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Transkript
00:00Bevor wir uns heute wieder einigen ungeklärten Fällen zu wenden, möchte ich kurz auf die November-Sendung des vergangenen Jahres zurückkommen.
00:07Wir behandelten damals einen Raubüberfall in Pforzheim.
00:11Zwei zunächst unbekannte Männer hatten einen Juwelenhändler in seiner Wohnung überfallen und Brillanten im Wert etwa einer Dreiviertelmillion Mark geraubt.
00:20Die Täter konnten noch am Abend der Sendung überführt werden.
00:23Sie gehörten einer weit verzweigten Bande an.
00:26Die Beute ist jedoch nicht wieder aufgetaucht.
00:30Heute Abend besteht nun zum ersten Mal die Chance, vielleicht mit Ihrer Hilfe, meine Damen und Herren, die geraubten Brillanten wiederzufinden.
00:38Sie liegen möglicherweise in einem Bankschließfach, zu dem dieser Schlüssel hier passt.
00:43Der Schlüssel wurde vor einiger Zeit in einer Kaffeedose versteckt gefunden, in der Wohnung einer Frau, die mit einem der Bandenmitglieder flüchtig ist.
00:51Der Schlüssel gehört zu einem Schließfach, das irgendwo im süddeutschen Raum bei einer Bank oder Sparkasse eingebaut ist.
01:00Die Herstellerfirma Franz Leicher München und sogar die Schließfachnummer 2316 stehen auf dem Schlüssel.
01:06Aber weder die Firma Leicher noch die Polizei können feststellen, bei welcher Bank oder Sparkasse sich das Schließfach heute befindet.
01:14Das Fach mit der Nummer 2316 ist mit großer Wahrscheinlichkeit von Ingeborg Bauer aus München oder einem ebenfalls flüchtigen Mann namens Todor Kramarski gemietet worden.
01:24Frage an Sie, meine Damen und Herren, wer kennt ein Bankschließfach mit dieser Nummer 2316?
01:31Wer kennt es vielleicht deshalb, weil er eines der Nachbarfächer gemietet hat, also beispielsweise 2317, 2315, 14 oder dergleichen?
01:40Wenn in diesem Schließfach tatsächlich die Brillanten aus Pforzheim oder Teile davon gefunden werden, steht eine sehr hohe Belohnung zur Verfügung.
01:49Für die Wiederbeschaffung der geraubten Brillanten zahlt die Versicherungsgesellschaft 10% des Wertes, das heißt möglicherweise bis zu 75.000 Mark.
01:58Hinweise bitte an die Kripo Pforzheim, Telefon 2386, an jede andere Polizeidienststelle oder eines unserer Aufnahmestudios.
02:09Die Ergebnisse unserer letzten Sendung vom 9. Mai kennen Sie vermutlich schon aus den Zeitungen.
02:15Unmittelbar nach der Sendung konnten zwei Männer festgenommen werden, die seit geraumer Zeit gesucht waren.
02:20Der ehemalige Polizist Hans-Jürgen Beutel, der als falscher Amerikaner umherreiste und dem eine Serie großer Einbrüche vorgeworfen werden.
02:28Und Dieter Schulz, der Mann, der als Tressorbohrer bekannt geworden ist.
02:33Die dritte Festnahme wurde am Montagabend nach der Sendung aus einem kleinen Dorf in Westfalen gemeldet.
02:39Es ging um einen Mann, der aus Österreich geflohen war, Herr Bodkowski.
02:42Ja, das ist richtig, und zwar Günter Pinkiewicz. Er stand im Verdacht, ein 13-jähriges Mädchen hier in Wien missbraucht und anschließend ermordet zu haben.
02:54Wiener Beamte des Sicherheitsbüros sind nach Deutschland gefahren und haben dort Pinkiewicz einvernommen.
03:00Er hat gestanden in der Zwischenzeit.
03:03Hier in der Bundesrepublik sind noch zu einem weiteren Fall ein paar Worte zu sagen.
03:07Genau vier Wochen nach der letzten Sendung erkannte eine Verkäuferin in Wedel bei Hamburg die gesuchte Sigrid Schild.
03:14Sie wird beschuldigt, seit Jahren als sogenannte Lohnvorschuss-Schwindlerin durch die Lande gereist zu sein.
03:19So viel zu unserer letzten Sendung, meine Damen und Herren.
03:22Heute geht es in unserem ersten Fall um einen Fall aus Hamburg.
03:26Die Kriminalpolizei in Hamburg beschäftigt sich seit vier Monaten damit und der Fall gibt ihr immer neue Rätsel auf.
03:33Hauptkommissar Handke ist Leiter der Mordkommission in Hamburg.
03:37Die Kripo sucht in diesem Fall aber zunächst nicht nur den Täter, sondern auch noch wichtige Zeugen, die vielleicht helfen können, den Fall zu klären.
03:44Ja, Herr Zimmermann, ich bin sicher, dass es Zeugen geben wird, die in der Lage sind, uns konkrete und auswertbare Anhaltspunkte zu geben.
03:52Wenn diese Zeugen sich bisher nicht gemeldet haben, dann vermutlich, weil sie glauben, dass ihre Kenntnisse und ihre Beobachtungen unwichtig sind.
03:59Ich bedauere das, denn für uns kommt es auf jede Kleinigkeit an.
04:03So interessieren wir uns zum Beispiel im Augenblick für die Herkunft eines Musikstückes, das auf diesem Tonband festgehalten ist.
04:11Sie werden diese Musik, meine Damen und Herren, jetzt im Film hören.
04:15Wir werden Ihnen das Tonband aber auch nachher, nach dem Film hier im Studio noch einmal vorführen.
04:20Die Tat geschah, wie gesagt, vor vier Monaten am 10. Februar in Hamburg.
04:25Der Tatort, ein kleines, privates Tonstudio in St. Georg.
04:31Der 10. Februar ist ein Montag.
04:34Der Mann, dem das Tonstudio in der Danziger Straße 76 im Hamburger Stadtteil St. Georg gehört, heißt Leo Polster.
04:41Er ist 66 Jahre alt.
04:43Früher von Beruf Musiker betreibt er seit mehr als 20 Jahren dieses Tonstudio.
04:48Leo Polster stellt in erster Linie Tonaufnahmen für private Auftraggeber her.
04:55Sänger, Amateurkapellen und andere Kunden, die ihre Stimme auf einer Schallplatte konservieren lassen wollen, bedienen sich seines kleinen Betriebes.
05:17Die Ausstattung des Tonstudios entspricht nicht dem neuesten Stand der Technik.
05:21Aber die Aufnahmen, die Leo Polster abliefert, können sich durchaus hören lassen.
05:26Er hat in der Branche einen guten Ruf.
05:31Gelegentlich installiert er auch Übertragungsanlagen bei Veranstaltungen und Sportfesten.
05:35Aber Leo Polster ist bei solchen Aufträgen auf fremde Hilfe angewiesen.
05:39Denn seit seiner Kindheit ist er gehbehindert.
05:42Auch im Studio muss er einen Stock benutzen.
05:43Für den Transport von Geräten beschäftigt er jüngere Hilfskräfte, die jedoch häufig wechseln.
05:50Sie gehen ihm hauptsächlich in ihrer Freizeit zur Hand.
05:52Mehr aus technischem Interesse und aus Hilfsbereitschaft.
05:55Nicht wegen der Paarmark, die Leo Polster ihnen gelegentlich in die Hand drückt.
06:00Mit großer Wahrscheinlichkeit hält sich auch am 10. Februar 1969 einer der Helfer in den Räumen des Studios auf.
06:07Vielleicht ist Leo Polster aber auch allein an diesem Montagvormittag.
06:11Mit letzter Sicherheit konnte die Polizei diese Frage bis heute nicht klären.
06:20Leo Polster stammt aus Bayern.
06:22Er lebt aber seit Jahrzehnten in Hamburg.
06:24Er gilt als recht umgänglich.
06:26Aber er kann auch schnell aufbrausen, wenn einmal etwas nicht auf Anhieb klappt.
06:29Der Mann, dessen Arbeitsräume eher an eine Bastlerwerkstatt als an einen kommerziellen Studiobetrieb erinnern, ist ein Einzelgänger.
06:39Er hat kaum Freunde.
06:41Niemand weiß viel mehr von ihm, als dass er einmal im Jahr nach Bayern in Urlaub fährt.
06:45Und dass er eben ein Tonstudio betreibt.
06:48Es konnte bisher auch niemand gefunden werden, der genau weiß, was sich am späten Vormittag des 10. Februar im Obergeschoss des Hauses Danziger Straße 76 abgespielt hat.
06:57Die Inhaberin eines Gemischtwarenladens, der direkt unter dem Studio liegt, erinnert sich später lediglich daran, Geräusche gehört zu haben.
07:09Zwischen 11 und 12 Uhr habe es, so berichtet sie der Polizei, 10 Minuten lang immer wieder gepoltert, so als ob schwere Gegenstände umgefallen seien.
07:19Aber Geräusche aus einem Tonstudio sind schließlich nichts Außergewöhnliches.
07:23Eine andere Nachbarin erinnert sich jedoch an eine etwas ungewöhnlichere Wahrnehmung.
07:30Neben Leo Polster hat ein Ingenieur seine Büroräume.
07:35Hier wundert sich zwischen 11.30 Uhr und 11.45 Uhr eine Sekretärin über schier endlosen Wasserverbrauch in der direkt angrenzenden Toilette der Nachbarwohnung.
07:43Die Sekretärin kennt den Nachbarn kaum. Sie wendet sich wieder ihrer Arbeit zu.
07:53Das wiederholte Wasserrauschen in Polsters Toilettenraum wird von einem Mann ausgelöst, der Blutspuren an seiner Kleidung zu beseitigen versucht.
08:07Nach der flüchtigen Säuberung durchstöbert der Mann Leo Polsters Wohnung und Arbeitsräume.
08:37Er entdeckt eine verschlossene Kassette.
08:47Danach findet er einen Schlüsselbund des Studiobesitzers.
08:51Damit versucht der Unbekannte den Tresor zu öffnen.
08:53Der zweite notwendige Schlüssel hängt jedoch nicht an diesem Bund.
09:08Der Fremde muss sich mit der Beute zufrieden geben, die er schon zusammengesucht hat.
09:12Genau zu dieser Zeit, um 12.30 Uhr, will ein Hausbewohner im Hof seinen Mülleimer ausleeren.
09:23Er erinnert sich später an die Begegnung mit einem jungen Mann, der die Treppe zum Tonstudio herunterkommt und zwei gefüllte, offenbar recht schwere Reisetaschen trägt.
09:32Der junge Mann ist nur etwa 1,65 Meter groß und hat einen etwas schmuddeligen, kamelhaarfarbenen Daffelkot an.
09:42In Leo Polsters Wohnung ist es still geworden.
09:57Eine halbe Stunde lang ahnt niemand, dass im Tonstudio ein Verbrechen geschehen ist.
10:02Gegen 13 Uhr steht der Komponist Anton Greta vor der Tür des Tonstudios.
10:13Er möchte bei Leo Polster eine Bandaufnahme kopieren lassen.
10:19Als auf seinen Klingeln niemand öffnet, drückt er die Klinke herunter.
10:23Die Tür ist nicht verschlossen.
10:29Herr Polster!
10:30Herr Polster!
10:58Während der Komponist nach dem Inhaber des Tonstudios forscht, wartet seine Sekretärin im Wagen auf seine Rückkehr.
11:09Sie macht dabei eine Beobachtung, die später bedeutungsvoll wird.
11:14Aus der Toreinfahrt kommt ein junger Mann mit einer kurzen schwarzen Lederjacke.
11:18Nach den örtlichen Gegebenheiten kann er praktisch nur im Tonstudio Polster gewesen sein.
11:23Niemand hat ihn hineingehen sehen.
11:24Anton Greta hat inzwischen Verdacht geschöpft.
11:29Es ist nicht Leopolders Art, seine Sachen auf den Fußboden zu streuen.
11:37Leopolder liegt zwischen seinen Geräten. Er ist tot.
11:44Die Polizei findet später Spuren eines heftigen Kampfes.
11:48Der Gerichtsmediziner stellt fest, dass Leopolder zunächst mit bloßen Fäusten niedergeschlagen wurde.
11:53Danach hat ihm der Täter mit einer Autobatterie den Schädel zertrümmert.
12:02Leopolder war nicht so arm, wie allgemein angenommen wurde.
12:04In seinem Tresor lagen Sparbücher mit einem Guthaben über 40.000 Macht.
12:09Im Laufe vieler Jahre in kleinen und kleinsten Beträgen zusammengespart.
12:13Vielleicht hat der Täter von diesem heimlichen Vermögen gewusst, Herr Handke.
12:17Das ist durchaus möglich.
12:19Wir glauben nicht an einen Zufallstäter, sind vielmehr der Meinung,
12:23dass zwischen Täter und Opfer in diesem Falle irgendwie eine Beziehung bestanden haben muss.
12:28Deshalb haben wir in den Kreis der zu überprüfenden Person auch von vornherein
12:31die Jugendlichen und recht oft wechselnden Helfer des Herrn Polster mit eingezogen.
12:36Wir haben diese Helfer ermitteln können bis zum Jahresende etwa,
12:40wissen aber nicht, wer die letzten Helfer Anfang dieses Jahres gewesen sind.
12:45Die Polizei bittet deshalb alle Personen, die in den letzten Monaten etwa seit November 1968
12:52mit Leopolder zu tun hatten, sich zu melden.
12:56Gleichgültig, ob sie als Helfer oder als Kunden gekommen sind,
12:59selbst die kleinste Beobachtung, der man selbst keine Bedeutung beimisst,
13:03kann für die Polizei in diesem Fall der Schlüssel zur Aufklärung des Verbrechens werden.
13:08So sah der Ermordete aus.
13:10Er war 66 Jahre alt und nur 1,65 groß.
13:15Der Kriminalpolizei kommt es darauf an, den letzten Helfer zu ermitteln.
13:21Es muss diesen Mann geben, denn Leo Polster ist in den letzten Tagen und Wochen vor dem Mord
13:25mit einem unbekannten jungen Mann mehrfach gesehen worden.
13:31Polster hat auch darüber gesprochen, dass ein Helfer bei ihm tätig war.
13:35Er hat zwei Versionen gegeben.
13:37Er sagte einmal, der Helfer sei ein junger Seemann und das zweite Mal sagte er, es sei ein Mann aus der Filmbranche,
13:44der zumindest Filme ablaufen lassen könne.
13:46Wir versuchen nach wie vor diesen jungen Mann zu finden, weil insbesondere die Beschreibung dieses jungen Mannes
13:55übereinstimmt mit dem Aussehen desjenigen, der das Tathaus unmittelbar nach dem Verbrechen verlassen hat
14:03und zwei Taschen des Leo Polster als Gepäckstücke bei sich führte und bekleidet war mit einem Kamelhaarmantel,
14:11einem sogenannten Daffelkot mit Kapuze.
14:14Und dieser Mantel stammte auch aus dem Besitz des Herrn Polster.
14:17Stammte aus dem Besitz des Herrn Polster.
14:18Der junge Mann war etwa 20 bis 30 Jahre alt und genauso wie Leo Polster auffallend klein, etwa 1,65.
14:26Er war wahrscheinlich mittelblond.
14:29Er hat vermutlich einige technische Geräte aus der Werkstatt des Herrn Polster mitgenommen
14:32und diese Geräte tragen wahrscheinlich das Monogramm LP Leo Polster.
14:39Herr Polster pflegte sein Monogramm nicht nur auf seinen technischen Geräten anzubringen,
14:44sondern auch auf Gegenständen des täglichen Bedarfs.
14:47Die Buchstaben LP finden sich in einem durchbrochenen Kreis.
14:51Wer von Ihnen, meine Damen und Herren, hat technische Geräte,
14:54tontechnische oder filmtechnische Geräte oder sonstige Gegenstände nach dem 10. Februar gesehen,
15:00die dieses Monogramm aufweisen oder hat sie vielleicht gekauft,
15:03ohne zu wissen, dass sie aus dem Besitz eines Ermordeten stammt?
15:06Und nun zu dem Tonband, meine Damen und Herren.
15:08Sie haben im Film gehört und gesehen, es ist die letzte Aufnahme,
15:11an der Leo Polster bis zu seinem Tode gearbeitet hat.
15:15Es handelt sich vermutlich um eine Überspielung von einer älteren amerikanischen Schallplatte.
15:20Ob Leo Polster davon eine neue Schallplatte herstellen wollte, ist unbekannt.
15:25Genauso ist bis heute nicht bekannt, ob wer der Auftraggeber dieser letzten Arbeit war.
15:31Aber dieser Auftraggeber könnte uns eventuell, ohne es zu wissen, vielleicht sehr helfen.
15:36Hören wir deshalb noch einmal.
15:37Wer also, meine Damen und Herren, kann irgendwelche Angaben machen zu dieser letzten Arbeit von Leo Polster,
15:43zu diesem letzten Auftrag oder zu einer der Fragen, die in diesem Fall hier angesprochen worden sind?
15:48Für Hinweise, die zur Klärung dieses Verbrechens führen, sind Belohnungen von insgesamt 4.000 Mark ausgesetzt.
15:55Ihre Hinweise, meine Damen und Herren, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden,
15:58geben Sie bitte der Kriminalpolizei in Hamburg unter der Rufnummer 2482-01
16:05oder wenn Sie von außerhalb anrufen, wählen Sie die Vorwahl 0411.
16:11Hinweise nehmen aber alle Polizeidienststellen im Bundesgebiet und das Studio des Deutschen Fernsehens in Wiesbaden.
16:16Vielen Dank, Herr Handke.
16:18Der nächste Fall, meine Damen und Herren, könnte vor allem für die Zuschauer in der Schweiz
16:22und möglicherweise auch in Österreich interessant werden.
16:25Es geht um einen Mann, der gesucht wird, da er vor fünf Wochen aus einem Untersuchungsgefängnis in Flums in St. Gallen entwichen ist.
16:33Der Mann ist deutscher Staatsangehöriger und heißt Hans-Ulrich Hennigfeld.
16:38Nach seiner Flucht aus dem Gefängnis hat er die Schweizer Polizei erneut beschäftigt.
16:43Es werden ihm bereits wieder mehrere schwere Einbrüche vorgeworfen,
16:46darunter einer im Kanton Luzern mit einer Beute von 35.000 Franken.
16:51Dieses Foto ist wahrscheinlich erst zehn Tage alt.
16:54Hennigfeld hatte es selbst aufnehmen lassen, dann aber nach dem Einbruch im Kanton Luzern bei dem Fotohändler,
17:00der die Aufnahme entwickelt hat, zurückgelassen.
17:03Vor wenigen Tagen hat es nun die Polizei dort abgeholt.
17:06Hans-Ulrich Hennigfeld ist 33 Jahre alt und 1,75 groß.
17:11Er hat braune Haare, braune Augen und spricht Hochdeutsch.
17:15Er bedient sich zahlreicher Falschnamen.
17:18Die Polizei vermutet, dass er sich an einem Ferienort in der Schweiz, in Österreich oder vielleicht auch in der Bundesrepublik aufhält.
17:25Für Hinweise, die zur Festnahme des Gesuchten führen, ist eine Belohnung von 1.000 Mark ausgesetzt.
17:30Hinweise bitte an das Polizeikommando des Kantons Luzern, Telefon Luzern 23 53 53,
17:37an jede andere Polizeidienststelle oder eines unserer Aufnahmestudios in Zürich, Wien oder Wiesbaden.
17:43Ich darf vielleicht die Nummer noch einmal bekannt geben.
17:46Wien 82 36 21, Zürich 23 56 50, Wiesbaden 36 001.
17:57So, und nun zu einem Fall, meine Damen und Herren, der gleichzeitig ein kriminalistisches Problem unserer Tage aufwirft.
18:05Es gibt in unseren Großstädten eine Einrichtung, die zwar sehr segensreich und notwendig ist,
18:09die der Kriminalpolizei in neuerer Zeit aber immer größere Sorgen bereitet.
18:14Die Parkhäuser.
18:15Immer mehr Autos werden dort aufgebrochen und beraubt.
18:18In einigen Großstädten haben sich Diebesbanden regelrecht auf die Parkhäuser spezialisiert.
18:24Oft sind es nur Kleinigkeiten, die ihnen in die Hände fallen.
18:27Nicht selten aber auch wichtige Ausweise und Wagenpapiere.
18:30Und in den letzten Monaten haben Spezialisten dieser modernen kriminellen Gattung überraschend große Beuten gemacht.
18:39Mannheim, 16. September 1968. Ein Montag.
18:47Ein hellgrauer Opel-Diplomat fährt in das Parkhaus an der Kunststraße.
18:52Mit Hilfe des Parkscheins kann die Kriminalpolizei später auf die Minute genau die Zeit feststellen.
19:0012.24 Uhr.
19:04Am Steuer des Wagens sitzt der 50-jährige Schmuck-Großhändler Franz Schönbeck aus Heppenheim.
19:09Er kommt an diesem Tag direkt aus Pforzheim, wo er sein Auslieferungslager unterhält.
19:21In Mannheim will er einen Kunden besuchen.
19:25Im zweiten Untergeschoss findet der Fahrer einen freien Platz.
19:28Er fährt den Wagen dicht an die Wand heran.
19:30Im Gepäckraum des Wagens stehen sechs Kollektionskoffer mit Schmuckwaren im Einkaufswert von 170.000 Mark.
19:51Der Wagen besitzt eine Alarmanlage und mehrere zusätzliche Sicherheitsschlösser.
19:56Mit dem zweiten Schloss an der Fahrertür wird die Alarmanlage eingeschaltet.
19:59Franz Schönbeck will bei dem Kunden ein Schmuckstück abliefern, das er in der Akkentasche trägt und anschließend in einem Restaurant zum Mittagessen.
20:15Franz Schönbeck verlässt das Parkhaus.
20:17Für mehrere bis heute unbekannte Männer, die ihm offensichtlich von Pforzheim ausgefolgt sind, scheint nun der Zeitpunkt gekommen, sich näher mit dem Fahrzeug des Schmuckhändlers zu beschäftigen.
20:36Auch der Fahrer des VW 1500 lässt sich einen Parkschein geben und fährt in das Parkhaus ein.
20:47Einer der Männer bezieht an der Fahrstuhltürposition.
21:13Er hält von dort aus auch Treppe und Einfahrt im Auge.
21:21Die anderen drei versuchen indessen, den Wagen ein Stück zur Seite zu wippen, um an den Kühlergrill zu kommen.
21:27Sie wissen, dass der Wagen mit einer Alarmanlage ausgerüstet ist.
21:30Sie legen auch nicht zum ersten Mal Hand an das Fahrzeug.
21:39Ohne dass der Schmuckhändler etwas davon gemerkt hat, müssen sie, vermutlich an einer Tankstelle oder bei einer Werkstatt,
21:45einen Teil der nur von innen zugänglichen Alarmanlage schon früher außer Betrieb gesetzt haben.
21:51Jetzt wollen sie durch einen Kunstgriff die Signalhörner des Alarmsystems, das sie zweifellos genau kennen, vollends lahmlegen.
21:57Mit dem Aufbrechen flammen die Scheinwerfer auf.
22:13So weit funktioniert die Alarmanlage noch.
22:16Aber das stört die Täter nicht.
22:18Ernster jedoch nehmen sie das Fahrstuhlgeräusch.
22:20Auch das Ehepaar Vogel, das in Mannheim eingekauft hat und seinen Wagen hier abholen will, kommt aus dem Kreis Heppenheim.
22:34Guck mal, das sind ja doch zwei Heppenheims.
22:37Jo, hoffentlich haben wir nicht auch das Licht brennen lassen.
22:42Fürs erste kümmert sich das Ehepaar nicht weiter um die beiden Autos.
22:50Als die Frau jedoch am nächsten Morgen die Zeitung liest, erinnert sie sich an ihre Beobachtung und wird für die Kriminalpolizei eine wichtige Zeugin.
23:10Sie erinnert sich nicht nur an das Heppenheimer Kennzeichen, sondern auch an die Lackierung des Wagens.
23:16Rot mit schwarzem Dach.
23:20Als Franz Schönbeck gegen 15 Uhr ins Parkhaus zurückkommt, findet er seinen Wagen ausgeplündert vor.
23:36Der Schmuck im Einkaufswert von 170.000 Mark ist bis heute verschwunden.
23:39Sechs Monate später, am 6. März 1969, liegen die Parkhaus-Spezialisten wieder auf der Lauer, diesmal in Frankfurt.
23:55Der Schmuckfabrikant Herbert Brandt aus Schwäbisch Gmünd verabschiedet sich von einem Juwelier in der Innenstadt.
24:01Herbert Brandt hat seinen Wagen im Parkhaus an der Frankfurter Hauptwache abgestellt.
24:14Bis dahin sind es nur ein paar Schritte.
24:15Herbert Brandt will an diesem Tag eine längere Rundreise beenden.
24:34Der Juwelier in der Frankfurter Innenstadt war sein letzter Kunde.
24:38In wenigen Stunden will der Fabrikant mit seinen Musterkoffern wieder in Schwäbisch Gmünd sein.
24:45Im Fahrstuhl wird er, wie er sich später erinnert, ohne erkennbaren Grund von einem anderen Mann angerempelt.
25:15Um sich mit seinen wertvollen Koffern nicht durch die anderen Fahrgäste drängen zu müssen, fährt Herbert Brandt zunächst mit bis zum vierten Stock.
25:26Nachdem dort die anderen Fahrgäste ausgestiegen sind, drückt er auf den Knopf der zweiten Etage, wo er seinen Wagen stehen hat.
25:32Herbert Brandt legt seine wertvolle Fracht in den Kofferraum, in dem noch zwei weitere Gepäckstücke stehen.
25:56Insgesamt liegen Schmuck und Brillanten im Wert von etwa 400.000 Mark in seinem Wagen.
26:02Vor der Abfahrt vergewissert er sich gewohnheitsmäßig, ob er nichts liegen gelassen hat.
26:08In der Regel ist diese Vorsichtsmaßnahme überflüssig.
26:10An diesem Tag vermisst Herbert Brandt jedoch tatsächlich etwas.
26:13Das Portemonnaie aus der Gesäßtasche mit ungefähr 400 Mark ist weg.
26:16Herbert Brandt denkt kurz nach, wo er die Börse verloren haben könnte.
26:35Dann entschließt er sich, zunächst einmal in dem Hotel anzurufen, in dem er übernachtet hat.
26:39Aber die Suche nach dem Portemonnaie im Hotel verläuft ergebnislos.
26:55Auch eine Anfrage beim Juwelier Heide, seinem letzten Kunden, hat keinen Erfolg.
27:01Er geht zu seinem Wagen zurück.
27:03Plötzlich erinnert er sich an das Gedränge im Aufzug.
27:12Der Verdacht liegt nahe, dass vielleicht ein Taschendieb die Rempelei absichtlich inszeniert hat.
27:16Um ganz sicher zu gehen, beschließt der Fabrikant jedoch,
27:27ihn seinem Wagen noch einmal gründlich nach dem verschwundenen Portemonnaie zu suchen.
27:30Am Kofferraum macht er schließlich eine schockierende Entdeckung.
27:52Sein gesamtes Gepäck ist verschwunden.
27:54In der kurzen Zeit, während der Fabrikant telefonierte,
28:00haben unbekannte Täter den Kofferraum vermutlich mit einem Nachschlüssel geöffnet.
28:05Oberkommissar Neitzel von der Frankfurter Kripo bearbeitet diesen Fall.
28:08Herr Neitzel, in dem verschwundenen Portemonnaie befanden sich auch die Reserveschlüssel für den Wagen des Fabrikanten.
28:14Sind diese Schlüssel den Dieben möglicherweise in die Hände gefallen?
28:17Wir können es nicht mit Sicherheit sagen.
28:19Wir wissen nicht einmal genau, ob das Portemonnaie bei der Rempelei im Fahrstuhl gestohlen worden ist
28:25oder ob es der Fabrikant möglicherweise schon vorher verloren hat.
28:28Im Übrigen ist es für geübte Autoliebe nicht sonderlich schwer,
28:33einen Kofferraum auch ohne Originalschlüssel zu öffnen.
28:36Meine Damen und Herren, die beiden Fälle, die Sie im Film gesehen haben,
28:40zeigen sehr drastisch, dass die alte Regel, nichts Wertvolles in einem Auto zurückzulassen,
28:45immer noch gilt, auch in Parkhäusern.
28:47In einem der beiden Fälle hat es die Versicherungsgesellschaft im Übrigen abgelehnt, den Schaden zu ersetzen.
28:53Und zwar mit der Begründung, der Geschädigte habe es den Dieben selbst zu leicht gemacht.
28:58Er hätte sein Auto besser auf der Straße abstellen sollen.
29:02Diese Begründung klingt ein wenig nach Haarspalterei.
29:05Sicher ist es richtig, dass Täter am Tage in Parkhäusern ungestörter zu Werke gehen können als auf der Straße.
29:12Aber die Versicherung der Parkhäuser decken diese derartige Schäden meist ja auch nicht.
29:16Nein, wer es noch nicht getan hat, der sollte sich einmal die Bedingungen einer solchen Versicherung ruhig ansehen.
29:23Sie hängen meistens in den Parkhäusern aus.
29:25Ich habe hier die Bedingungen mal mitgebracht.
29:28Und wie hier, so heißt es zum Beispiel in sehr vielen Fällen,
29:33Versicherungsschutz wird bis zum Höchstbetrag von 500 D-Mark gewährt.
29:37Ausgenommen sind Bargeld, Schmuck, Kunstgegenstände, Dokumente und Papiere, soweit sie von Wert sind.
29:45Es ist klar, meine Damen und Herren, dass wir in unseren Städten auf Parkhäuser dringend angewiesen sind.
29:51In Zukunft sicherlich noch mehr als heute schon.
29:55Aber man sollte auch dabei daran denken, ein Auto ist kein Geldschrank, in dem man Wertgegenstände aufbewahren kann.
30:00So viel ganz allgemein zu diesem Thema.
30:03Und nun aber zu den konkreten Fragen in den beiden gezeigten Fällen.
30:07Zuerst zu dem Diebstahl am 16. September 1968 in Mannheim.
30:11Sie haben gesehen, meine Damen und Herren, dass die Täter in Mannheim wahrscheinlich einen Volkswagen 1500 oder 1600 Rot mit schwarzem Dach benutzt haben.
30:20Eine derartige Fahrtzusammenstellung wird serienmäßig nicht geliefert.
30:26Sie ist also relativ selten.
30:28Zur Tatzeit führte der Wagen ein Heppenheimer Kennzeichen.
30:32Frage, wer weiß etwas von einem solchen Wagen, der am 16. September 1968 in Mannheim gewesen sein könnte?
30:39Wo hat der Besitzer eines solchen Wagens vielleicht Schmuck oder Uhren angeboten?
30:43Wo ist ein roter VW mit schwarzem Dach nach dem 16. September 1968 vielleicht umgespritzt worden?
30:50Irgendwo, vermutlich in einer Werkstatt oder an einer Tankstelle, muss ein Teil der Alarmanlage des Obel Diplomat außer Betrieb gesetzt worden sein.
30:59Trotz intensiver Nachforschung ist es bisher nicht gelungen, festzustellen, wo das geschehen ist.
31:04Für die Wiederbeschaffung des gestohlenen Schmucks sind in dem Mannheimer Fall 10% des Wertes als Belohnung ausgesetzt.
31:12Und nun zu dem Diebstahl in Frankfurt.
31:15Es gibt in diesem Fall einen besonders guten Ansatzpunkt, um dem Täter möglicherweise auf die Spur zu kommen.
31:23Alle in Frankfurt am Main gestohlenen Schmuckstücke waren mit dem gleichen Puntzeichen versehen.
31:29Zwei Buchstaben BC.
31:33Dieses Puntzeichen, eine winzige Gravierung, befindet sich stets neben dem Stempel in einem Schmuckstück.
31:42Neben dem Schmuckstempel.
31:44Wer geübte, wer gute Augen hat, der kann diese Buchstaben auch ohne eine Lupe erkennen.
31:53Eine sehr starke Vergrößerung sehen Sie hier an der Wand.
31:56Sie können also jetzt, meine Damen und Herren, wenn Sie nach dem 6. März, also in den vergangenen drei Monaten, Schmuck gekauft haben,
32:03nachsehen, ob ein Stück diese Punzierung trägt.
32:05BC.
32:06Natürlich brauchen nicht alle Schmuckstücke mit diesem Puntzeichen, die in den letzten Wochen verkauft worden sind, aus dem Diebstahl zu stammen.
32:14Trotzdem möchten wir Sie in so einem Fall bitten, sich zu melden.
32:18Die Polizei kann die Herkunft des Schmucks sehr schnell überprüfen und für Hinweise, die zur Wiederbeschaffung des Diebesgutes führen,
32:25sind in diesem Fall 15% des Wertes als Belohnung ausgesetzt, also bis zu 60.000 Mark.
32:32So sahen im Übrigen die gestohlenen Schmuckkoffer aus.
32:36Die steckten damals in roten Stoffhüllen.
32:42Innerhalb dieser Koffer befanden sich Fächer, die mitsamt ausgelegt waren.
32:47Dieser Koffer, die Aktentasche und der Lederkoffer wurden zwei Tage nach der Tat, also am 08.03.1969,
32:57an der Schleuse in Frankfurt am Main-Griesheim aus dem Main gefischt.
33:03Die zwei noch fehlenden Koffer wurden zur gleichen Zeit dort gesichtet, sie sind jedoch in Richtung Rhein abgetrieben.
33:09Es ist denkbar, dass jemand sie gefunden hat oder dass die Täter vielleicht mit den auffälligen Gepäckstücken gesehen worden sind.
33:16Hinweise bitte an die Kriminalpolizei Frankfurt, Telefon 230541, an jede andere Polizeidienststelle oder an eines unserer Aufnahmestudios.
33:28Vielen Dank, Herr Neitzel.
33:30Und nun gleich zu unserem nächsten Fall, meine Damen und Herren.
33:33Es geht um einen Mann, den die Staatsanwaltschaft in Bochum seit mehreren Jahren sucht.
33:38Er heißt Friedrich Wilhelm Müsela und wird umfangreicher Betrügereien beschuldigt, mit einem Gesamtschaden von weit über 100.000 Mark.
33:48In früheren Jahren beschäftigte er die Polizei mit einer betrügerischen Scheinfirma.
33:54In neuerer Zeit werden auf seinem Konto insbesondere Scheckbetrügereien registriert.
33:59Dabei wechselt er recht häufig die Namen, sodass die Liste der Straftaten, die ihm zugeschrieben werden, kaum vollständig sein dürfte.
34:06Hier ein anderes Foto.
34:09Friedrich Wilhelm Müsela ist 44 Jahre alt, 1,82 groß, er ist schlank, hat dunkles, glatt zurückgekämmtes Haar, blaue Augen und lückenhafte Zähne.
34:19Müsela spricht Hochdeutsch und verkehrt häufig in Gaststätten und Hotels.
34:23Für Hinweise, die zur Festnahme des Gesuchten führen, ist eine Belohnung von 1.000 Mark ausgesetzt.
34:30Hinweise bitte an die Kripo Recklinghausen, Telefon 20021, die Vorwahl von Recklinghausen, 02361, an jede andere Polizeidienststelle oder an eines unserer Aufnahmestudios.
34:46Auch in unserem nächsten Fall, meine Damen und Herren, geht es um einen Mann, der zumindest in früheren Jahren die Polizei ständig mit dem Delikt Betrug beschäftigt hat.
34:56In neuerer Zeit verblüfft er die Kriminalisten jedoch mit einer ungewöhnlichen Verquickung betrügerischer Praktiken mit gefährlichen Gewalttaten.
35:04Die erste Hälfte seines Auftretens stammt aus dem Repertoire der Heiratsschwindler und plötzlich geht es dann aber ganz anders weiter, als es in den Lehrbüchern der Kriminalisten nachzulesen ist.
35:15Der Mann heißt Günter Schüller, er benutzt aber auch zahlreiche andere Namen.
35:21Oft ändert er seinen eigenen Familiennamen auch nur geringfügig ab.
35:25So trat er unter anderem als Dr. Juer Werner Stiller, Rechtsanwalt Ulrich G. Schüller, Herr Schüller und als Landgerichtsrat Günter Schüller auf.
35:36Die Geschichte, die Sie jetzt gleich sehen werden, meine Damen und Herren, ist nicht die erste und auch nicht die letzte, die ihm von den Anklagebehörden vorgeworfen wird.
35:50Hauptbahnhof Braunschweig. 29. Januar 1969. Um 14.53 Uhr läuft auf Gleis 7 der D109 aus Hannover ein.
36:00Aus einem Wagen der ersten Klasse steigen mehrere Fahrgäste, unter ihnen der Berliner Rechtsanwalt Günter Scheller und Hilde Borgstedt, eine Frau in mittleren Jahren.
36:25Sie haben sich vor etwa einer Woche durch eine Zeitungsanzeige, die der Mann aufgegeben hat, kennengelernt.
36:31Sie kommen von einer kleinen Reise nach Hamburg zurück.
36:35Hilde Borgstedt wohnt in Braunschweig.
36:38Ihr Begleiter kommt, wie gesagt, aus Berlin und hat ihr erzählt, dass er als Anwalt längere Zeit am Braunschweiger Gericht zu tun habe.
36:45Für die Zeit einer mehrtägigen Verhandlungspause hatte er Hilde Borgstedt den kurzen Abstecher nach Hamburg vorgeschlagen.
36:55Hilde Borgstedt ist seit mehreren Jahren verwitwet.
37:03Schellers Frau ist angeblich vor fünf Jahren bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückt.
37:07Frau Borgstedt und Günter Scheller sind sich während ihrer Reise nach Hamburg näher gekommen.
37:30Es ist auch schon von Heirat die Rede gewesen.
37:32Der Mann hat sich in den vergangenen Tagen eingehend nach den Familienangelegenheiten seiner neuen Bekannten erkundigt
37:41und dabei auch die Lebensgewohnheiten ihrer näheren Verwandten erfahren.
37:44So, da wären wir.
37:54Warten Sie einen Moment, ich fahre gleich weiter, aber heben Sie mir noch die eine Reisetasche von hinten raus, ja?
37:58Ist in Ordnung.
38:08Fürsorglich geleitet Günter Scheller die Frau noch bis zur Haustür.
38:11Schade, dass die schönen Tage vorbei sind.
38:18Sei nicht traurig, wir sehen uns ja morgen wieder.
38:20Na ja.
38:22Ich muss jetzt gleich weiter, du weißt, ich habe noch Arbeit.
38:24Ja, leider.
38:26Also denn bis morgen.
38:27Der angebliche Rechtsanwalt Günter Scheller wird am nächsten Tag nicht zu Frau Borgstedt kommen.
38:38Dennoch am Abend dieses Tages erscheinen bei einem Verwandten der Frau Borgstedt,
38:53einem 79-jährigen alleinstehenden begüterten Mann, zwei unangemeldete Besucher.
39:02Polizei, sind Herr Klinger nicht wahr?
39:04Ja, ja, um Gottes Willen, was ist denn los?
39:07Das werden Sie gleich sehen.
39:08Wir müssen Ihre Wohnung untersuchen.
39:10Sie handeln doch mit schmutziger Literatur.
39:12Ich? Um Gottes Willen.
39:14Reden Sie nicht, sind angezeigt worden.
39:17Sie verkehren auch in der roten Laterne, oder?
39:19Wollen Sie das etwa abstreiten?
39:22Die ungebetenen Besucher drängen rigoros in die Wohnung.
39:25Ja, wieso?
39:29Was heißt denn das?
39:30Schmutzige Literatur, wie kommen Sie denn darauf?
39:35Mit Kenntnissen aus seinem Privatbereich verblüffen sie den alten Mann so sehr,
39:39dass er glaubt, er habe es tatsächlich mit der Kriminalpolizei zu tun.
39:45Fassungslos schaut er zu, wie sich die Männer an seinem Bücherschrank zu schaffen machen.
39:49Ernst Klinger merkt in seiner Erregung nicht,
40:00dass es die Männer kaum auf sogenannte Schmutzliteratur abgesehen haben können.
40:06Na, da haben Sie aber noch mal Glück gehabt.
40:09Scheint wirklich eine Fehlanzeige zu sein.
40:11Das habe ich Ihnen ja gleich gesagt, aber Sie haben mich ja gar nicht zu Wort kommen lassen.
40:15Naja, das ist ja nur auch erledigt.
40:16Wir legen jetzt an Akten.
40:18Sie müssen aber noch unterschreiben, dass wir hier nichts gefunden haben,
40:20dass Sie wirklich nicht mit solchen Sachen handeln.
40:23Gebt doch mal das Quittungsbuch her.
40:25Das Quitt...
40:26Ach ja, das Quittungsbuch.
40:29Ja, das habe ich jetzt unten im Wagen liegen lassen.
40:32Na, dann holen wir es schnell.
40:37Wir kommen gleich noch mal wieder zum Unterschreiben.
40:39Ja, ja, ist gut. Ich warte so lange.
40:41Immer noch ist Ernst Klinger von dem forschen Auftreten der Besucher geblendet.
40:48Er merkt nicht, dass die beiden Männer ihr eigentliches Vorhaben nur unterbrochen haben,
40:52um sich auf der Straße ungestört besprechen zu können.
41:00Nach einiger Zeit kommen sie zurück.
41:02So, da sind wir wieder, Herr Klinger.
41:06Hat doch wohl ein bisschen länger gedauert, was?
41:09Naja, wir haben das Quittungsbuch nicht gleich erfunden.
41:13Na, setzen Sie sich erst mal.
41:15Na, was ist denn nun? Wo soll ich denn unterschreiben?
41:29Einer der Täter wirft Klinger überraschend Pulver ins Gesicht und blendet ihn damit.
41:34Zu zweit überwältigen sie dann den alten Mann und schleppen ihn in das angrenzende Schlafzimmer.
41:39Mit einem Bettlaken und einer Tischdecke fesseln sie ihn an Händen und Füßen.
42:02Mach alles ordentlich stramm.
42:05Jetzt schon.
42:05Der angebliche Rechtsanwalt macht sich im Wohnzimmer wieder auf die Suche.
42:23Im Sekretär findet er schließlich in einer Zigarrenkiste sorgfältig gebündelt 20.000 Mark.
42:32Hilfe! Hilfe!
42:34Der zweite Täter bricht indessen rücksichtslos den letzten Widerstand, den der alte Mann leisten kann.
42:53Da.
42:57Das ist zu wenig.
42:59Mehr ist nicht da.
43:00Hast du ihn schon durchgefilzt?
43:01Die Männer nehmen dem Überfallenen auch noch die Wertsachen ab, die er bei sich trägt und ziehen sich dann zurück.
43:25Jetzt sollst du bloß nicht die Polizei anrufen, sonst sind sie morgen nicht in meinem Leben.
43:28Die Räuber verschwinden, ohne sich weiter um das hilflose Opfer zu kümmern.
43:48Nach einigen Minuten gelingt es Ernst Klinger jedoch, sich zu befreien und die Polizei zu verständigen.
43:54Die Braunschweiger Kriminalpolizei hat zuerst nicht viel in der Hand.
44:08Am nächsten Morgen aber ergibt sich überraschend eine Spur, die zu einem der Täter führen kann.
44:13Hilde Borgstedt ist an diesem Morgen auf ungewöhnliche Weise genötigt worden.
44:17Als ich heute Nacht von dem Überfall gehört habe, habe ich mir zuerst gar keinen Reim darauf machen können.
44:24Ich war ja auch gerade erst aus Hamburg zurückgekommen.
44:27Und zuerst dachte ich sogar, der alte Mann hat sich das vielleicht alles bloß eingebildet.
44:33Das haben wir überprüft. An der Tat ist leider nicht mehr zu zweifeln.
44:37Ja, das ist mir ja jetzt auch klar seit heute Morgen nach dem Anruf.
44:40Sie meinen den Anruf, von dem Sie vorhin erzählt haben?
44:44Ja, und wo ich aber die Stimme nicht erkannt habe.
44:48Passen Sie auf, erzählen Sie doch noch mal genau, wie hat sich das denn im Einzelnen abgespielt?
44:54Also, ich war gerade aufgestanden und habe in der Küche das Frühstück gemacht.
45:02Da klingelte das Telefon.
45:04Hallo?
45:11Zuerst habe ich natürlich gar nicht verstanden, was der Mann wollte, weil ich doch gar nicht darauf vorbereitet war.
45:17Hallo, wer ist denn da?
45:18Herr Klinger liegt gefessert in seinem Schlafzimmer.
45:21Das Geld ist in Sicherheit.
45:23Der angebliche Rechtsanwalt Günter Scheller ist von uns gekappt worden.
45:27Ja, wer ist denn da?
45:28Um die Vorteile zu verschaffen, hat er uns die Adresse von Herrn Klinger angegeben.
45:32Wenn Sie die Behörden bzw. die Polizei benachrichtigen, werden wir 28 angesehenen Braunschweiger Familien mitteilen, dass sie ein Verhältnis mit Herrn Scheller haben.
45:43Hallo, wer sind Sie denn?
45:51Also, ich sage Ihnen, der hat sich nicht unterbrechen lassen.
45:55Der hat geredet wie ein Automat.
45:57Und Sie haben die Stimme nicht erkannt?
45:59Nein, aber, dass ich befreundet war mit Herrn Scheller, das weiß eigentlich nur er selber.
46:06Könnte er denn selbst angerufen haben?
46:09Nein.
46:10Dass er selbst am Apparat war?
46:13Das glaube ich nicht.
46:15Und Sie sagen, er hätte hier am Landgericht zu tun gehabt?
46:18Das hat er mir jedenfalls erzählt.
46:21Forsch doch mal nach, drüben im Landgericht, ob da in den letzten Wochen ein Rechtsanwalt Scheller zu tun hatte.
46:28Und frag auch bei der Kripo in Berlin an, ob es diesen Rechtsanwalt tatsächlich gibt.
46:32Mach ich.
46:34Also, Frau Borgstedt, ich danke Ihnen, dass Sie gleich gekommen sind.
46:39Das war das einzig Richtige, was Sie tun konnten.
46:41Sicher.
46:42Hauptsache, das klärt sich alles.
46:44Eine Viertelstunde später in der täglichen Frühbesprechung werden auch alle anderen Kommissariate von dem Vorgang unterrichtet.
46:50So, das wäre das.
46:51Dann hatten wir im ersten K. gestern Abend noch die Raubsache zum Nachteil Klinger.
46:55Der Tathergang ist den meisten von Ihnen ja schon bekannt.
46:58Ergänzend ist noch zu sagen, dass heute Morgen eine Frau Borgstedt bei uns war, die mit Herrn Klinger verwandt ist.
47:03Sie erzählte, dass sie im Zusammenhang mit dem Überfall auf den alten Mann telefonisch genötigt worden ist.
47:09Der Anrufer wusste offensichtlich noch nicht, dass Herr Klinger sich noch gestern Abend selbst von den Fesseln befreien konnte.
47:15Er wollte wohl, dass die Frau den alten Mann aus der misslichen Lage herausholt, ohne dass die Polizei was davon erfährt.
47:21Vermutlich steckt der Freund der Frau selbst dahinter, denn nur er allein wusste von der neuen Freundschaft mit dieser Frau.
47:28Und nur er kannte als einziger Außenstehender auch die persönlichen Verhältnisse des alten Mannes.
47:34Dieser Mann gab vor, Rechtsanwalt aus Berlin zu sein und nannte sich Günter Scheller.
47:40Wir haben bei den Berlinern inzwischen schon festgestellt, dass es diesen Rechtsanwalt Scheller nicht gibt.
47:45Auch das spricht dafür, dass er im Raubüberfall beteiligt war.
47:49Der Mann ist auffallend groß, etwa 1,85, zwischen 45 und 50 Jahre alt, spricht leicht Berliner Dialekt.
47:58Und der Name Scheller dürfte wohl falsch sein.
48:00Wie sagen Sie? 1,85 groß, Berliner, so um die 50. Also etwa Jahrgang 20.
48:10Wir hatten 47, damals auf der Polizeischule in Hannover Schmünden, so einen Typ als Englischlehrer.
48:15Ist ja eigentlich blöd, dass ich da jetzt drauf komme. Es ist ja 20 Jahre her.
48:20Aber auf den Burschen könnte das passen.
48:22Der ist damals dort festgenommen worden, weil er zu Unrecht einen Doktortitel geführt hat.
48:26Na, na, das ist doch ein bisschen gewagt.
48:28Ich weiß, ja. Aber ich kann mir nicht helfen. Der hieß auch so. Scheller oder Scheller.
48:37Wenn Sie das so erzählen, dann sehe ich ihn direkt vor mir.
48:40So unwahrscheinlich es klingt, meine Damen und Herren, der Beamte hatte mit seiner Vermutung recht.
48:48Der angebliche Rechtsanwalt aus Berlin war tatsächlich Günter Schüller.
48:54Hauptkommissar Frickmann bearbeitet diese Raubsache aus Braunschweig.
48:57Herr Frickmann, sagen Sie, Günter Schüller ist ein alter Bekannte der Polizei, nicht wahr?
49:01Ja, Herr Zimmermann. Schüller ist erheblich vorbestraft.
49:05Er verbüßte eine längere Zuchthausstrafe und befand sich auch bereits in Sicherungsverwahrung.
49:12Zurzeit wird er wieder von mehreren Staatsanwaltschaften zur Festnahme gesucht.
49:18Er reist im Augenblick mit einem älteren Komplizen umher, den er bei der Begehung von Straftaten mitunter als seinen Vater ausgibt.
49:30Dieser ältere Mann ist ja auch in Braunschweig dabei gewesen, nicht wahr?
49:33Ja. Außerdem war er später auch Mittäter der Schüller in Hamburg.
49:38Dort hatte Schüller zunächst Kontakt zu einer alleinstehenden, in guten Verhältnissen lebenden Frau aufgenommen und sich deren Vertrauen erschlichen.
49:50Nach einigen Tagen fesselten und knebelten sie diese Frau.
49:55Sie zwangen sie unter der Bedrohung, sie umzubringen, einen Scheck über 2000 Mark auszuschreiben, den Schüller sofort einlöste.
50:05Unterdessen bewachte sein Komplize diese Frau und drohte, sie mit Salzsäure zu überschütten.
50:14Wo die beiden sich heute aufhalten, meine Damen und Herren, ist unbekannt.
50:18Sie sind in der letzten Zeit auch im Raum Köln und in Bayern gewesen.
50:22Günter Schüller ist 50 Jahre alt, 1,84 groß und schlank.
50:27Er hat schwarzbraune, über der Stirn bereits gelichtete Haare und dunkelbraune Augen.
50:32Er ist von Haus aus Berliner, versteht aber auch die bayerische Mundart zu imitieren.
50:37Dieses Foto stammt nicht von der Polizei.
50:41Es muss in neuerer Zeit wahrscheinlich von einem Berufsfotografen aufgenommen worden sein.
50:48Wir wären sehr dankbar, wenn dieser Fotograf sich melden würde.
50:52Der unbekannte Mittäter ist 65 bis 65 Jahre alt, für das Deliktraub also ungewöhnlich alt.
51:01Er hat graues Haar und ein faltiges Gesicht und er ist 1,65 bis 1,68 groß, also etwa 20 Zentimeter kleiner als Schüller.
51:11Für Hinweise, die zur Festnahme der beiden Gesuchten führen, ist eine Belohnung von jeweils 1,000 Mark ausgesetzt.
51:22Hinweise bitte an die Kriminalpolizei Braunschweig, Telefon 4771, an jede andere Polizeidienststelle oder eines der Aufnahmestudien.
51:35Vielen Dank, Herr Frickmann.
51:38Inzwischen laufen hier in Wiesbaden die Telefone heiß, meine Damen und Herren.
51:41Und vielleicht gibt es auf der Suche nach dem Bankschließfach schon Konkretes zu berichten.
51:46Lassen Sie uns aber vorerst bei den Ausnahmestudios anfragen, was es dort an Neuigkeiten gibt.
51:51Herr Vetterle, wie sieht es bei Ihnen in Zürich aus?
51:53Ja, Herr Zimmermann, die Sendung scheint bei uns so gelungen, die Zuschauer derart im Bank zu ziehen,
51:59dass es eigentlich vorher noch recht ruhig ist, aber das ist eine Erfahrung, die wir ja schon früher gemacht haben.
52:04Die meisten Telefonate treffen bei uns nach der ersten Sendung ein.
52:08Immerhin sind in Bezug auf den von Polizeikommando Rücksien gesuchten Hans-Ulrich Hennigfeld
52:14verschiedene Anrufe eingetroffen, dass das der Mann, der verdächtigt wird, verschiedene Einbrüche begangen zu haben.
52:20Unter anderem jenen hinweg ist mit 35.000 Franken Beute.
52:25Diese Hinweise werden zurzeit genau von der Polizei überprüft.
52:29Vielleicht noch eine Mitteilung für unsere Zuschauer im Fürstentum Lichtenstein.
52:33Die Polizei, das fürstlich-lichtensteinische Sicherheitsvor, möchte sich aktiv an unserer Sendung mitbeteiligen
52:41und lässt ihren Zuschauern im Fürstentum ausrichten, dass alle nützlichen Hinweise im Fürstentum
52:47direkt über Telefonnummer 17 abgegeben werden können.
52:51Das trifft aber nur für das Fürstentum zu.
52:54Für uns in der Schweiz bitte nicht die Telefonnummer 17 benutzen Sie es.
52:59Für dringende Notfälle gerechnet bei uns in der Schweiz gilt nach wie vor unsere Nummer 23 56 50.
53:07Vielen Dank, Herr Vetterli. Und bei uns in der Bundesrepublik natürlich auch die bekannten Telefonnummern und nicht etwa jetzt die Nummer 17.
53:14Aber wie sieht es denn bei Ihnen aus in Wien, Herr Portgorsi? Was können Sie uns denn berichten?
53:18Ja, wir scheinen hier eine ziemlich heiße Spur zu verfolgen.
53:23Das heißt, die Spur wird verfolgt von einem Funkstreifenwagen, der unterwegs ist zu einem Wiener Kaffeehaus.
53:30Es wurde von dort angerufen und der Informant meint, einen Gesuchten, einen von uns Gesuchten dort gesehen zu haben.
53:40Im Interesse der Fahndung möchte ich nicht sagen, wer es ist.
53:44Das ist klar.
53:45Und wir glauben, dass wir im Laufe des Abends noch Nachricht bekommen, ob die Fahndung positiv oder negativ ausgegangen ist.
53:52Wir haben ja noch eine zweite Ausgabe. Vielen Dank, Herr Portgorski, für das Erste.
53:55Und nun wollen wir hören, was in unserem Aufnahmestudio los ist.
53:57Peter Hohen, wie sieht es aus? Bankfach, Schlüssel?
54:00Ja, das ist natürlich das Interessante aus dem Augenblick.
54:03Aber auch in den anderen Fällen sind einige Dinge eingetroffen, die es, glaube ich, wert sind, erwähnt zu werden.
54:08Zunächst im Mordfall Polster.
54:10Es ist in der Umgebung von Hamburg eine Tasche gefunden worden, vor längerer Zeit.
54:14Aber der Mann, der sie gefunden hat, hat sich jetzt erst gemeldet in Hamburg.
54:17Diese Tasche dürfte mit einiger Sicherheit aus dem Besitz des toten Leo Polster stattfinden.
54:21Das wäre eine sehr interessante Spur.
54:22Inhalt nach, das wird im Augenblick überprüft.
54:25Ich weiß also jetzt selbst noch nichts Genaueres über den Inhalt.
54:28Aber nach allem, wie es aussieht, scheint diese Tasche tatsächlich vom Mörder wahrscheinlich dort weggeworfen zu sein.
54:34Dann ist, glaube ich, auch interessant, im Fall Günter Schüller, den wir also jetzt zum Schluss hatten,
54:39er soll vor sechs Tagen noch mit einiger Sicherheit am Ammersee gewesen sein, mit einer Frau,
54:44ist dort inzwischen abgereist.
54:46Wohin, weiß man im Augenblick noch nicht.
54:48Vielleicht wird sich das noch ergeben.
54:49Und nun also zu diesem Schlüssel.
54:52Die Hinweise konzentrieren sich auf zwei Banken, beide in Bayern.
54:56Beide scheinen, ich betone das, scheinen Schließfächer mit dieser Nummer 2316 zu haben.
55:02Aus den Nummern, die angegeben wurden, kann man es schließen.
55:05Es wird noch überprüft.
55:06Im Augenblick ist mehr noch nicht zu sagen.
55:09Wir werden sehen.
55:10Meine Damen und Herren, vielleicht lüftet sich das Geheimnis dieses Bankfachs noch im Laufe des Abends.
55:14Jetzt aber möchte ich Sie bitten, noch uns Ihre Aufmerksamkeit zu schenken in einer Mordsache.
55:20Dieser Mann wird beschuldigt, vor sechs Wochen am 8. Mai drei Menschen ermordet zu haben.
55:26Seine Ehefrau und seine beiden Kinder.
55:28Er heißt Rudi Karl Hünicke.
55:31Er wurde schon mehrfach, es wurde schon mehrfach nach ihm gefahndet, jedoch ohne Erfolg.
55:35Es gibt aber Anzeichen dafür, dass sich Hünicke nach wie vor im deutschsprachigen Raum aufhält.
55:42Hünicke ist 55 Jahre alt, 1,87 groß und schlank.
55:46Er hat dunkle Augen, an der Schläfe stark ergraute Haare.
55:52Für Hinweise, die zur Festnahme des Gesuchten führen, sind Belohnungen von insgesamt 4.000 Macht ausgesetzt.
55:58Hinweise bitte an die Kriminalpolizei Köln, Telefon 2751, die Vorwahl von Köln 0211, an jede andere Polizeidienststelle oder an eines unserer Aufnahmestudios.
56:13Damit, meine Damen und Herren, sind wir mit dem ersten Teil unserer Sendung zu Ende.
56:17Wir melden uns mit weiteren Ergebnissen wieder, hier in der Bundesrepublik gegen 22.25 Uhr,
56:24in der Schweiz um den Lichtenstein um 22.55 Uhr und in Österreich gegen 23.10 Uhr.
56:30Und ich habe das Gefühl, wenn ich mir das anhöre, wie hier die Telefone klingeln,
56:34dass wir Ihnen zu diesem Zeitpunkt dann noch interessante Nachrichten mitkeilen können.
56:39Sie sehen dann auch noch einmal alle Fahndungsfotos der heutigen Sendung.
56:43Und bis jetzt, bis dahin dann, guten Abend.

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