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KurzfilmeTranskript
00:00:00Somit haben Sie ihn wieder, gnädige Frau, Ihren Sohn.
00:00:05Geheilt, gesund, er könnte morgen heiraten.
00:00:10Werte Frau von Schlitz, die Ursachen für diese Erkrankung sind rein äußerer Natur.
00:00:17Wann wird er wieder in den Dienst treten?
00:00:19Ja, bitte.
00:00:23Das Gepäck ist verstaut, wir können fahren, Mutter.
00:00:26Es ist mir immer eine Freude, wenn meine Anstalt Ihrem Namen als Heilanstalt Ehre macht.
00:00:32Auch wenn sich in die Freude über Ihre Genesung natürlich das Bedauern der Trennung mischt.
00:00:52Der Professor ist ein erfahrener Mann. Wir können ihm vertrauen, Rudolf.
00:00:57Er meint auch, dass ein wenig Erholung von Nöten wäre.
00:01:00Du wirst dich wohlfühlen im Pfarrhaus.
00:01:02Quartier nehmen wir in der Küsterwohnung.
00:01:03Die Mahlzeiten bis auf das Frühstück selbstverständlich beim Pfarrer.
00:01:06So ist es besprochen.
00:01:07Und auch sonst, wir sind Ihre Gäste.
00:01:10Es wird dir gefallen.
00:01:14Es regnet immer noch.
00:01:17Ich habe alles für dich geordnet.
00:01:46Ich habe alles für dich geordnet.
00:01:57Wir sind da.
00:02:04Hast du den Nussbaum gesehen von meinem Fenster dahin?
00:02:08Da war ein Nussbaum.
00:02:13Seine Krone war rund wie ein Kopf.
00:02:16Manchmal hob der Wind die Blätter, dann kam Licht hindurch.
00:02:19Aber nur an zwei Stellen. Immer denselben.
00:02:23Das war, als habe der Baum Augen und sieht mich an.
00:02:25Es ist vorbei.
00:02:31Ich hätte mich um eine andere Forststelle bewerben sollen.
00:02:33Du musst immer denken, ein neues Leben beginnt.
00:02:38Wie viel Leben hat einer denn?
00:03:05Sag was.
00:03:06Ja, ja. Es kommt der Tag, da findet der Stadtmensch zurück zum Land, denn vom Land ist sein Herkommen.
00:03:13Aber der junge Mann ist doch Förster.
00:03:15Wald ist Wildnis, das zählt nicht. Herzlich willkommen.
00:03:18Danke.
00:03:18Bitte schön.
00:03:20Oh, grüß dich mein Lieber.
00:03:21Herzlich willkommen.
00:03:22Und das ist ein Hörer?
00:03:23Bitte mal.
00:03:48Er spielt wieder.
00:03:49Ja, warum stehst du denn vor der Tür, Anna?
00:03:51Es ist nicht Ruhe, die er nötig hat. Geh doch rein, Anna.
00:03:55Er braucht Menschen.
00:03:59Wärme. Das ist es.
00:04:28Es ist schön, wie Sie spielen.
00:04:43Das ist ein Hörer, das ist ein Hörer, das ist ein Hörer.
00:05:13Wer ist das?
00:05:15Ein neuer Besuch?
00:05:17Das ist Bernhard.
00:05:19Er hat einen Hof in der Nähe.
00:05:21Er kommt oft.
00:05:23Seine Schwester Julia und Anna sind zusammen zur Schule gegangen.
00:05:27Anna sagt immer, er ist wie ein großer Bruder für sie.
00:05:46Nicht so schnell. Genug.
00:05:48Es sind ja genug.
00:06:04Ist das schön hier.
00:06:06Wie ein Paradies.
00:06:13Wenn das ein Apfel wäre.
00:06:32Und in zwei Wochen treten Sie den Dienst wieder an?
00:06:34Man sagt, der Graf sei ein sehr eigensinniger Herr.
00:06:37Ich hörte von Bekannten, die Verhandlungen mit ihm zu führen hatten.
00:06:40Es sei nicht leicht gewesen.
00:06:41Gar nicht leicht.
00:06:43Im Forsthaus wohnen Sie?
00:06:45Das stelle ich mir herrlich vor.
00:06:48Was denken Sie doch einmal, Herr von Schlitz?
00:06:51Ja, im Forsthaus.
00:07:15Kommt weiter.
00:07:24Von hier sieht der Wald stets aus wie ein großes, dunkles Tier.
00:07:32Ein Tier?
00:07:33Dem muss man sich stellen.
00:07:35Man muss ihm trotzen.
00:07:40Manchmal denke ich, der Wald hat eine Seele.
00:07:43Jeder Wald.
00:07:46Und ich frag mich, ob wir ihm nicht wehtun mit unserem Bäume fällen und Wege hineinschlagen.
00:07:55Er scheint romantisch veranlagt zu sein, euer Gast.
00:07:58Vielleicht ist er deshalb so schweigsam.
00:08:01Es wird Zeit für den Heimweg.
00:08:02Der Vater mag es nicht, wenn er mit dem Essen warten muss.
00:08:04Dann komm.
00:08:07Ich weiß nicht, wir sind gleichen Alters.
00:08:10Und wir anderen sagen alle du zueinander.
00:08:12Und vielleicht schickt es sich nicht.
00:08:14Bitte?
00:08:15Sagen wir du?
00:08:16Wir beide.
00:08:19Wir beide.
00:08:25Wir beide.
00:08:39ARD Text im Auftrag von Funk
00:09:26Untertitelung des ZDF, 2020
00:09:56Untertitelung des ZDF, 2020
00:10:15Untertitelung des ZDF, 2020
00:10:41Untertitelung des ZDF, 2020
00:11:04Untertitelung des ZDF, 2020
00:11:19Anna und ich, wir lieben uns
00:11:24Wir haben uns versprochen und wollen heiraten
00:11:29Ich möchte um Ihre Hand anhalten
00:11:38Nun, Rudolf, du hättest freilich andere Ansprüche machen dürfen
00:11:47Aber wir Frauen sind dankbarer als ihr Männer
00:11:51Und so wollen wir nur hoffen, dass Mädchen werde sich dir umso mehr verpflichtet fühlen
00:12:01Wenn du wüsstest, wie glücklich ich bin
00:12:03Ja, aber jetzt iss
00:12:18Morgen
00:12:48Morgen
00:12:50Nicht wahr, du wolltest uns zu raten, uns beiden
00:12:53Du hast es auch gespürt gestern
00:12:55Dass wir zusammengehören, Rudolf und ich
00:13:03Bernhard, was ist denn?
00:13:06Was wolltest du denn?
00:13:12Aber ich
00:13:16Ich sollte euch zuraten
00:13:38Ich sollte euch zuraten
00:13:39Er bat
00:13:42Er wollte bei den Eltern um mich werben
00:13:47Er wusste ja noch nichts von unserer Verlobung
00:13:54Ja
00:13:56Und, Anna?
00:13:59Ja
00:14:00Was denn weiter, Rudolf?
00:14:04Das konnte ich ihm doch nicht erlauben
00:14:06Darum weintest du?
00:14:10Ja, darum weint ich
00:14:15Er ist ein Freund
00:14:21Wie ein Bruder
00:14:27Mit dir
00:14:29Das ist doch ganz anders
00:14:34Das ist
00:14:37Wie die ganze Welt auf einmal
00:14:43Das ist
00:14:43Das ist
00:14:43Dürich, nicht wahr?
00:14:47Aber die ganze Wahrheit
00:15:18Ich werde in deinem Haushalt
00:15:19Ab und an nach dem Rechten sehen
00:15:20Das ist selbstverständlich
00:15:21Mein Glückwunsch
00:15:23Seit deines Vaters Augen
00:15:24So früh sie schlossen
00:15:25Waren die meinen nur auf dich gerichtet
00:15:26Darf ich ihn gratulieren
00:15:28Gratulieren
00:15:29Ich freue mich
00:15:30Es ist bedauerlich
00:15:31Dass wir nur im kleinen Kreis
00:15:32Zusammensitzen werden
00:15:34Danke
00:15:34Ich hätte mir
00:15:35Ich hätte mir für dich
00:15:37So sehr eine schöne
00:15:37Große Feier gewünscht
00:15:39Es war mein Wunsch
00:15:41Natürlich
00:15:43Danke
00:15:52Und du
00:15:53Kannst wirklich nicht bleiben?
00:15:55Ich kann nicht
00:15:57Ich habe versucht
00:15:58Mich freizumachen
00:15:58Es sind lang geplante Termine
00:16:00Unaufschiebbar
00:16:01Das musst du verstehen, Anna
00:16:05Ich werde seinen Teil an Konversationen mitbestreiten
00:16:07Das schaffe ich schon
00:16:08Aber bei eurem Besuch bleibt es
00:16:10Sobald da wenig Zeit ist
00:16:11Kommt ihr zu uns
00:16:11Versprochen?
00:16:12Anna
00:16:14Ich wünsche dir
00:16:14Ich wünsche euch
00:16:15Danke Bernhard
00:16:16Anna, komm
00:16:19intenin
00:16:19Ich wünsche euch
00:16:20Was-
00:16:21Das war'n
00:16:55Es drängt mich doch, also mitgerissen vom Wonnegefühl dieses schönen und würdigen Tages ein kleines, persönliches Wort.
00:17:07Der Pudding bleibt noch stehen, seht ihr nicht, dass euer Vater reden will. Eure Schwester hat Hochzeiten, ihr könnt nicht
00:17:11stille sein.
00:17:12Hochzeiten war ja schon in der Kirche.
00:17:14Der Vater hat schon vor dem Essen geredet, in der Kirche, vor dem Essen und jetzt schon wieder.
00:17:18Das ist ihm sein Beruf, das Reden.
00:17:19Als Jungen wartet, war ich überrascht und ich zögerte.
00:17:25Ich fragte mich, ich gestehe es und in diesem Kreise darf ich es sagen.
00:17:32Ich fragte mich, wird dieser junge Mann, der so blass, so elend aussah, als er in mein Haus kam, du
00:17:41sahst wirklich schwach aus nach deiner Krankheit.
00:17:43Oder was?
00:17:44Ich fragte mich, wird dieser junge Mann die Kraft haben, künftig nicht nur für sein Leben, sondern auch für ein
00:17:51zweites und sicher auch noch für ein drittes und viertes Leben zu sorgen.
00:17:57Das fragte ich mich und dessen Willen zögerte ich, aber ich gab meinen Segen.
00:18:04Heute sage ich dir, ja, du hast diese Kraft.
00:18:09Es bleibt mir nur zu versichern, dass du mein ganzes Vertrauen...
00:18:14Unser ganzes Vertrauen.
00:18:17Dass du unser ganzes Vertrauen genießt.
00:18:22Heute sage ich dir, nichts lässt uns daran zweifeln, dass du unsere Anna, der Beschützer und Ernährer sein wirst.
00:18:32Der Hab und Gut mit Fleiß und Kraft zu mehren weiß, wie es sich eines Mannes geziemt.
00:18:38Ein ganzes, langes, glückliches Leben lang.
00:18:53Ein ganzes Leben lang.
00:19:04Ja, ich war krank, aber ich war in keiner Klinik, ich war in einer Anstalt.
00:19:07Du bist geheilt, der Herr Professor hat gesagt, du bist geheilt.
00:19:10Ich hätte dir sagen müssen, die Wahrheit.
00:19:12Sie gab mir ihre Hand, sie weiß nicht wem.
00:19:15Sie gab dir die Hand, meinem Sohn.
00:19:16Sie weiß nicht wem.
00:19:17Rudolf, seitdem wir allein sind, habe ich alles, was ich getan habe, nur für dich getan.
00:19:21Die Schule, deine Erziehung, das Studium, die Anstellung beim Grafen.
00:19:25Sie weiß nicht wem.
00:19:25Rudolf, du bist mein Sohn und du sollst so leben, wie es meines Sohnes würdig ist.
00:19:30Heute soll ein neues Leben beginnen, ich beginne es mit deiner Lüge.
00:19:33Sie wird alles erfahren, die Zeit bringt es mit sich.
00:19:35Ich kann sie doch nicht einfach...
00:19:36Betrügen? Du betrügst sie nicht, sie wird alles erfahren, wenn es Zeit ist.
00:19:38Du darfst nur nicht unbedacht sein.
00:19:42Rudolf, versprich mir, versprich mir, dass du ohne mein Wissen nichts sagst.
00:19:46Ja, ich verspreche es.
00:19:47Sieh mich an.
00:19:50Ja, ich verspreche es.
00:19:54Nur jetzt noch schwein.
00:19:59Aber jetzt müssen wir zurück.
00:20:01Komm.
00:20:03Ihr werdet glücklich miteinander.
00:20:07Du hast es mir versprochen.
00:20:09Ja, doch.
00:20:11Ah, unsere junge Frau Försterin, unsere junge Frau von Schlitz.
00:20:17Nicht wahr, Anna? Das hättest du dir nicht träumen lassen.
00:20:49Ja, ich verspreche es mir.
00:21:01So, nun bist du hier zu Hause.
00:21:04Ich bin bei dir zu Hause.
00:21:06Brust mir gleich.
00:21:19Herzlich willkommen.
00:21:40Danke, Luise. Geh nur.
00:21:45Luise, das Salz muss immer rechts stehen, hier neben der Tasse.
00:21:50Rudolf, ich habe den Tisch gedeckt.
00:21:54Du? Warum du?
00:21:56Es hat mir eben Spaß gemacht, für uns den Tisch zu decken.
00:22:01Aber das hast du nicht nötig.
00:22:03Das macht immer Luise.
00:22:09Aber das Salz muss immer hier hin.
00:22:22Was ist mit dem Eis? Ist das nicht gut?
00:22:30Doch, doch, doch.
00:22:33Es ist mir nur etwas zu weich.
00:22:37Und eigentlich wollte ich heute keins essen.
00:22:41Manchmal habe ich am Morgen einfach keinen Appetit auf einer.
00:22:44Ich hätte es natürlich vorher sagen müssen.
00:22:47Entschuldige, bitte.
00:22:53Ich werde noch lernen müssen.
00:22:56Ich gratuliere Ihnen.
00:23:00Herr von Schlitz.
00:23:02Ja, danke, Herr Graf.
00:23:07Es gefällt mir, wenn man sein Leben rechtzeitig in feste Bahnen lenkt.
00:23:15Spätestens im dritten Jahrzehnt unseres Erdenlaufs müssen alle Lebenspläne fixiert sein.
00:23:18Bis dahin hat man noch Kraft, die Welt in die Ordnung zu zwingen, in der man sie haben will.
00:23:26Später hat man alle Hände voll zu tun, diese Ordnung in Ordnung zu halten.
00:23:33Gott und ein Forsthaus.
00:23:38Ein junges Warrgefühl.
00:23:42Romantik.
00:23:45Das ist ja so rar in unserer rationalen Zeit.
00:23:54Sie nehmen sich zuerst den Holzeinschlag vor.
00:23:56Da liegt vieles im Argen.
00:24:00Stellen Sie fest, ob man hier und hier und hier noch hineingehen kann und dann wie viel?
00:24:07Und wie stehen die Holzpreise im Augenblick?
00:24:12Ja, ich weiß nicht.
00:24:16Das gehört in das Herrn Oberförstersamt.
00:24:20Sie werden es künftig wissen, Herr von Schlitz.
00:24:24Da bin ich sicher.
00:24:34Heute ist es das erste Mal, dass du schon zu Bette bist und auf mich wartest.
00:24:38Das geschieht dir ganz recht.
00:24:40Ich finde, du treibst es zu arg mit deiner Abend- und Nachtarbeit.
00:24:43Ich habe kaum etwas von dir.
00:24:46Ist denn der Herr Graf mit dir auch zufrieden?
00:25:02Rudolf, schläfst du schon?
00:25:14Rudolf, schläfst du schon?
00:25:23Nein.
00:25:28Am Klavier unten hast du gerade erst zweimal gesessen, seit wir hier sind.
00:25:34Wann spielst du mir wieder vor?
00:25:38Du bist immer so schweigsam, aber wenn du spielst, dann spüre ich, dass du mir ganz nah bist.
00:26:00Das ist gut.
00:26:01Nein.
00:26:02Das ist gut.
00:26:02Moin.
00:26:03Hm.
00:26:05Hm.
00:26:06Hm.
00:26:09Hm.
00:26:10Hm.
00:26:17Musik
00:27:02Du hast recht
00:27:04Wirklich schaurig
00:27:08Rudolf
00:27:12Ist das hier?
00:27:14Was?
00:27:16Erinnerst du dich nicht?
00:27:21Die Seele des Waldes?
00:27:25Vielleicht
00:27:33Wenn einer sich nicht finden lassen wollte
00:27:36Da drinnen
00:27:39Muss der Schwer zum Suchen sein
00:27:43Wenn du es wärst
00:27:44Ich würde dich überall finden
00:27:47Versuch's nur
00:27:52Aber von hier muss ich mir einen Strauß mitnehmen
00:27:54Was?
00:28:22Die Seele des Waldes
00:28:24Lass uns gehen, Rudolf.
00:29:02Du machst dein Gesicht, als seist du selber krank.
00:29:05Solche Raupen hat es immer gegeben und wird es immer geben.
00:29:08Es ist nun mal so.
00:29:09Du tust doch alles, was du kannst.
00:29:12Die Leimringe.
00:29:13Das hast du mir schon erklärt.
00:29:14Sie werden angebracht, damit die Raupe nicht auf andere Bäume überkriechen kann.
00:29:19Richtig?
00:29:20Wenn jemand stirbt, kann man nur helfen, dass er keinen anderen ins Verderben stürzt.
00:29:25Jemand, wie das klingt?
00:29:28Du sprichst von Bäumen, Rudolf.
00:29:31Du machst mir fast Angst.
00:29:38Du wirst viel zu früh auf der Station sein. Es ist doch noch Zeit.
00:29:42Wenn sie warten müsste, das wird es sie mir nie verzeihen.
00:29:49Und Luise soll noch mal ins Gästezimmer.
00:29:51Das wirklich alles in Ordnung ist und sauber.
00:29:53Du hast doch selbst schon zweimal nachgesehen.
00:30:01Und du, willst du nicht irgendwas anderes?
00:30:05Oder nimm mal eine andere Schürze, eine neue.
00:30:11Und Luise soll Limonade bereit halten.
00:30:14Sie nimmt immer Limonade, wenn sie gereist ist.
00:30:32Und hier ist die Liste derjenigen, die jetzt im Sommer in Dienst stehen.
00:30:36Alles recht anstellige Leute.
00:30:57Der Regen tut Not.
00:31:04Mutter.
00:31:05Ja?
00:31:08Ich wollte nicht gleich nach der Ankunft mit dir darüber reden.
00:31:14nicht sofort, aber...
00:31:22Wo ist eigentlich Anna die ganze Zeit?
00:31:25Sie ist in der Küche und bereitet das Abendessen.
00:31:30Ja, Rudolf.
00:31:32Ja, Rudolf.
00:31:33Auch ich...
00:31:35wollte mit dir reden.
00:31:37Aber komm, setzen wir uns an den Tisch.
00:31:40Es ist bequemer.
00:31:45Du hast mir deine Bücher gezeigt.
00:31:47Sehr anständig, soweit ich das beurteilen kann.
00:31:50Aber...
00:31:51Das Wichtigste, das Wichtigste, Rudolf...
00:31:54Wie glaubst du, ist der Graf mit dir zufrieden?
00:31:58Allein vom Grafen hängt dein Fortkommen ab.
00:32:00Deine ganze weitere Existenz.
00:32:05Der Graf...
00:32:07scheint zufrieden zu sein.
00:32:09Scheint.
00:32:10Ist das alles?
00:32:14Mutter, ich dachte, wir würden wegen Anna und mir...
00:32:16Wieso?
00:32:17Ist sie nicht die Hilfe, die du brauchst?
00:32:21Doch, doch.
00:32:32Mutter...
00:32:32Ich war krank, aber ich war nicht nur einfach krank.
00:32:35Ich war in einer Anstalt und ich lebe mit Anna und sie weiß nichts davon.
00:32:38Ja.
00:32:41Ich...
00:32:42Ich möchte reden, aber ich kann nicht reden.
00:32:45Ich habe Angst.
00:32:46Ja.
00:32:47Ich muss doch reden können mit dir.
00:32:49Wir leben zusammen.
00:32:50Da muss man doch reden.
00:32:50Es würde nur Unruhe schaffen.
00:32:52Und du brauchst alle Kraft für deine Aufgaben.
00:32:55Diese Möglichkeiten, die der Graf dir einzuräumen noch einmal bereit war, musst du jetzt nutzen.
00:32:59Mama, wir können...
00:33:00Attendez, encore à la forte.
00:33:03Und suche die Arbeiten des Oberforsters immer mehr an dich heranzuziehen.
00:33:07Du musst dich unentbehrlich machen.
00:33:09Du verstehst nicht.
00:33:09Am Wissen, an den Kenntnissen kann es nicht liegen.
00:33:12Niemand hatte Zeugnisse wie du.
00:33:14Niemand.
00:33:16Rudolf.
00:33:18Ja, wir gehen jetzt essen und danach reden wir weiter.
00:33:20...
00:33:43Luise?
00:33:44Ja?
00:33:48Was mache ich denn falsch?
00:33:52Das muss doch irgendeinen Grund haben, wenn ich die Mama so zurückweisen kann.
00:34:01Und Rudolf, mein Rudolf, wer arbeitet, grübelt und schweigt.
00:34:11Ich glaube, das wird alles kommen, Frau Anna.
00:34:13Ja, ich glaube, wenn ich das so sagen darf, der junge Herr Förster ist vielleicht nur ein bisschen sehr lange
00:34:21erzogen worden.
00:34:23Und dann braucht es eben.
00:34:26Ich weiß nicht. Ich weiß nicht.
00:34:35Sie sollten nun doch hinübergehen, Frau Anna.
00:34:38Bei uns sagen Sie, nur wer sich auch hinsetzt, hat einen Platz.
00:34:43Ich weiß nicht.
00:34:54Ich weiß nicht.
00:35:32Sind Sie nicht auch der Meinung, werte Frau von Schlitz,
00:35:34dass unsere Welt mehr und mehr von unsäglichem Dilettantismus überzogen wird?
00:35:39Wohin man schaut?
00:35:41Ja, gewiss.
00:35:43Umso mehr freut man sich, wenn man auf Leute trifft,
00:35:45die sogar mehrere Talente ansprechend zur Geltung bringen.
00:35:48Ihr Sohn.
00:35:51Ein passabler Förster.
00:35:54Und auch sein Spiel kann sich hören lassen.
00:35:57Herr Kaufsand, mit Ihnen zufrieden?
00:36:00Er wird seinem Namen Ehre machen.
00:36:03Wie wohl?
00:36:05Seine sämtlichen Fähigkeiten schöpft er noch lange nicht aus.
00:36:08In der Arbeit, meine ich.
00:36:10Es ist, als hindere er sich selbst.
00:36:17Kann es sein, dass er diese Krankheit doch noch nicht ganz überwunden hat?
00:36:20Der Schlussbericht des Professors war absolut positiv.
00:36:25Vielleicht sollte sich Rudolf noch einmal vorstellen, persönlich, um die letzten Zweifel zu zerstreuen.
00:36:31Vielleicht gestattet der Herr Graf zu diesem Zweck einen kurzen Urlaub.
00:36:36Ihr Sohn wird bald in die Stadt kommen von Dienstes wegen.
00:36:39Er wird genügend Zeit haben.
00:36:41Danke.
00:36:58Vor einer Woche saßen wir hier noch zu dritt.
00:37:14Zeitung lesen ist Männersache.
00:37:16Gibt's Neuigkeiten?
00:37:19Nein.
00:37:22Am letzten Dienstag, so wird von glaubhafter Seite uns berichtet, saß der erst kürzlich verheiratete Hofschmied B.
00:37:28Hast du das gelesen?
00:37:30Nein.
00:37:31Wie liest du die Zeitung?
00:37:33Vielleicht ist das wichtig.
00:37:34Wozu habe ich dich eigentlich?
00:37:36Hofschmied B. zu Wallendorf nach Feierabend mit seiner Frau im Wohnzimmer.
00:37:40Das Gespräch zwischen den Eheleuten war eine Weile stumm gewesen.
00:37:45Siehst du ein Gespräch zwischen Eheleuten und das enthältst du mir vor.
00:37:51Du liest mir das jetzt vor, ich will es hören.
00:37:55Ich will deine Stimme hören.
00:37:57Anna.
00:38:00Wo denn?
00:38:01Hier.
00:38:05Also.
00:38:08Eheleute stumm gewesen, als der Mann wieder anhob.
00:38:12Der Hofschmied.
00:38:15Heute sind es gerade 13 Jahre, dass ich von einem tollwütigen Hund gebissen wurde.
00:38:22Ach Anna, bitte.
00:38:24Nur zugelesen, ich will das hören.
00:38:30Also, man sagte mir damals, ich solle mich nicht verheiraten.
00:38:34Aber es hat mir bis jetzt noch nichts darum geschadet.
00:38:37Die Frau, welche erst in diesem Augenblick von jenem Vorgang hörte, erschrak heftig.
00:38:41Noch mehr aber, als sie jetzt in das plötzlich verzerrte Anletz ihres Mannes blickte
00:38:46und kaum waren einige Minuten verflossen,
00:38:48als die Nachbarn auf ihr Geschrei herbeieilten
00:38:51und den Unglücklichen, bei dem schon alle Zeichen von Tollwut ausgebrochen waren,
00:38:56an Händen und Füßen fesseln mussten.
00:39:00Er hätte es ihr doch sagen können.
00:39:03Schrecklich.
00:39:09Hörst du die Mücken?
00:39:12Ich denke immer, so klingt der Sommer.
00:39:17Ja, und wenn sie in unser Zimmer kommen,
00:39:20nehmen sie unser Blut.
00:39:22Den winzigen Tropfen.
00:39:30Ich werde noch mal,
00:39:32ich werde noch mal nach den Fuchseisen sehen.
00:39:35Nein, Rudolf, heute nicht.
00:39:37Du hast es versprochen und ich gestatte es nicht.
00:39:38Heute ist Sonntag.
00:39:42Den winzigen Tropfen.
00:39:44Blut.
00:39:47Es gibt eine schwarze Fliege,
00:39:51die wird von solcher Blut ausgebrütet
00:39:53und sie kommt mit all den anderen
00:39:56und sie sticht wie eine Mücke.
00:39:58Und die wenigsten erkennen sie.
00:40:01Und schon mancher war,
00:40:02wenn er von solchem Stich auffuhr
00:40:04und sich mehr lachend als unwillig
00:40:06den winzigen Tropfen Blut von der Stirn wischte,
00:40:10ein dem Tod verfallener Mann.
00:40:15Du kannst ja nicht bange wahren, Rudolf.
00:40:19Ich,
00:40:20ich habe nie von solchem Spuck gehört.
00:40:22Aber es gibt sie.
00:40:24Die schwarzen Fliegen sind wirklich da.
00:40:28Immer redest du so düster,
00:40:30aus heiterem Himmel von schwarz und blut und Tod.
00:40:35Jetzt sind sie fauslich.
00:40:36Wenn du nur einmal nachdenken würdest,
00:40:38bevor du losplapperst.
00:40:40Ja, du plapperst.
00:40:44Aber Rudolf.
00:40:45Ohne Sinn und Verstand.
00:40:47Das ist einfach furchtbar.
00:40:49Aber du hast doch angefangen.
00:40:51Aus deinem Hirn kommt der Spuk.
00:40:53Du weißt doch nichts.
00:40:55Du weißt doch nichts.
00:40:59Wo bist du denn hin, Rudolf?
00:41:01Aber doch nicht jetzt.
00:41:02Es wird Gewitter geben.
00:41:04Rudolf!
00:41:06Rudolf!
00:41:06Rudolf!
00:41:07Rudolf!
00:41:08Rudolf!
00:41:21Was ist das?
00:41:23Was ist das?
00:41:57Was ist das?
00:41:57Also, werten Sie diese Mission als Ausdruck meines Vertrauens.
00:42:01Der Oberförster kam stets mit sehr guten Ergebnissen zurück.
00:42:05Ja, ich werde mir Mühe geben.
00:42:10Sie sollen mir akzeptable Verkaufsabschlüsse aus der Stadt bringen.
00:42:17Mehr nicht.
00:42:21Mühe, das ist die Voraussetzung. Ich will Erfolge.
00:42:24Herr von Schlitz, kennen Sie die Preise?
00:42:27Jawohl, Herr Graf, die Tabellen der Vorwoche.
00:42:29Der Anzeiger notierte Ficht im Schnitt zu 4,75.
00:42:32Gut, gut.
00:42:36Ich hoffe, Sie machen Gebrauch davon.
00:42:40Überstürzen Sie nichts, mir liegt am Resultat.
00:42:44Nicht an der Dauer der Reise.
00:42:46Und für die eine oder andere persönliche Verpflichtung, die wahrzunehmen nötig sein sollte,
00:42:52dürfte auch Zeit sein.
00:42:56Also, viel Erfolg.
00:43:17Also, noch einmal, Herr von Schlitz.
00:43:20Warum sollte Ihnen Ihre Frau nicht glauben?
00:43:25Sehen Sie, wir Wissenschaftler haben immer nur zwei Möglichkeiten.
00:43:30Falsch oder wahr?
00:43:32Irrtum oder richtig?
00:43:34Krank
00:43:36oder gesund?
00:43:37Sie, Herr von Schlitz, gehören zweifelsfrei in die letztere Kategorie.
00:43:43Also reden Sie.
00:43:44Wenn Ihre junge Frau, die so liebevoll zu schildern, Sie vorhin bereit waren,
00:43:49wenn diese Frau auch nur annähernd Ihrer Darstellung entspricht,
00:43:54so wird Sie jenes einmalige, längst überwundene Übel zur Kenntnis nehmen und es wird für Sie beide keine Bedeutung mehr
00:44:03haben.
00:44:03Aber diese Aufgabe entzieht sich meinem Vermögen.
00:44:09Ich wünschte nur, dass all meinen Patienten, und Sie habe ich ja nun für immer verloren, so leicht zu helfen
00:44:15wäre.
00:44:19Ja.
00:44:21Ja, ich werde recht.
00:44:22Ja, Sie tun recht daran.
00:44:23Und bitte grüßen Sie Ihre Frau Mutter aufs Wärmste von mir.
00:44:26Sie ist eine beeindruckende Frau.
00:44:28Ich danke Ihnen.
00:44:30Ich danke Ihnen.
00:44:37Vielen Dank.
00:45:04Vielen Dank.
00:45:38Vielen Dank.
00:46:13Vielen Dank.
00:46:33Du hättest die Augen sehen sollen von den Herren, als ich Ihnen die Abschlüsse der letzten Zeit her sagen konnte.
00:46:44Es ist so schön, Rudolf.
00:46:51Rudolf, ich...
00:46:58Ist das schon Unzucht?
00:47:07Ich werde ihm wortlos die Verträge hinlegen und warten.
00:47:14Wer hat nur dieses vorzügliche Ei gekocht?
00:47:18Ich gestehe, du hast die Sekunden gezählt.
00:47:27Zum Mittag bin ich wieder da.
00:47:29Danach werde ich nur noch nach den Fallen sehen und zum üblichen Kontrollgang.
00:47:35Den Abend werden wir für uns brauchen.
00:47:45Wirst du denn etwas hören wollen?
00:47:49Ich glaube fast, ich muss mit ein paar Anfängerstücken beginnen.
00:47:52Wenn es nur ein paar Abende öfter sein möchten als bisher, das würde mir schon genügen.
00:48:00Und ich bringe die Post von gestern und vorgestern, weil der Herr Förster doch auf Reisen war.
00:48:10Ja, danke, Andrés. Legen Sie es dort hin auf den Tisch.
00:48:13Gibt es was Besonderes? Ich hoffe nicht. Ich will heute rechtzeitig fertig sein.
00:48:17Nichts, Herr Förster, nichts Neues.
00:48:19Höchstens der Holzschläger Peters ist aus der Anstalt wieder da.
00:48:26Woher? Welcher Peters?
00:48:27Ach, das war vor des Herrn Försters Zeit.
00:48:33Der Peters hat sich eingebildet, als einziger Sohn von den Soldaten freizukommen.
00:48:38Und dann drunten mit des reichen Sehbauern Tochterhochzeit machen.
00:48:45Wie er aber auf beiden eine Eule gesessen hatte, da wurde er wirrig und musste in die Anstalt.
00:48:53Der arme Mensch. Ist er denn jetzt wieder ganz gesund?
00:48:56Muss doch wohl, Frau Förster. Denn er hat sich ja eine Frau mitgebracht.
00:49:01Freilich keine Reiche. Eine Wärterin aus der Anstalt, die sich in den Jungen.
00:49:07den Kerl verliebt hatte.
00:49:09Hörst du das, Rudolf?
00:49:12Aber sowas kann doch wiederkommen.
00:49:14Soll wohl sein können.
00:49:16Dann hat sich das Weibsbild ja selber betrogen.
00:49:19Sie muss ja wissen, wen sie sich da gekauft hat.
00:49:37Woher schaust du, Wilhelm?
00:49:40Ah, der junge Förster.
00:49:47Oberförster.
00:49:49Jedenfalls bald, sobald die Pension unseres bisherigen geklärt ist.
00:49:57Ich habe ihm eben seine Beförderung eröffnet.
00:50:02Welch ein Erfolg für diesen jungen Menschen.
00:50:06Das ist es eben.
00:50:07Sein Dank geriet ihm unangemessen, lag komisch.
00:50:11Wilhelm.
00:50:12Es ist dir nur eine gestattet.
00:50:20Und jeder Mensch hat sein Maß.
00:50:22Das Maß dessen, was ihm abverlangt werden kann, damit sich sein Ehrgeiz genügend reproduziert,
00:50:27ohne dass er andererseits Schaden nimmt.
00:50:31Ein Maß, das zu kennen unverzichtbar ist.
00:50:38Wilhelm.
00:50:40Achte doch wenigstens den Rat deines Arztes.
00:50:45Bei ihm weiß ich es immer noch nicht.
00:50:47Sein Wesen ist ...
00:50:54Wie soll ich sagen?
00:51:06Etwas weibisch.
00:51:08Also, wenn ich mich heute nicht wieder so unwohl fühlen würde,
00:51:13müsste ich dich fragen, wie du das meinst, Wilhelm.
00:51:18Mittags.
00:51:19Zeit.
00:51:22Liebste.
00:51:37Holzschläger Peters, ist der hier?
00:51:39Peters?
00:51:39Da vorne, Förster.
00:51:51Was?
00:52:04Was?
00:52:08Was?
00:52:10Was?
00:52:12Was?
00:52:13Was?
00:52:18Was?
00:52:19Was?
00:52:27Was?
00:52:29Was?
00:52:44Was?
00:52:46Was?
00:52:53Was?
00:52:56Was?
00:53:05Eppk Mirch.
00:53:05Was?
00:53:08Ges?
00:53:24Mal.
00:53:24Was?
00:53:51Ach, Ihre Schulweisheiten, Herr von Schlitzwege und Brücken,
00:53:54gehören zum Forst.
00:53:55Und wenn Sie mir für den Forst verantwortlich sind, sind Sie für alles verantwortlich.
00:53:59Die Post, Wilhelm.
00:54:01Ich wollte es dir selbst bringen.
00:54:02Aber Ließe, du siehst doch, entschuldige, ich hatte einen angenommen.
00:54:06Aber du wolltest alle Korrespondenzen umgehend sehen.
00:54:14Zur Erlebung nimmst du bitte den Nachmittag.
00:54:17Ich möchte pünktlich servieren lassen.
00:54:34Wie ich immer vermutet hatte, von Rossum.
00:54:38Und gibt er doch seine Güter auf, bleibt ganz in der Stadt.
00:54:41Er wollte sich ja schon seit langem in der Industrie anlegen.
00:54:43Er fragt, ob ich nicht einen erfahrenen Forstmeister brauche.
00:54:48Jetzt Freiner von Rossum?
00:54:54Oh, eine Einladung nach Gutkampitz.
00:54:57Ich denke, wir werden annehmen.
00:55:00Ja, das erledige ich gleich.
00:55:06Wilhelm.
00:55:07Ich werde rechtzeitig bei Tische sein.
00:55:10Wilhelm.
00:55:11Ja.
00:55:14Oh, entschuldigen Sie, Herr von Schlitz.
00:55:18Übermorgen.
00:55:19Übermorgen sprechen wir weiter.
00:55:20Zehn Uhr.
00:55:40Der Freier von Rossum hat geschrieben?
00:55:43Also das wundert mich doch sehr.
00:55:45Wo wir ihn seit jenem gerästlichen Auftritt völlig schneiden?
00:55:52Er hat nicht geschrieben.
00:55:54Aber.
00:55:57Ach so.
00:55:59Der erfahrene Forstmeister.
00:56:07Ganz recht, meine Liebe.
00:56:09Der Herrgott hat uns nicht aus reinem Zufall über andere Menschen gesetzt, sondern, damit wir uns über Sie Gedanken machen.
00:56:17Ja.
00:56:18Wir sehen uns bei Tische.
00:56:25Na, komm.
00:56:27Aber hier.
00:56:46Was macht ihr denn für einen Unsinn?
00:56:49Ihr müsst doch erst den oberen wegnehmen, dann den unteren.
00:56:53Außerdem rollt der Stamm auf euch rauf.
00:56:55Kommt ihr rüber.
00:57:05Ich bin hier nachgegangen.
00:57:06Auf gut Glück.
00:57:08Ja und?
00:57:08Was ist?
00:57:10Nichts eigentlich.
00:57:13Was nichts?
00:57:14Nur so ein Einfall.
00:57:16Ich war im Schuppen, weißt du, wo das Cabriolet steht?
00:57:18Es ist ja morgen Sonntag.
00:57:20Rudolf, wollen wir morgen zu Bernhard fahren?
00:57:28Morgen zu Bernhard.
00:57:30Darum kommst du hierher.
00:57:31Es war doch nur, auf unserer Hochzeit haben wir es ihm so fest versprochen.
00:57:36Du musst einmal hinaus.
00:57:37Und ich, ich möchte gern Julie wiedersehen.
00:57:42Aber wenn du nicht kannst, dann...
00:57:44Ja, ich kann nicht.
00:57:45Morgen habe ich auch den ganzen Tag besetzt.
00:57:48Na, dann lassen wir es.
00:57:51Vielleicht später einmal.
00:57:55Ich...
00:57:56Ich kann nicht.
00:58:03Los, nochmal!
00:58:05Entschuldige, Anna, ich habe zu tun.
00:58:07Bitte.
00:58:10Entschuldige, Anna, ich habe hier.
00:58:37Schöne
00:59:13Vielen Dank.
00:59:53Vielen Dank.
01:00:07Lass dich nicht stören.
01:00:21Was?
01:00:23Schon gut.
01:00:26Was wolltest du sagen?
01:00:29Nichts.
01:00:31Sag schon.
01:00:33Andres war heute hier.
01:00:35Er sah komisch aus, so herausgeputzt.
01:00:38Er hat lange auf dich gewartet.
01:00:41Er hat uns eingeladen.
01:00:44Sein Jüngster heiratet doch morgen drüben im Dorf.
01:00:55Jetzt will Herr Graf den alten, wilden Bezirk in ordentliche Kultur bringen.
01:01:01Auslichten Wege.
01:01:02Was weiß ich.
01:01:04Auch der Sumpf dahinter soll trockenerlegt werden.
01:01:06Und bepflanzt.
01:01:10Noch in diesem Jahr will er die Taten von mir haben.
01:01:14Es wäre ja auch so nicht gegangen.
01:01:16Das Gästezimmer ist zwar fertig, aber wenn die Mama kommt, dann...
01:01:20Was?
01:01:22Wann?
01:01:23Wann kommt sie denn?
01:01:25Morgen?
01:01:27Du hast mir doch aus ihrem Brief vorgelesen, dass sie ihren Besuch ankündigt.
01:01:29Zu übermorgen.
01:01:31Es war so seltsam formuliert.
01:01:33Bin ich mir der Erlaubnis von deiner Seite gewiss?
01:01:37Als könntest du etwas dagegen haben.
01:01:40Ich kann es sich schließlich nicht verbieten.
01:01:56Was machst du denn?
01:01:57Nichts, nichts.
01:02:02Ob wir wohl morgen zu Bernhard fahren könnten?
01:02:07Zu Bernhard?
01:02:09Sofort nach dem Mittagessen.
01:02:10Du hast es dir auch immer gewünscht.
01:02:15Wir fahren, wohin du willst.
01:02:25Ich dachte, es würde eine Spazierfahrt werden.
01:02:29Rudolf, halte bitte an.
01:02:32Halt an!
01:02:44Rudolf, was ist mit dir?
01:02:50Nichts.
01:02:51Doch, du bist so...
01:02:52...so anders, als wärst du nicht hier und bei mir.
01:02:55Was ist mit dir?
01:02:58Die Arbeit geht über meine Kraft.
01:03:05Du sollst immer wissen, ich vertraue dir.
01:03:09Was immer auch ist, ich vertraue dir.
01:03:12Aber du, du musst mir auch vertrauen.
01:03:14Wie sollen wir sonst zusammen leben?
01:03:18Ja.
01:03:19Es wird bald anders sein.
01:03:21Was?
01:03:22Was wird anders sein?
01:03:27Lass mir...
01:03:30Lass mir Zeit.
01:03:38Ich liebe dich doch.
01:03:56Tja, wenn wir gewusst hätten, dass ihr kommt...
01:03:57...und verhofft, ist viel schöner.
01:03:59Und ihr habt euer Versprechen eingelöst.
01:04:00Ach, die Braune.
01:04:02Mehr noch als die Braune, liebt Bernhard eine Schimmelstute.
01:04:05Diana.
01:04:06Ich bin immer drüben am Koppelzaun gestanden, wenn er mit ihr geübt hat.
01:04:10Als ihr Fohlen zur Welt kam, bin ich dabei gewesen.
01:04:13Ein Hengstfohlen.
01:04:15Bernhard hatte mich von zu Hause geholt.
01:04:17Es hat lange gedauert, bis spät in die Nacht.
01:04:19Mein Vater hat geschimpft.
01:04:20Sind Sie im Stall?
01:04:22Nein, ich hab sie verkauft.
01:04:23Alle beide.
01:04:24Aber du stehst doch wieder in Verhandlungen.
01:04:25Zwei Stuten, oder?
01:04:26Ja, es sollte nur erst die Ernte rein.
01:04:31Nicht wahr, du könntest auch hier leben.
01:04:34Es war immer schön hier.
01:04:36Aber mein Forster ist mir lieber.
01:04:38Ich möchte noch mehr sehen.
01:04:40Wollen wir einen Spaziergang machen und du zeigst mir deine Flur, Bernhard?
01:04:42Einen Spaziergang, ja. Aber vorher wird Kaffee getrunken.
01:04:50Wir nehmen da hinten den Weg an den Hügeln entlang.
01:04:53Du musst mir aber auch noch deine neue Koppel zeigen.
01:04:55Es erstaunt mich, wie ihr Bruder eine so große Flur in Ordnung zu halten weiß.
01:04:59Das Haus, die Stallung, alles vortrefflich.
01:05:02Mein Bruder ist ein praktischer Mann.
01:05:03Auch wenn er in seinem Privatleben oft nicht so entschlossen wirkt.
01:05:07Damals in der Schulzeit.
01:05:09Sie waren oft zusammen, Sie drei.
01:05:11Oft?
01:05:12Bernhard saß ja zwei Ergänge weiter.
01:05:13Aber sonst auf dem Gut, hier oder im Pfarrhaus.
01:05:15Immer als der Z.
01:05:17Eigentlich hätten Sie gut zueinander gepasst.
01:05:31Das haben die Gewitterregen so ausgewaschen.
01:05:33Wir müssen umkehren.
01:05:37Für uns Männer wird's schon taugen.
01:05:39Die Laben mögen entschuldigen.
01:05:41Es ist aber nicht mehr viel zu sehen hier.
01:05:42Dann reden wir ein Stück miteinander.
01:05:44Meinetwegen.
01:05:49Das ist die Rache.
01:05:51Vor allem ja haben wir sie so im Stich gelassen.
01:06:05Nein, das...
01:06:10Das kann ich nicht glauben.
01:06:11Du...
01:06:12Du musst dich irren.
01:06:16Ich irre mich nicht.
01:06:18Ich hab meinen Vater früh verloren, das weißt du.
01:06:20Es war durch ein solches Herzversagen.
01:06:23Seit ein paar Wochen spüre ich die Schmerzen.
01:06:26Es sind dieselben Symptome.
01:06:28Na und der Arzt?
01:06:28Hast du einen Arzt zu Rate gezogen?
01:06:30Einen Spezialisten?
01:06:32Neulich bei einer Geschäftsreise in der Stadt.
01:06:35Damit anders nicht er führe.
01:06:38Der Arzt hat mich aufs Peinlichste untersucht,
01:06:40um dann nur ein paar abwehrende Worte zu finden.
01:06:43Er konnte sich schlecht verstellen.
01:06:46Dieselben Symptome?
01:06:48Bist du wirklich sicher?
01:06:57Die Krankheit ist unheilbar.
01:07:00Und es könnte schon morgen sein.
01:07:06Wenn Anna jemanden bedarf,
01:07:09ich werde sie nie verlassen.
01:07:14Na, darum bist du doch gekommen.
01:07:19Ja.
01:07:21Ja, ja, ja.
01:07:25Gehen wir zurück.
01:07:31Vielleicht bildest du dir das alles nur ein.
01:07:41Julia hat sich sehr gefreut.
01:07:43Bernhard sicher auch.
01:07:45Obwohl er kaum mehr einen Satz herausbrachte,
01:07:47als sie zurück war.
01:07:50Was können Männer für Geheimnisse haben?
01:07:52Bei Frauen verstehe ich es ja,
01:07:53aber Männer...
01:07:59Was ist denn?
01:08:00Wir fahren noch ins Dorf.
01:08:01Wir sind doch eingeladen.
01:08:02Zur Hochzeit.
01:08:03Zu Andres?
01:08:04Jetzt noch?
01:08:06Es wird Nacht.
01:08:08Die Freude müssen wir machen.
01:08:11Hüüü!
01:08:23Bitte.
01:08:24Bitte.
01:08:25Verstehe.
01:08:25Ja, danke.
01:08:31So.
01:08:32So.
01:08:35So.
01:08:37So.
01:08:38So.
01:08:40So.
01:08:49Mach doch Musik und tanzt.
01:08:51Musik, los!
01:09:35Komm, lass uns tanzen.
01:10:05Ist das schön, Rudolf.
01:10:08Mein Gott, weißt du auch, dass wir noch nie miteinander getanzt haben?
01:10:13Ja.
01:10:15Aber heute, heute tanzen wir.
01:10:31Musik, so musst du mich immer festhalten.
01:10:33Aufhören!
01:10:41Klaus Peters!
01:10:48Klaus Peters!
01:10:49Hör auf, Peter!
01:11:08Einen schönen Abend wünsche ich.
01:11:11Und ich wollte nur sagen, dass die Frau Forstjunkerin heute Abend eingetroffen ist.
01:11:19Und Forstjunkerin ist bereits zur Ruhe gegangen ist.
01:11:23Es hat der gnädigen Frau an nichts gefehlt.
01:11:27Wieso?
01:11:29Wieso denn heute schon?
01:11:31Lässt sich noch etwas ausrichten.
01:11:32Nichts.
01:11:33Es hat dir an nichts gefehlt.
01:11:36Danke, Luise.
01:11:38Geh jetzt schlafen.
01:11:46Wir werden uns morgen bei Mama entschuldigen.
01:11:47Das konnten wir nicht wissen.
01:11:53Wie schlafen?
01:11:54Ich habe noch zu tun.
01:11:59Jetzt willst du noch arbeiten?
01:12:02Nein, das erlaube ich nicht.
01:12:07Okay.
01:12:07Hm?
01:12:08Okay.
01:12:57Ich habe einen schönen Tag.
01:13:10Okay.
01:13:57guten morgen mama guten morgen willkommen bei uns aber so früh in meinem alter pflegt man den tag
01:14:05zu nutzen sobald er beginnt wo ist rudolf er ist nicht da er könnte schon auf reviergang sein
01:14:15oder vielleicht im arbeitszimmer hat denn das mädchen meiner ankunft nicht gemeldet doch doch
01:14:23zöhnen sie ihm nicht mama er hat wohl gedacht sie würden so früh noch nicht auf sein desto eher
01:14:30bitte zurückkommen da könnte ich ja kaum eine minute zeit
01:14:44anna liebste anna ich bin schuldig ich kann nicht länger mit dieser lüge leben und du sollst endlich
01:14:53frei sein von ihr anna ich bin nicht der mann der ich zu sein vor gebe als ich um dich
01:15:01warb
01:15:02was schreibt er als ich um deine hand anhielt
01:15:04darf ich wo kann man ihn finden
01:15:20anna anna lassen sie müssen beide lassen sie mich doch ich bin seine mutter ich gehe allein ich bin seine
01:15:27frau
01:15:34rudolf
01:15:35rudolf
01:15:50rudolf
01:16:19rudolf
01:16:20Rudolf!
01:16:26Was machst du denn?
01:16:30Was machst du denn?
01:16:59Was machst du denn?
01:17:39Eine Augenweide, das junge Paar. Sie sind stolz, nicht wahr? Ich kann es mir gut vorstellen.
01:17:47Ja, ich bin schon froh. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass es nicht leicht für sie war.
01:17:57Sorge, Erziehung, über all die Jahre hinweg und immer auf sich gestellt.
01:18:08Schwer, sehr schwer.
01:18:12Es lässt sich nur ermessen, wenn man die Erfahrung selbst gemacht hat.
01:18:16Das kann ich mir vorstellen.
01:18:18Das kann ich mir vorstellen.
01:18:44Ja.
01:18:45Stehen neue Aufgaben an, Herr Graf? Oder fanden Sie mich? Ich hoffe nicht.
01:18:50Ach, es geht schon hübsch voran, Herr Oberförster, ganz wie es sich gehört.
01:18:55Es ist nur eine Kleinigkeit. Einer der Holzhauer soll zwei Tage nicht zur Arbeit erschienen sein.
01:18:59Ja, Peters. Klaus Peters.
01:19:01Ja.
01:19:02So hieß er wohl in Ihren Listen.
01:19:08Herr Oberförster erscheint der Name mit vollem Lohn.
01:19:12Also ich muss um mehr Sorgfalt bitten, auch bei den geringeren Dingen.
01:19:18Es lag ein Irrtum vor.
01:19:21Man vermutete, Peters alte Krankheit sei wieder ausgebrochen und so hat man ihn in falscher Sorge zweimal nach Hause gewesen.
01:19:26Ich habe das korrigiert.
01:19:33Ach, Sie haben das korrigiert.
01:19:40Aber er hat nicht gearbeitet.
01:19:42Nein, aber er war bereit, er hätte arbeiten können.
01:19:44Da weisen Sie ihm Lohn an.
01:19:46Es liegt doch wohl außerhalb Ihrer Kompetenz, hier zu korrigieren.
01:19:51Es war ein Irrtum, wie ich sagte.
01:19:54Es war nicht seine Schuld.
01:20:09Der Hauch der Tropen.
01:20:12Handgeräumt.
01:20:13Für einen Holzhauer ein Wochenlohn.
01:20:15Ungefähr.
01:20:19Am Montag legen Sie die Listen vor.
01:20:24Sie dürfen gehen.
01:20:36Wir haben Gäste, Wilhelm.
01:20:39Dein Förster hätte ruhig noch etwas vortragen können.
01:20:42Fandest du nicht, dass er den letzten Chopin reichlich gewagt interpretierte?
01:20:46Ich habe so ein resonables Ohr für Musik.
01:20:50Willi, wir sind schauernden Röcken hinab.
01:20:53Mir...
01:20:54Mir ist nichts aufgefallen.
01:20:57So.
01:21:01Verzeih, meine Liebe.
01:21:11Okay.
01:21:14Ich musste ihm eine Lektion erteilen, dem jungen Mann.
01:21:18Ich fürchte gar, er zahlt es nur aus eigener Tasche.
01:21:22Zahlt was?
01:21:23Dein Förster?
01:21:25Worum ging es denn?
01:21:28Um Prinzipien.
01:21:31Das verstehst du nicht.
01:21:33Das Maß.
01:21:34Ein ungesundes Maß an Eigensinn.
01:21:37Ja, ja, Wilhelm.
01:21:39Du wirst immer das Richtige tun.
01:21:42Aber bitte, widmen wir uns unseren Gästen.
01:21:46Ich werde ihn am Ende doch nicht in den Staatsdienst schicken müssen.
01:21:49Was?
01:21:51Sie sind schn Provinden, zu reagieren.
01:21:59Sie sind schnitt, Music garde Mil
01:22:48Untertitelung des ZDF, 2020
01:23:03Untertitelung des ZDF, 2020
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