- vor 9 Monaten
Hauptkommissar Köster - Siegfried Lowitz /
Drehbuch - Karl Heinz Willschrei
Regie - Helmuth Ashley
Drehbuch - Karl Heinz Willschrei
Regie - Helmuth Ashley
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TVTranskript
00:00Musik
00:30Happy Birthday to you
00:35Happy Birthday to you
00:39Happy Birthday, Herr Frichter
00:42Happy Birthday to you
00:46Das ist ein Wahnsinn
00:50Wie haben Sie in London gesehen?
00:53Reiner Porno, gesungener Porno
00:55Nicht so, shit him
00:57Hart und brutal
00:59Dabei sind es doch gar nicht mal die Texte
01:02Die sind harmlos, wenn man es überhaupt versteht
01:04Aber man kriegt kaum ein Wort mit
01:05Weil sie so schreit und kreischt
01:07Nein, es ist die Frau
01:08Die ist so fett und so hässlich
01:11Das schon wieder richtig schön ist
01:12Und umwerfend ordinär
01:14Okay, okay, schon überredet
01:16Guck mir Ihre Show an, wann kommt sie?
01:18An sie, Birgit nochmal
01:19Kommst du hier mit?
01:20Frag sie selbst
01:21Sie ist im Moment zu sehr beschäftigt
01:24Aber weißt du, ich bin ehrlich gespannt
01:26Charme besteht darin
01:28Ein Ja als Antwort zu bekommen
01:31Ohne die Frage gestellt zu haben
01:33Und worum besteht Frechheit?
01:35In der Vorwegnahme des Unvermeidlichen
01:37Und was ist unvermeidlich?
01:43Der Austausch der Telefonnummer
01:45Man bildet im Kopf die Quersumme
01:48Und wenn dann eine bestimmte Zahl herauskommt
01:51Dann ist es Liebe
01:53Was ist Ihre Telefonnummer?
01:58Was ist Ihre Zahl?
02:01Null
02:01Null ist keine mögliche Quersumme
02:06Das ist ja mein Schicksal
02:07Also gut
02:11Ich habe kein Telefon
02:15Da Sie kein Telefon haben, müssen Sie mich anrufen
02:18Bitte
02:19Und denken Sie an die Hölle
02:25Warum die Hölle?
02:28Wissen Sie nicht, was die Hölle ist?
02:31Ein Feuer?
02:32Falsch
02:32Ein Film
02:33Ein ununterbrochener
02:36Sich in alle Ewigkeit wiederholender Film
02:38In dem Ihnen vorgeführt wird, was Sie in Ihrem Leben aus eigener Dummheit
02:43Alles versäumt haben
02:45So, ich glaube, das langt
02:49Habe ich Sie gestört?
02:51Ich habe es nicht wahnsinnig gern, dass man Frauen, die in meiner Begleitung sind, anmacht
02:55Es tut mir leid, das konnte ich ja nicht wissen
02:57Wir gehen
02:59Ihr vielleicht
03:01Ich nicht
03:03Du stehst jetzt sofort auf und kommst
03:05Bitte nicht
03:06Nicht hier und nicht jetzt
03:08Dann komm
03:09Hast du bezahlt?
03:14Ja
03:14Ich bin
03:44Na, wie ist es?
03:45Wollen wir noch Warders was trinken?
03:47Ich hätte schon Lust
03:48Was ist mit dir?
03:50Meinetwegen
03:51Gehen wir in die Schildkröte
03:53Ah, nee
03:54Habe ich Lokalverbot
03:55Dann gehen wir in Dimpel
03:57Habe ich auch Lokalverbot
03:58Also dann weiß ich eine Kneipe, wo du garantiert noch nicht Lokalverbot hast
04:03Lass hören
04:04Schönfeldstraße 8, dritter Stock
04:06Und es gibt alles, was das Herz begehrt und gratis
04:08Einverstanden?
04:09Okay, gehen wir zu dir
04:11Ach, und ich muss doch morgen so früh raus
04:13Da weiß ich auch was
04:15Du gehst einfach nicht ins Bett
04:16Wer war dieser Typ?
04:35War's nicht?
04:35Er hat dir doch seine Karte gegeben
04:37Ich hab nicht drauf geguckt
04:39Sollst du ihn anrufen?
04:40Weshalb gibt einem jemand sonst seine Karte?
04:42Weshalb hast du die Karte genommen?
04:44Weil ich ein höflicher Mensch bin
04:45Weil du ihn anrufen willst
04:47Bitte fang nicht wieder an
04:48Gib mir die Karte
04:49Nein
04:50Weißt du, du willst ihn anrufen?
04:53Ich weiß nicht, ob ich ihn anrufen will oder nicht
04:55Aber ich weiß, dass ich von dir nur eins will
04:57Dass du mir einmal vertraust
04:59Sonst ist es aus mit uns
05:01Blöd
05:12Ich find meine Schlüssel nicht
05:15Komm, guck richtig nach
05:16Nein, ich hab sie nicht
05:19Hast du sie in der Bar verloren?
05:22Nein, bestimmt nicht
05:23Sie können nur in meiner Galerie sein
05:26Bist du sicher?
05:28Sie können nur da sein
05:29Und ich glaube, ich weiß auch wo
05:31Ich hab da den einen Schlüssel für meinen Schreibtisch gebraucht
05:35Und da hab ich den ganzen Schlüssel wund liegen lassen
05:38Und jetzt macht doch nichts, oder?
05:41Wir fahren einfach in der Galerie vorbei und holen sie, ja?
05:43Aber den Schlüssel von der Galerie, den hast du da, ja?
05:49Ja
05:50Schlaumeier
05:52Hier ist er
05:53Komm, fahr zur Galerie, bitte
05:55Ich bin gleich wieder da
06:09Ich bin gleich wieder da, ja, dann gern zu sein
06:14Ich bin gleich dahin
06:15Ja, das gibt mir einfach Rum
06:19Musik
06:49Musik
07:19Mensch, das dauert
07:38Vielleicht telefoniert sie?
07:40Um die Zeit mit wem?
07:42Mit jemand, der ihr seine Telefonnummer gegeben hat, mit wem sonst?
07:45Jetzt fängst du auch noch damit an
07:47Komm, komm, komm, wir kennen Silke, die macht doch nicht lange rum, was sie will, das will sie gleich
07:51Das ist doch Unsinn, sie hat die Visitenkarte nur genommen, weil der Typ sie hier aufgedrängt hat
07:55Und du möchtest jetzt ein bisschen motzen, oder?
07:58Den Hans aufhetzen
07:59Ich finde das wirklich zu albern
08:01Wir vergessen auch nicht Schlüssel an einem Ort, wo man ungestört telefonieren kann, ja?
08:05Jetzt hör bitte auf damit
08:07Dann bleibt sie bloß
08:09Hast du überhaupt kein Licht angemacht?
08:15Jetzt geh ich rauf und gucke
08:16Komm, komm, komm, komm
08:22Sie ist mit einem stumpfen Gegenkrant.
08:50Sie ist wahrscheinlich mit dieser Statue auf den Schädel geschlagen worden.
08:54Einmal aber mit sehr viel Kraft. Die Schädeldecke ist zertrümmert.
09:00Habt ihr was?
09:01Die Statue ist abgewischt worden. Oder der Täter druck Handschuhe.
09:13Wie viel Zeit ist vergangen zwischen dem Moment, wo die Frau Frey ins Haus gegangen ist
09:17und dem Moment, wo Sie ihr nachgingen?
09:21Ich würde sagen, zehn Minuten, höchstens zehn Minuten. Eher weniger.
09:25Und als Sie aus dem Auto ausstiegen, da brannte in der Galerie kein Licht.
09:29Da sind Sie sicher?
09:29Ja, ganz sicher.
09:31Und die Haustür ist von Frau Frey aufgeschlossen worden.
09:34Ja.
09:35Und als Sie raufkamen, da war die Tür zur Galerie offen.
09:38Ja.
09:39Herr Köster, das ist der Freie der Ehemann der Toten.
09:48Köster, Kriminalpolizei.
09:50Sie wissen schon alles, Herr Pfarrer.
09:53Wer hat Sie denn benachrichtigt?
09:54Ich.
09:55Sie haben Herrn Frey angerufen.
09:57Sie waren zu Hause.
09:58Mhm.
09:58Wo ist denn das?
09:59Wo ist das passiert?
10:01Wo ist das passiert?
10:04Offenbar waren Einbrecher in der Galerie.
10:08Ihre Frau hat es überrascht und Sie haben sie niedergeschlagen und...
10:11Einbrecher?
10:13Die Galerie ist doch gesichert.
10:15Eine Alarmanlage und zwei Sicherheitsschlösser.
10:17Wieso hat die Alarmanlage nicht funktioniert?
10:19Unsere Experten sind gerade dabei, das festzustellen.
10:23Es sieht aber so aus, als hätten die Einbrücher Schlüssel gehabt
10:25und als hätten sie sich auch mit der Alarmanlage gut ausgekannt.
10:28Schlüssel?
10:29Ausgeschlossen.
10:30Schlüssel hatte nur meine Frau und ich.
10:33Herr Frey, haben Sie die Bilder abgenommen?
10:35Oder Ihre Frau oder die Einbrücher?
10:37Ich?
10:37Wieso ich?
10:39Ich hatte mit der Galerie überhaupt nichts zu tun.
10:41Ich habe mein eigenes Geschäft.
10:43Eine Möbel- und Antiquitätenhandlung.
10:46Nein.
10:47Ich kann mir nicht vorstellen, dass meine Frau die Bilder abgenommen hat.
10:52Die Ausstellung sollte ja noch vier Wochen dauern.
10:54Ich hatte die Galerie zum letzten Mal betreten, als diese Ausstellung eröffnet wurde.
10:57Das war vor einer Woche.
10:58Ich bin fest überzeugt, die Einbrecher haben die Bilder aus dem Rahmen genommen,
11:01um sie besser transportieren zu können, nicht?
11:04Würden Sie feststellen, ob Bilder fehlen?
11:07Das lässt sich so schnell nicht sagen.
11:10Man müsste den Katalog mit den vorhandenen Bildern vergleichen,
11:12aber ich kann das ja morgen tun, wenn Sie wollen.
11:14Hat Ihre Frau Angestellte Mitarbeiter?
11:17Eine Frau Becker, Charlotte Becker.
11:20Die wohnt irgendwo am Arthur-Kutscher-Platz, die Nummer weiß ich nicht.
11:23Die war schon seit der Gründung der Galerie dabei, das heißt also seit drei Jahren.
11:27Und ein junges Mädchen, Ines heißt sie, aber von der weiß ich nicht einmal die Familiennamen.
11:33Sonst niemand?
11:34Sonst niemand, nein.
11:35Gibt es eine Putzfrau, die Schlüssel hat?
11:37Ja, ich bin überzeugt, dass es eine Putzfrau gibt, aber ich kenne sie nicht.
11:41Aber ich bin ebenso überzeugt, dass sie keinen Schlüssel hat.
11:44Die Bilder, die Sie hier sehen, sind immerhin fast eine Million wert.
11:48Ja, meine Herrschaften, das wäre im Moment alles, was wir heute Nacht tun können.
11:52Ich habe Ihre Namen und Telefonnummern, Adressen.
11:55Und wenn ich weitere Fragen habe, dann werde ich auf Sie zukommen.
11:58Guten Abend.
11:59Guten Abend.
11:59Guten Abend.
12:29Ah, guten Tag, Herr Frey.
12:57Tag, Herr Köster.
12:58Ich habe schon versucht, Sie in Ihrer Wohnung zu erreichen.
13:01Sie wissen doch, dass Sie ein Geschäft haben.
13:03Ehrlich gesagt, es wundert mich, dass Sie heute im Geschäft sind.
13:05So, warum?
13:06Sie waren also gestern Nacht in Ihrer Wohnung.
13:09Ja, sonst hätte mich Wagner nicht da.
13:11Natürlich. Und dann sind Sie gleich in die Galerie gefahren.
13:14Ja.
13:15Ja, wissen Sie, Herr Frey, meine Arbeit hat Ihre heiklen Seiten.
13:19Einerseits gilt es, einen Mord aufzuklären.
13:21Andererseits würden wir natürlich private Gefühle nicht verletzen.
13:24Verstehen Sie, was ich meine?
13:26Nein.
13:26Aber kommen Sie, setzen wir uns doch.
13:27Dankeschön.
13:34Bitte nehmen Sie Platz.
13:38Herr Frey, ich hätte gern gewusst, was Ihre Frau für ein Mensch war
13:42und wie Sie zu ihr standen.
13:47Wissen Sie, lassen Sie uns bei dem Letzteren beginnen.
13:51Wir hatten uns in den letzten Jahren auseinandergelebt, in jeder Beziehung.
13:58Es fing damit an, dass meine Frau Ihr Geschäft hatte, die Galerie, und ich meins.
14:02Dann zog sie aus unserer gemeinsamen Wohnung, sie hatte Ihre Wohnung, ich meine, und dann, wie sollte es anders kommen, hatte sie Ihren oder Ihre Partner und ich meine.
14:18Aber Sie haben sich nicht scheiden lassen.
14:20Nein, wir haben uns nicht scheiden lassen.
14:23Vielleicht aus Sentimentalität, vielleicht aus alter Anhänglichkeit.
14:32Ich habe Silke geheiratet, als sie noch ein halbes Kind war.
14:36Sie trägt nicht nur meinen Namen, sondern sie war auch irgendwie mein Geschöpf.
14:42Waren Sie finanziell noch miteinander verbunden?
14:46Wir haben die Galerie und den Antiquitätenhandel völlig unabhängig geführt, schon aus Steuergründen.
14:52Und daraus hat sich zwangsläufig ergeben, dass wir zwei Konten hatten.
14:55Wie ging es Ihrer Frau wirtschaftlich?
14:57Ich glaube, blendend.
14:59Während ich darauf gesetzt habe, kaufte sie neue Sachlichkeit.
15:05Falls Sie wissen, was ich meine.
15:07Nicht genau.
15:08Eine Stilrichtung der 20er und 30er Jahre, ein Stil, der heute immer mehr Anerkennung findet.
15:13Oder einfacher gesagt, meine Frau hat sehr billig gekauft und verkauft jetzt sehr teuer.
15:23Haben Sie schon festgestellt, ob Bilder fehlen?
15:25Wie sollte ich das?
15:27Die Galerie ist doch versiegelt.
15:31Ja, natürlich.
15:32Entschuldige Sie, ich bin...
15:35Föhn.
15:38Aber die Schlüssel zur Galerie haben Sie noch?
15:42Ja, die sind in meiner Wohnung.
15:44Ah ja?
15:45Gut.
15:46Dann danke ich Ihnen schon, Herr Frey.
15:47Auf Wiedersehen.
15:48Auf Wiedersehen.
15:49Ach, äh...
15:51Darf ich Ihre Hände mal sehen?
15:53Meine Hände? Warum?
15:54Das ist nur Routine.
16:02Ist alles in Ordnung, Herr Frey.
16:04Auf Wiedersehen.
16:05Auf Wiedersehen.
16:08Auf Wiedersehen.
16:38Auf Wiedersehen.
17:08Hallo.
17:38Entschuldigung, aber Sie haben mich vielleicht erschreckt.
17:43Ja, Sie sehen direkt ertappt aus.
17:47Wieso haben Sie eigentlich einen Schlüssel zu dieser Wohnung?
17:51Es sind die, die Frau Frey in der Galerie vergessen hatte, die sie holen wollte
17:56und deren wegen sie in gewisser Weise erschlagen wurde.
18:02Und woher haben Sie Schlüssel?
18:07Von Silke.
18:09Und warum haben Sie in der vergangenen Nacht Ihre Schlüssel nicht Frau Frey gegeben?
18:13Frau Frey hätte ihre eigenen gar nicht holen brauchen und es wäre alles nicht passiert.
18:18Ich hatte meine Schlüssel nicht dabei.
18:20Haben Sie mit Frau Frey zusammen gelebt?
18:23Nein, ich habe eine eigene Wohnung erwarten.
18:26Ich war sehr oft hier.
18:28Naja, und jetzt packe ich ein paar Dinge, die mir gehören, zusammen.
18:32Ich möchte, dass das alles weg ist, bevor Herr Frey die Wohnung übernimmt.
18:37Ich meine, er ist ja wohl jetzt der Erbe.
18:43Stehen Sie schlecht mit Herrn Frey?
18:45Nein. Warum?
18:46Weil Sie es so eilig haben, hier aufzuräumen, bevor er kommt.
18:50Nein, nein, wir kennen uns zwar nicht sonderlich, aber wir haben nichts gegeneinander.
18:54Ja, schließlich habe ich ihn ja gestern Nacht angerufen und verständigt, ne?
18:59Wie standen die Eheleute frei zueinander?
19:02Ja, Silke war sehr verschwiegen in diesen Dingen, aber ich habe in letzter Zeit mitbekommen,
19:07dass die beiden häufig Streit hatten und es ging um Geld.
19:10Naja, Silkes Galerie ging sehr gut und sein Antiquitätenhandel ging wohl nicht so, ne?
19:17Herr Frey hat also Geld von seiner Frau verlangt.
19:21Viel Geld?
19:22Das weiß ich nicht.
19:24Wie geht es Ihnen eigentlich finanziell, wenn Sie die Frage erlauben?
19:27Naja, die Frage ist erlaubt. Mir geht es finanziell sehr gut.
19:30Ich bin Deutschlands gefragter Science-Fiction-Autor.
19:33Möge Sie Science-Fiction.
19:35Ehrlich gesagt nicht so.
19:37Schade.
19:38Gibt es irgendeinen Einwand, dass ich meine Sachen mitnehme?
19:42Ja, ich möchte die Wohnung zuerst durchsuchen lassen.
19:44Vielleicht finden wir einen Hinweis auf den Täter.
19:46Es waren Einbrecher. Warum glauben Sie, dass Sie hier einen Hinweis finden?
19:49Es waren Einbrecher, Herr Wagner, die kein einziges Schloss aufgebrochen haben.
19:53Die hatten zu allen Türen Schlüssel.
19:54Zur Eingangstür, zur Haustür, auch zur Türe der Galerie.
19:58So wie Sie zu dieser Wohnung.
20:08– Das war die von der Hausministerin. –
20:12der hausmeister hat es mir erzählt als ich heute morgen zur arbeit wollte und vor der versiegelten
20:40tür stand so furchtbar sie sind also die angestellte von frau frei die ines heißt die andere heißt charlotte
20:53becker ja also bis vor einem monat war frau becker noch bei uns wie soll ich sagen also sie trinkt auch
21:06während der arbeitszeit verstehen sie das verstehe ich wieso reden sie nur weiter und dass das trinken
21:18wurde immer schlimmer frau frei hatte mehrmals auseinandersetzung mit frau becker sie hat ihr
21:24verboten in der galerie zu trinken und dann hat sie sie wieder erwischt frau becker hatte eine
21:30flasche im schreibtisch versteckt und dann hat frau frei sie gefeuert fristlos und die die frau becker die
21:40wollte sich das nicht gefallen lassen sie hat klage eingereicht beim arbeitsgericht aber die ist
21:47abgewiesen worden weil ich musste bezeugen dass sie getrunken hatte ja und da hat frau becker uns
21:59gedroht sie hätte die galerie mit aufgebaut hat sie gesagt von anfang an und sie ließe sich nicht
22:05vor die türe setzen sie hätte eine gewinnbeteiligung mit frau frei ausgemacht und nur deshalb wolle frau frei
22:11sie rauswerfen jetzt wo sie große gewinne mache ja und sie würde sich ihr geld schon holen so oder
22:20so das hat sie wörtlich gesagt da war ich dabei hatte frau becker schlüssel zur galerie ja die hat sie
22:28nicht abgegeben haben sie die adresse von frau becker charlotte becker arthur kutscher platz elf
22:37auch noch eine frage kennen sie herrn wagner ja wie stand er zu frau frei warum fragen sie das
22:59warum weichen sie meiner frage aus schließlich war es herr wagner der frau frei tot gefunden hat
23:06oder zumindest behauptet und sehen sie ich habe die pflicht alle möglichkeiten zu durchdenken und
23:16deshalb frage ich sie wie stammt herr wagner zu silke frei gut er war ihr freund nicht wahr woher soll
23:27ich das wissen ich habe nicht unter silkes bett gelegen ich habe von freundschaft gesprochen nicht
23:32vom bett heuchler also sie waren seit zwei jahren befreundet er ist sehr nett gab es keine spannungen
23:47zwischen den beiden hans war schrecklich eifersüchtig hat dreimal am tag angerufen wollte über jeden
23:54schritt bescheid wissen den silke gemacht hat hat hat er ja grund zur eifersucht
23:59silke hatte oft gespräche essen partys mit künstlern ich war mal an die wir vertreten
24:09hans hat da wenig verständnis für und da gab es streit
24:13ja heftigen streit ja und anschließend gab es die versöhnung die war meist noch heftiger ich dachte
24:26sie hätten nicht unter dem bett gelegen stellen sie sich vor manchmal unterhalten sich frauen auch
24:31miteinander klatsch vergleichsmaßstäbe da gibt es aber direktere möglichkeiten zum vergleich wirklich
24:40ernsthaft es hat vergangenen abends streit gegeben frau frei hat sich in einer bar die
24:50visitenkarte eines mannes geben lassen der wagner hat es gesehen und hat ihr deshalb eine szene gemacht
24:57woher wissen sie das weil diese visitenkarte auf dem schreibtisch der galerie lag und weil ich
25:05eben mit dem besitzer dieser karte telefoniert habe und hat silke in vergangene nacht angerufen das
25:12konnte sie nicht weil der mann noch über eine stunde in der bar war aber sie könnte es versucht
25:17haben dabei hat wagner sie überrascht durchgedreht hans ist je zornig hat sie schon mal geschlagen und die
25:30bilder wer hat die bilder abgenommen woher wissen sie dass bilder abgenommen waren ich habe mit tom
25:38telefoniert ja das überlege ich auch wagner konnte die bilder in der kurzen zeit nicht aus den rahmen nehmen
25:47also also stellt sich die frage ob frau frei das am abend nicht selbst getan hat warum sollte sie das
25:55frage ich sie können sich gar keinen grund vorstellen
25:58keinem außerdem ist sie mit mir zusammen um halb sieben aus der galerie gegangen
26:06ich danke ihnen fräulein 7 7 wie 8 könnte ich auch noch ihre telefonnummer haben fräulein 7 wozu
26:18falls ich noch weitere fragen habe könnte doch sein oder ja könnte schon sein
26:28frau becker bitte machen sie auf kriminalpolizei
26:58abonniere
27:28Vielen Dank.
27:58Vielen Dank.
28:28Frau Becker!
28:31Sehen Sie denn nicht, dass ich schlafe?
28:34Nein, jetzt sind Sie wach.
28:37Köster, Kriminalpolizei.
28:39Schämen Sie sich nicht, eine schlafende Frau zu belästigen?
28:42Ich habe sie geweckt, aber ich habe sie nicht belästigt.
28:47Gibt es eine schlimmere Belästigung, um an seinen Menschen zu wecken?
28:50Ich muss mich mit Ihnen unterhalten, Frau Becker.
28:54Sie haben mich jedenfalls belästigt.
28:58Ich würde diese Tatsache vor Gericht nicht unerwähnt lassen.
29:03Wir werden schon sehen, was Sie davon haben.
29:05Ziehen Sie sich an, ich muss Sie verhören.
29:07Nur zu.
29:10Sie sollen sich was anziehen.
29:13Sie hören mich ja.
29:16Also verhören Sie mich.
29:19Aber verhören Sie sich nicht.
29:21Können Sie sich auch mal ausnahmsweise wie ein erwachsener Mensch benehmen?
29:27Wissen Sie, was der unerträglichste Tag meines Lebens war?
29:31Nein.
29:32Mein 30. Geburtstag.
29:34Und da habe ich gewusst, dass ich unwiderruflich erwachsen bin.
29:39Ich habe drei Tage lang getrunken.
29:42Das ist gut für die Leber.
29:44Es ist aber nett, dass Sie das sagen.
29:46Frau Becker.
29:49Was soll denn das?
29:51Genieren Sie sich nicht.
29:54Ziehen Sie sich aus und kommen Sie in die Wanne.
29:56Das ist sehr gastfreundlich von Ihnen, aber es ist mir dienstlich leider nicht gestanden.
30:04Spielen Sie immer den Clown, wenn Sie Angst haben?
30:08Spielen Sie immer den Vater, wenn Sie etwas erreichen wollen?
30:12Ja, einen jugendlichen Liebhaber würde man mir kaum glauben.
30:15Machen Sie sich nichts draus.
30:18Ich mag ältere Männer.
30:22Vielleicht bin ich darum so kindisch.
30:25Frau Becker, jetzt hören Sie mal auf mit dieser Witzelei. Es geht um einen Mord.
30:29Ein Mord? Wie schrecklich.
30:34Es war nicht gut, hm?
30:37Aber so ähnlich macht es immer im Kino die naive Blonde.
30:40Ich mag die naive Blonde, ehrlich.
30:43Die naive Blonde und den Mann, der nie mit dem Rücken zur Tür sitzt.
30:48Wen mögen Sie?
30:49Frau Becker, es geht wirklich um einen Mord.
30:53Ich weiß.
30:54Silke Frey ist heute Nacht in der Galerie erschlagen worden.
30:59Woher wissen Sie denn das?
31:00Stand doch gar nicht in der Zeitung.
31:02Was schließen Sie daraus?
31:04Nun, nur zu, Herr Kommissar.
31:07Wozu haben wir Sie Kriminalistik lernen lassen?
31:11Es steht noch nicht in der Zeitung, aber ich weiß es.
31:14Also?
31:16Also bin ich der Mörder.
31:18Wo waren Sie heute Nacht?
31:21Hier.
31:23Ich meine, da.
31:25Allein?
31:26Sehe ich so aus?
31:28Mit wem?
31:28Ich schäme mich ein bisschen, das zuzugeben.
31:38Es waren nämlich zwei, müssen Sie wissen.
31:42Aber da hat es sich um einen Mordfall handelt.
31:44Zwei?
31:45Mit dem ersten war ich so um Mitternacht fertig.
31:52Dann kam der zweite dran.
31:56Wie lange der vorgehalten hat, das kann ich Ihnen leider nicht sagen.
32:01Bin nämlich über ihm eingeschlafen.
32:03Ich glaube, die beiden liegen völlig geschafft bei meinem Bett.
32:16Sie wollen nur so sagen, dass Sie heute Nacht betrunken waren.
32:19Ich bin Alkoholikerin.
32:25Ich trinke stetig.
32:29Und das ausgiebig.
32:33Aber betrunken?
32:40Am Morgen trinke ich, damit das Zittern aufhört.
32:43Zum Mittag, weil es gut ist für die Verdauung, für den Kreislauf.
32:51Abends, weil es alle tun und nachts.
32:59Nachts, weil ich Angst habe.
33:01Haben Sie auch Angst vor der Nacht?
33:04Angst hat jeder.
33:06Ich schlafe manchmal schlecht durch mein Bier, wenn Sie das meinen.
33:10Genau das meine ich.
33:13Sie holen sich ein Bier, ich hole mir ein oder zwei Flaschen Whisky.
33:16Das ist der ganze Unterschied.
33:19Waren Sie heute Nacht in der Galerie, Silke, frei?
33:24Gehen Sie raus, ich ziehe mich an und dann reden wir ernsthaft, ja?
33:27Gut.
33:32Ich habe die Galerie aufgebaut.
33:36Silke hatte nie die geringste Ahnung von Bildern.
33:38Er hat sich allerhand klugscheißerisches Zeugs zusammen gelesen.
33:45Abstrakte Gegenständlichkeit.
33:47A-perspektivischen Perspektivismus.
33:51Formale Deformation, solchen Quatsch.
33:54Aber ein Bild vor sich haben, hinschauen und sehen, ob es gut ist oder schon, das konnte
33:57für Sie nie, ich habe eingekauft, für ein Butterbrot-Bilder, die Sie jetzt für 10, 20, 30.000 Mark verkauft.
34:08Ich wollte dafür 10% Gewinnbeteiligung, mehr nicht.
34:17Da hat sie mich hinausgeschmissen.
34:19Weil Sie getrunken haben.
34:21Oh ja.
34:22Ich habe immer getrunken und ich werde weiter trinken.
34:28Glauben Sie, damals, als ich die Bilder gekauft habe, die jetzt ein Vermögen wert sind, war ich nüchtern?
34:33Nein.
34:35Nur damals, da hat sie das Trinken nicht gestört.
34:39Aber dann, als es ans Zahlen ging, da war ich plötzlich die Angestellte, die am Arbeitsplatz trinkt
34:45und die somit fristlos kündbar war.
34:48Ich könnte sie umbringen.
34:54Entschuldigung.
34:56Stimmt es, dass Sie gesagt haben, Sie würden sich Ihr Geld schon holen?
35:00So oder so.
35:03Ja, das habe ich gesagt.
35:05Was haben Sie gemeint mit so oder so?
35:08Nichts.
35:09Nichts Konkretes.
35:12Es war ein Ausdruck von Wut.
35:14Aber Sie müssen doch eine Idee gehabt haben, wie sich das Geld, das Ihnen Ihrer Meinung nach
35:18Zustand holen wollen.
35:20Nein, hatte ich nicht.
35:23Das war ja der Grund, weshalb ich so wütend war.
35:26Haben Sie noch Schlüssel von der Galerie?
35:28Ja.
35:30Und Sie wissen, wie man mit Bildern umgeht?
35:35Was meinen Sie damit?
35:36Ich meine, wie man sie rahmt und wie man sie aus dem Rahmen rausnimmt.
35:40Natürlich weiß ich das.
35:41Warum fragen Sie das?
35:42Weil der Dieb die Bilder sehr fachmännisch behandelt hat.
35:49Kann ich jetzt gehen?
35:51Woher wussten Sie von Silke Freys Ermordung?
35:54Von der Putzfrau.
35:54Sie hat mich am Morgen angerufen.
35:57Ja, bitte.
35:58Kann ich jetzt bitte gehen?
35:59Nein, Sie müssen noch bleiben.
36:04Ich muss etwas trinken.
36:07Wir haben nichts da.
36:08Nur ein Bier?
36:14Sie sind die Hauptverdächtige.
36:19Ich laufe Ihnen nicht weg.
36:21Alkohol macht aggressiv.
36:23Es wäre nicht das erste Mal, dass jemand unter Alkohol etwas tut, was er nicht wollte.
36:27Dann wieder doch wollte.
36:29Wieder nicht wollte.
36:31Und dann tut.
36:32Und dann leugnet.
36:33Wenn ich nichts zu trinken kriege, dann gestehe ich Ihnen alles.
36:41Für eine Flasche Schnaps.
36:43Das wäre sehr unklug von Ihnen, denn dann würden Sie lange keinen Schnaps mehr bekommen.
36:50Unklug.
36:56Kommen Sie.
37:03Na, was meinst du?
37:09Schwer zu sagen.
37:13Sie wirkt aufrichtig.
37:17Andererseits.
37:19Ja.
37:21Hat sie das gemacht?
37:24Sie gibt so vieles zu, was sie belastet.
37:27Das ist ungewöhnlich.
37:28Ja, sie ist ungewöhnlich intelligent.
37:32Das könnte eine Masche von ihr sein.
37:34Ja, nein.
37:59Danke.
38:00Servus.
38:00Setzen wir uns, bitte.
38:14Ein Weißbücher, bitte.
38:15Oh, mögen Sie auch was?
38:16Nein, nein, danke.
38:18Herr Wagner, ich habe einige Ihrer Bücher gelesen.
38:22Oh, ich dachte, Sie mögen keine Science Fiction.
38:26Hat es Ihnen gefallen?
38:28Sie haben eine Vorliebe für Mordgeschichten.
38:30Ich muss gestehen, dass ich mir auch die Zukunft nicht ohne Aggression vorstellen kann und will.
38:37Ein häufiges Motiv ist die Eifersucht.
38:41Eine sehr menschliche Regung.
38:43Herr Wagner, Sie haben in den letzten drei Wochen fünfmal öffentliche Auseinandersetzungen mit Silke Frey gehabt.
38:49Das ist falsch. Es war siebenmal.
38:52Sie haben Sie bedroht.
38:54Ich habe Sie geliebt.
38:57Ich wollte, dass sie sich scheiden lässt.
38:58Ich wollte, dass sie mich heiratet.
39:02Und diese Frau, die Sie heiraten wollen, telefoniert hinter einem Kerl her, den Sie eine Viertelstunde vorher kennengelernt hat.
39:10Ja, ich habe auch die Visitenkarte auf dem Schreibtisch gefunden.
39:17Der Mörder muss Sie beim Telefonieren überrascht haben.
39:21Aber ein Einbrecher hätte sich doch still verhalten.
39:23Hätte Sie telefonieren und gehen lassen und dann ganz ruhig weiter in...
39:27Cusio in Ihrem Roman Alpha Centauri 2 verhält sich jedenfalls so.
39:33Die Situation ist etwas anders, aber gut.
39:37Während H9 lebe wohl Stella seine Geliebte tötet, als sie versucht, mit dem Außerirdischen Kontakt aufzunehmen.
39:44Weil er erkannt hat, dass sie schon kein Mensch mehr, dass sie schon willenlos zerstört ist.
39:47Und die Bilder? Wer hat die Bilder abgehangen?
39:52Ja, ja, ich weiß.
39:54Aber vielleicht gab es einen Einbrecher, der sich wie ihr Cusio und einen Mörder, der sich wie ihr Hanno verhalten hat.
40:01In derselben Nacht?
40:02Ja.
40:02Ich muss sagen, dass ich mich nicht trauen würde, etwas so Unwahrscheinliches zu schreiben,
40:07aber das Leben hat es wahrscheinlich nicht nötig, wahrscheinlich zu sein.
40:16Herr Kaffrey, Sie hatten mich doch gebeten, den Bestand der Bilder zu kontrollieren.
40:19Ja.
40:20Ja.
40:21Aber dazu müsste ich erst mal reinkommen, nicht?
40:23Ja, wieso? Wir haben doch das Siegel entfernt.
40:26Und Sie haben doch die Schlüssel.
40:27Ja, die Schlüssel, ja. Der ober- und der untere passt, aber der mittlere nicht.
40:30Dann schauen Sie.
40:30Ach, merkwürdig.
40:35Versuchen wir mal den Ihrer Frau.
40:48Voilà.
40:49Kennen Sie Frau Becker?
41:01Ja, natürlich. Sie hat doch für meine Frau gearbeitet.
41:04Wissen Sie, warum mir gekündigt wurde?
41:07Wurde?
41:07Wieso wurde? Ist die nicht von selbst gegangen?
41:11Sie haben keine Ahnung, was passiert ist.
41:13Nein.
41:13Was war denn los mit der Becker?
41:15Ich mochte sie eine sehr tüchtige Gau.
41:17Jedenfalls, solange ich noch mit der Galerie zu tun hatte.
41:19Sie ist eine Trinkerin.
41:23Trinkerin.
41:24Mein Gott, sie hat ihr Glas sauber ausgetrunken, wenn Sie das meinen.
41:27Aber das ist doch kein Kündigungsgrund.
41:30Ihre Frau war anderer Ansicht.
41:33Das verstehe ich nicht.
41:35Sie hat sich dann mal sehr gut mit der Becker verstanden.
41:37Jedenfalls, solange ich weiß.
41:39Sie hat sich so lange gut mit ihr verstanden, wie die Becker billig für Sie eingekauft hat.
41:43Als es dann aber ins Verkaufen ging und die Becker wollte ihre vereinbarten Prozente haben,
41:48da fand sie sie nicht mehr so nett.
41:50Sie scheinen ein schlechtes Bild von meiner Frau gewonnen zu haben.
41:53No, sie mochten sie doch auch nicht mehr so sehr gern.
41:58Wer sagt das?
42:00Sie lebten nicht mehr mit ihr zusammen.
42:04Ja, sie war ein schlechter Charakter.
42:07Sie war berechnend und unaufrichtig.
42:10Aber deshalb musste man sie doch nicht erschlagen, ne?
42:12Das Bevölkerungsproblem wäre gelöst, wenn man alle erschlagen würde,
42:16die berechnend und unaufrichtig sind.
42:18Ja.
42:20Nun, fehlt was?
42:22Von den wichtigen Sachen nicht.
42:25Und doch sonst...
42:28Ich glaube, es ist alles da, was im Katalog ist.
42:31Sie wissen, welche Bilder wichtig sind und welche nicht.
42:34Na hören Sie, ich bin schließlich auch Kunsthändler.
42:38Immerhin das Geschäft mit der neuen Sachlichkeit,
42:41war schließlich meine Idee.
42:43Dasselbe sagt Frau Becker von sich.
42:46Es ist merkwürdig.
42:47Zwei Fachleute haben die richtigen Ideen
42:49und der Dritte verdient das Geld damit.
42:51Wundert Sie das?
42:52Was soll da vorkommen?
42:53Ja.
42:54Gut, dann gebe ich Ihnen die Schlüssel Ihrer Frau zurück.
42:57Sie sind ja wohl der Erbe.
43:01Die Geschichte mit der Becker geht mir nicht aus dem Kopf.
43:04Und Silke hat ihr wirklich gekündigt?
43:06Ja, fristlos.
43:07Ja, fristlos.
43:36Hier, schauen Sie sich das an.
43:53An Galerie Streuli, Zürich.
43:56An Galerie Christensen, Kopenhagen.
43:59An Galerie Nathan, Paris.
44:01Und überall dieselbe Frage,
44:03wären Sie an neuer Sachlichkeit interessiert.
44:06Und zwar nicht auf dem Papier der Galerie Freie,
44:08sondern auf Ihrem privaten Briefpapier, Charlotte Becker.
44:10Ja, natürlich.
44:11Sie war ja auch nicht mehr in der Galerie angestellt,
44:13als sie die Briefe geschrieben hat.
44:14Aber das ist doch der Beweis.
44:16Sie wollte die Bilder stehlen
44:17und hat schon eifrig Abnehmer gesucht.
44:19Vielleicht wollte sie andere Bilder verkaufen.
44:21Welche?
44:22In Ihrer Wohnung war kein einziges.
44:24Nur diese leeren Röhren
44:25und diese Bilderkisten hier für den Transport.
44:27Wurden diese Briefe beantwortet?
44:29Ja.
44:32Hier.
44:35Erwarten eine Spezifizierung Ihres Angebots.
44:39Und hier bitte ich Sie um nähere Angaben
44:43über den Zustand und so weiter.
44:45Dann fahr los.
44:47Los?
44:49Wohin?
44:50Wer?
44:51Du.
44:52Ich will wissen,
44:53ob Sie diese Galerie besucht hat
44:55und was Sie konkret angeboten hat.
44:57Ach, ich es vergesse.
45:00Das sind die Schlüssel,
45:01die wir bei Frau Becker gefunden haben.
45:03Ich nehme an,
45:03es sind die zur Galerie.
45:05Schauen Sie,
45:05das ist mein Geschäft.
45:07Kaufen und Werker.
45:09Und das Kaufen kommt zuerst.
45:11Das ist doch nur logisch,
45:12nicht wahr?
45:14Es ist das viel Schwierigere,
45:16das,
45:16das,
45:16das Delikatere.
45:18Nehmen Sie zum Beispiel dieses Bild hier.
45:20Das habe ich in London vorher geworfen.
45:21War Frau Becker in Kopenhagen oder nicht?
45:25Doch,
45:25natürlich.
45:27Wir haben sogar lange über neue Sachlichkeit unterhalten.
45:31Sie verstehen eine ganze Menge davon.
45:34Sie sagte zum Beispiel,
45:35die Expressionisten sind nicht zum Unrecht so geschätzt,
45:39aber die Dinge,
45:40die Dinge in ihrer gnadenlosen Dinglichkeit,
45:42die Würde des Wirklichen,
45:43die ist erst von den Malern der neuen Sachlichkeit gesehen worden.
45:46Entschuldigen Sie,
45:47aber ich bin nicht nach Kopenhagen geflogen,
45:49um mir hier Vorträge über Kunst anzuhören.
45:53Ich frage Sie,
45:54welche Bilder Frau Becker Ihnen angeboten hat.
45:57Angeboten?
45:58Nein,
45:59nein,
45:59angeboten hat sie eigentlich nichts.
46:02Ja,
46:02sie sprach zwar von Carnold und Schrimpf und einigen anderen,
46:05aber nein,
46:06ein konkretes Bild zu einem konkreten Preis,
46:09dazu ist es nicht gekommen.
46:16Ich frage Sie,
46:46Ist es überhaupt möglich,
46:55gestohlene Bilder zu verkaufen?
46:57Nun,
46:58es gibt immer Liebhaber...
47:00An Kunsthändler zu verkaufen?
47:05Das ist eine...
47:07Eine delikate Frage,
47:08ich weiß.
47:09Nein,
47:10das wollte ich nicht sagen.
47:12Es ist ein kaufmännisches Problem.
47:14Ein gestohlenes Bild kann man nicht sofort weiterverkaufen,
47:19man kann es auch nicht ausstellen.
47:21Man muss es für mindestens fünf Jahre im Lager behalten.
47:25Das heißt,
47:25für mindestens fünf Jahre verzinst sich das investierte Kapital nicht.
47:31Hinzu kommt,
47:31dass man oft nicht weiß,
47:33ob der Gegenstand nach fünf oder mehr Jahren
47:35noch so gefragt sein wird,
47:38wie er es zur Zeit des Kaufes war.
47:40Und drittens,
47:42ist da noch das moralische Problem.
47:46Aber erst drittens?
47:47Nun,
47:48ich glaube,
47:50die Reihenfolge ist von Kunsthändler zu Kunsthändler verschieden.
47:54Sie jedenfalls haben Frau Becker abblitzen lassen,
47:57als sie Ihnen Bilder unklarer Herkunft anbaut.
48:00Ja.
48:01Frau Becker,
48:03Sie waren in Kopenhagen und Zürich
48:04und haben dort Verhandlungen über den Verkauf von Bildern
48:07der neuen Sachlichkeit geführt.
48:09Was waren denn das für Bilder?
48:13Ich habe nicht über vorhandene Bilder gesprochen.
48:16Nur über die Möglichkeit eines Verkaufs.
48:18Ja, ja, ich weiß,
48:19aber Sie werden doch nicht nach Kopenhagen und Zürich reisen,
48:21nur um über Hirngespinste zu reden.
48:25Ich wollte eine eigene Galerie aufmachen.
48:28Um was zu verkaufen?
48:29Leere Pappröhren?
48:31Danke, Frau Becker.
48:32Ich hatte durch meine langjährige Arbeit an der Galerie frei
48:35gute Kontakte, die ich nutzen wollte.
48:38Gute Kontakte?
48:38Und Schlüssel?
48:45Herr Kommissar,
48:47ist das Denken an eine Straftat strafbar?
48:50Nein.
48:52Dann wären Ihnen die meisten im Gefängnis.
48:57Also gut.
48:59Junger, forscher Freund.
49:01Ich habe mich mit dem Gedanken getragen,
49:04mir gewaltsam zu holen,
49:05was Silke Frey mir verweigert hat.
49:06Ich habe es durchgespielt.
49:10Hier im Kopf.
49:12Weil Sie wissen, was das ist.
49:13Ich bin nach Kopenhagen und Zürich gefahren,
49:17um die Verkaufsmöglichkeiten der gestohlenen,
49:19der zu stehlenden Bilder zu eruieren.
49:26Ich habe negative Auskünfte erhalten.
49:28Überall.
49:31Ob diese Abfuhr oder das Sittengesetz
49:33mich von der Tat abgehalten hat,
49:35das müssen Sie schon meine Sache sein lassen.
49:41Und jetzt möchte ich hier raus und etwas trinken.
49:44Ja, Frau Becker, Sie können gehen.
49:45Der Haftrichter hat Ihre Freilassung eben angeordnet.
49:48Danke.
49:49Danke.
49:56Selig sind die Armen im Geiste,
49:58denn Ihre ist das Himmelreich.
50:00Achten Sie auf Ihre Leber,
50:01sonst sind Sie auch bald drin im Himmelreich.
50:04Wie schön.
50:10Warum lassen Sie sie laufen?
50:12Glauben Sie ihr?
50:13Frau Beckers Schlüssel passen ebenso wenig zu der Galerie
50:16wie die von Herrn Frey.
50:17Eins der drei Schlösser
50:18ist in der letzten Zeit ausgewechselt worden.
50:20Von wem?
50:22Ja, das ist es eben.
50:24In den Büchern findet sich keine Rechnung
50:25von irgendeinem Schlosser.
50:29Dann müsste man noch mal Fräulein Sieben fragen.
50:33Ich wusste,
50:33dass du auf diese glänzende Idee kommen würdest.
50:37Sehen Sie,
50:37es war doch gut,
50:38dass Sie mir Ihre Telefonnummer gegeben haben.
50:40Gut? Wozu?
50:42Um Ihnen eine Frage zu stellen.
50:44Eine dienstliche
50:46oder eine private Frage?
50:48Danke.
50:49Eine dienstliche.
50:51Zuerst.
50:53Ich höre.
50:55Ist in den letzten Wochen,
50:56sagen wir,
50:57seit der fristlosen Kündigung von Frau Becker,
50:59ein neues Schloss in der Galerie eingebaut worden?
51:02Nein.
51:04Wieso passten dann weder die Schlüssel von Herrn Frey
51:06noch die von Frau Becker?
51:07Die Schlüssel passen nicht?
51:09Zwei passen.
51:10Der dritte nicht.
51:11Verstehe ich nicht.
51:13Haben Sie Schlüssel zur Galerie?
51:16Nein.
51:17Es muss aber jemand ein neues Schloss eingebaut haben.
51:20Können Sie sich nicht vorstellen, wer?
51:24Nein.
51:26Oder warten Sie mal.
51:28Da gibt es einen Schlosser,
51:29der arbeitet eigentlich viel für Herrn Frey.
51:32Und der hat auch mal was bei uns gerichtet.
51:35Wissen Sie, wie der Mann heißt?
51:36Nein.
51:37Aber wir können ja frei fragen.
51:40Natürlich weiß ich, wen Sie meinen,
51:44Fräulein Sieben, die Firma Althammer.
51:46Sie haben schon oft für mich Schlösser repariert.
51:48Warten Sie, ich suche Ihnen die Adresse raus.
51:51Na, da haben wir es ja.
51:53Althammer, Türkenstraße 27.
51:55Brauchen Sie auch die Telefonnummer?
51:56Danke, ich fahre lieber hin.
51:58Und grüßen Sie Althammer von mir.
51:59Sagen Sie ihm, ich hätte wieder ein paar Sachen für ihn.
52:01Er soll sich doch mal melden.
52:03Da Sie seine Telefonnummer haben,
52:05können Sie ihm das ja auch selbst sagen.
52:06Ja, da haben Sie allerdings recht.
52:08Ich wünsche Ihnen also viel Erfolg.
52:09Danke.
52:10Und auch Ihnen, Fräulein Sieben.
52:14Heimann, Kriminalpolizei.
52:17Ich hätte da eine Frage an Sie.
52:18Dann kommen wir es wahrscheinlich wegen einem Einbruch.
52:21Woher wissen Sie das?
52:22Ja, wenn die Polizei zu einem Schloss kommt,
52:25ist es immer wegen einem Einbruch.
52:27Diesmal war der Einbruch allerdings mit einem Mord verbunden.
52:30Frau Frey, ja, ich weiß es.
52:32Ich habe es in der Zeitung gelesen.
52:34Schreckliche Sache.
52:36Haben Sie in der Galerie Frey ein Schloss ausgewechselt?
52:39In der Galerie nie.
52:40Mit der Galerie habe ich überhaupt nichts zu tun gehabt.
52:43Ich habe öfters gearbeitet bei Herrn Frey, bin ausgeholfen.
52:45Das ist nicht der Mann.
52:46Ich meine, das ist nicht der Mann,
52:48der bei uns den Fensterregel repariert hat.
52:50Der war jünger, so um die 30 und viel kleiner.
52:54Dann muss der Wilke gewesen sein.
52:56Der ist ungefähr 30 Jahre alt.
52:58Der hat viel gemacht für Herrn Frey.
52:59Also wie war das, Herr Wilke?
53:02Das habe ich Ihnen doch schon alles gesagt.
53:04Ja, ja, es wäre gut,
53:05wenn Sie es in Gegenwart von Herrn Frey nochmal wiederholen würden.
53:08Na ja, die Sache war so.
53:12Der Herr Frey, der hat mir gesagt,
53:14dass seine Frau, die wohl eine Galerie hat,
53:18dass die ein neues Türschloss braucht.
53:20Und dann habe ich mich bei ihr gemeldet.
53:22Und das hatte auch alles seine Richtigkeit.
53:24Sie hat ein neues Schloss gebraucht,
53:26ein Sicherheitsschloss.
53:27Und das habe ich dann auch gemacht,
53:30an einem Samstagvormittag.
53:32Die Frau Frey war selber dabei,
53:34weil doch so wertvolle Gemälde in der Galerie sind.
53:37Sie hat mich dann auch gleich bezahlt.
53:40Aber das war alles.
53:42Und dann?
53:43Und dann?
53:45Nichts weiter.
53:47Sie haben uns aber gesagt,
53:49dass es noch ein Nachspiel gab.
53:50Ach so.
53:53Na ja, das meinen Sie.
53:56Ja, der Herr Frey.
53:59Entschuldigen Sie, Herr Frey,
54:00aber ich muss ja wohl die Wahrheit sagen.
54:02Bei der Polizei.
54:05Der Herr Frey ist am nächsten Tag zu mir gekommen
54:07und hat mich gefragt,
54:08ob es zu diesem neuen Schloss einen zweiten Schlüssel gäbe.
54:12Ja, ich habe mir nichts dabei gedacht.
54:14Schließlich ist ja seine Frau,
54:16die Frau Frey.
54:18Und dann habe ich ihm den zweiten Schlüssel gegeben.
54:22Das war alles.
54:23Dankeschön, Herr Wilke.
54:26Bitteschön.
54:27Wiedersehen.
54:33Herr Frey,
54:34Ihre Händen hatten uns nicht angesehen.
54:42Ich wollte es nicht.
54:44Wehtun wollte ich.
54:47Ja, das.
54:50Das wollte ich.
54:52Aber das nicht.
54:55Aber wer konnte wissen,
54:56dass sie nachts in die Galerie kommt?
54:59Nachts um eins.
55:14Was machst du hier?
55:30Guten Morgen.
55:33Was machst du hier?
55:38Das siehst du doch.
55:40Ja, aber wozu?
55:43Ich meine,
55:44mitten in der Nacht,
55:45wie ein,
55:45wie ein...
55:47Wie ein Dieb,
55:48wolltest du sagen, ne?
55:50Geht dein Geschäft so schlecht?
55:52Oh nein,
55:52mein Geschäft geht sehr gut.
55:53Und du hast mir abgeraten,
55:57als ich die Bilder versichern wollte.
55:58Richtig.
56:01Du bist ein Dieb.
56:04Mein Mann ist ein kleiner Dieb.
56:07Und das nur,
56:08um mich zu ruinieren.
56:10Nur weil du nicht erträgst,
56:12dass ich Erfolg habe
56:13und dich nicht mehr brauche.
56:18Du kannst nicht.
56:21Du hast doch nur Glück gehabt.
56:25Glück und die Bäcker.
56:27Du bist nur eine dumme,
56:28ungebildete Hure mit Glück.
56:30Und du bist ein Dieb.
56:32Ein feines Paar.
56:35Ich könnte die Polizei rufen
56:37und dich einsperren lassen.
56:39Tu's doch.
56:42Wozu?
56:42Dazu bist du mir
56:44nicht wichtig genug.
56:47Du warst mir immer gleichgültig.
56:49Schon von Anfang an.
56:50Aber du warst reich.
56:52Und großzügig.
56:54Und du hast mich
56:54nicht allzu sehr belästigt im Bett.
56:58Du hast mir Schmuck gekauft.
56:59Und Pelze.
57:01Und Autos.
57:02Und dann die Galerie.
57:04Und jetzt brauche ich dich nicht mehr.
57:08Das ist nicht wahr.
57:10Du hast mich geliebt.
57:11Wenigstens am Anfang.
57:14Nie.
57:15Nicht eine Sekunde.
57:17Damals in Taumina.
57:20Hab ich mich mit dem Zimmerkellner amüsiert.
57:23Während du ein Geschenk für mich gekauft hast.
57:26Aber Silke, du liegst da.
57:27Ich hab lang genug gelogen.
57:29Jetzt will ich nicht mehr.
57:31Du fällst mir auf die Nerven.
57:35Silke.
57:38Silke, ich liebe dich immer noch.
57:39Du langweilst mich.
57:43Was muss ich dir noch sagen,
57:44damit du endlich verschwindest?
57:46Soll ich dir aufzählen,
57:47mit wem allen ich geschlafen habe?
57:49Ja, ich hab dich nur benutzt.
57:51Du hast für mich nur ein Trittbrett.
57:53Du mit deinem Scheißgeld.
57:55Du?
57:55Du hast mich alle.
57:57Du kannst mich nicht mehr aufzählen.
57:58Du kannst mich nicht mehr aufzählen.
57:59Du bist da.
58:00Du bist da.
58:01Da.
58:01Da.
58:02Da.
58:02Untertitelung des ZDF, 2020
58:32Untertitelung des ZDF, 2020
59:02Untertitelung des ZDF, 2020
59:32Untertitelung des ZDF, 2020
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