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  • vor 5 Monaten

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🎥
Kurzfilme
Transkript
00:00Homestyle?
00:01Die Kaste läuft ganz privat und Millionen glotzen zu.
00:04Wird das ein Film für die Stiftung?
00:05Nicht direkt. Wir werden porträtiert im Rahmen einer Reihe über große industriellen Familien.
00:11Aber das Honorar fließt selbstverständlich in die Stiftung.
00:13Du nimmst mir die Kette weg und gibst sie ihr!
00:16Hast du mal darüber nachgedacht, wie demütigend das für mich ist?
00:19Er wird alles versuchen, mich wieder zu gewinnen.
00:22Aber ich werde ihn zappeln lassen.
00:25Und dann?
00:27Gebe ich natürlich nach.
00:30Dafür wird er dann so dankbar sein, dass er mir künftig aus der Hand frisst.
00:34Was ist?
00:35Ich häng fest.
00:35Ich häng fest.
00:35Ich häng fest.
00:41Ich häng fest.
00:47Ich häng fest.
00:53Ich häng fest.
00:55Ich häng fest.
00:57Ich häng fest.
00:58Ich häng fest.
00:59Ich häng fest.
01:00Ich häng fest.
01:01Ich häng fest.
01:02Ich häng fest.
01:03Ich häng fest.
01:04Ich häng fest.
01:05Ich häng fest.
01:06Ich häng fest.
01:07Ich häng fest.
01:08Ich häng fest.
01:09Ich häng fest.
01:10Ich häng fest.
01:11Ich häng fest.
01:12Ich häng fest.
01:13Ich häng fest.
01:14Ich häng fest.
01:15Ich häng fest.
01:16Ich häng fest.
01:17Ich häng fest.
01:18Ich häng fest.
01:19Ich häng fest.
01:20Ich häng fest.
01:21Ich häng fest.
01:23Ich häng fest.
01:35Sie läuft.
01:36Ja.
01:37Wir sollten sie ausmachen.
01:41Gute Idee.
01:45Danke.
01:48Ich meine danke dafür, dass
01:50dass du die Maschine repariert hast.
01:52Gern geschehen.
01:56Ich muss los. Ich habe einen Termin.
01:57Ja, klar. Ich muss auch weitermachen.
02:20Sie werden bereits erwartet. Danke.
02:27Guten Tag, Frau Fuchs.
02:28Frau Castellow.
02:30Und Sie müssen Herr Winterkorn sein?
02:32Richtig.
02:32Unser Kameramann und unser Kollege vom Ton.
02:35Freut mich sehr.
02:36Der Felix.
02:37Am besten, ich stelle Sie gleich meiner Familie vor.
02:40Wunderbar.
02:40Kommen Sie mit.
02:43Darf ich euch mit Frau Fuchs und Herrn Winterkorn von Deutschland
02:46und seiner Dynastien bekannt machen?
02:47Sie werden in den nächsten zwei Tagen unsere Familie porträtieren.
02:51Das ist mein Mann Ludwig Castellow.
02:53Guten Tag, Frau Fuchs. Sehr angenehm.
02:55Das freut mich wirklich sehr.
02:57Sein Bruder Oskar und seine Frau Dana.
02:59Hallo.
02:59Sie werden uns also die nächsten zwei Tage auf Schritt und Tritt verfolgen.
03:03Keine Angst, wir werden uns diskret im Hintergrund halten.
03:06Sie werden unsere Anwesenheit gar nicht bemerken.
03:08Ich glaube nicht, dass es einer Frau wie Ihnen gelingt, unbemerkt zu bleiben.
03:12Bitte setzen Sie sich doch.
03:14Wo sind denn die anderen Familienmitglieder?
03:16Meine Tochter Tamara wird sicher gleich da sein.
03:18Ach, Theresa, sehen Sie doch bitte mal nach Tamara.
03:21Gern.
03:21Was unseren Sohn Christian betrifft und seine Verlobte,
03:24Sie sind informiert, aber...
03:27Tja, unser neuer Geschäftsführer scheint ein wenig kamerascheu zu sein.
03:31Es wäre jedenfalls nicht das erste Mal, dass er sich um einen Pressetermin drückt.
03:35Ist das so?
03:35Ich nehme an, mein Sohn ist in der Firma aufgehalten worden.
03:38Wie Sie aus dem Telefonat mit meiner Frau wissen,
03:41war er längere Zeit im Ausland und ist noch dabei, sich einzuarbeiten.
03:44Vielleicht können wir einfach schon mal anfangen.
03:47Gut.
03:50Wie Ihnen Frau Kasteloff wahrscheinlich schon berichtet hat,
03:53arbeiten wir an einer sechsteiligen Fernsehserie über große deutsche industriellen Familien.
03:58Unser Ziel ist es, einen Einblick in den Alltag zu gewähren.
04:02Und zwar sowohl über Beobachtung,
04:04das ist, wenn Sie unsere Anwesenheit gar nicht bemerken werden,
04:07als auch in Interviews.
04:08In den Gesprächen möchten wir gerne herausfinden,
04:11was sind die Ängste, Sorgen und Nöte von Menschen jenseits der wirtschaftlichen Belange.
04:16Aber keine Angst, ich werde keine investigativen Fragen stellen.
04:20Schade eigentlich.
04:22Darf ich Ihnen meine Tochter Tamara vorstellen?
04:25Hi.
04:26Hi.
04:26Auch wenn du keine Lust aufs Fernsehen hast,
04:28aber bitte sei ein bisschen charmanter, ja?
04:30Mir zuliebe.
04:34Heute Nachmittag werden wir damit beschäftigt sein,
04:37die Räume auszuleuchten und uns über Kamerawege Gedanken zu machen.
04:41Ab heute Abend können wir mit den Interviews beginnen.
04:43Ist Ihnen das recht?
04:45Natürlich.
04:45Wir waren ein richtig tolles Paar, Christian.
05:13Ja, aber so wie es im Moment ist,
05:16so kann es nicht weitergehen.
05:22Du lösst die Verloben?
05:41Diana, was gibt's?
05:42Hallo, Christian.
05:44Ellen und du, ihr habt die Vorbesprechung mit Frau Fuchs versäumt.
05:47Welche Frau Fuchs?
05:48Aber Christian, die Journalistin, die den Fernsehbeitrag über uns macht.
05:52Ah, tut mir leid, das hab ich völlig vergessen.
05:54Jedenfalls hab ich mit Frau Fuchs vereinbart,
05:56dass Ellen und du morgen ab 1 Uhr zum Interviewtermin bereitsteht.
06:00Ist euch das recht?
06:01Ellen und ich?
06:03Gemeinsam?
06:04Ja, aber natürlich.
06:05Ihr repräsentiert die zukünftige Generation von Castell of Optik.
06:08Erzählt einfach ein bisschen darüber, wie ihr euch kennengelernt habt
06:11oder wie ihr eure Hochzeit gestalten wollt.
06:14Was erzähl ich dir denn?
06:15Du weißt doch, wie sowas abläuft.
06:18Christian?
06:18Ja, ja, ich, ähm, danke für deinen Anruf.
06:21Ich kümmere mich drauf.
06:22Tschüss.
06:22Bis später.
06:38Christian Castell of Optik, ihr habt euch geküsst.
06:40Psst, diese Lauf.
06:41Hat euch jemand gesehen?
06:43Nein.
06:43Das heißt, ich glaube nicht...
06:45Oh, die Omi, was für ein Temperament.
06:47Du könntest Italienerin sein.
06:48Was?
06:49Aber der Kuss ging ja nicht von mir aus.
06:51Hat er dich zuerst geküsst?
06:53Nein.
06:54Ja, was denn?
06:55Oh, einer muss doch angefangen haben.
06:57Keine Ahnung, der Kuss, der ist einfach so passiert.
07:00Hoffentlich hat mich doch ich angefangen.
07:02Nachher wollte der gar nicht.
07:03Ist doch egal.
07:04Christian, ist jetzt klar, dass da zwischen euch eine Anziehung ist.
07:08Ihr seid verliebt.
07:10Nein.
07:11Nein, Mona, wir sind nicht ineinander verliebt.
07:14Ma il vacho?
07:15Ihr habt euch geküsst?
07:16Ja.
07:17Aber das war doch nur wegen der Maschine, habe ich doch schon erklärt.
07:19Ich habe mich einfach nur gefreut, dass er sie für mich repariert hat.
07:22Du küsst einen Mann, weil er so eine museumsreife Rostlaube für dich repariert hat?
07:26Ja, diese Maschine bedeutet mir sehr viel.
07:28Sie erinnert mich an meine Kindheit.
07:29Mein leiblicher Vater hat von so einer Maschine immer geschwärmt.
07:31Und dieser Kristall hier ist an so einer ähnlichen Maschine geschliffen worden.
07:34Verstehst du?
07:34Ja, ja.
07:36Mona, hör auf.
07:39Hör auf, damit mir irgendwas einzureden.
07:41Hör du auf.
07:41Du redest dir was ein.
07:42Okay, vielleicht bin ich ein ganz kleines bisschen verliebt.
07:57Bist du sicher, dass eine Lampe reicht?
08:00Naja, ich stelle noch eine zur Kamera.
08:02Störe ich.
08:04Aber sie doch nicht.
08:05Schade.
08:05Ich hatte auf ein Einzelinterview mit ihnen gehofft.
08:11Das ließe sich bestimmt noch einrichten.
08:14Wie wäre es mit jetzt?
08:17Wir machen den kleinen Spaziergang, während Uli hier weiter aufbaut.
08:20Okay.
08:22Oskar?
08:25Wir müssen uns doch beeilen.
08:27Sonst kommen wir nicht rechtzeitig zur Modenschau nach Hannover.
08:29Ach.
08:30Wir müssen doch noch deine Sachen aus dem Büro holen.
08:32Entschuldige, Schatz.
08:33Wir können gleich los.
08:35Heute habe ich noch Termin, aber vielleicht könnte ich sie ja morgen durch die Firma führen.
08:39Einverstanden.
08:44Tschüss.
08:45Tschüss.
08:49Gefällt dir etwa Oskar Castellow?
08:50Also wirklich, Uli.
08:52Du schätzt die Situation völlig falsch ein.
08:56Er möchte ein Einzelinterview, um sich zu profilieren.
08:59Und ich hoffe, dass er uns noch ein paar private Details verrät, die uns die Dame des Hauses lieber verschweigen würde.
09:05Willst du was trinken?
09:08Mhm.
09:10Und eigentlich will ich auch gar nicht drüber nachdenken, denn ob ich nun verliebt bin oder nicht, spielt sowieso keine Rolle.
09:14Ich habe keine Chance bei Christian.
09:15Ma dai, wieso nicht?
09:17Seine Verlobung ist gelöst.
09:19Er ist frei und er hat deinen Kuss erwidert.
09:21Ja, aber doch nur, weil es sich in dem Moment so ergeben hat.
09:24Ein Kuss ergibt sich nicht einfach so, Karamia.
09:27Frau Bertani, wo stecken Sie denn? Die Konferenzteilnehmer wundern sich schon, wo das Essen bleibt.
09:31Ich beeile mich.
09:32Schön.
09:35Entschuldige.
09:37Eure Marketingabteilung wartet.
09:38Schon klar, lass sie bloß nicht verhungern.
09:41Äh, du.
09:41Du hast Christian immer noch nicht erzählt, dass seine Verlobte ihn mit seinem Onkel bedrückt, oder?
09:46Nein, du hast mir doch selber abgeraten, mich da einzumischen.
09:49Ja, ich halte auch nichts davon.
09:51Allerdings wäre es eine gute Methode, Christian klarzumachen, dass Ellenburg nicht die richtige für ihn ist.
09:56Ja, aber es würde ihm nur wehtun und das ist unnötig.
09:59Ellen und er sind sowieso getrennt.
10:01Ja, ciao.
10:02Ciao.
10:02Wir reden später.
10:03Ja.
10:04Wir haben ein Problem.
10:14Jemand hat uns...
10:17Hallo, Dana.
10:19Hallo, Ellen.
10:20Was ist denn für ein Problem?
10:25Es geht um den Teelein-Teele, nehme ich an.
10:28Richtig.
10:31Dana, es tut mir furchtbar leid, aber du musst dir leben, oder?
10:34Und schau wohl allein ansehen.
10:35Nicht schon wieder.
10:37Dabei waren die Tickets echt schwer zu bekommen.
10:39Das ist ja nicht traurig.
10:39So ist das eben, wenn man mit dem Geschäftsführer verheiratet ist.
10:42Einen der Geschäftsführer.
10:44Ja, bring uns eine schöne Flasche Champagner aus der Stadt mit, den magst du doch so gern.
10:48Dann machen wir uns heute einen schönen Abend und du erzählst mir, wie die Schau war.
10:50Tschüss, Ellen.
10:57Für die Zukunft rate ich dir, etwas vorsichtiger zu sein.
11:00Meine Frau ist schon eifersüchtig, wenn es keinen Grund dafür gibt.
11:02Sollte sie jemals erfahren, dass wir Geheimnisse miteinander haben, dann...
11:05Wenn dir Diskretion so wichtig ist, dann hättest du letztes Mal abschließen müssen.
11:15Wir wurden beobachtet.
11:16Von wem?
11:20Alisa Lenz.
11:23Irgendetwas wird sie hier zu tun gehabt haben, was weiß ich.
11:26Jedenfalls stand sie vor der Tür, als Christian kam.
11:28Das habe ich gesehen.
11:30Aber mir war nicht klar, dass sie...
11:32Sie muss uns vorher gesehen haben.
11:53Störig?
11:54Christian!
11:54Ich hoffe, du hast keine Halsschmerzen.
11:58Das ist nämlich das erste Symptom der Grippe in eurer Firma.
12:01Keine Halsschmerzen, keine Grippe.
12:03Sonst wäre ich in den Sprechzeichen gekommen.
12:05Ich dachte, wir könnten vielleicht kurz reden.
12:08Ja, klar.
12:09Komm, setz dich.
12:10Es geht um Alan.
12:22Auch.
12:25Morgen haben wir einen Interviewtermin, Alan und ich.
12:28Es wird eine Reportage gemacht über die Familie Kastelhoff.
12:31Von mir wird erwartet, dass ich Seite an Seite mit meiner Verlobten
12:34glücklich und verliebt in die Kameralechle.
12:37Das heißt, deine Familie weiß doch gar nicht,
12:39dass Alan die Verlobung gelöst hat.
12:41Ich muss eine Entscheidung treffen.
12:47Ich entweder mit Alan versöhnen
12:48oder die Trennung bekannt geben.
12:52Ist das für dich wirklich eine Frage?
12:55Alan und du, ihr seid das Traumpaar.
13:01Also doch.
13:03Was?
13:04Ja, diese andere Frau, die hat sie angetan.
13:06Ich mag sie.
13:14Die verbringen ganz Zeit mit ihr.
13:16Und heute in der alten Fabrik.
13:22Habt ihr euch geküsst?
13:27Alltag.
13:28Ich weiß nicht.
13:37Ich freu mich, ob ich mich vielleicht doch verliebt hab.
13:41Ganz ruhig, ganz ruhig, ganz ruhig.
13:44Anscheinend hat es die Lenz bisher niemanden außer dieser italienischen Catering-Frau erzählt.
13:48Ja, bisher.
13:49Sie weiß, dass Christian und ich getrennt sind.
13:51Und jetzt will sie den Armen nichten mit noch mehr Details über meine Untaten quälen.
13:56Dann sind wir also auf der sicheren Seite, solange ihr euch nicht versöhnt.
14:00Christian und du, ihr wart vorher nicht bei der Vorbesprechung der großen Familienreportage.
14:05Daraus schließe ich, dass er dich bisher noch nicht darum gebeten hat, die Verlobung zu erneuern.
14:08Darum, lieber Oskar, mache ich mir ehrlich gesagt die geringsten Sorgen.
14:12Christian wird kommen.
14:13Er liebt mich.
14:14Ich will ihn.
14:20Und niemanden sonst.
14:22Und wenn er nicht kommt, dann sorg ich schon dafür, dass wir uns wieder versöhnen.
14:28Und heiraten.
14:31Ja, dann lässt sich die kleine Blonde hochgehen.
14:35Weißt du was, Oskar?
14:36Tu mal nicht so, als wäre das alles nur mein Problem.
14:39Deine Frau wird dich hassen, wenn sie erfährt, dass du eine Affäre hattest.
14:41Und dein Bruder wird dich hassen, wenn er erfährt, dass du eine Affäre mit der Verlobten seines Sohnes hattest.
14:45Und dann warst du die längste Zeitgeschäftsführer.
14:47Es gibt nur eine Möglichkeit.
14:55Diese Alisa Lenz muss verschwinden.
14:57Und zwar noch bevor Christian und ich uns wieder versöhnen.
15:01Solange sie hier in der Fabrik arbeitet, ist sie ständig mit Christian oder anderen Mitgliedern der Familie konfrontiert.
15:07Da könnte es immer zu einer Situation kommen, in der sie sich verplappert.
15:09Dann sind wir uns also einig.
15:15Du sorgst dafür, dass wir sie loswerden.
15:18Ich ja? Und was tust du?
15:20Noch bist du Geschäftsführer, oder?
15:22Du kannst sie entlassen und ihr verbieten, sich der Firma zu nähern.
15:25Für eine Lagerhilfe ist schneller Satz gefunden.
15:28Liebe Ellen, ich brauche dir wohl nicht zu erklären, wie schwierig das im Fall von Alisa Lenz ist.
15:33Sie hat meiner Nichte das Leben gerettet.
15:35Meine ganze Familie fühlt sich für ihr Wohlergehen verantwortlich.
15:38Einfach an dein Verlobter.
15:40Entschuldigung, Ex-Verlobter. Momentan.
15:43Lass dir was einfallen.
15:57Sie ist komplett anders als Ellen.
15:59Wie heißt sie denn?
16:00Ich weiß nicht, ob wir gemeinsame Interessen haben.
16:03Trotzdem, wenn ich mit ihr zusammen bin, dann kommt mir mein Leben so einfach und unkompliziert vor.
16:08Mit Ellen streite ich die ganze Zeit, seit ich aus Kanada zurück bin.
16:10Das ist doch aber auch kein Wunder.
16:12Ihr hattet völlig unterschiedliche Erwartungen.
16:14Also Ellen freut sich seit Monaten darauf, dass du zurückkommst.
16:17Dir hingegen steht Folgendes bevor.
16:19Endgültig in die Firma einsteigen.
16:21Endgültig in Schönroda bleiben.
16:22Und die Frau heiraten, der du für den Rest deines Lebens zusammen sein wirst.
16:26Aber vielleicht ist das alles gar nicht das Richtige für mich.
16:32Weißt du, was ich glaube?
16:36Du bist kurz davor, dich festzulegen.
16:38Das erscheint dir bedrohlich.
16:39Als ich letztes Jahr die Praxis übernommen habe, da ging mir das genauso.
16:45Davon hast du mir gar nicht gemeldet.
16:46Weil es nur ein paar Tage angehalten hat.
16:49Ein paar Tage, in denen mir alles mit dem Kopf gegangen ist, was ich für das hier sausen lassen muss.
16:52Ich hätte auch weiter im Krankenhaus arbeiten und meine Facharztausbildung machen können.
16:57Du, ich hätte so ganz Ausland gehen können.
16:58So wie du.
16:59Du wolltest schon als kleiner Junge die Praxis deines Vaters übernehmen.
17:02Eben.
17:03Und deswegen habe ich trotz aller Zweifel, dich damals hatte, eine Entscheidung getroffen.
17:07Und zwar die einzig Richtige.
17:10Mensch, überleg doch mal.
17:12Ellen und du, euch verbindet so viel.
17:14Ja, willst du das einfach aufgeben?
17:16Nein, natürlich nicht, aber...
17:17Ihr schaut euch sogar, die Übertragungen stinklangweiliger Golfturniere zusammen machen.
17:20Auch deswegen seid ihr seit acht Jahren zusammen.
17:24Acht Jahre lang hat Ellen dich glücklich gemacht.
17:27Sag mir einen Grund, warum das jetzt anders sein sollte.
17:30Naja.
17:33Vielleicht, weil ich mich in eine andere Frau verguckt habe.
17:36Warum verguckst du dich gerade jetzt in eine Frau, die überhaupt nicht dein Typ ist und völlig andere Interessen hat?
17:43Du hast kalte Füße vor der Hochzeit.
17:50Lenz?
17:55Alissa Lenz?
17:57Sie arbeitet als Aushilfe im Lager.
18:01Und diese Frau ist in einem Donnermau gewalt?
18:03Private Gründe, und?
18:05Braucht sie nicht zu interessieren.
18:09Über eines jedoch sollten Sie sich im Klaren sein.
18:11Frau Lenz verfügt über Beziehungen innerhalb der Firma.
18:17Sie ist auf speziellen Wunsch meines Bruders eingestellt worden.
18:20Auch mein Neffe Christian schützt sie.
18:23Ihr Adoptivvater Karl Lenz ist hier als Schleifer tätig.
18:27Es ist also wichtig, dass Sie besonders umsichtig vorgehen.
18:30Ich soll also einen hieb- und stichfesten Entlassungsgrund herbeiführen?
18:36Ja.
18:40Das wird nicht leicht.
18:42Sie sind in der Produktion, Hund.
18:44Mehr noch, Sie sind Alissa Lenz unmittelbarer Vorgesetzte.
18:46Und sie hat gerade einen neuen Job angenommen.
18:49Am Anfang macht man immer Fehler.
18:50Wühlen Sie im Dreck, spionieren Sie ein wenig hinterher.
18:53Irgendetwas wird sich finden.
18:54Falls Sie sich jedoch von der Aufgabe überfordert fühlen,
19:00sagen Sie es ruhig.
19:03Ich kümmere mich um die Frau.
19:08Ich wusste, ich kann mich auf sie verlassen.
19:11Und?
19:18Ich habe übrigens die ersten beiden Teile von Deutschland und seiner Dynastien gesehen.
19:21Super.
19:22Ach ja?
19:24Ach, diese Melanie Fuchs ist echt ein Traum.
19:27Wenn die mich interviewen würde...
19:29Also, ich fände das total aufregend.
19:31Ich weiß überhaupt nicht, was ich da sagen soll.
19:34Also, in den ersten Mal in Sendungen lief das so ab.
19:37Die Leute, die zeigen erst einmal, wie sie so wohnen.
19:40Und dann erzählen sie natürlich, was wir bei ihrem Beruf und ihre Hobbys.
19:43Also, zum Beispiel Antiquitäten sammeln, Pferde züchten und so weiter.
19:48Na, und dann will die Fuchs natürlich wissen, wie die Familie so ist.
19:51Ob die zusammen Mittag essen.
19:52Ja, in die Kirche gehen und wie ihre Weltvorstellungen so sind.
19:55Ach Gott, sowas habe ich befürchtet.
19:57Mann, so schlimm ist doch deine Familie gar nicht.
19:59Also, okay.
20:01Von Ausnahmen mal abgesehen.
20:04Ja, das denkst du.
20:06Weil sie alles dafür tun, dass die Fassade stimmt.
20:09Weißt du, was meine Mama gestern gemacht hat?
20:11Sie hat mir eingeschärft, dem Fernsehteam ja nichts Persönliches oder Privates zu verraten.
20:16Immer nachdenken, bevor du redest, Tamara.
20:20Nicht plaudern, Tamara.
20:22Präsentieren.
20:24Seit das Fernsehteam da ist, rennt sie nur noch mit diesem aufgesetzten Fotolächeln herum.
20:29Dabei ist sie krank.
20:30Muss sich eigentlich ausruhen.
20:32Du meinst, diese Panikattacke?
20:35Ja, aber die ist auch schon ein paar Tage her.
20:37Ich meine, vielleicht geht's ja ja viel besser jetzt.
20:39Das glaube ich nicht.
20:42Sie hat immer noch diese Momente, in denen sie so abwesend wirkt.
20:46Sie muss endlich eine Psychotherapie machen.
20:48Aber das wollen meine Eltern natürlich nicht.
20:50Damit würden sie ja zugeben, dass es Probleme gibt.
20:51Ich habe überhaupt keine Lust, bei dieser Heuchelei mitzumachen und blöd in die Kamera zu grinsen.
21:00Hey, ich habe die Idee, weil du nimmst mich mit zu diesem Interview.
21:08Ja, als eine Freundin der Familie.
21:13Ja, mir macht es doch nichts, auf blöde Fragen zu antworten.
21:16Du kommst drumherum zu heucheln und ich, ich komme endlich ins Fernsehen.
21:22Ja, wir beide sind glücklich.
21:24Na, was sagst du?
21:42Christian und ich leben in verschiedenen Welten.
21:44Er leitet das Unternehmen, ich räume das Lager auf.
21:49Trotzdem haben wir uns auf Anni gut verstanden.
21:52Aber Freundschaft ist etwas anderes als Liebe.
21:56Wahrscheinlich komme ich gar nicht für ihn in Frage.
21:59Und außerdem trauert er noch seiner Verlobten nach.
22:01Ja, ich hoffe.
22:14Untertitelung des ZDF, 2020
22:44Eigentlich wollte ich von Männern erst mal nichts wissen.
23:05Aber soll ich einfach leugnen, dass mir der Kuss gefallen hat?
23:09Nein.
23:10Und könnte es nicht sein, dass Christian sich trotz Ellenwald wieder verliebt?
23:14Wenn er nur die Richtige trifft?
23:17Und könnte es sein, dass ich diese Richtige bin?
23:20Zugegeben ist es unwahrscheinlich, aber unmöglich ist es nicht.
23:44Alles klar, Uli?
24:00Zeig mal deine Uhr.
24:02Ja.
24:03Frau Fuchs.
24:05Hi.
24:05Hallo.
24:06Das ist meine beste Freundin Caro Hund.
24:08Hallo.
24:08Ja, ich hoffe, es ist okay, wenn sie beim Interview teilnimmt.
24:12Wenn es Ihnen so lieber ist, Tamara?
24:13Ja, ist es.
24:14Okay.
24:15Na dann, fangen wir an.
24:25Tamara, Sie sind jetzt 17 Jahre alt?
24:28Wie fühlt es sich an, als prominente Firmenerbin in einem kleinen Ort wie Schönrode aufzuwachsen und zur Schule zu gehen?
24:36Äh, ich denke nicht anders als für andere 17-Jährige auch.
24:44Also in der Schule ist es überhaupt kein Thema mehr, dass Tamara eine Kastellow ist.
24:48Ich meine, wir kennen sie ja alle schon seit der Grundschule.
24:51Das ist doch überhaupt kein Problem mehr, dass sie hier in der Villa mit tausend Zimmern lebt.
24:54Also, ob Tamara nun eine Million erbt oder nicht, mir als ihrer Freundin ist das völlig egal.
25:01Ich schätze sie als Mensch.
25:04Also, ich meine, es ist natürlich schon etwas Besonderes, wenn man hier tagtäglich ein- und ausgeht.
25:09Allein, dass Sie hier die Dienstboten um alles kümmern.
25:13Sie sollten übrigens mal einen Blick in Ihren Kleiderschrank werfen, das verschlägt Ihnen den Atem.
25:17Entschuldigung, wenn ich Sie unterbrechen muss, aber ich muss Sie leider bitten, das Interview morgen fortzusetzen.
25:21Auch 20 Minuten länger brauchen wir nicht mehr.
25:24Es tut mir leid, aber es hat sich überraschend Geschäftsbesuch angekündigt.
25:28Okay, also gut, dann machen wir morgen weiter. Vielen Dank schon mal Ihnen beiden.
25:33Caro, ich glaube, es ist besser, Sie gehen jetzt auch.
25:47Eigentlich sollte ich Linsenrohlinge zur Herstellung bringen, aber dann habe ich mich wohl irgendwo verlaufen und stand plötzlich in dieser stillgelegten Werker.
25:52Ja, das ist der alte Teil der Fabrik. Die Räume werden nicht mehr benutzt.
25:57Pass bloß auf, wenn du da rumläufst, Alisa.
26:00Die haben da echt so eine ähnliche Schlafmaschine, wie die die Papa benutzt hat?
26:02Mann, das ist ein ganz schönes Monstrum.
26:14Hans, also euer Vater, war sehr stolz, als er die Maschine eingeschafft hat.
26:18Ob die Maschine in der Firma noch funktioniert?
26:20Ja, tut sie.
26:22Und ich muss demnächst unbedingt mal probieren, ob ich da ein Glas steifen kann.
26:24Papa hat es mir beigebracht, also ein bisschen jedenfalls.
26:26Du hast die Maschine eingeschaltet? Aber ich meine, dazu hattest du doch sicher keine Erlaubnis.
26:33Hat ja keiner mitgekriegt.
26:35Ich weiß nicht, Alisa. Du hast doch erst mit deiner Arbeit angefangen.
26:41Vielleicht solltest du ein bisschen vorsichtiger sein, hm?
26:44Ein unmittelbarer Vorgesetzter im Lager ist der Produktionsleiter Bernhard Hund.
26:47Der nimmt das mit den Regeln ziemlich genau.
26:49Ja, das stimmt. Einer von den anderen Schülern, mit denen ich zusammen bei den Kastelovs gut jobbt habe.
26:54Der hat mal eine Cola-Flasche an ein Faxengerät gestellt und, naja, der Hund hat den totalen Aufstand gemacht.
27:01Also, eher ein bissiges Exemplar.
27:04Pitbull. Oder Rottweiler, schätze ich.
27:08Solange die Produktion glatt läuft, ist er zahm. Und nett.
27:13Halt dich einfach an die Vorschriften.
27:15Dann kann er dir nichts.
27:16Ja?
27:19Wo ist denn jetzt ein überraschender Besuch?
27:21Du weißt, ich schätze Caro Hund nicht besonders.
27:23Trotzdem habe ich sie immer als deine Freundin akzeptiert.
27:26Aber dass sie jetzt an diesem Interview teilnimmt, das geht wirklich zu weit.
27:29Das war mein Interview. Das ist meine Entscheidung, wie das abläuft.
27:33Dies ist eine Reportage über die Kastelovs. Es gibt keinen Grund, Caro Hund damit einzubeziehen.
27:38Doch, Mama! Caro ist meine beste Freundin. Und ich will sie dabei haben. Das ist der Grund.
27:44Hast du deiner besten Freundin eben zugehört?
27:46In ihren Schilderungen wirken wir wie eine Sippe niveauloser, neureicher.
27:50Das wirft kein gutes Licht auf die Familie.
27:52Gott, das ist so typisch. Es gibt ja auch nichts Wichtigeres, als wie die Familie dasteht.
27:58Warum kümmerst du dich nicht mal um die wirklich wichtigen Dinge, Mama?
28:01Zum Beispiel darum, wieder gesund zu werden.
28:06Caro Hund wird morgen hier nicht erscheinen. Ist das klar?
28:10Du musst also keine Gedanken mehr machen. Auf Hund ist Verlass.
28:17Alisa Lenz ist entlassen, noch bevor sie ihren ersten Wochenwohnen abholen kann.
28:20Das ist gut.
28:22Besonders erleichtert klingst du nicht.
28:24Mach's gut, Oskar.
28:25Schönen Abend.
28:26Lass mich raten.
28:27Du bist nervös, weil Christian noch immer nicht zu dir zurückgekommen ist.
28:33Und ja, das war ja auch ein, sagen wir, gewagter Plan, die Verlobung zu lösen,
28:36um Christian damit gefügiger zu machen.
28:40Aber, meine Schöne, sei nicht traurig.
28:42Verlieren gehört zum Spiel dazu.
28:44Das gilt auch für begabte Zocker.
28:46Spar dir dein Mitleid.
29:06Elenburg?
29:26Madame, Sie haben sich verwählt.
29:36Hallo, Elen.
29:50Hallo.
29:51Hast du Zeit? Oder...
29:54Um ehrlich zu sein, ich hab noch etwas Arbeit.
29:58Ich bin nämlich nicht sehr weit gekommen, weil unser Streit mir noch ganz schön nachhängt.
30:03Genau darüber wollte ich mit dir reden.
30:04Elen, ich weiß, dass du große Erwartungen hattest an meine Rückkehr nach Schoenroda.
30:23Und mir ist auch klar, dass ich diese Erwartungen bisher enttäuscht habe.
30:30Es tut mir leid, dass wir so viel gestritten haben.
30:34Aber ich bin mir sicher, dass wir unsere Konflikte lösen können.
30:38Und wir sollten einander eine weitere Chance geben.
30:47Ich bin so froh, dass du gekommen bist.
30:57Weißt du, was jetzt noch fehlt?
30:58Ich hab alles, was ich brauch.
31:04Der Hochzeitstermin.
31:06Darum kümmern wir uns morgen.
31:07Ich bin so froh, dass du.
31:18Du bist noch wach?
31:37Was denkst du denn?
31:39Ich war so auf deiner Modenschau.
31:41Langweilig. Hätte ich meinen Fummel von vor 20 Jahren aufbewahrt, wäre ich jetzt wie Stil-Ikone.
31:45Aber jetzt bist du doch auch so Liebling.
31:48Wo warst du so lange? Ich habe auf dich gewartet.
31:53Ich hatte noch ein längeres Telefonat mit einem Großkunden.
31:56Du warst nicht zufälligerweise mit dieser Journalistin aus.
31:59Was?
32:01Nein, wie groß ein Haar auf?
32:03Na, so schamlos, wie du heute mit dir geflirtet hast.
32:06Hab ich das?
32:07Ja, vor meinen Augen.
32:11Was war hier so eine Art Reflex? Weißt du, Journalisten muss man sich gewogen machen.
32:15Vor allen Dingen, wenn Sie so gut aussehen wie Frau Fox.
32:19Das schwert die Angelegenheit zumindest nicht.
32:21Er ist hier.
32:31Das war nicht böse.
32:33Ich konnte wirklich nicht hier aus dem Büro.
32:37Küss mich.
32:37Ich wüsste nicht, was ich täte, wenn du mich betrügen würdest.
32:54Ein, Aus, Schleifgeschwindigkeit, wechselndes Schleif.
33:24Schleifkopf.
33:26Die Funktion kenne ich alle noch.
33:28Theoretisch müsste ich also damit umgehen können.
33:30So wie Papa es mir beigebracht hat.
33:32Hallo?
34:00Hallo?
34:00Hallo?
34:04Darf ich fragen, was Sie da machen?
34:06Ich wollte mir nur die Maschine nochmal ansehen, weil ich mich fürs Glasschleifen interessiere.
34:11Wer sind Sie? Und was haben Sie auf diesem Gelände zu suchen?
34:15Mein Name ist Alisa Lenz und ich arbeite hier im Lager. Und wer sind Sie?
34:20Hund. Bernhard Hund. Beides mit DT.
34:23Ausgerechnet der.
34:24Ich bin der Produktionsleiter.
34:26Ja, ich habe schon von Ihnen gehört.
34:31Nur Gutes hoffe ich.
34:33Sie haben vorgestern schon mit der Arbeit angefangen, nicht wahr?
34:37Ich war leider verhindert und konnte Sie nicht persönlich begrüßen.
34:40Also, herzlich willkommen, Frau Lenz.
34:45Und es tut mir leid, dass ich Sie gerade so angeraunzt habe, aber es passiert gar nicht selten, dass ich Unbefugte auf das Gelände schleichen, um zu stehlen.
34:52Was sagten Sie gerade, Sie interessieren Sie fürs Glasschleifen?
34:54Ja, ich kenne mich ein bisschen damit aus, weil ich eine Feinoptiklehre gemacht habe.
34:58Und jedenfalls habe ich gestern die Maschine hier zufällig entdeckt, als ich mich hierher verlaufen habe.
35:03Ja, ja, das Gelände ist groß. Fast alle Lagerhilfen verirren sich am Anfang.
35:08Wenn Sie mögen, führe ich Sie gerne, bin ich ja rum.
35:10Danke. Das ist aber nett von Ihnen.
35:12Kein Wutanfall? Nicht mal ein kleiner?
35:15Was ist los? Glück gehabt.
35:18Offensichtlich mag mich der bissige Hund.
35:19Gut, ich frage mal eben meine Verlobte.
35:26Was meinst du, ihm reicht nur zwei Monate?
35:31Ja, es wird schon knapp, wenn man bedingt, was wir alles organisieren müssen.
35:36Andererseits kann ich es kaum am Arten.
35:40Wir nehmen den Termin.
35:42Vielen Dank. Wiederhören.
35:43Wir heiraten. In zwei Monaten heiraten wir.
35:52Ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja.
36:13Ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja.
36:44Und wenn Hund mich sieht?
36:46Ach, und selbst wenn.
36:48Er wird mir schon nicht den Kopf abreißen.
36:52Eigentlich war er sogar ziemlich nett,
36:54wie er mich heute Morgen rumgeführt hat.
37:13Langsam kriege ich hier in Schönroda die Kurve.
37:33Zugegeben, dieser Lagerjob ist kein Traum, aber immerhin ein Anfang.
37:40Außerdem hat er einen unschätzbaren Vorteil.
37:43Christian arbeitet hier.
37:45Wir werden uns täglich über den Weg laufen.
37:49Und wer weiß, vielleicht wird ihm irgendwann auffallen, dass er und ich...
37:54na ja, mal abwarten, was passiert.
38:04Es war eine dieser milden, klaren Nächte auf Teneriffa.
38:07Perfekt, um den Himmel zu beobachten.
38:11Und ich war davon ausgegangen, dass mich ein paar wirklich interessante Sternenkonstellationen erwarten würden.
38:16Aber was mir dann tatsächlich begegnet ist,
38:20hat mich doch sehr überrascht.
38:22Ich machte einen Spaziergang am Strand.
38:25Und plötzlich sah ich da diesen Mann mit drei riesigen Teleskopen.
38:29Ich war wie verzaubert.
38:32Da suche ich das Ganze für einen Moment ab.
38:34Und der strahlendste Stern steht plötzlich direkt vor mir.
38:39War es bei Ihnen auch lieber auf den ersten Blick, Frau Kastanow?
38:42So nennt man das wohl.
38:44Plötzlich schien die Welt stillzustehen.
38:47Ich sah nur noch seine Augen.
38:49Das klingt sehr romantisch.
38:52Gar nicht so schlecht für den Anfang.
38:54Aber diese Ecke, da muss noch weg.
38:56Interessante Art, Altglas zu entsorgen.
38:58Der Hund.
39:01Ich habe früher mal gelernt, wie man an so einer Maschine arbeitet.
39:04Sehen Sie?
39:06Habe ich Ihnen die Erlaubnis erteilt, Maschinen zu benutzen?
39:09Daran kann ich mich gar nicht erinnern.
39:10Nein, aber ich habe ja nichts kaputt gemacht.
39:12Widerrechtliche Benutzung von Betriebseigentum.
39:14Verstoß gegen die Versicherungsauflagen.
39:17Sie werden verstehen, dass ich das nicht dulden kann.
39:20Aber ich bin kein Unmensch.
39:22Ich werde auf eine Anzeige gegen Sie verzichten.
39:25Anzeige?
39:26Packen Sie Ihre Sachen und sehen Sie zu, dass Sie wegkommen, Frau Lenz.
39:30Sie sind entlassen.
39:31Entlassen? Moment mal, das können Sie doch nicht ernst meinen.
39:34Sie können mich doch nicht entlassen wegen eines einmaligen Vorfalls.
39:38Sie haben mich schon verstanden, Frau Lenz.
39:40Ihre Zeit bei Kastanow-Optik ist beendet.
39:43Das werden wir sehen.
39:44Wir sprechen zuerst mit einem der Geschäftsführer, mit Christian Kastanow.
39:47Das ist ja wohl die größte Unverschämtheit, die ich hier erlebt habe.
39:53Was erlauben Sie sich?
39:54Was glauben Sie eigentlich, wer Sie sind?
39:56Los, verschwinden Sie aber, Dalli!
39:58Und lassen Sie sich hier nie wieder blicken!
39:59Ich gehe jetzt zu Herrn Kastanow.
40:03Sie bleiben stehen!
40:06Und Sie beide waren zu der Zeit nicht in einer anderen Partnerschaft?
40:10Meine erste Frau, die Mutter meines Sohnes, war einige Jahre zuvor gestorben.
40:13Ich hatte nicht damit gerechnet, noch einmal ein solches Glück erfahren zu dürfen.
40:20Und bei Ihnen, Frau Kastanow?
40:21Ich war auch nicht gebunden.
40:23Und haben Sie Kinder aus einer anderen Beziehung?
40:25Nein.
40:26Wie lange ist das jetzt her?
40:2820 Jahre.
40:31Und ich habe jeden Tag davon genossen.
40:33Dann hatten Sie dieses Jahr ja zwei Jubiläen.
40:36Haben Sie nicht auch gerade erst das 150-Jährige bestehen Ihrer Firma gefeiert?
40:39Das ist richtig.
40:41Unsere Familie beschäftigt sich schon in der vierten Generation mit dem Schleifen von optischen Linsen.
40:45Und wenn Ihr Sohn die Führung der Frau...
40:47Aber so weit sind wir noch lange nicht.
40:49Ich dachte, angesichts der angeschlagenen Gesundheit Ihrer Frau...
40:53Wer behauptet so etwas?
40:55Ich habe gehört, dass es Ihnen seit der Jubiläumsfeier nicht besonders gut gehen soll.
40:58Was auch immer Sie gehört haben mögen, Frau Fuchs.
41:02Es handelte sich lediglich um eine Kreislaufschwäche.
41:04Meine Frau hat sich bei der Vorbereitung der Feier etwas übernommen.
41:06So ein Blödsinn.
41:09Tamara...
41:10Es ist doch wahr!
41:12Ihr veranstaltet hier diesen Fernsehquatsch.
41:14Dabei geht's Mama total dreckig.
41:16Wie soll sie denn gesund werden, wenn ihr so tut, als wäre nichts?
41:24Du kannst nicht stehen!
41:27Was soll das?
41:29Lass nämlich los!
41:31Sie folgen meinen Anweis...
41:32Ihr habt doch gleich euer Interview.
41:52Ja.
41:52Was hältst du davon, wenn ihr da euren Hochzeitstermin bekannt gebt?
41:56Ich verstehe einfach nicht, warum mein Vater so zumacht, wenn's um Mama geht.
42:00Sie müsste doch auch in seinem Interesse sein, dass deine Mutter wieder gesund wird.
42:03Es sei denn, er verheimlicht mir was.
42:06Ich habe den Vorfall noch einmal arbeitsrechtlich geprüft.
42:09Sowohl Herr Hund als auch Frau Lenz haben sich in hohem Maße betriebsschädigend verhalten.
42:13Ich fürchte, das wird Konsequenzen haben müssen.
42:15Ich bin in der Tat.
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