- vor 2 Tagen
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SpaßTranskript
00:00Gott, einen Deal vorgeschlagen.
00:03Einen Deal?
00:04Ich habe ihm versprochen, dass wenn er Simon wieder aus dem Koma zurück holt,
00:09dass ich alles tun werde, um ein aufrichtiger Mensch zu werden.
00:14Ich bin stolz auf dich.
00:16Wann genau heiratet ihr denn?
00:18In drei Wochen. Am ersten Samstag im Monat.
00:21Oh.
00:22Eben.
00:22Was denn?
00:24Wir auch.
00:24Auch.
00:26Hast du es noch geschafft, dich von Lucy zu verabschieden, bevor sie gefahren ist?
00:30Ja, sie war heute Morgen hier und hat mir einen Brief hinterlassen.
00:33Aha. Was schreibt sie?
00:34Sie hat mir die Becker's Boten vermacht.
00:36Dann wird die Polizei gegen Annabelle ermitteln und ich möchte,
00:39dass sie zu diesem Zeitpunkt sich in Falkenthal aufhält.
00:42Damit sie festgenommen werden kann.
00:43Wird es dir mir helfen, Annabelle nach Falkenthal zurückzulocken?
00:47Jetzt steht alles. In drei Wochen wird geheiratet.
00:49Hm.
00:52Und dich wollte ich bitten, meine Trauzeugin zu sein.
00:56Es geht leider nicht.
00:59Ich kann bei eurer Hochzeit nicht dabei sein.
01:02Warum denn nicht?
01:06Weil ich zu dem Zeitpunkt schon im Gefängnis sitze.
01:14Hey, what you looking for?
01:20No one has the answer.
01:23They just want more.
01:28Hey, who's gonna make it back?
01:44Willst du dich etwa selbst anzeigen?
01:46Ich habe es mir lange überlegt.
01:48Aber warum?
01:50Ihr habt doch selbst gesagt, dass ich ein Geständnis ablegen soll, damit ich wieder neu anfangen kann.
01:55Aber warum gerade jetzt?
01:57Es tut mir leid, wegen eurer Hochzeit.
01:59Nora, ich muss zu meinen Taten stehen.
02:02Jetzt und nicht irgendwann.
02:03Und was wird mit unserem Kind?
02:05Unserem Baby wird es gut gehen.
02:07Das verspreche ich dir.
02:08Es hat eine Familie.
02:09Es wird geliebt.
02:10Es wird nicht allein sein.
02:12Und es bekommt eine Mutter, die zu dem steht, was sie getan hat.
02:26Henning, hilfst du mir, Annabelle nach Falkenthal zurückzuholen?
02:34Ich bin dabei.
02:36Helena war meine Tante, Richard.
02:38Es kann nicht sein, dass sie tot ungesühnt bleibt.
02:41Wird Annabelle denn durch Noahs Aussage hinreichend belastet?
02:44Ja.
02:46Es wird Anklage erhoben und dann wird ihr der Prozess gemacht.
02:48Und ich hoffe, dass Delburg ebenso gegen sie aussagen muss.
02:52Denn wenn Helenas Unfall zur Sprache kommt, dann wird Annabelle ihn damit hineinziehen.
02:57Und wenn er durch ihre Aussage mit Mord belastet wird, dann wird er nicht länger schweigen können.
03:04Das heißt, die beiden werden sich gegenseitig schwer belasten, da Delburg zu seiner Verteidigung aussagen wird, dass Annabelle ihn dazu
03:10angestiftet hat.
03:12Und mit Noras Geständnis stünden dann zwei Aussagen gegen sie.
03:17Wenn aber Annabelle erfährt, dass erneut gegen sie ermittelt wird, gehen sie keine Zimpferde mehr nach Falkenthal.
03:22Deshalb müssen wir sie herlocken, bevor Nora mit ihrem Geständnis zur Polizei geht.
03:27Stehst du mit Annabelle irgendwie in Kontakt?
03:28Ich schicke regelmäßig Nachrichten an eine anonyme E-Mail-Adresse.
03:33Von wo sie die aber abruft, kann ich dir leider nichts sagen.
03:37Verstehe.
03:38Bisher lief es hier auch weitgehend problemlos.
03:41Sie sah noch keinen Grund, sich in irgendeiner Weise zu melden oder sogar einzugreifen.
03:46Das muss ja nicht so bleiben.
03:58So entschlossen habe ich Nora schon lange nicht mehr gesehen.
04:01Es wäre mir nie in den Sinn gekommen, dass sie mit dem Gedanken spielt, sich selbst anzuzeigen.
04:05Ich dachte, wenn Noras Schuld nicht mehr zwischen ihr und deiner Familie steht, dann fällt es ihr leichter, mit der
04:09Vergangenheit umzugehen.
04:11Trotzdem will sie vor dem Gesetz die Verantwortung für das übernehmen, was sie getan hat.
04:14Nein, Simon, nicht vor dem Gesetz.
04:15Vor sich selbst.
04:16Sie will endgültig einen Schlussstrich ziehen.
04:18Ja, aber ist das nicht auch möglich, ohne dass sie ins Gefängnis geht?
04:22Offenbar nicht.
04:25Komm.
04:31Ich wünschte, ich könnte sie vor diesem Schritt bewahren.
04:35Die Vorstellung, dass sie bald im Gefängnis sitzt, macht mir Angst.
04:38Weil du sie liebst und beschützen willst.
04:40Und gleichzeitig habe ich großen Respekt vor ihrer Entscheidung.
04:43Ich weiß, was du meinst.
04:44Aber trotzdem mache ich mir Gedanken.
04:48Du denkst an euer Baby.
04:50Es wird im Gefängnis geboren und die ersten Monate seines Lebens dort aufwachsen.
04:54Das wünscht sich niemand für sein Kind.
04:56Nora bestimmt auch nicht.
04:58Warum tut sie es dann?
05:00Irgendetwas muss sie dazu bewegt haben, als du im Koma lagst.
05:03Was meinst du?
05:05Wir haben uns im Krankenhaus lange unterhalten.
05:08Und sie sagt, sie kann sich selbst nicht verzeihen, was sie damals getan hat.
05:13Du meinst deshalb, zeigt sie sich selber an?
05:16Ich weiß es nicht.
05:19Irgendetwas ist mit dir passiert.
05:28Guten Tag, Sebastian Becker hier.
05:30Es geht um den gebuchten Flug auf die Seychelles für zwei Personen.
05:34Ja.
05:35Becker.
05:37Ich würde gerne noch eine zusätzliche Reservierung vornehmen.
05:42Ja.
05:43Ein Mietwagen.
05:47Nö.
05:47Den Geländewagen.
05:49Für die gesamte Dauer des Aufenthalts.
05:52Perfekt.
05:54Meine Kreditkartennummer haben Sie ja.
05:56Dann schicken Sie mir bitte die Bestätigung per Mail.
05:59Alles klar.
06:00Danke.
06:00Wiederhören.
06:04Hey, na, wie geht's?
06:06Du bist ja wieder richtig gut gelaunt.
06:07Ich hab auch einen Grund dazu.
06:09Dann gehe ich davon aus, dass du Lisses Geschenk angenommen hast und Beckers Boden jetzt dir gehören.
06:14Stimmt.
06:15Ich denke, so ein Angebot sollte man nicht ausschlagen.
06:18Magst du auch ein Sandwich?
06:20Ich glaube, ich mache mir eine ganz normale Stulle.
06:22Ja, das mache ich auch.
06:27Danke.
06:27Und?
06:28Wie fühlt man sich als selbstständiger Unternehmer?
06:32Großartig.
06:33Ja, es eröffnet einem ganz neue Perspektiven.
06:35Ja, und was machen deine Sorgen?
06:36Maike könnte sich heimlich auch nach dem Luxus sehnen, den Robert Lissi bietet?
06:41Man muss auf dem Teppich bleiben.
06:42Lissi und Robert spielen beruflich einfach in einer ganz anderen Liga.
06:46Hör ich da ein bisschen Enttäuschung aus?
06:49Das heißt ja nicht, dass Maike und ich uns nicht auch mal was Schönes leisten können.
06:53Ja, wenn du die 20.000 Euro, die Lissi dir ebenfalls überschrieben hat, gewinnbringend anlegst, dann ganz bestimmt.
06:59Und schon erledigt.
07:02Aha.
07:08Die Porzellanmanufaktur ist der Schlüssel.
07:11Als Annabelle damals aus Falkenthal verschwunden ist, da hatte sie nichts mehr.
07:16Keine Familie, keine Freunde, gar nichts.
07:19Und das ist bis heute so geblieben.
07:21Das Einzige, was sie noch hat und was ihr wirklich etwas bedeutet, ist die Firma.
07:27Und genau damit werden wir sie aus dem Versteck locken.
07:30Und dabei will Henning uns wirklich helfen?
07:33Helena war seine Tante.
07:35Ich muss sie nicht dazu überreden.
07:37Was genau habt ihr vor?
07:39Ein einfacher Plan.
07:41Simpel, aber wirkungsvoll.
07:43Hoffe ich.
07:45Na schön.
07:46Dann brauche ich dringend noch die aufgeschlüsselte Bilanz des letzten Jahres.
07:49Bringe ich ihn.
07:50Wenn mich nicht alles täuscht, steht der Brennofenhersteller Rote kurz vor dem Konkurs.
07:54Ist aber noch nicht offiziell.
07:56Großartig.
07:58Dann bringen Sie mir bitte sämtliche Unterlagen.
08:00Und behandeln Sie die Sache bitte vertraulich.
08:02Selbstverständlich.
08:13Henning wird einen Großauftrag erfinden, für den die Manufaktur in finanzielle Vorleistung treten muss.
08:19Welche Art?
08:21In erster Linie die Neuanschaffung von Brennöfen und Rohmaterial.
08:24Das ist bei Aufträgen dieser Größenordnung nicht ungewöhnlich.
08:28Lass mich raten.
08:29Die Firma wird den Auftrag stornieren, sobald ihr in Vorleistung für die Maschinen gegangen seid.
08:34So ist es.
08:36Henning wird sämtliche Rücklagen abziehen und auf ein Nummernkonto überweisen.
08:41Wenn der Neuauftrag storniert ist, wird kein Gewinn fließen.
08:44Und die Manufaktur kann keine Löhne mehr zahlen.
08:48Und was ist mit der Bürgschaft für die Anzahlung der Maschinen?
08:51Henning hat den Hersteller sehr sorgfältig ausgesucht.
08:53Er steht kurz vor der Insolvenz.
08:56Und für die Ziehung der Bürgschaft ist ein Gerichtsbeschluss erforderlich.
09:00Das heißt, es kann Jahre dauern, bis die Firma Geld zieht.
09:05Ja.
09:07Ein paar Handgriffe.
09:08Mehr nicht.
09:09Und Annabelle erhält die Information, dass ihre geliebte Manufaktur kurz vor dem Ruin steht.
09:15Die Manufaktur ist das Einzige, was hier geblieben ist.
09:18Sie wird nicht zusehen, sie zu verlieren.
09:20Und das müssen wir ausnutzen.
09:23Respekt.
09:25Eine bessere Möglichkeit gibt es nicht, sie nach Falkenthal zu locken.
09:33Nach einem ordentlichen Mittagessen sieht das aber nicht aus.
09:36Ich habe einfach gar keine Zeit.
09:39Außerdem finde ich, dass deine Muffins super schmecken, Marianne.
09:43Wenn jemand so viel arbeitet wie du, dann sollte er auch anständig essen.
09:46Ich werde uns heute Abend was Schönes kochen.
09:48Seid ihr zu Hause?
09:49Ja, stimmt.
09:50Das ist eine schöne Idee.
09:52Und die Abendessen im Hause Beckhast, die finde ich auch immer schön.
09:55Ich auch.
09:59Sag mal, wie sieht es denn zurzeit aus? Bist du sehr eingespannt?
10:02Na, jetzt ist es ein bisschen ruhiger geworden.
10:04Aber in der letzten Zeit habe ich ein größeres Projekt abgeschlossen.
10:08Und seit Frau Grafenberg hier nicht mehr ist, dann macht die Arbeit auch wieder richtig Spaß.
10:11Ja, mir geht es genau so.
10:13Frau Hansen?
10:14Hm?
10:14Für Sie?
10:15Hm?
10:16Danke.
10:17Und da schopfen noch bitte.
10:20Und tschüss.
10:21Tschüss.
10:23Oh, was ist das denn?
10:29Ups.
10:33Seestellen?
10:35Vielleicht ist das ja von einem Seemann, der dich heimlich verehrt.
10:40Ich glaube, mit unserem Familienabend, das wird nichts.
10:43Ich habe ein Date.
10:45Auf einen Drink?
10:47An einem malerischen Strand?
10:48Und, naja, da kann ich mit meiner Einladung natürlich nicht konkurrieren.
10:53Mein Sohn ist ja ein richtiger Romantiker.
11:19Versuch bitte nicht, mich umzustimmen.
11:23Ich will dich doch nur verstehen.
11:25Ich sehe keine andere Möglichkeit, mich von dieser Last zu befreien.
11:29Ich habe einen Menschen angefahren und ihn auf der Straße liegen gelassen.
11:32Wenn ich Hilfe geholt hätte, könnte Simons Vater vielleicht noch leben.
11:36Das stimmt.
11:37Das stimmt.
11:37Weißt du, in jeder Minute, in der wir um Simons Leben gebangt haben, habe ich mir mal vorgestellt,
11:43dass Marianne das alles schon einmal durchgemacht hat.
11:46Meinetwegen.
11:47Ich kann mit dieser Schuld aber nicht mehr leben.
11:51Ich dachte, du hattest solche Angst vor diesem Schritt.
11:54Das habe ich immer noch.
11:55Das kannst du mir glauben.
11:58Aber am meisten habe ich Angst um mein Kind.
12:01Was wird denn aus meinem Baby, wenn ich im Gefängnis sitze, Luisa?
12:09Aber ich habe es versprochen.
12:12Versprochen?
12:13Wem?
12:15Kurz bevor Simon erwacht ist, saß er mir doch in seinem Bett.
12:19Du bist eingeschlafen und hast gar nicht gemerkt, dass die Ärzte noch mal reingekommen ist.
12:24Und sie hat zu mir gesagt, dass jetzt eigentlich nur noch beten hilft.
12:29Was habe ich getan?
12:30Simon, ich habe mich an sein Bett gekniet und habe gebetet.
12:35Und ich habe geschworen, dass ich Verantwortung für all meine Taten übernehme, wenn Simon wieder gesund wird.
12:46So, jetzt.
12:49Kennst du die Geschichte?
12:54Ja, bitte.
12:56Danke.
12:58Oh, hallo.
12:59Ihr kommt genau richtig.
13:01Ich bin so gut wie fertig.
13:02Und?
13:03Wie sieht es aus?
13:04Sehr gut.
13:04Es war einfacher, als ich dachte.
13:10So, das war's.
13:11Wenn Annabelle diesen Geschäftsbericht liest, wird sie nicht anders können, als zu glauben, dass die Manufaktur kurz vor der Insolvenz
13:17steht.
13:18Und wenn sie Verdacht schöpft?
13:19Henning hat sie verkalkuliert.
13:21Er hat ein Unternehmen beauftragt, das kurz vor dem Ruin stand.
13:25Leider habe ich im Bürgschaftsvertrag eine Klausel übersehen.
13:28Und jetzt kommen wir erst in ein paar Jahren an unser Geld.
13:31Ja, bis dahin ist ja die Manufaktur pleite.
13:33Jedenfalls auf dem Papier.
13:35Unsere Hausbank und ein paar befreundete Kunden werden diese Geschichte bestätigen.
13:41Also dann?
13:43Möchtest du?
13:58Sobald sie diese Mail liest, wird sie nach Falkenthal zurückkommen, um die Manufaktur vor der Pleite zu retten.
14:03Da bin ich mir sicher.
14:04Und die Falle schnappt zu.
14:29Kann sie nicht anklopfen?
14:34Not bevor you enter my room.
14:37I'm sorry.
14:39Get out of here now!
14:51Das Personal ist wirklich überall ein Problem auf dieser Seite.
15:23Du bist doch jung.
15:24Und du hast deinen Weg noch vor dir.
15:26Du kannst genauso gut neu anfangen wie ich.
15:29Kann ich das?
15:31Ja.
15:32Dein Enkelkind und ich, wir werden dir dabei helfen.
15:37Mir kann niemandem mehr helfen.
15:40Was?
15:41Wie meinst du das denn jetzt?
15:43Ich werde zur Polizei gehen.
15:45Dein Geständnis ablegen.
15:48Sie sind sehr mutig, Frau Grafenberg.
15:51Auch wenn die Zeit, die Sie mit Ihrem Enkel verbringen werden, sehr begrenzt sein wird.
15:56Bei einer lebenslänglichen Haftstrafe.
16:00Lebenslänglich.
16:03Du kannst darauf vertrauen, dass du eines Tages bösen wirst.
16:06Für alles.
16:08Morgen werde ich dich nicht mehr in diesem Hause sehen.
16:10Ich werde dich nicht mehr in diesem Hause sehen.
16:39In der friedlichen Familie kommt das Glück von allein.
16:42Hermann.
16:46Bin.
17:15Ich kann dich verstehen.
17:17Nach so einem Erlebnis kann man nicht mehr zurück.
17:20Dann glaubst du mir?
17:21Natürlich.
17:23Weißt du, es war unbeschreiblich.
17:26Die Zeit schien plötzlich stillzustellen.
17:29Ich habe gespürt, dass irgendetwas Außergewöhnliches passiert ist.
17:35Irgendwas war anders.
17:39Unmittelbar danach hat Simon das erste Mal geblitzelt.
17:43Glaubst du an Wunder?
17:46Du hast doch eins erlebt.
17:48Meinst du das jetzt ernst?
17:49Es gibt Momente, die uns verändern.
17:52Die uns einen völlig neuen Weg aufweisen.
17:55Und ich glaube, für dich war das so ein Moment.
17:57Hast du sowas auch schon mal erlebt?
17:59Ja.
18:01Aber das passiert nicht so oft.
18:04Aber ich glaube ganz fest daran,
18:05dass das Schicksal uns in den wichtigen Momenten den Weg weist.
18:11noch vor ein paar Monaten hätte ich gedacht,
18:13das Schicksal irrt sich,
18:14wenn es mir ausgerechnet den Weg ins Gefängnis zeigt.
18:24Ich wünschte, ich könnte dich vor dem bewahren,
18:27was noch vor dir liegt.
18:29Ich bin doch schon groß.
18:32Du kannst schon auf mich aufpassen.
18:35Du kannst dich auf mich verlassen.
18:38Ich werde immer für dich da sein.
18:40Für dich und dein Kind.
18:43Simon und ich,
18:45wir sind deine Familie.
18:48Oh Mensch.
18:59Ich weiß einfach nicht,
19:00ob es die richtige Entscheidung ist,
19:01dass Nora sich vor der Geburt des Kindes selbst anzeigt.
19:04Auf jeden Fall ist es eine sehr mutige Entscheidung.
19:06Ja.
19:07Aber mit welchen Konsequenzen?
19:08Hast du schon mit Frau Nowak gesprochen?
19:10Was sagt sie, wie hoch wird die Strafe sein?
19:12Sie muss mit mindestens ein bis zwei Jahren Haft rechnen.
19:15Ohne Bewährung.
19:15Naja, ich meine,
19:17Nora hat schreckliche Dinge getan.
19:20Da sind ein, zwei Jahre Gefängnis eher eine milde Strafe.
19:24Ja, die Tatsache, dass sie sich selbst anzeigt
19:26und doch nicht vorbestraft ist,
19:28wird ihr natürlich positiv angerechnet.
19:30Und was wird mit eurem Kind?
19:33Na, mit Sicherheit wird ihr nicht die Haft erlassen,
19:34weil sie schwanger ist.
19:35Das bedeutet, es kommt im Gefängnis zur Welt.
19:38Ich würde mir einfach wünschen,
19:39dass das Kind nicht die ersten Monate seines Lebens
19:41auf die Mutter verzichten muss.
19:44Ich kann aber auch Nora verstehen.
19:46Sie braucht diese Selbstanzeige,
19:48um mit dem Teil ihrer Vergangenheit
19:50endgültig abschließen zu können.
19:52Also am liebsten würde ich ihr anbieten,
19:54dass ich mich mit Luisa um das Kind kümmere.
19:56Natürlich nur, solange sie im Gefängnis ist.
20:09Es ist trotzdem kein Grund, mich so lange warten zu lassen.
20:11Ja, ich konnte doch den Pinsel nicht einfach fallen lassen.
20:14So, jetzt mach's mal nicht so spannend.
20:16Was für eine Überraschung hast du für mich?
20:17Wart ab.
20:18Oder draußen mehr etwa nicht.
20:20Doch.
20:21Von dir würde ich mich blind bis ans Ende der Welt führen lassen.
20:24Ganz so weit geht's heute noch nicht.
20:26Bist du bereit?
20:28Ja.
20:30Tada!
20:32Willkommen am Falkenthal Beach.
20:34Ach, Sebastian, das ist ja...
20:36Na, gefällt's dir?
20:37Ja.
20:38Das ist wie Urlaub.
20:47Für dich ist natürlich ein Ehrenplatz reserviert.
20:50Boah.
20:51Ich weiß überhaupt nicht, was ich sagen soll.
20:55Das ist der schönste Strand, an dem ich je war.
21:12Oh, hallo.
21:13Wissen Sie, ob mein Vater hier noch im Wohnzimmer...
21:16Ach so.
21:16Schön, dass du da bist.
21:17Wir haben dich kommen hören.
21:18Wir?
21:19Ja, Sophie ist auch da.
21:20Komm, setz dich zu uns.
21:22Ach, das trifft sich gut.
21:24Ich wollte ohnehin etwas mit ihr besprechen.
21:25Guten Tag, Frau Nowak.
21:26Hallo.
21:26Können Sie mir sagen, wer der Nachfolger von Delbrück ist?
21:29Soweit ich weiß, Frau Rehmann ab morgen früh.
21:32Kennen Sie die bereits?
21:33Ja, sie hat schon früher für die Falkenthaler Polizei gearbeitet.
21:36Und sie kennt Annabels vermeintliches Strafregister sehr gut.
21:40Das ist gut.
21:41Dann werde ich morgen früh gleich zur Polizei gehen und mein Geständnis ablegen.
21:43Komm, setz dich doch erst mal.
21:45Möchtest du was trinken?
21:47Ja, ein Glas Wasser.
21:49Okay.
21:50Dann steht Ihre Entscheidung also?
21:53Das wissen Sie doch schon.
21:54Ja, natürlich wissen wir das.
21:55Es ist nur...
21:57Sophie, rutsch schon mal bitte.
21:58Ja.
21:59Ich wollte dich um etwas bitten.
22:00Jetzt versuch nicht, wieder mir meinen Entschluss auszureden.
22:02Nein, nein, darum geht es gar nicht.
22:04Die Dinge haben sich verändert.
22:08Bitte triff deine endgültige Entscheidung erst, wenn du uns beide angehört hast.
22:15Nora ist die Mutter und euer Kind braucht sie.
22:19Ich möchte sie auch nicht aus den Armen reißen oder entführen.
22:22Ich möchte ihr nur anbieten, mich um mein Kind zu kümmern.
22:24Ich habe gelesen, dass die Frauengefängnisse inzwischen so ausgestattet sind, dass die Frauen medizinisch versorgt werden.
22:31Also, sie können im Gefängnis ihr Kind zur Welt bringen und sich auch darum kümmern.
22:38Der Kontakt zwischen Mutter und Kind ist ganz wichtig.
22:43Du darfst dieses Band nicht zerreißen.
22:44Das will ich doch gar nicht.
22:48Nora wird ihrem Kind alle Liebe geben.
22:51Da bin ich ganz sicher.
22:52Ja, aber das möchte ich doch auch.
22:54Ich bin schließlich der Vater.
22:55Nora wird denken, dass du sie für eine schlechte Mutter hältst.
22:58Aber das tue ich doch gar nicht.
23:00Ich möchte nur, dass das Kind in einer anderen Umgebung aufwächst.
23:03Und du hast selbst gesagt, dass die ersten Monate für die Entwicklung deines Kindes am wichtigsten sind.
23:08Euer Kind wird sich gut entwickeln, weil es bei der Mutter ist.
23:21Du willst also, dass ich mein Geständnis nicht morgen abgebe, sondern warte, bis ihr Annabelle nach Falkenthal gelockt hat?
23:27Richtig.
23:30Der Plan ist wasserdicht.
23:33Wenn Annabelle glaubt, dass die Manufaktur vor dem Aus steht, dann wird sie zurückkommen, um sie zu retten.
23:38Bin ich sicher.
23:40Die Manufaktur ist das Einzige, was sie noch hat.
23:43Für den Wert ihres Geständnisses ist es völlig egal, ob sie sich jetzt selbst anzeigen oder ob sie warten, bis
23:48Annabelle wieder in Falkenthal ist.
23:51Wenn Annabelle aber vorher von deiner Aussage gegen sie erfährt und weiß, dass die Polizei gegen sie ermittelt, dann wird
23:57sie mit Sicherheit endgültig untertauchen.
24:00Und wir können sie niemals zur Rechenschaft ziehen.
24:05Ich will nicht länger warten.
24:07Und schon gar nicht wegen Annabelle.
24:09Nora, damit riskierst du, dass Annabelle straffrei ausgeht.
24:13Dabei hat sie viel größere Schuld auf sich geladen als du.
24:16Du hast doch immer gesagt, dass es so etwas wie höhere Gerechtigkeit gibt.
24:19Ja, ich...
24:19Und siehst du daran, glaube ich, auch.
24:21Und ich mache mein Geständnis nicht wegen Annabelle.
24:25Ich habe mit ihr abgeschlossen und das solltest du auch tun.
24:27Aber das will ich doch auch, verdammt doch mal!
24:31Aber dafür muss ich dafür sorgen, dass sie in der Gitter kommt.
24:35Und ich möchte, dass du mir dabei hilfst.
24:37Ja, aber das mache ich doch.
24:38Mit meiner Aussage bekommt die Polizei genügend Hinweise, Annabelle zu belangen.
24:42Vergiss das nicht!
24:43Nur wird es den Behörden herzlich wenig nützen, wenn sie nicht wissen, wo Annabelle sich aufhält, weil sie untergetaucht ist.
24:49Nora, ich kann einfach nicht akzeptieren, dass du ins Gefängnis gehst und Annabelle nicht!
24:54Aber ich kann es.
25:13Wer hätte gedacht, dass ich mit Nora jemals über das Schicksal reden könnte?
25:18Noch vor ein paar Wochen hätte sie sich über mich lustig gemacht.
25:22Aber jetzt hat sie selbst ein Wunder erlebt.
25:27Siemens Heilung war ein Geschenk.
25:29Und sie zieht daraus die Konsequenz für sich und ihre Taten einzustehen.
25:35Ich glaube, das war das erste Mal, dass Nora etwas selbstlos getan hat.
25:41Auch wenn ich sie am liebsten davon abhalten würde.
25:44Ich muss ihre Entscheidung, ins Gefängnis zu gehen, akzeptieren.
25:49Sie hat mir in den schlimmsten Stunden meines Lebens beigestanden.
25:53Und ich werde dasselbe für sie tun.
25:58Herrlich!
25:59Genau das ist es, was ich jetzt brauche.
26:01Sonne, Strand, dich.
26:06Das könnten wir wirklich mal öfter machen.
26:09Ich wusste doch, dass du auf Exotik stehst.
26:10Ich kann gar nicht genug davon bekommen.
26:13Na dann, lassen wir es jetzt mal so richtig krachen.
26:18Wow, danke!
26:21Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal gearbeitet habe.
26:24Was ist Arbeit überhaupt?
26:30Stell dir mal vor, wir liegen jetzt nicht in Falkenthal am See.
26:33Sondern am Mittelmeer.
26:35Genau, noch besser, die Seychellen.
26:36Da wollte ich sowieso immer schon mal hin.
26:37Ja?
26:40So in so einem kleinen Hotel am Strand.
26:42Also mir schwebt ja eher so ein Bungalow vor mit eigenem Swimmingpool,
26:46von dem aus man direkt ins Meer springen kann.
26:48Du kannst Gedanken lesen.
26:49Genau, und wenn wir keine Lust auf den Pool haben,
26:52dann gehen wir einfach runter an den Strand.
26:53Der nur für uns da ist.
26:54Mit weißem Sand, blauer Himmel, das Meer.
26:57Und ab und zu klettert jemand die Palme hoch
26:59und holt uns ein paar Kokosnüsse runter.
27:01Ach Quatsch!
27:02Wir haben jemanden, der uns rund um die Uhr dringend an den Strand serviert.
27:05Ja genau, und dann gehen wir tauchen.
27:07Und Tschetski fahren?
27:07Ja, und abends, da liegen wir einfach auf der Terrasse.
27:10Und schauen in die Sterne.
27:11Und dann sage ich dir, wie wunderschön du bist.
27:14Aber den West verrate ich dir erst im Bungalow.
27:18Ich hoffe, du sagst mir das auch hier in deinem Zimmer in Falkenthal.
27:21Ich kann ja nicht ewig warten.
27:24Wer weiß.
27:33Was ist das?
27:34Haben wir doch gerade drüber gesprochen.
27:38Das ist unser Urlaub auf die Sichellen.
27:44Nora hat sich sehr verändert.
27:47Und ich sollte eigentlich froh sein, dass sie dabei geblieben ist,
27:50mit ihrem Geständnis nicht zu warten, bis Annabelle wieder in Falkenthal ist.
27:54Das heißt, du willst auch aufgeben?
27:56Nein, nein, auf keinen Fall.
27:59Nora hat recht.
28:00Es muss ein Ende haben.
28:01Aber das kann es für mich erst, wenn Gerechtigkeit herrscht
28:04und Annabelle im Gefängnis sitzt.
28:07Richard, Noras Geständnis
28:10und ihre Aussage gegen Annabelle
28:12bieten so viele Ansatzpunkte für neue polizeiliche Ermittlungen.
28:15Ja.
28:16Aber erst einmal muss es für eine Verhaftung reichen.
28:19Das wird es.
28:21Zumal Annabelle niemanden mehr hat bei der Polizei, der ihr helfen wird.
28:25Delbrück ist inhaftiert.
28:26Das heißt, sie kämpft auf verlorenen Posten.
28:30Ja.
28:31Und Delbrück wird auch gegen sie aussagen,
28:33wenn er erst mal unter juristischem Druck gerät.
28:35Da bin ich sicher.
28:37Diesmal wird Annabelle ihrer gerechten Strafe nicht entkommen.
28:42Hoffentlich.
28:47Sophie, verstehst du?
28:49Ich kann einfach nicht vergessen,
28:51dass sie Helena und Victoria umgebaut hat.
28:53Für das Wohl meiner Kinder
28:55habe ich es versucht, aber...
28:58Wenn Nora jetzt freiwillig sich zu ihrer Schuld bekennt,
29:02dann will ich verdammt noch mal,
29:04dass Gerechtigkeit herrscht
29:05und Annabelle auch für ihre Taten bestraft wird.
29:08Richard,
29:10lass Nora ihr Geständnis ablegen
29:12und ihren Frieden mit sich machen.
29:14Und wir beide kümmern uns darum,
29:16dass Annabelle verhaftet wird,
29:17sobald sie hier in Falkental auftaucht.
29:21Ja, ich weiß.
29:23Du hast recht.
29:51Ja, ich weiß.
30:19Mein Gott, das darf doch nicht wahr sein.
30:23Und hier werden wir wohnen?
30:24Ja.
30:25Der Bungalow, der ist ja größer als das Haus von Tobias.
30:28Das ist das Wellnessangebot.
30:30Übrigens, alles inklusive.
30:32Das heißt, du kannst irgendwas ausprobieren
30:33und wenn es dir nicht gefällt,
30:34dann machst du einfach was anderes.
30:35Das heißt, ich kann den ganzen Tag
30:37so viele Anwendungen machen, wie ich will?
30:38Mhm.
30:39Du musst nur noch Zeit haben,
30:40um mit mir tauchen zu gehen.
30:41Und ich muss dich nachher wiedererkennen.
30:43Abwarten.
30:44Nach den ganzen Anwendungen,
30:46da bin ich mindestens zehn Jahre jünger.
30:51Oh, schau mal, was es hier alles gibt.
30:53Von den Anwendungen habe ich noch gar nichts gehört hier.
30:55Lomi-Lomi klingt lustig.
30:57Oder hier Klangmassagen.
31:00Wow, klingt spannend.
31:01Wir können auch eine Ernährungswoche dazu buchen.
31:03Ach, Quatsch.
31:05Ich mache doch im Urlaub keine Diäts.
31:08Schon kapiert, aber so war es ja auch nicht gemeint.
31:10Wir haben nämlich Mauro.
31:12Aha, und wer ist Mauro?
31:14Mauro ist unser Privatkoch.
31:16Und der wird ja jeden Wunsch von den Augen ablesen.
31:18Wir haben einen eigenen Koch.
31:21Mhm.
31:23Sebastian, ich freue mich natürlich wahnsinnig.
31:27Aber?
31:29Aber wie um alles in der Welt sollen wir das zahlen?
31:36Bislang hat Annabelle sich noch nicht gemeldet.
31:39Keine SMS, kein Anruf, keine Mail.
31:41Dieses Wort macht mich völlig verrückt.
31:44Glauben Sie denn, dass Annabelle die Mail schon gelesen hat?
31:47Ach, schwer zu sagen.
31:48Da sie noch nie geantwortet hat, weiß ich nicht, wie oft sie ihre Mails abruft.
31:51Wenn Annabelle den Köder schluckt, die frisierten Bilanzen verächt hält,
31:54dann wird sie sich umgehend melden.
31:56Die Manufaktur ist das Einzige, was sie noch hat.
31:58Und derzeit ihre einzige Geldquelle.
32:00Ja, eben.
32:01Und deshalb wird sie nicht zusehen, wie Henning die Firma an den finanziellen Ruin treibt.
32:06Nein, nein, sie wird sich mit Sicherheit melden.
32:08Ich hoffe wirklich, dass unser Plan funktioniert.
32:12Wir haben alles gründlich durchdacht.
32:14Es gibt keine bessere Möglichkeit, ihr glaubhaft zu vermitteln,
32:17dass die Manufaktur innerhalb weniger Tage ihre gesamten finanziellen Rücklagen verloren hat.
32:22Nora wird morgen früh ihr Geständnis ablegen und ihre Aussage gegen Annabelle machen.
32:27Das bedeutet, spätestens dann werden die polizeilichen Ermittlungen gegen Annabelle wieder aufgenommen.
32:33Sollte sie innerhalb dieser Frist die Nachricht erhalten und den Falkental auftauchen,
32:37dann hätten wir Glück und könnten sie verhaften lassen.
32:41Richard hat es recht.
32:43Es wäre wirklich gut gewesen, wenn Nora ihr Geständnis wenigstens noch ein oder zwei Tage aufgeschoben hätte.
32:48Ja, weil Nora hat sich entschieden. Und das sollten wir akzeptieren.
32:51Das weiß ich doch.
32:53Ich habe großen Respekt vor Noas Entscheidung.
32:56Es hat sich eine Menge gekostet, so weit zu kommen.
33:02Das ist Annabelle.
33:04Das geht los.
33:07Wow, dann gehören dir die Bäckersboden jetzt ganz alleine.
33:13Lissi, war die Firma wirklich sehr wichtig. Das ist ein riesen Vertrauensbeweis an dich.
33:17Ja, ich war mir zuerst gar nicht sicher, ob ich das überhaupt annehmen kann.
33:21Ja, aber Lissi kann sich jetzt wirklich nicht drum kümmern und die Arbeit wäre sowieso an dir hängen geblieben.
33:28Und ich habe mir gedacht, nach der Nummer mit der verpatzten Steuererklärung vertraut sie mir gar nicht mehr.
33:33Ganz im Gegenteil. Sie weiß jetzt, dass du den Fehler nur einmal gemacht hast und dass sie sich jetzt auf
33:37dich verlassen kann.
33:39Stimmt. Und da die Bäckersboden jetzt mir ganz alleine gehören, muss ich auch den Gewinn mit niemandem erteilen, um zu
33:46deiner Frage zurückzukehren, ob ich mir das überhaupt leisten kann.
33:49Ja, aber ihr habt doch trotzdem Kosten, oder? Und die Aufgaben von Lissi müsst ihr doch auch irgendwer übernehmen.
33:54Ja, aber der Kurierdienst läuft im Moment ziemlich gut.
33:57Wir haben außer der Manufaktur noch ein paar andere Großkunden, die für wenig Aufwand viel Geld anbringen.
34:02Trotzdem, kannst du dir es im Moment leisten, zehn Tage einfach so in Urlaub zu fahren?
34:07Warum denn nicht?
34:08Urlaub ist doch nicht verboten, oder?
34:10Aber Urlaub ist für Selbstständige eigentlich ein Fremdwort.
34:15Wieso? Robert hat auch eine eigene Firma und verdient Millionen und ist trotzdem ständig am Reisen.
34:19Ja, aber Robert, der muss auch nicht persönlich anwesend sein. Er kann alles übers Internet regeln.
34:24Und du, mein Lieber, verdienst dein Geld damit, dass du Pakete auslieferst.
34:29Hast du überhaupt schon Ersatz für dich? Ich meine, wenn es morgen Abend schon losgehen soll?
34:33Jetzt schon, zuverlässigen Fahrer, ja.
34:36Der wird die Aufgaben für die nächsten zehn Tage übernehmen.
34:39Okay, dann hast du dir deinen Urlaub verdient.
34:41Und wenn du jetzt noch weiter rummeckerst, dann werde ich die Blonde aus der Framerei fragen, ob sie mitkommen will.
34:45Wehe, das tust du nicht.
34:54Da bist du ja endlich.
34:57Ich brauchte einfach ein bisschen Zeit, um meine Gedanken zu ordnen.
35:00Das kann ich verstehen.
35:03Ich hab noch mal mit Nora gesprochen.
35:05Und? Hat sie es sich noch einmal überlegt?
35:07Du meinst die Sache mit dem Geständnis?
35:09Sie ist fest ins Schloss.
35:11Ich wünschte, sie würde ihre Meinung einfach ändern.
35:15Du machst dir Sorgen, was aus eurem Kind wird, wenn sie ins Gefängnis geht.
35:20Glaubt mir, sie hat sich die Entscheidung nicht einfach gemacht.
35:24Das weiß ich auch.
35:25Niemand geht gerne freiwillig ins Gefängnis.
35:27Und auch wenn ich weiß, dass sie dort mit dem Kind gut versorgt ist, weiß ich nicht, ob es die
35:31richtige Entscheidung war.
35:32Für das Kind.
35:34Du willst doch, dass Nora euer Kind erzieht.
35:37Ihm beibringt, was richtig und was falsch ist.
35:39Ihm erklärt, was Ehrlichkeit und Verantwortung bedeuten.
35:43Also muss sie auch selbst das Richtige tun.
35:46Oder was soll sie eurem Kind irgendwann sagen?
35:48Dass sie selbst zu feige war, die Konsequenzen zu tragen für das, was sie getan hat?
35:52Ich wünschte einfach, ich könnte irgendwas tun.
35:56Das kannst du.
35:57Und zwar am besten, indem du für Nora da bist und für euer Kind.
36:00Also, am liebsten würde ich das Kind zu uns nehmen.
36:04Solange bis Nora aus der Haft entlassen wird.
36:06Du willst was?
36:07Natürlich nur, wenn es für dich in Ordnung ist.
36:09Aber es geht hier nicht um mich, es geht um Nora.
36:12Du kannst ja nicht einfach das Kind wegnehmen.
36:13Ja, das hat meine Mutter auch schon gesagt.
36:15Ich habe mich mit ihr darüber unterhalten.
36:17Marianne hat recht.
36:22Ich verstehe, dass du dir Gedanken machst um euer Kind.
36:26Aber du hilfst ihm am besten, wenn du für Nora da bist und sie unterstützt.
36:35Die Situation ist wirklich ernst.
36:37Wir können bald keine Löhne mehr auszahlen.
36:39Glauben Sie mir, wenn ich könnte, würde ich Ihnen gerne etwas Positives sagen, Frau Grafenberg.
36:43Ich habe mich wohl verhört, Herr Reichenbach.
36:45Heißt das etwa, ich bin ruiniert?
36:48Dann erklären Sie mir mal, wie haben Sie es geschafft,
36:51die Manufaktur von einem auf den nächsten Tag gegen die Wand zu fahren?
36:54Der Großauftrag wurde storniert.
36:56Und die Firma, bei der wir dafür bereits die Maschinen bestellt haben, ist so gut wie bankrott.
37:01Das war leider nicht abzusehen.
37:03Nicht abzusehen?
37:05Sie benehmen sich ja wie der letzte Praktikant.
37:07Seit wann ist es denn ein Geheimnis, wenn eine Firma kurz vor dem Aus steht?
37:13Eine einzige Fehlkalkulation reicht manchmal aus, um...
37:16Ich glaube Ihnen einfach kein Wort.
37:18Egal, was ich von Ihnen persönlich halte, als Geschäftsführer waren Sie bislang erfolgreich.
37:23Ich will jetzt sofort wissen, was dahinter steckt.
37:25Wie kommt es, dass unsere finanziellen Rücklagen so schnell aufgebraucht sind?
37:30Durch Ihre lange Abwesenheit im täglichen Geschäft gingen einige Großkunden verloren, Frau Grafenberg.
37:36Ach, jetzt soll ich auch noch daran schuld sein.
37:39Das ist ja wirklich unerhört.
37:41Sie haben sich in den letzten Wochen um nichts gekümmert.
37:43Und meine Geschäftsberichte offensichtlich ignoriert.
37:46Sonst wüssten Sie, dass es bereits Umsatzeinbußen gegeben hat.
37:49Nein, nein, nein. Das sind wie ein paar Zufälle zu viel.
37:51Was wollen Sie damit sagen, dass ich absichtlich Bilanzen fälsche?
37:54An dieser Firma hängen einige hundert Arbeitsplätze.
37:56Die setze ich nicht leichtfertig aufs Spiel.
37:58Wenn das wirklich stimmt, werde ich Sie wegen Fahrlässigkeit verklagen.
38:03Ich habe mein Möglichstes getan.
38:05Sollte die Manufaktur wirklich vor dem Ruin stehen,
38:08da mache ich Sie persönlich dafür verantwortlich.
38:11Und was gedenken Sie jetzt zu tun?
38:13Die Frage stelle ich Ihnen.
38:15Entweder Sie werden jetzt schnellstens etwas unternehmen
38:18oder wir sehen uns vor Gericht wieder.
38:25Sie war ziemlich aufgebracht, würde ich sagen.
38:30Weißt du, sie hat es geschluckt?
38:33Anziehen.
38:35Auf jeden Fall glaube ich nicht, dass Sie die Sache so einfach auf sich sitzen lässt.
38:43Richard, ist alles in Ordnung?
38:45Du siehst ganz blass aus.
38:48Jetzt mach mich nicht auch noch verantwortlich für dein Versagen als Ehemann und Vater.
38:52Du bist eben kein Familienmensch.
38:55Zum Glück muss Helena das nicht mehr miterleben.
38:58Bist du wahnsinnig?
39:00Ich nehme diesen Namen nie wieder in den Mund.
39:03Richard, hör auf!
39:06Lass mich los!
39:10Diese Stimme.
39:13Plötzlich ist alles wieder da.
39:16Ich kann nicht anders.
39:18Ich muss noch einmal mit Nora reden.
39:26Sebastian, was ist das denn da draußen?
39:27Ich war am Strand.
39:29Und wo?
39:29Am Hausboot.
39:30Ach, am Hausboot?
39:31Seit wann ist denn...
39:32Ja, ich habe für Maike einen Strand gebaut, so als keine Überraschung.
39:35Verstehe.
39:35Weil der richtige Urlaub noch ein bisschen warten muss, habe ich recht?
39:38Nicht wirklich.
39:39Wir machen Urlaub.
39:40Und zwar auf den Seychellen.
39:41Was?
39:43Einfach so?
39:44Ganz plötzlich?
39:45Du hast doch gesagt, die besten Ideen sind spontan.
39:47Ah, habe ich das?
39:49Ja.
39:51Ja, willst du mir auch verraten, wie du den Urlaub bezahlen willst?
39:53Oder hat Maike so viel gespart?
39:55Ich lasse mich doch nicht von meiner Freundin auf einen Urlaub einladen.
39:58Hätte sie mal sehen sollen.
40:00So glücklich habe ich sie noch nie gesehen.
40:02Sie wollte immer schon mal auf die Seychellen.
40:05Das gibt's doch gar nicht.
40:07Was ist denn?
40:08Das Finanzamt.
40:10Sie wollen bis Ende nächster Woche 20.213 Euro von mir.
40:14Steuerrückzahlung.
40:15Aha.
40:17Bitte, ich habe dir das doch schon erklärt.
40:19Nora, Nora, Nora, Nora.
40:20Bitte.
40:21Überleg es dir noch mal.
40:23Wir können Annabelle nicht davon kommen lassen.
40:27Kind, es sind doch nur noch ein paar Tage.
40:29Sie hat doch den Köder bereits geschluckt.
40:34Ich verstehe dich.
40:35Wirklich.
40:36Aber es tut mir leid.
40:37Bitte, bitte, bitte, lasst mich da raus.
40:39Ich kann euch nicht helfen.
40:41Nora, Nora, ich habe ihre Stimme gehört, verstehst du?
40:43Und plötzlich war alles wieder da.
40:45Alles, was sie uns angetan hat.
40:48Ich weiß, sie ist deine Mutter.
40:50Aber du kannst nicht alles vergessen.
40:52Nora.
40:54Nora, ich bin's.
40:57Mutter, was willst du?
41:00Nein, ich wollte nur mal hören, was du so machst.
41:03Wie es dir geht und natürlich meinem Enkelkind.
41:07Komm zur Sache.
41:08Nora, ich brauche Hilfe.
41:10Und da rufst du ausgerechnet mich an?
41:12An wen soll ich mich denn sonst wenden?
41:15Mutter, bitte lass es.
41:19Angeblich steht die Manufaktur kurz vor der Insolvenz.
41:22Weißt du etwas darüber?
41:26Sag mir die Wahrheit.
41:28Will Richard mich ruinieren?
41:34Angeblich ist die Grundlage jeder guten Beziehung.
41:37Ich hab's kapiert.
41:38Ich blase die Reise ab.
41:40Es ist schwer Annabelle für das, was sie getan hat, nicht zu hassen.
41:43Und ich kann damit erst abschließen, wenn sie ihre gerechte Strafe bekommen hat.
41:48Wenn ich wirklich ins Gefängnis muss, würdet ihr euch dann um mein Kind kümmern?
41:56Die Verlässe
41:59Die Verlässe
42:01Die Verlässe
42:03Untertitelung des ZDF, 2020