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Kurzfilme
Transkript
00:00:00Die Sendung wurde vom NDR live untertitelt.
00:00:35Die Sendung wurde vom NDR live untertitelt.
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00:02:27Die Sendung wurde vom NDR live untertitelt.
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00:02:57Die Sendung wurde vom NDR live untertitelt.
00:03:39Die Sendung wurde vom NDR live untertitelt.
00:03:52Die Sendung wurde vom NDR live untertitelt.
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00:04:02Die Sendung wurde vom NDR live untertitelt.
00:04:15Die Sendung wurde vom NDR live untertitelt.
00:04:26Die Sendung wurde vom NDR live untertitelt.
00:04:36Die Sendung wurde vom NDR live untertitelt.
00:04:56Die Sendung wurde vom NDR live untertitelt.
00:05:04Die Sendung wurde vom NDR live untertitelt.
00:05:23Die Sendung wurde vom NDR live untertitelt.
00:05:30Die Sendung wurde vom NDR live untertitelt.
00:05:59Die Sendung wurde vom NDR live untertitelt.
00:06:01Die Sendung wurde vom NDR live untertitelt.
00:06:03Die Sendung wurde vom NDR live untertitelt.
00:06:16Na ja, Wohnung hat er ja noch keine, aber schon eine in Aussicht.
00:06:23Was meinen Sie denn? Ob die Grenzen offen bleiben?
00:06:26Wir haben nämlich ja nicht mit.
00:06:28Also wissen Sie, junge Frau,
00:06:31einmal haben wir Berliner uns das hier fallen lassen.
00:06:35Nochmal, nicht mehr.
00:06:37Wenn die die Mauer wieder dicht machen,
00:06:41da geht ja was los.
00:06:43Na und das wissen die auch.
00:06:44Ja, deswegen haben Sie die Mauer ja aufgemacht.
00:06:48So nicht frei will ich doch nicht globen.
00:06:53Aber wieder dicht machen, das ist vorbei.
00:06:58Ich glaube, jetzt müssen Sie aussteigen, junge Frau.
00:07:01Gut, gut.
00:07:03Mach's mal gut, Kollege.
00:07:05Ich fahre nämlich auch in den LKW.
00:07:07Hier, das ist für die Ladung.
00:07:09Aber nicht doch.
00:07:10Sie müssen aussteigen.
00:07:12Ja, muss 20.
00:07:12Also viel Dank, ja.
00:07:14Viel Glück.
00:07:16Danke, wiedersehen.
00:07:17Wiedersehen.
00:07:19Tschüss.
00:07:20Tschüss.
00:07:39Da müssen wir lang.
00:07:40Ob Papi mich gleich erkennt?
00:07:42Na, aber sicher doch.
00:07:44Ich bin ja so gewachsen.
00:07:45Ja, dann werden wir dem Papi eben sagen, dass du der Timmy bist, ja?
00:07:50Und was ist, wenn Papi mir den Tag nicht gibt?
00:07:53Warum soll er ihn dir nicht geben?
00:07:54Vielleicht will er wieder bis zu meinen Geburtstag warten.
00:07:57Hat er doch früher ja auch gemacht mit der Post.
00:08:00Aber Timmy, das Heute hier, das ist doch viel, viel mehr als ein Geburtstag.
00:08:05Ich verspreche dem Papi, dass ich nie wieder heute.
00:08:07Oh, dann verspreche ich ihm aber auch gleich, dass du mal schön aufisst, hm?
00:08:11Mach ich aber nicht, wenn's Morin gibt.
00:08:13Diesen Papi nehme ich auch nicht immer auf.
00:08:15Gut, Morin sind eine Ausnahme.
00:08:17Hat Papi eine Dusche?
00:08:18Glaubt schon.
00:08:21Haben wir es für den Allemalte eine Dusche?
00:08:25Denke ja.
00:08:26Muss ich gleich ins Bett?
00:08:28Du, ich glaube nicht, dass der Papi schon ein Bett für dich hat.
00:08:30Aufheil, dann kann ich bei euch schlafen.
00:08:32Ich habe auch Papi sein Hufeisen mitgemacht.
00:08:35Was hast du?
00:08:36Sein Hufeisen.
00:08:37Er hat immer gesagt, das bringt Glück.
00:08:39Er hat's doch vergessen.
00:08:43Timmy, Timmy, Timmy, da wird sich der Papi aber freuen, hm?
00:08:48Da ist es.
00:08:55Ob davon als Papi gehört?
00:08:57Du, ich glaube nicht, dass der Papi schon ein Auto hat.
00:09:01Da steht's, Pavlitzki.
00:09:05Du, Timmy.
00:09:08Wenn der Papi jetzt fragt, wer da ist,
00:09:11da können wir ja gar nicht sein Gesicht sehen.
00:09:13Müssen wir probieren, ob auch nicht.
00:09:16Stimmt.
00:09:17Los.
00:09:21Wir haben Glück.
00:09:39Und wie seh ich aus?
00:09:41Schön, Mutti.
00:09:42Das ist gut.
00:09:43Los.
00:09:47Los, komm.
00:09:48Komm.
00:09:54Da.
00:09:56Ja.
00:10:06Papi, Papi, ich habe dein Hufeisen mitgebracht.
00:10:09Freust du dich?
00:10:11Aber ja.
00:10:16Das ist Timmy.
00:10:18Und das ist meine Frau.
00:10:29Susanne.
00:10:34Du hättest es nicht schreiben müssen.
00:10:37Der Brief liegt fast fertig da.
00:10:40Das konnte doch keiner ahnen.
00:10:47Wisst ihr, was passiert?
00:10:50Kann ich Ihnen helfen?
00:11:00Was ist denn los?
00:11:01Sie wollen nach Hause.
00:11:04Ja, aber wo bist du denn zu Hause?
00:11:06Im DDR.
00:11:07In Berlin.
00:11:08Im Weißen See.
00:11:09Na, da kann ich dich aber nicht hinfragen.
00:11:11Aber wenn es du bis zur Grenze reicht.
00:11:14Hm?
00:11:14Wir haben kein Geld.
00:11:15Mutter, machen Sie sich mal keine Sorgen.
00:11:17Anfassen, Jungemann.
00:11:18Kommen Sie.
00:11:19Alles einsteigen.
00:11:20Kommen Sie.
00:11:28Kommen Sie.
00:11:30Sag mal, wie heißt du denn eigentlich?
00:11:34Timmy.
00:11:36Timmy, freut mich.
00:11:38Ich bin Bruno.
00:11:39Timmy, sag mal deiner Schwester,
00:11:41sie sollte Schleusen nur mit dir dicht machen.
00:11:43Das ist nicht meine Schwester,
00:11:45das ist meine Mutti.
00:11:47So, schau mal an.
00:11:49Und ich dachte schon,
00:11:50dass es deine Schwester ist.
00:11:52Ich habe gar keine Schwester.
00:11:54Das ist aber schade.
00:11:56Ich will lieber noch einen Bruder.
00:11:58Ja, warum denn keine Schwester?
00:12:02Mädchen spülen mit Puppen.
00:12:03Ich habe aber bloß Autos.
00:12:07Ist das ein Mercedes 220?
00:12:09Ist das ein Mercedes 220?
00:12:10Genau, aber Diesel.
00:12:13Wie viel schafft er denn?
00:12:14Das weiß ich nicht genau.
00:12:15Ich fahre ja nur in der Stadt.
00:12:17Und da darf man nicht so schnell.
00:12:19Timmelein, gib das mal deiner Mutter.
00:12:22Danke.
00:12:24Papa wollte mir einen Trag schenken.
00:12:26Nun hat er es doch vergessen.
00:12:28Ach so, du warst bei deinem Papi.
00:12:31Hm, aber wir sind gleich wieder weg.
00:12:33Papi hatte Besuch.
00:12:34Timmy, sei still.
00:12:35Na, lassen Sie ihn doch.
00:12:37Der eine muss heulen, der andere reden.
00:12:39Aber ich fahre morgen wieder hin.
00:12:41Das dürfen wir jetzt ja immer.
00:12:43Das ist gut so.
00:12:44Timmy, bitte.
00:12:46Papi ist im Sommer nach Ungarn gefahren.
00:12:49Und jetzt wohnt er hier.
00:12:50Bitte hören Sie nicht auf den Jungen.
00:12:52Ist ja alles klar.
00:12:53Papi ist über Ungarn.
00:12:55Hierher.
00:12:56Heute Nacht ist die Mauer auf,
00:12:58aber Papi war nicht allein.
00:13:04Diese verfluchte Mauer.
00:13:07Hast du schon mal einen Trag mit Fernsteuerung gesehen?
00:13:10Na klar.
00:13:13Jetzt habe ich Papi sein Hufeisen nicht gegeben.
00:13:17Du wirst es nötiger brauchen.
00:13:18Ein Hufeisen?
00:13:19Ja, ein Hufeisen.
00:13:21Papi hatte gesagt, das bringt ihm immer Glück.
00:13:23Willst du es?
00:13:24Ich?
00:13:25Ja, ich schenke es dir.
00:13:27Nein, Timmylein, das kann ich doch nicht annehmen.
00:13:30Das wirst du schon selber brauchen.
00:13:32Gut, wenn ich einem erzählt habe,
00:13:34mache ich es mir vorne dran.
00:13:35Das habe ich schon mal gesehen.
00:13:37Ich auch.
00:13:38Vielleicht muss ich es Papi doch wieder...
00:13:40Jetzt hör endlich auf, ich will nichts mehr davon hören.
00:13:45Timmy.
00:13:47Timmy.
00:13:47Bitte entschuldige, ich habe es doch nicht so gemeint.
00:13:51Hör auf zu bein, hörst du.
00:13:54Weil du nicht auch noch?
00:13:58Es ist ja auch schon viel zu spät für den Jungen.
00:14:09Wir sind da.
00:14:11Weiter komme ich nicht.
00:14:13Es tut uns sehr leid, aber wir haben wirklich kein Geld.
00:14:16Ist doch schon in Ordnung.
00:14:17Willst du doch das Hufeisen?
00:14:19Nein, Timmylein, das will ich nicht.
00:14:21Das ist dein Hufeisen.
00:14:22Haben Sie vielen Dank und auf Wiedersehen.
00:14:24Tschüss, Bruno.
00:14:25Tschüss, mein Timmy.
00:14:26War nett, dich kennengelernt zu haben, ne?
00:14:28Ja, nein.
00:14:41Timmy!
00:14:48Wohl mal, mein Timmylein.
00:14:50Wenn du mal einen hier in West-Berlin besuchen willst,
00:14:53dann besuchst du einfach mich.
00:14:55Hier ist meine Karte, da steht alles drauf.
00:14:59Und wenn du mir vorher schreibst, oder mich anrufst,
00:15:03dann nehme ich mir einen Tag frei.
00:15:04Da zeige ich dir Flughafen Degel, Nikolskö, Wansi, was du willst.
00:15:10Können wir auch mal über die Aros fahren?
00:15:12Natürlich können wir das.
00:15:14Aber jetzt musst du erst mal heim.
00:15:18Haben Sie vielen Dank.
00:15:20Gern geschehen.
00:15:46Nein, nein, nein, so einfach ist das nicht.
00:15:49Achim, bring uns noch eine Runde.
00:15:51Schon in Arbeit.
00:15:52Wie ihr euch das so vorstellt.
00:15:55Das geht doch nicht über Nacht.
00:15:57Da kennt ihr die Herren Kommunisten aber schlecht.
00:16:00Aber es bleibt ihnen doch gar nichts weiter übrig.
00:16:03Das sagt doch schon der gesunde Menschenverstand.
00:16:06Eben.
00:16:07Mit dem gesunden Menschenverstand kannst du in diesem Falle überhaupt nicht kommen.
00:16:11Da hat Otto recht.
00:16:12Eben.
00:16:14Wenn die nur ein bisschen, bisschen gesunden Menschenverstand gehabt hätten,
00:16:18da hätten die die Mauer erst gar nicht gebaut.
00:16:20Da hätten die nicht so eine Blockade gemacht.
00:16:21Da hätten die ein solches Staatswesen überhaupt nicht organisieren können.
00:16:27Aber der, der Dings da, hat doch gesagt, dass sie die Grenzen aufmachen wollen.
00:16:33Wollen.
00:16:34Wollen.
00:16:35Wollen ist gut.
00:16:37Die müssen.
00:16:38Na also, jetzt sagst du es ja selber.
00:16:42Du musst mal richtig zuhören.
00:16:45Natürlich werden sie die Grenzen aufmachen.
00:16:48Aber wie?
00:16:49Wie werden sie das machen?
00:16:51Was der da vorhin im Radio gesagt hat, das ist doch nur zur Beruhigung der internationalen Öffentlichkeit.
00:16:57Jetzt werden sie erst mal Ausführungsbestimmungen erlassen.
00:17:02Dann müssen die drüben die Pässe beantragen.
00:17:06Dann brauchen die ein Visum.
00:17:09Ja, ja, ja, die brauchen drüben zur Ausreise ein Visum.
00:17:16Hast du so ein Ding schon mal gesehen?
00:17:17Nein, nein.
00:17:18Ein riesen Stempel im Pass.
00:17:20Da steht drin, wie lange sie fahren dürfen.
00:17:23Wohin und welchen Grenzübergang und lauter solche Sachen.
00:17:29Und dann werden sie also anfangen, die Pässe auszugeben.
00:17:33Na und das wird dauern.
00:17:34Wie ich die kenne, haben die nicht mal genug Formularen.
00:17:39Und dann werden die sich auch überhaupt nicht beeilen wollen.
00:17:42Was haben denn die für ein Interesse daran, dass ihre Leute reisen?
00:17:45Nein, nein, nein.
00:17:46Wie ihr euch das so vorstellt, so wird das nicht kommen.
00:17:50Da muss Bonn erst mal wieder kräftig auf den Tisch hauen.
00:17:55Du meinst wohl kräftig was auf den Tisch legen?
00:17:59Ja, ja, so wird das noch kommen.
00:18:01Aber damit muss jetzt endlich einmal Schluss sein.
00:18:03Auf wen geht denn die Lage?
00:18:05Otto ist dran.
00:18:07Was denn? Was denn? Ich schon wieder?
00:18:09Ja, bin ich denn hier unter die Räuber gefallen?
00:18:12Ach, ihr spielt wohl DDR und ich soll Bonn sein.
00:18:16Nein, nein, nein. Mit mir könnt ihr das nicht machen.
00:18:18Achim, zieh mal nach. Zieh mal nach.
00:18:22Na gut.
00:18:24Du hast ja vielleicht recht.
00:18:27Machen wollen sie es womöglich so.
00:18:30Aber das werden sich doch die Leute nicht mehr gefallen lassen.
00:18:32Hast du denn die Bilder von den Demos nicht gesehen?
00:18:35Die besagen noch gar nichts.
00:18:38Da tummen sich die Leute mal aus.
00:18:40Aber wenn es bei denen ans Eingemachte geht,
00:18:43da haben die ihren Stasi, ihr Militär, ihre Kampfgruppen und was weiß ich noch alles.
00:18:47Damit halten die ihre Ordnung aufrecht.
00:18:50Eben, was die darunter verstehen.
00:18:53Also das geht schon in Ordnung.
00:18:54Die Runde geht auf Sie, Herr Walliser.
00:18:55Das gibt es doch nicht.
00:18:58Also schön.
00:18:59Aber so viel Bier ist gar nicht gesund.
00:19:01Prost.
00:19:01Prost.
00:19:02Zum Wohl, Herr.
00:19:08Aber einmal angenommen,
00:19:09die müssen die Grenzen wirklich schlagartig aufmachen.
00:19:12Was dann?
00:19:13Dann wirst du morgen mit deinen Apfelsinen nicht reichen.
00:19:16Eben.
00:19:17Das ist doch lächerlich.
00:19:19Nur mal angenommen.
00:19:21Wenn da morgen wirklich Tausende kommen,
00:19:25dann reichen in der Gemeinde die Moneten nicht mal fürs Begrüßungsgeld.
00:19:29Gehen wir dann in Konkurs?
00:19:31Das ist eine Frage der Organisation.
00:19:34Ein Anruf bei der Zentrale und wir springen ein.
00:19:37Und wie viel Zinsen nehmt ihr der Gemeinde dafür ab?
00:19:40Das weiß ich nicht.
00:19:42Das wird die Zentrale entscheiden.
00:19:44Aha.
00:19:45Was heißt hier Aha?
00:19:46Wir sind ein Kreditinstitut.
00:19:48Wir arbeiten mit Geld.
00:19:50Na klar.
00:19:51Also dann wäre das Geld da.
00:19:53Aber wo bleiben die Waren?
00:19:55Die Ostler kaufen immer Spalttabletten.
00:19:57Und davon habe ich genug da.
00:19:59Ah.
00:19:59Du hast dich schon eingedeckt.
00:20:01Ach Unsinn.
00:20:02Das war doch ein Witz.
00:20:07Haben Sie denn im Radio nichts gesagt?
00:20:10Ich kann ja mal hören.
00:20:15Geschäftsmann.
00:20:15Muss auch mal ein Risiko eingehen.
00:20:18Was meinst du denn damit?
00:20:21Wenn ich jetzt ein Telex losjage, steht morgen früh ein Lastzug vor meiner Tür.
00:20:27Na sag mal, du spinnst doch.
00:20:29Wenn die die Grenze wirklich aufmachen, dann werde ich wohl von ihr wegziehen.
00:20:35Ja, warum denn das?
00:20:37Wir haben das doch die ganzen Jahre immer gefordert.
00:20:39Ja, weil wir nicht geglaubt haben, dass es wirklich passiert.
00:20:42Ja, da wären wir doch endlich wieder ein lebendiger Ort.
00:20:44Da geht's doch erst richtig los.
00:20:46Eben.
00:20:48Ich bin hierher gekommen, weil's hier ruhig ist.
00:20:50Aber unter der Ruhe haben wir doch seit 40 Jahren gelitten.
00:20:53Ich nicht.
00:20:54Musst du schon wieder pinkeln?
00:20:56Nee, nee, ich muss mal telefonieren.
00:20:59Oh, Hannes.
00:21:01Der ist doch verrückt.
00:21:03Ich wette, jetzt fragt er seine Hannelore, was er machen soll.
00:21:06Und die lässt sich doch kein Geschäft entgehen.
00:21:08Und morgen, da sitzen sie auf Tonnen von Apfelsiden und Bananen.
00:21:13Ich lach mich schief.
00:21:15Das muss ich mir ansehen.
00:21:17Ich weiß nicht.
00:21:18So Unrecht hat er vielleicht gar nicht.
00:21:21Also, du bist doch Finanzmensch.
00:21:23Du bist doch gewohnt, einen kühlen Kopf zu behalten.
00:21:26Das ist doch alles Unsinn.
00:21:28Leer du mich die Kommunisten kennen.
00:21:30Die machen so schnell keine Grenze auf.
00:21:32Ich glaube ja auch, dass du recht hast, trotz...
00:21:41Na, was hat denn deine Hannelore gesagt?
00:21:43Hat sie nicht ausgelacht?
00:21:47Die hat das Telex schon abgeschickt.
00:21:52Nein!
00:21:54Ihr seid mir vielleicht Poliztrategen.
00:21:59Passt mal auf.
00:22:00Ihr kennt mich.
00:22:01Ihr wisst, ich habe mich in solchen Dingen noch nie, noch nie geirrt.
00:22:06Für jeden Ostler, der heute Nacht hier in diese Gaststube kommt, zahle ich Freibier.
00:22:13So viel er will.
00:22:16Das ist ein Wort!
00:22:17Und jeder, der dich kennt, Otto, der weiß, was das für ein Gewicht hat.
00:22:22Ich soll's ganz so laut sagen.
00:22:23Im Rat, Mutter.
00:22:49Das ist gut.
00:22:56Doch keinen ist mehr verlassen.
00:22:58Die Kommunisten sind auch nicht mehr das, was immer war.
00:23:03Achim, Freibier für alle.
00:23:39Jochen!
00:23:46Jochen!
00:24:02Jochen!
00:24:14Siegfried!
00:24:22Da bist du damals rübergegangen.
00:24:27Ja.
00:24:31Das war vor über 28 Jahren.
00:24:37Und du hast die Mauer mitgebaut.
00:24:42Woher weißt du?
00:24:43Ach, es erschienen damals viele Bilder in unseren Zeitungen.
00:24:48Mauernde Arbeiter zwischen Phobos.
00:24:51Ich hab dich gleich erkannt, aber ich hätte gar kein Bild gebraucht.
00:24:56Ja?
00:24:59Ich war dabei.
00:25:09Wie geht's dir?
00:25:11Nicht schlecht.
00:25:14Und dir?
00:25:16Auch nicht schlecht.
00:25:24Wenn ich damals nicht gegangen wäre.
00:25:27Du bist aber gegangen.
00:25:30Ich kann doch meine Eltern nicht allein lassen.
00:25:32Die wohnten doch da.
00:25:35Ja, da drüben.
00:25:38Und meine wohnten da.
00:25:46Leben sie noch?
00:25:48Meine Mutter, aber sie wohnt nicht mehr da.
00:25:50Und deine?
00:25:51Wir leben beide.
00:25:52Aber sie wohnen auch nicht mehr da.
00:26:03Ich bin immer noch Zahnärzthelferin, aber in gehobener Position.
00:26:11Ich bin auch in einer gehobenen Position.
00:26:14Na klar.
00:26:15Nicht, was du meinst.
00:26:17Ich bin Kranführer.
00:26:19Ja, das wundert mich aber.
00:26:22Ich dachte, du bist ein ganz anderer Führer.
00:26:24So wie du immer geredet hast.
00:26:26Wie ich immer geredet habe?
00:26:28Ja.
00:26:28Du hast dich immer so herrlich ereifert.
00:26:31Ja, weil du nichts begreifen wolltest.
00:26:33Hätte ich das sollen?
00:26:34Damals ja.
00:26:44Ach, damals.
00:26:47Ach, was wir für Krächer hatten.
00:26:50Das kann man wohl sagen.
00:26:52Das ist 28 Jahre her.
00:26:56Das kann ein halbes Menschenalter sein.
00:27:00Warst du schon mal hier?
00:27:02Nein.
00:27:03Ich habe doch keine Verwandten mehr.
00:27:04Da war das doch unnötig.
00:27:07Aber mein Vater, der ist ja Rindler.
00:27:11Der ist da mal rumgelaufen.
00:27:15Hat aber auch nur geheult.
00:27:18Hat er jedenfalls gesagt.
00:27:21Wir sind damals auch bald hier weggezogen.
00:27:23Meine Mutter konnte die Mauer nicht länger sehen.
00:27:26Nach Einigendorf.
00:27:29Ich war hier übrigens halt damals auch nicht mehr.
00:27:31Dabei hätte ich ja immer gekonnt.
00:27:44Hast du manchmal an mich gedacht?
00:27:54Ich habe dir noch einen Brief geschrieben.
00:28:00Da hatte ich das Bild in der Zeitung schon gesehen.
00:28:03Bist du verheiratet?
00:28:06Geschieden?
00:28:08Mein Mann ist vor fünf Jahren gestorben.
00:28:10Autounfall.
00:28:12Ich habe zwei Töchter.
00:28:14Ich eine.
00:28:15Mhm.
00:28:16Und einen Sohn.
00:28:17Aber ich sehe sie nicht oft.
00:28:19Sie leben bei meiner Frau.
00:28:20Das heißt, sie lebten.
00:28:21Jetzt sind sie ja schon aus dem Haus.
00:28:23Meine Tochter hat auch schon einen Sohn.
00:28:27Opa.
00:28:28Du wirst auch noch Oma werden.
00:28:31Na ja, hoffentlich.
00:28:35Hast du mal gesehen?
00:28:37Fernsehen meine ich.
00:28:39Da stellen Leute unendlich lange Reihen von Dominosteinen auf.
00:28:44Und dann werfen sie den ersten Stein um und die ganze Reihe fällt.
00:28:48Na ja, habe ich mal gesehen.
00:28:51So habe ich oft geträumt, würde es einmal mit dieser Mauer passieren.
00:28:59Wenn das so einfach wäre.
00:29:01Du, manches ist ganz einfach.
00:29:03Oder scheint zumindest so.
00:29:05Hättest du vor ein paar Tagen gedacht, dass du heute Nacht hier stehen wirst?
00:29:09Nein.
00:29:10Ja, siehste.
00:29:10Und vor allen Dingen hätte ich nicht geglaubt, dass ich nicht allein hier stehe.
00:29:13Ich wusste es.
00:29:15Hast du das auch geträumt?
00:29:16Nein.
00:29:18Nicht so richtig in der Nacht.
00:29:20Aber, aber trotzdem ist mir, als hätte ich es gewusst.
00:29:26Kannst du das verstehen?
00:29:27Nein.
00:29:29Na ja.
00:29:31Fantasie war ja nie deine große Sterbe.
00:29:34Oh doch, doch.
00:29:35Doch mit einer Ausnahme.
00:29:37Ich weiß, was du willst.
00:29:41Es war ja auch schon zu ulkig.
00:29:44Kein Wort von dem habe ich geglaubt, was du mir von der sozialistischen Zukunft vorgeschwärmt hast.
00:29:51Aber, wie du geschwärmt hast, das fand ich einfach hinweisend.
00:29:57Vielleicht habe ich dich deswegen sogar geliebt.
00:30:03Na ja.
00:30:05Es ist lang hier.
00:30:07Wollen wir uns nicht ins Auto setzen?
00:30:09Hm.
00:30:26Ganz schöner Schlitten.
00:30:31Ich habe auch ein Auto.
00:30:33Ist aber nur ein entferntes Verwandter von dem hier.
00:30:37Hat aber auch vier Räder.
00:30:40Mein Mann war Zahnarzt.
00:30:42Ich habe sozusagen meinen Chef geheiratet.
00:30:45Wir haben uns eine schöne Praxis aufgebaut.
00:30:49Jetzt habe ich sie verpachtet und arbeite dort noch ein paar Stunden.
00:30:54Mehr oder weniger zum Zeitvertreib.
00:30:58So ein Auto hättest du bei mir nie gekriegt.
00:31:02Als ob es allein darauf ankäme.
00:31:09Warum bist du heute Nacht hierher gekommen?
00:31:16Na, weil die Mauer auf ist.
00:31:22Weil ich in dem Kiez hier aufgewachsen bin.
00:31:27Weil ich mich hier geprügelt habe.
00:31:30Hier gespielt habe.
00:31:35Weil ich da drüben Schrippen geholt habe.
00:31:38Und?
00:31:42Ja, weil ich hier mein erstes Mädchen gehabt habe.
00:31:47Nicht einmal geschlafen haben wir miteinander.
00:31:51Das waren eben noch ganz andere Zeiten.
00:31:55Du hattest keine Bude.
00:31:56Ich hatte auch keine.
00:31:58Deine Alpen waren genau solche Spießer wie meine.
00:32:08Aber an dem Sonnabend.
00:32:13An dem 12. August.
00:32:17Da wolltest du es wissen.
00:32:20Mhm.
00:32:26Wir waren tanzen.
00:32:29Ah, tanzen.
00:32:31Du hast mir erklärt,
00:32:32dass Boogie und Rock'n'Roll
00:32:34Auswüchse kapitalistischer Ausbeutung sind.
00:32:37Ja.
00:32:40Aber
00:32:42du hattest eine Flasche russischen Cognac mitgebracht.
00:32:47Das weißt du noch?
00:32:49Ich hatte sie in meiner Handtasche.
00:32:51Ja.
00:32:55Es war eine warme Augustnacht.
00:32:59Wir latschten immerzu da hinten durch die Grünanlagen.
00:33:01Na ja, nicht nur.
00:33:02Ja, wir, wir haben uns geküsst.
00:33:05Und dann haben wir auf einer Bank gesessen.
00:33:07Ja.
00:33:08Und dann wollten wir die Flasche Cognac aufmachen.
00:33:13Ja, ihr sollte mir Mut machen.
00:33:17Mir doch auch.
00:33:21Wie kann man nur so ungeschickt sein?
00:33:25Na ja, ich hatte doch noch mit keiner.
00:33:27Ich, ich meine doch nicht dich.
00:33:29Ich meine doch mich.
00:33:31Ach so.
00:33:38Tja.
00:33:39Und dann heulten da drüben die Sirenen
00:33:43und die Fupus sprang von den Lastwagen.
00:33:45Und wir haben den Cognac nicht mehr getrunken.
00:33:48Ja.
00:33:50Und dann bist du gegangen.
00:33:58Wie ich diese Mauer hasse.
00:34:01Und diese Männer mit ihren grässlichen Prinzipien.
00:34:05Der eine rennt darüber,
00:34:07setzt Stein um Stein in eine Mauer,
00:34:09die Menschen voneinander fernhält.
00:34:12Und der andere setzt Zähne ein.
00:34:14Immer wieder Zähne.
00:34:15Immer nur Zähne.
00:34:17Mauern und Zähne.
00:34:19Als ob es nichts anderes auf der Welt gäbe.
00:34:23Was seid ihr Männer doch für
00:34:26schreckliche, bösartige Idioten.
00:34:31Entschuldige.
00:34:32So war es nicht gemeint.
00:34:41Du hast sie noch?
00:34:43Ja.
00:34:46Erst wollte ich auf dich warten,
00:34:48denn ich habe an ein paar Monaten
00:34:50aber nicht an 28 Jahre geglaubt.
00:34:53Nicht an ein halbes Menschenalter.
00:34:56Dann habe ich sie vergessen.
00:34:58Bei uns zu Hause wurde kein Alkohol getrunken.
00:35:01Mein Mann war der prinzipiellste Antialkoholiker,
00:35:03den ich jemals kennengelernt habe.
00:35:08Eigentlich wollte ich sie heute
00:35:09an der Mauer zerschlagen.
00:35:11Dann habe ich sie wieder vergessen.
00:35:15Jetzt trinken wir.
00:35:18Na komm, komm.
00:35:20Na mach auf.
00:35:21Oder kannst du das nicht mehr?
00:35:28Geht auch nicht mehr.
00:35:30Sie ist eben auch alt geworden.
00:35:53Du zuerst.
00:36:06Worüber lachst du?
00:36:09Weil ich mir vorstelle,
00:36:12was vor 28 Jahren
00:36:14danach gekommen wäre.
00:36:33Also wenn wir da zurückgehen,
00:36:35kommen wir zum Kuhdamm.
00:36:36Quatsch.
00:36:37Da müssen wir lang gehen.
00:36:40Da ist die S-Bahn.
00:36:44Mensch, geht mal da.
00:36:49Mann.
00:36:54Wie viel die wohl nimmt.
00:36:56Wir können sie ja mal fragen.
00:36:58Nee.
00:36:59Das kann ich nicht.
00:37:01Mensch, fragen kostet ja nichts.
00:37:02Trotzdem.
00:37:03Wenn die sich dann nicht so hinstellen würde,
00:37:05kämpfst du doch nie auf die Idee,
00:37:07dass das so eine ist.
00:37:09Ich würde auf meine Keine tippen.
00:37:12Oder ein Model.
00:37:13Mensch, das ist doch das selber.
00:37:17Ob die das mit jedem macht?
00:37:19Wenn er Geld hat?
00:37:22Ich frage sie mal.
00:37:31Guten Abend.
00:37:33Na, guten Morgen, wer berüchtiger?
00:37:35Nehmen Sie auch aus.
00:37:36Ist doch ein Grün.
00:37:38Na, dann will ich mal zur Feier des Tages
00:37:41auch mir im patriotischen Teil beitragen.
00:37:44Einmalige Gelegenheit.
00:37:46Ich meine, erst aus.
00:37:48Du darfst das umsonst.
00:38:01Na, du hast es ja eilig.
00:38:03Na, hier auf der Treppe
00:38:04wollen wir es doch nicht gleich machen.
00:38:36Ich bin Katharin.
00:38:39Und wer heißt du?
00:38:43Olaf Müller.
00:38:45Olaf.
00:38:47Möchtest du was trinken?
00:38:51Man kostet sonst natürlich extra.
00:38:55Ist aber heute für dich gratis.
00:38:58Ja, vielleicht ein Bier?
00:39:21Mann, hast du ein Zug.
00:39:24Na, wenn du bei mir auch so ranierst, wird's gut.
00:39:37Na, welche Farbe möchtest du?
00:39:41Schwarz steht dir.
00:39:43Wenn er dir steht.
00:39:46Das?
00:40:03Ja.
00:40:08Ich will balk achievements.
00:40:12Bis zum nächsten Mal.
00:40:19Du glaubst ja gar nicht, wie schön das wird.
00:40:24Wo kommst du denn hier?
00:40:27Aus Zeuthen.
00:40:30Woher?
00:40:31Aus Zeuthen, das liegt vor Königs Wusterhausen.
00:40:36Na, das weiß ich doch.
00:40:38Du kennst Zeuthen?
00:40:40Na und wie?
00:40:42Mensch, ich bin da geboren.
00:40:44Ja, also geboren bin ich in KW, aber Schule, Kindergarten und Lehre, das hab ich alles in Zeuthen gemacht.
00:40:49Ach, das gibt's doch ja nicht.
00:40:50Wie alt bist du denn?
00:40:51Ich bin gerade mit der Lehre fertig.
00:40:53Und was machst du?
00:40:54Anlagenfahrer, Willau.
00:40:56Heinrich Rau, Mensch, das hab ich auch hier gelernt.
00:41:01Zerspannungsfacharbeiter, na das war vielleicht ein Scheißjob.
00:41:05Sag mal, bist du in Zeuthen noch zur Schule gegangen?
00:41:07Ja, klar.
00:41:09Oh, warte mal, da bist du zwei Jahre raus und ich bin sieben Jahre.
00:41:14Mensch, sag mal, da sind wir doch in eine Schule gegangen.
00:41:17Na, als du zehnte warst, war ich ja erst fünfte.
00:41:20Ach, und da hast du dich noch nicht verweilbar interessiert, hm?
00:41:25Nö.
00:41:26Du sag mal, war die Schneider bei der Urnorddirektorin?
00:41:28Die Schneider und die olle Zicke.
00:41:30Die ist immer noch da, das wiesig von meinem kleben Bruder.
00:41:33Oh.
00:41:35Also, ich bin mit dir eigentlich ans Jut hingekommen.
00:41:39Naja, siehst du ja.
00:41:41Ich sehe so ein bisschen schwarz aus, wa?
00:41:43Ja, war ich für sie immer gut für die Völkerfreundschaft.
00:41:46Schon als Pionier stand ich immer vorne und dann im Blauhemd.
00:41:49Ich musste ja auch immer zu Konferenzen, ne?
00:41:51Oder auf dem Flughafen nach Schönefeld, wenn irgendwelche Bunsen ankamen.
00:41:54Und eh mal musste ich Braschen auf Blumen überreiche und der hat mir geküsst.
00:42:03Na, nun sei er schon tot, war.
00:42:05Aber den sein Gesicht möchte ich sehen, wenn der wüsste, was ich jetzt hier mache.
00:42:14Jetzt hier sage ich natürlich keinem, wenn ich bloß um die Ecke herkomme.
00:42:18Obwohl, wenn ich den sollten sage, dann denken die doch glatt, dass das irgendwo bei Altjür liegt.
00:42:24Dabei ist das ja ja nicht so verkehrt.
00:42:27Also, mein Vater, der soll nämlich dahergekommen sein.
00:42:32Naja, obwohl das meine Mutter nicht so genau wusste.
00:42:37Das war bei so einem Jugendfestival.
00:42:40Da ist es eben passiert.
00:42:42Nachher hat sie ja einen Ingenieur aus Zeuthen ja heiratet.
00:42:44Der hat übrigens um Wilder gearbeitet.
00:42:47Naja, und tut das wahrscheinlich immer noch.
00:42:49Und dann hatte ich ja noch Bruder und Schwester.
00:42:52Aber die waren kein bisschen schwarz.
00:42:55Ja, blass waren die.
00:42:57Mensch, und wenn ich heute drüber nachdenke,
00:43:00dann muss mein Vater, also der Ingenieur, ja,
00:43:04der muss das auch schön gefunden haben.
00:43:06Jedenfalls hat er mir nie merken lassen,
00:43:09dass ich nicht seine Tochter bin.
00:43:11Und wann bist du aus Zeuthen weg?
00:43:13Das ist nur fünf Jahre her.
00:43:15Gleich wie ich 18 war.
00:43:17Ab und weg!
00:43:19Mensch, hätte ich vielleicht in den Drecknest versauen sollen?
00:43:21Nee, das musste sein.
00:43:23Ich wollte ja mal das Duhadess werden.
00:43:25Aber dazu hat mein Zensurendurchschnitt nicht gelangt.
00:43:28Na ja, und da bin ich im Kofferraum vom Diplomaten weg.
00:43:31Ach, da habe ich den Stab immer auf uns gestanden.
00:43:35Ja, nachher, weil die Kirsdurchschnitt ist,
00:43:36wenn er besorgt ist, ist dir geworden.
00:43:38Aber das hier, das ist ja ein Beruf wie jeder andere.
00:43:42Mensch, und mit dem Geld wird die Kir verdienen.
00:43:49Bloß, wenn jetzt die Grenzen auf sind,
00:43:51da kann ja meine Mutter auch rüberkommen.
00:43:54Und mein Vater.
00:43:55Wissen die doch nicht, was du machst?
00:43:57Ach, Mensch, nicht die Bohne.
00:43:59Ich lasse meine Briefe mal im Wiesbaden einstecken.
00:44:03Scheiße.
00:44:06Sag mal, und da kommen ja auch die ganzen Nutten von euch rüber.
00:44:09Na, und die werden das billiger machen.
00:44:11Na, doch noch ohne.
00:44:13Na, Mensch, die wissen doch nichts von eben.
00:44:14Jetzt, sag mal, wo wohnst du denn jetzt heute?
00:44:18Also, wenn du rauskommst aus dem Bahnhof, gleich...
00:44:20Ach, da an der Kreuzung, wo der Bäcker ist, wa?
00:44:22Da haben wir immer alles hier essen.
00:44:23Wir haben ja am See gewohnt.
00:44:24Am See wohnen da?
00:44:28Ist ja auch real.
00:44:31Nein, hier hat Gott schicken Stoß zusammen.
00:44:35Willst du noch ein Bier?
00:44:37Ja.
00:44:44Prost.
00:44:46Auf Zeiten.
00:44:48Das ist schon, Jan, schöne Drecknest.
00:44:51Ja, aber entschuldigt.
00:44:58Ja, bitte?
00:45:01Natürlich, mon ami.
00:45:02Wie, wie immer.
00:45:05Ich warte.
00:45:11Tut mir leid.
00:45:12Das ist ein Stammkunde.
00:45:14Du musst jetzt gehen.
00:45:19Oh, komm, sei doch nicht traurig.
00:45:23Und kein Wort entzäuden.
00:45:25Na klar.
00:45:35Hier.
00:45:36Steck dir noch ein paar ein.
00:45:43Mach's gut.
00:45:46Du auch.
00:46:01Ich steh mir hier die Bene im Bauch.
00:46:03Och, die muss ja nur Wucht gewesen sein.
00:46:07Das kannst du lauter haben.
00:46:09Und rausgekriegt, hast du auch noch was?
00:46:12Das ist ja schwer, was los gewesen sein.
00:46:15Worauf du ihn lassen kannst.
00:46:18Ja.
00:47:00Wie ist sie?
00:47:01Ja.
00:47:03Entschuldige, du bist natürlich nicht Wienstein, sondern Sabine.
00:47:06Mama nennt mich auch noch manchmal so.
00:47:09Das war dumm, wie ich warte, dass sie, dass sie ein Fakzin enttüren,
00:47:12aber dass du mir vorhin das anrufen hast, kann kein Gefallen.
00:47:15Komm, komm, komm, komm.
00:47:19Wieoll ngert.
00:47:27Anyways.
00:47:30Wieoll captured.
00:47:32Ich生活.
00:47:34Wieoll ch showt.
00:47:35Which.
00:47:35Ich medication.
00:47:39Better.
00:47:40Dass du impairst.
00:47:42Das ist alles habla.
00:47:44Es Canadian.
00:47:50Und du bist also meine Tochter.
00:47:54Willst du meinen Ausweis sehen?
00:47:56Das wird nicht nötig sein.
00:47:59Du siehst genauso aus wie deine Mutter damals.
00:48:06Willst du dich ein bisschen frisch machen?
00:48:08Ja, gerne.
00:48:11Hier findest du alles.
00:48:38Möchtest du?
00:48:38Ja.
00:48:49Komm, komm, setz dich doch.
00:49:00Also trinken wir auf unser Wiedersehen und auf diese historische Nacht.
00:49:14Hat dir Lisa meine Telefonnummer gegeben?
00:49:17Nein, ich hab sie aus dem Telefonbuch.
00:49:19Tante Lisa hatte bloß mal so nebenbei fallen lassen, dass du in Berlin lebst.
00:49:23Ach so.
00:49:24Ich hab die anderen, mit denen ich rüber bin, in der Nähe vom Bahnhof Zoo verloren.
00:49:28Und da muss ich mich dann verlaufen haben und stand plötzlich vor einer Telefonzelle.
00:49:32Da hat mir noch eine Frau das Geld geschenkt, denn ich hatte ja keins.
00:49:35Die hat gleich gesehen, dass ich aus Ost-Berlin bin.
00:49:38Na, wir waren in einer Disco und da schrie plötzlich einer, die Mauer ist auf.
00:49:44Na, da sind wir alle los.
00:49:45Wir wollten bloß mal gucken, aber da waren wir schon drüben.
00:49:47Oder besser, hüben, denn jetzt bin ich ja hier.
00:49:52Du studierst Germanistik?
00:49:55Ja.
00:49:56Das hat mir Tante Lisa geschrieben.
00:49:58Wir haben seit ein paar Jahren wieder Kontakt.
00:50:01Aber zu meinem 50. durfte sie nicht kommen.
00:50:05Aber du hättest doch jederzeit drüber kommen können.
00:50:08Na, lieber nicht.
00:50:09Aber du bist doch schon über 15 Jahre weg.
00:50:12Da fragt kein Mensch mehr danach.
00:50:14Ich weiß von ganz vielen, die...
00:50:15Ja, ja.
00:50:16Da liegen die Dinge vielleicht ein bisschen anders.
00:50:19Wieso?
00:50:21Wie geht es deiner Mutter?
00:50:24Gut.
00:50:27Sag mal, Sabine.
00:50:30Was weißt du eigentlich?
00:50:33Ich verstehe dich jetzt nicht.
00:50:38Schau mal, was ich hier habe.
00:50:59Die hat mir Tante Lisa geschickt.
00:51:02Tja, und jetzt bist du hier.
00:51:04Ich wusste nichts davon.
00:51:06Tante Lisa hat nie von dir gesprochen.
00:51:09Und deine Mutter?
00:51:10Die erst recht nicht.
00:51:12Ich hatte mir auch abgewöhnt, nach dir zu fragen.
00:51:16Und, äh, sie lebt...
00:51:17Ja, sie lebt allein.
00:51:19Da war auch mal ein Mann, aber...
00:51:21...den habe ich rausgeekelt.
00:51:23Ja, ich war damals erst elf und habe das noch nicht so richtig begriffen.
00:51:27Ich glaube, das hat es mir auch ganz schön übel genommen.
00:51:29Oder vielleicht auch nicht.
00:51:31Ich weiß das nicht so genau.
00:51:32Man kann mit ihr über solche Sachen nicht reden.
00:51:36Vielleicht denkt sie immer noch, dass ich ein Kind bin.
00:51:38Und sie hat dir gar nichts über mich erzählt?
00:51:42Doch, zuerst warst du lange verreist.
00:51:44Und dann haben mal ein paar Mitschüler von dir gesprochen.
00:51:47Und da hat sie mir dann gesagt, dass du die Republik verraten hast.
00:51:50Das sagt man so bei uns.
00:51:52Ich weiß.
00:51:54Und immer wenn ich eine Frage nach dir stellte,
00:51:56habe ich diese Antwort bekommen.
00:52:01Tja.
00:52:05Dann muss ich doch wohl weiter ausholen.
00:52:07Oh nein, bitte nicht.
00:52:09Du brauchst dich doch von mir nicht zurechtfertigen.
00:52:13Früher habe ich das nicht verstanden.
00:52:14Da habe ich mich sogar für dich geschämt.
00:52:17Aber jetzt begreife ich viel mehr schon.
00:52:20Es sind so viele weggegangen.
00:52:22Und es werden noch viel mehr weggehen.
00:52:24Und du?
00:52:25Möchtest du auch weg?
00:52:27Ich?
00:52:29Oh, ich weiß nicht.
00:52:32Wenn sich wirklich was ändert.
00:52:35Aber, aber tut es das?
00:52:37Manchmal denke ich ja, aber dann sieht alles wieder ganz anders aus.
00:52:41Weißt du, am vierten bei der großen Demo, da,
00:52:43da hatten wir so viel Mut.
00:52:45Aber jetzt?
00:52:48Ich weiß auch nicht, ob ich hier leben will.
00:52:50Dazu weiß ich zu wenig davon.
00:52:53Wir Jungen, wir kennen das hier ja nur aus unseren Zeitungen und aus der Tagesschau und Panorama.
00:52:59Weißt du, es sind doch immer noch die alten Leute, die jetzt angeblich alles anders machen wollen.
00:53:07Wie kann man denen denn glauben?
00:53:09Was meinst denn du?
00:53:11Was meine ich?
00:53:13Das ist schwer zu sagen.
00:53:15Ich kenne ja die DDR nur noch aus unseren Zeitungen.
00:53:18Und eure Nachrichten, die sehe ich nicht.
00:53:22Aber du bist doch damals schon abgehauen, weil du es nicht ausgehalten hast.
00:53:26Das stimmt nicht ganz.
00:53:29Wieso?
00:53:30Du hättest doch Mutter und mich nicht allein gelassen, wenn es nicht so gewesen wäre.
00:53:35Ich bin damals weggeschickt worden.
00:53:38Was?
00:53:41Willst du damit sagen?
00:53:43Also gut, du musst jetzt alles wissen.
00:53:47Ich habe Physik studiert.
00:53:49Das weißt du ja, unter einem Ministerium gearbeitet, obwohl ich dazu überhaupt keine Lust hatte.
00:53:54Aber die Partei hatte mich an diesem Platz gestellt.
00:53:56So hieß das damals.
00:53:58Ich war mit 20 in die Partei eingetreten, weil ich wirklich daran geglaubt hatte.
00:54:02Im Ministerium stieg ich rasch auf, obwohl ich mich total am falschen Platzen fühlte.
00:54:07Und dann traten vor 16 Jahren die Herren von der Staatssicherheit an mich heran.
00:54:13Ich bekam den Auftrag, in den Westen zu gehen, um dort Aktivitäten gegen die DDR aufzuklären.
00:54:22Flog also nach Kuba und stieg verabredungsgemäß bei der Zwischenlandung in Kanada aus.
00:54:28Dann hatte mir einige geheime Materialien mitgegeben.
00:54:32Die sich hinterher als ganz primitives Spielmaterial entpuppten.
00:54:36Zu spät wurde mir klar, dass es sich gar nicht um die Aufklärung irgendwelcher Aktivitäten gegen die DDR handelte,
00:54:43sondern um ganz gewöhnliche Wirtschaftsspionage.
00:54:48kam zu einer Auseinandersetzung mit meinem Kontaktmann und der drohte mir, mich hochgehen zu lassen.
00:54:53Und noch anderes.
00:54:55Außerdem, ich kam gar nicht in die Position, die man sich erhofft hatte.
00:54:59Wir sind hier in diesen sensiblen Bereichen sehr, sehr vorsichtig.
00:55:04Kurz, ich kam denen zuvor und stellte mich dem BND in letzter Minute, denn meine Genossen hatten ihre Drohung wahrgemacht.
00:55:17Ich kam glimpflich davon und saß meine Strafe ab.
00:55:22Und Mutter?
00:55:27Sie hat davon gewusst, obwohl ich es ihr nicht hätte sagen dürfen.
00:55:31Und sie war damals nicht einverstanden.
00:55:33Sie hat gesagt, wenn du das machst, dann ist es aus zwischen uns.
00:55:35Aber hättest du denn damals Nein sagen können?
00:55:38Ja, ich hätte es gekonnt.
00:55:42Ich hätte Nachteile gehabt, große wahrscheinlich, aber gekonnt hätte ich es.
00:55:48Aber dann?
00:55:50Ich durfte während meiner Haftzeit theoretisch arbeiten und da habe ich einen klugen Gedanken gehabt
00:55:56und dem verdanke ich meine heutige Position.
00:56:00Jetzt bin ich endlich das, was ich immer sein wollte.
00:56:04Ein Forscher und sonst gar nichts.
00:56:06Aber du hättest doch wenigstens mal...
00:56:09Nein, das konnte ich nicht.
00:56:12Eure entsprechenden Stellen hatten das Interesse an mir durchaus nicht verloren.
00:56:16Es gab noch einmal einen Kontaktversuch.
00:56:18Ich hätte euch gefährdet, auch wenn ich nur eine Ansichtskarte geschrieben hätte.
00:56:25Ich hätte nach meiner Entlassung mit einer neuen Identität leben können.
00:56:31Das heißt unter einem anderen Namen, aber...
00:56:34Und außerdem, wie hättest du mich dann heute im Telefonbuch finden sollen?
00:56:44Wie weit ist es eigentlich von hier nach Treptow?
00:56:50Luftlinie ungefähr 15 Kilometern.
00:57:02Ich durfte doch nie die Transitwege benutzen. Ich musste immer fliegen.
00:57:07Ja, und manchmal, wenn der Flieger so eine Schleife zieht, lassen wir das.
00:57:15Weiß Mutter eigentlich, wie es hier mit dir weiterging?
00:57:18Nein, woher?
00:57:20Auch Lisa weiß das nicht.
00:57:22Aber du musst doch jetzt alles wissen.
00:57:25Ich müsste Mutter vielleicht mal anrufen.
00:57:28Die macht sich immer Sorgen, besonders in letzter Zeit.
00:57:33Warte mal.
00:57:34Die Vorwahl für Ostberlin ist...
00:57:380372.
00:57:43Oder ist besetzt?
00:57:44Macht nichts.
00:57:45Wählen wir eure Nummer.
00:57:58Und der wählt jetzt so lange, bis die Verbindung kommt.
00:58:01Oh, das ist ja toll.
00:58:04Sabine, kann ich noch was für dich tun?
00:58:06Willst du was essen?
00:58:08Vielleicht ein Selters.
00:58:09Aber gern.
00:58:19So, hier kannst du dir aussuchen.
00:58:34Danke.
00:58:41Ich kannte nicht einmal ein Bild von dir.
00:58:43Die waren alle bei Lisa.
00:58:45Ich konnte doch damals nichts mitnehmen.
00:58:47Mutter musste alle vernichtet haben.
00:58:50Warum hat sie mich all die Jahre belogen?
00:58:52Sie hätte mir doch die Wahrheit sagen können.
00:58:55Für mich warst du immer nur der Republikfeind, der Verräter.
00:58:58Was ich ja nach eurem Sprachgebrauch auch wirklich war.
00:59:04Und wer weiß, wenn ich diese Rostkur nicht gehabt hätte,
00:59:07vielleicht säße ich heute noch irgendwo hinter eurer Mauer
00:59:09und würde immer noch mitmachen.
00:59:12Verstehe mich nicht falsch.
00:59:13Ich will diese Leute nicht verurteilen
00:59:14und schon gar nicht über sie richten.
00:59:16Die tun mir sogar leid.
00:59:17Die kann ich nur noch bedauern.
00:59:19Tja, ich weiß nicht, ob all diese in der Lage sind,
00:59:22das irgendwie anders zu machen.
00:59:25Ihr Jungen, ja, ihr müsst euch ranhalten.
00:59:28Aber meine Generation.
00:59:30Sieh mich an.
00:59:31Ich habe ja noch Glück gehabt.
00:59:33Aber was ist mit deiner...
00:59:34Ah, lassen wir das.
00:59:36Da kommt eine so große und schöne Tochter ins Haus
00:59:39und ich rede nur Unsinn.
00:59:40Aber das ist doch wichtig.
00:59:42Schon, aber es verdirbt doch die Stimmung.
00:59:46Das wird ein Gespräch sein.
00:59:50Mama?
00:59:51Oh, nein, Entschuldigung.
00:59:53Nein, nein, Sie sind richtig.
00:59:54Ja, ich gebe Ihnen Ihnen.
00:59:56Das ist für dich.
01:00:03Ja, bitte.
01:00:04Ach, du bist's.
01:00:08Von wo rufst du an?
01:00:12Ja, na, hier ist was los.
01:00:16Meine Tochter ist hier.
01:00:19Nein, nur sie.
01:00:22Ich bitte dich.
01:00:26Natürlich hole ich dich morgen ab.
01:00:2913.20 Tegel.
01:00:30Okay.
01:00:33Ja, das mache ich.
01:00:35Tschüss, schlaf gut.
01:00:38Ich soll dich grüßen.
01:00:41Von meiner Lebensgefährtin.
01:00:43Seit acht Jahren.
01:00:45Ihre Mutter hat sich ja nie von mir scheiden lassen.
01:00:48Jedenfalls wurde mir offiziell nie etwas mitgeteilt.
01:00:53Und wie mir Lisa schrieb, hat sie es ja auch tatsächlich nie getan.
01:00:56Darüber habe ich nie nachgedacht.
01:01:02Naja, das Telefongespräch scheint nicht zustande zu kommen.
01:01:06Ach, noch heute sind doch die Leitungen total überlastet.
01:01:09Das dauert schon noch eine Weile.
01:01:11Dann muss ich jetzt aber gehen.
01:01:13Was denn wirklich?
01:01:22Du, sag mal.
01:01:26Sehen wir uns jetzt öfter?
01:01:28Wenn du möchtest.
01:01:33Komm, ich fahr dich noch bis zur Grenze.
01:01:35Okay.
01:01:49Ich war bei Folter.
01:01:58Ich hätte es mir denken können.
01:02:02Komm rein.
01:02:10Setz dich.
01:02:15Möchtest du noch was?
01:02:15Sieh, danke.
01:02:25Und wie geht es ihm?
01:02:28Entscheint sehr gut.
01:02:30Natürlich.
01:02:35Warum hast du mir nicht die Wahrheit gesagt?
01:02:41Die Wahrheit.
01:02:44Welche Wahrheit?
01:02:45Seine oder meine?
01:02:50Gut.
01:02:52Du sollst sie haben.
01:02:55Meine Wahrheit.
01:03:02Als dein Vater diesen Auftrag bekam, war unsere Ehe in einer Krise.
01:03:12Er führte ein Doppelleben.
01:03:15In seinem Ministerium war er der große Genosse.
01:03:17Der Durchreiser.
01:03:18Der jedes Jahr seinen Orden bekam.
01:03:21Aber hier zu Hause war er voller Zweifel.
01:03:25Der reinste Zyniker.
01:03:28Hier bei mir lud er alle seine Probleme ab.
01:03:32Aber ich konnte ihm nicht helfen.
01:03:33Ich kann nicht mit lauter Zweifel leben.
01:03:35Ich brauche
01:03:37einen festen Halt.
01:03:38So habe ich jedenfalls damals gedacht.
01:03:41Nein.
01:03:43So denke ich immer noch.
01:03:47Vielleicht kommen unsere Probleme auch daher.
01:03:50Du bist in vielem ganz viel eher.
01:03:56Also.
01:03:57Über diesen Auftrag hätte er mit mir überhaupt nicht sprechen dürfen.
01:04:00Gut, er hat es dann getan.
01:04:03Aber er hat ihn angenommen.
01:04:05Breitwillig angenommen.
01:04:07Plötzlich war für ihn die Partei,
01:04:08über die er sich hier zu Hause immer lustig machte.
01:04:10Das Allerwichtigste.
01:04:12Wichtiger als du und ich.
01:04:15Ich musste glauben,
01:04:17dass er nur von uns weg wollte.
01:04:19Dass ihm dieser Auftrag höchst willkommen war.
01:04:21Und als ich dann von seinem Überlaufen erfuhr,
01:04:23dass er sich gestellt hatte.
01:04:25Gestellt?
01:04:26Wer hat denn dir das gesagt?
01:04:30Der Mann von der Stasi.
01:04:34Der seit seinem Weggang
01:04:36ständig Kontakt zu mir hielt.
01:04:44Von dem habe ich auch erfahren,
01:04:45offiziell erfahren,
01:04:47dass er im Auftrag abgehauen ist.
01:04:50Und damals wurde mir auch geraten,
01:04:52mich nicht scheiden zu lassen.
01:04:56Nach seiner Entlassung sollte ich
01:04:57wieder Kontakt zu ihm aufnehmen.
01:04:59Ich sollte mich in Prag oder in Budapest mit ihm treffen.
01:05:03Welchen Zweck das haben sollte,
01:05:04kannst du dir sicherlich denken.
01:05:06In den Gesprächen waren immer versteckte Drohungen.
01:05:10Aber es waren auch Köder ausgelegt.
01:05:13Weißt du, warum ich damit
01:05:14den Abteilungsleiterpost nicht bekommen habe?
01:05:16Weil ich mich für jeden Kontakt verweigerte.
01:05:19Und weißt du auch,
01:05:20warum du so reibungslos
01:05:21deinen Studienplatz bekommen hast?
01:05:23Will ich schließlich doch zustimmen?
01:05:25Keine Angst.
01:05:27Dein Großvater und ich,
01:05:28wir haben sie an der Nase rumgeführt.
01:05:32Aber das war eine Geschichte,
01:05:34die hätte leicht schief gehen können.
01:05:35Die haben den hochgehen lassen.
01:05:37Das haben sie dir natürlich nicht gesagt.
01:05:42Nein, das habe ich nicht gewusst.
01:05:50Aber ich habe es mir manchmal gedacht.
01:05:54Sie waren immer höflich und freundlich.
01:05:59Aber ich hatte eigentlich immer nur Angst.
01:06:03Sie haben auch nie gesagt,
01:06:04was sie wirklich wollen.
01:06:08Manchmal habe ich gedacht,
01:06:09sie wüssten es selber nicht.
01:06:14Und mit keinem konnte ich darüber sprechen.
01:06:20Nicht mit Tante Lisa?
01:06:23Nicht mit deinem Großvater.
01:06:27Ich wollte keinen weiter reinziehen,
01:06:29als unbedingt nötig.
01:06:31Aber du hättest doch mit mir reden können.
01:06:34Reden müssen.
01:06:35Ich bin doch schon lange kein Kind mehr.
01:06:39Ich wollte dich raushalten.
01:06:41Raushalten?
01:06:42Ich verstehe dich nicht.
01:06:44Warum hast du mich nicht rausgehalten,
01:06:46als ich in die Partei ging?
01:06:47Und warum bist du heute noch drin?
01:06:50Vor dieser Frage fürchte ich mich schon seit ein paar Jahren.
01:06:52Und?
01:06:53Kannst du sie beantworten?
01:06:54Nein!
01:07:02Weil ich glaube,
01:07:03dass spätestens seit heute Nacht
01:07:04alle Antworten keine Antworten mehr sind.
01:07:13Applaus
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