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  • vor 3 Monaten
Aktenzeichen aus 1982 mit Zimmermann

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Transkript
00:00Musik
00:02Zwei Mädchen tanzen ausgelassen in einer Diskothek.
00:26Ramona Schart und Andrea Lenz aus einem kleinen Ort in der Pfalz.
00:30Es ist der Abend des 19. Juli 1981.
00:36Am nächsten Morgen sind die beiden Mädchen tot.
00:39Ihre Leichen werden in einem Waldstück bei Belheim gefunden, eines von vielen Verbrechen an Anhalterinnen.
00:48Guten Abend, meine Damen und Herren.
00:51Sie erinnern sich vielleicht an diesen Fall aus unserer letzten Sendung.
00:54Es sieht so aus, als ob die Kripo inzwischen dicht vor der Klärung dieses Falles steht.
00:57Sie konnte einen 43-jährigen Mann festnehmen, der in einer Gaststätte mit Kenntnissen geprahlt hatte, die eigentlich nur der Täter oder ein Mitwisser wissen kann.
01:08Im Wagen des Festgenommenen wurden außerdem Blutsprungen gesichert, die eindeutig von einem der Mädchen stammen.
01:14Die Eingang, der Eigentümer des Wagens bestreiteten allerdings irgendetwas mit dem Doppelmord zu tun zu haben.
01:23Er könne sich, so sagt er, nur vorstellen, dass ein Fremder seinen Wagen in der Mordnacht benutzt habe.
01:27Die zuständige Kripo in Ludwigshafen hat zwar Zweifel an dieser Darstellung, dennoch möchte sie heute Abend fragen.
01:35Wer hat diesen Wagen, einen dunkelblauen Mercedes 220 Diesel, mit dem Kennzeichen GER LS 87 in der Nacht zum 20. Juli 1981 gesehen?
01:46Und wer kann Angaben über die Insassen dieses Wagens machen?
01:50Hinweise bitte an die Kripo in Ludwigshafen.
01:53Eine andere Verhandlung hat sich inzwischen erledigt.
01:58Denn der Gesuchte, Robert Hain, hat sich zehn Tage nach unserer letzten Sendung selbst der Polizei gestellt.
02:05Er gehörte zu jenen fünf Ausbrechern, die auf sehr spektakuläre Weise durch einen Abwasserkanal aus der Justizvollzugsanstalt Dietz geflohen waren.
02:14Um Ausbrecher ging es auch bei einer Verhandlung, die wir in der letzten Sendung für die Schweiz ausgestrahlt haben.
02:20Bitte, Konrad Tens.
02:21Die drei Gesuchten, ein Schweizer und zwei italienische Staatsbürger, hatten mit Waffengewalt ihre Flucht aus der Strafanstalt Torberg erzwungen.
02:31Nach unserer Sendung hat die Polizei zunächst feststellen müssen, dass die drei vermutlich weitere Einbrüche im Kanton Wallis verübt haben.
02:40Vor wenigen Tagen kam die Meldung aus Nizza, dass zwei von ihnen dort festgenommen werden konnten.
02:46Einer, nämlich Pietro Senis, ist immer noch flüchtig.
02:50Auf recht ungewöhnliche Weise, nämlich durch die internationale Auswertung von Zuschauerhinweisen,
02:56ist in der vergangenen Woche noch eine weitere Fahndung abgeschlossen worden.
03:00Sie betraf einen internationalen Scheckbetrüger, der sich hier in der Schweiz Aenilso Rosafo genannt hatte.
03:08Die Zuschauerhinweise hatten damals nach der Sendung ergeben,
03:12dass derselbe Mann, dessen Foto wir ausgestrahlt haben,
03:15in einem Hotel in Norditalien als Alfredo Marrero Mieres aufgetreten war.
03:22Über Interpol konnte dann festgestellt werden, dass ein Mann dieses Namens auch die österreichischen Behörden beschäftigt hat, Peter Niedetzky.
03:31Das stinkte auch.
03:32Hier wurde nämlich im September ein Mann bei dem Versuch festgenommen, deutsche Euro-Schicks einzulösen, die gestohlen waren.
03:40Er hatte einen Pass bei sich, in dem der Name Alfredo Marrero Mieres stand.
03:45Inzwischen konnte festgestellt werden, dass diese Person mit großer Wahrscheinlichkeit mit dem angeblichen Aenilso Rosafo identisch ist.
03:53Die Schweizer Behörden haben deshalb inzwischen auch die Auslieferung beantragt.
03:58Meine Damen und Herren, Sie wissen, der Polizei ist in den vergangenen Wochen ein großer Schlag gegen den internationalen Terrorismus gelungen.
04:06Drei der meistgesuchten Personen konnten festgenommen werden, Brigitte Monhaupt, Adelheid Schulz und Christian Klach.
04:13Dieser Erfolg ist dem glöcklichen Zusammentreffen von drei Faktoren zu verdanken.
04:20Der Hilfe des Zufalls, der Tüchtigkeit der mit diesem Vorgang befassten Beamten und dem umsichtigen Führungsstil des neuen Bundesinnenministers.
04:30Die Gefahr, die vom Terrorismus ausgeht, ist damit aber nicht beseitigt.
04:34Es kommt jetzt darauf an, die organisatorische Basis und das Umfeld der Festgenommenen so weit wie möglich aufzudecken.
04:40Ansatzpunkte dazu bieten in erster Linie die neuesten Fotos der Festgenommenen und ihre Verhaltensweisen.
04:48Die Polizei hat zahlreiche Personalpapiere, Fahrzeugdokumente und Kennzeichen sichergestellt,
04:55aus denen sich ergibt, dass sich terroristische Gewalttäter unter anderem auch in Österreich, Frankreich und in der Schweiz aufgehalten haben.
05:03Hier in der Bundesrepublik wurden bisher 13 sogenannte Erddepots gefunden,
05:07in denen die Täter Waffen, Munition, Geld und Ausweispapiere vergraben hatten.
05:11Vier der 13 Depots sind erst in den vergangenen Tagen entdeckt worden,
05:14und zwar in der Nähe von Marburg, Hagen-Westfalen, Heusenstamm und Resse bei Hannover.
05:22In einem fand die Polizei unter anderem solche Panzerwesten, deren Herkunft bisher nicht geklärt werden konnte.
05:31Sämtliche Depots befanden sich in Waldgebieten, die mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln zu erreichen sind,
05:37auf die ungefähre Lage weiterer Depots, die bisher nicht gefunden werden konnten, hat die Polizei konkrete Hinweise.
05:45Die drei mutmaßlichen Terroristen trugen bei ihrer Festnahme diese Kleidung, die zum Teil noch relativ neuwertig ist.
05:52Das Bundeskriminalamt stellt jetzt dazu folgende Fragen.
05:56Wer hat Brigitte Monhaupt, Adelheid Schulz und Christian Klar in den letzten Monaten gesehen?
06:02Wo haben sie Wohnungen unterhalten oder angemietet?
06:04Wo haben sie übernachtet? Wo haben sie gegessen? Wo haben sie eingekauft?
06:10Alle drei haben im Übrigen im Raum Hamburg dieses grüne Damenfahrrad, der Marke Peugeot, benutzt,
06:16das bei der Festnahme Christian Klaas sichergestellt worden ist.
06:20Frage, wo ist dieses Fahrrad in den vergangenen Wochen und Monaten untergestellt oder gesehen worden?
06:27Besonders auffällig, an dem grünen Rahmen ist mit braunem Klebeband eine schwarze Luftpumpe befestigt.
06:34Frage auch, wer hat Beobachtungen gemacht, die zum Auffinden weiterer Erddepots führen können?
06:43Es fällt auf, dass bisher keine Depots in den Grenzgebieten nach Österreich, der Schweiz und Frankreich entdeckt worden sind,
06:50obwohl Hinweise auf häufigen Grenzwechsel vorliegen.
06:52Nach den Festnahmen in den vergangenen Wochen konzentriert sich die internationale Fahndung jetzt auf diese fünf Personen,
07:01von denen die Polizei zum Teil ebenfalls neue Fotos besitzt.
07:04Inge Vieth, 38 Jahre, 1,83 groß, schlank, braune Augen, hellblonde Haare, trägt zeitweise eine Brille.
07:15Ingrid Jakobsmeier, 28 Jahre, 1,75 groß, schlank, blau-grüne Augen, mittelblonde Haare.
07:22Henning Bär, 24 Jahre, 1,78 groß, schlank, grau-blaue Augen, braune Haare.
07:31Helmut Pohl, 39 Jahre, 1,73 groß, schlank, blau-graue Augen, mittelblonde Haare.
07:40Und Gisela Dutzi, 30 Jahre, 1,66 groß, schlank, grau-grüne Augen, dunkle Haare.
07:48Für Hinweise, die zur Festnahme der Gesuchten führen, sind Belohnungen von jeweils 50.000 Mark ausgesetzt,
07:54im Fall Inge Vieth 100.000 Mark.
07:56Hinweise bitte an das Bundeskriminalamt, jede andere Polizeidienststelle oder eines unserer Aufnahmestudios.
08:07Für den nächsten Fall, meine Damen und Herren, ist die Kantonspolizei Solothurn in der Schweiz zuständig.
08:13Es geht um den Mord an einem Polizeibeamten im Mai dieses Jahres.
08:17Der Fall zeigt, dass es die Grippe auch in der Schweiz immer mehr mit Straftätern zu tun hat,
08:22die in professioneller Manier ein Verbrechen an das andere reihen.
08:27Dies schlägt sich auch bei den polizeilichen Ermittlungen nieder.
08:30Immer mehr müssen einzelne, oft weit auseinanderliegende Verbrechen auf mögliche Zusammenhänge hin überprüft werden.
08:37Und das führt dann nicht selten, erst lange nach einer Tat, zu der Erkenntnis,
08:41dass sie zu einer bestimmten Serie gehört oder eine Vorbereitungshandlung für ein anderes Verbrechen war.
08:46In der Nacht zum 22. Dezember 1980 dringen in Meilen am Zürichsee zwei unbekannte Täter in eine Autowerkstatt ein.
08:57Die Männer entwenden zwei Fabrikneue Fahrzeuge.
09:23In dem einen, einem goldbraunen BMW Coupé, liegen Nummernschilder, die am nächsten Tag an dem Fahrzeug angebracht werden sollten.
09:39Der zweite Wagen, ein silberfarbener BMW 323i, wird vom Hof der Werkstatt gestohlen.
09:47Für die Polizei ist der Diebstahl der zwei Fahrzeuge zunächst ein Fall von vielen.
09:50Es dauert ein ganzes Jahr, bis er in seiner wahren Bedeutung und in seinen Zusammenhängen gesehen werden kann.
10:0415. Dezember 1981
10:06Zwei unbekannte Täter überfallen im Kanton Bern, Leo Schmidt, den Kassierer einer Bezirkskasse und zwingen ihn und seinen Sohn zur Wohnung seines Direktors in Laufen zu fahren,
10:18um dort die Schlüssel zur Bank und die Tresorschlüssel zu holen.
10:21Während einer der Täter den Kassierer vor sich her ins Haus treibt, bleibt der Sohn des Kassierers vom zweiten Täter bewacht im Wagen zurück.
10:40Schau an den Herr Schmid, das ist aber eine Überraschung. Was führt denn Sie zu euch?
10:56Entschuldigen Sie, Frau Bürgi, aber ich kann nichts dafür.
10:591, 2, 3
11:00Was ist, Maria? Wer ist es denn?
11:10Die, die, die wollen das Geld aus dem Bankdressort.
11:12Ich kann nichts machen, sie haben uns überrascht.
11:14Unter dem Auto ist noch ein zweiter, der hat meinen Sohn, den Petra, als Geisler.
11:18Lass, wo ist der Schlüssel?
11:19Aber das geht doch nicht.
11:21Direktor Bürgi fasst sich schnell. Er versucht, dem Täter seinen Plan auszureden.
11:26Das nützt Ihnen alles nichts. Der Schlüssel ist nicht hier. Ein Schlüssel ist da, aber da kommen Sie nie, nie rein.
11:32Währenddessen stiehlt sich sein Sohn Beat zum Telefon. Als der Täter dies bemerkt, reagiert er nervös.
11:39Kriegt den Telefon, ich schieße. Auflegen. Los, rüber. Los, alle raus.
11:45Der Kassierer bleibt in der Aufregung im Wohnzimmer zurück.
11:55Im Treppenhaus gelingt es Frau Bürgi und ihrer Tochter, im Lift zu entkommen.
12:05Der Täter, der mit seinem Komplizen in Funkverbindung steht, wird zusehends nervöser.
12:09Im Treppenhaus verliert er schließlich die Nerven und schießt.
12:18Beat!
12:22Schwer verletzt bleiben Hans Bürgi und sein Sohn Beat auf der Treppe liegen.
12:27Der zweite Täter hat sich inzwischen an das Steuer des roten Toyota gesetzt, der dem Kassierer der Bank gehört.
12:33Den 19-jährigen Sohn des Kassierers hat der maskierte Täter vorher mit Handschellen gefesselt.
12:38Da das Verbrechen nicht mehr wie geplant zu Ende geführt werden kann, kümmern sich die Täter nicht weiter um ihre Geiseln.
12:46Lediglich den Sohn des Kassierers nehmen sie auf ihrer Flucht mit.
12:52Wenige Kilometer von Laufen entfernt steht auf einem Parkplatz das goldbraune BMW Coupé, das ein Jahr zuvor in Meilen gestohlen worden war.
13:02Offensichtlich wurde dieses Fahrzeug von den Tätern seither ständig benutzt.
13:05Denn wie die Polizei später feststellt, wurde der Wagen seit dem Diebstahl rund 20.000 Kilometer gefahren.
13:12In dieser Nacht kommt es dann während der weiteren Flucht vor einer Baustelle zu einer Karambolage zwischen den beiden von den Tätern benutzten Fahrzeugen.
13:31Beide Wagen werden dabei beschädigt.
13:45Die Täter fahren vorerst mit dem BMW Coupé weiter, lassen es dann aber ein paar Kilometer entfernt stehen.
13:50Den Toyota des Kassierers lassen sie am Unfallort zurück, ohne sich weiter um die gefesselte Geisel zu kümmern.
14:14Peter Schmidt kann sich kurz darauf selbst befreien.
14:20Ein halbes Jahr später, in der Nacht zum 27. Mai 1982, sind vermutlich dieselben Täter wieder unterwegs.
14:29Diesmal haben sie es aber nicht auf Bargeld abgesehen.
14:32Sie dringen vielmehr in die Produktionsräume einer Blechwarenfabrik in Nunningen im Kanton Solothurn ein.
14:38Die Firma stellt in einer Spezialabteilung für die Zulassungsbehörden von fünf Schweizer Kantonen Auto- und Motorradkennzeichen her.
14:48Die Männer stehlen in dieser Nacht einen Tresor, in dem sie Prägematerial für Autokennzeichen vermuten.
14:54Drei Tage zuvor waren sie schon einmal in derselben Fabrik und haben andere Prägematrizen, Schablonen und Werkzeuge zur Herstellung von Autokennzeichen entwendet.
15:08Für den Abtransport des Tresors benutzen sie nicht nur den Gabelstapler, sondern auch einen Kleinlastwagen der Firma.
15:38Nach dem ersten Einbruch vor drei Tagen hat das Polizeikommando für den Raum Nunningen aber erhöhte Streifentätigkeit angeordnet.
15:53So kommt es, dass der VW Pritschenwagen mit seiner ungewöhnlichen Fracht schon wenige Minuten später einer Funkwagenbesatzung auffällt.
16:08Verstanden, Schluss.
16:10Du, schau mal, wieder die Sachen mit dem Tresor drauf.
16:13Ist das nicht der VW von der Blechwagenfabrik?
16:15Ich glaube, du hast recht.
16:17Der kommt am Hintermeeren.
16:18Korporal Germain Buchwalder und sein Kollege nehmen die Verfolgung auf.
16:22Der VW vor ihnen biegt links in eine Seitenstraße ein.
16:33Knapp 100 Meter weiter steht an einer Wegeinmündung der silberfarbene BMW, der vor eineinhalb Jahren ebenfalls in Meilen gestohlen worden war.
16:41Der VW wendet an der Einmündung und will in die Seitenstraße zurückfahren, sodass sich der Polizeiwagen und das Täterfahrzeug plötzlich frontal gegenüberstehen.
17:01Als die Täter sich gestellt sehen, eröffnen sie sofort das Feuer.
17:11Während der Kollege hinter einem Baum Deckung findet, sucht der bereits schwer verletzte Korporal Buchwalder vor dem BMW-Schutz, ohne zu wissen, dass dieses Fahrzeug zu den Tätern gehört.
17:30Rücksichtslos überfahren die Verbrecher den verletzten Polizisten und suchen das Weite.
17:35Korporal Buchwalder stirbt wenige Minuten später am Tatort.
17:41Das Verbrechen in Nuningen hat die Öffentlichkeit in der Schweiz damals sehr stark erregt.
17:45Oberleutnant Rüttimann von der Kantonspolizei Solothurn, der heute Abend bei Konrad Töns in unserem Schweizer Studio ist, war unmittelbar nach dem Verbrechen am Tatort.
17:55Ja, dieser Mord an unseren Kollegen ist zweifellos eines der brutalsten Verbrechen, das wir in Solothurn bisher zu bearbeiten hatten.
18:05Für unsere Ermittlungen sind zunächst die beiden BMWs von Bedeutung, die eineinhalb Jahre vorher in Meilen im Kanton Zürich gestohlen worden sind.
18:16Wir können zwar nicht mit Bestimmtheit sagen, dass die unterschiedlichen Straftaten von denselben Tätern verübt wurden.
18:22Der Zusammenhang zwischen dem Diebstahl in Meilen, dem Überfall in Laufen und den Straftaten in Nuningen ist durch diese Tatfahrzeuge aber gesichert.
18:33Mit jedem der beiden Autos haben die Täter über 20.000 Kilometer zurückgelegt.
18:38Die Polizei hofft deshalb darauf, dass sich jemand erinnert, wo diese Fahrzeuge in der fraglichen Zeit gewesen bzw. aufgetankt worden sind.
18:49Das goldbraune Coupé haben die Täter von Dezember 1980 bis Dezember 1981 besessen.
18:58Den silberfarbenen BMW 323 vom Dezember 1980 bis Mai 1982, also eineinhalb Jahre.
19:09An diesem Fahrzeug ist während dieser Zeit sogar eine kleine Reparatur am Heck vorgenommen worden.
19:16Frage, wer hat diese Reparatur ausgeführt?
19:19Die Täter haben zum Teil bei anderen Straftaten folgende Autokennzeichen gestohlen, die bis heute verschwunden sind.
19:29Das heisst, dass sie sie möglicherweise heute noch besitzen.
19:33Das Zürcher Kennzeichen ZH 166 470.
19:40Dann die Zürcher Garagenummer ZH 367 U.
19:46Und das Aargauer Kennzeichen AG 57304.
19:53Frage, wer kann Angaben über die drei Kennzeichen machen?
19:59Von einem der Täter bei dem Überfall in Laufen konnte ein Phantombild hergestellt werden.
20:05Der Mann war etwa 35 Jahre alt, 1,70 groß, schlank, braune Augen.
20:11Er sprach Deutsch mit jugoslawischem Akzent.
20:14Auch bezüglich des Verbrechens in Nunningen kann nur einer der Täter etwas genauer beschrieben werden.
20:21Alter etwa 35 Jahre, ca. 1,80 groß und schlank.
20:26Er sprach süddeutschen Dialekt.
20:29In der Prägewerkstatt ließen die Täter ein Kleidungsstück zurück.
20:35Diesen blauen Overall der Größe 46.
20:38Er ist bereits mehrmals gewaschen und hat am rechten Hosenbein eine Fleckstelle.
20:44Der Nähmaschinenoberfaden ist grau und der Unterfaden blau.
20:49Frage, wer hat diese Reparatur ausgeführt?
20:51Beim ersten Einbruch in die Prägewerkstatt haben die Täter diverses Prägematerial mitgenommen.
21:03Unter anderem eine solche Schablonenplatte mit eingelegten Zahlen und den Wappen von verschiedenen Kantonen.
21:10Darüber hinaus eine elektrische Schreibmaschine der Marke Hermes Modell 605.
21:17Schrift Techno Pika.
21:19Frage, wo sind diese Gegenstände aufgetaucht oder gesehen worden?
21:24Zum Schluss noch eine Frage.
21:28Wer weiß, woher dieser Vorschlaghammer stammt?
21:31Er ist bei einem Einbruch in ein Waffengeschäft im Laufen, der vermutlich auf das Konto derselben Täter geht, zurückgeblieben.
21:40Im ein Meter langen Stiel ist ein Wort mit elf Buchstaben eingebrannt, von denen jedoch nur noch die letzten fünf zu entziffern sind.
21:49N-T-E-R-T
21:53Für die Aufklärung des Mordes in Nuningen und den Überfall in Laufen sind Belohnungen von insgesamt 30.000 Franken ausgesetzt.
22:04Hinweise bitte an die Kantonspolizei Solothurn, an jede andere Polizeidienststelle oder an eines unserer Aufnahmestudios.
22:13Danke, meine Herren in Zürich.
22:15Unsere nächste Verhandlung für die Landespolizeidirektion Karlsruhe betrifft einen Mann, der von den Ermittlungsbehörden als hochkarätiger Wirtschaftstäter eingestuft wird.
22:26Er ist bereits mehrfach vorbestraft und zwar immer wegen der gleichen Delikte, Konkursvergehen und Betrug.
22:32Der Mann heißt Alfons Bitterwolf. Seine Masche, er gründet Firmen, leiht sich dazu Geld und kauft Waren ein, ohne zu bezahlen.
22:41Danach lässt er die Firmen in Konkurs gehen.
22:43Nach neueren Erkenntnissen der Kripo ist Bitterwolf in letzter Zeit vorwiegend in Süddeutschland und in der Schweiz aufgetreten.
22:49Alfons Bitterwolf ist 53 Jahre alt, 1,70 groß und schlank.
22:54Er hat schwarze Haare, hellbraune Augen und trägt eine dunkle Hornbrille.
22:59Möglicherweise benutzt er Falschnamen und wie in der Vergangenheit oft geschehen akademische Titel.
23:05Für Hinweise, die zur Festnahme des Gesuchten führen, ist eine Belohnung von 3.000 Mark ausgesetzt.
23:10Hinweise bitte an die Landespolizeidirektion in Karlsruhe.
23:14Und nun ein Fall für die österreichischen Behörden. Bitte, Peter Niederski.
23:21Es ist ein recht mysteriöser Fall, der seit einigen Jahren die österreichischen und die deutschen Behörden beschäftigt.
23:28Allerdings bisher ohne Ergebnis.
23:30Es geht um die österreichische Staatsbürgerin Hertha Kapp, die seit 1975 schon verschwunden ist.
23:38Die Behörden müssen annehmen, dass sie entführt wurde und einem Mord zum Opfer gefallen ist.
23:42Hertha Kapp lebte mehrere Jahre in Hamburg und kehrte im April 1975 zu ihrer Mutter nach Bleiburg in Kärnten zurück.
23:51Dort wurde sie am 30. April 1975 von einem Hamburger Bekannten zu einer Aussprache gebeten und abgeholt.
23:58Seitdem ist die Frau verschwunden.
24:00Die Polizei hat Grund zur Annahme, dass Frau Kapp später ermordet wurde.
24:04Deshalb heute die Frage, wer hat Hertha Kapp nach dem 30. April 1975 eventuell auf dem Weg nach Hamburg noch gesehen?
24:14Sie war zum Zeitpunkt ihres Verschwindens 29 Jahre alt, 1,60 Meter groß und voll schlank, hatte graue Augen und dunkelblond gefärbtes Haar.
24:25Sie trug einen knielangen braunen Ledermantel, dunkle Stiefel und außerdem hatte sie noch eine Handtasche aus Krokodilleder mit.
24:32Hinweise bitte an jede Polizeidienststelle oder an eines unserer Aufnahmestudios.
24:39Wenn Sie Hinweise geben können, meine Damen und Herren, hier noch einmal unsere Telefonnummern.
24:44Wien 82,36,21, Zürich 241,47,47 und München 95,01,95.
24:57Meine Damen und Herren, in der Kriminalstatistik gibt es die Rubrik Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung.
25:05Gemeint sind damit unter anderem Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und Missbrauch von Kindern.
25:09Über 42.000 Fälle wurden im vergangenen Jahr hier in der Bundesrepublik registriert.
25:17Die nüchterne Sprache der Statistiker vermittelt oft nur ein schwaches Bild von dem, was sich hinter dem amtlichen Begriff verbirgt.
25:25Die Kripo in Kiel fahndet seit mehreren Monaten nach einem unbekannten Mann, dem zwei besonders schwere Fälle dieser Art vorgeworfen werden.
25:32Im ersten Fall lauerte der Täter seinem Opfer in einem Parkhaus auf.
25:38Im zweiten verschaffte er sich unter einem Vorwand Zutritt zu einer Wohnung.
25:44Beide Fälle machen auf sehr plastische Weise deutlich, was sich hinter den unpersönlichen Zahlen der Statistik verbergen kann.
25:50Kiel, 5. Juni 1982. Ein sogenannter langer Samstag.
25:58An den Kassen der Geschäfte drängen sich um die Mittagszeit noch die Kunden.
26:01Auch in der Lebensmittelabteilung eines Kaufhauses in der Innenstadt.
26:05Gegen 12.45 Uhr hat Hannelore Heinrich, eine 38-jährige Behördenangestellte, den Wochenendeinkauf für ihre Familie erledigt.
26:13Hannelore Heinrich hat es sich zur Angewohnheit gemacht, keine größeren Geldbeträge mitzunehmen.
26:35Auch an diesem Tag hat sie gerade so viel Geld dabei, dass es für die Einkäufe reicht.
26:43Ihren Wagen, mit dem sie in die Innenstadt gefahren ist, hat Frau Heinrich in der Parkgarage des Kaufhauses abgestellt.
27:07Von der Lebensmittelabteilung geht sie zunächst zum Kassenautomaten, um die Parkgebühren zu bezahlen.
27:18Dann, wenige Minuten vor 13 Uhr, kommt Hannelore Heinrich zu ihrem Wagen.
27:24Auf dem Weg dorthin, durch das Parkhaus, ist ihr nichts Besonderes aufgefallen.
27:27Und doch wird sie in wenigen Augenblicken Opfer eines Verbrechens werden, unter dem sie noch sehr lange zu leiden haben wird.
27:39Hilfe!
27:40Kein Mucks!
27:41Rutsch rüber, los!
27:41Dein Geld her!
27:42Der Mann, der völlig überraschend auftaucht, nutzt die Schrecksekunde, um die Frau zu überrumpeln und ihr Auto in seine Gewalt zu bringen.
27:51Los runter, hopp dich hin!
27:56Jetzt ist Geld her! Alles Geld! Auch die Schecks! Schnell!
27:59Ich hab kein Geld mehr. Ich war grad einkaufen. Nur Kleingeld hab ich noch hier.
28:07Verdammte Scheiße!
28:10Na gut, machen wir halt was anderes.
28:15Du bleibst unten! Kein Mucks! Sonst gibt's was! Sonst mach ich nicht alle!
28:20Der Täter will die Frau nicht nur berauben. Offensichtlich hat er von Anfang an auch noch ganz andere Absichten.
28:36Mit dem Wagen seines Opfers verlässt er rasch die Kieler Innenstadt.
28:42Für Hannelore Heinrich ist die Fahrt eine einzige Tortur.
28:47Ich halte es nicht mehr aus.
28:50Ich halte es nicht mehr aus.
28:51Sei still! Wollt schon gehen und unten bleiben!
28:55Während der Fahrt sucht sich der Mann im Radio einen Sender mit klassischer Musik.
29:09Wohin der Täter den Wagen steuert, kann Hannelore Heinrich nicht erkennen.
29:20Mann USA
29:21pix dich.
29:23Machster
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