- vor 5 Stunden
Hauptkommissar Kress - Rolf Schimpf ( +22.03.2025)
Drehbuch _ Christa-Maria Bandmann /
Regie - Günter Gräwert
Drehbuch _ Christa-Maria Bandmann /
Regie - Günter Gräwert
Kategorie
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TVTranskript
00:08Untertitelung des ZDF für funk, 2017
00:42Untertitelung des ZDF für funk, 2017
01:21Untertitelung des ZDF für funk, 2017
01:33Untertitelung des ZDF für funk, 2017
02:02Dein Taxi ist da.
02:07Ich ruf dich ein.
02:30Ich ruf dich ein.
02:57Ich ruf dich ein.
03:29Na, hattest du eine gute Reise?
03:32Eine Zigarette.
03:33Ich ruf dich ein.
04:03Ich ruf dich ein.
04:04Ich ruf dich ein.
04:18Ich ruf dich ein.
04:33Ich ruf dich ein.
04:36Ja, gut.
04:38Bis bald.
04:39Tschüss.
05:08Mein Mann hat seinen Pass vergessen.
05:09Ich ruf dich ein.
05:11Ich bin zu spät, schon ausgeladen.
05:12Ging die Fahrt nach Milberthofen?
05:14Ja, Schleißheimer Straße 30.
05:16Frau Gastis Unruh.
05:17Genau.
05:20Ja.
05:22Schleißheimer Straße 30.
05:25Ja.
05:26Danke sehr, dann schaffe ich das noch.
05:27Vielen Dank.
05:45Liebling.
05:47Tschüssi.
05:48Das ist doch bloß Frustfresserei.
05:53Ist alles nicht so einfach, ne?
05:57Besonders für mich nicht.
06:01Wir können uns das ja nochmal überlegen.
06:06Ist doch alles hundertmal durchgekarrt.
06:21Be careful.
06:23Big Brother is watching you.
06:24Das soll er mal lieber plagen lassen.
06:30Ich war ein Zwanziger.
06:33Waffen brauchen.
06:34Wer kann nicht wechseln?
06:37Mach!
06:40Mach, mach, mach!
06:43Versöge Sprüche.
06:54ante
07:11Musik
07:12Bitte was?
07:14Ich kann Sie nicht verstehen.
07:19Kremasmeni. Frau ermordet. Tod. Unruh.
07:27Nix. Ich alleine mache.
07:28Beruhigen Sie sich doch.
07:29Ja, niemand darf. Bitte kommen schnell.
07:32Nifelburg.
07:33Ja. Wrieslewig. Wrieslewig.
07:35Guten Morgen, Gerd. Wie was war denn?
07:37Na ja, guten Morgen. Kannst deine Jacke gleich anlassen?
08:14Tja, offensichtlich Selbsttötung, ne?
08:17Nach dem Anruf von Frau Trazimis, Leo, war das ja nicht vorhersehbar.
08:21Frau Trazimis. Kommt jetzt.
08:24Können Sie mit Sicherheit sagen, dass es sich bei der Toten um Frau Unruh handelt?
08:29Ja, aber ja. Frau Unruh. Herr Mord.
08:40Wissen Sie, wo Herr Unruh ist oder wann er wiederkommt?
08:45Nix. Lokal.
08:47Was für ein Lokal?
08:48La Compañía.
08:50La Compañía.
08:52Wenn Herr Unruh zurückkommt, möchte er bitte im Polizeipräsidium anrufen.
08:57Im Polizeipräsidium.
08:59Kip, gib ihr doch bitte eine von unseren Karten, ja?
09:04Ja.
09:05Ja, rauskommt.
09:17Schöp!
09:23Schöp!
09:26Schöp!
09:34Schöp!
09:38Na, hast du die Kröte?
09:41Nee, es war schiefgelaufen.
09:44Die Maschine da drübe, die sollte eigentlich gestern schon fertig sein.
09:49Du, ich muss noch mal weg.
09:52Wann kommst du wieder?
09:53Montag bin ich wieder zurück.
09:55Kannst dich drauf verlassen.
09:55Na ja, ist gut.
09:59Wiedersehen macht Freude!
10:14Herr Unruh, hat Ihnen Ihre Frau keine Nachricht hinterlassen?
10:17Kein Brief oder sowas?
10:18Nein.
10:20Meine Frau war todkrank.
10:22Sie hatte nicht mehr lange zu leben.
10:25Höchstens sechs Monate.
10:28Kann ich Sie sehen?
10:29Erst nach der Obduktion.
10:31Ja, das ist üblich.
10:33Ja, auch bei Selbstmaus.
10:36Wir rufen Sie an, sobald die Untersuchung abgeschlossen ist.
10:39Ich will Sie in der Unruh.
10:40Wiedersehen.
11:16Untertitelung des ZDF für funk, 2017
11:30Ich mache mir Vorwürfe.
11:36Ich hätte Sie einfach...
11:38Ich hätte Sie einfach nicht alleine lassen dürfen.
11:43Aber...
11:45Ich habe...
11:48Mit sowas habe ich nicht gerechnet.
11:50Sie hätte immer genau gewusst, was sie macht.
11:54War vielleicht eine Erlösung für Sie.
11:59Ja.
12:16Suchst du was?
12:17Ja, ich muss an die Schublade.
12:19Ein Karkas?
12:21Ja.
12:23Kein Schlüssel, der passt.
12:27Hier.
12:29Nimm meinen.
12:32Der passt.
12:43Herr Gierke, würdest du mich jetzt bitte alleine lassen?
12:48Hm.
12:50Ich verstehe.
12:58Uf.
13:16Ich verstehe.
13:18Das ist gut.
13:29Vielen Dank.
14:07Vielen Dank.
14:19Die Frau war bereits tot, als sie erhängt wurde.
14:21Ja, bitte, schicken Sie uns den schriftlichen Befund so schnell wie möglich rüber. Danke.
14:27Also vorgetäuschte Selbsttötung. Der Zeitpunkt, Gerd?
14:32Vergangenen Samstagabend gegen 21 Uhr. Die Strangulierung zwischen Mitternacht und 1 Uhr.
14:37Da eine Tote sich nicht erhängen kann?
14:39Muss es einen Mörder geben.
14:41Der das getan hat. Also auf geht's, Männer. Auf was warten wir noch?
14:43Henry ruft bitte Herrn Unruh an, er soll herkommen.
14:46Und du, Gerd, sprich doch mal mit dem Arzt von der Tote. Ich bin meiner Sturnsicherung.
14:52Frau Unruh war eine starke Persönlichkeit, keineswegs, Laby.
14:56Ich hätte es sonst gar nicht verantworten können, so offen mit ihr über ihren Gesundheitszustand zu sprechen.
15:01Was glauben Sie, warum wollte sie so unbedingt die Wahrheit wissen?
15:04Ich weiß, dass sie die ihr noch verbleibende Zeit bewusst erleben wollte.
15:08Sie arbeitete sehr viel und hatte immer wenig Zeit für sich.
15:11Hinzu kommt, dass sie sehr korrekt war.
15:13Eine Perfektionistin, die nichts ungeordnet zurücklassen wollte.
15:17Und das Vermögen hat sie auch in die Ehe gebracht?
15:20Soviel ich weiß, ja. Und die Unordnung ihr Mann.
15:24Aber ihre Ehe auch noch in Ordnung zu bringen, das hat sie wohl nicht mehr geschafft.
15:28Hatte sie das vor?
15:30Es hätte ihr entsprochen.
15:36Guten Tag, Herr Unruh. Mein Name ist Kress.
15:39Ich muss Ihnen leider mitteilen, dass die Umstände, die zum Tode Ihrer Frau geführt haben,
15:44andere sind, als wir ursprünglich vermuteten.
15:46Ihre Frau hat nicht Selbstmord begangen, sie ist ermordet worden.
15:50Wollen Sie nicht ablegen?
15:52Ab?
15:53Das kann ich nicht glauben.
15:55Bitte nehmen Sie Platz.
15:59Das ist Herr Heimann.
16:00Der gerichtsmedizinische Befund der Obduktion hat eindeutig ergeben,
16:04dass er Ihre Frau am vergangenen Samstagabend gegen 21 Uhr an Zyankali starb.
16:10Drei bis vier Stunden später wurde sie in die Schlinge gehängt.
16:14Ja, aber wie?
16:15Herr Unruh, Sie sind mit der Tonbandprotokollierung unseres Gesprächs einverstanden.
16:20Ja, ja, natürlich.
16:21Wer könnte Ihrer Meinung nach Interesse daran gehabt haben, Ihre Frau zu töten?
16:26Und dann einen Selbstmord vorzutauschen?
16:31Der Täter muss ins Haus eingelassen worden sein,
16:33denn es fanden sich nirgendwo Spuren eines gewaltsamen Eindringens.
16:37Wer außer Ihrer Putzfrau hat denn einen Schlüssel zum Haus?
16:40Niemand.
16:42Jedenfalls weiß ich nichts davon.
16:44Dann müsste Ihre Frau den Mörder gekannt haben.
16:51Wo waren Sie in der fraglichen Zeit?
16:53Ich... Darf ich?
16:54Bitte.
16:56Ich bin Samstagmittag zu einem Geschäftsfreund nach Frankfurt geflogen.
16:59Für zwei Tage.
17:01Wer wusste denn von dieser Reise außer Ihrer Frau?
17:04Nur meine Frau.
17:07Außer...
17:08Sie hätte es jemandem gesagt.
17:11Und warum auch?
17:14Moment.
17:17Bevor das Taxi kam.
17:19Also, bevor ich am Samstag wegfuhr,
17:21da hat sie mit ihrem Pflegesohn telefoniert.
17:25Wie alt ist das Kind?
17:27Das Kind?
17:28Es ist 20.
17:30Vernahnt den Motorrädern und braucht immer nur Geld.
17:33Sie sind nicht besonders gut auf ihn zu sprechen.
17:36Das beruht auf Gegenseitigkeit.
17:39Deshalb sagte meine Frau ihm vermutlich auch,
17:41dass ich nicht da sein werde.
17:43Er wollte Sie besuchen.
17:45An diesem Samstag Nachmittag.
17:48Sagen Sie mir die Adresse.
17:51Tut mir leid, die habe ich nicht.
17:53Frankfurt oder drumherum.
17:56Der Name?
17:57Bischof.
17:59Carsten Bischof.
18:01Mit Doppel F.
18:04Auf dem Sekretär meiner Frau steht ein Foto.
18:07Das kann ich Ihnen geben.
18:10Herr Unruh, Ihre Frau hatte nicht mehr lange zu leben
18:13und wollte ihre Vermögensverhältnisse geregelt hinterlassen.
18:18Hat sie in dieser Hinsicht etwas unternommen?
18:21Vor genau drei Wochen hat meine Frau mir
18:23ihren Anteil des Geschäfts überschrieben.
18:26Wir waren zusammen beim Notar.
18:28Auf Ihre Initiative hin oder?
18:30Das war der Wunsch meiner Frau.
18:32Sie bestand darauf.
18:33Sie haben Verständnis dafür, dass wir Ihre Angaben überprüfen.
18:36Henry, lass dir doch die entsprechenden Adressen und Telefonnummern geben.
18:44Ach, mein Mann.
18:48Entschuldigung.
18:53Wiedersehen, Herr Unruh.
18:54Wiedersehen.
19:00Gerd, mach dich doch mal auf die Suche nach diesem Pflegesohn.
19:08Halt dich mich zur nächsten Telefonzelle, bitte.
19:10Aber da steht doch einer.
19:13Zur nächsten, bitte.
19:30Herr Wachner, Ihr Gespräch aus München, Herr Unruh.
19:33Ja, ja, stellen Sie es durch.
19:35Ich stelle durch.
19:38Nein, du, wir müssen unbedingt dabei bleiben,
19:40dass ich übers Wochenende bei dir war.
19:41Ich konnte nicht anders.
19:43Ich musste deine Adresse und deine Telefonnummer angeben.
19:47Was?
19:48Nein, nein, nein, auf Solveh kann ich mich verlassen.
19:51Matthias, das ist heller Irrsinn.
19:53Sei doch vernünftig.
19:54Also hör mal, ich sag das nicht gern,
19:56aber du weißt, dass du mir noch was schuldig bist.
19:58Also bin ich dann in den nächsten Tagen
20:00weder zu Hause noch im Geschäft zu erreichen.
20:03Wiedersehen.
20:06Frau Dr. Füller,
20:07hat es Sie überrascht,
20:09dass Frau Unruh vor drei Wochen
20:10ihr Testament zugunsten ihres Mannes geändert hat?
20:13Ich war erstaunt,
20:14dass sie sich als Alleinerbin ansetzen wollte.
20:16Wer hätte denn ursprünglich erben sollen?
20:17Es war geteilt.
20:19Ein großer Teil sollte einer Kinderstiftung zugute kommen.
20:22Und Unruh, was sollte der kriegen?
20:23Den Pflichtteil.
20:24Und Carsten Bischof?
20:26Eine staatliche Summe.
20:28Für ein paar Motorräder hätte es gereicht.
20:30Wusste er das?
20:31Er wusste, dass er etwas erben würde,
20:33aber er wusste nicht wie viel.
20:35Er wusste Carsten Bischof,
20:36wie krank Frau Unruh wirklich war.
20:39Nein, das hielt sie geheim.
20:40Aber was er tatsächlich wusste,
20:41das kann ich natürlich nicht sagen.
20:48Also der Flug München-Frankfurt
20:49wurde bei Ihnen am Samstag gebucht,
20:51aber nicht angetreten.
20:53Ansonsten taucht er Name Unruh
20:54in ihren Passagierlisten nicht auf.
20:56An keinem der Tage.
20:59Gut.
20:59Danke sehr.
21:00Wiederhören.
21:03Na?
21:03Also Unruh ist nicht geflogen.
21:05Bei Wagner zu Hause
21:06meldet sich nur der Anrufbeantworter
21:08und die Sekretärin im Geschäft sagt,
21:10dass er bei einem Arbeitsessen.
21:12Kabe ist fertig.
21:13Bei Unruh läuft auch nur das Band.
21:15Ich habe ihm eine Nachricht hinterlassen,
21:17der soll zurückrufen.
21:18Also mit diesen Blechsekretären
21:19kommen wir nicht weiter.
21:21Ich werde mal die Kollegen in Frankfurt
21:22um Amtshilfe bitten.
21:23Die sollen mal zu dem Wagner hingehen.
21:28Herr Wagner lässt bitten.
21:31Wagner.
21:33Meister.
21:34Herrmann.
21:35Bitte meine Herren, nehmen Sie Platz.
21:37Darf ich Ihnen irgendetwas anbieten?
21:38Einen Kaffee?
21:40Einen Tee?
21:41Nein.
21:41Danke nein.
21:43Wir leisten hier lediglich Amtshilfe,
21:45weil unsere Kollegen aus München
21:46Sie telefonisch nicht erreichen konnten.
21:48Es geht um den Mord an kaller Unruh.
21:51Ja.
21:54Bitte.
21:57Herr Unruh hat angegeben,
22:00dass er das letzte Wochenende
22:03Samstag, Sonntag bis Montagmittag
22:05hier bei Ihnen in Frankfurt verbracht hat.
22:08Ist das richtig?
22:10Ja, also.
22:12Das, äh,
22:14das galt eigentlich nur für den Fall,
22:16dass Carla, dass seine Frau hier anruft
22:19bei mir in Frankfurt und sich nach ihm erkundigt.
22:22Und hat sie das getan?
22:23Nein.
22:26Nein.
22:27Aber wenn sie es getan hätte,
22:29dann,
22:29dann hätte ich ihr seine Abwesenheit
22:31irgendwie erklärt.
22:33Mir wäre doch schon was eingefallen.
22:35Und was fällt Ihnen jetzt dazu ein?
22:41dass der Täter gefunden werden muss,
22:46der, der Carla Unruh umgebracht hat.
22:51Und dazu gehört, dass Unruh sagt, wo er wirklich gewesen ist.
22:56Wo ist er denn gewesen?
22:58In München.
23:01Er hat das Wochenende bei seiner Freundin verbracht.
23:05Solveig Björklund.
23:07Schwedin.
23:09Woher wissen Sie denn,
23:10dass er bei dieser Björklund gewesen ist?
23:13Weil ich,
23:14weil ich ihn wie verabredet
23:15gegen 22 Uhr bei Frau Björklund angerufen habe,
23:18um ihm zu sagen,
23:19dass sich niemand nach ihm erkundigt hat.
23:21Hatten Sie 22 Uhr die genaue Uhrzeit
23:24miteinander ausgemacht?
23:25Nein.
23:26Nein, das ist...
23:28Nur, ich, ähm...
23:30Ich wollte an diesem Abend zeitig ins Bett.
23:32Ich wollte das Telefon abstellen,
23:34wollte aber vorher noch mit Unruh telefonieren.
23:36Gab es derartige Verabredungen,
23:38angebliche Geschäftsreisen
23:39oder sowas öfter zwischen Unruh und Ihnen?
23:41Ja.
23:43Ja.
23:45Ja.
23:49Hat Unruh sich gemeldet?
23:51Nein.
23:51Dabei hat er das Foto von Carsten Bischof geschickt.
23:54Per Minika.
23:57Der ist in Frankfurt gemeldet.
23:59Arbeitet in einer Autowerkstatt,
24:00etwas außerhalb.
24:01Wo ist er jetzt?
24:03Unterwegs.
24:04Wollte in einer Woche wieder zurückkommen,
24:06sagte der Meister.
24:07Leitericht der Kollegen aus Frankfurt.
24:09Unruhs Alibi ist geplatzt.
24:10Ja, sowas habe ich mir schon gedacht.
24:14Dann starte doch dem Fräulein Björklund
24:16einen Besuch, Gerd.
24:18Schleißhammer Straße 30.
24:20Aber...
24:22ich kann es nicht fassen,
24:23dass sie ermordet wurde.
24:25Aber von dem angeblichen Selbstmord
24:27wussten Sie schon.
24:28Ja.
24:29Sie sind doch mit dem Ehemann der Toten befreundet.
24:31Wo war Herr Unruh am vergangenen Wochenende?
24:36Frau Börklund, es geht um Mord.
24:38Sie sollten die Wahrheit sagen.
24:40Bitte.
24:41Danke.
24:44Ja, er war hier.
24:47Die ganze Zeit?
24:48Ja.
24:49Dann müssten Sie ja wissen,
24:50ob er mal telefoniert hat.
24:52Nein, er hat nicht telefoniert.
24:54Herr Wagner hat ausgesagt,
24:56dass Herr Unruh gegen Mittag mit ihm gesprochen hat.
24:58Von dieser Wohnung aus.
25:01Ach ja, das stimmt.
25:02Und von einem zweiten Telefongespräch am Samstagabend
25:05wissen Sie nichts?
25:08Am Samstagabend?
25:11Da war ich für ein paar Minuten in Kelle.
25:17Und hab ein Flasch Wein raufgeholt.
25:19Aber es waren wirklich nur für ein paar Minuten.
25:21Wann kam er zu Ihnen?
25:22Oh, das war am Samstag gegen Mittag.
25:27Und er ist bis zum Montag geblieben.
25:31Hat er während dieser Zeit das Haus verlassen?
25:33Nein.
25:34Wir sind überhaupt nicht draußen gewesen.
25:36Nicht essen.
25:38Wir wollten nicht gesehen werden.
25:41Klar, er war ja angeblich in Frankfurt.
25:44Wissen Sie, wo sich Herr Unruh zur Zeit aufhält?
25:47Ja, ist er denn nicht zu Hause?
25:50Nein.
25:51Haben Sie eine Vermutung,
25:52wer ein Interesse am Tod von Frau Unruh haben könnte?
25:55Nein.
25:57Zeugen, dass Sie und Herr Unruh
25:59am Samstag das Haus nicht verlassen haben,
26:01haben Sie natürlich nicht.
26:03Natürlich nicht.
26:06Wir brauchen das Kennzeichen von Bischofs Maschine,
26:08Herr Winkler.
26:09Ja, Moment, ich gucke mal.
26:15Ja, ich habe hier die Rechnung.
26:17Und da ist auch die Nummer.
26:18F für Frankfurt.
26:20M-Y-4-9-9.
26:24Eine schwarze Moto Guzzi.
26:27Ja?
26:28Gut.
26:30Wenn er hier wieder auftaucht,
26:31soll er Sie sofort zurückrufen.
26:33Selbstverständlich.
26:35Auf Wiederhören.
26:39Haben Sie am vergangenen Samstag Nachmittag jemanden gesehen,
26:42der die Unruhs besuchte?
26:44Tja, also, nur das Herr Unruh,
26:46rein zufällig natürlich,
26:48das Herr Unruh um die Mittagszeiten mit dem Taxi wegfuhr.
26:52Hansi, hast du etwas beobachtet?
26:54Er hat nämlich den ganzen Tag vor der Garage an seinem Auto gearbeitet.
26:58Ja, da kam so ein Typ mit einer tollen Maschine an.
27:02Ging drüben rein.
27:04Kennzeichen?
27:05Frankfurter.
27:06Haben Sie den Mann schon mal gesehen?
27:07Nein.
27:08Und da auch nur von hinten.
27:11Aus dem hat er einen Helm auf.
27:13Wann war denn das?
27:15So um drei.
27:16Nachmittag.
27:18Haben Sie ihn wieder wegfahren sehen?
27:19Nein.
27:21Aber wie ich um ein Uhr nachts heimgekommen bin,
27:24stand die Maschine nicht mehr da.
27:26Na ja.
27:28Danke.
27:30Ja, jetzt fehlt mir doch noch was ein, Herr Kommissar.
27:33So um acht Uhr abends parkte da drüben ein dunkler Mercedes.
27:37Und der war in der Nacht auch nicht mehr da.
27:40Einen Fahrer habe ich keinen gesehen.
27:42Nur das Parken der Auto.
27:44Herr Krem, wie lange kannten Sie Frau Unruh?
27:47Seit sie zehn war.
27:48Das Lokal gehörte ihrem Vater.
27:50Er stellte mich damals als Buchhalter ein.
27:53Vor etwa 15 Jahren lernte sie dann ihren jetzigen,
27:58äh, lernte sie Herrn Unruh kennen.
28:02Bald darauf starb der alte Herr und Carla erbte das Geschäft.
28:06Sie schuftete von morgens bis abends, schmiss den ganzen Laden.
28:10Ihr Mann war ja dabei keine große Hilfe.
28:13Es gab viel Streit.
28:15Nein, nein, nein, nein, jetzt nicht.
28:19Warum?
28:21Tja, sie wünschte sich Kinder, wollte eine richtige Familie,
28:24aber daran hatte er kein Interesse.
28:26Er sagte immer, das Geschäft ist doch dein Kind.
28:30Damit war der Fall für ihn erledigt.
28:32Frau Unruh war also alleinige Besitzerin des Geschäfts?
28:35Nein, nicht ganz, nicht ganz.
28:37Vor etwa sieben Jahren erbte Herr Unruh das gesamte Vermögen seines Vaters
28:42und mit diesem Geld bauten wir hier das Lokal aus.
28:46Hier die Bar wurde gebaut, dann die Räumlichkeiten drüben wir erweiterten.
28:51Wo ist Herr Unruh eigentlich im Moment?
28:53Ach, das entzieht sich meiner Kenntnis.
28:56Ich habe ihn gestern Abend hier zuletzt gesehen.
29:00Er suchte im Büro nach irgendwelchen Briefen.
29:02Vielleicht ein Testament?
29:04Nein, das glaube ich nicht, denn das liegt bei Frau Dr. Füller.
29:08Kennen Sie Karsten Bischof?
29:09Ja, ja.
29:11Frau Unruh hatte ihn als Kind eine Zeit lang in Pflege.
29:14Ich glaube, er ging damals nicht einmal noch zur Schule.
29:16Später nahm ihn seine Mutter wieder zu sich, steckte ihn in ein Internat.
29:23Er ist heute wohl 20.
29:27Immer wenn er Geld brauchte, kam er hierher.
29:30In letzter Zeit auch noch?
29:32Es hat lange gedauert, bis ich ihr klarmachen konnte,
29:36dass sie mit dem ewigen Geldgeben nicht hilft.
29:39Da hat sie ihm dann den Geldtarm zugedreht.
29:43Wann?
29:44Oh, so vor etwa einem halben Jahr, ja?
29:50Einer der ganz seltenen Fälle,
29:51in denen Herr Unruh und ich gleiche Ansicht waren.
29:57Können Sie sich vorstellen,
29:59dass Herr Unruh seine Frau umgebracht hat?
30:05Er wusste, dass sie bald stirbt?
30:08Also, warum?
30:11Danke, Herr Krem.
30:13Bitte, ich bringe Sie zum Ausgang.
30:16Darf ich vorgehen?
30:17Bitte sehr.
30:27Wenn Sie Herrn Unruh sehen,
30:29er möchte uns sofort anrufen.
30:31Natürlich.
30:41Wie Sie wissen, hatte ich ein paar Tage freigenommen.
30:44Als ich heute Morgen in mein Büro kam,
30:46fand ich diese Nachricht auf dem Anrufbeantworter vor.
30:51Hier ist Karla Unruh.
30:53Heute ist Samstag, 17.30 Uhr.
30:56Frau Dr. Füller, ich brauche so schnell wie möglich einen neuen Termin.
31:01Es sind Dinge geschehen, die mich zu grundlegenden Änderungen zwingen,
31:04mein Testament betreffend.
31:06Bitte rufen Sie mich zurück.
31:08Es ist sehr, sehr dringend.
31:10Danke.
31:13Ja, Frau Dr. Füller, dieser Anruf verändert die Situation vollkommen.
31:20Sie brauchen meine Frage jetzt nicht zu beantworten.
31:22Ja, ja, ich weiß.
31:23Wusste Frau Unruh, dass Ihr Mann eine feste Freundin hatte?
31:27Ja, natürlich wusste sie das.
31:31Henry, ich versuche einen Haftbefehl für Unruhe zu bekommen.
31:34Ja, Moment.
31:35Und leiere die Überwachung von der Björklund an.
31:38Ja, natürlich ab sofort. Ende.
31:41Ich glaube, die Unruhs hinter irgendwas gekommen,
31:43was sie bis jetzt nicht wusste.
31:45Sie droht ihrem Mann das Testament zu ändern.
31:47Der sieht seine Existenz, schwinden, verliert die Nerven
31:49und bringt sie um, damit sie ihn nicht enterben kann.
31:55Die Person ist aus Ihrem VW ausgestiegen.
31:58Und wendet sich den Fahrer eines Mercedes zu
32:01mit dem Kennzeichen M-MU-6566.
32:09Die beiden begrüßen sich und gehen zusammen in das Haus Schleißheimer Straße 30.
32:17Alter, noch mal.
32:18Ungefähr ein 70 groß, schlank, schwarze Haare, circa 40.
32:23Das ist er doch.
32:24Ja, und wo sind die beiden jetzt?
32:26Schleißheimer Straße 30.
32:28Ja, danke, Ende.
32:30Dein Vater, mal hin.
32:35Abgestellt.
32:37Öffnen Sie bitte.
32:40Ach, Herr Heimann.
32:42Wie haben Sie eigentlich da vermutet?
32:44Ach ja, ich habe gerade meine Nachbarin einen kleinen Willkommensgruß hingestellt.
32:47Sie war verreist.
32:49Guten Tag.
32:51Guten Tag.
32:53Darf ich fragen, was Ihr Besucher zu bedeuten hat?
32:56Ich meine, was hat Frau Lernbjörglaut mit all dem zu tun?
32:59Würden Sie uns bitte ins Präsidium begleiten?
33:01Wir haben ein paar Fragen an Sie.
33:03Wie soll das heißen?
33:05Behandelt er mich bitte nicht wie ein Verbrecher, ja?
33:06Was ist denn los?
33:07Nichts.
33:09Ich muss Mittagspräsidium.
33:13Ich rufe dich an.
33:18Ach, Sie haben Bischof gefunden.
33:21Wo denn?
33:22In Kronberger.
33:24Wo ist denn das?
33:25Ach, bei Frankfurt.
33:27Hat der Widerstand geleistet?
33:29Ja.
33:30Gut.
33:31Gegen Abend.
33:32Ende.
33:33Danke.
33:33Er wurde in Unruh gleich mitgebracht.
33:36Gut, gut.
33:37Bischof haben wir auch.
33:38Wird gegen Abend hier sein.
33:39Na, fabelhaft.
33:41Ach, du, ähm,
33:42organisier doch bitte die Hausdurchsuchung Unruh und Büro La Compagnie.
33:46Der Durchsuchungsbefehl ist bereits unterwegs.
33:48Na, prima.
33:49Ich habe Hunger.
33:50Übrigens, wenn Bischof hier früher auftauchen sollte, als erwartet,
33:54sollte Unruh in keinem Fall ihn sehen.
33:57Hast du Angst?
33:57Die beiden könnten sich den Mord gegenseitig streitig machen.
34:00Deswegen, ja.
34:01Herr Unruh.
34:04Tag, Herr Unruh. Nehmen Sie Platz.
34:05Bis grad.
34:07Sie haben mich suchen lassen?
34:08Ja.
34:10Warum haben Sie sich nicht gemeldet?
34:11Entschuldigung.
34:12Ja, mein, äh, mein Buchhalter hat es mir vorhin erst gesagt.
34:15Gut, Sie müssen das verstehen, Herr Kreis.
34:17Bitte sehen.
34:18Bitte sehen.
34:19Ich, äh, wollte in diesen zwei Tagen Abstand gewinnen.
34:22Ich konnte mein Haus nicht mehr sehen.
34:24Ich, äh, ich konnte da einfach nicht drin bleiben.
34:26Herr Unruh, zur Sache.
34:28Sie sind nicht in Frankfurt gewesen.
34:31Ähm.
34:33Nein, äh, nein, ja, ja, stimmt.
34:35Wo waren Sie in der fraglichen Zeit?
34:37Sie wissen doch, dass ich das Wochenende bei Fräulein Björklund verbrachte.
34:41Ich weiß gar nichts.
34:43Fräulein Björklund hat das ausgesagt.
34:45Ja, wozu brauche ich, Entschuldigung, wozu brauche ich überhaupt dein Alibi?
34:48Weil die dringend verdächtig sind, ihre Frau ermordet zu haben.
34:51Ich hab doch mit dem Mord an meiner Frau nichts zu tun.
34:54Sie erinnern, Massa Maritima, Folonica, alles in der Foskana, wunderschöne Gegend.
34:59Sieht ganz so aus, als ob ich da was kaufen will.
35:03Ja, das lag in der Diele, neben dem Telefon.
35:10Die Telefonnummer kommt mir irgendwie bekannt vor.
35:12Klar, ist die Nummer von der Taxizentrale.
35:15Habt ihr den Schalttisch der Toten schon durchsucht?
35:17Ja, ein Kollege ist gerade dabei.
35:25Das ist doch dieselbe Handschrift, oder?
35:29Ja, die Eins, die Zwei.
35:32Die Eins, die Zwei.
35:34Ja, ja, würde ich auch sagen.
35:41Du, Henry, ich müsste wissen, wann der Unruhr am Samstag sein Haus verlassen hat.
35:47Wann genau er mit dem Taxi weggefahren ist.
35:49Den 13 Uhr.
35:51Ja, ja, okay, Gerd, okay.
35:53So, und jetzt möchte ich Sie mal was fragen, Herr Kreis.
35:58Warum hätte ich meine Frau umbringen sollen?
36:00Wegen des Testaments.
36:02Dass mich zu Ihren Haupterben macht.
36:04Dass Ihre Frau ändern wollte.
36:08Wer sagt das?
36:10Ihre Frau.
36:11Kurz vor Ihrem Tod.
36:13Hier ist Carla Unruh.
36:15Heute ist Samstag, 17.30 Uhr.
36:18Frau Dr. Füller, ich brauche so schnell wie möglich einen neuen Termin.
36:23Es sind Dinge geschehen, die mich zu grundlegenden Änderungen zwingen, mein Testament betreffend.
36:28Bitte rufen Sie mich zurück.
36:30Es ist sehr, sehr dringend.
36:32Dass es sich um die Stimme Ihrer Frau handelt, wollen Sie wohl nicht bestreiten.
36:36Nein.
36:38Ihre Frau wollte Ihr Testament zu Ihren Ungunsten ändern.
36:42Es geht aus der Nachricht ganz klar hervor.
36:44Sie haben geglaubt, Sie könnten durch den Mord Ihre Enterbung verhindern.
36:49Ein einwandfreies Tatmotiv.
36:51Bevor Sie diese Nachricht aufs Band gesprochen hat, hatte Sie Carsten Bischof zu Besuch.
36:57Der Erb schließlich auch.
36:59Vielleicht kümmern Sie sich mal um ihn.
37:02Dem ist doch alles zuzutrauen.
37:04Herr Unruh, die grundsätzlichen Änderungen, die Ihre Frau auf dem Band ankündigt, betreffen mit Sicherheit Ihren Anteil.
37:11Ach so?
37:11Ja.
37:12Das müssen Sie mir erst mal beweisen.
37:14Das, Herr Unruh, Sie sind vorläufig festgenommen.
37:22Kollege Kundschaft.
37:23Bitte, Herr Unruh.
37:33Ja, ich kann mich an das Telefonat genau erinnern, denn ich muss den Teil meiner Mittagspause drangeben.
37:38Die Frau hieß Unruh?
37:39Genau.
37:39Aber ein Taxi wollte Sie nicht bestellen.
37:41Sondern?
37:42Sollweit, nimm bitte mal ein.
37:45Na, eigentlich geben wir keine Auskunft.
37:48Ja, ja, ich weiß.
37:48Aber sie war so aufgeregt.
37:50Ihr Mann hatte den Pass vergessen und wollte wegfliegen.
37:53Nun wollte sie wissen, wo die Fahrt hingegangen ist.
37:55Und wo ist sie hingegangen?
37:56Na, in die Schleißheimer Straße.
37:58Das haben Sie der Frau Unruh gesagt?
37:59Ja.
38:00Petra, nimm bitte mal an.
38:04Der Kollege, mit dem ich über Funk sprach, konnte mir sogar noch die Hausnummer sagen.
38:08Aber an die kann ich mich nicht mehr erinnern.
38:09Vielen Dank.
38:11Das genügt.
38:16Herr Bischof, nach dem letzten Stand unserer Ermittlungen sind Sie der Letzte, der Frau Unruh lebend gesehen hat.
38:23Warum haben Sie sie besucht?
38:25Die bringen mich doch nicht selber in den Knast.
38:27Mit einem Bein stehen Sie schon drin.
38:29Sie können mir doch nicht weismachen, dass Sie bloß mal so vorbeischauen wollten.
38:35Zuerst schon.
38:37Und dann?
38:43Ich habe über ein halbes Jahr keine müde Mark mehr gesehen.
38:47Sie wollen also Geld.
38:50Wie hat Frau Unruh auf Ihre Forderungen reagiert?
38:56Beleidigt.
38:57Ich habe auch gleich gescheckt, da ist nichts drin.
38:59Aus.
39:00Ich wollte immer nur wissen, wozu ich die paar Eier brauche.
39:04Und?
39:05Wozu haben Sie die paar Eier gebraucht?
39:12Ich habe gesagt, ich will mir eine Werkstatt einrichten.
39:16Speziell für Motorräder, große Schoppe und so.
39:19Verstehst du, so sieht es mit mir aus.
39:21Ich will nicht wissen, welche Gründe Sie vorgeschoben haben.
39:23Sondern wozu Sie das Geld tatsächlich gebraucht haben.
39:28Meinen Sie mit den paar Eiern die 12.000 Mark, die Sie Herrn Winkler schulden?
39:34Ah, ah.
39:40Scheiße, scheiße, scheiße!
39:45Mann, hat dieser Pisser mich verpfiffen?
39:47Nein, hat er nicht.
39:49Da sind wir ganz allein draufgekommen.
39:51Die standen also unter Druck.
39:52Weiter.
39:57Also, ich habe ihr dann gesagt, dass ich von Winkler Geld genommen habe.
40:00Und es jetzt zurückzahlen muss.
40:02Und wenn nicht, dann lande ich im Knast.
40:06Na ja, und dann hat sie versprochen,
40:09Winkler den Scheck über die 12.000 zu schicken.
40:13Herr Baris war nicht drin.
40:16Und?
40:16Dann?
40:20Und dann?
40:21Dann bin ich gegangen.
40:23Die Stimmung war ja sowieso im Eimer.
40:26Wie lange waren Sie bei ihr?
40:30So zwei Stunden.
40:33Vier war ich mit einem Kumpel in der Stadt verabredet.
40:36Wir werden Ihre Angaben überprüfen.
40:39Herr Beschauf.
40:40Henry, übernimmst du das bitte?
40:55Glaub mich, hat sie erwischt.
40:59Also.
41:00Im Büro des Lokals haben wir nichts gefunden, nur Geschäftskram.
41:04Aber in der Villa, schau mal.
41:06Hier, aus diesen Notizen geht eindeutig hervor,
41:10dass Frau Unruh genau wusste, wo ihr Mann das Wochenende verbringen würde.
41:14Sie kannte Adresse und Telefonnummer von der Berglund.
41:17Und ein Anruf bei der Taxizentrale bestätigte ihren Verdacht.
41:20Ja, aber diese, dieses Verhältnis, diese Ausflüge,
41:23waren doch nicht neu für Sie.
41:25Das nicht.
41:26Aber der Anruf bei der Taxizentrale beweist eben,
41:28dass sie es nicht genau wusste.
41:30Dass sie ganz auf Nummer sicher gehen wollte.
41:32Wer weiß, vielleicht hatte sie ihren Mann gebeten,
41:34die Zeit, die er noch verbleiben würde,
41:36in Ruhe und Eintracht zu verbringen.
41:39Er verspricht es ihr,
41:40und sie überschreibt ihm das Vermögen.
41:42Und dann passiert was.
41:44Oder sie kriegt irgendwas raus.
41:46Sie erpresst ihn mit der Änderung ihres Testaments.
41:52Und er macht kurzen Prozess.
41:55Die Grenzpolizei hat die Aussage vom Bischof bestätigt.
41:58Er war zur Tatzeit in Österreich.
42:00Die Schlinge um den Hals von Unruhe zieht sich zu.
42:03Bischof hält sich aber trotzdem zu unserer Verfügung, ja?
42:06Sag ihm das.
42:07Okay.
42:14Guten Morgen.
42:15Guten Morgen.
42:16Herr Kreis, bitte entschuldigen Sie,
42:19dass ich gestern so ausfallen geworden bin.
42:21Sie müssen das verstehen.
42:22Ich verstehe nicht.
42:23In so einer Situation, ne?
42:26Denn wie haben Sie sich mit Ihren falschen Aussagen gebracht?
42:28Nicht wir.
42:30Sie haben gelogen.
42:31Freund Björklund hat gelogen.
42:34Sie haben kein Alibi, aber Sie haben ein Tatmotiv.
42:39Die bevorstehende Änderung des Testaments.
42:42Ja, davon habe ich aber nichts gewusst.
42:45Fräulein Björklund hat inzwischen ausgesagt,
42:48dass sie im vierten Monat schwanger ist.
42:51Wussten Sie davon auch nichts?
42:53Natürlich weiß ich das.
42:55Und Ihre Frau wusste es auch?
42:58Ja.
43:00Seit wann?
43:01Seit ungefähr einem Monat.
43:09Hören Sie, ich habe meine Frau nicht getötet.
43:14Die Beweislage spricht aber dafür.
43:17Beweislage!
43:22Beweislage!
43:23Das ist doch vollkommen verrückt!
43:25Das ist...
43:26Das ist eine...
43:28eine unglückselige Verkettung,
43:30unglückselige Umstände.
43:31Herr Kreis, jetzt denken Sie von mir, was Sie wollen.
43:33Ich möchte das überhaupt nicht fertig,
43:35einen Menschen umzubringen!
43:37Das ist kein Beweis.
43:39Ich habe nicht gewusst,
43:40dass Sie Ihr Testament ändern wollte.
43:42Moment.
43:43Sie haben nicht gewusst,
43:45dass Ihre Frau diesen Entschluss
43:47Ihrer Anwältin bereits mitgeteilt hat.
43:50Sie haben von der Nachricht auf dem Tonband nichts gewusst.
43:55Deswegen geht Ihre Rechnung nicht auf.
43:58Herr Vortrum, der Unsinn!
43:59Ja, aber wieso?
44:00Wenn es diese Nachricht nicht gegeben hätte,
44:03würde niemand Sie verdächtigen.
44:06Und darauf haben Sie sich verlassen.
44:10Einer muss es gewesen sein.
44:12Sicher?
44:13Ja.
44:14Einer muss es gewesen sein.
44:18Mörder sehen immer erst wie Mörder aus,
44:21wenn man weiß,
44:22dass Sie jemanden umgebracht haben.
44:24Bitte.
44:25Und bewiesen ist ja noch nichts.
44:27Oder?
44:29Nee, bewiesen ist noch nichts.
44:33Ja.
44:34Ich werde mal zahlen.
44:36Wollte mal.
44:37Andreas, sag doch mal.
44:39Ah, Herr Kress.
44:41Auch da.
44:43Guten Abend.
44:44Entschuldigen Sie.
44:45Ja.
44:45Andreas.
44:46Wo?
44:47Seit wann bestellst du denn diesen Whisky hier?
44:50Den irischen?
44:51Ja.
44:51Na, der wird häufiger verlangt.
44:53Ach so.
44:54Na ja, davon verstehe ich nichts.
44:55Ich trinke nur Milch.
44:57Und warum Eis?
44:59Eis?
45:00Na, Eis machen wir doch seit Jahren selber.
45:02Habe ich nicht bestellt, ja.
45:04Von wann ist denn die Bestellung?
45:07Den letzten Samstag.
45:09Ja, na, dann ist es wohl ein Irrtum.
45:11Ich ruf morgen doch.
45:12Gut.
45:13Ja.
45:15Welche Firma liefert denn heute noch sowas?
45:18Was denn?
45:19Na, sowas.
45:21Stangeneis.
45:22Ach so.
45:23Firma Schröder & Co.
45:26Die einzigen.
45:30Aber die liefern nicht.
45:33Muss man abholen.
45:36Bitte schön.
45:38Und wer holt sich heute sowas ins Haus?
45:42Oh Gott, Leute, die Partys feiern und zum Kühlen der Getränke, wenn der eigene Kühlschrank
45:46nicht mehr ausreicht.
45:48Ah ja, natürlich, ja.
45:51Besten Dank.
45:55Gute Nacht.
45:56Gute Nacht, Herr Kess.
45:57Dankeschön.
46:08Ja, hier, Chris.
46:10Morgen, Herr Krem.
46:11Herr Krem, haben Sie inzwischen rausgefunden, wer die Bestellung aufgegeben hat?
46:14Das Eis.
46:15Das Eis hat Frau Unruh bestellt.
46:19Am Samstag.
46:21Für eine Party.
46:54Herr Krem.
46:56Bisschen spät dran, der Leo heute, oder?
46:59Im Gegenteil, er ist schon wieder weg.
47:02Auf alle Fälle entwickelt der Haus fräuliche Talente.
47:04Das gefällt mir.
47:11Morgen, Leo.
47:12Vielen Dank für den Kaffee.
47:14Frank Schröder.
47:17Mercedes, Metallic Blau, Kennzeichen MES 5362 in Richtung Salzburg.
47:27Ja, da müsste er in etwa einer Stunde an der Grenze sein.
47:30Ihre Frau hatte vor, am Samstag eine Party zu feiern, während Sie weg waren.
47:37Das hätte sie mir bestimmt gesagt.
47:39War Ihre Frau eigentlich sehr eifersüchtig?
47:43Sie verfolgte mich geradezu damit.
47:46Nee, telefonierte hinter mir her, wühlte in meinen Sachen und im Privatleben meiner Freundinnen herum.
47:53Das war oft mehr als peinlich.
47:55Wo bewahren Sie gewöhnlich Ihre Getränke auf?
48:00Im Rheinkeller.
48:02Das Bier auch.
48:03Alles?
48:04Mehrere volle Bierkästen standen aber in der Waschküche.
48:09Hat bei Ihnen sehr viel Bier getrunken?
48:12Nein.
48:14Longdrinks, schön und Wein.
48:18Schreiben Sie mir doch bitte die Namen der Leute auf, die Sie gewöhnlich zu Ihren Partys einladen.
48:26Bitte, ich bin der Vorder.
48:28Ist er von 52.11.
48:31Bitte kommen.
48:33Wir haben das gesuchte Fahrzeug auf der BRB durch den Salzburg.
48:58Hier, Henrik, das sind die Leute, die häufig bei den Unruhs verkehrten.
49:01Stell bitte fest, wer von Ihnen zu dieser Party am Samstag eingeladen war.
49:05Setz dich auch mit Carsten Bischoff in Verbindung.
49:08Frag ihn, was er davon weiß.
49:10Okay.
49:32Was Gott, sind Sie Herr Schröder?
49:35Frank Schröder?
49:36Ja.
49:37Ebenso bitte Ihre Papiere.
49:39Was habe ich denn falsch gemacht?
49:43Sie werden von der Kriminalpolizei in München gesucht.
49:46Das muss ein Irrtum sein.
49:48Das ist keiner, Herr Schröder.
49:51Hören Sie bitte in unser Fahrzeug steigen.
50:09Hören Sie bitte in unser Fahrzeug steigen.
50:30Hören Sie bitte in unsere Fahrzeug steigen.
51:02An diesem Samstag
51:05hatte Frau Unruh Gäste
51:09Nix Gäste, nix Gläser, nix Geschirr
51:12Alles in Ordnung
51:13Alles in Ordnung
51:18Vielleicht hat sie mit der Maschine gespielt
51:20Nein, nur ich immer
51:25Frau Trapsimes, haben Sie die Bierkästen in die Waschköche gestellt?
51:31Nein, immer in Weinkeller Firma bringen
51:39Gut, die sind auf dem Weg nach Nymphenburg, danke
51:42So, der Eismann ist unterwegs zu Leo
51:46Was er mit dem in Unruhs Haus will
51:49Ich wette, dass da gar keine Party stattgefunden hat
51:53Zwei der Leute, die da mal eingeladen wurden
51:55Sind seit einiger Zeit verreist
51:56Und von den anderen war kein einziger eingeladen
51:59Bischof wusste auch nichts davon
52:01Von den Nachbarn hat niemand was von einer Party gehört
52:05Dieser Schröder
52:06Das ist vielleicht der Letzte, der Sie noch lebend gesehen hat
52:09Den Letzten beißen die Hunde geert
52:13Was habe ich denn damit zu tun?
52:15Ich habe doch nur getan, was von mir verlangt wurde
52:17Und was wurde verlangt?
52:19Hier Eis herzubringen
52:21Von wem?
52:22Das habe ich Ihnen doch schon mal gesagt
52:23Dann sagen Sie es nochmal
52:26Von Frau Unruh
52:27Und wozu?
52:28Für eine Party hat sie gesagt
52:30Ihr fand aber keine Stadt?
52:32Das ist mir doch egal
52:33Vielleicht wollte sie sich alleine besaufen
52:36Die Flaschen sind alle noch voll
52:38Dann hat sie sich das eben anders überlegt
52:41Wo waren Sie am Samstagabend?
52:43Jetzt soll ich mir auch noch ein Alibi ausdenken
52:45Nicht ausdenken, die Wahrheit sagen
52:47Wo waren Sie?
52:50Vor der Glotze
52:51Allein?
52:53Ob Sie es glauben oder nicht
52:54Mit meiner Mutter
52:59Standen diese Kästen an dieser Stelle
53:01Als Sie mit dem Eis kamen?
53:03Ja
53:04Genau an dieser Stelle
53:08Ja, Sie kamen also rein und dann?
53:09Ja, dann
53:10Dann habe ich das Eis hier um die Kästen herum verteilt
53:13Und dann
53:15Ja, dann
53:18Weiter nichts
53:24Sagen Sie
53:26Wie lange bleibt das Bier kalt?
53:31Schätzungsweise zehn Stunden
53:33Das Eis ist dann längst weg
53:35Aber das Bier bleibt trotzdem noch eine Weile kalt
53:37Hatten Sie den Eindruck
53:40Dass Frau Unruh jemanden erwartet?
53:45Nein
53:48Ja, aber
53:49Aber eine Party war der Grund dafür
53:51Dass das Eis bestellt wurde
53:53Eine Party ohne Gäste?
53:54Das ist Ihr Bier
54:04Leo
54:04Hier, Geld
54:21Guten Tag, Herr Unruh
54:22Guten Tag, Herr Kress
54:25Na, wie fühlen Sie sich denn so bei mir zu Hause?
54:28Herr Unruh, ich bin zu der Überzeugung gekommen
54:30Dass Sie nicht der Mörder Ihrer Frau sind
54:34Haben Sie ihn gefunden?
54:36Es gibt keinen
54:38Ja, aber
54:39Ihre Frau hat sich selbst getötet
54:41Sie hat sich vergiftet
54:42Mit Sir Kali
54:47Ja, aber die Schlinge
54:50Sie hing doch
54:55Ich meine
54:58Wer hat Sie denn aufgehängt?
55:00Sie sich selbst
55:06Nachdem Sie vier Stunden tot war, Leo?
55:09Moment da
55:10Da fand die Strangulation statt
55:13Also, äh
55:14Über eines waren wir uns doch immer im Klaren, Leo
55:18Eine Tote kann Sie nicht erhängen
55:20Doch
55:21Eine Tote?
55:23Ja
55:24Leo, gegen 21 Uhr starb Frau Unruh ein Gift
55:27Das kann sie natürlich genommen haben
55:28Man kann den Kopf in eine Schlinge legen, sich vergiften, den Stuhl wegstoßen und sicher
55:32Ja, ja, ja, ja, so war es aber nicht
55:35Sie musste alles so arrangieren, dass zwischen den beiden Aktionen möglichst viel Zeit verging
55:40Zwischen ihrem Tod durch Gift und dem Erhängen
55:43Genau das war Ihr Problem
55:44Genau das geht nicht
55:46Es geht
55:48Kommt mal mit
56:00So
56:01Und nur so
56:02Passt alles zusammen
56:08Also, nachdem am Samstag das Eis geliefert war
56:11Frau Unruh hatte fünf Stangen bestellt und zwar halbiert
56:16Befestigte sie die Schlinge an diesem Rohr
56:20Dann stapelte sie das Eis drunter
56:23Ungefähr so
56:26Sie sorgte dafür, dass die Temperatur im Raum nicht zu niedrig war
56:30Der Thermostat zeigt noch fast 30 Grad an
56:34Kletterte über den Stuhl auf das Eis und setzte sich oben drauf
56:41Dann, äh, warf sie den Stuhl um, um die Täuschung perfekt zu machen
56:49Legte den Kopf in die Schlinge
56:52Und schluckte die Kapsel mit dem Zirnkali
56:55Nach einigen Sekunden tat das Gift seine Wirkung und ihre Frau starb
57:04Langsam schmolz das Eis
57:08Nach etwa
57:10Vier Stunden war es so weit weggeschmolzen
57:12Dass sie sich strangulierte
57:15Der Körper hing jetzt in der Schlinge
57:18Frei im Raum
57:21Und so wurde sie sie dann gefunden
57:26Aber warum das Eis?
57:28Um sie hinter Gitter zu bringen, Herr Unruh
57:32Die Zeitspanne, verstehen Sie?
57:35Zwischen dem Tod durch das Gift
57:36Und der Strangulation sollten mehrere Stunden vergehen
57:41Eine Tote kann sich nicht mehr aufhängen
57:43Also musste es einen Mörder geben
57:45Und diese Rolle hatte ihre Frau Ihnen zugedacht
57:48Mir?
57:49Ja, ja, Ihnen
57:50Sie wollte sich an Ihnen rächen
57:52Sie hat sie gehasst
57:55Grenzenlos gehasst
57:56Ich bin mir aus dem Jesper
58:54Untertitelung des ZDF, 2020
59:24Untertitelung des ZDF, 2020
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