alles
41:21ganz leicht erklären lassen.
41:23Wo Kems Waffe lag,
41:25das wusste er,
41:26es war ganz leicht,
41:26für ihn die Ansicht zu nehmen.
41:27Und die Autoschlüsse,
41:28ist ja kein Problem,
41:31davon ein Duplikat
41:32anfertigen zu lassen.
41:33Und wie raffiniert
41:34dem Waldarbeiter zu sagen,
41:37ich habe eine wichtige
41:38Unterhaltung mit Kemp,
41:39vor der ich Angst habe,
41:40es kann ein bisschen laut werden,
41:42möglich,
41:42dass ich ihre Hilfe brauche.
41:44Mhm.
41:45Wie fürs Protokoll geschnitzt.
41:48Ja.
41:50Weiß, Stefan,
41:51das musst du alles
41:52erst mal beweisen.
41:53Ja.
41:55Ja, das weiß ich.
42:04Ich habe mir schon gedacht,
42:05dass Sie mich aufsuchen würden.
42:06Nein, lassen Sie mich
42:07gleich weiterreden.
42:08Herr Kemp
42:09soll meinen Mann ermordet haben.
42:12Hat er das gestanden?
42:13Nein, er hat es nicht gestanden.
42:14Warum soll er es auch gestehen,
42:16denn, was er nicht getan hat,
42:18was er nicht getan haben kann,
42:20weil es keinen Grund dafür gibt.
42:23Oder weißt du, Armin?
42:25Meine Mutter hat recht,
42:26es gibt einfach keinen Grund.
42:29Wir reden über nichts anderes,
42:31wir zerbrechen uns den Kopf.
42:33Aber wir können es uns
42:34einfach nicht erklären.
42:36Herr Kemp wohnt hier im Haus.
42:37Ja.
42:38Zeigen Sie mir mal,
42:39wo er gewohnt hat.
42:41Warum wollen Sie das sehen?
42:43Ja, gut, wie Sie wollen.
42:46Kommen Sie.
42:47Kommen.
42:51Ich wusste gar nicht,
42:52dass er seine Pistole hatte.
42:53Aber gut, gut,
42:54er hatte eine.
42:55Und ich muss glauben,
42:56dass es eine Nordwaffe war.
42:58Aber ich verstehe es nicht,
43:00weil es keinen Grund gibt.
43:02Weit und breit keinen.
43:05Hat es hier im Haus
43:06nie Streit gegeben?
43:08Streit?
43:09Ja.
43:09Nein,
43:11den hat es hier nie gegeben.
43:15Sie wollten wissen,
43:16wo er Kemp gewohnt hat.
43:18Also,
43:19hier oben hat er gewohnt.
43:21Wir haben zusammen gewohnt,
43:22das war es doch,
43:22was Sie wissen wollen.
43:23Das war für meinen Mann
43:26nichts Neues.
43:27Für meinen Sohn auch nicht.
43:30Wir verstanden uns alle ausgezeichnet.
43:33Und Sie haben
43:34die Entscheidung gedacht?
43:37Wenn ich die Absicht gehabt hätte,
43:39mein Mann hätte mich nicht
43:40daran hindern können.
43:42Wenn Sie einen Grund suchen,
43:44warum Herr Kemp
43:45mein Mann hätte töten sollen.
43:48Wissen Sie,
43:49die Firma gehört mir.
43:49Ich hätte meinen Mann
43:51jederzeit
43:51für die Tür setzen können.
43:54Ja,
43:54aber Sie haben mit Ihrem Mann
43:55nochmal darüber gesprochen,
43:56dass seine Ehe mit Kemp
43:58nicht ganz auszuschließen sei.
44:01Ja,
44:01das wusste er.
44:02Wir haben darüber gesprochen.
44:05Er sagte,
44:07dazu wird es nicht kommen.
44:09Nie.
44:14Aber er sagt es
44:15lächelnd.
44:19Harry Sautas war am Ende.
44:23Und zwar durch einen Mann,
44:24der mal in der Bahnsteigkante
44:25gestanden hat,
44:26die jetzt in seinem Haus lebte,
44:27aus dem er nicht mehr
44:28zu vertreiben war.
44:30Kemp aber konnte seinerseits
44:31Sautas jederzeit
44:32aus dem Haus werfen.
44:34Also das bedeutet,
44:35Kemp hatte wirklich
44:36keinen Grund,
44:37Sautas umzubringen.
44:38Sautas aber andererseits
44:40hatte einen Grund,
44:40seinem Schüler mal zu zeigen,
44:42wer der Bessere ist.
44:44Und er hat es ihm bewiesen.
44:47Ein Toter
44:47beweist es ihm.
44:48Na gut,
44:49wenn es so ist.
44:51Wer ist der Mörder?
44:53Das ist doch ein Spiel
44:54auf Leben und Tod.
44:55Und das soll jemand
44:56mitgemacht haben?
44:58Sautas sagte zu mir,
45:01wie fühlen Sie sich jetzt,
45:03Eric?
45:03Ich möchte wissen,
45:04was in Ihrem Kopf vorgeht.
45:05Ich habe Ihnen doch gerade
45:06meinen Mörder vorgestellt.
45:08Harry,
45:08da gibt es immer ein paar Bilder,
45:09die ich parat habe.
45:10Ich bin jetzt Frau Sassner.
45:24Was nennen Sie ein Problem?
45:29Ich sagte,
45:30jetzt ist Schluss.
45:31Aus und vorbei.
45:32Das Mädchen.
45:45Meerbach?
45:46Mein Name ist Derek.
45:47Ich hätte gerne mit Ihnen gesprochen.
45:49Das heißt mit Ihrer Tochter.
45:51Mit Ihrer Tochter Anja.
45:54Mit meiner Tochter Anja.
45:55Kommen Sie rauf.
46:01Ich mache die Tür auf.
46:02Kommen Sie einfach rein.
46:03Kommen Sie einfach rein.
46:33Kommen Sie noch rein.
46:46Sie wollten meine Tochter Anja sprechen?
46:48Ja, ich bin Kriminalbeamte.
46:50Aha.
46:52Aha.
46:54Tja,
46:56wenn Sie wegen meiner Tochter Anja gekommen sind,
46:58dann haben Sie sich vergeblich hierher bemüht.
47:00Meine Tochter ist seit drei Jahren tot.
47:06Seit drei Jahren.
47:08Warum fragen Sie nach ihr?
47:11Woran ist sie gestorben?
47:12An einer Abtreibung.
47:22Es gab eine Infektion,
47:24an der sie dann zugrunde gegangen ist.
47:28Elendiglich.
47:30Das Sterben hat acht Tage gedauert.
47:33Es tut mir leid.
47:47Eine Abtreibung also, ja?
47:48Ja.
47:53Zu der sie sich ganz plötzlich entschlossen hatte.
47:57Und die sie sich leisten konnte,
47:59weil man ihr das Geld dazu gegeben hatte.
48:01Ich kann Ihnen leider nichts anbieten.
48:10Es gibt hier keinen perfekten Haushalt.
48:13Deine Frau lebt nicht mehr.
48:16Sie ist gleich nach meiner Tochter gestorben.
48:19Zu viel.
48:21Für ein Herz, das sowieso nicht das Beste war.
48:23Sie liegen nebeneinander auf dem Friedhof.
48:30Haben Sie sonst noch Angehörige?
48:32Nein, ich lebe allein.
48:35Falls man das noch Leben nennen kann.
48:38Was machen Sie? Arbeiten Sie was?
48:40Ja, ich arbeite als Lektor.
48:44Zu Hause.
48:45Ich kann mir meine Arbeit einteilen.
48:48Der Friedhof, wissen Sie?
48:55Ja, ja, ich verstehe.
49:01Sie sagt, man habe Ihrer Tochter Geld gegeben.
49:04Wissen Sie wer?
49:07Ja.
49:09Der Liebhaber meiner Tochter war ein Student,
49:12der selbst kein Geld hatte.
49:15Er bekam es.
49:16Von wem? Wissen Sie das?
49:18Ja, ich habe es erfahren.
49:25Der Mann hieß Sautas.
49:29Ich habe gerade in der Zeitung gelesen,
49:31dass dieser Mann erschossen worden ist.
49:34Und zwar von dem jungen Mann,
49:37der der Liebhaber meiner Tochter war.
49:41Der beging den Mord an meiner Tochter,
49:46für den er nicht bestraft wurde.
49:48und einen Mord, für den er jetzt bestraft wird.
49:52Haben Sie Sautas gekannt?
49:58Persönlich gekannt?
50:01Warum antworten Sie nicht?
50:06Was hätten Sie davon?
50:07Na ja, was hätte ich davon?
50:09Na, was hätte ich schon davon, nicht wahr?
50:10Ich werde Ihnen jetzt mal eine Geschichte erzählen.
50:15Eines Tages erschien bei Ihnen Sautas,
50:17da stand vor Ihnen, so wie ich jetzt vor Ihnen stehe,
50:19der Mann, der dem Studenten das Geld gab für die Abtreibung.
50:24Ich nehme an, er wusste, dass Ihre Tochter schon tot war.
50:27Ich bin sicher, dass Sie das gewusst hat, ja.
50:37Er sagte zu Ihnen, Sie mögen mich nicht,
50:39Sie müssen mich auch gar nicht mögen, mich nicht,
50:41und den Mann nicht, der Ihre Tochter...
50:43So, und jetzt sprach er ganz bewusst in Ihrem Sinne weiter,
50:47der Ihre Tochter umgebracht hat.
50:49Der für Sie ein Mörder ist.
50:56Und dann machte er Ihnen einen Vorschlag,
50:59der so ungeheuerlich war,
51:01dass er für Sie nicht einmal begreifbar war.
51:04Ich nehme an, Sie sind zum Friedhof gegangen.
51:07Sie hofften sich dort einen Rat zu holen, nicht wahr?
51:10Und dann hatten Sie plötzlich das Gefühl,
51:14ich tue es.
51:15Und weil es auch noch so wahnsinnig ist,
51:17ich tue es.
51:19Dann bekommen zwei Leute die Strafe,
51:23die Sie verdienen, nicht?
51:27So, jetzt mache ich Ihnen einen Vorschlag.
51:29Überlegen Sie sich das alles.
51:31Und wenn Sie mir etwas erzählen wollen,
51:33dann rufen Sie mich an.
51:34Sagen Sie ganz einfach, jetzt komme ich.
51:49Da war ein Anruf für dich.
52:05Ein Herr Mierbach wollte ich sprechen.
52:08Der setzt sich jetzt ins Auto und kommt hierher.
52:10Sag mal, Mierbach, wer ist denn das?
52:11Das wird sich herausstellen, wenn er hier ist,
52:14wer er ist und was er ist.
52:17Man hat den Untersuchungsgefangenen
52:29im Camp gebracht.
52:31Er soll warten.
52:41Sie müssen noch warten.
52:42Ich soll doch verhört werden.
52:45Wie lange soll ich denn noch warten?
52:48Herr Oberstaatsanwalt,
52:49ich habe ja ein Camp nochmal kommen lassen,
52:51weil ich...
52:52Warum wollen Sie diesen Mann nochmal verhören, Derrick?
52:57Alle Beweise sind eindeutig.
53:00Wir sind auf sein Geständnis nicht angewiesen.
53:03Sie müssen noch warten.
53:33Du wartest doch auf einen Herrn Mierbach.
53:35Ja.
53:39Der hat einen Autounfall.
53:41Der ist tot.
53:43Er hat deine Visitenkarte bei ihm gefunden.
53:47Warum wollen Sie diesmal noch mal verhören, Herr Eric?
53:50Alle Beweise sind eindeutig.
53:52Wir sind auf sein Geständnis nicht angewiesen.
53:56Nicht angewiesen.
53:58Nicht angewiesen.
54:00Nicht angewiesen.
54:02Nicht angewiesen.
54:06Was ist mit dir, Stefan?
54:09Er lacht.
54:13Harry.
54:15Sauters lacht.
54:17Lacht mich aus.
54:21Ein Toter hat gewonnen.
54:30Lacht mich aus.
54:31Lacht mich aus.
54:32Lacht mich aus.
54:33Lacht mich aus.
54:34Lacht mich aus.
54:35Lacht mich aus.
54:36Lacht mich aus.
54:37Lacht mich aus.
54:38Lacht mich aus.
54:39Lacht mich aus.
54:40Lacht mich aus.
54:41Lacht mich aus.
54:42Lacht mich aus.
54:43Lacht mich aus.
54:44Lacht mich aus.
54:45Lacht mich aus.
54:46Lacht mich aus.
54:47Lacht mich aus.
54:48Lacht mich aus.
54:49Lacht mich aus.
54:50Lacht mich aus.
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54:53Lacht mich aus.
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54:56Lacht mich aus.
54:57Vielen Dank.
55:27Vielen Dank.
55:57Vielen Dank.
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